vorbei

Freitag, 30. Oktober 2020
Wien (A)
, Franziskanerkirche
»Trost. Wege aus der Verlorenheit«
Buchpräsentation mit den Autoren Hermann Glettler und Michael Lehofer
Musikalische Gestaltung: Bertl Mütter, Posaune

https://www.styriabooks.at/temp/image/11938/original/87c38-504-fit-85/trost-11938.jpg?t=1588835506

Zuversicht! Leidenschaftlich leben.
Trost ist gefragt. Der Blick auf unsere Welt, die sich in einer ökonomischen und sozialen Schieflage befindet, lässt da keinen Zweifel. Existenzielles Leid verlangt nach Trost, nicht nach billiger, zynisch klingender Vertröstung. Wirklicher Trost beginnt mit der Befähigung zur Aufmerksamkeit und zum Mitleid. Und wer getröstet ist, kann trösten – Wertschätzung zusprechen, Unrecht benennen. Trösten ist Ermutigung, den Blick zu wenden. Ein Plädoyer für die Wirklichkeit und gegen die Illusion. Hermann Glettler, Bischof und Künstler, und Michael Lehofer, Psychiater und Psychologe, zeigen auf, wie und wo das Trösten stattfindet. Feinfühlig führen sie zu einer Lebensperspektive mit größerer Zuversicht. Ihre Botschaft lautet: Alles, was dir genommen wird, so bitter es auch sein möge, ist eine Übung zur inneren Freiheit.
(Verlagstext)

Beim zweiten Versuch hat’s gepasst. Eine sehr stimmungsvolle Veranstaltung, viel Hören.

https://muetter.at/cms/fileadmin/user_upload/pix500px/gagenhoehe.jpg
(Auch hier hat die Art-but-fair-Diskussion ihren Platz gefunden.)

Sooderso gilt weiterhin: Wir brauchen TROST.

Achja: Bei anderer Gelegenheit (hoffentlich bald einmal, wenn manches gutgeht) sollten Sie mich (& ich mich, auch!) in der Franziskanerkirche im Dialog mit der Wöckherl-Orgel, das ist die älteste von ganz Wien, erleben können werden dürfen.

(Ich übe derweil weiter!)

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Sonntag, 25. Oktober 2020
Šentjakob v Rožu/St. Jakob im Rosental (A)

BREZMEJNOST – pohod ob HRANCI s petjem, glasbo, plesom, besedili ...
ENTGRENZUNG – Wanderung entlang der GRENZ in Wort, Musik, Tanz …

To bo zadnja možnost HRANCO videti v svoji celoti – v dneh po tem pohodu jo bomo odstranili.
Die letzte Chance die gesamte GRENZ zu sehen – in den Tagen danach wird sie abgebaut.

mit/sodelujejo:
Aleksander Ipavec Ipo & Simone D’Eusanio / Bertl Mütter / Maša Kagao Knez / Slavko Trivković / Gerd Kenda / Delta concept / MGV Maria Elend / ŽPZ Rož / Praprotnice / teatr zora / teatr trotamora ...

https://www.krm.at/wp-content/uploads/2020/05/kirche-529x705.jpg
© SPD Rož

Einen Ort durchläuft temporär ein rotes Band, Sinnbild für Grenze. Am Nationalfeiertagsvortag darf ich bei der abschließenden Veranstaltung, nach der diese Grenze wieder eingerollt wird, in der Peterskirche/Šentpeter spielen. Marjan Štiker vom Kulturverein Rož hat mich in diesen wunderbar klingenden Raum eingeladen. Wie es dazu gekommen ist, das ist eine sehr spezielle Geschichte, die ich Ihnen gerne bei Gelegenheit persönlich erzähle.

Ein entgrenzendes Ereignis. Nämlich: Einbindend.

Diese Freude, wenn du abreist, und du darfst dich nicht nur über eine rundumundum gelungene Veranstaltung freuen, sondern du darfst gewiss sein, im Herzen, neue Freunde gefunden zu haben.

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VERSCHOBEN (tba)

Linz (A), Med Campus Uni Linz
Krankenhausstraße 5
Architektur Hören
Konzert und Feier
Bertl Mütter
, Trombonaut im Raum
Klaus Laczika, Klavier

https://muetter.at/cms/fileadmin/user_upload/pix500px/2020/architekturverschoben.jpg

Tja … diese schöne Veranstaltung wurde nun also auch coronisiert … aber aufgeschoben ist ja nicht aufgesogen (oder wie sagt man?).

Wenn wieder alles (Alles) gesund und unansteckend ist, hmm, leider geht’s halt nicht, dass man alles (Alles) nachholt. Es wird nicht automatisch alles (Alles) dichter.

Wir dünnen aus.

Nun denn, so wär’s in etwa gewesen. Und wird’s sein:

http://www.lorenzateliers.at/wp-content/uploads/2019/07/412_Medcampus_01_PR-uai-2064x1155.jpg

Ich war auf der Baustelle, mit Pia Goldmann, der leitenden Bauherrenvertreterin und mit so einem weißen Helm. Da habe ich erst verstanden, warum Architektur Hören das ausgerechnet im gegenwärtigen Baustadium machen. Also nicht zum Richtfest (da wären wir ohnehin zu spät) oder zur Inbetriebsetzung vlg. Eröffnung. Nämlich: Das Gebäude verrät gerade noch seine Funktionen, die hernach, wie sich das gehört und wie es sinnfällig ist, tunlichst verborgen bleiben mögen. Wir erleben den Raum also mitsamt seinen späterhin verborgenen Innereien, blutt, wie sie in der Schweiz sagen täten, nokkad (sagt man im Oberösterreich).


Mit einem urbanen Konzept hat LORENZATELIERS den EU-weiten Wettbewerb um den Neubau der Linzer Medizinischen Fakultät einstimmig gewonnen. Der besondere Reiz dieses Projektes liegt in der Chance, mit dem Allgemeinen Krankenhaus und der Universität ein Stück Innenstadt zu kreieren. Der Campusgedanke fördert Forschung, Austausch und Kommunikation. Die Mischung aus Lehr- und Forschungsräumen, Büros, Bibliothek, Café, Supermarkt und Geschäften rund um einen offenen Campus erzeugt eine lebendige und attraktive Stadtatmosphäre. 1.800 Studenten sowie 250 Professoren und Wissenschaftliche Mitarbeiter werden in Zukunft im 12.500 m² großen Gebäude lernen, lehren und forschen.
Das große Bauvolumen ist in vier Kuben um einen gemeinsamen Platz gruppiert. Die vier Hauptfunktionen Hörsäle, Labors, Büros und Bibliothek können so jeweils in einem eigenen maßgeschneiderten Gebäude untergebracht werden. Die Gliederung in vier getrennte Baukörper ermöglicht es, für die unterschiedlichen Funktionen optimale räumliche, technische und gestalterische Lösungen zu entwickeln.

Nach außen bilden diese Gebäude ein kompaktes Ensemble zwischen AKH, Blutzentrale, Krankenhausstraße und Park. Der zentrale Platz in der Mitte liegt im Schnittpunkt der Wege durch das Gelände, öffnet sich zu den angrenzenden Räumen und wird so zum urbanen Treffpunkt. In den Erdgeschoßzonen um den Platz sind die öffentlichen Funktionen wie Foyer, Café, Veranstaltungsraum und Geschäfte angeordnet.

Meinhard Lukas, Rektor der Johannes-Kepler-Universität: »Das Siegerprojekt von LORENZATELIERS schafft einen offenen, modernen und vor allem inspirierenden Ort. Die Menschen, die an der Medizinischen Fakultät lehren, forschen und studieren, werden sich in diesen Gebäuden wohl fühlen.«

lorenzateliers.at

 

http://www.lorenzateliers.at/wp-content/uploads/2020/01/KUK_HS_096-uai-2064x1376.jpg


(Architektengedanken)

Von uns aus ist dieses Projekt eine ODE an den RAUM.
Diversität ausgedrückt durch VIER unterschiedliche Gebäude, die gemeinsam eine Gruppe bilden und einen öffentlichen Raum. Vier verschiedene Grundmaterialien des Bauens charakterisieren die vier: Beton, Holz, Stahl, Ziegel/Keramik. Es ist eine Interpretation für die Universität, die unterschiedliche Wahrheiten als Grundlage erkennen soll.Besondere Räume sind:
•  Die LEHRE: Aula, Stiegenhaus, Hörsäle in Beton
•  Der BALKON auskragend aus der LEHRE, auf dem ich mir einen Posaunisten, Trompeter o.Ä. vorstelle.


Also der Posaunist als Balkonauskrager. Täterätää! … wird’s aber nicht so gaanz spielen, hehe!

Was aber machen nun Laczika und Mütter?

… ein Konzert wird es, aber ganz so auch wieder nicht. Sagen wir es so: Beide, jeder für sich – zuletzt ein bissl miteinander »An die Musik« – erzählen, mit Worten und Klängen am Klavier bzw. als Trombonaut im Raum, über den akustischen Raum an sich, seine akustische, sinnliche Erschließung, die Weite in Klang und Raum. Bruckner dürfte wohl auch vorbeiwehen, und hernach gibt es Brot und Wein und das p.t. publico benenne uns, was das eben gerade war.


Eine Veranstaltung der Kepleruni Linz.

Entwickelt und präsentiert von Architektur Hören. Die sind wirklich gut.

Soviel ist sicher: In Linz muss man sein.

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Freitag, 31. Juli 2020
Fels am Wagram (A)
, Weingut Wimmer-Czerny
WeinKult 19
C

http://muetter.at/cms/fileadmin/user_upload/pix500px/2012/12weinkult11_1.jpg

Mercedes Echerer, Rezitation

Christopher Haritzer, Klarinetten
Christoph Cech
, Wurlitzer, Schlagzeug
Ewald Oberleitner, Kontrabass
Bertl Mütter, Posaune; Intendanz & Conférence

Hans Czerny, Eröffnungsredner

Wir müssen hier nicht umständlich erklären, dass just uns dieses Virus betrifft, laber laber. Geht ja allen so, wir können kürzen.

Wir sind noch einmal zurück in die Stallungen gegangen und legen nach exakt drei Monaten aufgezwungener Muße mit vervielfachtem Eifer nach: WEINKULT 19C!

Damit der WeinKult auch bei seiner 19. Ausgabe als idealtypisches Symposion zelebriert werden kann, hat unser persönlicher Hofintendant Bertl Mütter wieder einmal keine Aufwendungen gescheut, eine erlesene Runde hochkarätiger Kunstschaffender auf unseren Hof zu locken. Wir werden wie stets dafür sorgen, dass sie allesamt wiederkommen wollen.
Praktisch jedes Jahr ist uns dies bei Christoph Cech gelungen, er werkelt musikalisch an Schlagzeug und Wurlitzer. Christopher Haritzer ist zum ersten Mal zu Gast, und er wird uns mit beherztem Klarinettenspiel in allen – und für alle – Lagen erfreuen.
Am Bass beehrt uns heuer wieder einmal der bei uns so überaus geschätzte Ewald Oberleitner mit seiner altersweisen Klanganwesenheit.
Last but not least ist die unvergleichliche, ungemein beherzte Mercedes Echerer (das war jetzt neunmal der Vokal e en suite!) die Actrice des Abends. Bertl und Mercedes kennen einander von den Sommerspielen Melk, bei denen sie gegen Ende des 20. Jahrhunderts aufgetreten sind, er als Musiker, sie als Hexe. Entgegen möglicherweise nun aufkeimende Klischees sei angemerkt, dass es diesmal literarisch um den – Überraschung! – Wein geht. Bereits vorab kann verkündet – sagen Sie niemals hinausposaunt – werden: Die mercedesecherersche Recherche wird ein hochgradig kunstvolles Weinlesen zeitigen. In verschlungenen Interaktionen von Wort und spontaner Musik – der auch Bertl Mütter wesentliches hinzuposaunt – wird uns ein Pfad zum bewusst-sinnlichen Genießen gewiesen, der noch lange nachwirken wird.
Angenehm-anregend, versprochen!


Nachgetragen: Die offizielle Niederösterreich-Werbung ist aktiv auf uns zugegangen und hat uns gebeten, den WeinKult bei der ersten Ausgabe von »Kultur beim Winzer« mit ins Programm nehmen zu dürfen.

Aber bitte, gerne!


Große Freude über ein buntes und gebanntes Publikum, feine Gespräche, großes Vergnügen und … großer Wein!

DANKE allen, die zum Gelingen der so feinen Feier beigetragen haben!

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Samstag, 18. Juli 2020 und Sonntag, 19. Juli 2020
Stübing (A), Freilichtmuseum
styriarte – S
ommernachtstraum

Mit Arianna Savall & Petter U. Johansen, Citoller Tanzgeiger, Raphael Meinhart, Michael Nagy, Studio Dan, Bertl Mütter und Johannes Silberschneider.

Eigentlich spielt Shakespeares »Sommernachtstraum« ja in einem Wald bei Athen im antiken Griechenland. Aber all die Geister, Elfen und Nymphen, die der Dichter da beschwört, sind natürlich nicht nur am Mittelmeer daheim, sondern finden sich durchaus auch in unseren Gefilden. Sie mögen vielleicht nicht Titania oder Oberon heißen, aber über die Zauberkräfte der Natur in magischen Pflanzen und verführerischen Düften verfügen auch sie mindestens genauso gut. Wir suchen die Geister der Natur im Museumsdorf Stübing, wo der große steirische Volksschauspieler Johannes Silberschneider ihnen in Versen huldigt, während eine ganze Schar von illustren musikalischen Gästen sie besingt. Mit dabei ist unter anderem ein Duo, das schon in sich selbst mediterranen Zauber und nordische Magie vereint: Arianna Savall und Petter Udland Johansen, die als »Hirundo Maris« Brücken in alle Himmelsrichtungen bauen. Und für die Alpenländer stehen nicht nur die vitalen Citoller Tanzgeiger, sondern auch der Extremposaunist Bertl Mütter.
styriarte

Mit meiner matt patinierten Posaune will ich mich Spielarten von Nacht widmen, wie sie ihr innewohnen und zugedichtet werden: Abendlich-morgensternige Andacht, Stillen (es gibt deren etliche Arten), nachtmahrige Traumungeheuer, Liebesnacht um Liebesnacht – und was sich sonst noch so alles um Mitternacht (in einem) verklärend abspielen mag. Auch den Mond mag ich herbeibesingen, anheulen. Schlaf? – Wer weiß. In fünf Acten: Seien Sie gespannt, zu welchem Sie Ihr sommernächtliches Los vermittelt.
(Vorhabenserklärung des Künstlers, 20. Mai 2020)

Selbstverständlich müssen wir hinzufügen, dass all unsere Bemühungen nur dann realisierbar sind, wenn sich die Lage in Österreich in der Zwischenzeit nicht wieder verschlechtert und uns im Juli ein Veranstaltungsverbot zwingt, auch die neuen Pläne wieder aufzugeben. Wir blicken aber optimistisch in die nahe Zukunft und setzen alles daran, unseren Künstlerinnen und Künstlern wieder Liveauftritte zu ermöglichen.
styriarte, künstlerisches Betriebsbüro (interne Mitteilung)


Es ist immer ein Privileg, bei der styriarte mitwirken zu dürfen; eine solche Bemerkung bedürfte eigentlich keiner Steigerung, lassen wir es also auch heuer dabei. Es geht ja immer darum, den Menschen ein sinnliche Freude zu bereiten.

So habe ich also an jedem Abend fünf unterschiedliche Bögen gespannt, und das unvergleichliche styriarte-Publikum, das darf ich bemerken, hat mir sehr geholfen dabei, so gespannt, wie es dabei war:

(1) Wunderliche Nacht
(2) Liebesnacht
(3) Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer
(4) Nacht als Übertritt in die/eine Andere Welt
(5) Beunruhigung durch Nacht

Tiefe Verbeugung.

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Freitag, 17. Juli 2020
Klagenfurt (A), Villa For Forest (Viktringer Ring 21)
SPIELEN! – DIE 16. GALANACHT DER IMPROVISATION

Wir SPIELEN! – mögen andere passiv und visionslos verharren – für SIE!

https://muetter.at/cms/fileadmin/user_upload/pix500px/2020/200715DAC.jpg
                Mütter             Tobisch    Lorber       Hoppe     Traar    Berger      Woitsch

Erich Berger, E-Bass
Maria Hoppe, Doppelokarina, Große Flöte, Maul/Mund/Trommeln/Harmoniken
Markus Lorber, E-Guitarre, Helix
Karin Tobisch, Ennang, Rebab, Schoßguitarre
Johnny Traar, Alt- & Sopransaxophon
Evelin Woitsch, Prima Donna

Bertl Mütter, Posaune, Spielertrainer


Andere sagen, sich bequemend, ab – wir SPIELEN! (immer weiter). Den Abschluss unseres heurigen Workshops haben wir, DIE ACTUELLE CAPELLE, in der Villa For Forest zelebriert; was für ein gastfreundliches Exil (in dem wir, DANKE, lieber Raimund Spöck, gerne weiter verweilen wollen!), noch dazu mitten in der Stadt.

Das anschließende kulinarische Beisammensein war extra brilliant.


(Kleiner Einblick in die SPIELEN!-Werkstatt)

Wir SPIELEN! von früh bis spät, eine ganze Woche lang. Wir distanzieren uns gehörig. Wir verkriechen uns nicht hinter NLP-Floskeln. Wir stehen in echt ein für einander, auch (und erst recht), wenn keiner hinschaut. Hat ja jede/r seine Mack/inn/en, oh ja. Voll & ganz & mit Haut & Haar. Es lauert so viel Schönes, Aufregendes. Sie werden’s hören, erleben! Wenn Sie sich hingeben, mit Haut & Haar.


(Ein paar Sätze, zur inspirierenden Verwirrung – aus dem Abendprogramm)

Haben Sie lieber Durchfall als Verstopfung oder umgekehrt, wenn Sie an einer der beiden Beschwerden leiden? (...) Können Sie sagen, weshalb es keine Fernsehserien mehr gibt, in denen loyale Heldentaten, von Hunden und Pferden begangen, abgehandelt werden? (...) Versuchen Sie, klassische Musik zu hören, haben aber das Gefühl, weiter als bis zu der Ahnung, dass sie besser ist, als sie klingt, kommen Sie nicht? (...) Denken Sie bei Blaukraut eher an Brautkleid oder bei Brautkleid eher an Blaukraut? (...) Kommt der Honig bei einer Biene vorne oder hinten raus? (...) Was, wenn Sie den Verstand verloren hätten, und Ihr Zustand wäre genau deckungsgleich mit Ihrem Zustand, wenn Sie den Verstand nicht verloren hätten? (...) Werden sich unsere Lippen hinlänglich befeuchten lassen, dass wir unbekümmert wirken? Werden unsere Lippen tun, was wir wollen? Haben unsere Lippen je getan, was wir wollten? (...) Haben Sie den Eindruck, dass Akne längst nicht mehr so ein weitverbreitetes Problem ist wie in Ihrer Jugend? (...) Ist es bei dem, was man nicht wissen kann, besser, eine klug agnostische Haltung einzunehmen, oder soll man lieber blind frisch drauflosmeinen und diese Meinung in Ehren halten? (...) Wenn es ein Leben nach dem Tode gibt, würden Sie meinen, dass man sich irgendwie darauf vorbereiten sollte, oder bedeutet das im Gegenteil, dass man keinerlei Vorkehrungen treffen sollte?
Padgett Powell: Roman in Fragen. A. d. amerik. Engl. v. Harry Rowohlt.

Insbesondere immer gilt:

Immer sind Sterne da, die wir Menschen nicht sehen, weil es vielleicht noch nicht dunkel genug um uns geworden ist.
Albert Vigoleis Tehlen: Die Insel des zweiten Gesichts. Aus den angewandten Erinnerungen des Vigoleis.

Soviel jedoch ist sicher:

Wir könnten noch Tage so weitermachen.
Supertrump, 14.7.2020


Wir werden also wieder SPIELEN!, vermutlich zwischen dem 9. und 17. Juli 2021.

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Donnerstag, 16. Juli 2020
Klagenfurt (A)
, Künstlerhaus
Promenade
Ein Umgang mit der Schule des Staunens
   von und mit
Bertl Mütter
, Trombonaut

Zur von Céline Struger kuratierten Ausstellung »Mit Bergen den Blick reparieren«.

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Bertl Mütter, Blick gen Süden (Ferlacher Horn, Koschuta, …?)

Ich stelle mir vor, dass ich einen (ritualisierten) landschaftlichen Umgang bei ausgewählten Exponanten der Ausstellung unternehme, nennen wir es einmal, wenig originell »Promenade« – was ja eher nicht mit Bergen, vielmehr mit einer Kur-Umgebung assoziiert wird. Indes, von der Kur-Promenade haben wir freien Blick zu den blickverstellenden Bergen…
Aus der Korrespondenz mit dem Kunstverein Kärnten

Nach meiner Bespielung der Kambium-Ausstellung im September 2019 nun also der nächste Streich. Da hat sich eine wertschätzende Partnerschaft mit dem Kunstverein Kärnten ergeben. Das ist grundsätzlich hoch erfreulich.


Es ist das ja so eine Sache, kurierte Kunst. Man nehme einen oder mehrere Begriffe, verschwurble sie, umgürte sich mit dem Raunen der Bedeutsamkeit, derart, dass, wer nachfragt, mit einem abschätzigen Blick zu rechnen hat: Da weiß eine/r nicht bescheid!

Berge, Blick, Reparatur.

Vermutlich habe ich mit meinem Spiel das Thema kolossal verfehlt. Ganz sicher bin ich der einzige, der das zuzugeben bereit ist. Ich denke mir: Bis ein Berg den Blick verstellt (repariert?), braucht es Äonen – sie wachsen so langsam, man hört sie kaum.

Behave artsy!

Mein (möglicherweise) missverständliches Nachhören im vorbildlich distanziert gesetzten Publikum hat fast schon unerlaubt warmen, lang anhaltenden Applaus gezeitigt. Und in der darauffolgenden Nacht hat um 4.52 Uhr in Klagenfurt die Erde gerumpelt.

Kann Kunst Berge versetzen? Aber geh!


Danke dem herzlichen und künstlerisch so unverkrampften Team vom Kunstverein. Die Kuratorin indes wird man sich jedenfalls merken müssen.

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Freitag, 10. – Freitag, 17. Juli 2020
Klagenfurt (A), Villa For Forest
(Viktringer Ring 21)
SPIELEN! – Freie Improvisation mit Bertl Mütter

http://muetter.at/cms/fileadmin/user_upload/pix500px/bertl/nur_spielen.jpg

Bereits seit 2005 treffen wir uns zum SPIELEN! – Die jährlich sich aufs neue konstituierende ACTUELLE CAPELLE ist eine eingeschworene Partie, die alle Neuen aufs herzlichste willkommen heißt: Sie steigen, wie selbstverständlich, im bereits sechzehnten Jahrgang ein, während die wiederholt MitSPIELENden ohnehin immer ganz von vorn anfangen müssen dürfen.


SPIELEN! ist ein vergnügliches Musiklaboratorium. Instrumententechnisch einigermaßen voraussetzungsfrei geht es zunächst um die – scheinbaren – Selbstverständlichkeiten des Klängeerzeugens; die schauen und hören wir uns näher an:

Was heißt Hören? – Wie anfangen? Aufhören? – Was ist das eigentlich, ein Klang? – Der darauffolgende? – Und das Dazwischen? – Was für eine Energie schlummert in mir? – In meinem Instrument? – Stille, Ruhe, Schweigen: Wie klingt das? – Weite – Bewegung (…)

Es gibt aber keinen Unterricht im landläufigen Sinn: Unsere Methode ist das kollektive Erfinden von Musik. Beim Hören, Spielen, Nachdenken und in der Kaffeepause im zauberhaften Garten tauchen weitere Fragen auf. Die Antworten setzen sich (das gibt es!) SPIELEND zusammen. Wenn wir derart zu heiterer Absichtslosigkeit gelangen, hört sich die ganze Fragenstellerei ohnehin von selbst auf. Das ist ein großes Glück, und nicht zuletzt deshalb kommen ja etliche jedes Jahr wieder in dieses Exil der Heiterkeit.


Fürs SPIELEN! reichen grundlegende Kenntnisse auf deinem Instrument und/oder der Stimme; da es ums lustvolle Ausprobieren von Möglichkeiten unmittelbaren Kommunizierens geht, richtet sich der Kurs aber ausdrücklich auch an die sogenannten Fortgeschrittenen: Wachsen Laien an der Erfahrung der Profis, so können diese von deren Frische und ungebrochenen Freude profitieren! Jedenfalls geht es um die pure, lustvolle Musik! Frei aber, damit wir das nicht vergessen, frei ist definitiv mehr als was man darf.


Seit 2020 SPIELEN! wir unsere wunderlich-absonderlichen Klänge im Exil, wir haben uns in der wundersamen Villa For Forest aufs wohlste eingerichtet. Es ist ein gastfreundlicher, das ganze Jahr mit lebendiger Kultur bespielter Ort mitten in der Stadt. Wir dürfen uns hier umfassend willkommen wissen. Ein Extradank an den unermüdlichen Raimund Spöck.

Da es 2020 nämlich aus multiplen Gründen nicht möglich gewesen ist, dass wir in Viktring SPIELEN! Corona war lediglich ein Nebenschauplatz, was für eine Ironie der Umstände. Sollte es beim bisherigen Veranstalter eine wertschätzende, kompetente und geimpfte Geschäftsführung geben (womit bis auf weiters nicht zu rechnen ist), so lassen wir gerne mit uns über eine Re-Integration ins Musikforum Viktring reden; war das SPIELEN! doch stets gerne bei den Subventionsgebern vorgezeigt worden, wenn es darum ging, Gegenwartsrelevanz wider programmatische Beliebigkeit zu belegen.

Den Ort allerdings, die Villa For Forest, möchten wir nicht so schnell tauschen. DANKE.

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Sonntag, 7. Juni 2020
Bruck an der Mur (A), Heiligen-Geist-Kapelle
Eröffnung & Gedenken

Dieses Projekt hat keinen Nutzen, es hat Sinn.
Philipp Harnoncourt

HGK Bruck

Im Zuge seines 80ers im Jahr 2011 hat mein, nunja, alter Freund Philipp Harnoncourt die einzigartige spätgotische Dreifaltigkeitskapelle von (bzw. im Verkehrsstrudel bei) Bruck an der Mur (wieder) entdeckt. 1494 bis 1497 von Brucker BürgerInnen gestiftet und erbaut, diente sie lange Zeit als Gasthaus und Wohnobjekt und war unbemerkt und unerkannt am Verfallen. Mit der ihm eigenen unwiderstehlichen Energie hat Philipp die Renovierung organisiert und ihre inhaltliche Neudefinierung vorgegeben. Nun steht die Kapelle außen und innen prächtig da und wird – man begeht den Dreifaltigkeitssonntag – feierlich eröffnet:

Da musst du spielen!
meint Philipp.

Wie gern ich das mache! Was für ein Privileg!

http://a6.sphotos.ak.fbcdn.net/hphotos-ak-ash4/252442_10150202542546859_748476858_7018548_2385416_n.jpg

Die eben zitierte direkte Rede von Philipp Harnoncourt ist nun leider in einer abgeschlossenen Vergangenheit, ich wiederhole sie also:

Da musst du spielen!
hat Philipp gemeint.

Philipp ist in der Nacht auf den 26. Mai 2020 in seinem 90. Lebensjahr gestorben.

Damit wird es ein traurig-schöner Freundesdienst, auch am Vortag, wo wir ihn in Grundlsee zu Grabe tragen. Die lebendige Erinnerung an seine unvergleichliche Präsenz wird wohl mein Spiel da wie dort unterfüttern, durchaus auch, was den Aspekt seiner Eigenwilligkeit, ja Schalkhaftigkeit betrifft – hat Philipp sich doch stets gern mit seinem Patron Philipp Neri identifiziert:

Wer nicht bereit ist, sich bloßzustellen, oder wer immer nur ein gutes Bild von sich selbst darstellen möchte, sollte besser schweigen.
Philipp Harnoncourt (1931-2020)

Ich selbst darf zutiefst dankbar sein für eine wunderbare, leichte gleichwie ernsthafte Freundschaft, die Philipp und mich insbesondere im letzten Jahrzehnt verbunden und vielfältig inspiriert hat.


Kaum war die Feier beendet, haben die freundlichen Leute von HiWay-TV das eben gestreamte auf youtube hochgeladen. Zwei Links also: (1) führt direkt zum Anfang und (2) zu meinem zweiten, abschließenden musikalischen Beitrag. Dazwischen sprechen Bürgermeister Peter Koch, Alice Hoppe-Harnoncourt und der den ganzen Prozess mit Herz und praktischem Geschick begleitende langjährige Bürgermeister Bernd Rosenberger; das ist natürlich sehr interessant und durchaus bewegend.

        (1) https://youtu.be/_XXxGi60Xj0?t=1355
        (2) https://youtu.be/_XXxGi60Xj0?t=2871

Man hat mir gesagt, dass ich wieder – und ausführlicher – spielen werde dürfen.

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Freitag, 15. Mai 2020 – Donnerstag, 28. Mai 2020
Wien (A), Stephansdom
Architektur Hören im pocket format #1

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Wir mischen Analog und Digital: Zuerst suchen wir bemerkenswerte Räume, die von dafür ausgewählten Musikern bespielt werden. Wir überlassen Ihnen diese Aufnahmen zum persönlichen Anhören. Natürlich ist uns bewusst, dass Sie sie überall anhören könnten – das würde jedoch nicht der zugrunde liegenden Idee entsprechen. Also: fein anziehen, raus aus der Wohnung und Kulturgenuss an ausgewählten Orten!
Den Auftakt der neuen Reihe macht der Musiker Bertl Mütter, der in zwei Kapellen zu St. Stephan in eine unerhört intime akustische Zwiesprache getreten ist.

Architektur Hören

Eine wirklich bemerkenswerte Initiative. Recht kurzfristig habe ich am 30. April im Dom aufgenommen, in der Barbara- und in der Eligiuskapelle. Ist ein feines Abtasten geworden. Danke Agnes & Nina von Architektur Hören, sowie meinem Freund Robert Pavlecka, mit dem ich seither noch etliche Räume im, am, überm und unterm Dom akustisch-sinnlich vermessen darf. All das mit der phantastischen Unterstützung buchstäblich aller relevanten Menschen, die im, am, überm und unterm Dom arbeiten. Sowas ist nämlich alles andere als selbstverständlich.

Es wird also zur gegebenen Zeit mehr über weiteres zu erzählen – und, vor allem – zu hören geben.

Bertl Mütter

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ABGESAGT bzw. VERSCHOBEN [tba]
Mittwoch, 20. Mai 2020
Salzburg (A)
, Literaturhaus
Lyriknacht
mit [tba]

http://www.literaturhaus-salzburg.at/media/image/image7030.jpg

Tomas Friedmann hat mir eine Carte Blanche gewährt. Will heißen, ich darf machen, was ich will, und zwar verteilt über diese alljährlich wohlbesuchte Veranstaltung.

Was ich will, das sei defintiv was anderes als irgendwas. Jandl und Jonke werden wohl vorbeifliegen. Müssen. Und Eigenes, warum denn bitte nicht? Man darf es ruhig (schon, auch) Lyrik nennen, was ich da zum Klingen bringe.

Details, sobald ich Detailliertes weiß. Bzw. sobald man Detailliertes weiß.

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VERSCHOBEN auf 31. Juli 2020 (siehe dort)
Freitag, 1. Mai 2020
Fels am Wagram (A)
, Weingut Wimmer-Czerny
WeinKult 19

http://muetter.at/cms/fileadmin/user_upload/pix500px/2012/12weinkult11_1.jpg

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ABGESAGT bzw. ONLINE
Sonntag, 26. April 2020
Wien (A)
, Aktionsradius Augarten
Charivari– Linde Waber zum 80. Geburtstag

mit u.a. Friederike Mayröcker, Marie-Thérèse Kerschbaumer, Liesl Ujvary, Marion Steinfellner, Herbert J. Wimmer, Heinz Janisch, Martin Kubaczek, Helmut Peschina, Bodo Hell, Max Nagl, Martin Siewert, Renald Deppe, Bertl Mütter.

http://www.lindewaber.com/wp-content/uploads/2017/10/Waber_LindaHell_Bodo-9088.jpg

Vom 26. April bis zum 26. Mai wird der 80. Geburtstag der Malerin Linde Waber gefeiert, mit einem dichten künstlerischen Programm, gestaltet von Reise- und WegbegleiterInnen aus den Bereichen Literatur, Bildende Kunst, Musik, Film ... Es wurde alles ins Internet verlagert:
aktionsradius.at

Die liebe Linde. Fixe Größe. Großes Herz. Ergo wäre es eine große Freude gewesen, noch dazu mit Bodo Hell gemeinsam (mehr gibt’s ab Herbst 2020) einen Beitrag leisten zu dürfen. Und zur Eröffnung zu blasen.

Tja, das wäre wahrlich schön gewesen. Mit einem doch auch stimmigen Surrogatbeitrag gibt’s wenigstens eine Ahnung (aber mehr nicht) davon im Internet. Der obige Aktionsradius-Link ist seit 26.4.2020 freigeschaltet.

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Samstag, 11. April 2020
Steyr (A)
, Hinterhöfe Gerade Gleinker Gasse
Karkonzert von der Terrasse
https://muetter.at/cms/fileadmin/user_upload/pix500px/2020/200411KarKonzert.jpg

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Mittwoch, 26. Februar 2020
Graz (A)
, Literaturhaus
Kaiser Joseph und die Bahnwärterstochter
von Fritz von Herzmanovsky-Orlando (Bearbeitung: Friedrich Torberg)
mit
Bernd Jeschek
, circa 52 Rollen
Bertl Mütter
, Posaune dh. Zugposaune; Regieanweisungen

Jeschek © privat, Mütter © Christof Zachl

Mit Bernd Jeschek verbindet mich eine langjährige Bekanntschaft, die sich mittlerweile zu einer feinen Freundschaft entwickelt hat: In Melk, ca. 1994, bei den Sommerspielen, hat er den Amphytrion, wie sagt man: gegeben. Schon damals durfte ich, wie sagt man: musikalisch apportieren.

Ein parodistisches Spiel mit Musik aus dem alten k&k Österreich. In einer Bahnstation im Hochgebirge irgendwo in den Österreichischen Alpen begegnen wir in Herzmanovsky-Orlandos Theaterstück einer großen Zahl seltsamer Figuren von Allerhöchsten Herrschaften bis zum einfachen Volk: einem Kaiser, der inkognito seine Länder bereist, Grafen und Gräfinnen, Wilderern, einer Witfrau, Bauernburschen, Lakaien, einer englischen Diplomatendelegation, einem Mörder und vielen mehr. Bernd Jeschek verleiht, unterstützt vom komödiantischen Extrem-Posaunisten*  Bertl Mütter, gut 50 Personen seine Stimme. Eine Performance voller skurrilem Witz und Ironie; echt österreichisch eben.
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* So 2019 die Festspiele Schloss Tillysburg (Anm.). Ein Statement dazu gibt’s bei Anklikken des Links.

Ein Heimspiel im allerbesten Sinn. Etliche alte Bekannte – nicht nur von Bernd – sind gekommen. Es waren auch welche darunter, von denen ich erst im Anschluss erfahren durfte, dass eine solche alte Bekanntschaft seit langem bestehe, was für ein Geschenk!

Unser Spielen hat den Menschen echt Vergnügen und Freude bereitet, darf berichtet werden. Ermutigend für meinen ersten Auftritt in diesem Jahr. Plus!

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Donnerstag, 12. Dezember 2019
Steyr (A)
, Steyrdorf & Wehrgraben
Dunklhof – Michaelerkeller – Garten Fam. Rossacher – Krafthalle Jank – Museum Arbeitswelt
Wintermond

Matthias Loibner, Drehleier
Bertl Mütter, Posaune

Angetrieben vom Leiermann aus Schuberts Winterreise und desgleichen nicht minder von Matthias Loibners Interpretation passiert Folgendes:
Weils bei uns eben nicht immer nur warm, schön und gemütlich ist, sondern halt auch kalt und feuchtlert, trauen wir uns an eingeschränkt gemütliche Orte und probieren aus, ob uns die Kunst auch dort erwärmt. Bertl Mütter und Matthias Loibner führen uns vom Dunklhof aus an Orte im Freien (und spielen dort kürzer) und in besondere Innenräume (und spielen dort länger) im Steyrdorf und im Wehrgraben. Wir probieren das bei jedem Wetter aus – bei schlechterem halt weniger draußen und mehr drinnen. Jedenfalls ist der Abschluss im Museum Arbeitswelt, und dort gibts zu essen und zu trinken.
Michael Atteneder, Initiator von Draußen im Steyrdorf

http://muetter.at/cms/fileadmin/user_upload/pix300dpi/150704_loibmut.jpg

Kennen tun sie sich schon länger als man sie kennt, seit ca. 1985. Dann beiläufig gegenseitige Wahrnehmung aus dem Augenwinkel, zunehmende Neugier aus der Distanz und dann – ihre CDs winterreise bzw. mütterkinderlieder erschienen beim gleichen Label (Raumklang) – abermalige Begegnung unter gereifteren Umständen: großes Interesse, ja Sympathie, also: Spielen!
Die Drehleier und die Posaune, wie sie von Loibner und Mütter gespielt werden, sie mögen sich, und Mütter und Loibner haben sich was zu sagen. Das mitzuerleben ist allerdings faszinierend.

Matthias Loibner ist permanent auf Wanderschaft quer durch Stile und Zeiten. In unterschiedlichsten außergewöhnlichen Projekten in aller Welt sammelt er die Eindrücke seiner Reisen im faszinierenden Klang der Drehleier. Uralt, noch nie gehört, sanft, sägend, kratzend und wunderschön entstehen so zeitlose Hörbilder, gespeist aus einem großen Repertoire zwischen Tradition und Imagination. Sein expressives Spiel, seine Virtuosität und stilistische Bandbreite sind unvergleichlich. Matthias Loibner wurde 1969 in Graz geboren und begann mit Klavier und Gitarre. Mit 17 lief er von zu Hause weg, um Straßenmusikant zu werden, studierte später aber auch Komposition und Orchesterleitung.

Bertl Mütter – Seine Musik ist Slow Food für die Ohren: Wer sie entdeckt, wird reich belohnt. Geboren 1965 in Steyr, lebt er freischaffend in Wien, Steyr und unterwegs. Im Zentrum steht das Solo, oft als Musik über Musik (Schubert, Schumann, Mahler, Wagner, Feldman ...), er spielt aber auch gern mit anderen (Ensemble der Radikalen Mitte) sowie mit Dichtern. Mütter komponiert musiklaboratorisch vom Solo bis zum Musiktheater. Seine Schule des Staunens (unter anderem im Wiener Konzerthaus) gestaltet der promovierte Doctor artium als sinnlich angereicherte Vorträge. Mütters exklusive Schagerl-Instrumente heißen Mut- und Wunderhorn. 


Es war ein zauberhafter Umgang, heimlich-vertraut, eine Art Tönende Stille, die sich wohltuend unvorweihnachtlich ausbreiten konnte. Als nicht dauernd miteinander tourendes Duo haben wir einander jedesmal allerhand zu sagen, vorzuhören, nachzufragen, misszuverstehen, irrezugehen, sichwiederzufinden und wieder zu verlieren.

Sowas tut gut.
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Danke dem Team von Draußen im Steyrdorf, das sind Ernst, Gerda, Katharina, Michael und Oliver und sämtlichen Sponsoren und Ermöglichern.
Special Thanks to Alke (mit Mondhut und Klingelbeutel).

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Freitag, 29. November 2019
bis
Samstag, 30. November 2019
Salzburg (A)
, Universität Mozarteum
Tagung: Ist Kunst ein Sonderfall?
Qualitative Forschungsansätze in den künstlerisch-pädagogischen Fächern im interdisziplinären Diskurs

(Ich glaube: Ja.)
(Wie alles andere auch.)

Erik Esterbauer und Andreas Bernhofer, die beiden Programmgestalter, haben mich zu dieser Tagung eingeladen, weil ich ihnen halt eingefallen bin – und weil ich (seinerzeit, 2013) der allererste war, der das Studium zum Doctor artium abgeschlossen hat – und instantly zum Dissidenten dieser (in ihrer zeitgenössisch humorfreien Deutungsmode) zweifelhaften akademischen Zumpft wurde.

Damals habe ich bekanntermaßen zu einem sonochnichtdagewesenen Höhenflug an- bzw. abgehoben.

»Das Quirx mit der künstlerischen Forschung.
Ein Erfahrungsbericht (mit Tonbeispielen an der Posaune).«

In meiner Dissertation »Das Geräusch-das-man-macht-bevor-man-anfängt-zu-dichten« habe ich versucht, meine kreativen Prozesse zu untersuchen, eine Art Vivisektion mit dem Anspruch, dass der – ja wer?! – Proband/Patient/Delinquent, also ich, tunlichst überlebe, im Idealfall mit kommunizierbarem Erkenntnisgewinn und ohne Inhibition weiteren kreativen Schaffens qua selbst gestellter Befangenheitsfalle. Operation gelungen. Ist aber bei einer sich etablierenden (neuen?) Forschungskaste nicht soo gut angekommen.

Auch davon habe ich, mit dringlich notwendigen trombonautischen Ausflügen, erzählt.

http://muetter.at/cms/fileadmin/user_upload/pix500px/2013/diss2.jpg

Zum Abschluss habe ich auch ein kleines Konzert gegeben.

Größte Rührung unter den Umstehenden.

Sooderso: Große Freude & Ehre. Ich schwöre.

(Merke: Du sollst nicht schwören.)

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Dienstag, 26. November 2019
Innsbruck (A), Historischer Schwurgerichtssaal
»Journey Towards Silence«
mit Florian Berner, Violoncello, und Bertl Mütter, Posaune
Musik von und nach Bach, Schubert, Ligeti, Sculthorpe, Sollima und Mütter

https://muetter.at/cms/fileadmin/user_upload/pix500px/bernermuetter/bernermuetterhorta18.jpg

Der historische Schwurgerichtssaal (in ihm ereignete sich der legendäre Prozess gegen Philipp Halsmann) markiert den Beginn unserer Justice?-Tour, die im Herbst 2020 in der Justizvollzugsanstalt Garsten fortgesetzt werden soll.

Eine Veranstaltung des »Kulturverein Justiz Tirol«.

Smäsching Logo.

Ich habe mir erlaubt, selbiges anlassgemäß ein kleinwenig zu adaptieren:

Ein kleinwenig noch persönlicher:

Das p.t. publico war zum größten Teil amtsbekannt, weitere Besucher*innen sind meiner Empfehlung gefolgt, ein amtliches Personaldokument (Reisepass, Personalausweis) dabeizuhaben und allfällige Waffen, reizende Stoffe u. dergl. vertrauensvoll bei der obligatorischen Personenkontrolle in deren Waagschale zu hinterlegen oder, besser, diesmal, ausnahmsweise, gleich ganz daheim zu lassen.

Der diensthabende Mitarbeiter bei der Sicherheitsschleuse war übrigens derart freundlich, dass man seinem Dienstgeber nur gratulieren kann: Großes Kompliment!

Insgesamt: Sehr positive, konzentrierte Aufnahme – Auflockerung hat man sich erst auf unsere Empfehlung vom verhandlungsführenden Podium aus gegönnt, dies jedoch dankbar und erleichtert.

Herzlichen Dank!

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Freitag, 25. Oktober 2019
Steyr (A)
, Museum Arbeitswelt
Weltkrieg: Ein bunter Abend

https://museum-arbeitswelt.kupfticket.at/wp-content/uploads/sites/51/2019/09/MAW_va-eintrag-weltkrieg-10-19.jpg

Angelehnt an das beliebte Format des 19. und 20. Jahrhunderts erinnern Schauspieler/innen, Musiker/innen und Perfomer/innen mit Liedern, literarischen Texten, Zeitdokumenten und einer Tanzperformance an den Beginn des Zweiten Weltkrieg vor 80 Jahren. Berichte eines Weltkriegsteilnehmers und einer Auschwitz-Überlebenden führen die unheilvollen Folgen des NS-Regimes vor Augen.

Wenn du jemanden triffst, der an Europa zweifelt, nimm ihn bei der Hand und gehe mit ihm über einen europäischen Soldatenfriedhof.
Jean-Claude Juncker

Der Friede in Europa ist für Nachgeborene selbstverständlich geworden. Um diesen Frieden muss heute wieder gerungen werden, solange in Demokratien noch dafür gekämpft werden kann.

Mit: Gergely Dudás, Julia Frisch, Silke Grabinger, Matthias Hacker, Veronika Kraxberger, Alexander Knaipp, Linda Lang, Alenka Maly, Bertl Mütter, Bernhard Schmalzel, Julia Wieser

Zeitzeuge: Franz Karl Stanzel (*1923)
Zeitzeugin: Hely Seinfeld (1924–2005)

Idee, Konzept+Gestaltung: Waltraud Neuhauser-Pfeiffer, Erwin Dorn; Michael Atteneder, Katharina Höfler; Bertl Mütter

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Sonntag, 29. September 2019
Bruck an der Mur (A)
, Heiligen-Geist-Kapelle
Tag des Denkmals 2019

Die spätgotische Kapelle wurde 1494 bis 1497 von Brucker BürgerInnen gestiftet und erbaut. Lange diente die Kapelle nach ihrer Entweihung unter anderem als Gasthaus und Wohnobjekt. In einer besonderen Rettungsaktion läuft seit 2012 die Sanierung der ehemaligen Kapelle, die seit einigen Jahren zum fixen Programmpunkt am Tag des Denkmals zählt. Viele Interessierte haben dabei die Restaurierungsfortschritte verfolgt und begleitet. Nun ist es so weit: Die Sanierungsarbeiten sind nahezu abgeschlossen, und die Kapelle präsentiert sich in ihrer früheren Pracht.

Mein, nunja, alter Freund Philipp Harnoncourt hat mich eingeladen, die so spezielle Dreifaltigkeitskapelle von (bzw. im Verkehrsstrudel bei) Bruck an der Mur – er hat sie im Zuge seines 80ers im Jahr 2011 entdeckt, seither organisiert er ihre Renovierung und Neudefinierung – zum Klingen zu bringen.

http://www.gat.st/sites/default/files/imagecache/Vollbild/images/stingl-enge-architekten-zt-gmbh_gat_hl-geist-kapelle-bruck-aussen_0.jpg

[In langjähriger Freundschaft begründetes persönliches Sponsoring.]

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Donnerstag, 26. September 2019
Klagenfurt (A)
, Künstlerhaus
crescendo (poco a poco)
Ein Wachskonzert aus der Schule des Staunens
   von und mit
Bertl Mütter
, Trombonaut

https://muetter.at/cms/fileadmin/user_upload/pix500px/bertl/180425_CZ27235_HF_500px.jpg
Foto © Christof Zachl

O Fortuna velut luna statu variabilis /
semper crescis aut decrescis; vita detestabilis

Carmina burana

Alles will wachsen, zunehmen. Es gilt also Nahrung aufzunehmen, auch die Muskeln (und dazu noch Ausdauer) zu trainieren, wider den Verfall, dem letztlich doch alles entgegen streben muss. In Zeiten des multiplen Jo-Jo wächst oder schwindet längst schon carminaburanisch nicht mehr nur der Mond als Bild für das Glück, inderweltlich gleichwie transzendentalisch.

Für mein Spiel (es sei ein Spielen) bedeute crescendo nicht, dass ich leise anfange, um dann immer lauter zu werden – das wäre dann doch zu banal. Der höchst inspirierende Raum ermöglicht mir ein umfassend sinnliches Klingen, in ihm will ich poco a poco wachsen, aufwachsen, erwachsen (…).

O sink hernieder, Nacht der Liebe! / Gib Vergessen, dass ich lebe

Nimm mich auf in deinen Schoß / Löse von der Welt mich los!
Tristan und Isolde

Genau, schwinden, das auch.

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Zur Genese:

Lieber Wolfgang Grossl,

danke für den Vorschlag, die Anregung, im Rahmen der Kambium-Ausstellung einen musikalischen Beitrag zu leisten. Die Akustik im Künstlerhaus ist mir ja sehr vertraut, ich kann dort meine Klangvorstellungen gut ausleben: der Raum ermöglicht ein sinnliches Klingen.
Spontan fiele mir ein speziell abgestimmtes und zu entwickelndes Konzert unter dem Generalmotto »crescendo« ein; das würde allerdings nicht bedeuten, dass ich leise anfinge, um dann immer lauter zu werden – das wäre wohl etwas zu banal. Crescendo, wachsend, aufwachsen, erwachsen – nun ich denke, das könnte gut konform gehen mit der For Forest-Geschichte, die um diese Zeit ja im Stadion stattfindet.

Wesentlich beliebter als kurzfriste Absagen sind kurzfristige Konzertanfragen, und manche kommen erfreulich kurzfristig herein…

 

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Dienstag, 24. September 2019
Wien (A)
, Alte Schmiede
in der Reihe »Gesellschaftsräume der Literatur«
Günter Kaindlstorfer:
Politisches Bewusstsein und Literatur
mit (u.a.) Peter Klein, Barbara Blaha, Peter Pirker, Schülerinnen und Schülern des GRG Rainergasse, Christian Schacherreiter, Katja Gasser und Kurt Neumann
Bertl Mütter, musikalische Gestaltung

Lieber Bertl!

In Absprache mit Kurt Neumann von der »Alten Schmiede« frage ich an: Hast Du Zeit und Lust, am 24. September 2019 beim »Abend für Günter Wels« in der »Alten Schmiede« aufzutreten und musikalische Interventionen zu setzen?
Ich würde mich freuen.
Im Falle einer Zusage würde Kurt Neumann mit einem Honorarangebot auf Dich zukommen.

Liebe Grüße, Günter

Günter Wels, geboren 1963 in Bad Ischl. Aufgewachsen in der oberösterreichischen Statutarstadt Wels. Unter dem Namen Günter Kaindlstorfer arbeitet er als Journalist u.a. für den ORF, den Deutschlandfunk, den Bayerischen Rundfunk, den WDR, den SWR, das Schweizer Radio SRF und für 3sat. 2010 veröffentlichte Wels den Erzählband »Maitage« und 2018 den akklamierten Roman »Edelweiss«.

Bertl Mütter, freier Musiker, Komponist und Autor. Aufgewachsen in der oberösterreichischen Statutarstadt Steyr.

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Sonntag, 15. September 2019, 11.00
Wien (A)
, Musiktheatertage Wien im WUK
UTOPERAN19 – Mütter’s Civilisation (UA*)

vum Bertl Mütter (Trombonaut)

Wie stets ist es eine Reise ins Geahnte. Indes, der herbeigesehnte utopische Ort »where troubles melt like lemon drops« ist sprichwörtlich »dort, wo du nicht bist«, in Schuberts »Wanderer« (der Gletschergleiche kommt »vom Gebirge her«), heißt es noch, final darniederschmetternd, »dort ist dein Glück«. – »Na dann aber viel Vergnügen!«

Gar leicht ist’s, sich selbst die allergrößten Schwierigkeiten zu machen. Anderen auch.

Bertl Mütters zivilisatorisches Klangrillenabtasten (eine Art Abschmelzen) kann nur ein Taumeln sein, zwischen Sehnsucht und Ernüchterung. Ob beim Auftauen was herausapern, gar sich etwas erfüllen wird, wissen wir erst, wenn es passiert. Sicher ist: Überschwemmungen heutzutage sind immer sintflutartig, erst recht, wenn sie Starkregen folgen, wie es ihn »seit Menschengedenken« nicht gegeben hat. Früher hat es statt Starkregen Wolkenbrüche gegeben. Die sind nun also gottlob behoben.
Menschengedenken, Amnesie.

Dass es sich bei allem Leben (erst recht bei allem Vergessen) um irreversible Vorgänge handelt, kann auch als Trost verstanden werden, und viel Anlass zu größerer Hoffnung besteht ohnehin nicht.

     »Haben Sie auch nichts vergessen?«
    

(Insert für Aussteigende, ÖBB; lesbar in diversen Betonvarianten)

Man wird sich doch wohl noch was wünschen dürfen.

Was wünschen wir uns eigentlich?

     »When life gives you lemons, squeeze them in people’s eyes.«

Das Motto der Musiktheatertage Wien 2019 lautet »MYTHOS ZIVILISATION«; das nehme ich mir ungeniert her und biege mir zurecht – ist doch die USURPATION allererste künstlerische Disziplin (man soll sie nicht den bösen Weltenbrandstiftern überlassen): Mütter's Civilisation also. Je nach persönlichem Lesewillen oder -vermögen Englisch oder mit Trottelapostroph. Wohin sich halt unsere Welt ent- bzw. verwickelt hat.

____________________________________
*
Kompositionsauftrag der Musiktheatertage Wien, finanziert durch die

   https://www.evs-musikstiftung.ch/sites/default/files/EvS_Foerderlogo_rgb.jpg

DANKE.

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Donnerstag, 25. Juli 2019
Sonntag, 11. August 2019, 11.00
Mittwoch, 14. August 2019, 20.15
Tillysburg (A)
, Schlossgewölbe

Kaiser Joseph und die Bahnwärterstochter
von
Fritz von Herzmanovsky-Orlando
(Bearbeitung: Friedrich Torberg)
mit
Bernd Jeschek
, alle 52 Rollen
Nikolaus Büchel, Regieanweisungen (25.7./11.8.)
Bertl Mütter
, Posaune dh. Zugposaune; Regieanweisungen (14.8.)

Ein skurriles Spiel mit parodistischen Musikeinlagen um die Beziehung des großen Österreichischen Kaisers Joseph II. zu einer Bahnwärterstochter im abgelegensten Winkel seines Reichs.
Bernd Jeschek liest, singt und spielt 52 Rollen unterstützt vom komödiantischen Extrem-Posaunisten Bertl Mütter.
Ein Zugausflug zurück ins K&K Österreich.

So kündigen die Festspiele Schloss Tillysburg unser Gastspiel an. Wird’s also wohl so sein & ist ja auch so. Dennoch und in sachdienlicher Ergänzung wäre dazu bitte Folgendes zu sagen:

1. Mit der Tillysburg verbindet mich zuallererst eine einjährige, nichtsdestotrotz enge Beziehung. Nämlich wie ich bei der Militärmusik war und mich der Prüllerroman in seinem Ritmo mitgenommen hat (keinen Groschen hat er verlangt dafür!), da haben wir fast immer die Route über Haglschberg (recte: Hargelsberg) eingeschlagen. Weil wenn man beim Haiberg (recte: Heuberg) links, gleich wieder rechts und dann immer gerade gefahren ist, hat man, zur gegebenen Zeit, ihren Turm gesehen. Weiter ging es dann – ein Schleichwegerl – über Samesleiten, am Freilichtmuseum Sumerauerhof vorbei, auf die Ipfstraße und dann, die Autobahnauffahrt ignorierend, hinüber zur Einserbundesstraße, bis man in Öwisberg (recte: Ebelsberg) war, die Standeskontrolle beim Musimasta (recte: Musikmeister Vzlt. Wolf; er bellte, biss aber nie) war pünktlich um halb acht. Damit waren wir um gut zweieinhalb Minuten schneller als über St. Florian und Ölkam, und wenn man jung ist (wir reden von der Saison 1984/85), ist das viel Zeit.

2. Heutzutage (so fangen meist pessimistisch gefärbte Einschätzungen an) ist es etwas prosaischer: Wo sich die 309er in ihrem letzten Bogen hinabschwingt zur Doppelkreisverkehrskonstruktion beim Hartlauerturm nebst der A1, kann man zur Linken den Tillysburgturm herüberwinken sehen. Stehen bleibt keiner, das geht ja bitte wirklich nicht.

3. Mit Bernd Jeschek verbindet mich eine beinah ähnlich lange Bekanntschaft, die sich mittlerweile zu einer feinen Freundschaft entwickelt hat: In Mök (recte: Melk), bei den Sommerspielen, ca. 1994, wo ich zwei Saisonen lang die musikalische Gestaltung übernommen habe, hat er den Amphytrion, wie sagt man: gegeben.

4. Etwas zuvor habe ich durch Didi Macher vom Fo-Theater den Niko Büchel getroffen, wie er bei drei Artmann-Stücken im Rabenhof (damals noch zur Joosefstadt gehörig) Regie geführt hat (seither glaubt er, ich sei ein komödiantischer Extrem-Posaunist – KEP; das lass’ ich ihm gern), und er hatte damals auch die Intendanz in Melk inne.

5. Seit die sommerlichen Festspiele Schloss Tillysburg (re)aktiviert wurden, ist die Intendanz fest und sicher in Niko Büchels Händen geborgen. Und weil er ein grundloyaler Lackl ist, erinnert er sich mit seinem Elephantengedächtnis, mit wem er sich gut vertragen hat.

6. Uns bleibt immer noch Melk. Und Melk, das liegt an der Bahn (sowohl an der Eisen- wie an der Auto-). Die Tillysburg ja eher weniger. Aber wir verlegen neue alte Geleise dorthin.

http://muetter.at/cms/fileadmin/user_upload/pix500px/bertl/bertihumor.jpg
  
… es wird, aufs parodistischste, gepfaucht und gedampft, ganz wie sich das für einen KEP gehört!

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Samstag, 27. Juli 2019
Marvão (P)
, Zisterne
Festival Internacional de Música de Marvão

https://scontent.fprg2-1.fna.fbcdn.net/v/t1.0-9/40867193_903116239897873_2819172582694060032_o.png?_nc_cat=103&_nc_ht=scontent.fprg2-1.fna&oh=3cb5b3e8ab770bf9ae2164dadef3727b&oe=5CDFF8BC

https://muetter.at/cms/fileadmin/user_upload/pix500px/bernermuetter/bernermuetterhorta18.jpg

Florian Berner, cello
Bertl Mütter, trombone
»Journey Towards Silence«

In »Journey Towards Silence«, two eminent musicians are meeting and interfering far beyond any daily concert routine. Their instruments, the cello and the trombone, use to carry similar roles within their families but nevertheless are seldomly played together in the pureness of their warm sounds. Plus, Florian Berner and Bertl Mütter are considerable individualists, open to new experiences and even surprises, too.

Listening to solo music brings us as closely as considerable towards the emergence of a piece of art: The actual player somehow represents the inner occurencies of inspiration and brings it all down to earth, to the ears. Furthermore, an improvising musician is not merely re-enacting music one might already be familiar with but is providing insight directly into the alchemistic process of creating art at first (and only) take.

Not only is »Journey Towards Silence« a double concerto program for trombone and cello, but this unique artistic event may be called a meta-concerto. The amazing Austrian Soloists Florian Berner (cello) and Bertl Mütter (trombone) are presenting their music not one after the other but interlacing and, finally, even interacting: When Florian and Bertl are performing they become each other’s first listeners—which means far more than it may seem at first sight, since music is firstly derived from devoted listening. The audience has the unique chance to be part of this very intimate creation. The music played—composed by, recomposed and improvised after Bach, Schubert, Ligeti and Mahler (among others)—belongs to the deepest and most personal soundings ever perceived.

»Inner Silence« may be a main topic which the artists will try to pursue, silence amidst all that noise in the world. Thus, »Journey Towards Silence« by Berner/Mütter may be considered as an invitation to wind down and recharge your batteries.

And, of course, life is the greatest, most outrageous journey!

(mission statement)


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Sonntag, 21. Juli 2019
Viktring (A)
, Kellertheater
Die fünfzehnte Galanacht der Improvisation

https://muetter.at/cms/fileadmin/user_upload/pix500px/2019/190720dac.jpg
DAC2019 (vlnr): Traar-Fladl-Tobisch-Woitsch-Berger-Lorber-Mütter-Sattlegger-Logar

Die Actuelle Capelle

Erich Berger, e-b
Heimo Fladl, saxes, clarinets, things
Ernst Logar, peph*, devices
Markus Lorber, e-git, devices
Werner Sattlegger, git
Karin Tobisch, fhb**
Johnny Traar, as, bloquette
Evelin Woitsch, pd***

Bertl Mütter, tb, mc****
____________________________
*Petrolophonium (world permiere)
** Fern-Hackbrett
*** Prima Donna
**** Master Of Ceremonies
____________________________

Wir durften, ohne alle Unterstützung der Geschäftsführung, uns in der Innenstadt kontrolliert zum Narren machen. Gern geschehen! Zuvor bereits durften wir erleichert erfahren, dass das Musikforum nach turbulenten Zeiten nunmehr wieder in ruhigen Gewässern navigiert.

Dieser Tage hüpfen Menschen, genannt Influenza (oder so ähnlich), in zauberhaft smaragdgrüne Stehgewässer. So schön sie sind, so verseucht sind sie. Aber für’s Instagram-Bild ist’s perfekt. Mehr ist auch gar nicht gefragt.

SPIELEN!, das ist der täglich sich neu einem darbietende Ernst des Lebens, dem wir frohgemut die Stirn bieten wollen. Hören Sie zu, offenen Herzens: Wir ducken uns nicht weg. Hören Sie zu und ziehen Sie Ihre Schlüsse. Die Spurenelemente (im Organischen: die Fermente) machen den Unterschied: Gehen sie ab, ist Alles Nichts.

SPIELEN! — Klangorakel.

(Aus dem Programmzettel)


Ob’s die vorerst letzte Galanacht im Rahmen des Musikforums gewesen sein wird, wird die Zukunft, konkret die Frage, ob es eine wertschätzende und kompetente Geschäftsführung gibt, weisen.

Wir bleiben jedenfalls dran am SPIELEN!

Retten wir das Musikforum!

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Sonntag, 14. – Sonntag, 21. Juli 2019
Viktring (A)
, Musikforum Viktring-Klagenfurt
SPIELEN! – Freie Improvisation mit Bertl Mütter

Bereits seit 2005 treffen wir uns zum SPIELEN! – Die jährlich sich aufs neue konstituierende ACTUELLE CAPELLE ist eine eingeschworene Partie, die alle Neuen aufs herzlichste willkommen heißt: Sie steigen, wie selbstverständlich, im bereits fünfzehnten Jahrgang ein, während die wiederholt MitSPIELENden ohnehin immer ganz von vorn anfangen müssen dürfen.

2019 war buchstäblich alles neu beim Musikforum. Und erfinden wir ja auch alle Klänge jedesmal aufs Neue, im SPIELEN! Kontinuierlich, ehklar.

So hieß es in der Ankündigung. Leider kam das buchstäblich Neue einem Kahlschlag gleich. Als wolle man mit einer atmosphärischen Abrissbirne dieses Exil des Wunderlich-Absonderlichen so nachhaltig wie möglich binnen einer Saison zerdeppern. Wenn sich nichts ändert, wird sich alles ändern.

Retten wir das Musikforum!

http://muetter.at/cms/fileadmin/user_upload/pix500px/bertl/nur_spielen.jpg

SPIELEN! ist ein vergnügliches Musiklaboratorium. Instrumententechnisch einigermaßen voraussetzungsfrei geht es zunächst um die – scheinbaren – Selbstverständlichkeiten des Klängeerzeugens; die schauen und hören wir uns näher an:

Was heißt Hören? – Wie anfangen? Aufhören? – Was ist das eigentlich, ein Klang? – Der darauffolgende? – Und das Dazwischen? – Was für eine Energie schlummert in mir? – In meinem Instrument? – Stille, Ruhe, Schweigen: Wie klingt das? – Weite – Bewegung (…)

Es gibt aber keinen Unterricht im landläufigen Sinn: Unsere Methode ist das kollektive Erfinden von Musik. Beim Hören, Spielen, Nachdenken und in der Kaffeepause im zauberhaften Arkadenhof tauchen weitere Fragen auf. Die Antworten setzen sich (das gibt es!) SPIELEND zusammen. Wenn wir derart zu heiterer Absichtslosigkeit gelangen, hört sich die ganze Fragenstellerei ohnehin von selbst auf. Das ist ein großes Glück, und nicht zuletzt deshalb kommen ja etliche jedes Jahr wieder in dieses Exil der Heiterkeit.


Fürs SPIELEN! reichen grundlegende Kenntnisse auf deinem Instrument und/oder der Stimme; da es ums lustvolle Ausprobieren von Möglichkeiten unmittelbaren Kommunizierens geht, richtet sich der Kurs aber ausdrücklich auch an die sogenannten Fortgeschrittenen: Wachsen Laien an der Erfahrung der Profis, so können diese von deren Frische und ungebrochenen Freude profitieren! Jedenfalls geht es um die pure, lustvolle Musik! Frei aber, damit wir das nicht vergessen, frei ist definitiv mehr als was man darf.


AnSPIELEN: Sonntag, 14. Juli 2019, 15.00
Stift Viktring (A), Arkadenhof (beim Versuch, Caffè zu trinken; aber es gibt keine Gastronomie mehr)

Gespielt wird täglich in zwei Blöcken (10.00–13.00, 14.00–17.00; flexibel nach gemeinsamer Übereinkunft; in Summe und inkl. Soundcheck und Konzert 14 Module).

Unterrichtssprachen: Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Latein.


Ob’s der vorerst letzte SPIELEN!-Kurs im Rahmen des Musikforums gewesen sein wird, wird die Zukunft, konkret die Frage, ob es eine wertschätzende und kompetente Geschäftsführung gibt, weisen.

Wir bleiben dran, am SPIELEN!

Retten wir das Musikforum!

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Sonntag, 14. Juli 2019
Viktring (A)
, Stiftskirche
»Wind (frischer)«
Eine Tour d’Imagination aus der Schule des Staunens
   von und mit
Bertl Mütter
, Trombonaut

https://muetter.at/cms/fileadmin/user_upload/pix500px/bertl/180425_CZ27223_SW_500px.jpg
Foto © Christof Zachl

Jedes Klingen bedarf der Luft als Medium.

International wird die Posaune als wind instrument (instrument à vent) bezeichnet, sie gehört zu den Aerophonen. Luft – Stimme. Von da will ich ausgehen. Und hineinhorchen, in den Raum: ein Aufschwingen.

In seinem Impulskonzert erforscht Bertl Mütter Grundlegendes zum Klang im frischen (?*) Wind. Dazu und dafür befragt er so unterschiedliche Quellen wie das »Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens«, Franz Kafka oder Joseph von Eichendorff (gehört durch die Ohren von Robert Schumann).

Sein Mut!horn dient ihm dabei als (ein Wort von Clemens J. Setz) »Traummischmaschine«.

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* Ich bin hier, mehr weiß ich nicht, mehr kann ich nicht tun. Mein Kahn ist ohne Steuer, er fährt mit dem Wind der in den untersten Regionen des Todes bläst.
Franz Kafka, Fragment zum Jäger Gracchus

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Folgt ein weiteres Zitat aus der Ankündigungspoesie nebst daraus resultierenden grundlegenden Überlegungen:

Am Sonntag spielt der virtuose Posaunenberserker Bertl Mütter eines seiner intensiven Solosets beim Musikforum Viktring in der Stiftskirche.

Ankündigung (Mittwoch), Radio Österreich 1

Posaunenberserker, soso.

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/b/ba/Bronspl%C3%A5t_2_fr_Torslunda_sn%2C_%C3%96land_%28Stjerna%2C_Hj%C3%A4lmar_och_sv%C3%A4rd_i_Beovulf_%281903%29_sid_103%29.jpg

Als Berserker wird in mittelalterlichen skandinavischen Quellen ein im Rausch kämpfender Mensch bezeichnet, der keine Schmerzen oder Wunden mehr wahrnimmt.
Wikipedia

Weiter kommen dann noch Begriffe wie Schlachtenraserei, also Blutrausch, und auch Epilepsie vor; Fliegenpilz, Mutterkorn und LSD stehen als das Berserkertum generierend unter Generalverdacht.

So leid es mir für den ohne allen Zweifel äußerst schätzenswerten Ankündiger tut, muss ich mich doch vom Berserkertum bitteschön distanzieren: (Meine) Kunst will nämlich differenzieren, Feines von Feinem, und dafür und dabei kann sie nicht rasend alles zack! zack! zack! niedermachen … und das – also das Feine, nicht das z!z!z! – will, bin ich mir sicher, gut gemeinter Journalismus gewisslich auch.

Anderswo hat man mich als »komödiantischer Extrem-Posaunist« verheißen. Was wäre eigentlich das Gegenteil, von dem es sich abhebt, ein »tragischer Durchnittsposaunist«? … Dann muss es noch epische und lyrische Posaunisten (durchschnittliche gleichwie extreme; zudem Ausnahme-) geben. Sowas wäre ich doch bitte gerne auch!

 

Und noch viel mehr.

 



Das Zitat aus der Ankündigungspoesie, lautend: Intensives Soloset, es hat gut getroffen. Danke allen Ermöglichenden Guten Geistern. 


Ob’s mein vorerst letztes Konzert im Rahmen des Musikforums gewesen sein wird, wird die Zukunft, konkret die Frage, ob es eine wertschätzende und kompetente Geschäftsführung gibt, weisen.

Bleiben wir dran! – Retten wir das Musikforum!

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Donnerstag, 13. Juni 2019
Salzburg (A)
, Klangraum Kollegienkirche
pneumalog für Posaune, Stimme, Glastrompete und Orgel
Hans-Josef Knaust, Orgel
Bertl Mütter, Posaune, Stimme, Glastrompete; Komposition

https://muetter.at/cms/fileadmin/user_upload/pix500px/2019/190613_klangraum_flyer.jpg

Die ARGE Klangraum Kollegienkirche (mein alter Freund und Erzinspirator Werner Raditschnig, Organist Hans-Josef Knaust und Hochschulseelsorger Christian Wallisch-Breitsching) hatte mich eingeladen, in der Reihe »Zeitachsen Organum« den gigantischen Raum der 58m hohen Salzburger Kollegienkirchenkuppel zum Klingen zu bringen. Zitat:

Bertl Mütter Posaunist und Stimmperformer, zählt in Österreich zu den eigenwilligsten musikalischen Produzenten, ein Gratwanderer zwischen historischem Ansatz und Originalität, lässt auf ein textkompositorisches Konzept im Bereich klangaktionistischer Szenerie schließen.

Wir können jedenfalls von einem Once-In-A-Lifetime-Event sprechen. Große Ehre.

Bevor mein Stück erklang (aller realistischen Voraussicht eine einmalige Aufführung – weshalb das so übliche wie stolze Ur- vor der Auff. einer Bedeutungsüberhebung gleichkäme, unnötig, wie jede Eitelkeit), hörten wir »Mini-max« für Orgel solo, von Shin’ishi Matsushita. Co-Organist dabei war Evgeny Galitzky.

https://media-cdn.tripadvisor.com/media/photo-o/15/80/c2/30/img-20180809-122332-largejpg.jpg

Die hypersynchrone weltweite Epiphanie von allem Gesagten öffnet mir unwillkürlich den Mund. (Toten bindet man den Unterkiefer fest, ausgestaunt.) Dass sich die Welt überhaupt noch drehen mag, bei all der bedeutungsschwer verströmten Information. Zum Glück verfügt der Organismus der Natur über eine Art selbstregulierendes Vegetativum – Denken wird weit überschätzt –, und die Menschheit wird dereinst kaum eine Episode gewesen sein.

das schöne bild

spar aus dem schönen bild den menschen aus


damit die tränen du, die jeder mensch verlangt


aussparen kannst; spar jede spur von menschen aus:

kein weg erinnere an festen gang, kein feld an brot


kein wald an haus und schrank, kein stein an wand


kein quell an trank, kein teich kein see kein meer

an schwimmer, boote, ruder, segel, seefahrt

kein fels an kletternde, kein wölkchen

an gegen wetter kämpfende, kein himmelsstück


an aufblick, flugzeug, raumschiff – nichts

erinnere an etwas; außer weiß an weiß

schwarz an schwarz, rot an rot, gerade an gerade

rund an rund;


so wird meine seele gesund.

Ernst Jandl, 1979

Jeder Klang, jedes Wort stehe also ausschließlich für sich selber: Bedeutungsleichte Worte will ich dem Raum geben. Dazu Töne, stille; durchsichtige auch, da lontano. Pneumatische Durchdringungen, von oben her, von unten hin, bis ins entropische Dorthinaushaus, möglicherweise eine Art Kuppelgigant, aber reziprok.

https://media-cdn.tripadvisor.com/media/photo-m/1280/06/e0/9c/10/university-of-salzburg.jpg

So die Ankündigung. Wer dabei war hat wie ich etwas sehr außergewöhnliches erlebt. Schildern lässt es sich ohnehin nicht, jedoch sobald ich Material habe, werde ich es gerne zur Einsicht (zur Einhör) bereitstellen.

Danke Allen.

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Mittwoch, 29. Mai 2019
Ludwigsburg (D)
Schlosstheater
Höllenvisionen

Michael Köhlmeier, Erzähler
Bertl Mütter, Posaune (Muthorns)
Leonhard Paul, Posaune, Basstrompete (Wunderhorn)

http://s1.wohintipp.at/uploads/events/transformed/153084-116515-7.jpg?v=2

Die frühen Helden des Abendlandes kehrten auf ihren Reisen in der Unterwelt ein und schilderten, was sie dort gesehen haben. Odysseus begegnete dem Achill, der berichtete von unerträglicher Langeweile; lieber würde er auf Erden für den ärmsten Bauer als niedrigster Knecht das steinigste Feld pflügen, als hier der König der Schatten zu sein. Dass die antike Welt in der Unterwelt auch einen Ort sah, an dem gestraft wurde, erfahren wir aus den Geschichten von Sisyphos, Tantalos und Ixion. Für das Christentum hat Dante mit seiner »Göttlichen Komödie« ein anschauliches Bild von der Hölle entworfen und zugleich die Dreiteilung des Jenseits in Inferno, Purgatorio und Paradiso festgeschrieben. Außereuropäische Mythen berichten vom Ort des Grauens manchmal ironisch, manchmal in Form eines Schelmenromans, wie eine Geschichte aus der Mongolei.
Michael Köhlmeier

Einmal schon sind Köhlmeier, Mütter & Paul in die unteren Bereiche hinabgestiegen, wie sie 2016 bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen gemeinsam »Aeneas oder Die Kunst der Flucht« gestaltet haben. Was man über die Musik der beiden Mehr-als-Posaunisten Leonhard Paul und Bertl Mütter hernach geschrieben hat, können Sie hier lesen.

http://www.muetter.at/cms/uploads/RTEmagicC_3c8fc15be8.jpg.jpg

Von jeher ist die Posaune den chthonischen Regionen zugeordnet. Geht es um die Letzten Dinge, schweigt die hell strahlende Trompete*; von Monteverdi über Mozart, Schubert, Berlioz, Bruckner, Mahler und Schostakowitsch bis zur Gegenwart greift die Posaune ins final-eschatologische Geschehen ein. Und zugleich gilt sie als das himmlische Instrument schlechthin (sehen wir von Harfe und Celesta ab): Was wäre also eine Apokalypse ohne Posaune?, und die Mauern von Jericho wären wohl vor einem Blockflötenensemble eher nicht eingestürzt – was jetzt bitte nichts gegen die Blockflöte sagen will, sei sie allein geblasen oder im Consort.
Leonhard Paul und Bertl Mütter, diese beiden Posaunenpoeten, erzählen Unerhörtes mit ihren nicht zufällig Mut- und Wunderhorn genannten kommunizierenden Gefäßen: In ihren Posaunen wohnt fürwahr sowas wie zärtliche Wucht.

http://static6.swp-plus.de/storage/scl/import/swp-beta-import/bietigheim/lokales/ludwigsburg/print/2335025_t1w600h392q90v22092_swp-8662603_16595451_01_3005_LUBU_aeneas_4C_1055765876.jpg?version=1464589449
© Richard Dannenmann, Südwestpresse
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* Allerdings: In der gegenwärtigen US-amerikanischen Präsidentialperiode hat dies eine prekäre Verschiebung erfahren, sodass die Trompete (engl.: trumpet) gewissermaßen über so etwas wie apokalyptische Kernkompetenz verfügt. Nicht nur Posaunisten sind vom Bestreben getrieben, dieses einigermaßen verantwortungsvolle Amt wieder in erfahreneren Händen geborgen und von besonneneren Lippen in aller Sonorität ausgeübt zu wissen. Ach, täte es da doch auch bald einmal ZACK ZACK ZACK machen.

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Da Intendant Thomas Wördehoff einer ist, dessen Leben nicht erst mit sechsundsechzig anfängt (bzw., seit diesem 29. Mai, angefangen hat) und er zudem über eine recht gute Portion durchaus auch schwärzeren Humors verfügt, hatte er sich punktgenau zu dieser Schnapszahl veritable Höllenvisionen gewunschen, und die haben wir ihm allerdings geliefert.

Des weiteren muss einmal gesagt werden, dass er da ein Team um sich hat, das einen sowas von auf Händen trägt; es kommt einem, wär’s nicht so herzlich dargebracht, fast schon unwirklich vor. Großes Danke!

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Donnerstag, 23. Mai 2019
Innsbruck (A)
, Karmelitergasse 21, 2. Hinterhof
[Stiegenhausmusik] #51

https://servedby.catbull.com/news/pic/8472/0

Peter Warum vom »KG21GA_verein zur förderung der hinterhofkultur« hat mich eingeladen, meinen Beitrag zu dieser sehr speziellen Veranstaltungsserie zu liefern.

https://muetter.at/cms/fileadmin/user_upload/pix500px/bertl/180425_CZ27349_500px.jpg

Ich hoffe, ich kann Aufsteigendes bieten. Anders gesagt:

Anfänglich war Bertl Mütter meist der Jüngste, aber das ist noch keine Leistung (wie auch nicht jene, der Älteste zu sein). Mittlerweile hat Mütter manche (Egon Schiele, Franz Schubert, Wolfgang Amadeus Mozart, Henry Purcell, Franz Kafka, Robert Schumann, Frida Kahlo) überlebt, zuletzt (15.5.2016) Gustav Mahler und (11.3.2018) Bob Ross.
Indes, von so etwas wie einem Lebenswerk kann noch nichts wirklich Wesentliches berichtet werden. Ob ihm dies gelingen wird, bis er (wenn überhaupt) Georg Christoph Lichtenberg und Charles Mingus (1. bzw. 21.3.2022) hinter sich gelassen haben wird, muss lebhaft bezweifelt werden. Nichtsdestotrotz hofft er auf ein ihm weiterhin (gerne auch gesteigert) gewogenes Publikum: Braucht Mütter es doch allein der künstlerischen wie wirtschaftlichen Selbstvergewisserung halber, gerade in Zeiten eines vielfach geleugneten und dennoch (oder gerade deswegen) unweigerlich sich beschleunigt ereignenden Klimawandels.

(Eine Treppe ist eine billige Metapher fürs Leben, im Stiegenhaus.)

https://servedby.catbull.com/news/pic/8473/0

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Genau da, also auf dem Halbstock zur Bahn hin, bin ich, vor einer liebevoll drapierten güldenen Rettungsfolie (beschriftet mit »Die Vielen«), gestanden, rechts und links hinter mir Kerzen und vor mir ein quasi atemloses Publikum. Unerhörte Intimität, Spiel zwischen reifenschleifend kreischenden Rangierzügen und maibedingt singenden Vögeln, viel Stille dazwischen.

Glück und Dankbarkeit.

Und das Video gibt’s hier.

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Samstag, 18. Mai 2019
Fels am Wagram (A)
, Weingut Wimmer-Czerny
qstall | Eröffnung

http://www.muetter.at/cms/fileadmin/user_upload/pix500px/dieEACDE.jpg

Dr. Mütter & die EACDE*: unruh’ im qstall
     *Dr. Berndt Mühlbauer, dermatologische Bassklarinette
     *Dr. Claudia Wiegand, neurologisches Violoncello
     *Dr. Stefan Kressler, notärztlich-praktischer Kontrabass

+ Special Surprise Couple (tiefe Lage, westöstlich, teilw. waldohreulig)
    
a/k/a Duo Stump-Linshalm [quasi zur Approbation von Allem]
     = Petra Stump & Heinz-Peter Linshalm, Bassklarinetten

Posaune, Komposition & künstlerische Letztverantwortung: Dr. Herbert Mütter

Ruhe im qstall
Die Schweine spielen Fußball
Der Ochs stürmt vor und schießt ein Tor
Die Kuh bleibt hinten
Schubandl binden

Es ist nämlich bitte so,

(1) … dass Hans Czerny endlich einen würdigen Präsentationsraum …ääh… präsentiert, es handelt sich um den ehemaligen Kuhstall, und weil man aber Qualität mit Q wie Quåndbiaschtn schreibt, ist’s ab sofort der qstall, wo man seine Zauberweine ab Hof erwerben kann.

(2) … dass Berndt, also mein alljährlich persönlicher Müttermalbegutachter Dr. Berndt Mühlbauer (jaja, Schul- und Blasmusikkollege war er auch, in Steyr, Anfang der 80er-Jahre des vorigen Jahrtausends), unlängst (huch, schon wieder fast ein Jahr!), bei einer geburtstäglichen Feierstunde in den Weingärten des Wagrams auf mich zugekommen ist und mir einen Kompositionsauftrag erteilt hat: »Ich hab da ein Trio mit zwei Kollegen, die wissen zwar noch nichts davon, dass wir zusammen spielen; ich will aber, dass Du ein Stück für uns schreibst.« Nun, ein Stück schreiben ist die eine Sache, dass es aber erst gilt, wenn das Stück öffentlich aufgeführt wurde, die andere. Diese Uraufführung erfolgte im passenden Rahmen der Langen Nacht der Demeterhöfe, alles aber eingebettet in die umfassende gegenwärtige Lange Nacht der Menschheit, wie sie sich nicht nur auf Ibiza emaniert.

Soviel konnte ich vorab berichten: Es wird ein genialisches Fest. Und so kam es auch. Alle waren ful-mi-nant!

Zurück in Wien (mit dem Rad bis Tulln, mit Patschen – MERKE: mit einem Patschen, Scherben liegen überall herum, ist immer zu rechnen; der Spaniel der freundlichen Pickzeugspender hörte auf Basti), hat sich in mir eine große Zufriedenheit und Freude ausgebreitet.

Späterhin, wenn man sich gegenseitig fragen wird »Wo warst du am 18. Mai?« – wir werden’s alle wissen.

_______________________________

In weiterer Folge besteht mein persönlicher Plan darin, dass ich, bis ich des jeweiligen Fachgebiets als Patient bedarf, ein entsprechendes Ensemble (erweiterbar zum Orchester) von Ärzten jeglicher Disziplin und Spezialdisziplin um mich schare: Es wird den Namen Dr. Mütter’s Leibärzte tragen.

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Freitag, 3. Mai 2019
Fels am Wagram (A)
, Weingut Wimmer-Czerny
WeinKult 18

http://muetter.at/cms/fileadmin/user_upload/pix500px/2012/12weinkult11_1.jpg

David Schalko, Sprachliches

Wolfgang Puschnig, Saxophon, Flöte
Christoph Cech
, Wurlitzer, Virus™
Sascha Lackner, Kontrabass
Bertl Mütter, Posaune; Intendanz & Conférence

Hans Czerny, Eröffnungsredner

Beim WeinKult ist, wie bei unserem Wein, das Beständige am literarisch-musikalischen Programm (der -Kult zum Wein-) dessen stetiger Wandel. Gelingt es unserem Hofintendanten Bertl Mütter jedes Mal, dass neben langjährigen Freunden immer wieder auch neue Künstler zu uns finden, so kommen heuer zwei, bei denen wir uns selbst fragen, warum sie nicht schon längst bei uns zu Gast waren. Ihre Kurzvorstellung hier rahmt das Line-Up der 18. WeinKult-Edition ein:

https://puschnig.com/media/fotogallery/photo_0_gr.jpg

Sagt man in Österreich Saxophon, so fällt einem zuallererst Wolfgang Puschnig ein: Heuer kommt der so vielseitige und erfreulich melodienselige Erzmusikant, und auch seine Flöte hat er dabei.

Mit unvergleichlicher Grandezza wird wieder einmal Sascha Lackner bei uns seinen Kontrabass zupfen und streichen. Nach einer unfreiwilligen Pause im Vorjahr beehrt uns Christoph Cech, inzwischen (auch) oberösterreichischer Landeskulturpreisträger, abermals am historischen Wurlitzer samt Schlagzeug. Alles in allem dräut also druckvoll-subtiles Spielen, welches gerne auch unser – längst pragmatisierter – Bertl Mütter (die Hofintendanz ist des Freiberuflers einzig fixes Amt) mit seinem Schagerl Mut!horn-s für sich reklamieren will. – Wir werden hören und sehen!

Den Rahmen schließend kommen wir zum zweiten Nochnichtdagewesenen, dem unermesslich kreativen David Schalko, der das literarische Freispiel – wenn es sich ergibt, im Infight mit den Musikanten – aufnimmt: Auch das wird so noch nicht da gewesen sein.
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Kurzreport: Alle(s) sehr entspannt, und wären wir nicht beinah alle jenseits der 50, wir müssten sagen: Tschillig. Große Freude und höchster Genuss allseits. DANKE.

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Samstag, 6. April 2019
Kramsach (A)
, Kunstforum, Troadkastn
Soziales Tourismus Jagd
Eine Ausstellung von Realien derselben Wirklichkeit
Hermann Glettler
, Kunst
Bertl Mütter
, Posaune

Hermann Glettler ist von Beruf katholischer Bischof. Zeitlich gedrängt auch Künstler. Bruchstellen und Entzündungsherde des Sozialen macht er zum Thema. In der Realien-Ausstellung von Kramsach auch bildhaft. Er zeigt Bildmontagen der Entleerung und Vernetzung. Übungen des Loslassens, stümperhaft und fehlerhaft. Auch Religion macht Fehler. Abgründig. Gefahr der Überhöhung. Die Entfremdung von Heimat kommt nicht zu kurz. Anders als Tourismus. Menschen werden zu Gejagten. Wir alle sind Jägermeister. Versicherungswahrung. Zweit- und Drittaufnahmezentren müssen eingerichtet werden. Der Fachbereich Realien vermittelt Kenntnisse über die Beziehung des Menschen zu Gesellschaft und Mitwelt. Gott kommt nicht eigens vor. Der Ort der Präsentation ist ein Freiraum des Humanen. Integration findet statt. Der Ausdruck ist zu technisch. Trost und Zuversicht passen besser. Herzliche Einladung zu einer Realien-Show. Der Abverkauf zugunsten von ist vorgesehen. Entsprechende Mittel sind vonnöten.

https://www.stefanglettler.com/site/assets/files/2266/hermann-glettler-space-night.680x0.jpg

Es ist jedesmal eine erfreuliche und zugleich (bzw. deswegen so erfreuliche) heikle Herausforderung, der Kunst meines nunmehr mit einem Plus im Namen versehenen Freund akustisch nahe zu treten.

PS: Die Show ist bis 4. Mai 2019 geöffnet.

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Samstag, 9. März 2019
Plawenn (I),
Ansitz Plawenn
Bertl Mütter in Plawenn
»Zur Faste«

https://muetter.at/cms/fileadmin/user_upload/pix500px/plawenn.jpg

Viele Jahre schon kennen und schätzen wir uns, Konrad Meßner und ich, angefangen vom Xong-Festival (und vermutlich davor), als ich seinerzeit mit Franui in Mals war. Plawenn, das liegt nun etliche Meter oberhalb Mals, auf dem größten Schuttkegel (oder heißt’s Schüttkegel?) der Alpen thront der höchstgelegene noch bewohnte Adelsansitz der Alpen auf (ca., die Angaben differieren – Anm.) 1730m ü. d. adriat. Meere. Okkasionell bin ich wieder einmal vorbeigekommen (zuvor habe ich diesmal im Innsbrucker Dom den Aschermittwoch eingeblasen), und diesmal hat’s zum ersten Male gepasst, dass es nicht lediglich eine Denk- und Diskursklausur wurde, sondern auch, dass Menschen gekommen sind, um sich von mir eine notabene konfessionell ungebundene Fasten-Berg-Beschallung mitgeben zu lassen, hinunter ins Tal, und, so bat ich, »man unterbreche mich, sollte es zur Predigt ausarten, dass sollen andere machen, die machen es besser und mit übertragener Autoriät, wer’s glauben mag.«

Ein gelungener Akt der Resonanz war’s, im Idealfall.

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Anmerkung, zur steuertechnischen Klarstellung vlg. Disclaimer:

Meine Mitwirkung bei diesem künstlerischen Ereignis erfolgte als ein auf einer langjährigen persönlichen Beziehung beruhendes sog. persönliches Sponsoring. [Keinerlei materielle Entgelte.]

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Freitag, 30. November 2018, 18.30
Wien (A)
, Glaubenskirche (10., Braunhubergasse 20)
KlangRaumKirche!

»Mit den 3 knaben schwarz samt illustren Gästen zum Jahresausklang nach Simmering!« heißt es in der Aussendung der 3ks. Ich zitiere weiter:

Nebst Britta, Boff und Splinks werden aufspielen:

unsere musikalische Schwester im Geiste Anne Marie Dragosits, diesmal nicht am Cembalo, sondern standortgemäß an der Orgel;

die herzliebe Kerstin Eckert vom famosen Ensemble Fräulein Hona mit ihrer sanften Wunderstimme;

und last not least der unvergleichliche Posaunen-Stimm-Akrobat Bertl Mütter, der die lautere Luft der Glaubenskirche zum Schwingen bringen wird.

Lassen wir das einmal so stehen und freuen wir uns schlicht. Verraten sei: Es wird allo-kulinarisch werden. Dazu ein letztes Zitat, aus für gewöhnlich gut informierten Kreisen (mehr darf nicht verraten werden), alstern:

In der Pause wird es einen von Denise Narick (Galerie Nuu) kredenzten Eintopf mit Gemüse, Linsen, Kokosmilch und Gewürzen geben, dazu Kräuterjoghurt und Brot. Pfarrerin Anna Kampl hat bestes Bier aus ihrer tschechischen Heimat importiert, auch an Wein wird es nicht mangeln, vermutlich wird auch noch Punsch gepantscht (somit sind die wichtigsten Dinge geklärt)!

Wird gemütlich.

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Der Form halber folgt hier noch eine Anmerkung zur steuertechnischen Klarstellung vlg. Disclaimer:

Meine Mitwirkung bei diesem künstlerischen Ereignis erfolgte als ein auf einer langjährigen persönlichen Beziehung beruhendes sog. persönliches Sponsoring. [Keinerlei materielle Entgelte.]

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Sonntag, 28. Oktober – Samstag, 24. November 2018
Wien (A)
, Konzerthaus, Feststiege (vor dem kalten Lager) bzw. beim Mozart-Saal
Wien Modern 31

http://wienmodern.at/CustomImages/2162_750_Sujet_neu.png?w=500

Bertl Mütter, Unsicherheitsbeauftragter

Verborgen in einem Kabäuschen im Konzerthaus erwartet Sie unser Unsicherheitsbeauftragter: Wie steht es um Ihre (unser aller?) Sicherheit? Verfügen Sie über ausreichend persönliche Unsicherheit, um – wenig wankend nur – durch unsere sosehr auf Sicherheit erpichte Welt zu wandeln? Mit seinem Muthorn gibt Ihnen Bertl Mütter persönlich für Sie erzeugte Klänge mit auf den Weg, zur Bestärkung oder Verunsicherung – ganz wie Sie wünschen!

Zudem wird, wenn nichts dazwischenkommt, der Unsicherheitsbeauftragte an drei gesonderten Terminen ausgewählte Aspekte von Unsicherheit (im Zweifel; panisch; ausgesetzt) einem größeren Kreis darlegen.

https://muetter.at/cms/fileadmin/user_upload/pix500px/990830_bm_labil_dw.jpg

Hat man mich also als Dapertutto gecastet. Streng auftragsgemäß ist keinesfalls gesichert, was dabei herauskommen wird. Je nach beigeordnetem Veranstaltungsort (Großer Saal/Mozart-Saal) wird man mich in meinem wackelichten Kabäuschen entweder im Bereich Feststiege links – Vor dem kalten Lager oder beim Mozart-Saal-Aufgang rechts auffinden können. Mit diesen Spielorten bin ich vermutlich die Person, die an den unterschiedlichsten Orten im Wiener Konzerthaus aufgetreten ist: Großer Saal, Mozart-Saal, Schubert-Saal, Berio-Saal, Schönberg-Saal, Wotruba-Salon, Foyer Erdgeschoss, Foyer Schubert-Saal, Foyer Mozart-Saal, Feststiege, Vor dem kalten Lager, Rechts vom Mozartsaal. (Wohl ein undotierter Titel. Ohne Mittel.)

Meine Beauftragtentätigkeit ist dergestalt, dass ich im Umfeld fast sämtlicher im Konzerthaus geplanten Veranstaltungen des Festivals Wien Modern dem p.t. publico in fünfminütigen Slots für Einzelkonsultationen zur Verfügung bin (nicht jedoch, keinesfalls: zu Willen!; na gut, etwas bin ich schon willig, zu Willen zu sein). Die Buchung erfolgt unkompliziert direkt vor meinem Gemerk.

Die Darlegung ausgewählter Aspekte von Unsicherheit findet statt wie folgend:

Sonntag, 28. Oktober 2018, ca. 11.00–11.15
Konzerthaus, Schönberg-Saal
»im Zweifel«

(zum Konzert der Wiener Philharmoniker)

Mittwoch, 31. Oktober 2018, ca. 20.15–20.30
Konzerthaus, Wotruba-Salon
»panisch«
(zum Konzert der Wiener Symphoniker »Panic«)

Donnerstag, 22. November 2018, ca. 20.15–20.30
Konzerthaus, Wotruba-Salon
»ausgesetzt«
(zum Konzert des RSO »Der Prozess«)

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Nachgestellt die Ohrwaschl-Kolumne des sehr geschätzten Guido Tartarotti aus dem Kurier vom 3. Juli 2018:

Wir und die Schafe 

Sind wir jetzt das drittsicherste Land der Welt – oder doch nicht?

Die sichersten und friedlichsten Länder der Welt sind laut Ranking des »Institute For Economics And Peace« Island (abgelegene Insel im Norden, zu kalt für Aggressionen, bewohnt nur von Schafen) und Neuseeland (abgelegene Insel im Süden, Aggressionen werden beim Rugby abgebaut, bewohnt nur von Schafen).

Österreich liegt laut dieser Studie (bewertet werden die Kosten, welche für bzw. durch Militär, Sicherheit, Terrorismus und Kriminalität anfallen) auf Platz 3. Wir (irgendwie sind wir ja auch eine Insel, eine der Seligen) leben also im drittsichersten Land der Welt, und das ohne Eismeer in der Nähe.

Interessanterweise brach darüber keine Freude aus. In sozialen Medien und Diskussions-Foren wurde die Untersuchung sofort angezweifelt (entweder ist sie falsch oder sie existiert gar nicht). Erbittert und wütend kämpfen seither viele um ihr Recht, sich unsicher zu fühlen.

Der große Psychologe Paul Watzlawick hätte seine Freude gehabt: Es zählt nicht das, was ist, sondern das, was man glauben will. Sicherheit ist subjektiv.

https://muetter.at/cms/fileadmin/user_upload/pix500px/2013/haindlkaresel.jpg

(Esel oder Schafe: Es macht keinen Unterschied, vermutlich.)

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Als wär's lediglich zwischendurch…

Freitag, 16. – Sonntag, 18. November 2018
Ilhas dos Açores (P), Festival de Música dos Açores

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/5/5a/Azores-map.png/1920px-Azores-map.png

Freitag, 16. November 2018
Horta, Ilha do Faial (P), Teatro Faialense

http://mi.visitazores.com/sites/default/files/styles/slideshow-industries_636_x_246_/public/tf3.jpg?itok=tK_-a5KV

Samstag, 17. November 2018
Lajes do Pico, Ilha do Pico (P)
, Museu dos Baleeiros

http://www.museu-pico.azores.gov.pt/images/nucleos/2P1481128189.jpg

Sonntag, 18. November 2018
Calheta, Ilha de São Jorge (P), Solar dos Noronhas

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/c/c4/Solar_da_Fam%C3%ADlia_Noronha_na_ilha_de_S%C3%A3o_Jorge%2C_fachada_voltada_%C3%A0_estrada%2C_Ribeira_Seca%2C_Calheta%2C_ilha_de_S%C3%A3o_Jorge%2C_A%C3%A7ores%2C.jpg/640px-Solar_da_Fam%C3%ADlia_Noronha_na_ilha_de_S%C3%A3o_Jorge%2C_fachada_voltada_%C3%A0_estrada%2C_Ribeira_Seca%2C_Calheta%2C_ilha_de_S%C3%A3o_Jorge%2C_A%C3%A7ores%2C.jpg


»Journey Towards Silence«

developed & presented by
Florian Berner, cello & Bertl Mütter, trombone

In »Journey Towards Silence«, two eminent musicians are meeting and interfering far beyond any daily concert routine. Their instruments, the cello and the trombone, use to carry similar roles within their families but nevertheless are seldomly played together in the pureness of their warm sounds. Plus, Florian Berner and Bertl Mütter are considerable individualists, open to new experiences and even surprises, too.

Listening to solo music brings us as closely as considerable towards the emergence of a piece of art: The actual player somehow represents the inner occurencies of inspiration and brings it all down to earth, to the ears. Furthermore, an improvising musician is not merely re-enacting music one might already be familiar with but is providing insight directly into the alchemistic process of creating art at first (and only) take.

Not only is »Journey Towards Silence« a double concerto program for trombone and cello, but this unique artistic event may be called a meta-concerto. Especially developed for the Festival de Música dos Açores, the amazing Austrian Soloists Florian Berner (cello) and Bertl Mütter (trombone) are presenting their music not one after the other but interlacing and, finally, even interacting: When Florian and Bertl are performing they become each other’s first listeners—which means far more than it may seem at first sight, since music is firstly derived from devoted listening. The audience has the unique chance to be part of this very intimate creation. The music played—composed by, recomposed and improvised after Bach, Schubert, Ligeti and Mahler (among others)—belongs to the deepest and most personal soundings ever perceived.

»Inner Silence« may be a main topic which the artists will try to pursue, silence amidst all that noise in the world. The Açores, situated between two very noisy zones on the globe, may turn out to be the perfect archipelago for achieving paths back to things of real importance. Thus, »Journey Towards Silence« by Berner/Mütter may be considered as an invitation to wind down and recharge your batteries.

And, of course, life is the greatest, most outrageous journey!

(mission statement)

__________________________

The program

Bertl Mütter (*1965)
     01 Gutenacht S:W:M from Schubert:Winterreise:Mütter (2001)
György Ligeti (1923–2006)
     Dialogo from Sonata for Violoncello solo (1948/53)    
Bertl Mütter
     02 Wetterfahne S:W:M
     03 Gefrornetraenen S:W:M
Johann Sebastian Bach (1685–1750)
     Suite No. 2 in d-minor for Violoncello Solo, BWV 1008 (1720)
Bertl Mütter
     09 Irrlicht S:W:M
     10 Rast S:W:M
Giovanni Sollima (*1962)
     Lamentatio for Violoncello Solo (1998)
Bertl Mütter
     11 Fruehlingstraum S:W:M
Peter Sculthorpe (1929–2014)


     Lux Aeterna from Requiem for Cello Alone (1979)
Bertl Mütter
     invenzione d’entro il vento (2004)
Peter Sculthorpe
     Lux Aeterna (Reprise)
Bertl Mütter
     20 Wegweiser S:W:M
Johann Sebastian Bach
     Sarabande from Suite No. 5 in c-minor for Violoncello Solo, BWV 1011 (1720)
Bertl Mütter
     24 Leiermann S:W:M
Bertl Mütter
     Silence. J’entends mon oreille – for Trombone & Violoncello (2018; Estreia)
Johann Sebastian Bach
     Ich ruf’ zu dir, Herr Jesu Christ from Orgelbüchlein, BWV 639 (1720)

Encore: Grigor Narekatsi (951-1003)
     Havun Havun (Armenian, 10th century)

Other works & improvisations to be performed spontaneously à discrétion.

Duration: ca. 70-75’ (1 Set, no intermission)

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The Artists

Florian Berner (*1973, Vienna/Austria) is one of the leading cello players of his generation. As founding member of the Hugo Wolf Quartett (1993) and the Alban Berg Ensemble (2016) he has toured all around the globe, gives high end master classes and, since 2013, is cello-professor at Klagenfurt Conservatory. Florian’s instrument is a Nicolò Gagliano, Napoli 1819.

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Bertl Mütter (*1965, Steyr/Austria) may be called the great Austrian trombone individualist. Coming from a jazz background he transforms any music appealing to him into a very personal language. He is also spezialized in appearing at uncommon places and extraordinary acoustic environments. As first-ever graduate Bertl holds a Dr.art. degree from the Graz Music University (2013) and is a Schagerl endorser, his actual trombone the Muthorn-s, Mank 2002/17.

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So kann’s gehen. Man geht zur Haindlkarhütte und kommt ins Reden. Und reist auf die Azoren, um dort auf drei Inseln eine neue künstlerische Begegnung zu zelebrieren. (Beim Wort »zelebrieren« hat sich der Schreiber dieser Zeilen vertippt und stattdessen »telebrieren« geschrieben; wie treffend!)

Nach unserer ersten (zielgerichteten – man kannte sich natürlich) Begegnung darf ich sagen:

»Ich glaube, das ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.«

Dieses allzustrapazierte Zitat ist hier bitteschön nämlich schon zulässig: Wird ja auch via Lissabon in den Westen geflogen.

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Kürzestresumée: Es war bezaubernd, die Menschen, die Orte. Schriebe ich mehr, ich geriete allzusehr in ein unglaubwürdiges Schwärmen. Danke, lieber Rui, danke lieber Thomas & lieber Botschafter Zischg, der uns einigermaßen animierend begleitet hat.

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Donnerstag, 11. Oktober 2018
Klagenfurt (A)
, Konse (Konzerthaus, Neuer Saal)
»Journey Towards Silence«
Eine atlantische Begegnung aus dem Ohrenwinkel
mit Florian Berner, Violoncello, und Bertl Mütter, Posaune
Musik von und nach Bach, Schubert, Ligeti, Sculthorpe, Sollima und Mütter

Stapellauf-Konzert zum Festival de Música dos Açores (November 2018)

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Sie kennen einander aus den Augenwinkeln, als Musiker, die sich über die Jahre ein recht persönliches Profil erspielt haben. Da ihr erstes gemeinsames, das Stapellaufpodium, in der Stadt Gert Jonkes steht, führen wir hiermit den Begriff Ohrenwinkel ein. Die wenden die beiden nämlich einander zu, staunend vor der Exzellenz des Anderen.

Das musikalische Hören beginnt in der völligen Stille, und die scheint heutzutage schwieriger zu ertragen als das Gebrüll der Welt jenseits aller Schmerzgrenzen. Berner und Mütter neigen dieser Stille, dem Schweigen zu. Es könnte also das in Klagenfurt erstmals präsentierte Programm ein pazifisches heißen. Da es die beiden bald aber buchstäblich mitten im Atlantik spielen, nennen sie es eine atlantische Begegnung.

Wohnt doch jeder Stille mächtigste Aufwühlung inne.

Lendkanal *

Der Kanal


die Böschung


und das Gras auf der Böschung

Die Spiegelung der Böschung im Kanal und

die Spiegelung des Grases


auf der Böschung im Kanal

Die dreifache Bewegung des Grases:

erstens die Bewegung des Grases im Wind


zweitens die Spiegelung dieser Bewegung des Grases im Wasser

und

drittens die Bewegung der Spiegelung dieser Bewegung des Grases

auf den Wellen hinterm vorübergleitenden Motorboot

Der Mann hinterm Lenkrad schaut aus


wie ein berühmter Kapitän


Er nimmt sich den Münzteller vom Kopf

und winkt zurück.


(Unser Stapellauf erfolgte unweit des Lendkanals, Kurs westwärts.)

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*Gert Jonke, in: Alle Gedichte. Jung und Jung, 2010 (S. 14).

Kurzbios (wie sie zur Veröffentlichung freigegeben wurden)

Florian Berner (*1973, Wien) studierte an der Wiener Musikuniversität bei Angelica May und dem Alban Berg Quartett sowie bei Mario Brunello in Italien. Er gründete 1993 das Hugo Wolf Quartett und ist mit diesem Ensemble seit über zwei Jahrzehnten in allen Musikzentren der Welt zu Gast. Ausgedehnte Konzertreisen führen ihn durch ganz Europa, nach Asien, Süd- und Nordamerika, die Carnegie Hall NY, Cité des Arts, Paris, Berliner Philharmonie, Kammermusikfest Lockenhaus etc. Berner war »Rising Star 1998«, Preisträger des »Sonderpreises der Wiener Philharmoniker« und des »Europäischen Kammermusikpreises«. Zahlreiche CD Aufnahmen erschienen bei VMS, cpo, CamJazz, Gramola und Extraplatte.
2016 war er Mitbegründer das Alban Berg Ensemble Wien, das einen eigenen Konzertzyklus im Wiener Musikverein präsentiert und in Ossiach das Festival BERGfrühling ins Leben gerufen hat.
Florian Berner hält Meisterkurse an zahlreichen amerikanischen Universitäten, war Dozent für das Simon Bolivar Youth Orchestra, für ((superar)), das Norwegische Jugendsymphonieorchester, die Ötztaler Kulturwochen, Verona Summer Festival uvm. Seit 2013 ist er Professor am Landeskonservatorium Klagenfurt.

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Bertl Mütter (*1965, Steyr) gilt heute als der große österreichische Posaunenindividualist. Man könnte sein Spielen ein Hörbarmachen durch die Posaune nennen: Mit bannender Präsenz erkundet er Musik, die ihn besonders berührt, sei das nun Schubert, Mahler oder entfernteren Traditionen entstammendes. Außerdem lädt der promovierte Doctor artium in seine Schule des Staunens, u.a. ins Wiener Konzerthaus. Als Komponist ersinnt er gerne Musiklaboratorien, 2016 etwa bei Musiktheatertagen Wien mit OPERAN! Übers Entkommen sein erstes dezidiertes Musiktheaterwerk – Utoperan! folgt 2019. Seit eineinhalb Jahrzehnten leitet Mütter den Improvisationskurs Spielen! beim Musikforum Viktring-Klagenfurt. Bertl Mütter lebt als freischaffender Musiker, Komponist und Schriftsteller in Wien, Steyr und unterwegs. Seine exklusive Schagerl-Posaune ist das Muthorn-s.
Nachtrag aus der distanzierten Nähe: Im offiziellen Nachruf der Kunstuni Graz schrieb man: »Zu Erich Kleinschusters zahlreichen erfolgreichen Studierenden zählen u.a. Wolfgang (sic!) Muthspiel, Bertl Mütter oder Andreas Mittermayer.« – Bitte, die müssen das wissen!
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((Programm: Siehe weiter unten, November 2018))

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Rezensionsnotiz, Zitat:

Zu zweit durch Raum und Zeit
Berner & Mütter im Neuen Saal

(…)
Was gleich auffällt: Florian Berner & Bertl Mütter, sie hören einander gerne zu. Nicht nur darin ergänzen sie sich in nachgerade idealer Weise, nämlich auch, wie sie, ihn nutzend, den Raum sinnlich erkunden – das ist weit weniger banal, als es aufs erste scheinen mag: Während der eine mit seinem Bogen den Horizont von links nach rechts und wieder zurück absucht, patroulliert der andere mit dem Posaunenzug die y-Achse entlang in der Vertikalen. Da dies, wenn sie von Mal zu Mal auch scheinbar aufhebend, in der Zeit passiert, ist das Spiel von Berner & Mütter also alles andere als eine flache Sache – was sich bei ihrem »Stapellaufkonzert«, das das Konse die Freude hatte, präsentieren zu dürfen, aufs eindrucksvollste erwiesen hat.

So kam es, dass, nach unerhört kurzen eineinhalb Stunden, die nach und nach (mit teils heftigsten Aufwühlungen – Ligeti, Bach, Mütters Schubert-Referenzen; besonders intensiv in der im Duo dargebotenen »Lamentatio« von Giovanni Sollima) zur Stille sich neigenden Klänge in Mütters »Silence. J’entends mon oreille« (UA!), sowie im finalen, jedweder Schnörksel entkleidetem Bach-Choral dem erfreulich zahlreich erschienenen Publikum nichts anderes übrigzulassen schienen, als dass es sich, derart bewegt, regelrecht von den Stühlen erheben musste, langer Applaus. 

Ein denkwürdiger Abend. Wir dürfen hoffen, die beiden Ausnahmekünstler mit ihren so offenen Ohren gehen nicht verloren auf den Azoren.

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Donnerstag, 4. Oktober 2018
Wien (A)
, Österreichische Gesellschaft für Literatur
Thanksgiving für ein Habitat – W. H. Auden in Kirchstetten
Präsentation des Buches durch Helmut Neundlinger, den Anglisten Timo Frühwirth und die Übersetzerin und Lyrikerin Uljana Wolf.

Musikalische Gestaltung: Bertl Mütter

http://www.literaturedition-noe.at/images/buecher/2018/thanksgiving-gross.jpg

Im hintersten Winkel der Wienerwaldgemeinde Kirchstetten findet sich ein Gedächtnisort der Weltliteratur. Bewohnt und besungen wurde er vom Fast-Nobelpreisträger, Jahrhundertdichter und bekennenden Pantoffelträger W. H. Auden (1907–73). Auch wenn er ›nur‹ die letzten 15 Sommer seines Lebens in dem abgeschiedenen Häuschen mit der malerischen Adresse Hinterholz 6 verbrachte, entwickelte sich das Gebäude zu einer Art Lebens- und Arbeitsmittelpunkt. Seit vielen Jahren fungiert die im ehemaligen Arbeitszimmer und dem angrenzenden Dachgeschoß eingerichtete und 2015 runderneuerte Gedenkstätte als Pilgerstätte für Auden-Fans aus der nahen und fernen Welt.

Die vorliegende Publikation hebt an mit einer Neuübersetzung des Zyklus ›Thanksgiving for a Habitat‹ (1965), in dem Auden jedem Raum seines Hauses ein Gedicht gewidmet hat. Für die Übertragung konnte mit Uljana Wolf eine der renommiertesten Dichterinnen und Übersetzerinnen der deutschsprachigen Literaturszene gewonnen werden.

Darüber hinaus versammelt der Band Beiträge, die sich mit Audens Beziehung zum Haus, zur Land und Leuten in Kirchstetten und Wien auseinandersetzen. Entstanden ist ein Kaleidoskop von Reflexionen über einen freundlichen Außenseiter, der sich zu Lebzeiten durchaus als Kirchstettner fühlte und doch zur Bevölkerung weitgehend auf Distanz blieb.

Die junge Wiener Fotografin Carmen Auer hat die Spuren und Zeichen des Dichters in den vier Wänden seiner Wahlheimat für den Band in einem beeindruckenden Foto-Essay festgehalten.

(Bewerbung des Bandes auf literaturedition-noe.at)

Eine besondere Freude war es, Uljana Wolf, die kongeniale Übersetzerin der Lyrik Audens, in unserer Mitte zu haben. Für ihre Leistung hat sie meine uneingeschränkte Bewunderung:

»I have no gun, but I can spit.«
»Ich schieße nicht, doch meine Spucke ätzt.«

W. H. Auden, übersetzt von Uljana Wolf

Insgesamt war es dank lebhafter und kenntnisreicher Beiträge auf dem Podium und in der Folge auch mit dem Publikum, in dem etliche Zeitzeuginnen und Zeitzeugen waren, eine äußerst stimmige Veranstaltung in perfektem Rahmen, irgendwie auf erfreuliche Art unspektakulär. Zwischendurch einmal auch ein Nicht-Event tut schon sehr gut.

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Dienstag, 11. September 2018
Wien (A)
, Kreisky-Forum
Günter Wels: Edelweiß

http://www.czernin-verlag.com/media/product-images/fullsize/1133.jpg

Moderation: Robert Misik, Autor und Journalist
Musikalische Gestaltung: Bertl Mütter, Posaune

Im Frühjahr 1945 springt Friedrich Mahr, Deckname Edelweiß, als Leiter eines Spezialkommandos aus einer zweimotorigen B-26 der U.S. Air Force über deutschem Reichsgebiet bei Salzburg ab. Der OSS-Agent hat den geheimen Auftrag, Informationen über die von Hitler angeblich geplante Alpenfestung einzuholen.

Günter Wels erzählt in seinem Debütroman die packende Geschichte eines Fallschirmagenten-Einsatzes im Zweiten Weltkrieg. Er schildert Mahrs Desertion an der Westfront, die Spionage-Schulung in einem französischen Ausbildungslager und den dramatischen Überlebenskampf, den »Edelweiß« während der letzten Kriegswochen zu bestehen hat.

»Edelweiß« ist eine Geschichte über Krieg, Moral, Schuld, Mut und die Grenzen des Rechts. Erzählt wird sie anhand der festgehaltenen Erinnerungen des Protagonisten. Seine Tochter findet diese Aufzeichnungen viele Jahre später, während Mahr im Sterben liegt. Auch ihr Leben wird durch die Ereignisse spät, aber doch, durcheinandergewirbelt.

Günter Wels, geboren 1963 in Bad Ischl. Aufgewachsen in der oberösterreichischen Statutarstadt Wels. Unter dem Namen Günter Kaindlstorfer arbeitet er als Journalist u.a. für den ORF, den Deutschlandfunk, den Bayerischen Rundfunk, den WDR, den SWR, das Schweizer Radio SRF und für 3sat. 2010 veröffentlichte er den Erzählband »Maitage«.
Bertl Mütter, freier Musiker, Komponist und Autor. Aufgewachsen in der oberösterreichischen Statutarstadt Steyr. [Anm. beigef. v. pseudonyml. Namenstr.]

Also es ist bitte so: Der liebe Günter Kaindlstorfer hat mich gefragt, ob ich bei der Präsentation des Buches seines äußerst engen Angehörigen Günter Wels spün tarat…

… »Das machen wir doch glatt!«

… & so war’s!

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Samstag, 1. September 2018
St. Marein bei Neumarkt/Stmk (A)
, Schloss Lind
Inner Soundscapes

http://austria-forum.org/attach/Wissenssammlungen/Burgen_und_Schl%C3%B6sser/Steiermark/Lind/lind%20b%20neumarkt.jpg

Eine multimediale Entdeckungsreise in die unterschiedlichsten (alb)traumartigen Stubenwelten von Schloss Lind. Mit Bertl Mütter, Sigrid Elisa Pliessnig, Martin Schinagl, Sarah Kobald, Martha Laschkolnig, Corina Kuhs, Sebastian Staudinger, u.a.; Inszenierung: Andreas Staudinger.

https://muetter.at/cms/fileadmin/user_upload/pix500px/2018/180815_tb_bassin_lind.jpg

Mir wurden Bad und WC zugesprochen. Ich habe einen explizit nicht indiskreten Hörblick ins Domizil Wystan Hugh Audens geworfen, der in »Thanksgiving für ein Habitat« jedem Raum seines Refugiums der späten Jahre in Kirchstetten bei Altlengbach (NÖ) ein Kapitel gewidmet hat, konsequenterweise also auch Häusl und Bad.* 

Bis heute fasziniert und irritiert die zuweilen frivole Vermischung vermeintlich großer und kleiner, bedeutender und unbedeutender Dinge und Sachverhalte.

»In Kirchstetten« (…) »konnte er endlich der sein, der er glaubte zu sein: ein alter Kauz, der die Welt vor 1914 jener von nach 1945 vorzog.« Jenseits dieser doch recht grellen Vereinfachung vollzog Auden in Kirchstetten eine letzte radikale Zuspitzung: Von öffentlichem Interesse erschien ihm alles, nur nicht das, wonach die in den 1960ern via Massenmedien heraufdräuende Gesellschaft des Spektakels (Guy Debord) gierte.**

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Bertl Mütter: »The Good Bad (and the gårnedso Ugly)«

Einem fremden Raum (als Gast auf einem merkwürdigen Schloss) mit gleichwohl geläufiger Bedeutung kann ich mich nicht mit vorgetäuschter Vertrautheit nähern. Es gilt, eine adäquate Versuchsanordnung zu installieren.

https://muetter.at/cms/fileadmin/user_upload/pix500px/2018/180817helenundwerner.jpg

Ich habe also ein befreundetes interkulturelles Paar gebeten, mir aus Audens Langgedicht jene über WC und Bad vorzulesen. Helen Miles (Britin; spricht Deutsch mit britischem Akzent) und Werner Petermandl (Österreicher; spricht Englisch mit österreichischem Akzent) klingen äquidistant fremd zu Audens Poesie (und seiner kongenialen Übersetzerin Uljana Wolf). Es erscheint mir nachgerade notwendig, dass die beiden keine professionellen Sprecher/innen sind: Erst eine (zugegeben: artifizielle) Privatheit, wie jene, in der Helen und Werner sprechen, kann einen üblicherweise streng privat aufgesuchten Bereich authentisch (und kollektiv) erfahrbar machen:

Werner and I will certainly put on our best reading voices to capture Auden’s sentiments about toilets.***

Die simultan englisch und deutsch hörbaren Gedichte Audens sind nun, dezent grob verhallt, leicht verfremdet als Sprach- und Klanginstallation im Raum präsent und bilden so den einen Teil eines Dialogs, dessen anderen improvisando und da lontano die Posaune übernimmt (auch so ein schönes Goldenes Klo), (er-)läuternde Ergänzungen also von einem Künstler, dessen Profession es nun einmal ist, sich gegen Bezahlung öffentlich zu entäußern.

Außerdem tröpfelt es hörbar ins gemauerte Bassin beim Eingang. Das Publikum bekommt es mit vielfach verschwurbelten sinnlichen gleichwie kognitiven Eindrücken zu tun: Wenig gibt es da zu verstehen, vieles indes zu begreifen – und wer weiß, wird manche/n ein schwer definierbarer Wasserlassdrang überkommen?

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… so schrieb ich; indes, lediglich vier- oder fünfmal habe ich die recht imposante Spülung als beglückenden Beitrag zur Installation hören dürfen, dieweil ich in einer Vitrine eingeschlossen war, und wenn ich mich nicht bewegt habe, haben manche Leute geglaubt, ich sei aus Wachs.

Wachsen, immer weiter wachsen, darum geht’s doch, auch in Bad und Toilette.

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* VI. The Geography Of The House bzw. VII. Encomium Balnei. In: Thanksgiving für ein Habitat. W. H. Auden in Kirchstetten. Herausgegeben von Helmut Neundlinger. St. Pölten: Literaturedition Niederösterreich, 2018. (Aus dem Englischen von Uljana Wolf.)

** Helmut Neundlinger: »Reinventing himself as a European« – Auden, das Haus und die Welt. In: Thanksgiving für ein Habitat.

*** Helen Miles in einer privaten Nachricht. (Zu ergänzen wäre: »… and bathrooms«.)

http://www.schlosslind.at/wp-content/uploads/STUBEN-logo-2-1.jpg

Im Rahmen des Festivals STUBEN►rein, in Kooperation mit der Holzwelt Kultur.

Generell ist es stets ein Privileg, von Britta und Andreas ins Schloss geladen zu werden.

Besonderer Dank an Michael Atteneder für die Produktion des als abendliche Morgengabe ausgegebenen unverkäuflichen Musters.

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Sonntag, 5. August 2018
Steyr (A)
, Berggasse 4
Au|di|ti|on
Eine Tour d’Imagination aus der Schule des Staunens
   von und mit
Bertl Mütter
, Trombonaut am Muthorns

https://muetter.at/cms/fileadmin/user_upload/pix300dpi/161118_CZ28790_lauscher.jpg
»Meine Ohren sind meine Augen«                                                          Foto(s) © Christof Zachl

Au|di|ti|on steht für: (1) Auditive Wahrnehmung (Hörvermögen); (2) ein individuelles Hörerlebnis in der Religion; (3) eine Bewerbung in der Unterhaltungsbranche; (4) einen japanischen Horrorfilm aus dem Jahre 1999. Da der Filmtitel an Bedeutung (3) andockt, tasten wir die Rillen (1) bis (3) ab, in stetig wie willkürlich wechselnder Abfolge: Die Nadel will springen!

Fangen wir bei der Hörschwelle an, wo auch sonst: Was hören? Was für ein Hören? Welche Botschaften? Höhere Mächte? Höheres Hören? … Meine Ohren sind meine Augen. Und meine Posaune ist mein Hörrohr, Hörbarmachrohr, und das passt sich individuell an, wie es sich gerade schickt (opportet). Weil genau so bequem brauchen wir es in dieser Zeit (in illo tempore), sonst gefällt man nicht sondern wird es, wie Mahlers Held in der Tragischen.

Wie nennt man eigentlich das Gegenteil von Hörschwelle? Hörgrenze? Schmerzschwelle? Wie geht es weiter? … Keine Angst, ich spiele nur, es tut nicht weh, sicher nicht. Meine Tinnitusbehauptung ist nur temporär: Wer Auditionen hat, braucht keinen Arzt. Und die Musik, wusste schon Monteverdi zu fordern, muss vorausdenken; allzu billig ist es, im Nachhinein schon vorher klüger gewesen zu sein.
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Mit Au|di|ti|on habe ich meinen solidarischen Beitrag zum heurigen Aktionstag von kunstwoche.at geleistet, es ist das eine beispiellosen Selbstausbeutungsinitiative vermittelst Hapé Schreiberhubers. Beispiellos, das meint: Hoffentlich nicht beispielgebend. Nämlich: Künstlerische Arbeit ist etwas wert. Auch wenn sie nichts kostet.

Und, sei’s gesagt: Es erscheint mir etwas billig, wenn die Stadt Steyr mit großmütiger Geste ihre Patronanz über diesen Aktionstag ausspricht. Die hängen sich etwas um, das ihnen nichts kostet. Immerhin wird der Veranstalter für seine Aktivitäten nicht verklagt; ohja, es gibt so etwas wie passiven Zynismus.

Weit haben wir’s gebracht im Oberösterreich. Jedoch in Steyr wird es nicht soo leicht gehen, sich auf’s schwarz-blaue Land hinauszureden.
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Die Stimmung im finster werdenden Innenhof der ehemaligen Volksschule – angrenzend das (ehemalige) Polizeigefängnis, im Volksmund ›da Fisoinberg‹; oben noch die Stacheldrahtrollen – hat ein feines Hören und Spielen möglich gemacht. Alles gänzlich unspektakulär, und sowas tut schon einmal recht gut. Danke.

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Samstag, 28. Juli 2018
Gmünd (A)
, Eisenberger Fabrik
Maria Moser
Die Monumentalität der Dinge

Ausstellungseröffnung
mit
Maria Moser, Malerei
Dr. Herbert Mütter, Worte
Bertl Mütter, Musik

Es sind ganz konkrete Gegenstände, die Maria Mosers bildnerische Energie seit jeher angeregt haben. Dinge, die zu Anfang fast immer in einem biographischen Bezug zu ihr selbst standen. Maria Moser benützt auch die ehemalige Schlosserei, die einmal ihrem Vater gehört hatte, als Atelier. Dass sie dort arbeitet, hat nichts mit nostalgischer Aneignung zu tun. Man hat den Eindruck, als habe sie in der alten Werkstatt ein Erbe angetreten.
(Ankündigungstext)

Richard Pils hat mich gefragt, ob ich wieder in der Eisenberger Fabrik spielen will. Sehr gern, und die Bilder von Maria Moser sind überaus inspirierend, nämlich:

https://bibliothekderprovinz.at/media/events/fabrik_2018_moser.jpg

Dem Herz der Dinge nachzugehen.

Die Eisenberger Fabrik für sich ist übrigens auch bereits ein lohnendes Reiseziel.

(Aber ohne Maria Moser gibt’s sie ohnehin nicht: Gut so.)

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»Mit musikalischer Einführ/lung durch Dr. Herbert Mütter auf der Posaune«, hat Richard Pils auf dem Einladungsflyer getextet, und so war es. Mein Referat hat demgemäß derartig angehoben:

Meine Damen und Herren,
ich stehe heute vor Ihnen als ein Phänotyp, jedoch in zwei Erscheinungsformen. Wenn ich zu Ihnen spreche, so tut das, mit der Lizenz zum Reden, Dr.art. Herbert Mütter; die Klänge auf dem Muthorn-s kommen vom Posaunisten Bertl Mütter. Das bedingt, dass der eine heute oftmals verbal lediglich in Halbsätzen redet, die Musik des anderen soll sie ergänzen. Darüber mögen die Bilder von Maria Moser stehen (oder hängen). Alles zusammen aber stehe unter einer Großen Klammer, einer Umklammerung, einer, wir sehen es, warmen, magmatischen Umklammerung, bedrohlich warm, aber der Herbst und der Winter sind uns gewiss.
Wie es dann aber weitergeht, wissen wir nicht; können wir nicht wissen.

(Wen es interessiert, wie ich weitergeredet habe, dieoderder kontaktiere mich und ich schicke das Manuskript zu.)

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Sonntag, 22. Juli 2018
Viktring (A)
, Kellertheater
Die vierzehnte Galanacht der Improvisation

https://muetter.at/cms/fileadmin/user_upload/pix500px/2018/180721dac.jpgDie Actuelle Capelle 2018, 21. Juli 2018

Vorweg ein Geständnis: Strenggenommen kann Bertl Mütter – als Kind vom Papa oft und gern Wasserratz oder auch ’taufte Maus genannt – nicht schwimmen. Und deshalb kann natürlich auch Die Actuelle Capelle (DAC) gar nicht schwimmen können: Allesamt sind wir Steinfische, in des Steines allerplumpsendster Bedeutung.

Alle Kunst ist unnütz. Es ist noch mit keiner Musik irgendwo ein Nagel eingeschlagen worden. Zu Musik, das ja, wir haben es schon im Kindergarten gelernt: »Wer will fleißige Handwerker seh’n« – das Urbild des Working Songs. Aber darum kann es nicht gehen, es wäre allzu beschwichtigend, abwiegelnd, in diesen Tagen, die zu Nächten werden.

Eine von E. M. Ciorans Exercises négatifs lautet »Unbrauchbarer sein als ein Heiliger«. Was nützt etwa ein seinen Darm irgendwie doch nicht ganz unfreiwillig spendender Märtyrer oder andere Kollegen, wie sie sich im Freskensaal so devot-stolz mit ihren Epitheta präsentieren? (Zumeist, das nebenbei, handelt es sich um bärtige, alte Männer.)

Aber natürlich benötigen wir das Unbrauchbare, gerade wie es in Viktring zelebriert wird, von den (salopp und mit Respekt so genannten) Flötenkindern bis zu den Jazzdamen samt sämtlichen sonstigen Podiumsheldinnen und -helden von morgen, übermorgen und vorgestern; namentlich DAC würde sich, gesetzt, das Unbrauchbare erwiese sich tatsächlich als sinnlos, ganz sicher nicht alljährlich zum SPIELEN! versammeln. Jedoch das, was wir tun, ist sinnstiftend, aufs Höchste sinnstiftend! Es ist das pure Klingen, in sämtlichen erdenklichen Rauigkeitsabstufungen, wie sie das Leben eben liefert. Und damit zu hantieren, das ist allerdings harte (härteste) Arbeit, die an die Grenzen der Verstörung heranreichen kann. Gespielt wird nämlich sowieso immer das gleiche (irgendwas) und stets zu laut oder zu leise oder zu unterschiedlich oder just das Gegenteil, und dann knackt es noch so grauenhaft und niemand schaut zum Leiter, der sowieso immer die Augen zu und durch hat.

Genug geklagt. Nehmen wir aus der Mühe das -sam heraus und setzen wir es in aller Stärke ein: Wiese! Allemal ist es es wert, all diese Samen keimen und hochtreiben zu lassen. In unserer monokulturell verwirtschafteten und homogenisierten Welt ist die Bunte Wiese, die Sommerwiese, längst an den Rand des Aussterbens gelangt. Das Aufstehen dagegen kann jedoch kein zeitgemäß brüllzender Protest sein, vielmehr passiert es subtil (dabei brachial – ja, das gibt’s!), ohne viel Aufhebens. Und wie es in der Wahren Wiese keine Erste Blume geben kann, versteht sich DAC als metamusisches Ökosystem. In ihm gedeihen in fröhlich-gelassener Symbiose die absonderlichsten Gräser, Blumen, Kleee, Käfer, Würmer und was sonst noch alles blühen und gedeihen und vergehen mag.

MERKE: Wohl sind gelbe Löwenzahnwiesen schön anzuschauen, allzubald aber werden sie recht fad; zumindest, wenn man einmal die Bunte Wiese erlebt – am besten, indem man sich und die anderen hineinlegt.

Ich kann schwimmen wie die andern, nur habe ich ein besseres Gedächtnis als die andern, ich habe das einstige Nicht-schwimmen-können nicht vergessen. Da ich es aber nicht vergessen habe, hilft mir das Schwimmen-können nichts und ich kann doch nicht schwimmen.
Franz Kafka

Also laute die Devise: Tauchet ein in diese Wiese!

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Zitatnachweis / Literatur
Emile Cioran: Syllogismen der Bitterkeit, Religion, in: Werke, Frankfurt/M.: Suhrkamp, 2008 (S. 925).


Franz Kafka, Notiz (1920) zum Schwimmer-Fragment, in: Ders., Nachgelassene Schriften und Fragmente II, hg. v. Jost Schillemeit. Frankfurt/M.: Fischer, 2002 (S. 334).
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Die Actuelle Capelle (DAC) 2018

     Erich Berger, E-Bass

     Edgar Hättich, special Guest


     Maria Alraune Hoppe, Allerlei

     Reinhard Latritsch, E-Piano

     Markus Lorber, E-Gitarre
    

Werner Sattlegger, Gitarre

     Johannes Schwarzgruber, Dreierlei

     Karin Tobisch, Hackbrett

     Johnny Traar, Altsaxophon


     Evelin Woitsch, Primadonna

     Bertl Mütter, Mut- und Wunderhorn, SPIELENtrainer

Wir danken Miriam Egger fürs MitSPIELEN.

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Nach-Notiz

Die Galanacht der Improvisation erweist sich immer wieder als Jahreshöhepunkt und scheint sich zudem zu so etwas wie einem weitbekannten Geheimtipp entwickelt zu haben. Tiefe Verneigung also vor unserem so treuen Publikum. Und vor allen meinen Spielerinnen und Spielern. Jedes Jahr berührend auch die einleitenden Worte von Festivalleiter Werner Überbacher, der auch diesmal wieder seine buchstäbliche Sonntagsrede uneingeschränkter Wertschätzung gehalten hat. Per definitionem ist ja jede sonntags gehaltene Rede eine S.; schön ist zudem, wenn die in S. erwähnten Löblichkeiten an den anderen Tagen der Woche derart tätig eingelöst werden.

Bei aller dankbarer Abschiedswehmut WÜ betreffend sind wir freudig gespannt auf den frischen Wind, der sich anschickt, ab 2019 den Süden Klagenfurts zu durchwehen. Wir sind dabei!

(…und wild darauf, mehr als das konzeptionelle Feigenblatt einer a posteriori konstruierten Urbedeutung abzugeben.)

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Sonntag, 15. – Sonntag, 22. Juli 2018
Viktring (A)
, Musikforum Viktring-Klagenfurt 
SPIELEN! – Freie Improvisation mit Bertl Mütter

Bereits seit 2005 treffen wir uns zum SPIELEN! – Die jährlich sich aufs neue konstituierende ACTUELLE CAPELLE ist eine eingeschworene Partie, die alle Neuen aufs herzlichste willkommen heißt: Sie steigen, wie selbstverständlich, im bereits vierzehnten Jahrgang ein, während die wiederholt MitSPIELENden ohnehin immer ganz von vorn anfangen müssen dürfen.

2018 gibt sich das Musikforum (strengintern) das sinnige Motto DURCHATMEN.

Dem wollen wir uns mit einem tief empfundenen Ahhhhh…! anschließen.

http://muetter.at/cms/fileadmin/user_upload/pix500px/bertl/nur_spielen.jpg

SPIELEN! ist ein vergnügliches Musiklaboratorium. Instrumententechnisch einigermaßen voraussetzungsfrei geht es zunächst um die – scheinbaren – Selbstverständlichkeiten des Klängeerzeugens; die schauen und hören wir uns näher an:

Was heißt Hören? – Wie anfangen? Aufhören? – Was ist das eigentlich, ein Klang? – Der darauffolgende? – Und das Dazwischen? – Was für eine Energie schlummert in mir? – In meinem Instrument? – Stille, Ruhe, Schweigen: Wie klingt das? – Weite – Bewegung (…)

Es gibt aber keinen Unterricht im landläufigen Sinn: Unsere Methode ist das kollektive Erfinden von Musik. Beim Hören, Spielen, Nachdenken und in der Kaffeepause im zauberhaften Arkadenhof tauchen weitere Fragen auf. Die Antworten setzen sich (das gibt es!) SPIELEND zusammen. Wenn wir derart zu heiterer Absichtslosigkeit gelangen, hört sich die ganze Fragenstellerei ohnehin von selbst auf. Das ist ein großes Glück, und nicht zuletzt deshalb kommen ja etliche jedes Jahr wieder in dieses Exil der Heiterkeit.


Fürs SPIELEN! reichen grundlegende Kenntnisse auf deinem Instrument und/oder der Stimme; da es ums lustvolle Ausprobieren von Möglichkeiten unmittelbaren Kommunizierens geht, richtet sich der Kurs aber ausdrücklich auch an die sogenannten Fortgeschrittenen: Wachsen Laien an der Erfahrung der Profis, so können diese von deren Frische und ungebrochenen Freude profitieren! Jedenfalls geht es um die pure, lustvolle Musik! Frei aber, damit wir das nicht vergessen, frei ist definitiv mehr als was man darf.


AnSPIELEN: Sonntag, 15. Juli 2018, 15.00
Stift Viktring (A), Arkadenhof (beim Caffè-Trinken)

Gespielt wird täglich in zwei Blöcken (10.00–13.00, 14.00–17.00; flexibel nach gemeinsamer Übereinkunft; in Summe und inkl. Soundcheck und Konzert 14 Module).

Unterrichtssprachen: Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Latein.

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Sonntag, 15. Juli 2018
Viktring (A)
, Stiftskirche
Au|di|ti|on
Eine Tour d’Imagination aus der Schule des Staunens
   von und mit
Bertl Mütter
(Trombonaut an Mut- und Wunderhorn)

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»Meine Ohren sind meine Augen«                                                          Foto(s) © Christof Zachl

Au|di|ti|on steht für: (1) Auditive Wahrnehmung (Hörvermögen); (2) ein individuelles Hörerlebnis in der Religion; (3) eine Bewerbung in der Unterhaltungsbranche; (4) einen japanischen Horrorfilm aus dem Jahre 1999. Da der Filmtitel an Bedeutung (3) andockt, tasten wir die Rillen (1) bis (3) ab, in stetig wie willkürlich wechselnder Abfolge: Die Nadel will springen!

Fangen wir bei der Hörschwelle an, wo auch sonst: Was hören? Was für ein Hören? Welche Botschaften? Höhere Mächte? Höheres Hören? … Meine Ohren sind meine Augen. Und meine Posaune ist mein Hörrohr, Hörbarmachrohr, und das passt sich individuell an, wie es sich gerade schickt (opportet). Weil genau so bequem brauchen wir es in dieser Zeit (in illo tempore), sonst gefällt man nicht sondern wird es, wie Mahlers Held in der Tragischen.

Wie nennt man eigentlich das Gegenteil von Hörschwelle? Hörgrenze? Schmerzschwelle? Wie geht es weiter? … Keine Angst, ich spiele nur, es tut nicht weh, sicher nicht. Meine Tinnitusbehauptung ist nur temporär: Wer Auditionen hat, braucht keinen Arzt. Und die Musik, wusste schon Monteverdi zu fordern, muss vorausdenken; allzu billig ist es, im Nachhinein schon vorher klüger gewesen zu sein.

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Hernach (im Nachhinein) hat es geheißen,

dass sowas wie eine Entrückung geschehen sei.

(Sowas könnte man dann doch eher nicht im Vorhinein behaupten, dass es sich ereignen würde, es wäre ja doch allzu anmaßend.)

Nun, mir ist so etwas wie absichtsfreies pures Spiel gelungen. Das ist allerdings alles andere als alltäglich. 

Große Rührung und Entrücktheit unter den Umstehenden.

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Samstag, 7. Juli 2018
Kirchstetten (A)
, Hinterholz 6 (sic!)
Thanksgiving für ein Habitat – W. H. Auden in Kirchstetten
Präsentation des von Helmut Neundlinger herausgebenen Buches

http://www.literaturedition-noe.at/images/buecher/2018/thanksgiving-gross.jpg

Im hintersten Winkel der Wienerwaldgemeinde Kirchstetten findet sich ein Gedächtnisort der Weltliteratur. Bewohnt und besungen wurde er vom Fast-Nobelpreisträger, Jahrhundertdichter und bekennenden Pantoffelträger W. H. Auden (1907–73). Auch wenn er ›nur‹ die letzten 15 Sommer seines Lebens in dem abgeschiedenen Häuschen mit der malerischen Adresse Hinterholz 6 verbrachte, entwickelte sich das Gebäude zu einer Art Lebens- und Arbeitsmittelpunkt. Seit vielen Jahren fungiert die im ehemaligen Arbeitszimmer und dem angrenzenden Dachgeschoß eingerichtete und 2015 runderneuerte Gedenkstätte als Pilgerstätte für Auden-Fans aus der nahen und fernen Welt.

Die vorliegende Publikation hebt an mit einer Neuübersetzung des Zyklus ›Thanksgiving for a Habitat‹ (1965), in dem Auden jedem Raum seines Hauses ein Gedicht gewidmet hat. Für die Übertragung konnte mit Uljana Wolf eine der renommiertesten Dichterinnen und Übersetzerinnen der deutschsprachigen Literaturszene gewonnen werden.

Darüber hinaus versammelt der Band Beiträge, die sich mit Audens Beziehung zum Haus, zur Land und Leuten in Kirchstetten und Wien auseinandersetzen. Entstanden ist ein Kaleidoskop von Reflexionen über einen freundlichen Außenseiter, der sich zu Lebzeiten durchaus als Kirchstettner fühlte und doch zur Bevölkerung weitgehend auf Distanz blieb.

Die junge Wiener Fotografin Carmen Auer hat die Spuren und Zeichen des Dichters in den vier Wänden seiner Wahlheimat für den Band in einem beeindruckenden Foto-Essay festgehalten.

(Bewerbung des Bandes auf literaturedition-noe.at)

Auf Einladung Helmut Neundlingers hat die Autorin Simone Hirth ihre berührenden »Briefe an einen Nachbarn« gelesen – und ich durfte dazu gewissermaßen Audens Part geben: Ein feiner Dialog, zwischen uns und über die Zeiten. Beeindruckend auch die unprätentiöse Eingemeindung Audens: Irgendwie ist er sehr gut aufgehoben, W. H. Auden in Kirchstetten.

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Donnerstag, 28. – Samstag, 30. Juni 2018
Bad Aussee (A), Congress Ausseerland
Ausseer Gespräche
Zukunftsfragen

https://static.uni-graz.at/fileadmin/_processed_/8/6/csm_2017Teaserbild_1b450680aa.jpg

Die Ausseer Gespräche, die von der gebürtigen Ausseerin Irmtraud Fischer ins Leben gerufen wurden und von einem interdisziplinären Board vorbereitet werden, feiern 2018 ein kleines Jubiläum: Zum zehnten Mal treffen sich Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Kunst in der Region zum gemeinsamen Austausch über brennende Themen der Gegenwart.

Als Thema stehen dieses Jahr »Zukunftsfragen« zur Debatte, die von den ReferentInnen, die diesmal allesamt schon einmal bei den Ausseer Gesprächen der letzten Jahre dabei waren, aus ihrem jeweiligen Fach bestimmt und einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt werden. Dabei geht es um die Zukunft demokratischer Strukturen, um soziale Gerechtigkeit, um Identitäten und deren Abgrenzung und Konstitution, um Anregungen aus Erfolgskonzepten der Vergangenheit, die immer noch zukunftsweisende Strategien bieten. Die großen Probleme, die die Menschen global betreffen, und Lösungen in Technik, Naturwissenschaft und Medizin erfordern, kommen ebenso durch Fachleute zur Sprache wie die durch bevorzugte Förderung von Naturwissenschaften und Technik sich immer mehr ergebende Marginalisierung von Geistes- und Kulturwissenschaften, die allerdings für eine Gesellschaft identitätsstiftend sind.

Indem die ForscherInnen sowie in- und ausländische Referierende und Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Kunst mit Studierenden und NachwuchswissenschaftlerInnen das Thema bearbeiten, bilden sich transdisziplinäre Netzwerke über die Grenzen der eigenen Wissenschaft und Kunst hinweg. Das inzwischen weit über die Grenzen hinaus geschätzte Veranstaltungsformat bietet im heutigen Wissenschafts- und Kunstbetrieb einen der seltenen Orte, an denen es möglich ist, gemeinsam und ohne den Zwang von nachfolgenden Publikationen Ideen zu entwickeln, Problemfelder aufzuzeigen, und sie aus unterschiedlichen Fächern zu beleuchten. Die Veranstaltung setzt die im Ausseerland seit über eineinhalb Jahrhunderten verankerte »intellektuelle Sommerfrische« fort und ist inzwischen zu einem festen Bestandteil der Ausseer Kongress- und Kulturveranstaltungsszene geworden.

Alle Interessierten, insbesondere Menschen aus dem Ausseerland, sind herzlich eingeladen, bei der ganzen Veranstaltung, oder auch bei einzelnen Programmpunkten, teilzunehmen.

[Da ist denen bei ausseerland-salzkammergut.at aber eine außergewöhnlich niederschwellig einladende Ankündigung gelungen, es klingt nachgerade sexy.
(Oder könnte es gar sein, man will unter sich bleiben?)]


Zum Folder mit dem detaillierten Programm geht's hier. Da finden Sie auch sämtliche ReferentInnen, von Karl Acham bis Liliane Weissberg, beides zwei extra hochgeschätzte VertreterInnen ihres Faches (und mehr als das). Alphabetisch mittendrin, darf auch ich was zum Besten geben, nämlich zur Zukunftsbewältigung qua Improvisation:

›Welch Licht leuchtet dort?‹
Improvisation als Einüben in Zukünfte

Wir werden sehen. Dann werden wir gesehen haben. (Nix wie weitter.)

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Eine Veranstaltung der Uni Graz und der Stadtgemeinde Bad Aussee.

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Samstag, 26. Mai 2018
Innsbruck (A), Dom St. Jakob
fluidum~
[1]

http://farm3.static.flickr.com/2443/3572906746_54677e3db1.jpghttps://muetter.at/cms/fileadmin/user_upload/pix72dpi/fluidum_logo.jpg

Bertl Mütter: 1+1+1=1 (discursus trinitatis)
                   Chor + Viola & Violoncello + Posaune

   
                   (Auftrag: Philipp Harnoncourt, 2011)

http://de.academic.ru/pictures/dewiki/84/Trifolium_repens_07_ies.jpg

Dazu pures Spiel im Raum – ein Aufgehen im Klang.

Vokalensemble Domchor

Sasha Chochlov, Viola
Michael Tomasi
, Violoncello

Bertl Mütter, Posaune & künstlerische Leitung

Worte zur Eröffnung: Bischof Hermann Glettler

fluidum~ ist eine neue (und dementsprechend ambitionierte) Reihe aktueller Musik: Wir wollen den Innsbrucker Dom in ein Schiff im Klangfluss verwandeln.

Grundsätzliches zu fluidum~ finden Sie hier.

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Sonntag, 27. Mai 2018
Innsbruck (A), Dom St. Jakob

Im Gottesdienst am Dreifaltigkeitssonntag ist 1+1+1=1 (discursus trinitatis) ein weiteres Mal bei der Predigt erklungen. Dompropst Florian Huber sagte drei Impulssätze zur Trinität: Daraus hat sich der Diskurs entsponnen.

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