Freitag, 30. November 2018, 18.30
Wien (A)
, Glaubenskirche (10., Braunhubergasse 20)
KlangRaumKirche!

»Mit den 3 knaben schwarz samt illustren Gästen zum Jahresausklang nach Simmering!« heißt es in der Aussendung der 3ks. Ich zitiere weiter:

Nebst Britta, Boff und Splinks werden aufspielen:

unsere musikalische Schwester im Geiste Anne Marie Dragosits, diesmal nicht am Cembalo, sondern standortgemäß an der Orgel;

die herzliebe Kerstin Eckert vom famosen Ensemble Fräulein Hona mit ihrer sanften Wunderstimme;

und last not least der unvergleichliche Posaunen-Stimm-Akrobat Bertl Mütter, der die lautere Luft der Glaubenskirche zum Schwingen bringen wird.

Lassen wir das einmal so stehen und freuen wir uns schlicht. Verraten sei: Es wird allo-kulinarisch werden. Dazu ein letztes Zitat, aus für gewöhnlich gut informierten Kreisen (mehr darf nicht verraten werden), alstern:

In der Pause wird es einen von Denise Narick (Galerie Nuu) kredenzten Eintopf mit Gemüse, Linsen, Kokosmilch und Gewürzen geben, dazu Kräuterjoghurt und Brot. Pfarrerin Anna Kampl hat bestes Bier aus ihrer tschechischen Heimat importiert, auch an Wein wird es nicht mangeln, vermutlich wird auch noch Punsch gepantscht (somit sind die wichtigsten Dinge geklärt)!

Wird gemütlich.

__________________________

Der Form halber folgt hier noch eine Anmerkung zur steuertechnischen Klarstellung vlg. Disclaimer:

Meine Mitwirkung bei diesem künstlerischen Ereignis erfolgt als ein auf einer langjährigen persönlichen Beziehung beruhendes sog. persönliches Sponsoring. [Keinerlei materielle Entgelte.]

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Sonntag, 28. Oktober – Samstag, 24. November 2018
Wien (A)
, Konzerthaus, Feststiege (vor dem kalten Lager) bzw. beim Mozart-Saal
Wien Modern 31

http://wienmodern.at/CustomImages/2162_750_Sujet_neu.png?w=500

Bertl Mütter, Unsicherheitsbeauftragter

Verborgen in einem Kabäuschen im Konzerthaus erwartet Sie unser Unsicherheitsbeauftragter: Wie steht es um Ihre (unser aller?) Sicherheit? Verfügen Sie über ausreichend persönliche Unsicherheit, um – wenig wankend nur – durch unsere sosehr auf Sicherheit erpichte Welt zu wandeln? Mit seinem Muthorn gibt Ihnen Bertl Mütter persönlich für Sie erzeugte Klänge mit auf den Weg, zur Bestärkung oder Verunsicherung – ganz wie Sie wünschen!

Zudem wird, wenn nichts dazwischenkommt, der Unsicherheitsbeauftragte an drei gesonderten Terminen ausgewählte Aspekte von Unsicherheit (im Zweifel; panisch; ausgesetzt) einem größeren Kreis darlegen.

https://muetter.at/cms/fileadmin/user_upload/pix500px/990830_bm_labil_dw.jpg

Hat man mich also als Dapertutto gecastet. Streng auftragsgemäß ist keinesfalls gesichert, was dabei herauskommen wird. Je nach beigeordnetem Veranstaltungsort (Großer Saal/Mozart-Saal) wird man mich in meinem wackelichten Kabäuschen entweder im Bereich Feststiege links – Vor dem kalten Lager oder beim Mozart-Saal-Aufgang rechts auffinden können. Mit diesen Spielorten bin ich vermutlich die Person, die an den unterschiedlichsten Orten im Wiener Konzerthaus aufgetreten ist: Großer Saal, Mozart-Saal, Schubert-Saal, Berio-Saal, Schönberg-Saal, Wotruba-Salon, Foyer Erdgeschoss, Foyer Schubert-Saal, Foyer Mozart-Saal, Feststiege, Vor dem kalten Lager, Rechts vom Mozartsaal. (Wohl ein undotierter Titel. Ohne Mittel.)

Meine Beauftragtentätigkeit ist dergestalt, dass ich im Umfeld fast sämtlicher im Konzerthaus geplanten Veranstaltungen des Festivals Wien Modern dem p.t. publico in fünfminütigen Slots für Einzelkonsultationen zur Verfügung bin (nicht jedoch, keinesfalls: zu Willen!; na gut, etwas bin ich schon willig, zu Willen zu sein). Die Buchung erfolgt unkompliziert direkt vor meinem Gemerk.

Die Darlegung ausgewählter Aspekte von Unsicherheit findet statt wie folgend:

Sonntag, 28. Oktober 2018, ca. 11.00–11.15
Konzerthaus, Schönberg-Saal
»im Zweifel«

(zum Konzert der Wiener Philharmoniker)

Mittwoch, 31. Oktober 2018, ca. 20.15–20.30
Konzerthaus, Wotruba-Salon
»panisch«
(zum Konzert der Wiener Symphoniker »Panic«)

Donnerstag, 22. November 2018, ca. 20.15–20.30
Konzerthaus, Wotruba-Salon
»ausgesetzt«
(zum Konzert des RSO »Der Prozess«)

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Nachgestellt die Ohrwaschl-Kolumne des sehr geschätzten Guido Tartarotti aus dem Kurier vom 3. Juli 2018:

Wir und die Schafe 

Sind wir jetzt das drittsicherste Land der Welt – oder doch nicht?

Die sichersten und friedlichsten Länder der Welt sind laut Ranking des »Institute For Economics And Peace« Island (abgelegene Insel im Norden, zu kalt für Aggressionen, bewohnt nur von Schafen) und Neuseeland (abgelegene Insel im Süden, Aggressionen werden beim Rugby abgebaut, bewohnt nur von Schafen).

Österreich liegt laut dieser Studie (bewertet werden die Kosten, welche für bzw. durch Militär, Sicherheit, Terrorismus und Kriminalität anfallen) auf Platz 3. Wir (irgendwie sind wir ja auch eine Insel, eine der Seligen) leben also im drittsichersten Land der Welt, und das ohne Eismeer in der Nähe.

Interessanterweise brach darüber keine Freude aus. In sozialen Medien und Diskussions-Foren wurde die Untersuchung sofort angezweifelt (entweder ist sie falsch oder sie existiert gar nicht). Erbittert und wütend kämpfen seither viele um ihr Recht, sich unsicher zu fühlen.

Der große Psychologe Paul Watzlawick hätte seine Freude gehabt: Es zählt nicht das, was ist, sondern das, was man glauben will. Sicherheit ist subjektiv.

https://muetter.at/cms/fileadmin/user_upload/pix500px/2013/haindlkaresel.jpg

(Esel oder Schafe: Es macht keinen Unterschied, vermutlich.)

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Als wär's lediglich zwischendurch…

Freitag, 16. – Sonntag, 18. November 2018
Ilhas dos Açores (P), Festival de Música dos Açores

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/5/5a/Azores-map.png/1920px-Azores-map.png

Freitag, 16. November 2018
Horta, Ilha do Faial (P), Teatro Faialense

http://mi.visitazores.com/sites/default/files/styles/slideshow-industries_636_x_246_/public/tf3.jpg?itok=tK_-a5KV

Samstag, 17. November 2018
Lajes do Pico, Ilha do Pico (P)
, Museu dos Baleeiros

http://www.museu-pico.azores.gov.pt/images/nucleos/2P1481128189.jpg

Sonntag, 18. November 2018
Calheta, Ilha de São Jorge (P), Solar dos Noronhas

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/c/c4/Solar_da_Fam%C3%ADlia_Noronha_na_ilha_de_S%C3%A3o_Jorge%2C_fachada_voltada_%C3%A0_estrada%2C_Ribeira_Seca%2C_Calheta%2C_ilha_de_S%C3%A3o_Jorge%2C_A%C3%A7ores%2C.jpg/640px-Solar_da_Fam%C3%ADlia_Noronha_na_ilha_de_S%C3%A3o_Jorge%2C_fachada_voltada_%C3%A0_estrada%2C_Ribeira_Seca%2C_Calheta%2C_ilha_de_S%C3%A3o_Jorge%2C_A%C3%A7ores%2C.jpg


»Journey Towards Silence«

developed & presented by
Florian Berner, cello & Bertl Mütter, trombone

In »Journey Towards Silence«, two eminent musicians are meeting and interfering far beyond any daily concert routine. Their instruments, the cello and the trombone, use to carry similar roles within their families but nevertheless are seldomly played together in the pureness of their warm sounds. Plus, Florian Berner and Bertl Mütter are considerable individualists, open to new experiences and even surprises, too.

Listening to solo music brings us as closely as considerable towards the emergence of a piece of art: The actual player somehow represents the inner occurencies of inspiration and brings it all down to earth, to the ears. Furthermore, an improvising musician is not merely re-enacting music one might already be familiar with but is providing insight directly into the alchemistic process of creating art at first (and only) take.

Not only is »Journey Towards Silence« a double concerto program for trombone and cello, but this unique artistic event may be called a meta-concerto. Especially developed for the Festival de Música dos Açores, the amazing Austrian Soloists Florian Berner (cello) and Bertl Mütter (trombone) are presenting their music not one after the other but interlacing and, finally, even interacting: When Florian and Bertl are performing they become each other’s first listeners—which means far more than it may seem at first sight, since music is firstly derived from devoted listening. The audience has the unique chance to be part of this very intimate creation. The music played—composed by, recomposed and improvised after Bach, Schubert, Ligeti and Mahler (among others)—belongs to the deepest and most personal soundings ever perceived.

»Inner Silence« may be a main topic which the artists will try to pursue, silence amidst all that noise in the world. The Açores, situated between two very noisy zones on the globe, may turn out to be the perfect archipelago for achieving paths back to things of real importance. Thus, »Journey Towards Silence« by Berner/Mütter may be considered as an invitation to wind down and recharge your batteries.

And, of course, life is the greatest, most outrageous journey!

(mission statement)

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The program

Bertl Mütter (*1965)
     01 Gutenacht S:W:M from Schubert:Winterreise:Mütter (2001)
György Ligeti (1923–2006)
     Dialogo from Sonata for Violoncello solo (1948/53)    
Bertl Mütter
     02 Wetterfahne S:W:M
     03 Gefrornetraenen S:W:M
Johann Sebastian Bach (1685–1750)
     Suite No. 2 in d-minor for Violoncello Solo, BWV 1008 (1720)
Bertl Mütter
     09 Irrlicht S:W:M
     10 Rast S:W:M
Giovanni Sollima (*1962)
     Lamentatio for Violoncello Solo (1998)
Bertl Mütter
     11 Fruehlingstraum S:W:M
Peter Sculthorpe (1929–2014)

     Lux Aeterna from Requiem for Cello Alone (1979)
Bertl Mütter
     invenzione d’entro il vento (2004)
Peter Sculthorpe
     Lux Aeterna (Reprise)
Bertl Mütter
     20 Wegweiser S:W:M
Johann Sebastian Bach
     Sarabande from Suite No. 5 in c-minor for Violoncello Solo, BWV 1011 (1720)
Bertl Mütter
     24 Leiermann S:W:M
Bertl Mütter
     Silence. J’entends mon oreille – for Trombone & Violoncello (2018; Estreia)
Johann Sebastian Bach
     Ich ruf’ zu dir, Herr Jesu Christ from Orgelbüchlein, BWV 639 (1720)

Encore: Grigor Narekatsi (951-1003)
     Havun Havun (Armenian, 10th century)

Other works & improvisations to be performed spontaneously à discrétion.

Duration: ca. 70-75’ (1 Set, no intermission)

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The Artists

Florian Berner (*1973, Vienna/Austria) is one of the leading cello players of his generation. As founding member of the Hugo Wolf Quartett (1993) and the Alban Berg Ensemble (2016) he has toured all around the globe, gives high end master classes and, since 2013, is cello-professor at Klagenfurt Conservatory. Florian’s instrument is a Nicolò Gagliano, Napoli 1819.

http://www.albanbergensemblewien.com/uploads/9/8/5/8/9858735/published/dsc-0132.jpeg?1519676480https://www.muetter.at/cms/fileadmin/user_upload/pix500px/bertl/180425_CZ27243_500px.jpg

Bertl Mütter (*1965, Steyr/Austria) may be called the great Austrian trombone individualist. Coming from a jazz background he transforms any music appealing to him into a very personal language. He is also spezialized in appearing at uncommon places and extraordinary acoustic environments. As first-ever graduate Bertl holds a Dr.art. degree from the Graz Music University (2013) and is a Schagerl endorser, his actual trombone the Muthorn-s, Mank 2002/17.

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So kann’s gehen. Man geht zur Haindlkarhütte und kommt ins Reden. Und reist auf die Azoren, um dort auf drei Inseln eine neue künstlerische Begegnung zu zelebrieren. (Beim Wort »zelebrieren« hat sich der Schreiber dieser Zeilen vertippt und stattdessen »telebrieren« geschrieben; wie treffend!)

Nach unserer ersten (zielgerichteten – man kannte sich natürlich) Begegnung darf ich sagen:

»Ich glaube, das ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.«

Dieses allzustrapazierte Zitat ist hier bitteschön nämlich schon zulässig: Wird ja auch via Lissabon in den Westen geflogen.

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Kürzestresumée: Es war bezaubernd, die Menschen, die Orte. Schriebe ich mehr, ich geriete allzusehr in ein unglaubwürdiges Schwärmen. Danke, lieber Rui, danke lieber Thomas & lieber Botschafter Zischg, der uns einigermaßen animierend begleitet hat.

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Donnerstag, 11. Oktober 2018
Klagenfurt (A)
, Konse (Konzerthaus, Neuer Saal)
»Journey Towards Silence«
Eine atlantische Begegnung aus dem Ohrenwinkel
mit Florian Berner, Violoncello, und Bertl Mütter, Posaune
Musik von und nach Bach, Schubert, Ligeti, Sculthorpe, Sollima und Mütter

Stapellauf-Konzert zum Festival de Música dos Açores (November 2018)

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Sie kennen einander aus den Augenwinkeln, als Musiker, die sich über die Jahre ein recht persönliches Profil erspielt haben. Da ihr erstes gemeinsames, das Stapellaufpodium, in der Stadt Gert Jonkes steht, führen wir hiermit den Begriff Ohrenwinkel ein. Die wenden die beiden nämlich einander zu, staunend vor der Exzellenz des Anderen.

Das musikalische Hören beginnt in der völligen Stille, und die scheint heutzutage schwieriger zu ertragen als das Gebrüll der Welt jenseits aller Schmerzgrenzen. Berner und Mütter neigen dieser Stille, dem Schweigen zu. Es könnte also das in Klagenfurt erstmals präsentierte Programm ein pazifisches heißen. Da es die beiden bald aber buchstäblich mitten im Atlantik spielen, nennen sie es eine atlantische Begegnung.

Wohnt doch jeder Stille mächtigste Aufwühlung inne.

Lendkanal *

Der Kanal

die Böschung

und das Gras auf der Böschung

Die Spiegelung der Böschung im Kanal und

die Spiegelung des Grases 

auf der Böschung im Kanal

Die dreifache Bewegung des Grases:

erstens die Bewegung des Grases im Wind

zweitens die Spiegelung dieser Bewegung des Grases im Wasser

und

drittens die Bewegung der Spiegelung dieser Bewegung des Grases

auf den Wellen hinterm vorübergleitenden Motorboot

Der Mann hinterm Lenkrad schaut aus

wie ein berühmter Kapitän

Er nimmt sich den Münzteller vom Kopf

und winkt zurück.


(Unser Stapellauf erfolgte unweit des Lendkanals, Kurs westwärts.)

____________________
*Gert Jonke, in: Alle Gedichte. Jung und Jung, 2010 (S. 14).

Kurzbios (wie sie zur Veröffentlichung freigegeben wurden)

Florian Berner (*1973, Wien) studierte an der Wiener Musikuniversität bei Angelica May und dem Alban Berg Quartett sowie bei Mario Brunello in Italien. Er gründete 1993 das Hugo Wolf Quartett und ist mit diesem Ensemble seit über zwei Jahrzehnten in allen Musikzentren der Welt zu Gast. Ausgedehnte Konzertreisen führen ihn durch ganz Europa, nach Asien, Süd- und Nordamerika, die Carnegie Hall NY, Cité des Arts, Paris, Berliner Philharmonie, Kammermusikfest Lockenhaus etc. Berner war »Rising Star 1998«, Preisträger des »Sonderpreises der Wiener Philharmoniker« und des »Europäischen Kammermusikpreises«. Zahlreiche CD Aufnahmen erschienen bei VMS, cpo, CamJazz, Gramola und Extraplatte.
2016 war er Mitbegründer das Alban Berg Ensemble Wien, das einen eigenen Konzertzyklus im Wiener Musikverein präsentiert und in Ossiach das Festival BERGfrühling ins Leben gerufen hat.
Florian Berner hält Meisterkurse an zahlreichen amerikanischen Universitäten, war Dozent für das Simon Bolivar Youth Orchestra, für ((superar)), das Norwegische Jugendsymphonieorchester, die Ötztaler Kulturwochen, Verona Summer Festival uvm. Seit 2013 ist er Professor am Landeskonservatorium Klagenfurt.

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Bertl Mütter (*1965, Steyr) gilt heute als der große österreichische Posaunenindividualist. Man könnte sein Spielen ein Hörbarmachen durch die Posaune nennen: Mit bannender Präsenz erkundet er Musik, die ihn besonders berührt, sei das nun Schubert, Mahler oder entfernteren Traditionen entstammendes. Außerdem lädt der promovierte Doctor artium in seine Schule des Staunens, u.a. ins Wiener Konzerthaus. Als Komponist ersinnt er gerne Musiklaboratorien, 2016 etwa bei Musiktheatertagen Wien mit OPERAN! Übers Entkommen sein erstes dezidiertes Musiktheaterwerk – Utoperan! folgt 2019. Seit eineinhalb Jahrzehnten leitet Mütter den Improvisationskurs Spielen! beim Musikforum Viktring-Klagenfurt. Bertl Mütter lebt als freischaffender Musiker, Komponist und Schriftsteller in Wien, Steyr und unterwegs. Seine exklusive Schagerl-Posaune ist das Muthorn-s.
Nachtrag aus der distanzierten Nähe: Im offiziellen Nachruf der Kunstuni Graz schrieb man: »Zu Erich Kleinschusters zahlreichen erfolgreichen Studierenden zählen u.a. Wolfgang (sic!) Muthspiel, Bertl Mütter oder Andreas Mittermayer.« – Bitte, die müssen das wissen!
_______________________

((Programm: Siehe weiter unten, November 2018))

_______________________

Rezensionsnotiz, Zitat:

Zu zweit durch Raum und Zeit
Berner & Mütter im Neuen Saal

(…)
Was gleich auffällt: Florian Berner & Bertl Mütter, sie hören einander gerne zu. Nicht nur darin ergänzen sie sich in nachgerade idealer Weise, nämlich auch, wie sie, ihn nutzend, den Raum sinnlich erkunden – das ist weit weniger banal, als es aufs erste scheinen mag: Während der eine mit seinem Bogen den Horizont von links nach rechts und wieder zurück absucht, patroulliert der andere mit dem Posaunenzug die y-Achse entlang in der Vertikalen. Da dies, wenn sie von Mal zu Mal auch scheinbar aufhebend, in der Zeit passiert, ist das Spiel von Berner & Mütter also alles andere als eine flache Sache – was sich bei ihrem »Stapellaufkonzert«, das das Konse die Freude hatte, präsentieren zu dürfen, aufs eindrucksvollste erwiesen hat.

So kam es, dass, nach unerhört kurzen eineinhalb Stunden, die nach und nach (mit teils heftigsten Aufwühlungen – Ligeti, Bach, Mütters Schubert-Referenzen; besonders intensiv in der im Duo dargebotenen »Lamentatio« von Giovanni Sollima) zur Stille sich neigenden Klänge in Mütters »Silence. J’entends mon oreille« (UA!), sowie im finalen, jedweder Schnörksel entkleidetem Bach-Choral dem erfreulich zahlreich erschienenen Publikum nichts anderes übrigzulassen schienen, als dass es sich, derart bewegt, regelrecht von den Stühlen erheben musste, langer Applaus. 

Ein denkwürdiger Abend. Wir dürfen hoffen, die beiden Ausnahmekünstler mit ihren so offenen Ohren gehen nicht verloren auf den Azoren.

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Donnerstag, 4. Oktober 2018
Wien (A)
, Österreichische Gesellschaft für Literatur
Thanksgiving für ein Habitat – W. H. Auden in Kirchstetten
Präsentation des Buches durch Helmut Neundlinger, den Anglisten Timo Frühwirth und die Übersetzerin und Lyrikerin Uljana Wolf.

Musikalische Gestaltung: Bertl Mütter

http://www.literaturedition-noe.at/images/buecher/2018/thanksgiving-gross.jpg

Im hintersten Winkel der Wienerwaldgemeinde Kirchstetten findet sich ein Gedächtnisort der Weltliteratur. Bewohnt und besungen wurde er vom Fast-Nobelpreisträger, Jahrhundertdichter und bekennenden Pantoffelträger W. H. Auden (1907–73). Auch wenn er ›nur‹ die letzten 15 Sommer seines Lebens in dem abgeschiedenen Häuschen mit der malerischen Adresse Hinterholz 6 verbrachte, entwickelte sich das Gebäude zu einer Art Lebens- und Arbeitsmittelpunkt. Seit vielen Jahren fungiert die im ehemaligen Arbeitszimmer und dem angrenzenden Dachgeschoß eingerichtete und 2015 runderneuerte Gedenkstätte als Pilgerstätte für Auden-Fans aus der nahen und fernen Welt.

Die vorliegende Publikation hebt an mit einer Neuübersetzung des Zyklus ›Thanksgiving for a Habitat‹ (1965), in dem Auden jedem Raum seines Hauses ein Gedicht gewidmet hat. Für die Übertragung konnte mit Uljana Wolf eine der renommiertesten Dichterinnen und Übersetzerinnen der deutschsprachigen Literaturszene gewonnen werden.

Darüber hinaus versammelt der Band Beiträge, die sich mit Audens Beziehung zum Haus, zur Land und Leuten in Kirchstetten und Wien auseinandersetzen. Entstanden ist ein Kaleidoskop von Reflexionen über einen freundlichen Außenseiter, der sich zu Lebzeiten durchaus als Kirchstettner fühlte und doch zur Bevölkerung weitgehend auf Distanz blieb.

Die junge Wiener Fotografin Carmen Auer hat die Spuren und Zeichen des Dichters in den vier Wänden seiner Wahlheimat für den Band in einem beeindruckenden Foto-Essay festgehalten.

(Bewerbung des Bandes auf literaturedition-noe.at)

Eine besondere Freude war es, Uljana Wolf, die kongeniale Übersetzerin der Lyrik Audens, in unserer Mitte zu haben. Für ihre Leistung hat sie meine uneingeschränkte Bewunderung:

»I have no gun, but I can spit.«
»Ich schieße nicht, doch meine Spucke ätzt.«

W. H. Auden, übersetzt von Uljana Wolf

Insgesamt war es dank lebhafter und kenntnisreicher Beiträge auf dem Podium und in der Folge auch mit dem Publikum, in dem etliche Zeitzeuginnen und Zeitzeugen waren, eine äußerst stimmige Veranstaltung in perfektem Rahmen, irgendwie auf erfreuliche Art unspektakulär. Zwischendurch einmal auch ein Nicht-Event tut schon sehr gut.

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Dienstag, 11. September 2018
Wien (A)
, Kreisky-Forum
Günter Wels: Edelweiß

http://www.czernin-verlag.com/media/product-images/fullsize/1133.jpg

Moderation: Robert Misik, Autor und Journalist
Musikalische Gestaltung: Bertl Mütter, Posaune

Im Frühjahr 1945 springt Friedrich Mahr, Deckname Edelweiß, als Leiter eines Spezialkommandos aus einer zweimotorigen B-26 der U.S. Air Force über deutschem Reichsgebiet bei Salzburg ab. Der OSS-Agent hat den geheimen Auftrag, Informationen über die von Hitler angeblich geplante Alpenfestung einzuholen.

Günter Wels erzählt in seinem Debütroman die packende Geschichte eines Fallschirmagenten-Einsatzes im Zweiten Weltkrieg. Er schildert Mahrs Desertion an der Westfront, die Spionage-Schulung in einem französischen Ausbildungslager und den dramatischen Überlebenskampf, den »Edelweiß« während der letzten Kriegswochen zu bestehen hat.

»Edelweiß« ist eine Geschichte über Krieg, Moral, Schuld, Mut und die Grenzen des Rechts. Erzählt wird sie anhand der festgehaltenen Erinnerungen des Protagonisten. Seine Tochter findet diese Aufzeichnungen viele Jahre später, während Mahr im Sterben liegt. Auch ihr Leben wird durch die Ereignisse spät, aber doch, durcheinandergewirbelt.

Günter Wels, geboren 1963 in Bad Ischl. Aufgewachsen in der oberösterreichischen Statutarstadt Wels. Unter dem Namen Günter Kaindlstorfer arbeitet er als Journalist u.a. für den ORF, den Deutschlandfunk, den Bayerischen Rundfunk, den WDR, den SWR, das Schweizer Radio SRF und für 3sat. 2010 veröffentlichte er den Erzählband »Maitage«.
Bertl Mütter, freier Musiker, Komponist und Autor. Aufgewachsen in der oberösterreichischen Statutarstadt Steyr. [Anm. beigef. v. pseudonyml. Namenstr.]

Also es ist bitte so: Der liebe Günter Kaindlstorfer hat mich gefragt, ob ich bei der Präsentation des Buches seines äußerst engen Angehörigen Günter Wels spün tarat…

… »Das machen wir doch glatt!«

… & so war’s!

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Samstag, 1. September 2018
St. Marein bei Neumarkt/Stmk (A)
, Schloss Lind
Inner Soundscapes

http://austria-forum.org/attach/Wissenssammlungen/Burgen_und_Schl%C3%B6sser/Steiermark/Lind/lind%20b%20neumarkt.jpg

Eine multimediale Entdeckungsreise in die unterschiedlichsten (alb)traumartigen Stubenwelten von Schloss Lind. Mit Bertl Mütter, Sigrid Elisa Pliessnig, Martin Schinagl, Sarah Kobald, Martha Laschkolnig, Corina Kuhs, Sebastian Staudinger, u.a.; Inszenierung: Andreas Staudinger.

https://muetter.at/cms/fileadmin/user_upload/pix500px/2018/180815_tb_bassin_lind.jpg

Mir wurden Bad und WC zugesprochen. Ich habe einen explizit nicht indiskreten Hörblick ins Domizil Wystan Hugh Audens geworfen, der in »Thanksgiving für ein Habitat« jedem Raum seines Refugiums der späten Jahre in Kirchstetten bei Altlengbach (NÖ) ein Kapitel gewidmet hat, konsequenterweise also auch Häusl und Bad.* 

Bis heute fasziniert und irritiert die zuweilen frivole Vermischung vermeintlich großer und kleiner, bedeutender und unbedeutender Dinge und Sachverhalte.


»In Kirchstetten« (…) »konnte er endlich der sein, der er glaubte zu sein: ein alter Kauz, der die Welt vor 1914 jener von nach 1945 vorzog.« Jenseits dieser doch recht grellen Vereinfachung vollzog Auden in Kirchstetten eine letzte radikale Zuspitzung: Von öffentlichem Interesse erschien ihm alles, nur nicht das, wonach die in den 1960ern via Massenmedien heraufdräuende Gesellschaft des Spektakels (Guy Debord) gierte.**

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Bertl Mütter: »The Good Bad (and the gårnedso Ugly)«

Einem fremden Raum (als Gast auf einem merkwürdigen Schloss) mit gleichwohl geläufiger Bedeutung kann ich mich nicht mit vorgetäuschter Vertrautheit nähern. Es gilt, eine adäquate Versuchsanordnung zu installieren.

https://muetter.at/cms/fileadmin/user_upload/pix500px/2018/180817helenundwerner.jpg

Ich habe also ein befreundetes interkulturelles Paar gebeten, mir aus Audens Langgedicht jene über WC und Bad vorzulesen. Helen Miles (Britin; spricht Deutsch mit britischem Akzent) und Werner Petermandl (Österreicher; spricht Englisch mit österreichischem Akzent) klingen äquidistant fremd zu Audens Poesie (und seiner kongenialen Übersetzerin Uljana Wolf). Es erscheint mir nachgerade notwendig, dass die beiden keine professionellen Sprecher/innen sind: Erst eine (zugegeben: artifizielle) Privatheit, wie jene, in der Helen und Werner sprechen, kann einen üblicherweise streng privat aufgesuchten Bereich authentisch (und kollektiv) erfahrbar machen:

Werner and I will certainly put on our best reading voices to capture Auden’s sentiments about toilets.***

Die simultan englisch und deutsch hörbaren Gedichte Audens sind nun, dezent grob verhallt, leicht verfremdet als Sprach- und Klanginstallation im Raum präsent und bilden so den einen Teil eines Dialogs, dessen anderen improvisando und da lontano die Posaune übernimmt (auch so ein schönes Goldenes Klo), (er-)läuternde Ergänzungen also von einem Künstler, dessen Profession es nun einmal ist, sich gegen Bezahlung öffentlich zu entäußern.

Außerdem tröpfelt es hörbar ins gemauerte Bassin beim Eingang. Das Publikum bekommt es mit vielfach verschwurbelten sinnlichen gleichwie kognitiven Eindrücken zu tun: Wenig gibt es da zu verstehen, vieles indes zu begreifen – und wer weiß, wird manche/n ein schwer definierbarer Wasserlassdrang überkommen?

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… so schrieb ich; indes, lediglich vier- oder fünfmal habe ich die recht imposante Spülung als beglückenden Beitrag zur Installation hören dürfen, dieweil ich in einer Vitrine eingeschlossen war, und wenn ich mich nicht bewegt habe, haben manche Leute geglaubt, ich sei aus Wachs.

Wachsen, immer weiter wachsen, darum geht’s doch, auch in Bad und Toilette.

____________________________
* VI. The Geography Of The House bzw. VII. Encomium Balnei. In: Thanksgiving für ein Habitat. W. H. Auden in Kirchstetten. Herausgegeben von Helmut Neundlinger. St. Pölten: Literaturedition Niederösterreich, 2018. (Aus dem Englischen von Uljana Wolf.)

** Helmut Neundlinger: »Reinventing himself as a European« – Auden, das Haus und die Welt. In: Thanksgiving für ein Habitat.

*** Helen Miles in einer privaten Nachricht. (Zu ergänzen wäre: »… and bathrooms«.)

http://www.schlosslind.at/wp-content/uploads/STUBEN-logo-2-1.jpg

Im Rahmen des Festivals STUBEN►rein, in Kooperation mit der Holzwelt Kultur.

Generell ist es stets ein Privileg, von Britta und Andreas ins Schloss geladen zu werden.

Besonderer Dank an Michael Atteneder für die Produktion des als abendliche Morgengabe ausgegebenen unverkäuflichen Musters.

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