… von weiter her als du denken kannst

   
eine falparsi-tantrische Traumreise in das Innere Asiens
von und mit
Bertl Mütter, Posaune, Basstrompete, Stimme, Komposition


„In jener friedlichen deutschen Stadt, wo selbst die Luft ein wenig glanzlos wirkte und eine Reihe schräger kleiner Wellen das Spiegelbild der Kathedrale über sieben Jahrhunderte lang sacht bemäntelt hatte, war Wagner eine gemächliche Angelegenheit, mit einem Genuss dargeboten, als sollte man mit Musik übersättigt werden.”
Vladimir Nabokov, Tschorbs Rückkehr (1925), in: Gesammelte Werke (Band XIII: Erzählungen I, 1921–1934), Reinbek: Rowohlt Verlag, 1999. (S. 319). (Aus dem Englischen von Dieter E. Zimmer)

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Bertl Mütter liebt es, seinen Assoziationen freien Lauf zu lassen: Ein Entkommen ist sowieso nicht möglich, denn die Synapsen gewittern, wenn sie wollen. Die Zutaten seines Soloprogramms verbinden den diesjährigen NEUE WELTEN-Schwerpunkt (Musikforum Viktring-Klagenfurt, 2013; Anm.) Asien mit dem musikalischen Jahresregenten Richard Wagner. Das ergibt etliche Überschneidungen, insbesondere bei Parsifal und Tristan und Isolde wird dieser Zusammenhang oft behauptet. Also wird sich Bertl Mütter, weit ausholend, der Melodie an sich (dem Melos) anvertrauen. Es gilt, große (unendlich melodische) Weiten hingebungsvoll zu durchschreiten. Dabei wird die Musik des späten Wagner den Weg hörend vorzeichnen. Ob es unterwegs einen Gral, hl. Speer oder gar Blumenmädchen gibt, wird sich weisen.
  


„Derselbe schwarze Pudel mit teilnahmslosen Augen hob soeben sein dünnes Hinterbein an einer Litfaßsäule, direkt gegen die purpurrote Schrift eines Anschlags, der Parsifal ankündigte.”
Vladimir Nabokov, ebda. (S. 323)

Träume schlagen, unvermutet, Haken, deren Folgerichtigkeit nur knapp nach dem Aufwachen einleuchten mag. Hier ist es der Konnex zu Vladimir Nabokov, der mehr mit Wagner zu tun hat, als es auf den ersten Blick den Anschein haben mag – in Nabokovs belletristischem Werk gibt es lediglich in der frühen Erzählung Tschorbs Rückkehr explizite Verweise auf ihn. Ein Gemeinsames ist die ähnlich gelagerte, wohl zu überlegende Dosierung, derer es bedarf, wenn man sich ihnen (hat man sie einmal gefunden) endlich hingibt (in der Hingabe werden Werk und Mensch Eins): Da ihr Schaffen nun einmal beendet ist, kommt nichts Neues nach. Ist es bei Wagner die schwersüße Lust, im Sog des Klanges aufgehen zu wollen, so fesselt bei Nabokov das schiere Vergnügen an der fein ziselierten Bösartigkeit seiner brillianten und detaillierten Beobachtungen. Beide, Nabokov und natürlich Wagner, arbeiten zudem mit sich durchziehenden, wandelnden, verwandelnden Leitmotiven.



aufgehen, da war doch noch was: „In dem wogenden Schwall / in dem tönenden Schall / in des Welt-Atems / wehendem All – / ertrinken, / versinken – / unbewußt – / höchste Lust!”
Richard Wagner, Tristan und Isolde („Isoldes Verklärung”)


Für vertiefende (weitende) Traumreiseanregungen sei Dieter E. Zimmer herzlich gedankt.

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Uraufführung: Freitag, 26. Juli 2013, 20.00

Viktring (A), Stiftskirche

im Rahmen des Musikforum Viktring-Klagenfurt (Festival NEUE WELTEN – Asien)

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