den klang fernen Mittwoch, 31. 12. 2008, 0:00

wenn es kopfhörer gibt, warum haben sie dann noch keine kopfsprecher erfunden (bzw. herausgebracht, weil erfunden haben sie die sicher, es stehen aber interessen einer flächendeckenden verdummungsmafia dagegen, sodass die patente und prototypen in sicheren bunkern lagern)?, fragte er sich, abermals selbstquälend im nichtweghörenkönnen, als er im zug wieder einmal allzuviele ganzundgar unverlangten auskünfte eingeschrien bekommen hatte müssen.
österreich, telephonkrankes land, in dem so viel geredet und kaum was gesagt wurde, dachte er sich und war sich seiner ebenso österreichischen mieselsucht voll bewusst, aber warum sollte man nicht ehrlich mieselsüchtig sein dürfen, aufrechter war es allemal als dieses unerträgliche, vielfach propagierte schreiende immergutdraufseinmüssen, eingebranntes kanzlerlächeln.



pass auf!* Dienstag, 30. 12. 2008, 0:00

bei seiner entlassung wirkte der polizeichef gefasst.
ö1, mittagsjournal, 19.12.2008

würde man den den polizeichef verletzenden täter (und man würde ihn) fassen, er würde wohl nicht allzuschnell entlassen.

*passau, die – eine zu spät ausgesprochene oder gerufene warnung.
(adams, lloyd, böttcher: der tiefere sinn des labenz. das wörterbuch der bisher unbenannten gegenstände und gefühle. hamburg 1992, rogner & bernhard bei zweitausendeins)



steh still! Montag, 29. 12. 2008, 0:00

die sich aufbauende, einstellende und vergehende symmetrie der eigenschatten im gehen zwischen zwei straßenlaternen. während dein kräftiger vorausschatten länger und schwächer wird, verkürzt und verstärkt sich dein hinterschatten, dessen licht von vorn kommt, in der mitte sind sie idealerweise exakt gleich, aber nur, wenn die laternen gleich stark leuchten, wirklich gleich hoch sind, der weg eben und gerade dahingeht und keinerlei fremdlichtquellen das ergebnis verzerrende zusatzbeleuchtungen einstrahlen, wo aber gibt es das schon in der straßengehpraxis, ganz abgesehen von allfälligen vergrößerungen und schrumpfungen deiner selbst während des gehens, denn strenggenommen ist dein pulsieren, protuberieren, ja, zu jeder zeit unvermeidlich, nicht nur im gehen nämlich, zu jeder zeit, immer, jawohl, und die zugehörigen pulsmesser gäbe es auch schon, sie sind aber bislang nicht miniaturisierbar, was auf das messergebnis entscheidenden, verfälschenden einfluss hätte, genau das aber gilt es zu vermeiden, bleib also zuhaus, bevor die lichter angehen, rühr dich nicht!



kehr um! Sonntag, 28. 12. 2008, 0:00

und ein straßenkehrer im straßenverkehr ist ein straßenverkehrer. bei schnee, gar vor dem landl, aber bitteschön nur mit ketten.



verschränkt (2) Samstag, 27. 12. 2008, 0:00

wie ausgerechnet vor dem grauenhaus in den farblosesten tagen ein lederner handschuh ganze drei tage zu liegen kommt. es ist ein arbeitshandschuh. aber eben, vor dem landl, dem landesgericht, an der kreuzung alserstraße/zweierlinie. welche nachricht wollte der 48er wem im gitterblock übermitteln, was für eine fehde ist da am laufen? handelt es sich um eine neuartige textile verschränkung in zuge einer möglicherweise drohenden freisetzung (heutzutage wird niemand mehr gekündigt.)?
das neue kleidungsstück, jetzt auch im lagerhaus zu erwerben: der arbeitsfehdehandschuh.



verschränkt (1) Freitag, 26. 12. 2008, 0:00

die erste osterwerbeeinladung inkl. hinweis auf auszulebende gourmetgelüste ist bereits eine woche vor weihnachten draußen. du liest ekstase – askese. zwei zustände, zwei prozesse, zwei wege, die – so gegensätzlich sie sind – im grunde genommen zum gleichen ziel führen können: in einen spirituellen ausnahmezustand, zur transzendenz, zur erleuchtung.

mahlzeit | prost

das jahr, es verschränkt sich zusehends. in der musik würde man das eine engführung nennen, und die eingestrickte brust auf dem werbebild, imago dei, sie scheint ja wirklich hinaus zu wollen aus dieser ärmellosen enge.
davor aber wollen wir auch körperlich abnehmen, bis zur transzendenz. dafür lassen wir uns  ausnehmen wie eine weihnachtsgans, der angestrebte ausnahmezustand, rein spirituell, versteht sich.
wir könnens kaum erwarten.



umsonst Donnerstag, 25. 12. 2008, 0:00

der grauondulierte herr mit der kreativbranchebrille und dem weihnachtssternroten seidenshawl bemühte sich sichtbar, nicht wie frisch von der edeleinkleidung samt promifriseur daherkommend drein- bzw. ausderwäschzuschauen. völlig vergeblich, wie sich prompt bei seinem nächsten waggonfüllenden mobiltelefonat herausstellen musste.



nicht nur zu weihnachten Mittwoch, 24. 12. 2008, 0:00

das leben (jeder seines, das ist schon allerhand!) abspulen, ableben.
auf! auf! ihr krippel!
sagte der fürst saurau auf hochgobernitz, sagte er, sagte thomas bernhard, ergänzte er, stellte er sich vor. aber ohne weihnachten. ist besser; und: erträglicher.
in diesem sinn: danke für unterlassene w-wünsche. ich ihnen auch.



wirklich gut und wohlig warm Dienstag, 23. 12. 2008, 0:00

zwischn gloareifling und weyeya
jo do is a tunöö
foad ma eini wiads fihinsta
kimmt ma aussi wiads hö

beliebte strophe zwischen stubenmusikalischem kollektivgejodel*

ja, es war winter, die sonne gewendet, sie ging nun wieder aufwärts. und der teekessel sang auf dem stövchen wie in der werbung damals (wo man ihn nicht hörte, weil ein deutscher cat stevens mit hörbar hundegleich gewellten stirnfalten vielzulaut sang, menschen, hübsche zufriedene menschen lächelten einander milde an, hattens gut, hattens gut, hattens wirklich gut, hell war es, wohlig, jawohl wohlig wars, wenngleich sie dicke strickpullover mit zopfmuster anhatten – hätten sie nicht ein kleinwenig wärmer einheizen können?), dieses zittende blubbern einer gläsernen kanne über dem ikeateelicht kam aber aus seinem aufundzuklappschreibgerät, ein klang, den man, wenn auch sicher nicht zum lachen anlass gebend, als komisch zu bezeichnen pflegt, irgendwie mechanisch, als würde ein rotierendes teil, ein elektronisches hamsterrad oder so was ähnliches nicht ganz rund laufen. oder als schnarche eine schabe da drinnen. jedenfalls sicher nicht so, wie es klingen soll, nämlich lautlos, und das gefiel ihm in der tat nicht, überhaupt nicht

* dann las er noch, dass am vorabend eine lokomotive feuer gefangen hatte (die 35 jahre alte lok konnte vom 45 jahre alten lokführer noch aus der tunnelröhre gesteuert werden, worauf dieser, es schlugen bereits flammen aus dem maschinenraum, alarm schlug, drei feuerwehren rückten mit schwerem atemschutz zum einsatz aus, es wurde niemand, weder der lokomotivist noch der fahrgast noch irgendein feuerwehrmann verletzt, alles konnte schließlich gelöscht werden, wegen des alters – der maschine, nicht des lokführers – entstand vermutlich totalschaden) und wollte nicht mehr weiterschreiben, und darum fehlt auch hier der punkt, sicher ist sicher



loklocke Montag, 22. 12. 2008, 0:00

die – tadellose – frisur des in knittelfeld abgelöst aussteigenden lokomotivführers war eine durchunddurch zugemblematische: vokuhila, im ungarland auch bekannt als bundesliga, die magyar à¡llamvasutak aber streikten dort an diesem tag.



akutkur Sonntag, 21. 12. 2008, 0:00

über kurz oder lang werde man die kurzarbeit verlängern müssen, erklärten die wirtschaftsstrategen. ab sofort aber würden die kurzen tage aufkosten kürzerer nächte länger, die talsohle war überschritten. oder durchwandert.



kärntner koinzidenzen (4) Samstag, 20. 12. 2008, 0:00

zusätzlich zu den auf den balkonen und am dach haben sie vor den mehrgeschoßigen wohnhäusern unweit der dr. karl renner schule (eine zweisprachige volksschule) in der ebentaler straße, klagenfurt/celovec, wohl um jedwedes kinderspiel in der wiese objektiv begründbar verhindern und verbieten zu können, auf in die erde gerammte stangen ihre satellitenschüsseln montiert (wäscheaufhängen ist gerade noch erlaubt), südwärts weisen sie, nach lambichl etwa und in die richtung eines unerreichbaren tals. ob sie gar deshalb so merkwürdig auf halbmast wirken?



kärntner koinzidenzen (3) Freitag, 19. 12. 2008, 0:00

der wirt oberhalb tanzenberg, wohin man zur behaubten (behaubten? – eine mütze war das doch, maximal!) mästung gefahren war, hatte, mitten im dezember, also gut zwei monate nach dem verdoppelten feiertag, das hl. landesbanner auf halbmast gesetzt. das gefüllte masthuhn (neinnein, nicht à  l’orange) schmeckte dementsprechend schal.



kärntner koinzidenzen (2) Donnerstag, 18. 12. 2008, 0:00

kärnten: erst der sonnenverlust, dann die schneehölle. wie mag es weitergehen? – von den karawanken und, ein zangenmanöver, von der saualm herab fallen fremdländische horden über die dörfler in den fruchtbaren bodenregionen um das zenralnass ein.
der wörtherseetsunami wird sie wegspülen, fürchtet euch nicht, spricht der hai.



kärntner koinzidenzen (1) Mittwoch, 17. 12. 2008, 0:00

das sonnigste bundesland österreichs (nicht das burgenland) wird schwerst gebeutelt. zuerst fiel seine sonne (es glaubte, über eine eigene zu verfügen) vom himmel, daraufhin versank es folgerichtig exakt zwei monate danach im schnee.
für winterliche fahrbahnen empfiehlt sich das bestreuen mit asche.



inshallah! (2) Dienstag, 16. 12. 2008, 0:00

das gesundkranke publikum, das so gerne über alles (alles!) lachen wollte.
am morgen dann den kurgastfrühstücksdienst (kurgäste vollziehen alles, auch den vorabendlichen kulturgenuss, in einer patienten = geduldigen diensteshaltung), die ohrenwände seines zimmers waren seit knapp nach sechs wach, ersparte er sich und stieg in den schwefelnebelzug, welswärts, vom kurort fort.



inshallah! (1) Montag, 15. 12. 2008, 0:00

schon wie die unselig alterungslose chrislohnerstimme am bahnhof nach der doppelpunktansage nächster halt: ebendiesen nächsten halt des einfahrenden zuges ansagte, nämlich, als hätte man sie unter galvanischen strom gesetzt, sehr gesund für den bewegungsapparat, aber es klang auch ein kleinwenig arabisch, ja genau, was hier, am welser hauptbahnhof zumindest irritieren musste, etwas erhöht im ton, und war das zeha am schluss gar etwas gutturaler geraten?, fragte er sich, nicht tirolerisch, nein, hinten und tiefer, chris lohner also sprach bad shallaba(c)h.
obacht.



montenegro (4) Sonntag, 14. 12. 2008, 0:00

schwarzenberg (der von damals), in der besatzungszeit vor dem staatsvertrag: jetzt geh‘ ich nach haus‘, über den stalinplatz, der nach meinem großvater benannt is‘.

(abermals plädiere ich für die einteilung wiens in 23 bezilke.)



montenegro (3) Samstag, 13. 12. 2008, 0:00

schwarzenberg, dessen vorfahre 1813 bei leipzig gegen die franzosen, fallend zwar, gesiegt hatte, nach einem ministeriellen disput mit seinem französichen ressortkollegen: tuns‘ schön aufpassen, schon mein großvater hat napoleon geschlagen!



montenegro (2) Freitag, 12. 12. 2008, 0:00

ich steh ja auf den schwarzenberg, müssen sie wissen. in den nächsten tagen drei schnurren, hinterbracht von unzweifelhaften, persönlich bekannten gewährsleuten.
schwarzenberg, wie er einmal des abends von venedig wienwärts gefahren ist und j.h. (kein hai) einlud, doch mitzufahren, auf dessen nachfrage, ob er nicht möglicherweise ein glas zu viel getrunken haben könnte: keine angst, ich fahre nur über eigene grundstücke.



montenegro (1) Donnerstag, 11. 12. 2008, 0:00

unser neuer herr außenminister hat sich, gutberaten, in gutnachbarschaftlicher freundlichkeit zu einer liebenswürdigen verständigungsgeste entschlossen: er will unterricht in der nach dem österreichischen zweitmusikalischsten, der tschechischen (welcher auch sonst?) sprache nehmen, auf dass das allerhöchstdiplomatische vokabular über das wort temelà­n hinausreiche, heißt es; nennen wir es die neue sonnenscheinpolitik. wie gesagt, sehr liebenswürdig. und, vorauserbrachte gegenleistung seines tschechischen ressortkollegen: kari schwarzenbergs muttersprache ist das österreichische deutsch.
was will da noch schiefgehen?



ned weid hea Mittwoch, 10. 12. 2008, 0:00

hernals
heanois
hairnoise
haarlärm
harlem

(wie ein wiener aus dem siebzehnten hieb, sagen wir etwa: prof. paul einem amerikaner aus der mitte manhattans, sagen wir etwa mr. jon sass erklären könnte, wo genau er wohne, und was es bedeute. jawohl, das vor allem.)



bettgeschichten (2) Dienstag, 9. 12. 2008, 0:00

(eine privatenthüllung aus dem schlafzimmer)
das oberösterreichische bildungsheimeinzelbett (modell 1978), es ist, bei einer breite von maximal 75cm, funktionell tatsächlich ein doppelbett. nämlich doppelt schläfst du ein. schläfst du nämlich ein, so schlenkern dir, wenn du sie nicht, einem schispringer in der anlaufspur gleich, an den körper presst, eine anstrengung, die ansich als schlafverhindernd zu bewerten sein dürfte, oder du dich mit deiner ganzen bettschwere darauflegst, deine arme seitlich rechts und links der minimalmatratze hinaus und hinab, wobei es dir die hände einwärts biegt, was sie extra einschlafen lässt, was dich rasch, aber mit der verzögerung des tramhaperten wach macht, du schüttelst die arme aus, bis sie aufgewacht sind, dein kreislauf ist etwas angeworfen, draußen ist es längst noch finster, du diagonalsierst dich, bewusster noch, legst dich gezielt auf die arme, kannst doch wieder einschlafen, die hände gleiten gravitationsgemäß dem erdmittelpunkt zu, es biegt sie dir ein, was dich wieder wach macht, was für eine nacht!
o wäre man doch nur einer von diesen stadionbeschallern, die sich wohnungsmäßig gewöhnlich in freigeräumten luxushotelstockwerken außerhalb oberöstereichischer bildungsheime (1978) aufhalten, gerne auch alleine, vomiraus auch mit etlichen adorantinnen, in wirklichkeit, doch besser noch im traum.



bettgeschichten (1) Montag, 8. 12. 2008, 0:00

wir wissen: der künstler, gar der jazz- oder rockmusikant, existiert on tour eo ipso nur temporär als einzelwesen, denn vor und nach jeder öffentlichen selbstentäußerung (gitarrenabfackeln, bühnentauchen,…) müht er sich damit ab, aus den adorantinnen (es sind stets deren mehrere, in jedem fall eine unzahl) die zu erhörende auszuwählen, um sie letztlich am besten doch alle gemeinsam zu erhören, jaja, sie sind oder waren zumindest samtundsonders rollige steine im elektrischen damenreich.
ganzundgarnicht anders ist es im nichtstadionfüllenden lokaleren musikbetrieb. jedoch, in den verträgen (einseitig, keine vertragskonvolute) steht stets, dass jedem herrn künstler ein einzelzimmer zuzuteilen sei, wofür der löbliche veranstalter aufzukommen habe. was nun tun?
(morgen enttarne ich diesen teasertext als schwüle spekulation, einzig und allein mit dem zweck, sehr simple einschlafversuchs- und quälende immerwiederaufwachgedanken zu kanalisieren, zugegeben: etwas umständlich.)



k-opfer Sonntag, 7. 12. 2008, 0:00

euje und uije und uijegerle brummte (ein hilfsausdruck) ihm in der früh (in der früh?! – dreiviertel zwölf war es, schaltergleich erreichte mittagsstunde!) nicht nur der schädel, im bild von gestern (was wohl seither geschehen sein mochte?) war ihm, als hätte man ihn mit kryptonit außer gefecht gesetzt, und vorsorglich setzte er ansatzlos einen brief auf, man möge ihm alle allfällig unholdischen untaten nachsehen, da man ihn mit k. außer gefecht gesetzt habe, haben musste, eine andere erklärung war nicht denkbar, und so einen schädel hatte er schon zumindest seit seiner matura nicht mehr gehabt, wie das passieren konnte, es konnte nur kryptonit im spiel sein, was auch sonst.
jetzt weiter, die wein- und schnapsflaschen wegräumen, die wenigen heil gebliebenen gläser spülen, uije und eujegerle.
ansich liebte er es ja, wenn gäste kamen. der securitycheck, vor allem in hinsicht auf kryptonit am kramperltag, er war zwingend einzuführen, zwingend und ohne padong.



sev? – sef! Samstag, 6. 12. 2008, 0:00

unterwegs, was man unterwegs nicht alles so hörte, hören musste, gar wenn man mutwillig die kürzere strecke, die länger dauerte, nahm, ausschließlich regionalzüge, vollgepfropft mit gicksendem oder kreischendem, sowie jungmännchenstark sich waggonbeschallend gebärdendem, von energiegetränkswolken umnebeltem schulvolk. verkehrstechnisch stellte der kurzumweg mit ausschlag (nicht die pickel der pubertierenden, nein, eine im wechselwald verborgene haltestelle) eine sagenhafte entschleunigung dar, die ihn in ein anderes jahrhundert versetzte, vielleicht 1978, na gut, das wagenmaterial hatten sie, in angemessenem abstand zu wirklich wichtigen strecken strecken, minimaladaptiert, elektrifiziert aber hatte man nicht, und über den gleisunterbau bei spülwetter wollte er lieber nicht eingehender nachdenken. sich einem umsteigeknoten annähernd (oder wars danach?), unterhielten sich zwei gewohnheitspendelnde über hier schon erlebte fährnisse, die ausgefallene heizung im winter, das reziproke ereignis dazu im sommer, verpasste anschlüsse, vergessenes aussteigen, die verzögerungen, die sich mit der häufig vorkommenden notwendigkeit (in der erinnerung wuchsen unannehmlichkeiten immer weiter an), sich eines autobuses anstatt der letztlich doch bequemeren eisenbahn bedienen zu müssen, ergaben, schienenersatzverkehr (sev) hieße das, ausgesprochen im hügelöstlichen dschungelidiom aber klang es ganzundgar untranskribierbar, er konnte keine schreibentsprechung finden für die hier topographiebedingt übliche aufundabwellung gewisser vokale, da er aber ahnen konnte (zumindest glaubte er das), dass es sich möglicherweise tatsächlich um das wort schienenersatzverkehr handeln dürfte, kam ihm vor, als bellte der nachbar als abschlusswort anstatt -verkehr, (zugegeben: klischee-)indische assoziationen in ihm wachrufend, ein, wenn auch undeutliches, -fakir heraus.

o superman, genau, 1978, das war es, der schienenersatzfakir, auch er oberleitungslos damals und für immerdar.
schließlich, nach wochen, stieg er aus. in gleisdorf, wo auch sonst.



krampussy Freitag, 5. 12. 2008, 0:00

faymann, kuschler. oja, wir brauchen solche männer. mir kommt er übrigens bekannt vor. es gibt da diese entsetzlichen niedlichkeitscartoons, liebe ist, wo sich zwei unpubertierte nacktmenschen mit einem kopf-körper-verhältnis wie kleinkinder, sowie gegengeschlechtlichen merkmalen der sekundären art (lange blonde haare, schwarze scheitelfrisur) ganz lieb haben.
undaber: wie weit ist es vom kuschler zum kuscher, vor allem gegenüber onkeln, hansi etwa, diesem bekennendsten hundstreichler seines kronlands österreichs?
wichtig ist jedenfalls, in zeiten wie diesen, gute stimmung.
nikolausy!



litschilutscher Donnerstag, 4. 12. 2008, 0:00

berlusconi, dieser goggolori, und seine neue pornosteuer mitsamt seinen kommissaren, denen die so verantwortungsvolle aufgabe übertragen wird, vorgetäuschtes von vollzogenem zu unterscheiden, was für eine arbeit, es gilt, peinlich genau zu sein.
als gütesiegel für einwandfreie, ausschließlich von mediaset zu vertreibende qualität schlage ich einen litschilutscher, lecca lecca litchi, vor, durchgestrichen, versteht sich.



schälchamäleon Mittwoch, 3. 12. 2008, 0:00

der zuspätpubertierende ausschießende knabe in der s-bahn am abend, wie er sich seine mandarine präpariert, die umhängtasche legt er sich auf den schoß, darauf zärtlich eine saubere papierserviette, ausstreifbewegungen macht er wie oliver hardy, er holt aus einer jackentasche die bereits geschälte halbe frucht hervor und legt sie links oben auf die serviette, löst bedächtig eine von den verbleibenden vier spalten ab und beginnt mit der reinigung, achwas, eine quasiliturgische purifikation ist das, pro spalte braucht er zweidrei stationen, alles langsamst, peinlichst genau, immer tendenziell unzufrieden, jedenfalls misstrauisch, ob das ergebnis seinen sauberkeitsansprüchen genügen könne (sicher nicht!), sodass er, da er doch nicht weiter herumfizeln will oder kann, die spalte schließlich völlig genusslos und reflexhaft wie ein reptil einwirft und verschlingt, kaulos, mit einem hauch von ekel, genau, um sogleich wieder in seine chamäleoneske langsamkeit zu verfallen, ach hätte die s-bahn nur hundert stationen, der bub könnte wirklich reine mandarinenspeigerln schlucken, da aber die sauberkeit von mandarinen in jedem fall letztlich eine asymptotische sein muss, dazu kommt noch die verunreinigung durch die völlig unverständlicherweise nicht gummibehandschuhten schälfinger, würden selbst tausend chrislohnerstationen nicht ausreichen.
litschis, jawohl, litschis, wenngleich durch ihre explizit sexuelle anmutung ansich obszön, wärens.
er ist ja noch jung und rein.



saugstauber Dienstag, 2. 12. 2008, 0:00

nicht nur würde alles ab sofort und für immerdar besser, auch reiner. in absichtlicher selbsttäuschung war er der werbemacht erlegen, ein zukunftsweisendes staubsaugprodukt gehörte angeschafft, dann würde ihm das saugstauben eo ipso freude machen, mit so einem wunderding, zyklonisches saugen, und kein vertreterbesuch war nötig, kein es saugt und bläst der heinzelmann, wo mutti sonst nur blasen (oder hieß es: saugen?) kann, aber wasfürwelche haare hätte er denn auch haartrocknen sollen na eben. sein englisches produkt stellte er sich mit einem boxermotor ausgestattet vor, wirbelwindig, und selbst abgebissene ohren (seien sie von mike tyson oder von walter sobchack mit schierer kieferkraft vom gegenüber entfernt worden) ließen sich damit problemlos und hygienisch einwandfrei im durchsichtigen auswaschbaren staubtank vor allfälligen reparaturarbeiten zwischenlagern, und natürlich war sein neuer bunter saugwurm wesentlich zärtlicher als der wilde mike, ein boxen mit wattebauschen gewissermaßen, drum hieß es ja eben nicht tyson mit hartem t, sondern ebenso, aber weichdeà¯g.



wintermütter 2008 Montag, 1. 12. 2008, 12:00

liebe mba.

wie schon vor drei monaten sitze ich beim schreiben meiner schlichten quartalsschrift abermals im zug, die betriebliche altersvorsorge von letzthin allerdings, sie ist passà©, worauf soll man sich denn auch verlassen, aufs angebliche geld in unsicheren kassen, das andere verprassen und uns alle (vor allem die kronenbürger) zahlen lassen?, na eben, es gilt, an wirklich bleibendem zu arbeiten, was dir niemand anderer nehmen kann, und so sitze ich madenodermäusengleich im eurocity handl tyrol speck, und nirgendwo eine falle, ganz sicher nicht, weiters gilt: das drohende minuswachstum konnte hintangehalten werden, ja, es stehen die aussichten auf eine sich verfestigende weiterverzinsung durchaus günstig, da hat man was, gerade in dürren zeiten, denen wir entgegenreiten, gut ist auch, dass wir alle ab sofort nicht mehr streiten, alle schultern, haben sie beschlossen, werden geschlossen und das herz wird weit, ganz österreich will nicht nur seinen sondern gibt einen frieden, das dazugehörige licht haben sie schon anzünden lassen für die massen, schrill schrill schrillt das spendentelefon,

vor dem berühmtheiten zum abheben sitzen, alles wird nicht nur sondern ist bereits, endgültig und für immerdar, gut, die institutionalisierte, multipelst inkarnierte austriakische querulanz, sie ist verpufft, das wort raunzen wurde als fremdwort enttarnt und kommt auf die saualpe, wo die luft so gut und gesund ist, dass aller schwefel vergeht, vergehen muss, österreich, du grüne lunge der besonnenheit, die welt genest an dir, herr obama muss dann nur noch, einem kranzniederleger gleich, ein bisschen an den schleifen herumzupfen, tut das gut, und den selbstmörder vorhin hat es auf deutschem boden vor den zürichzug geföhnt, die welt wienwärts istundbleibt heil, jawohl.

aaaaah.

dann aber beginz in linz müsste man sein, kurt kurt in oder arbeitet an bad fucking, seit eh und je, für linz aber haben sie eine fünfte advenzkranzkerze erfunden, es wird scho glei dumper, hei-hei, hei-hei, heller eher nicht, zeichen und wunder allüberall, im südstaat (die apokalypse ein hilfsausdruck) ist die sonne, um die sich bis zu allerletzt alles gedreht hat, vom himmel gefallen, deren planeten wissen nun nicht worum eiern, die gefallene sonne aber kam per akklamation (santo subito!) als instantstern im sternbild der hai ans firmament zurück, strahlender aufs neue erglühend, patronus patrià¦, der sinnspruch einen stern reißen ist nunmehr in neuem licht, das von oben kommt, zu sehen, ein licht, das möglicherweise auch seinem propheten (der jünger, den j. liebte), der bis zuletzt nicht mit ihm (hand? mund? tele?) communio hatte, dieses seltsam vertraut-irritierende munchgesicht angebräunt (um nicht zu sagen: verbrannt) hat, eine sternschnuppe ward er, die welt aber wartet auf seinen sauluspaulus, wo ist er, wo liegt sein damaskus, gar im spargelland?


(anderswo, nördlicher, nebensonnen, planetenlose)

bitte die außentüren geschlossen halten, betriebsaufenthalt. – der speckzug steht außerplanmäßig in attnang puchheim, wohl eine kaltnebelräucherung für das edle produkt.
weiter nach vorn. richtig. linz. du schenkst uns, nicht zu verschweigen, das schweigen (=zustimmung). weiters die chuzpe, einer etwas zu vorlauten autochthonen theatertruppe anzubieten, ihr ein projekt weitweit weg zu finanzieren, damit das haus frei würde, eine abstandszahlung also im wörtlichen sinn. kulturhauptstadt, sowas ist in österreich einsilbig auf zett endenden städten vorbehalten. sie legens jedenfalls hintergründig an. wie heißts am end von ernst jandls die humanisten so schön? – schlutz.

noch nicht ganz. es nähert sich auch die nun doch nicht eingeschlafen gelassene tradition des beliebten kinderfaschingsumzugs von garsten (fuori le mure). anderswo nämlich, etwa in der christkindlweltmetropole steyr, erfinden pfiffige touristiker neue. und die hupe des alten weihnachtspostautos bläst ihr beliebtes postillionmotiv in ekmelischer stimmung, beginnend mit einer beinah großen terz nach unten, traurige zeiten im vergleich zu christkindl, das ja zu garsten gehört, alle kinder sollen als zwerge verkleidet werden! steht im merkblatt für die volksschuleltern, weil fürs schneewittchen wurde eine mutter gecastet, mit der jungfräulichkeit wolln wirs da nicht so genau nehmen oder nicht.

dann nähert sich auch schon der märz, aber das sind andere umstände, die einer gesonderten aussendung bedürfen dürften.

jetzt fällt mir nichts mehr ein (zumindest tue ich so). weiter also zum

service

1. so viel schöne musik gibts, etwa auf meinen cds. kauft.

2. im jänner nach cefal๠und nach steyr, im februar dann nach romanshorn.

3. hören sie regelmäßig ö1, lesen sie die clubzeitung.

4. überhaupt, tagesaktuell, die vorschau.

5. verfolgen sie das mütterlog. täglich.

6. vorbei ist vorbei.

7. alles wird immer besser.

etc.

herzlichst ihr

bertl mütter



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