Sonntag, 23. September 2019
Bruck an der Mur (A)
, Heiligen-Geist-Kapelle
Tag des Denkmals 2019

Blick auf die Heiligen-Geist-Kapelle

Die spätgotische Kapelle wurde 1494 bis 1497 von Brucker BürgerInnen gestiftet und erbaut. Lange diente die Kapelle nach ihrer Entweihung unter anderem als Gasthaus und Wohnobjekt. In einer besonderen Rettungsaktion läuft seit 2012 die Sanierung der ehemaligen Kapelle, die seit einigen Jahren zum fixen Programmpunkt am Tag des Denkmals zählt. Viele Interessierte haben dabei die Restaurierungsfortschritte verfolgt und begleitet. Nun ist es so weit: Die Sanierungsarbeiten sind nahezu abgeschlossen, und die Kapelle präsentiert sich in ihrer früheren Pracht.

Mein, nunja, alter Freund Philipp Harnoncourt hat mich eingeladen, die so spezielle Dreifaltigkeitskapelle von (bzw. im Verkehrsstrudel bei) Bruck an der Mur – er hat sie im Zuge seines 80ers im Jahr 2011 entdeckt, seither organisiert er ihre Renovierung und Neudefinierung – zum Klingen zu bringen.

http://a6.sphotos.ak.fbcdn.net/hphotos-ak-ash4/252442_10150202542546859_748476858_7018548_2385416_n.jpg

[In langjähriger Freundschaft begründetes persönliches Sponsoring.]

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Donnerstag, 26. September 2019
Klagenfurt (A)
, Künstlerhaus
crescendo (poco a poco)
Ein Wachskonzert aus der Schule des Staunens
   von und mit
Bertl Mütter
, Trombonaut

https://muetter.at/cms/fileadmin/user_upload/pix500px/bertl/180425_CZ27235_HF_500px.jpgFoto © Christof Zachl

O Fortuna velut luna statu variabilis /
semper crescis aut decrescis; vita detestabilis

Carmina burana

Alles will wachsen, zunehmen. Es gilt also Nahrung aufzunehmen, auch die Muskeln (und dazu noch Ausdauer) zu trainieren, wider den Verfall, dem letztlich doch alles entgegen streben muss. In Zeiten des multiplen Jo-Jo wächst oder schwindet längst schon carminaburanisch nicht mehr nur der Mond als Bild für das Glück, inderweltlich gleichwie transzendentalisch.

Für mein Spiel (es sei ein Spielen) bedeute crescendo nicht, dass ich leise anfange, um dann immer lauter zu werden – das wäre dann doch zu banal. Der höchst inspirierende Raum ermöglicht mir ein umfassend sinnliches Klingen, in ihm will ich poco a poco wachsen, aufwachsen, erwachsen (…).

O sink hernieder, Nacht der Liebe! / Gib Vergessen, dass ich lebe

Nimm mich auf in deinen Schoß / Löse von der Welt mich los!
Tristan und Isolde

Genau, schwinden, das auch.

________________________

Zur Genese:

Lieber Wolfgang Grossl,

danke für den Vorschlag, die Anregung, im Rahmen der Kambium-Ausstellung einen musikalischen Beitrag zu leisten. Die Akustik im Künstlerhaus ist mir ja sehr vertraut, ich kann dort meine Klangvorstellungen gut ausleben: der Raum ermöglicht ein sinnliches Klingen.
Spontan fiele mir ein speziell abgestimmtes und zu entwickelndes Konzert unter dem Generalmotto »crescendo« ein; das würde allerdings nicht bedeuten, dass ich leise anfinge, um dann immer lauter zu werden – das wäre wohl etwas zu banal. Crescendo, wachsend, aufwachsen, erwachsen – nun ich denke, das könnte gut konform gehen mit der For Forest-Geschichte, die um diese Zeit ja im Stadion stattfindet.

Wesentlich beliebter als kurzfriste Absagen sind kurzfristige Konzertanfragen, und manche kommen erfreulich kurzfristig herein…

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Dienstag, 24. September 2019
Wien (A)
, Alte Schmiede
in der Reihe »Gesellschaftsräume der Literatur«
Günter Kaindlstorfer:
Politisches Bewusstsein und Literatur
mit (u.a.) Peter Klein, Barbara Blaha, Peter Pirker, Schülerinnen und Schülern des GRG Rainergasse, Christian Schacherreiter, Katja Gasser und Kurt Neumann
Bertl Mütter, musikalische Gestaltung

Lieber Bertl!

In Absprache mit Kurt Neumann von der »Alten Schmiede« frage ich an: Hast Du Zeit und Lust, am 24. September 2019 beim »Abend für Günter Wels« in der »Alten Schmiede« aufzutreten und musikalische Interventionen zu setzen?
Ich würde mich freuen.
Im Falle einer Zusage würde Kurt Neumann mit einem Honorarangebot auf Dich zukommen.

Liebe Grüße, Günter

Günter Wels, geboren 1963 in Bad Ischl. Aufgewachsen in der oberösterreichischen Statutarstadt Wels. Unter dem Namen Günter Kaindlstorfer arbeitet er als Journalist u.a. für den ORF, den Deutschlandfunk, den Bayerischen Rundfunk, den WDR, den SWR, das Schweizer Radio SRF und für 3sat. 2010 veröffentlichte Wels den Erzählband »Maitage« und 2018 den akklamierten Roman »Edelweiss«.

Bertl Mütter, freier Musiker, Komponist und Autor. Aufgewachsen in der oberösterreichischen Statutarstadt Steyr.

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Sonntag, 15. September 2019
Wien (A)
, Musiktheatertage Wien im WUK
UTOPERAN19 – Mütter’s Civilisation (UA*)

vum Bertl Mütter (Trombonaut)

Wie stets ist es eine Reise ins Geahnte. Indes, der herbeigesehnte utopische Ort »where troubles melt like lemon drops« ist sprichwörtlich »dort, wo du nicht bist«, in Schuberts »Wanderer« (der Gletschergleiche kommt »vom Gebirge her«), heißt es noch, final darniederschmetternd, »dort ist dein Glück«. – »Na dann aber viel Vergnügen!«

Gar leicht ist’s, sich selbst die allergrößten Schwierigkeiten zu machen. Anderen auch.

Bertl Mütters zivilisatorisches Klangrillenabtasten (eine Art Abschmelzen) kann nur ein Taumeln sein, zwischen Sehnsucht und Ernüchterung. Ob beim Auftauen was herausapern, gar sich etwas erfüllen wird, wissen wir erst, wenn es passiert. Sicher ist: Überschwemmungen heutzutage sind immer sintflutartig, erst recht, wenn sie Starkregen folgen, wie es ihn »seit Menschengedenken« nicht gegeben hat. Früher hat es statt Starkregen Wolkenbrüche gegeben. Die sind nun also gottlob behoben.
Menschengedenken, Amnesie.

Dass es sich bei allem Leben (erst recht bei allem Vergessen) um irreversible Vorgänge handelt, kann auch als Trost verstanden werden, und viel Anlass zu größerer Hoffnung besteht ohnehin nicht.

     »Haben Sie auch nichts vergessen?«
     
(Insert für Aussteigende, ÖBB; lesbar in diversen Betonvarianten)

Man wird sich doch wohl noch was wünschen dürfen.

Was wünschen wir uns eigentlich?

     »When life gives you lemons, squeeze them in people’s eyes.«

»MYTHOS ZIVILISATION«, so das Motto der Musiktheatertage Wien 2019; das habe ich mir ungeniert hergenommen und zurechtgebogen – ist doch die USURPATION allererste künstlerische Disziplin (man soll sie nicht den bösen Weltenbrandstiftern überlassen): Mütter's Civilisation also. Je nach persönlichem Lesewillen oder -vermögen Englisch oder mit Trottelapostroph. Wohin sich halt unsere Welt ent- bzw. verwickelt hat.

Im Juli 2019 hat sich Sylvia Wendrock mit mir zu einem sehr anregenden und erfreulich persönlichen Gespräch getroffen. Am 2. September 2019 wurde es auf musicaustria.at veröffentlicht.

Weitere Fortführungen des Themas erfolgen, gerne, auf Anfrage. Siehe dazu in den Rubriken »komposition« und »dramaturgie«.

____________________________________
*
Kompositionsauftrag der Musiktheatertage Wien, finanziert durch die

   https://www.evs-musikstiftung.ch/sites/default/files/EvS_Foerderlogo_rgb.jpg

DANKE.

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Donnerstag, 25. Juli 2019
Sonntag, 11. August 2019
Mittwoch, 14. August 2019
Tillysburg (A)
, Schlossgewölbe

Kaiser Joseph und die Bahnwärterstochter
von
Fritz von Herzmanovsky-Orlando
(Bearbeitung: Friedrich Torberg)
mit
Bernd Jeschek
, alle 52 Rollen
Nikolaus Büchel, Regieanweisungen (25.7./11.8.)
Hubert Wolf
, Regieanweisungen (14.8.)
Bertl Mütter
, Posaune dh. Zugposaune

Ein skurriles Spiel mit parodistischen Musikeinlagen um die Beziehung des großen Österreichischen Kaisers Joseph II. zu einer Bahnwärterstochter im abgelegensten Winkel seines Reichs.
Bernd Jeschek liest, singt und spielt 52 Rollen unterstützt vom komödiantischen Extrem-Posaunisten Bertl Mütter.
Ein Zugausflug zurück ins K&K Österreich.

So haben die Festspiele Schloss Tillysburg unser Gastspiel angekündigt. Wird’s also wohl so gewesen sein & war ja auch so. Dennoch und in sachdienlicher Ergänzung wäre dazu bitte Folgendes zu sagen:

1. Mit der Tillysburg verbindet mich zuallererst eine einjährige, nichtsdestotrotz enge Beziehung. Nämlich wie ich bei der Militärmusik war und mich der Prüllerroman in seinem Ritmo mitgenommen hat (keinen Groschen hat er verlangt dafür!), da haben wir fast immer die Route über Haglschberg (recte: Hargelsberg) eingeschlagen. Weil wenn man beim Haiberg (recte: Heuberg) links, gleich wieder rechts und dann immer gerade gefahren ist, hat man, zur gegebenen Zeit, ihren Turm gesehen. Weiter ging es dann – ein Schleichwegerl – über Samesleiten, am Freilichtmuseum Sumerauerhof vorbei, auf die Ipfstraße und dann, die Autobahnauffahrt ignorierend, hinüber zur Einserbundesstraße, bis man in Öwisberg (recte: Ebelsberg) war, die Standeskontrolle beim Musimasta (recte: Musikmeister Vzlt. Wolf; er bellte, biss aber nie) war pünktlich um halb acht. Damit waren wir um gut zweieinhalb Minuten schneller als über St. Florian und Ölkam, und wenn man jung ist (wir reden von der Saison 1984/85), ist das viel Zeit.

2. Heutzutage (so fangen meist pessimistisch gefärbte Einschätzungen an) ist es etwas prosaischer: Wo sich die 309er in ihrem letzten Bogen hinabschwingt zur Doppelkreisverkehrskonstruktion beim Hartlauerturm nebst der A1, kann man zur Linken den Tillysburgturm herüberwinken sehen. Stehen bleibt keiner, das geht ja bitte wirklich nicht.

3. Mit Bernd Jeschek verbindet mich eine beinah ähnlich lange Bekanntschaft, die sich mittlerweile zu einer feinen Freundschaft entwickelt hat: In Mök (recte: Melk), bei den Sommerspielen, ca. 1994, wo ich zwei Saisonen lang die musikalische Gestaltung übernommen habe, hat er den Amphytrion, wie sagt man: gegeben.

4. Etwas zuvor habe ich durch Didi Macher vom Fo-Theater den Niko Büchel getroffen, wie er bei drei Artmann-Stücken im Rabenhof (damals noch zur Joosefstadt gehörig) Regie geführt hat (seither glaubt er, ich sei ein komödiantischer Extrem-Posaunist – KEP; das lass’ ich ihm gern), und er hatte damals auch die Intendanz in Melk inne.

5. Seit die sommerlichen Festspiele Schloss Tillysburg (re)aktiviert wurden, ist die Intendanz fest und sicher in Niko Büchels Händen geborgen. Und weil er ein grundloyaler Lackl ist, erinnert er sich mit seinem Elephantengedächtnis, mit wem er sich gut vertragen hat.

6. Uns bleibt immer noch Melk. Und Melk, das liegt an der Bahn (sowohl an der Eisen- wie an der Auto-). Die Tillysburg ja eher weniger. Aber wir verlegen neue alte Geleise dorthin.

http://muetter.at/cms/fileadmin/user_upload/pix500px/bertl/bertihumor.jpg
  
… also wurde,  aufs parodistischste, gepfaucht und gedampft, ganz wie sich das für einen KEP gehört!

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Samstag, 27. Juli 2019, 23.00
Marvão (P)
, Zisterne
Festival Internacional de Música de Marvão

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https://muetter.at/cms/fileadmin/user_upload/pix500px/bernermuetter/bernermuetterhorta18.jpg

Florian Berner, cello
Bertl Mütter, trombone
»Journey Towards Silence«

In »Journey Towards Silence«, two eminent musicians are meeting and interfering far beyond any daily concert routine. Their instruments, the cello and the trombone, use to carry similar roles within their families but nevertheless are seldomly played together in the pureness of their warm sounds. Plus, Florian Berner and Bertl Mütter are considerable individualists, open to new experiences and even surprises, too.

Listening to solo music brings us as closely as considerable towards the emergence of a piece of art: The actual player somehow represents the inner occurencies of inspiration and brings it all down to earth, to the ears. Furthermore, an improvising musician is not merely re-enacting music one might already be familiar with but is providing insight directly into the alchemistic process of creating art at first (and only) take.

Not only is »Journey Towards Silence« a double concerto program for trombone and cello, but this unique artistic event may be called a meta-concerto. The amazing Austrian Soloists Florian Berner (cello) and Bertl Mütter (trombone) are presenting their music not one after the other but interlacing and, finally, even interacting: When Florian and Bertl are performing they become each other’s first listeners—which means far more than it may seem at first sight, since music is firstly derived from devoted listening. The audience has the unique chance to be part of this very intimate creation. The music played—composed by, recomposed and improvised after Bach, Schubert, Ligeti and Mahler (among others)—belongs to the deepest and most personal soundings ever perceived.

»Inner Silence« may be a main topic which the artists will try to pursue, silence amidst all that noise in the world. Thus, »Journey Towards Silence« by Berner/Mütter may be considered as an invitation to wind down and recharge your batteries.

And, of course, life is the greatest, most outrageous journey!

(mission statement)


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Sonntag, 21. Juli 2019
Viktring (A)
, Kellertheater
Die fünfzehnte Galanacht der Improvisation

https://muetter.at/cms/fileadmin/user_upload/pix500px/2019/190720dac.jpg
DAC2019 (vlnr): Traar-Fladl-Tobisch-Woitsch-Berger-Lorber-Mütter-Sattlegger-Logar

Die Actuelle Capelle

Erich Berger, e-b
Heimo Fladl, saxes, clarinets, things
Ernst Logar, peph*, devices
Markus Lorber, e-git, devices
Werner Sattlegger, git
Karin Tobisch, fhb**
Johnny Traar, as, bloquette
Evelin Woitsch, pd***

Bertl Mütter, tb, mc****
____________________________
*Petrolophonium (world permiere)
** Fern-Hackbrett
*** Prima Donna
**** Master Of Ceremonies
____________________________

Wir durften, ohne alle Unterstützung der Geschäftsführung, uns in der Innenstadt kontrolliert zum Narren machen. Gern geschehen! Zuvor bereits durften wir erleichert erfahren, dass das Musikforum nach turbulenten Zeiten nunmehr wieder in ruhigen Gewässern navigiert.

Dieser Tage hüpfen Menschen, genannt Influenza (oder so ähnlich), in zauberhaft smaragdgrüne Stehgewässer. So schön sie sind, so verseucht sind sie. Aber für’s Instagram-Bild ist’s perfekt. Mehr ist auch gar nicht gefragt.

SPIELEN!, das ist der täglich sich neu einem darbietende Ernst des Lebens, dem wir frohgemut die Stirn bieten wollen. Hören Sie zu, offenen Herzens: Wir ducken uns nicht weg. Hören Sie zu und ziehen Sie Ihre Schlüsse. Die Spurenelemente (im Organischen: die Fermente) machen den Unterschied: Gehen sie ab, ist Alles Nichts.

SPIELEN! — Klangorakel.

(Aus dem Programmzettel)


Ob’s die vorerst letzte Galanacht im Rahmen des Musikforums gewesen sein wird, wird die Zukunft, konkret die Frage, ob es eine wertschätzende und kompetente Geschäftsführung gibt, weisen.

Wir bleiben jedenfalls dran am SPIELEN!

Retten wir das Musikforum!

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