angezurrt Sonntag, 31. 12. 2017, 17:09

Niki-Insolvenz: Zehntausende Reisende sitzen fest
orf

(Sie können Ihre Sicherheitsgurte vorübergehend lockern.)



Zwangsvorstellung Donnerstag, 28. 12. 2017, 13:32

Dann, die andere Band, das Trio, aber sie wollten spielen wie dreihundert, die konnten alles, im Kopfstand, wenns gefragt wäre, und mit der rechten Hand noch einen Medizinball hemiolisch auftapperln, alle Achtung, wirklich stupend. Aber doch jedoch keiner hatte danach gefragt.

Dem Publikum bleibt nichts mehr zum Selbervorstellen, weil alle Bilder vorgegeben sind: die schiere Meisterschaft kann einem ganz schön im Weg stehen. Runter von den Hormonen!

Wir brauchen Freiräume, zum Sein.

(Beobachtung beim Südtirol Jazz Festival; formuliert am 29.6.2016)



spurlos Dienstag, 26. 12. 2017, 12:35

Spuren im Schnee verrieten Einbrecher
orfon

Rat für Einbrecher bei Schneelage: verbergen Sie sich so lange, bis Gras über die Sache gewachsen ist. (Ein Iglu ist dafür eher weniger geeignet.)



Neue Größe! Samstag, 23. 12. 2017, 16:33

Biathlon: Österreicher müssen ins Schwarze treffen

orfon

Selbst in nicht auf den ersten Blick alles preisgebenden Bereichen des öffentlichen Lebens arbeitet es unser Leitmedium stets aufs präziseste heraus, wie sehr wir Österreicher permanent von fast aller Welt getriezt werden. Genügt es bei den anderen Nationen, wenn sie irgendwohin ins Blaue (bei gewissen Lichtstimmungen erscheint der Himmel hierlands zunehmend türkis) knallen, so müssen einzig wir, es nutzet alles nichts, immer noch ins Schwarze treffen.
Ähnlich wird sonst nur (Groß-)Ungarn, (Groß-)Polen oder (Groß-)Serbien heimgespielt. Die neue Regierung wird schon bald wissen, wer unsere wahren Freunde sind.
Was freu ich mich drauf.



und folgende (ff) – Nachtrag zum 20.4.2017 Mittwoch, 20. 12. 2017, 12:54

Am 20. April des Jahres berichtete ich aus Schönbrunn, seinem Zoo, dem ältesten der Welt:

Neue Giraffen in Schönbrunn eingetroffen
orfon

Bald wird der neue Giraffenpark eröffnet und man kann die eingetroffenen Giraffen angaffen.

Nachtrag, 20.12.2017, da nun der neue Giraffenpark mittlerweile feierlich eröffnet wurde: Bis heute haben sie uns nicht verraten, wo sie die alten hingetan haben.

Bleiben Sie dran, wir bleiben dran!



gefechtsmäßig Montag, 18. 12. 2017, 16:32

Wenn nach einer Volksabstimmung schließlich der umfassende Schutz der Nichtraucher in Österreich eingeführt werden soll, wird die FPÖ wohl, und zu Recht (man ist immer im Recht in diesem Land der immerwährend moralisch Siegenden), den demokratischn Grundsatz des Minderheitenschutzes entdecken: Eine noch so überzählige Mehrheit dürfe doch nicht über eine Minderheit hinweg entscheiden.
Jede Minderheit ist schützenswert, vor allem wir. 
Schon kurios, wie schnell man im Rücken die Wand haben kann, dabei den Tschick in der hohlen Hand.
Beim Heer (und wohl auch bei Wehrsportübungen) nennt man das: Gefechtsmäßiges Rauchen.



besinnlich Samstag, 16. 12. 2017, 11:46

Ab morgen sollen Duftgeräte in der Albertina in Wien mit einem Apfel-Zimt-Geruch weihnachtliche Stimmung versprühen. Das Konzept ist noch in der Testphase, ob andere Museen die Idee übernehmen, ist derzeit unklar.

orfon, 13.12.2017

Ein Direktor (als solcher befindet er sich, nie zu vergessen, in permanenter Evaluierung) besinnt sich der Kernaufgaben seiner Tätigkeit. Bei der zu erwartenden Regierung wird er dadurch eher nicht als Ablösekandidat auffallen. Ob er andere Museen übernehmen wird, ist derzeit unklar.

Die Schloß Schönbrunn Kultur- und Betriebsges.m.b.H. gibt indes bekannt, dass aufgrund der beliebten Weihnachtsmärkte vor ihren Standorten (Schönbrunn, Hofburg) ein zusätzlicher weihnachtlicher Duft nicht notwendig sei. Ob sich die da nicht prekär täuschen?

Nach Apfel-Zimt rieche es aber nur im Christbaumraum, verlautet seitens der Albertina. Wie es wohl in den Direktionsräumen riecht, wollen wir uns möglicherweise gar nicht vorstellen.



unumgänglich umgänglich Donnerstag, 14. 12. 2017, 14:48

Der Präsident (Vladimir Putin, Anm.) sei im Umgang mit jedermann »loyal und voller Respekt«, so habe er »nur Verbündete und Freunde«.
orfon

Ach so, so einfach ist das! Aber, hmm, das probieren doch Etliche auch, aufs eifrigste, ich denke, ich auch. Fehlte also nur noch Macht, unumgehbare, faktische Macht. Dann hätte man Freunde, Freunde, Freunde! Wie einen die alle lieb haben würden, für immer!
Man frage den dereinst feschesten Finanzminister aller Zeiten. Nur Freunde, der, einst.



11 : 13 Dienstag, 12. 12. 2017, 12:12

St. Lambrecht, Steiermark (süd-west). Weil (dereinst, angeblich) das Osmanenheer bis Mittag Mariazell, Steiermark (nord-ost), einnehmen wollten und pfiffige Bürger (sicherlich vermittelst des Hl. Geistes) kurzerhand bereits um Elf zu Mittag läuteten, wodurch die Magna Mater Austriæ samt der sie umgebenden Immobilien und Sachwerte nebst Menschen auf Fürsprache der Überheiligen wundersamst errettet wurden, wird heute noch um Elf zum Mittag geläutet, was dem Tag eine gewisse Disproportionalität beschert, denn Mitternacht ist bei vierundzwanzig zugleich null Uhr verblieben. Ob nun also der Tag oder (meine Vermutung) die Nacht den größeren Anteil für sich hat, ist nicht ganz gelöst, und genau genommen ist zumindest im Winter die Beantwortung dieser Frage Sophisterei, Scholasterei oder was man sonst noch in Reichen hochgeistiger Spekulationen zu betreiben beliebt.



Umzugvögel Sonntag, 10. 12. 2017, 14:51

Winterland. Die Elstern fallen einem nur im Winter auf, so schwarz-weiß wie sie sind; vermutlich ziehen sie sich für die Blätterzeit um, papageiisieren sich, full HD, das sowieso.
Der Winter dient der Farberholung.



Innenraumklimatologe Freitag, 8. 12. 2017, 9:40

Innenraumklimatologe, jawohl, Innenraumklimatologe sollte man sein, vor allem winters, bei gleichmäßig warmer Temperatur. Man wüsste jederzeit genau, wann Zeit zum Lüften ist, immer, untrüglich. Wozu wäre man denn schließlich – wie heißt das schöne Wort – Innenraumklimatologe geworden. Genau, Innenraumklimatologe.
Wo kann man das studieren, Innenraumklimatologie? (Um eine Variante zu bringen.)



zeitlebens Dienstag, 5. 12. 2017, 15:19

Ehrenkreuz, was für ein Wort. Der Sektionschef (von der Seite sieht er aus wie Dustin Hoffman in The Graduate; etwas gealtert, wenn auch unverheiratet) spricht von der Begeisterung für Musik, die den Laureaten zeitlebens ausgezeichnet habe. Als wäre er schon tot, der Geehrte.
Der formelle Anzug, in dem der bemerkenswerte Maultrommelvirtuose steckt und seine kurzgelockte, wenn auch steif hochwuchernde Frisur erhöhen seine Wirkung enorm in diesem festlichen Palais, das ansonst dem Datenschutz gewidmet (geweiht?) ist. Loriot hätte bestimmt seine Freude daran gehabt.



Dreifach dräuend Freitag, 1. 12. 2017, 16:32

Drei Dämmerungseinbrüche an einem Tag.
nachrichten.at

Alles, was ist, endet.
Ein düstrer Tag dämmert den Göttern.
Erda, in: Richard Wagner, Das Rheingold

Im Bezirk Steyr-Land ereignet sich meteorologisch Sensationelles. Zwei gingen ja noch an; welcher Art nun der Dritte sei, wir können’s im Düstern nur schemenhaft erahnen.
Bald wird sich alles ändern, wenden.



Bildung (mit Haken) Mittwoch, 29. 11. 2017, 7:31

28. November 2017: Die kommende Regierung hat also die Bildung abgehakt. Hat eh länger gedauert als zu erwarten stand.



still Freitag, 24. 11. 2017, 8:36

Young wurde 64 Jahre alt.
orfon

Ab wann ist man eigentlich alt?
Und: Jung?



aufgehen Montag, 20. 11. 2017, 8:48

U-Boot verschollen
orfon

Am besten, stelle ich mir vor, kann ein U-Boot an der Oberfläche verschwinden, ins Oben verschellen, oder wie sagt man? Oder überhaupt in den Himmel, getarnt und zumindest zur Missdeutung freigegeben als Zeppelin.
Umgekehrt geht’s auch.



ablaufend Freitag, 17. 11. 2017, 11:17

»Wüstensand kann nicht für Beton verwendet werden«, sagen sie im Radio, so nebenher, als wär’s eine allgemein bekannte Tatsache, quasi »Bitte, das weiß doch jedes Kind!«, an den Küsten hingegen und davor, da gäbe es das für’s so dringend notwendige Weltwachstum so dringend benötigte Material, und, bitte, das weiß aber wirklich jedes Kind, zumindest, wenn es sommers an die Adria gebracht wurde, zum Sandburgbauen, die haben nämlich selten auch nur eine Nacht unbeschadet überstanden, in Càorle, Lignano, Jesolo, das kann also nur extra angekarrter Wüstensand gewesen sein, was für eine brilliante logistische Leistung, muss man schon sagen, so haben sie keine unrentablen Leerfahrten gehabt, und weiterhin und ewiglich ist ohnehin alles Menschengemachte auf Sand gebaut, die Pyramiden in Afrika, jaja, selbst die, die auch.

Traditionell findet Wüstensand vor allem in Sanduhren seine nennenswerteste Verwendung (innen staubfrei).



Sicherheit für alle Dienstag, 14. 11. 2017, 14:21

Ende der Woche öffnen in Wien die ersten Adventmärkte. Die Sicherheitskonzepte wurden laut Polizei »überarbeitet und neu angepasst«. So sollen etwa als Geschenke verpackte Betonklötze für Sicherheit sorgen.
orfon

Ob das nicht überhaupt der Geschenkstrend werden könnte, quasi last minute, wenn die Märkte schließen? Weil irgendwo müssen die speziellen Packerl ja dann hin. Außerdem lässt sich so Sicherheit (die Sicherheit selbst!) verschenken, und danach sehnen sich ja überhaupt heutzutage alle. (Bei Selbstabholung 30% Rabatt.)



kläffend Montag, 6. 11. 2017, 13:19

Pflichtgetreuer Hund
Betreten verboten
Dauergartentortafel, Wien-Ottakring

Da ich mit Haus- und, wenn es sowas gibt, Gartenverstand versehen bin, betrete ich den Hund natürlich nicht.
Oder soll die Inschrift bedeuten, dass es sich für einen pflichtgetreuen Hund gehöre, sich, sofern ein Besucher das wünsche, betreten zu lassen, ja zu müssen? Da das bestens abgerichtete Tier als bester Freund des österreichischen Menschen derart pflichtgetreu sei, würde es diese Pein geduldig über sich ergehen lassen, was ihm allerdings nicht unbeträchtlichen Schaden zufügen würde, infolgedessen der p.t. Gartenbetretungsbeabsichtiger höflich gebeten werde, von dieser an und für sich seitens eines rechtschaffenen Garten- und Hundehalters zu erweisenden Gastfreundschaftsbezeugung freundlicher- und ausnahmsweise Abstand nehmen zu wollen.
Selbst im harmlosest Erscheinenden lauert der klaffende Abgrund.



Fremde Ohren / Schule des Staunens 19.2 Sonntag, 5. 11. 2017, 19:00

Hier ist das Manuskript zu den fremden Ohren, vorgetragen am 5. November 2017 um 18.30 im Wiener Konzerthaus. Und da ist der Blogeintrag beim so geschätzten Klangforum Wien.



Fremde Ohren / Schule des Staunens 19.1 Samstag, 4. 11. 2017, 22:22

Wenn es ein gewöhnliches Posaunenspiel gewesen wäre, würden wir wahrscheinlich bald weiter gegangen sein; denn es ist nichts seltenes, daß man auch noch spät in der Nacht aus irgend einem Hause unserer Stadt Musik hört; aber das Posaunenspiel war so sonderbar, dass wir länger stehen blieben. Es war nicht ein ausgezeichnetes Spiel, es war nicht ganz stümperhaft, aber was die Aufmerksamkeit so erregte, war, daß es von allem abwich, was man gewöhnlich Musik nennt, und wie man sie lernt. Es hatte keine uns bekannte Weise zum Gegenstande, wahrscheinlich sprach der Spieler seine eigenen Gedanken aus, und wenn es auch nicht seine eigenen Gedanken waren, so gab er doch jedenfalls so viel hinzu, dass man es als solche betrachten konnte. Was am meisten reizte, war, daß, wenn er einen Gang angenommen und das Ohr verleitet hatte, mit zu gehen, immer etwas anderes kam, als was man erwartete, und das Recht hatte, zu erwarten, so daß man stets von vorne anfangen und mitgehen mußte, und endlich in eine Verwirrung geriet, die man beinahe irrsinnig hätte nennen können.
(Adalbert Stifter, einposauniert)

Kommet also ins Wiener Konzerthaus! Am 5. November um 18.30 spiele und rede ich solo im Großen Saal. Ich spiele nur einmal. Wer jetzt die Gelegenheit versäumt, versäumt sie für immer!

[ALLES findet unter jeglichem Ausschluss einer über die im Saal befindlichen Menschen hinaus gehenden Öffentlichkeit statt: Kein Internetmedium wird streamen, weder live noch zeitversetzt, kein Küchenradio- oder -fernsehsender wird die Bedeutsamheit des sich Ereignenden in die Große Weite Welt hinaus beglaubigen.]

Das KANN doch nicht von Belang sein.

Tut das gut. Etwas findet einfach statt. (Punkt.) Aaah.

rchief
tte
ttensäge
(googleske Ergänzungsvorschläge zu einer an jenem Abend abzuhandelnden Person bzw. einem ihrer Werke.)

Verflucht sei, wer uns nicht glaubt.
Franz Kafka

Weitere stets überragende Bedeutsamkeiten alhîr.



Kurz getroffen Sonntag, 22. 10. 2017, 20:13

Strache hat Kurz getroffen und ist »guter Hoffnung«, vermeint er zu wissen in seiner Neuen Geifergereiftheit. Es wird ein one night stand gewesen sein, an dem Österreich noch lange herumkiefeln wird müssen.



Grüne Frage Donnerstag, 19. 10. 2017, 9:38

Wird Pandan das neue Matcha?
kurier.at

Zumindest die Vokale wären ja schon da. Es sollte, Ratschlag, aber auch an den konsonanten Inhalten gearbeitet werden.



sic(k)! Dienstag, 17. 10. 2017, 11:22

Da mag noch so gefeixt werden, wem die Grünen ihr bedauernswertes Ausscheiden aus dem österreichischen Parlament bei den Nationalratswahlen zu verdanken haben, eine (die entscheidende!) Wortmeldung in der Endphase des Wahlkampfes wurde bislang völlig außer acht gelassen, nämlich die Ansage seitens der FPÖ (!), sich (neben der dringend notwendigen Aufnahme des Kärntneranzuges ins immaterielle Weltkulturerbe) fürderhin insbesondere der bedrohten Shisha-Kultur annehmen zu wollen.
Jetzt nehmen wir aber alle einmal einen tiefen Zug, bis zum Fütli hinab (wie sie in der Schweiz in diesem Zusammenhang völlig unbedarft und harmloserweise sagen würden), sagen wir: Double-Apple.
Ich scheiß mich an.



zugleich Sonntag, 15. 10. 2017, 11:55

Bitte benützen Sie alle Einstiege!
Automatisierte Durchsage, Wiener Linien

Wie einst schon Karl-Markus Gauß anhand der quasi flächendeckenden Nichtbefolgung der unsinnigen Forderung »Bitte rückwärts einsteigen« detektiere auch ich den der österreichischen Seele eingeschriebenen Geist zivilen Ungehorsams mit jeder U-Bahn-Fahrt aufs Neue.
Oder, monströser Verdacht, handelt es sich um ein strenggeheimes quantenphysikalisches Massenexperiment?



Doppelte Freude Freitag, 13. 10. 2017, 11:40

Die Frau und der Rollstuhlfahrer brachen sich einen Finger.
orfon

Geteiltes Leid ist halbes Leid.



Teufel auch! Mittwoch, 11. 10. 2017, 11:11

Du sollst dir kein Bildnis machen
Gebot

Polizei konfiszierte in Rom tausende mangelhafte Rosenkränze
derstandard.at

Des weiteren etliche fehlerhafte Heiligenbilder, erfahren wir, und schütteln ungläubig den Kopf. Und dann noch (verkehrt gepolte?) Magnete, (bartabbrechende?) Schlüsselanhänger und (selbstentzündliche?) Aschenbecher auch! Die Waren hätten weder hinreichende Angaben über Hersteller und verwendete Materialien noch Hinweise zum Gebrauch oder möglichen Gesundheitsrisiken enthalten, heißt es weiters.

Lasset uns innehalten. Was nun haben wir uns unter mangelhaften Rosenkränzen und fehlerhaften Heiligenbildern vorzustellen?

Fangen wir mit den Heiligen an. Grundsätzlich muss gesagt werden, dass jedes Bild, das wir uns von wem immer (auch und vor allem von uns selbst) machen, mängelbehaftet ist: Kein Bild entspricht der Wahrheit, kein Abbild kann je das Original ersetzen, es verzerrt, überhöht, untertreibt, je nachdem. Dies in Anschlag nehmend, sollte es für aufgeklärte Menschen nur ein geringes Problem sein, wenn etwa die Pfeile des Sebastian im falschen Schenkel stecken, das Rad der Katharina eine ungenaue Anzahl Speichen hat oder die Dornenkrone aus einer Dornbuschart geflochten ist, die es zu jener Zeit (AD 33) an jenem Ort (Jerusalem) nicht gegeben hat. Da nun eben das Wörtchen aufgeklärt dastand, ist bereits entscheidendes preisgegeben, warum die wie stets löblichen italienischen Behörden einschritten, ja: einschreiten mussten. Machen wir es also kurz und widmen wir ihnen unser inniglichst-herzlichstes Vergelt’s Gott!

Jetzt, die Rosenkränze, die mangelhaften. Da wird’s wirklich abgründig. Immerhin ist zweifellos, dass wir, wie in einschlägigen Foren eindeutig belegt, unsere heute so friedliche Zeit einzigundallein den Rosenkranzbeterinnen und -betern (organisiert etwa in der in opfervollem Sühnekreuzzug organisierten Legio Mariæ) zu verdanken haben. Hat sich da nun jemand in böswillig-trickbetrügerischer Absicht hineingeschlichen und den frommen Kohorten diabolische, schwefelbedampfte, linksdrehende, mithin – ein verharmlosender Hilfsbegriff! – fehlerhafte Rosenkränze untergejubelt, so wäre es um den Weltfrieden fürwahr schlecht bestellt gewesen, wäre nicht, wiederum, die wackere italienische Polizei in die Bresche gesprungen und hätte diesen perfiden satanischen Angriff aufs beherzteste pariert!

Quod erat demonstrandum: Auch wir hier brauchen dringend mehr Religionspolizei (und diese erweiterte Verhörbefugnisse), dann kann das Goldene Zeitalter anbrechen.

Wird aber auch Zeit.

__________________________
In eigener Sache: Sie haben eben den seit seiner Etablierung am 6. Juli 2004 viertausendsten Beitrag im muetterlog gelesen.
(Damit nachher niemand sagen kann, man hätte es nicht wissen können.)



Anti-Aging Sonntag, 8. 10. 2017, 12:21

Straftäter werden immer jünger
orfon

Scheint mehr als nur eine Mode zu sein, der Trend zum Abbremsen des Alterungsprozesses, wo doch gerade die geburtenstarken Jahrgänge nach und nach zu den Erstadressaten der entsprechenden Verjüngungsverheißer mutieren. Ob man es aber tatsächlich mit der moralisch doch zweifellos verwerflichen schiefen Bahn probieren soll, dessen bin ich mir nicht ganz sicher.

Warten wir also besser noch ab, beobachten wir die Szene und lauern wir einmal, auch wenn wir so derweil ungebremst vergreisen, oder sagt man ergreisen?

Kalt wird’s einem.



Gurkenkrümmung, weltumspannend Freitag, 6. 10. 2017, 12:31

Zeiliger telefoniert quantenverschlüsselt nach China
kurier.at

Das Pferd frisst keinen Gurkensalat
Legendäre erste Worte, Johann Philipp Reis, 26.10.1861

Setzen wir das tagesaktuell historische Quantenkryptographieereignis mit dem Namen des allerersten Telefongesprächsprechers in Beziehung, verstehen wir auch, warum unser Anton Zeilinger ausgerechnet nach China telefonieren musste.

Es wurde leise geredet, aber gut haben sie sich verstanden.

Keiner versteht, wie es wirklich geht.



Umwälzende Raumkrümmung Dienstag, 3. 10. 2017, 12:09

Du musst nur die Laufrichtung ändern.
Franz Kafka

sein aber kommen unter ein schlafwalzen
Ernst Jandl, die morgenfeier, 8. sept. 1977

Es war das vertraute kleine Zimmerchen, in dem er schon oft als Gast geschlafen hatte. Etwas verwinkelt zum Betreten, konnte man sich kaum umdrehen in ihm, gerade groß genug für ein ausgeklapptes Bett war es, und das reichte ja auch: Was wollte er mehr?

Nachts nun wollte, musste er auf.

Etwas seltsames war geschehen: Während er geschlafen hatte, hatte sich der Raum wohl gut 180° um die eigene Achse gedreht. So kam es ihm zumindest vor, als er nach der Schiebetür tappte, seine unbeholfenen Hände aber nur eine schwarz gestrichene Wand vorfanden. Wieder und wieder versuchte er, den entscheidenden Spalt aufzuspüren, vergeblich. Merkwürdig aber auch, dass er sich, dämmerte es ihm seicht, nicht an eine gestern oder je hier vorhandene Schiebetür erinnern konnte. Weiter, entdumpfend angestrengtes Denken, mehr ein Versuchen. Dann, der Kniff! – Er drehte das Zimmer um einen weiteren Halbkreis (er wälzte sich also herum), gewahrte den verwinkelten Umstieg – und war entkommen in den Korridor nächsthöherer Ordnung. Die Schiebetür zum Sanitärbereich meisterte er in traumwandlerischer Souveränität, und von der Rückkehr muss gar nicht erst erzählt werden.

Mögen andere Pflastersteine durch Fenster werfen, wenn sie sich nachts nicht auskennen: Es genügt, schlicht die Richtung zu ändern, das heißt, den Raum zu drehen.



Fingerknöchelzungenbrecher Sonntag, 1. 10. 2017, 12:06

Zuzana Růžičková (…) war eine tschechische Cembalistin.
wikipedia

Merke: Jede Nation ist der festen Überzeugung, dass einzig ihre Sprache exakt so geschrieben wird, wie sie gesprochen wird, bzw., umgekehrt, exakt so gesprochen wird, wie sie geschrieben wird.

Nachfrage: Wie schreibt man Cembalo auf Tschechisch? Und wie spricht man es aus?

Na also.



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