die mehrstimmigkeiten des bm


Manche sind froh, wenn sie eine Stimme haben, mit der sie das zum Ausdruck bringen können, was sie umtreibt und bewegt. Das Leben ist nicht fair. Es gibt Musiker – und hier haben wir einen vor uns, der hat weit mehr als eine Stimme in seiner Brust. Viele schwingende, tanzende Luftsäulen. In Posaunentönen, Bari-Tönen, camouflierten Tastentönen versetzen sie uns in Schwingung. Die Posaune singt, die Stimme klingt, das Dichterwort läuft im Kopf mit. Schumann diktiert den Tonfall. Mütter schlägt allein das Buch mit den sechzehn Liedern auf, kommt ganz allein mit allen Dichter-Musiker-Freuden und -Nöten zurecht. Bringt den Text der anderen zur Sprache und verliert sich doch nicht in ihm, macht jede knappe Miniatur zum Angelpunkt seiner eigenen Befindlichkeit, der mütterschen glissandoreichen Gemütsskala. Nie selbstzufrieden, immer mit dem nötigen Respekt vor dem lyrischen Grundmaterial.

Einer, der es sich nicht leicht macht und dem es trotzdem gelingt (da hat er mehr Glück als Heine und Schumann), es gut bei sich selber auszuhalten. (Was uns wiederum ermöglicht, es gut bei ihm auszuhalten.)

Am Ende der soliloquischen Novelle haben wir alle Metaphern durchlebt, gelächelt, die Achseln gezuckt, Tränen gespürt und weggewischt. Neue, gute Lieder gehört, von einem, der viele Stimmen sein eigen nennen darf. Das Leben ist nicht fair. Bös sein können wir ihm dafür nicht, nur dankbar.

Renate Burtscher

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