frühlingsmütter 2011 Mittwoch, 9. 3. 2011, 12:00

liebe mba,

es geht hurtig durch fleiß
musikalisches akrostichon (violinientreu aufsteigend)

ich bettle.

[vorweg: ist schon aschermüttwoch heüt, der brief – und sein erscheinen hier – verspätet. will ja auch der frühling nicht recht heraus (wenn meine lieblingspraktikanten von orfon auch „nach schneeglöckchen und primel – sic! – dürfte es in den nächsten wochen zu einer regelrechten explosion der frühlingsblumen kommen” dichten). ist natürlich vom geschäftlichen her ein wahnsinn, mit einer regelrecht verspäteten briefexplosion jetzt erst daherzukommen, weil ich doch grad am ersten märz einen trombohuwabonischen auftritt gehabt habe, zu dem ich sie ohne extraaufwand einladen hätte können (war eh voll am augarten); die erfahrung aber lehrt, dass so ein periodisches e-werk allerhöchstens ein paar amüsierte (virtu- oder re-elle) schulterklopfer zeitigt, zudem weder die frischen noch die frisch aufgebähten tonträger in irgend erhöhter frequenz über meinen imaginären ladentisch gehen. wo also wäre der verlust? allerhöchstens geschah ein aufstacheln der mütterbriefverspätungswahrnehmer und innen, womit diejenigen meiner speziellen wertschätzung versichert seien, die das auftauchen des mütterbriefs in ihrem elektropostkastl bereits am 1. märz ab der mittagsstunde erwartet haben; bei ihnen – und nur bei ihnen – möchte ich um nachsicht für meine nachlässigkeit bitten – undaber werde ich nun allen die gründe darlegen müssen, weshalb das diesmal so kam, wie es, nunja: kommen musste.]

ich bettle.

(weiter)

wieder ist ein vierteljahr ins und übers und durchs land gezogen, das merke ich jedesmal beim selbstauferlegt-unverlangten schreibenmüssen des mütterbriefes, wie sie nun den neuesten in ihren virtuellen händen halten, also vermittelst ihrer realen augen bildschirmhinterleuchtet mindestens bis hierher gelesen haben. ein vierteljahr, das ist genau lang genug, dass man beginnen kann, unterschiede wahrzunehmen. nicht bei sich selbst, aber bei freunden, wenn man sie so lange nicht gesehen hat oder sie sich entzogen haben.

ich bettle.

aber ja, auch bei sich selbst. ich meine nicht im spiegel, den gibts täglich zumindest zweimal zum zähneblecken beim zähneputzen, ein jeder hat da seine persönlichen unbemerkten gewohnheiten, und wer sich noch mit den mühen einer frisur herumschlagen muss, augenstriche, lidschatten – was weiß ich – ist täglich multipel miroirerprobt, wenn auch spiegelverkehrt, was in der natur der sache liegt, und ist es doch ein glück, dass der spiegel nicht perfiderweise oben und unten auch noch vertauscht, die haare würden einem abstehen, während die ohren auch in dieser lage weiter beidseitig mehr oder weniger anliegen würden.

ich bettle.

was weiß ich habe ich interjektiv geschrieben. und das frage ich mich mit jedem vierteljährlichen mütterbriefschreiben noch dringender, in den verschiedensten wortabfolgemutationen zudem (was weiß ich … weiß ich was … ich weiß was … was ich weiß … ja auch sogar ich was weiß – wodurch wir uns bereits sprachmigrierend betätigt hätten, wenn auch nur andeutungsweise).

ich bettle.

natürlich kannst du auch schon in wesentlich kürzeren intervallen änderungen (verfalle, aufstiege) wahrnehmen. etwa beim schreiben eines textes, im wiederlesen, erscheint dir dein persönlicher erkenntnisstand am anfang von hinten her betrachtet als minder. also alles noch einmal von vorne anfangen, wodurch du dir wiederum am ende des textes, wie du ihn gerade hinterlassen hast, als von einem doch recht dürftig vollkommenen nur verfasst vorkommst. und so ginge das weiter, als würde ein düsenflieger im kreis fliegen, immer knapp hinter dem sich eben im himmelsblau auflösenden kondensstreifen her, wenn einen nicht jemand herausholte, zu tisch oder bett rufend. und es würde überhaupt gar nichts fertig, je, weltweit. was wiederum ehrlicher wäre. weil fertig, was wäre denn das, in aller vorläufigkeit, und es soll ja leute geben, für die sind letzte instanzen auch nicht definitiv, und wenn, dann ließen sie einfach die einschlägigen gesetze ändern, zögen zwischendecken mit geheimfächern nach bedarf nur für sich ein.

ich bettle.

halten wir es doch so, dass wir festgelegtes, abgeschlossenes in seiner scheinfestgelegtheit und scheinabgeschlossenheit zu respektieren beginnen. das ersparte etliche enttäuschungen. und sogenannte werke seien dokumente einer einigermaßen willkürlichen momentaufnahme, deren wir uns halt nun einmal bedienen müssen (müssen wir wirklich?).

ich bettle. organisiert.

ein solches werk, völlig vorläufig, aber unveränderlich in dieser festgehaltenen vorläufigkeit ist nun fertig. die mütterkinderlieder (nachmahler) erscheinen bei raumklang, einem sehr edlen deutschen label, im handel ab 15. april, bei mir jetzt schon. und 15. april, das ist in größtmöglicher mütterbriefveröffentlichungsdatumsferne, weil der nächste kommt, wenn’s wahr ist, am 1. juni, der 15. april ist – vom verstrichenen regeldatum 1. märz aus gerechnet – gewissermaßen mütterbriefneumond, und das passt ja auch zu dieser dunkelschönen musik, also wirklich.

ich bettle. organisiert und aggressiv.

hat tucholsky gesagt, dass würde der konjunktiv des deutschen seins sei? das österreichische deutsch ist da schon um ein paar klippen weiter.

bieete bieete.

was sich so alles verändert in einem vierteljahr, unglaublich. dass ein land in seiner fortschreitenden humanitätsabschaffung jedes vierteljahr in noch tieferer dumpfheit versinkt, immer noch tiefer absinken kann, die tiefsee ist gar nichts dagegen. was für ein unwürdiges wettrennen um bettelverbots- und menschenabschiebevorsprünge querlandein und -aus, weil wir wollen keine armen seelen sehen (soll die kirche für sie beten), und so sperren wir unser schlechtes gewissen weg, aus den augen aus dem sinn – aus dem herz schon längst. und der überbringer der unangenehmen nachricht wird geköpft, dann alle, die ihn gesehen haben könnten. treibende eisberge aber voraus! volle fahrt!

ich bettle.

armes land. keiner bräuche solche bräuche, würde man meinen, gar in unserem österreich, diesem selbsternannten spendenweltmeister, wenn alles schön sauber und herzeigeherzig aufbereitet sei. rettet unsere pandabären.

ich bettle.

vor übereilten maßnahmen wird gewarnt.

ich bettle.

wie könnte man den hetzern hier ein märchen erzählen, das sie läutere, ihnen die schuppen von den augen abschüttle? dass alles auf einmal nicht mehr gelänge, ohne dass man es sich erklären könne, weil genau ein unbeachtetes kleinstelement fehle. der bettler auf der straße wäre es, der durch sein almosenempfangen das wohlergehen der menschen in diesem landstrich erst ermögliche.

ich bettle.

aber kümmern wir uns doch um wichtigeres. nachrichtenverdichtung ist angesagt. im überlesen und übersehen geschult, streichen wir, weil es in einem aufwaschen geht (in österreich ist die formulierung des ged in an åhausn weit verbreitet – die überreiche erfahrung damit hat sich ins volksherz gebrannt), die nachricht und begnügen uns mit der überschrift, sechsmal (ich gebe zu, mit einer leichten mogelei). sie, geneigter leserin, haben die wahl (mehrfachnennungen nötig):

– mit uns passieren wunder zwischen den beinen
– das leben ist zu kurz um sich ueber die groesse ihres gliedes aufzuregen
– bekommen sie genau die groesse, die sie wollen
– wuerdevoll aussehen super billig mit top brand an hand
– bei diesen schweren zeiten braucht man wirklich starke pillen
– alle ihre sexuellen traeume werden sich verwirklichen
– mit uns passieren wunder zwischen den beinen

… das und nochvielmehr (einen lucky draw im euroonline-lotto, ohne teilgenommen zu haben; die fingierte einsetzung als anspruchsberechtigter auf ein afrikanisches milliardenerbe – ist grad saison) wünsche auch ich ihnen von ganzen herzen,

ihr bertl mütter

(stets der gleiche seit mehr als fünfundvierzigeinhalb jahren)

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service

mütterlog

– kaufen sie tonträger. gerne welche von mir. echt schöne musikalische vorläufigkeiten, praktisch und dekorativ.

muetter.at wird wirklich bald neu sein. ich werde kein extra lançierungsmail aussenden, sie merkens ja, wenn sie hinklikken. da finden sie auch meine aktuellen termine.

– zuzugeben habe ich, dass ich diesen winter weder eis gelaufen noch stockgeschossen habe. aber glühwein getrunken. und glühschilcher, den auch.

– ansonsten studiere ich weiter. an allem, auch am leben.

– der nächste mütterbrief kommt zirka am 1. juni 2011 zu mittag.

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bettelarmes land. organisiert.

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das ende will glücklich enden. nundenn, akrostichemus (zwischenlinientreu):

fritz aß citronen-eis.

ach genau: wichtig ist, dass man sich täglich ins gesicht schauen kann. das erklärt manche politische frisur.



wintermütter 2010 Mittwoch, 1. 12. 2010, 12:00

liebe mba,

jede volle stunde nimmt mir mein diener die temperatur und tauscht sie gegen eine andere aus.
erik satie

wenn ich dieser tage mit meinem rückenprotektor (die posaune in ihrer ihr – nicht meinem rücken! – annähernd ergonomisch gerechten schachtel aus brasilien, die mir der famose türkische taschendoktor delialioglu in wien angepasst hat), als wärs ein insektoides außenskelett, straff fixiert und derart gesichert durch den schnatsch (zweckmäßiges engführungswort für frisch gefallenen schnee und sogleich schuherlederaufweichenden matsch) stapfe, stelle ich mir vor, dass ich, wenn es mich aufhauen sollte, perfekt geschützt wäre, zum glück aber habe ich noch keinen beweis, dass das tatsächlich so wäre, weil es mich bisher nur dreimal fast hingehaut hat, alles hat gut hingehaut mit meinen schrecksekundreflexen, und ikeaische möbelfaktatests für als protektoren taugliche posaunentaschen gibts noch nicht einmal in den engmaschigen weiten des internets, selbst im buch des gesichts findet man noch kein gefällt mir dafür, ach freunde! (man sollte in diesem netzbuch eine gruppe derer, die schon zumindest einmal ihr gesicht verloren haben, gründen; vielleicht lassen sich im austausch mit den vielen vielgesichtigen plusquamjanüssen dieser virtualwelt neue gesichter, wenn schon nicht finden, so zumindest erfinden; wobei es durchaus angebracht sein dürfte, jeweils eigene multiplizitäten zu simplifizieren, brüchekürzen, das lernt man schon in der anfängermathematik.)

nun denn, in medias res (die mitte ist immer ein zumindest dreidimensional wankelmotorig eiernder kolben): bereits anfang september hab ichs vorausgesehen (was kein wirkliches kunststück war, die lebenserfahrung, auch wenn, ich kanns ihnen verraten, man alles, nur nicht gescheiter wird, die lebenserfahrung, sie wächst ja irgendwo doch, und wenn es – ein alter witz – die erhöhten leberwerte sind, die man durch eine zweckdienliche inmaßenpolitik heruntersinken zu lassen sich anschickt): most of the birn sind gepresst und gekeltert, allüberall in mosteuropa (© hannes k.) schenken sie gegen barzahlung und häferleinsatz gesüßten und genolkenen (melken – gemolken; nelken – …) sogenannten glühmost aus, dieweil die glühbirnen ihrem ausbrennenden aussterben anheimgegeben werden, ein einziger skandal ist das und auch sonst gibts zum glück so viel zum sich aufregen, dazu, das kann einen am allermeisten giften, gibts noch so viel unnützes zeugs (nicht nur das -s beim zeug; seien sie doch froh, dass ich keinen neuen plural bilde: zeug’s), am allerunnützesten aber ist unnützes wissen, nilpferde sind keine pferde und sie sind um etliches gefährlicher als nilkrokodile (die auch keine pferde sind), im zoo von gaza hat man tatsächlich zwei esel mit streifen bemalt, um den kindern zebras zeigen zu können, den buchstaben j schreibt man mit jot (in österreich mit je), analog zum fremden i, das bekanntlich mit y (ypsilon) geschrieben wird, streng genommen werden nur die vokale mit sich selbst geschrieben, was einer ungeheuerlichen bevorzugung gleichkommt – wo bleibt da bitteschön der ruf zur affirmative action, warum schreien da die lettermainstreamingsbeauftragten nicht laut auf? – und was sagen eigentlich die us-amerikanischen diplomaten dazu, wenn sie off records aus ihrem herzen keine mördergrube machen, mördergrube, das klingt so ähnlich wie die triebnertauernpassstraßenortschaft möderbrugg, dieser name hat mich als kind schon fasziniert (ob sie in möderbrugg ein freilichtmuseum mit einem einszueinsmodell einer original prähistorischen mördergrube planen? – findige touristiker beginnen spätestens genau: jetzt! mit den ersten konzeptionen, aber, hehe, das copyright ist bei mir, bitte unterstützen sie mich in der wahrung meiner geistigen urheberrechte, sie können das bezeugen, bitte heben sie also diesen brief zumindest sieben jahre – die gesetzliche aufbewahrungsfrist – auf, ich werde zur gegebenen zeit mit einer rechtshilfebitte an sie heranzutreten wissen, jawohl, so zeichnet sich das ab).

wissen sie das also auch.

aber was können wir denn wirklich wissen und was davon missen? was müssen missen wissen?

eigentlich irgendwie sozusagen, hmmm…

äh.

ich finde, es reicht. wollen wir der politik, damit sie es weiterhin immer noch leichter hat, auch auf diesem wege ein umfassend nicht vertiefend gebildetes publikum zu kreieren helfen, und nur die dümmsten kälber wählen ihre schlächter selber. soweit mein wort zur bildungsdebatte, denn wer nichts weiß, weiß nicht, was er nicht weiß – und alles geht leichter auf einmal, man hat es auch nimmer so schwer mit sich selbst, leidet nicht am gedankenmachen, und das danken wir der silberseeischen kleinhäuslerei, und wer nichts weiß, muss alles glauben, und gut dass wir leute haben, die uns erklären, wie es geht.

wir sind immer noch vorner.

das wünsche auch ich ihnen von herzen,

ihr bertl mütter

(diesmal, weils keine konzerte gibt, wieder menschenfotolos)

service

vorbei ist vorbei.

mütterlog (täglich, seit 1.12.2004; heuer besonders lesenswert der adventkalender, der streng nach den liedern 1 – 24 der winterreise ausgerichtet sein wird. isamoiwosaundas.)

– kaufen sie tonträger.

– auf muetter.at sehen sie, dass sich äußerlich nichts tut. isthaltso. aber am 1. märz, jawohl gleich am ersten märz, soll ich wieder wo spielen. dazwischen wird administrîrt (die neugestaltung der homepage, sie schreitet voran, wenn auch schnatschbedingt etwas zäh), componîrt, studîrt und philosophîrt. genau. und bissl gewandert und eisstockgeschossen. dazu gibts mostly glühmost.

– der nächste mütterbrief kommt zirka am 1. märz 2011 zu mittag. vielleicht gibts zwischenzeitlich ausnahmsweise eine werbebotschaft über das erscheinen meines neuen tonträgers mütterkinderlieder (nachmahler), die bei raumklang erscheinen wird.

– achja, moonboots sind wieder modern. freuen wir uns gemeinsam an der finalen verhansihinterseerung der westlichen welt. (verhausschweint sind wir ja längstschon, bekanntlich.)



herbstmütter 2010 Mittwoch, 1. 9. 2010, 12:00

weiche, wotan, weiche
richard wagner, das rheingold, vierte szene

liebe mba,

ab morgen kommen keine frischen fünfundsiebzigwattbirnen mehr in den handel, hat die radionachrichtensprecherin eine stunde vor dem inkrafttreten des mitternächtlichen morgens, der längstschon einem mittag weichen musste (und auch der wird sich in einen abend vertschüsst haben undsoweiter) verkündet. das war doch etwas knapp, im finstern noch dazu, unfair sowas. nachrichtentatsache aber ist, dass ein nährwert von 75 watt (wieviele joule respektive kalorien sind das eigentlich? und: wie groß ist die zugestandene toleranzschwankungsbreite?) den birnen fürderhin vorenthalten ist, zumindest jenen frischen im handel. wollen sie also fünfundsiebzigwattbirnen, kaufen sie sich unfrische, und auch die mostbirn fallen schon von den bäumen, sie sind etwas kleiner, aber, sagen wir: drei fünfundzwanziger, so lehrt uns das mittelgroße einmaleins, machen auch fünfundsiebzig, und wenn du sie ordentlich presst, kannst du sie auch in ein großes gewinde hineindrehen, drehst du dann auf, wirst du schwarz sehen, das aber ist verboten, und gerbstoffreich sind sie noch dazu, die mostbirn.

herbst herbst herbst.

heute vor einem jahr war es heiß, täuschhochsommerlich heiß. so erinnert man sich, sehnend, in der kühle, vergisst dabei aber gerne, dass ab 3. september ein voroktober anbrach, der sich gewaschen hatte, schnee am grimming, ganz unschön weit herab, jawohl. mein erster trost: hält sich das wetter diesmal an den bericht (vieles spricht dafür), wird es diesmal angenehmer sein.

sie sehen, es will mir nicht recht gelingen, allzu redundant (ein recht regionalvorwahlszeitgemäßes wort) ist die wettersache, dieses in schwankenden varianten immergleiche, als dass es mir gelingen möchterte, sie zu einem tauglichen thema zu machen, und ich frage mich, ob es nicht interessant und beruhigender wäre, an einem ort zu leben, wo es keine jahreszeit gibt, am äquator, wo alles gleich ist, gleichgemacht, am besten überhaupt in ecuador, meinen panamahut aus bestem ecuadorischem handgeflecht am kahlen kopf. oder wo, wo es, zumindest saisonal, überhaupt kein wetter gibt, in einem attnangpuchheimeligen dauernovember, von mitte september bis nach ostern (und ostern ist 2011 sehr spät: der weiße sonntag fällt mit dem tag der arbeit zusammen – wo doch noch 2008, vor nicht allzu langer zeit also, der hundertste geburtstag von giovannino guareschi, dieser erste mai, sinnigerweise mit christi himmelfahrt ident war, was für eine liebevolle referenz der gestirne vor dem schöpfer von don camillo und peppone!). dieses kommende hochnebelnangpu ist ja gerade in unseren nördlich der alpen gelegenen mäßigungsbreiten sehr populär, würfeln wir uns doch hoch von, sagen wir: frankenburg, touchieren wir den rand des hochnebelfreilands in salzburg weiter, über, weils hier auch schon immer schön war, augsburg, neuburg (nein, der leberkäs, den man nicht leberkäs nennen darf, stammt aus ulrichsberg im böhmerwald), mainburg, regensburg, nürnberg (oops!), würzburg, coburg, zur wartburg, weiter nach altenburg, mit einem abstecher (den wir uns gönnen wollen!) ins nahe frohburg, dann naumburg, über die henne und den pödelist ins unstrutige freyburg, quedlinburg, magdeburg, wolfsburg, lüneburg, hamburg, rendsburg mit seiner nordostseekanalstahlhochbrücke bis hinauf nach flensburg – um ein paar burgen (und auch einen – recht eben daliegenden – berg) aufzuzählen.

ich muss zugeben, recht aussageprall war der letzte absatz auch nicht.

zurück, dennoch, zu den temperaturen. das hitzegedächtnis ist ein nur sehr wenig hilfreiches, wenn sich der herbst anschleicht. thomas manns satan hat im doktor faustus ein taugliches bild für die hölle gefunden:

… ihr wesen oder, wenn du willst, ihre pointe ist, dass sie ihren insassen nur die wahl lässt zwischen extremer kälte und einer glut, die den granit zum schmelzen bringen könnte, – zwischen diesen beiden zuständen flüchten sie brüllend hin und her, denn in dem einen erscheint der andre immer als himmlisches labsal, ist aber sofort und in des wortes höllischter bedeutung unerträglich.

zurück also in den süden, in windeseile und nicht mit dem auto (die strecke von franken- nach flensburg hat exakt dreiundzwanzig stunden und null minuten gedauert – wäre man am 31. august 2010 pünktlich zur mitternacht gestartet, hätte, astronautengleich, nie getankt oder, anhaltend, stoffwechselendprodukte ausgeschieden und hätte man zudem in flensburg noch österreich eins aufgedreht gehabt, so hätte man als spitzenmeldung in den nachrichten obige fünfundsiebzigwattbirnenabschaffungsmitteilung  gerade nicht mehr erhalten, weil man in dem moment den schlüssel aus dem schloss herausgezogen hätte, was das licht – und das autoradio – abgedreht hätte), ab in den süden, in die dolomiten, da ist es, höllenfern, nicht allzu heiß (manchmal mag es gewittern), am pragser wildsee servieren sie dir frittata dell’imperatore, das heißt dir nicht, den italienern aber, du kriegst dafür deinen kaiserschmarrn, gute alte zeit, fürwahr, und du gibst dir, vor dem abstieg, noch einen letzten zucker drauf, zwetschkenröster dazu, himmlisch.

mit dieser süße am imaginären gaumen will ich sie dem herbst überlassen, er sei ein goldener und bitter nur dort, wo sie es so wünschen, das kann ja zwischendurch auch ganz gut schmecken.

wobei ich den thomasmännlichen höllenvergleich jetzt nicht auf die grundliegenden geschmacksrichtungen anwenden will: was für ein unseliges hetzen im pentagon (oder ists gar ein hexagon?) zwischen süß, sauer, salzig, bitter bitter, umami (und möglicherweise fettig?)!

süß

sauer

salzig

bitter

weitere letzte zucker demnächst im mütterlog.

ihr bertl mütter
(der herbst ist so ein bilderreich, diesmal also fotolos)

service

vorbei ist vorbei.

mütterlog (täglich, seit 1.12.2004)

– kaufen sie tonträger.

– konzerte, symposien, workshops: finden sie alles rechtzeitig auf muetter.at. ich erlaube mir, besonders auf klingenmünster (12.9., gregorianisch-hildiges mit witte-maria weber) und bingen (8.10., ähnlich hildiges, aber gaanz anders, mit ars choralis coeln) hinzuweisen. im oktober referiere ich in graz über harald kaufmann und györgy ligeti. im november bin ich zum workshopping im breisgauischen freiburg; womit auch das -burg-motiv zu seinem ende gefunden hätte, schloss damit!

– der nächste mütterbrief kommt zirka am 1. dezember 2010 zu mittag. bis dahin wird viel passiert sein (umgezogen bin ich und habe ich mich schon, und nach muetterlog.at wird auch muetter.at erneuert strahlen); die trauben werden gepresst sein, die mostbirn auch.

– ende. danke vielmals.



sommermütter 2010 Dienstag, 1. 6. 2010, 12:00

liebe mba,

komm, lieber mai und ma-
beliebtes frühlingslied (1. strophe, 1. zeile, 1. hälfte)

da nun der trübste mai seit messbeginn vorbei ist (orfon, 28.5.2010) – ist ihnen schon aufgefallen, mai und vorbei bilden einen durchaus tauglichen, wenn auch nicht allzu originellen reim, und tatsächlich dürfte es nicht viele gedichte geben, die sich mit dem maienvorbeisein beschäftigen, wird er (der mai) doch gemeinhin sowas von herbeigesehnt, alswie das im südlichen australien die menschen dort mit dem november tun dürften, wobei es wiederum so ist, dass diese novembersehnsuchtsmetapher nicht auf die nordhemisphäre übersetzen konnte, nicht einmal über den äquator, den allesgleichmacher hat sie es geschafft, und wenn, dann arg verstümmelt, an graues grübeln und verabschiedungsgedanken erinnert sie uns, nicht aber die südaustralier, vermutlich auch nicht die chilenen, wohnen sie jetzt im osten oder westlichen teil dieses so vielfältigen landes, in dem ich auch noch niemals war. aber es ist halt unser wesen, dass wir von sachen und orten und so weiter reden, ohne, dass wir dort gewesen sind, kant, dem wir die nach ihm benannte wurst verdanken, hat bekanntlich die welt weit umfassender zu denken vermocht als die meisten seiner schon damals weiter als er gereisten weltgenossen, ortsfest in königsberg, ob ich da noch einmal hinkomme und ob wieder weg und wo denn mein, ihr königsberg sein könne?

nun, schlechtwetter. das ist aber kein thema für einen mütterbrief, tut mir leid.

ich muss aber doch zugeben, dass mich die orfon-überschrift trübster mai seit messbeginn (wann waren sie das letzte mal in der kirche?) merkwürdig tief berührt hat. diese berührung wesentlich vertiefend wirkte der einleitend erläuternde satz an manchen orten hat es im mai fast dreimal so viel geregnet wie im langjährigen durchschnitt. und dann dieses dankbarkeitsgefühl (ein warmer strom) für die erklärung die sonne zeigte sich dafür kaum, was nur ein scheinbares no-na darstellt, wenn auch, wie allgemein bekannt, zum regnen nicht unmittelbarer sonnenschein voraussetzung ist (eher: wolken, luftfeuchtigkeit, etwas mehr als plus zwei grad celsius). dass sich die sonne aber auch nicht von der seite gezeigt hat (wo ist eigentlich die seite von einem ball?), das macht uns schon recht traurig. so muss denn auch dieser in dem sinn ausnahmeregenbogen als ein trauriger in die geschichte dieses mais eingehen:

jetzt aber ist endlich zeit für gerechtigkeit!fay-man, der judikator, dem diese zeilen zugeschrieben werden (sein unvermeidlich huschendes grüsgod hat man uns für diesmal unterschlagen), sorgt dafür, dass österreich (nicht nur österreich!) zittert, erbebt, es atmet auf und durch, wie nach dem lutschen eines eiszapfenzuckerls ist das (oder wäre das innerlich braune firnbonbon von je engelhofer je lieber angebrachter?), aaaah, und die morgenröte der gerechtigkeitszeit, sie dämmert herauf, der verheißne äon!

nun, politik, gar arg verbrämt mit religion ist aber wirklich kein thema für einen mütterbrief, tut mir leid.

erster juni, graz, hotel ibis, diese merkwürdig verunfallte ziqqurrat am bahnhof, mit lärmstopfenstern, wenn man sie zulässt. unten im kleinen park, wo um diese jahreszeit menschen mit ihrer ganzen habe im sackerl nächtigen, beginnen sie knapp nach tagesanbruch mit dem rasenmähen: ein akustisch tadellos nachvollziehbarer formationsflug, finalisiert von den um eine große septime höher gestimmten schnürlmäherhelikoptern. beim aufstehen dann fehlen unten zwei bäume mit gut einem dreiviertel meter durchmesser. vermutlich aber sind sie mir gestern, noch im trübsten mai seit messbeginn, nur deshalb nicht aufgefallen, weil sie da auch schon umgefallen gewesen sein dürften, auch sind keine weiteren spuren (astreste, blätter, säge-, d.h. mähspäne) zu erkennen, die auf ihren fall just zu junibeginn hindeuten würden. die schnittstelle (der stammstumpf) aber wird auf jeden fall gesondert zu untersuchen sein.

nun, rasenmähen vor ziqqurratibissen ist aber doch wirklich kein thema für einen mütterbrief, tut mir leid.

wie weiter. knapp nach redaktionsschluss ereilt uns eine exklusivmeldung, die orfonischen ganzjahrespraktikanten können uns zuverlässig verheißen, wie der heurige sommer wird.


(vermutlich waren sie schon dort; denen ist alles zuzutrauen und scheuen sie bei orfon bekanntermaßen weder kosten noch mühen noch spesenverrechnungen.)

für die zwischenzeit verspreche ich, mich in sprichwörtlich buddhistischer gelassenheit zu üben oder mich zumindest umfassend und eindringlich mit ihr zu beschäftigen. das kann dann ein lustiger sommer werden. und man ist ja bekanntlich der gestalter seiner welten, wenn man nur will.

was ich, von herzen, auch ihnen wünschen mag.

ihr bertl mütter
steyr, graz und sonstwo, ende mai bis anfang juni 2010


service

vorbei ist vorbei.

mütterlog (täglich, seit 1.12.2004)

– kaufen sie tonträger.

– konzerte, symposien, workshops: finden sie alles rechtzeitig auf muetter.at. ich erlaube mir, besonders auf viktring (11.-18.7.) hinzuweisen, da gibt es wie immer noch einige wenige restplätze.

– der nächste mütterbrief kommt zirka am 1. september 2010 zu mittag. bis dahin wird muetter.at und muetterlog.at erneuert, und auch ich werde frisch umgezogen sein, rasiert auch.

– ende.



frühlingsmütter 2010 Montag, 1. 3. 2010, 12:00

liebe mba,

erster märz, mit einemmal ist alles olympische von uns abgefallen, vor allem von uns österreichern, etliche andere sind nämlich um etliches weiter geflogen aber kürzer gefahren, haben uns die ansich uns zustehenden ersten treppenplätze, die ja die letzten treppenplätze sind – ganz hinauf müssen die klettern, nachdem sie sich eh schon beim sporteln selber am schwersten und immerhin effizientesten geplagt haben – wegeschnappt, vorenthalten, ja, gestohlen, wir können unsere sportlichkeit, den sog. olympischen geist, vor allem im sog. alpinen nicht durch gönnerhaftes schulterklopfen und staunen über die doch schon beträchtlichen leistungen der anderen, genetisch nicht so fürs schifahren ausgestatten nationen (schweiz, deutschland, italien, slowenien, kroatien, norwegen, finnland, schweden, usa, canada, marokko, jordanien) ausdrücken, verdammt, schafft doch all diese wettbewerbe ab oder unterdrückt hinkünftig informationen zur herkunft der gladiatoren, die sollen einfach für sich selber fahren, springen, schlifitzen oder geschliffene granitgewichter mit griff aufs eis schlenzen dürfen und uns bliebe das chauvinistische dummsprech in den massenzeitungen und fernsehkanälen erspart, oder, besser, weil erstens durchführbarer und zweitens und vor allem lustiger: engagiert doch bitte harry rowohlt als sportreporter, der kann von sich – glaubwürdig – behaupten, dass sein ausländerhass durch seinen inländerhass bei weitem aufgewogen wird, wenden wir uns nun aber wichtigeren, der warmen jahreszeit zugewandteren informationen zu, tiger woods nämlich, ein verwandter der tigerente, manche meinen, er sei gar die tigerente selber, und hölzern steht er ja auch da, wenn er mit seinem durch meine schuld, durch meine schuld, durch meine große schuld vor den medien abbitte leistet, dass er seine verfehlungen nicht vor ebendiesen auch begangen hat, so schönes bildundtonmaterial hat er uns vorenthalten, wofür er deeply um entschuldigung bitten möchte, er aber verliert einen weiteren sponsor, wir müssen uns sorgen machen um sein durchkommen, über die runden kommen, lasst uns also sammeln für die golfspielende tigerente, verbunden mit einem generellen aufruf zur ruhe verdammt noch einmal!

tut das gut. endlich ruhig.

das wird aber nix. draußen nämlich, wenn ich nicht in der seltener besuchten, ein gutes schwaches halbes jahr schon nimmer bewohnten großstadt weile, das ist ein gezwitscher und getschilpe, ein pfeifen undaber kein singen, weil auch sogenannte singvögel (wie alle rabenviecher; zu denen, wieder einmal, später) singen nicht, und wenn, dann mit schlechtester textverständlichkeit, nicht einmal messiæn hat das ganz zu transkribieren vermocht, allerhöchstens als vokalisen könnte man das bei bestem willen korrekt bezeichnen, und gilt es doch die wirklichkeit korrektest möglich abbildende worte zu finden, dazu selbstredend die entsprechenden fußangeln, pardon, -noten, ich gelobe mich zu bessern, abermals. draußen nämlich also schreien die vögel die krokusse herbei, brüllen die knospen an den zweigen in lauerstellung, der gosecker ginkgo etwa, ein riesenbonsai, den schon goethe gesehen haben soll (wenn er ihn nicht gar gepflanzt hat, was hat goethe nicht alles gesehen und gepflanzt mit seinem holden belebenden blick?), ist von präprotuberant-pubertären pickeln übersät, er kann es gar nimmer erwarten, bis dass er seine zweilappigen blätter an die luft lassen kann, ahh wird er sagen (auf ginkgisch) und über naahhcht ergrünen, so ist das nämlich, wenn auch noch nicht gleich und dann erst noch eine stunde später, wie das halt ab ende märz so ist sommerzeitbedingt.

großstädtisch aber haben längstschon die krähen alles andere getier vertrieben, sie bleiben das ganze jahr über vor ihren fleischtöpfen ägyptens, welche bei ihnen die müllhalden der zentraleuropäischen peripherie sind, nachts kehren sie von ihrer arbeit heim in die bis dahin stillen hinterhöfe und auf die platanen der parkanlagen, hugo wolf ist vor 150 jahren geboren worden, mahler auch, dem aber hat man in wien keinen park gewidmet, dafür durfte er (wolf) nicht hofoperndirektor werden, er wärs aber gerne geworden und hat dem mahler einen bösen bösen brief geschrieben, irr und wirr vor krankheit. in den kanariknasten bürgerlicher wie auch proletarischer haushalte aber werden in absehbarer zeit auch krähenvögel einziehen, rälfe und hanshuckebeins allesamt, die hansis und bubis werden letztlich selbst aus den wiener kleingartenanlagen verschwinden, keine zukunft auf der schmelz, und jetzt ists dann aber wirklich zeit für den frühling, in dem ich sie und uns alle vorfrühlend willkommen heißen mag.

wird schon werden. und nicht lang wirds dauern, da werden wir jammern, zweng derana hitz.

drinnen aber ists angenehm temperiert. kommen sie also zu meinen – wenigen, dafür feinst abgestimmten – konzerten und klangpräsentationsereignissen, nach salzburg in die franziskanerkirche, die max gandolph-bibliothek oder ins museum der moderne, nach klagenfurt in den dom zu pergolesi, nach wien in die alte schmiede oder nach fels am wagram zum wimmer czerny. und sonstnochdaunddorthin. steht ja alles rechtzeitg auf muetter.at in der vorschau.

und aufläufe und fleischtöpfische ruhekissen aber sind zu meiden, ja, fliehen, wenns auch unbequem sein mag. ist aber besser so.

ihnen aber jetzt viel ruhe und einen angenehmen frühling, ganz ohne aufmärsche u. dergl.,

herzlichst, ihr

bertl mütter, steyr und sonstwo, ende februar 2010


service

vorbei ist vorbei.

mütterlog (täglich, seit 1.12.2004)

– kaufen sie tonträger.

– konzerte, workshops, symposien: finden sie alles rechtzeitig auf muetter.at.

– der nächste mütterbrief kommt zirka am 1. juni 2010 zu mittag.



wintermütter 2009 Dienstag, 1. 12. 2009, 12:00

liebe mba,

frisch umgezogen setze ich mich an mein elektronisches schreibgerät, jetzt ist aber wirklich höchste zeit, diese blödsinnig selbstauferlegte genauigkeitspflicht, am 1. dezember punct 12.00 (in teilen des ungeteilten deutschlands sagen sie, wenn sie genau – also punkt – zwölf meinen, um zwölf, das bedeutet aber nicht dasselbe wie um zwölf in österreich, ganzundgarnicht, weil bei uns – undalso richtig – meint man damit ja so umara zwöfi, diese berühmte österreichische unschärfe, die, wenn man die zwischentöne zu deuten und zu gestalten in der lage ist, erstaunlich genau sein kann, sondern um zwölf – eigentlich um um zwölf, man könnte sogar schreiben um umzwölf – bedeutet exakt um zwölf, also punkt zwölf; hätten wir das), meinen quartalsbrief pünktlich und zur vereinbarten zeit auf die p.t. interessierte individualöffentlichkeit loszulassen.

danke fürs bishierherlesen, danke vielmals vielen dank (wie sich frau knapp im jelinek jedesmal in circa drei bis fünf cernringförmigen schleifen zu bedanken pflegte, wenn man gezahlt hatte; dafür war er, ein zuckerbäcker von gnaden – sein apfelstreuselkuchen, ich sags ihnen! – ein durchunddurch roher mensch, wie man es fleischhauern – völlig zu unrecht – nachsagt).

bis es aber soweit sein kann, ich den publishknopf (der ein virtueller ist) um zwölf (oha!) fest an mich drücken kann (mittlerweile: konnte), zieht sich das ganzschön. manchmal ist das weniger, manchmal mehr (diesmal: mehr), es zieht so um mich herum, bis ich mich endlich niedersetzen kann (mittlerweile: konnte) zum schreiben, mit meinem laptop in meiner neuen laptopwohnung, so klein ist sie, und sie hat eher die funktion einer brücke, von der aus ich mit erhöhter physischer wie – hoffentlich auch – geistiger mobilität in die welt ziehen will, passen sie auf, auf einmal bin ich bei ihnen in der nähe und dann gleich wieder ganzwoanders.

umziehen, was ist denn das? frisch umgezogen mit meiner zerschlissenen dahamhosn (beim umziehen bin ich wo hängengeblieben) und selbstverständlich (man ist das immer!) frisch geschneizdundkampid (frisch gekämmt bin ich aber meistens, auf kahlem schädel ist das wahrlich keine erwähenswerte leistung, muss ich zugeben) sitze ich also in meiner arbeitsküche, am abend werden die boxen zum trocknen aufgehängt, damit der schall auch halliger räume (mit nichttrockener akustik) von oben komme und somit der boden etwas mehr luft hat, mein blick fiele, hätte ich einen rückspiegel am bildschirm montiert (gute idee!) auf das portal des atrium, das war früher die hechtendiele, wenngleich der fisch unter der krönung marias (knieend, mit einladend vertikalem faltenwurf auf der dreieckigen braunkohlenhausbrandwolke, links jesus und rechts der alte gottvater dürfen, die krone über ihr haupt haltend, sitzen, darüber ein heiliggeistliches vögelchen unbestimmter art, völlig erleuchtet auf seiner jubelträchtigen position, als wärs gekitzelt worden – ließen sich vögelchen eigentlich kitzeln? wie lachten sie, ausgenommen lachmöwen, muettes, wie man in rennes sagen würde?), jener fisch sieht aber eher nicht wie ein hecht aus, vielmehr ist diese darstellung ein hinweis, dass man einst schon im – wohl manchmal arg flutenumtosten, so doch – binnenstädtchen steyr von der fortdauernden existenz des quastenflossers gewusst haben mochte, und verfolger meiner publikationen (tonträger, wortäußerungen wie das mit dem heutigen tag – champagner! – ins sechste jahr gehende tägliche mütterlog) wissen um meine zuneigung zu sog. lebenden fossilien, wenngleich meine zuneigung zum grünen bis gelborangen ginkgo eine innigere ist,

als jene zum, wie wir nun wissen, ins bläuliche tendierenden urzeitfisch, und das wird ihn (den quastlfisch) wohl nicht weiter stören, hoffe ich.

(mein freund josef, sächsischer staatsbeamter, würde sein bei mir so berühmtes des is do da austa so wuaschd raunen, und ich würde ihm mit meinem bei ihm berühmten meine worte beipflichten).

frisch umgezogen wird gerade auch manch edler tropfen, wie sie z.b. hans czerny in seinem felser keller keltert. wie man das in anderen, nördlicher gelegenen weinbauregionen, etwa an saale und unstrut, tut, wird im zuge meiner umzüge (meines herumziehens) noch herauszufinden sein.

der erste umzug, an den ich mich erinnere, war hinter der münichholzer kirche am waldrand, der faschingsumzug der kinder, und mich haben sie mit dem tenorhorn rattenfängergleich vorangehen lassen. und die kinder haben, nein, sind mir gefolgt, obwohl (oder weil?) ich schaurig gespielt haben muss, immer wieder immer wieder o du lieber augustin, und am schluss war alles hin, die freude am spielen aber ist gewachsen.

(ein wandernder umzug war es auch, der – bei bestehender immobilität des ortes in bezug auf seine lage am planeten – aus der pühringer die thüringer hütte gemacht hat.)

sie sehen, diesmal ist mir nur ein reichlich zerfledderter text gelungen, ich will mich bessern (im zerfleddern?), werde ich geloben. es ist aber so, dass mir erst seit kurzem gelungen ist, das dreidimensionale tetris nach meinem umzug wegzuklikken, das umziehen der umzugsschachteln war wahrlich eine herkulisch-analoge aufgabe, bei der ich manchmal, entfliehend ins anderswo, ans aufgeben gedacht habe, uff.

ein kulinarischeres bild aber zum abschluss: in aufwändiger privater recherche ist mir gelungen, einen der letzten verbleibenden funktionstüchtigen original ostdeutschen grilltrabis aufzuspüren, und wenn sich niemand am ehemals volkseigenen und nun privatisierten patenttürgriff die hand verbrennt, kann man, mit etwas (es ist ein großes!) glück, die schmackhaftesten speisen von ihm zubereitet bekommen. achten sie aber stets auf die garzeiten: bratwurst – 30 min, schaschlyk – 20 min, ragout fin – 10 min. wohl bekomm’s!

also mir – schmeckt das (tieger, in: puh, der bär)

service

vorbei ist vorbei.

mütterlog (täglich, seit 1.12.2004)

– kaufen sie tonträger.

– konzerte, workshops, symposien: wenige. aktivitäten: mannigfache. und es wird wieder, und vieles anders. die konstanz bestehe in der ständigen wandlung. alles (gewandeltes, konstantes) finden sie rechtzeitig auf muetter.at.

herzlichst, ihr

bertl mütter, steyr, im vorwinterlichen nachfrühling 2009

der nächste mütterbrief kommt zirka am 1. märz 2010. um punktumzwölf.



herbstmütter 2009 Dienstag, 1. 9. 2009, 12:00

liebe mba,

das formelle diesmal zuerst.

service

– tagesaktuell, die vorschau. ich darf besonders auf den 24. oktober im museum arbeitswelt steyr hinweisen. das wird was ganz besonderes: miki skuta spielt die goldbergvariationen, es folgt ein feines abendessen, und danach spielen wir gemeinsam initial epilogues (auf unserer im august erschienen gemeinsamen cd sind es exakt 10 davon). für außersteyrische: die höchstreizvolle altstadt allein ist einen besuch wert! und, hand aufs herz, wann hat man denn bitte die gelegenheit, bwv 988 von einem lebenden pianisten zu hören? weiters: anschließend meet & greet: bertl mütter schenkt köstlichkeiten und raritäten aus seinem weinkeller aus & ein. (schenkt ist in diesem falle wörtlich zu verstehen; jedoch freuen wir uns, wenn sie von der möglichkeit gebrauch machen, unsere tonträger zu erwerben; weder wein- noch kaufzwang.)
jetzt brauchen sie nur noch hinzukommen. oder die in steyr besonders beliebte schulbeamtenausrede: (masc.) waaßdeh, üwan stoodsfeiadog… (uaaah!), damit sie sich danach – (fem.) asso, am letzten samstag war das, und ich wollt aber so gern kommen – selber ganz besonders leidtun können. … wir spielen jedenfalls für die, die staunen und gutes genießen wollen (also die werten anwesenden!).

vorbei ist vorbei, weg is weg.

in weggis etwa, wo alles leise und schön gedämpft im sklerotischen puls der gästesenioren klopft, goldenagers allesamt und vorleister, die – tadellos in form und kleidung an sich haltend – doch einige mühe haben beim plangemäßen und nicht allzusehr von höhen und tiefen zerfurchten zeitverbrauchen, maßvollst allesamt zsamme, in weggis, das panorama, das berühmte panorama von weggis, es besteht ausschließlich aus rückblicken.
aber im herbst, das panorama (ein nebelleben, stargedämpft): weg ist es.
weil: vorbei ist vorbei. ist vorbei.

mütterlog (täglich, zumindest)

tonträger, unbezahlbar letztlich, jedes quantum hier zu bestellen. verwiesen sei speziell auf die 10 initial epilogues des duos miki skuta | bertl mütter.

– (hätten wir das.)

ansonsten: es tut sich was.

ich tauge weder dazu, tollkühn blindwütend voranzuschreiten noch zum letztmohikanern, bin letztlich nichts anderes als ein gewöhnlich gemütlich opportunistischer mitläufer, wenn auch im schwanzl am schluss.
jenen, die es nie für möglich gehalten hätten, folgendes von mir und über mich zu erfahren – letztes jahr noch wäre ich nebst u.a. kurt palm, der mich vermittelt hatte, anteiliger held einer exklusiven news-story über die letzten ihrer art gewesen (sie wurde dann, wohl auf betreiben einer erzitternden branche, fix und fertig aus dem heft gekippt) –, teile ich es hiermit mit: man hat mich breitbandgeschlagen, bei dem tarif, das müssen sie bitteschön bitteschon verstehen, und außerdem gibts ja jetzt das schweizermesser der digitalen zeit noch dazu, mit dem kannst du alles und noch viel mehr: navigieren, metronomklacken, die posaune stimmen, den zugfahrplan (auch der posaune) herausfinden, die börsenkurse am wifi abfragen, labyrinthe gegen die einbahn durchfahren, dabei scheitern, besser scheitern, wieder anfangen, das wetter vorher- und hinterhersagen, die nachrichten sich ausrichten lassen, bilder machen und anschauen und löschen, sich selber sachen ansagen, aufschreiben, auf die uhr schaun, sich wecken und einschläfern lassen, kontakte pflegen (freunde, nicht aber feinde werden), in die duröhre schauen und viel musik und sprache anhören, auch in der tasche ist es zurechnungsfähig, und schließlich kann man auch nachrichten verschicken und empfangen, und sprechen kannst du damit auch, ganz weit weg. und all das unterwegs, ausgenommen im wienerwald! wie ich zu den vielfältigen unentbehrlichen analogen anwendungen (rasieren, zähneputzen, pizzabacken und klopapier) komme, werde ich mir von guten freunden (für solche geräte habe man stets gute freunde, die über alles bescheid wissen) zeigen lassen.
ich spreche ein großes wort gelassen aus: ich bin mobil. d.h. erreichbar, nicht aber verfügbar.

neues tut sich auf. einen gewissen schwerpunkt wird dabei und dafür meine studienstadt graz darstellen. ich habe dort im juni vor bereits – horribile dictu! – 19 jahren mein letztes studium abgeschlossen. mehr, wenn konkretes zu berichten ist.

zum schluss die gute nachricht zum schluss. sie wurde mir hinterbracht von ibefvbm (ein etwas kryptisches pseudonym) und ereignete sich am 31. juli 2009 um exakt 15.32 uhr im zug von bruckandermur nach graz (ob und wieweit die geschichte mit dem zur selben zeit im kopfhörer des geschichtenhinterbringers ablaufenden gedscho meiner cd grenzkæmpfe korreliert, kann nicht mit letzter sicherheit angegeben werden; indizien indes gibt es.)
ich zitiere ibefvbm: über lautsprecher meldet sich der lokführer namentlich und botschaftet: er sei bisher mit gütern und personen einskommachtmillionen kilometer unfallfrei gefahren. (…) er erklärt den aktuellen zug fünf minuten verspätet, entschuldigt sich und fügt hinzu, dass er uns nicht bis zum ende des bahnsteiges führen werde, er werde vielmehr bei seinem an der strecke liegenden haus einfach stehen bleiben und aussteigen, (…) in die pension.
und nachsetzend, ibefvbm: er blieb sogar während seines aussteigens auf der strecke, das ist ein öbebela!

nun, das ist doch eine schöne geschichte.

auch ihnen wünsche ich aufwändige träume, wie ein monumentalfilm, sagen wir mit elizabeth taylor und richard burton, und eine schönen goldenen herbst allerseits, beim einsteigen (oja!), beim aussteigen (auchgut),

herzlichst, ihr

bertl mütter –  weggis-wuppertal-wien, im spätsommer 2009

jetzt aber ins tote gebirg.
und der nächste mütterbrief kommt zirka am 1. dezember um punct 12.00 uhr mittags.



sommermütter 2009 Montag, 1. 6. 2009, 12:00

liebe mba.

pfingstn dunnerts, so der unvermeidlich-pawlowsche kurzkommentar meines vaters zum reizwort pfingsten (reis is xinda wia eis ist ein anderer), den auch ich nimmer aus dem kopf bekommen mag, zu oft habe ich ihn gehört, und darum fällt mir pfingstn dunnerts zuallererst ein, wenn ich weiß, dass der sommermütterbrief ansteht und das festgelegte versanddatum auf pfingstmontag fällt, pfingsten, dieses lange wochenende mit lehrergewerkschaftsbonustag, wo alljährlich im vorfeld über die bevorstehende aktion scharf der verkehrsüberwachung berichtet wird, dieses jahr wird wohl die straßenverkehrstodesstatistik positiv (immer in relation zu jahren mit durchgehendem schönwetter undalso verstärktem motorradaufkommen im kurvenreich österreich) ausfallen, ein erfolg, den sich der jeweilige verkehrsminister (gegenwärtig ist das ja eine dame) als persönliche leistung anzurechnen pflegt, wohingegen die erwischten verkehrssünder der habenseite der innenministerin zugerechnet zu werden pflegen, keiner war für diesen ressortteilbereich allein vom namen her besser geeignet, nein: prädestiniert, als der europawahlspitzenkandidat niederösterreichs undalso der österreichsichen volkspartei, strasser, eben, auch aber, dass er aus dem land mit den idealtypischen kurven stammt, gemeint sind nicht die kehren am annaberg und josefsberg zum politikerdank-, bitt- und umkehrwallfahrtsorte, sondern die unendliche ideale kurve schlechthin, niederösterreich, kreisverkehrsland, eine einzige regionaltypisch (mostviertelmostbirn, industrieviertelschrauben, eisenwurzeneisenwurzen, waldviertelwackelsteine, weinviertelweintrauben, gartenschaukunstwerke, gymnasialkunsterzieherkunstziehbrunnen, semperitreifenstapel,…) behübschte kreisverkehrsinsel, dieses möbiusschleifenland, und die insel inmitten aber ist wien, von wo ich ihnen diesmal (wie auch sonst fast immer) schreibe, womit wir mitten und ohne die geringsten umschweife bei der sache wären, die aber habe ich vergessen, was nichts zur sache tut, gilt es doch, in zeiten wie diesen, vollste geschäftigkeit (vollbeschäftigung) zu repräsentieren, was mir nachhaltigst gelungen zu sein scheint, weil waidwundes vieh wird zuerst gerissen, vom bär, vom luchs oder von der krise.

natürlich, früher wärs noch gegangen, aber heutzutage, neinnein.

nungut, geschäftigkeit, beschäftigtsein, was einen so beschäftigt halt. das gibt einem halt, und wir haltlosen, die wir so frei sind und auch, wie mein breinletternder freund in seinem letzten circular trefflich zu formulieren wusste (sollte er unlängst, als mir ein adressenverdeckmalheur passierte, in der folge irgendjemandem von ihnen einen nichtbestellten brief zugestellt haben, so lässt er die besten grüße ausrichten, verbunden mit empfehlungen auch an die frau gemahlin), über keinen nennenswerten werbeetat verfügen – den wortlaut, den ich vollundganz unterstütze, finden sie hier (punct 8; aber, weil wir schon dabei sind, lesen sie doch auch punct 7 und unterzeichnen sie bitte die petition) –, wir werbeetatlosen müssen stets den eindruck stetiger gefragtheit vermitteln (die direktesten fragen stellt das leben selbst), die gefragtheit aber, um die es hier geht, ist die, die sich in angeboten für auftritte, kompositionen und großartige projekte äußert, und wenn du nicht gefragt bist, kräht kein hahn nach dir, kikeri-no gewissermaßen, soistdas. und da lauert eine etwas merkwürdige gefahr, die fragegefahr (ein fast perfektes anagramm, das nebenbei) nämlich, dass in frage kommende nachfrager gar nicht erst nachfragen, weil sie arglos annehmen, dass man sowieso vielzuviel gefragt sei, es sich gar nicht lohne, unsereins zu fragen, weil wir ohnehin nicht zusagen können würden, da wir garso gefragt seien, ungefragt fragen die einen gar nicht erst, wodurch fraglos manches unterbleiben muss, sapperlote aber auch.
selbstverständlich, um keine missverständnisse aufkommen zu lassen, wir sind gefragt, die nachfrage ist eine stetig steigende, sonochnichtdagewesene. aber trauen sie sich trotzdem, uns zu fragen, meist findet sich doch noch ein loch im kalender, treffer, versenkt.

zu berichten sei auch von meinem neuen posauneninstrument, das ich unlängst beim schagerl abholen durfte, d.h. ich habe es gar nicht abholen können, weil ich es schon ein paar wochen hatte, aber severin distelberger, der schagerlposaunenbauer meines vertrauens, hat es mir noch einmal für einen halben tag wegnehmen müssen, zum finnischen, wie man sagt, was nicht bedeutet, dass es vorher, sagen wir: schwedisch gewesen sei oder gar ungarisch (weil dafür hat er ja die kissbone gebaut). wir haben es jedenfalls das muthorn! genannt, es ist gewissermaßen ein jaguar kombi, jawohl, sowas gehörte endlich einmal erfunden, ich brauch sowas nämlich: von ganz unten bis ganz nach oben in beachtenswerter geschwindigkeit bei höchster geschmeidigkeit. das muthorn!, meine klingende raffinerie mit den zwei ventilen und ihren nach meinen anregungen von severin aufs kunstvollste gebogenen röhrln, die in der nacht manchmal beleuchtet sind und blinken, wenn ich halt auf der bühne stehe, sowas auch und danke!

und mit diesem neuen muthorn! hatte ich schon das vergnügen, ein paarmal öffentlich zu konzertieren, stellen sie sich vor.

und kommen da auch etliche schöne anlässe, das wunderding zum klingen zu bringen. somit sind wir beim

service

1) tagesaktuell, die vorschau. ich darf besonders auf den 5. juni (nachmittags: kremsmünster; nachts: weyer – nicht nur aus mank und steyr gut erreichbar) hinweisen; leider musste die veranstaltung am 9. juni (wein hören im radiocafé) abgesagt werden.
alle weiteren termine seien ihnen auch aufs herzlichste anempfohlen, aber wer kann sich denn das alles merken, bei der gefragtheit des protagonisten? – genau dafür gibts ja die vorschau. tagesaktuell.

2) vorbei ist vorbei.

3) verfolgen sie noch öfter das mütterlog (täglich, zumindest).

4) spielen! restplätze (so wie jedes jahr auch für z.b. daniel p.) gibt es noch, und hier haben sie den flyer-on-demand. achja, 19.-25. juli, im umundum entzückenden viktring.

5) das tonspuren-radioportrait der spaziertänzer – portrait des posaunisten bertl mütter von renate burtscher können sie kostenfrei auf muetter.at anhören bzw. herunterladen.

6) tonträger, entgeltliche, aber letztlich unbezahlbare, bitte jedes quantum hier bestellen.
herzlichst ihr,

bertl mütter



vorfrühlingvorausmütter 2009 Donnerstag, 26. 2. 2009, 12:00

liebe mba.

nämlich nicht, weil ich es nimmer derwarten mag, dass ich ihnen endlich wieder meine sachen aufs aug drucken kann (alle drei monate, daran will ich mich halten), aber diesmal gibt es gewichtige gründe, dass ich ein paar tage früher erscheine (das ist jetzt sehr salopp dahergesagt; ich meine natürlich meine quartalsschrift), und die einzige alternative wäre zweimal strompost innert (sagen die schweizer) weniger tage, das will ich ihnen auch nicht antun, wirklich nicht, und die größte hybris, die man sich denken kann, das ist das demuthechelnde sichkleinmachen, wirklich wahr.
vorweg (bevor wir uns dem vorfrühling widmen, auf dass er sich bitteschön einstelle) der vorerscheinungsgrund:
drehen sie bitte morgen, freitag, 27.2.2009 um 22.15 das radio auf, am besten ö1, weil dann können sie die sendung hören, die ich meine: die liebe renate burtscher hat ein paar mir auf unterschiedliche weise (& nachwievor) nahe menschen (victoria coeln, josef haslinger, gert jonke, angela krauß, franz schuh) befragt, und michselbst hat sie auch daheim belauscht: beim spielen, beim posauneeinschmieren, beim raisonieren. gemeinsam mit dem sehr freundlichen und kompetenten robert pavlecka hat sie daraus ein recht umfassendes und alles andere als lobhudelndes portrait des posaunisten bertl mütter, im übertitel: der spaziertänzer gestaltet. chris pichler, eben erst zur schauspielerin des jahres gekürt, führt durch diese tonspuren. alles in allem eine große freude und ehre. und weil ich nicht will, dass sie das einfach so versäumen, schreibe ich ihnen also schon heute.
(die sendung können sie selbstverständlich weltweit per livestream im internet verfolgen, außerdem können sie sie mit einem download-abo von ö1 noch ein gutes monat lang herunterladen. weiters habe ich den spaziertänzer auch auf muetter.at geparkt, aber seien sie so fair und hören sie sie sich nicht vor freitag abend an, ja?)

hätten wir das also.

womit der vorfrühling hätte kommen können. (zumindest der vorfr.) schaut aber nicht so aus, hn? – beim schreiben dieser zeilen clausuriere ich im gastfreundlichen st. lambrecht, das zweite mal schon in diesem winter, es tut der kunst gut, die ruhe, die luft, auch die jeder großstadtbeckenlagebedingt bleinebelsuppenferne sonne und der schnee. ideen können sich einstellen (gut gekühlt, aber schön pomali, nur ned hudln), die posaune wird hier, im sauerstoffreich, annähernd exzessiv beatmet, sodass ich ihnen vom erneuten aufflammen einer instrumentalerotischen liebesbeziehung berichten kann. das schlägt sich durch bis auf die bühne (seien sie gespannt!). auch eine neue künstlerische partnerschaft im osten tut sich auf, mit der entsprechenden tonträgerwerbung werde ich sie beim nächsten mal belangen.

hätten wir das also auch.

meiner trauer (warum spricht man eigentlich von tiefer tr.?) über den tod meines freundes gert jonke habe ich umfangreich auf muetterlog.at ausdruck verliehen. beiweitem nicht nur ich habe einen mir in seiner sprache und in der regen persönlichen erinnerung stets nahe bleibenden poetisch verbündeten verloren. die arbeit mit und an seiner zaubersprache geht weiter, und bald schon werde ich ein entsprechendes projekt (über das ich jetzt noch nichts näheres verraten darf) präsentieren können.

ich bleibe dabei:

… und jeden freitag ab 15.00 gibts bis auf weiteres den kinderkreuzzug. und alle zusammen treffen wir uns, ganz sicher.

service

1. so viel schöne musik gibts, etwa auf meinen cds. bitte kaufen, vor allem in zeiten wie diesen. (die haben wir bekanntlich immer; und ich, immer noch, zuviele gleiche cds in meinen lagerräumen.)

2. im märz zur südklausur nach agulo und, gegen ende, zum literarischen restwinter, nach rauris. der mai ist kommen, der winter ist aus am ersten in fels am wagram.

3. nicht jammern, agieren. (von age, altern, also verändern)

4. überhaupt, tagesaktuell, die vorschau.

5. verfolgen sie öfter das mütterlog (zumindest täglich).

6. es bleibet dabei: vorbei ist vorbei.

7. alles wird immer noch besser. und wir freuen uns schon alle sehr darauf, nicht wahr?

etc.

herzlichst ihr,

bertl mütter



wintermütter 2008 Montag, 1. 12. 2008, 12:00

liebe mba.

wie schon vor drei monaten sitze ich beim schreiben meiner schlichten quartalsschrift abermals im zug, die betriebliche altersvorsorge von letzthin allerdings, sie ist passé, worauf soll man sich denn auch verlassen, aufs angebliche geld in unsicheren kassen, das andere verprassen und uns alle (vor allem die kronenbürger) zahlen lassen?, na eben, es gilt, an wirklich bleibendem zu arbeiten, was dir niemand anderer nehmen kann, und so sitze ich madenodermäusengleich im eurocity handl tyrol speck, und nirgendwo eine falle, ganz sicher nicht, weiters gilt: das drohende minuswachstum konnte hintangehalten werden, ja, es stehen die aussichten auf eine sich verfestigende weiterverzinsung durchaus günstig, da hat man was, gerade in dürren zeiten, denen wir entgegenreiten, gut ist auch, dass wir alle ab sofort nicht mehr streiten, alle schultern, haben sie beschlossen, werden geschlossen und das herz wird weit, ganz österreich will nicht nur seinen sondern gibt einen frieden, das dazugehörige licht haben sie schon anzünden lassen für die massen, schrill schrill schrillt das spendentelefon,

vor dem berühmtheiten zum abheben sitzen, alles wird nicht nur sondern ist bereits, endgültig und für immerdar, gut, die institutionalisierte, multipelst inkarnierte austriakische querulanz, sie ist verpufft, das wort raunzen wurde als fremdwort enttarnt und kommt auf die saualpe, wo die luft so gut und gesund ist, dass aller schwefel vergeht, vergehen muss, österreich, du grüne lunge der besonnenheit, die welt genest an dir, herr obama muss dann nur noch, einem kranzniederleger gleich, ein bisschen an den schleifen herumzupfen, tut das gut, und den selbstmörder vorhin hat es auf deutschem boden vor den zürichzug geföhnt, die welt wienwärts istundbleibt heil, jawohl.

aaaaah.

dann aber beginz in linz müsste man sein, kurt kurt in oder arbeitet an bad fucking, seit eh und je, für linz aber haben sie eine fünfte advenzkranzkerze erfunden, es wird scho glei dumper, hei-hei, hei-hei, heller eher nicht, zeichen und wunder allüberall, im südstaat (die apokalypse ein hilfsausdruck) ist die sonne, um die sich bis zu allerletzt alles gedreht hat, vom himmel gefallen, deren planeten wissen nun nicht worum eiern, die gefallene sonne aber kam per akklamation (santo subito!) als instantstern im sternbild der hai ans firmament zurück, strahlender aufs neue erglühend, patronus patriæ, der sinnspruch einen stern reißen ist nunmehr in neuem licht, das von oben kommt, zu sehen, ein licht, das möglicherweise auch seinem propheten (der jünger, den j. liebte), der bis zuletzt nicht mit ihm (hand? mund? tele?) communio hatte, dieses seltsam vertraut-irritierende munchgesicht angebräunt (um nicht zu sagen: verbrannt) hat, eine sternschnuppe ward er, die welt aber wartet auf seinen sauluspaulus, wo ist er, wo liegt sein damaskus, gar im spargelland?


(anderswo, nördlicher, nebensonnen, planetenlose)

bitte die außentüren geschlossen halten, betriebsaufenthalt. – der speckzug steht außerplanmäßig in attnang puchheim, wohl eine kaltnebelräucherung für das edle produkt.
weiter nach vorn. richtig. linz. du schenkst uns, nicht zu verschweigen, das schweigen (=zustimmung). weiters die chuzpe, einer etwas zu vorlauten autochthonen theatertruppe anzubieten, ihr ein projekt weitweit weg zu finanzieren, damit das haus frei würde, eine abstandszahlung also im wörtlichen sinn. kulturhauptstadt, sowas ist in österreich einsilbig auf zett endenden städten vorbehalten. sie legens jedenfalls hintergründig an. wie heißts am end von ernst jandls die humanisten so schön? – schlutz.

noch nicht ganz. es nähert sich auch die nun doch nicht eingeschlafen gelassene tradition des beliebten kinderfaschingsumzugs von garsten (fuori le mure). anderswo nämlich, etwa in der christkindlweltmetropole steyr, erfinden pfiffige touristiker neue. und die hupe des alten weihnachtspostautos bläst ihr beliebtes postillionmotiv in ekmelischer stimmung, beginnend mit einer beinah großen terz nach unten, traurige zeiten im vergleich zu christkindl, das ja zu garsten gehört, alle kinder sollen als zwerge verkleidet werden! steht im merkblatt für die volksschuleltern, weil fürs schneewittchen wurde eine mutter gecastet, mit der jungfräulichkeit wolln wirs da nicht so genau nehmen oder nicht.

dann nähert sich auch schon der märz, aber das sind andere umstände, die einer gesonderten aussendung bedürfen dürften.

jetzt fällt mir nichts mehr ein (zumindest tue ich so). weiter also zum

service

1. so viel schöne musik gibts, etwa auf meinen cds. kauft.

2. im jänner nach cefalù und nach steyr, im februar dann nach romanshorn.

3. hören sie regelmäßig ö1, lesen sie die clubzeitung.

4. überhaupt, tagesaktuell, die vorschau.

5. verfolgen sie das mütterlog. täglich.

6. vorbei ist vorbei.

7. alles wird immer besser.

etc.

herzlichst ihr

bertl mütter



herbstlmütterbertl 2008 Montag, 1. 9. 2008, 12:00

liebe mba.

hoffen, hoffen, hoffen. es ist alles offen. der tunnel, in den ich beim schreiben dieser zeilen einfahre, er ist für den zug eine ein- und ausgangsoffene angelegenheit (will ich hoffen), die längstvergangengeglaubte olympiade, sie hat allerdings vor kurzem erst begonnen (um in vier jahren mit den o. spielen in london zu enden), ebenfalls ergebnisoffen, und olympische spiele, sie sollen angeblich seltener sein alswie, sagen wir: wahlen, die ja bekanntlich ab sofort in österreich alle fünf jahre sind, die symbolik ist evident, so kann die opposition (und das österreichische parlament scheint zumindest zu hundert prozent aus o. parteien zu bestehen, ein vorteil, den sog. große koalitionen mit sich bringen, wobei alle immer darauf hinzuweisen wissen, dass gerade und nur sie die eigentlichen gestalter sind bzw. gerne wären, ließen sie die anderen, seien sie regierungspartner oder alleinideenspendende opposition oderaberauch tageszeitung, was dem fass die sprichwörtliche krone aufsetzt, und ganz unten im glas, was sie in deutschland neige nennen, da wartet der abgestandene hansi, unsterblicher noch als selbst canetti war, klammer zu), so kann die opposition also alle theoretisch fünf jahre die im österreich so beliebten schulnoten vergeben, und was sonst als lauter fünfer, was allerdings nicht bedeuten dürfte, dass man dafür eine wiederholung einfordern wird, nein, die durchgefallenen sollen am besten aus der schule geschmissen werden, jawohl, und kein bild entspricht dem kleinwüchsig kleinformatigen selbstverständnis österreichs treffender, als das des unterstufenschülers, es braucht einfach geschlossenen systeme mit klaren hierarchien, und solange du brav hingehst, nicht schwätzst noch schwänzst und ansonsten am besten nicht (nicht einmal nicht) auffällst, ist dein und unser soll erfüllt, jawoll, und zum bedeutendsein (das sind wir, alle!) genügt die vergangenheit (welche eigentlich?) und der wintersport, außerdem, dass wir seit ehundoje ein volk der tänzer und (bestohlenen) geiger sind, soisses.

(wie zur bestätigung treffen wir in kürze in sanktpölten ein; gerochen haben wirs schon vor der durchsage des einheitsakzentisch-mehrsprachigen ansagers in der – so heißt der schnelle zug – betrieblichenaltersvorsorgeateh.)

(wie um das prekäre jedweder planmäßiger abläufe zu illustrieren, verweilt der zug ohne dass man die fahrgäste informiert weshalb, in der duftmetropole, ausgerechnet hier, jaja.)

offen gesagt: posaunen werden ja eher weniger gestohlen, zumindest nicht nach streichquartettkonzerten. es kann aber etwa ein tragegurt reißen, das ist auch unangenehm. wie für alles in österreich, hat man für einen solchen (zu verhindernden) fall ein voll implementiertes sicherungssystem vorgesehen, hier in form eines zweiten gurten, der sich in dieser brenzligen, der betrieblichen altersvorsorge hinterherkeuchenden, situation bestens bewähren konnte, geschafft, uff.

wer zu schnell geht, kann auch abstuerzen

offen. habe ich oben gesagt.
das müssen nicht nur nach insektenstichen am rist messiasfußwundengleich beidseitig zerkratzte beine oder eine kurzfristig diagnostizierte krankheit sein, offen kann auch freudige aussichten bedeuten: die flasche, entkorkt, drinnen guter wein. dafür braucht es wenig mut, der mut liegt manchmal eher im aufhören. nicht nur beim trinken, a viech waas, wauns gnuag is, hat man uns fünfzehnjährigen biertrinkadepten beibringen wollen, wodurch wir unseres entkoppeltseins von der natur innewurden.
ich weiß, das klingt etwas geschraubt, aber einer, der unerträgliches (und sei es in der zukunft) nicht länger mitmachen will und befreiende, mutige undalso unverstandene schritte setzt, muss deshalb noch lange nicht einer sein, der sich, kameraden und kusöns – alternde altbauern gar – im stiche lassend, davonmacht, weil es so nicht weitergehen kann.
nun aber ist alles gute offen, wollen wir hoffen, und das möchte ich ihnen diesmal durchaus fröhlich mitgeben, ins neue arbeitsjahr, ins neue leben, das immer nur ein befristetes sein kann: sie haben (immer, wenn sie das wollen) die wahl.
weiter (viel weiter) gehts.



service

1. kauft cds (mütterliche; jedes quantum)

2. neben meinen konzerten, die sie alle auf der vorschau von muetter.at finden, darf ich diesmal ganz besonders auf ein musikalisches mitmachwochenende in schönen kempten im schönen allgäu hinweisen. von 26. bis 28. september wird gespielt. nähere hinweise finden sie selbstverständlich auch in der vorschau.

3. schauen sie ruhig auch zurück.

4. weiter gehts.

herzlichst ihr,

bertl mütter

(der nächste mütterbrief kommt zirka am 1. dezember.)



zyklonschaf Freitag, 25. 7. 2008, 0:00

hurrikan „dolly“ steuert auf texanische küste zu
orfon, 23.7.2008

die rache der natur.



immerwiedersommermütter 2008 Sonntag, 1. 6. 2008, 12:00

liebe mba.

da habe ich im letzten brief von der die gedanken zersetzenden transkription geschrieben (zitat: di e g d nk zer tz d rans pt n), schon nimmt mir das der bildschirm persönlich und antwortet mit sklerotischen anwandlungen, grafikkarte, sagt der techniker aufseufzend, des kost’t. ich werde also, um nicht alle vierteljahre eines neuen geräts zu bedürfen, etwas vorsichtiger formulieren, jedenfalls was die zur produktion meiner auswürfe unerlässliche hartware betrifft. schön vorsichtich also tippe ich diesen brief, auf rohen eiern gehend, wie man sagt, ein, damit kein falsches wort aus der kombination meiner auf die tastatur (sanft, ein zugeständnis) niedergehenden fingerkuppeneindrücke dem graphikkartoffelkäfer oder sonst einem dem laptop innewohnenden demiurgengewürm sauer aufstoße, woran sich dann letztlich wieder der obsthändler in cupertino bereichert, weil, soviel ist sicher, ein neues gerät muss her, und ich muss viele konzerte und kompositionen hervorbringen, das geld dafür eintreiben, dass ich es mir leisten kann, spenden also bitte gerne und jederzeit, in euro und franken (dollar und andere drittwährungen bitte vorher umzutauschen danke).

ansich wollte ich diesmal mit einem über allem stehenden zitat beginnen, aber, wie sie gleich sehen werden, hier passt es sowieso besser:

ich selbst bin ja der überzeugung, dass jene glücklicher sind, die alles unversucht lassen, aber dazu ist es jetzt zu spät, damit muss man früher im leben beginnen.
wolfgang hildesheimer, vergebliche aufzeichnungen (1962)

eben, zu spät.

vor den toren aber das große emmerweder östarejch.
vor den toren, was das bedeuten mag, klosterneuburg, das so schön renovierte klosterneuburg wirbt ja auch damit:

wo sich himmel
und erde begegnen

glaube, wein, kultur
vor den toren wiens

und der zweiten doppelzeile dieses werbespruchs will ich mich näher betrachtend widmen, dieser dreifache imperativ (und k. ist ja unser imperatorisches stift schlechthin), vor den toren wiens zu glauben, zu weinen und (eine weniger gebräuchliche, wohl veraltete form), zu kulturen, ein auftrag (jedenfalls der kulturauftrag), dem ich mich, wie es aussieht, am dritten oktober widmen soll, was rechtzeitig hier näher ausgeführt werden wird, jetztaber ist zuersteinmal der sommer dran, damitdasklarist. und vor den toren wiens, was das wieder heißen mag, ichselbst habe noch kein tor zu wien gesehen, alle abgerissen, kein stubentor, kein schottentor, nicheniche tut uns leid. oderaber, im norwestlichen speckgürtel gelegen undalso mit überdurchschnittlicher schlafintelligenz ausgestattet, überhebt man sich gar hybrisch der wiener, die man die toren nennt, tumbe toren gar? es kann wohl nur so sein. andererseits, die weisen herren im schwarzen gewand, sie sind ja per definitionem (alle, alle!) jedweder hybris enthoben, und selig sind die arm im geiste, weshalb es dann wohl lauten müsste für die toren wiens, was allerdings gerade die toren wiens nicht verstehen würden, werbebotschaft verfehlt, danke, liebe agentur, wir melden uns, weil tor und toren, das sind veraltete begriffe, noa, drottl (stmk, etwa in vorau, augustinisch-chorherrlich wie k.burg: droutl) heißt das bei uns, depp, aber doch nicht tor! es bliebe eine erklärungsvariante, hochaktuell, weshalb ich mich dann gleich zurückzuziehen gedenke (einen rückzieher mache), um nicht während des schreibens unaktuell zu werden, das ablaufdatum zu übersehen, wo doch das einlaufdatum immer näher rückt, gnadenlos, wenn diese etwas unpassende formulierung in diesem zusammenglaubzusammenhang erlaubt ist (sie ist es nicht, glauben sies mir), nämlich, jetzt weiß ich es, man hat, pröpstlich fußballbegeistert vorausahnend, jene tore wiens gemeint, die erst geschossen werden müssen, sagen wir bei der äuro, was täten sie aber nach dem finale, nach den toren wiens? ende der durchsage, und kafka ist ja im juni in k.burg gestorben, aber in kierling, das klingt wie schierling, was für ein heidnischer philosophensapht.
derweil wächst zu wien die angst, sie greift um sich, im merkur bei uns in der krottenbachstraße steht ein blasser bub in sicherheitsunform herum und darf nicht nasenbohren, ein halbes jahr schon passt er auf als wie, wodurch man daran erinnert wird, sich fürchten zu müssen, sehen sie, so einfach kann man sicherheitsbedarf undalso arbeitsplätze erzeugen (merkwürdig, warum sind diese leute stets eindeutig ohne – aktuellen – migrationshintergrund? dabei wären, sagen wir: langbeinige negerianer oder auch sehnige tschotschonen wesentlich besser zum obachtgeben geeignet, weil sie einem bösewicht, der einer alten dame das katzenfutter oder, in seinem bezirk, dem dichand sein butterkipferl entreißen wollen würde, wesentlich schneller hinterherlaufen könnten als zumindest das milchmännchen, das uns die group 4 so einsam, mitleiderregend, ja, auf dem merkur abgesetzt hat.
diese wiener angst© aber, sie gründet wesentlich diffiziler, und sie hat natürlich mit der dräuenden, vor den toren wiens stehenden öro zu tun. zum einen wird eine begeisterung herbeigeschrieben und hysterisiert, wimpel werden in die autofenster gespreizt, alles ist ganz patriotisch (bald schon mal sechzehn, uije), und gleichzeitig wächst der gesunde unwille gegen so viel heiße luft und pappmaché (das parndorferdesigneroutletkulissendorfentrée zum prater symbolisiert es perfekt, danke frau vizebürgermeista laska!), ganz österreich klebt titelt eine für alle sprechende buntzeitung, begeisterung mischt sich mit herzlichen willkommensängsten, weil der wiener ist ja grantig, hat grantig zu sein, der ring gesperrt, kein, schön sprechen, ottakringa, kein, rechthatta, schwechatta, und wien bereitet sich darauf vor, die berühmte wiener gastfreundlichkeit in die welt hinauszuschicken, so eine gelegenheit hat es seit 1938 nicht mehr gegeben (warum hat man den heldenplatz eigentlich nicht wieder zur fanzone gemacht?), die geburtenrate im märz 2009 wird emporschnellen wie der österreichische tormann ins rechte kreuzeck (dieweil die frucht mittig über die linie kullert), wir aber, wir sind die besten gastgeber der welt, man muss schnell (schnell!) so tun, als freue man sich, spielt vor, wie es sich gehört, erklärt den grant (die wesentliche unterart des wr. charms) zum unescoschützenswerten immateriellen erbe der menschheit, nämlich wenn es so weitergeht und alles lacht wie weiland die rösslwirtin oder die christl von der post oder smariandl oder der toni mitsamt der vroni, schlecht schaut es aus um den grant, also sind wir bitte, schön sprechen, freundlich zu unseren gästen, besonders zu jenen aus kroatien und der türkei, total freundlich, kommen sie bald wieder oder bleiben sie gleich da, deutsch können sie ja schon, gelt herr platter und der mister minit kann immer neue schlüsselarbeitskräfte brauchen, alles freut sich, ich wiederhole mich, aber die freude ist halt so übergroß, kollektiv, na de wern schen schaun,

die wiener
wie diener
wie nieder! –
nie wieder,

weshalb es diesmal im textteil auch keine schönen bilder gibt.

service.

aber auch ich
wiederhole mich,
wenn auch nich
t anagrammatisch,
weise auf wesentliches hin, was ich halt außer mütterlogschreiben so tue (täglich, wirklichwahr), gleich morgen am 2. juni bin ich in wels, muetters dichters liebe, am fußball bereichern werde ich mich am 11. in der alten schmiede und am 29. (das finale im porgy & bess, franzobel und mütter, seit eh und je fix qualifiziert, kommentieren live, eine wahrhaftige fußballorgie!), dann kommt auch schon der juli, jazzfest steyr, dann der spielen!-kurs in viktring (ein paar plätze sind noch frei), zweibisdreimal gmunden undundund und besonders hinweisen möchte ich auf den 30. august am toplitzsee, was für ein ort, und näheres finden sie wie immer in der vorschau.

was unlängst untergegangen sein dürfte ist, dass ich eine neue cd herausgebracht habe, eben muetters dichters liebe, sie ist sehr schön geworden wirklich wahr, weshalb ich mich mit einem sechzehnfachen
muetters dichters liebe
von ihnen verabschiede, nicht ohne ihnen einen schönen, erholsamen sommer zu wünschen und kommen sie bald wieder, wir freuen uns schon,

stets herzlichst ihr,

bertl mütter
schlafen sie wohl
schlafen sie wohl.

täglich aber, nachwievor, das muetterlog; es hilft durch den sich verfinsternden alltag.

ps
der nächste mütterbrief kommt am 1. september.



p2p Sonntag, 25. 5. 2008, 0:00

kleingeschäftslokalauslagenaushang, wien ottakring:

flohmarkt des katzenhilfswerks

… tauschhhandel, von privat zu privat; wen juckte es nicht, da hinzugehen?



spongiformütterfrühling 2008 Freitag, 25. 4. 2008, 12:00

liebe mba.

bm, unscharf

… und die gedanken, die kommen im übergang, wenn du (zum einschlafen, zum aufwachen) liegst, horizontal aber vor allem unter der dusche (die badewanne, eher ein dampf- denn denkbiotop, erscheint nicht sonderlich geeignet; wir reflektieren hier (sitzend, am bildschirm) zum wiederholten male über die unmöglichkeit der nicht sie zersetzenden transkription.
noch einmal: wi re le tiere h er (sit nd, m bi dsc rm) zu w eder l en ma e ü d e un ögl hk t d n ch i (die gedanken) rsetz d n rans pt n.

eine doch nicht den gedanken (gar, pluralis, die g.) zersetzende transkription, was für ein bedeutungswust auch. was weißt du von wust, kommt das von wüste? (wenn ichs nur wüsste; oder kommt die wüste von wust, und was ist das für eine komparative sonderform?)

im wunderschönen monat mai

womit wir mitten im frühling sind, der fümfundzwandzigste aprilis, alles treibt aus, hinaus will es, es gilt das legendäre i hob zwoa ka aunung wori hifoa, owa dafüa bin i gschwinda durt und ehklar durften sie erwarten, dass mein lenzbriefchen zur bärlauchzeit das neuesemaileingelangtsignal oder -aufblinken im kommunikationsprogramm ihres computers auslöse, mittlerweile ist mehr alswie ein monat vergangen, die maiglöckchen scharren in den startlöchern, aber und eben: wir sind immer noch mitten im grünen bereich und in russland ist ja auch erst jetzt ostern (eine weitere ausrede, weil am 21. märz war ich dortoben), aber all das interessiert sie nicht, keinesfalls, wozu auch, für sie zählt: brief oder nicht und nicht warum oder warum nicht, und da kann ich nur mit der schulter zucken, devot, humble ist das schöne wort im englischen (es kommt aber wohl aus frankreich, und die habens auch woher, und victor rogy hat den satz verwendet, der da lautet es kommt immer besseres nach, und von zykan, einem großen ottom, die auszählreimend-schelmische frage wissen die dinosaurier eigentlich, dass sie ausgestorben sind?)
wurscht auch, von victor rogy sind auch die beiden denkwürdigen kürzstsentenzen geh scheißen (ca. 1992) und guten tag (etwa um die selbe zeit) zur meditation hinterlassen, aber ehschowurscht (aschowurscht), jetzad ist er da der brief, und es darf ja auch wieder bistecca fiorentina geben, alle dummen schwammförmigen hirnverbrannten kühe sind aufgegessen und ich bin erschöpft darf ich ihnen sagen, vom wegschmeißen, habe gut zwanzig jahre dem immateriellen erbe der menschheit (im konkreten fall: meinem gedächtnis) anheimgestellt, tut das gut undaber ist das anstrengend, alle bilder und noten durchforsten nach aufhebensnotwendigen (es ist ein bruchteil), ballast ballast ballast fällt
ab
und zu trete ich auch auf, künstlerisch, mit meiner schönen blechernen posaune, heimlich mehr alswie vor großem publico und was solls auch, demnächst in fels am wagram (2. mai, beim wimmer-czerny, wie jedes jahr, wunderwein wunderessen zaubermusik) und mehr erfahren sie auf meiner muetter.at-seite.

muetters dichters liebe, ganz neu

undaber eh ichs vergess: die neue cd ist da, muetters dichters liebe, beglückend, glauben sies mir und wirklich wahr. direkt bei mir oder via wieser verlag auch im buchhandel olloverdewörld.

in eigener sache noch: ab jetzt will ich mich mütterbrieferscheinungsdatumsmäßig an die jahreszeiten im meteorologischen sinn halten. also 4x im jahr, zum meteorologischen beginn von sommer (1. ponny), herbst (1. wespenbär), winter (1. zehenbär) und frühling (1. nerz). in turkmenistan tun sie übrigens die monatsnamen wieder rückbenennen; ich aber halte mich bei den monatsnamen an den morgenstern und er sah, dass es gut war.

und täglich, nachwievor, das muetterlog; es hilft durch den alltag. soistdas.

herzlichst,

bertl mütter

bm, schärfer

(ausjetzt!)



wintermütter 2007 Freitag, 21. 12. 2007, 12:00

(auf etwa 1100) geschätzte mba,

© dorothea wimmer
(spiegelglatt und doch eisfrei – was uns die zukunft bringen mag?)

das jahr geht zu ende. na bumm, sagen sie jetzt, aber sehen sie, es lohnt sich, diesen umstand näher zu betrachten. die zukunft (und ihre vergänglichkeit) kündigt sich nämlich, genauer betrachtet, einer spirale gleich, an, so, wie eine schraubenmuschel: der bleistift braucht fürs zeichnen von 360° immer weniger, zuerst langsam, dann etwas rascher und schließlich geht es ganz schnell, du fällst ins tiefe loch des mittelpunkts, der auch, meist sogar exzentrisch, auf dich mausmensch wartet, wie die falle an der stirnwand des hintersten zimmers, du mußt nur die laufrichtung ändern, sagte die katze und fraß sie.
so ist nun einmal mit der zukunft, jawohl, seit eh und je: alles was wir einkaufen ist von seinem verfall her definiert, ein exaktes datum steht auf der verpackung, best before, futur exakt pur: ich werde zu spät in der speis entdeckt worden sein und du musst mich wegschmeißen. iss mich also bitte vor dieser zukunft, vor der mir graut, malzeid.
bis es so weit ist, die zukunft vorbei ist, tun es die tunfisch(stück)e im glas am längsten: gegenwärtig stehen wir beim 21.1.2012, vier jahre und ein monat noch; keiner, auch nicht die dauerhafteste dauerwurscht, ist länger am besten davor zu essen. weiter geht es mit den pelati und, wo dazu?, zu den spaghetti (silvester bzw. anfang juli 2010, immerhin zweieinhalb, drei jahre). als rechter kärntner nimmst du dein pesto am 10. oktober 2010, was für ein datum, zu dir, am 11. wärs verfallen, schad drum im schönen grenzland ohne passkontrolle am loiblpass, pass also auf, das pesto iss auf und basta. baasd.
wir überspringen die verfallszukunft (2009 verfällt nichts! es wird ein gutes jahr.), in den kommenden september: neun monate inkubationszeit haben maresi (27.), soletti (19.), milka (14.9.); im februar geht es mit cabanossi (24.) und lattella* (13.) zuende. womit wir bei der silvestermozzarella sind, und das faschierte verbrauchen sie bitte noch am selben tag, besser wäre gestern.

undaber genaugenommen: die physik beweist, hat längst bewiesen, nämlich es kann gar keinen blick in die zukunft geben, alles schon dagewesen. oder zumindest dort. früher einmal. auch wenn uns dafür noch die sinne fehlen. aber sie arbeiten fest an dieser evolution, was für ein trost.

vergangenes, dazwischen; dann in die nahe vorzukunft

auf der reise in den tiroler advent (wir wissen: die christkindlmarktgrenze verschiebt sich bedrohlich nach süden, bolzano, milano, bald palermo, kairo, dieweil der winter norwärts wandert), am zweitkürzesten (was für ein langes wort) tag des jahres, kommt es vor, dass du im höchstrangigen zug des tages sitzt, ein privileg, davon kannst du ausgehen, von wien nach feldkirch nur zwei fahrplanmäßige halte, dann macht es aber die nacht vor deiner reise von salzburg nach innsbruck bumm, ein güterzug kippt um, und schon ist deine ganze reiseplanung umgekippt, so ist es im leben jawohl, und möglicherweise ist es sogar besser so, du kannst es nicht sagen, weil dir ja nur eine option zur verfügung steht, passiv noch dazu, es ist wie beim essen, wenn du an einem überreichen buffet von allem probierst um zu herauszufinden, was du eigentlich essen willst und was eher nicht, aber dann ist auch schon aller hunger, guster gar, vorbei, du bist angefüllt wie die sprichwörtliche weihnachtsgans, die aber hat einen schlichteren fressgeschmack, gehabt, den du dir jetzt auch rückwirkend wünschst, vergeblich, vergib o herr die todsünd der völlerei, zu spät, leider, du selbstschopper mit sodbrennen, soistdasnuneinmal, doch zurück zum höchstrangigen zug, rangieren müssen sie ihn, arschlings hinaus aus dem salzburger hauptbahnhof, etliche regionalzüge und güterzüge musst du (der zug, das bist immer duselbst) passieren lassen, kreuzen, bevor du nach aigen, hallein, bischofshofen, zell am see, hochfilzen!, seinehons, kitzbühel, wörgl (wo sie – früher zumindest undalso längstverfallenes – lattella* erzeugt haben) abzweigen darfst und sammasieahlich, es ist ja auch wirklich die viel schönere strecke, und in einem durch die herrlichste winterlandschaft, was für ein luxus auch.

viele unerwartete freuden in der unsichtbaren zukunft wünscht ihnen ihr

das war in langenlois

bertl mütter

rohe
eihnachten

habe ich unlängst in einem recht passiv an mich gerichteten, links etwas abgeschnitteten (dafür an viele ergangenen) email gelesen. vielleicht könnte das schon ein vorfreudiger (eher allerdings krampussiger) hinweis auf das bereits heranbrausende osterfest, am 23. märz ist ja es schon so weit, die schokoladennikoläuse werden längst überpackt, und ich wünsche ihnen jetzt schon, dass ihre gefärbten eier dann auch gut durchgekocht sind, und ein gipsernes zum pecken.

am weihnachtsabend, 24.12.2007, zwischen 18.30 und 19.30 können sie mich übrigens live im radio österreich 1 als gast von renate burtscher hören. inkl. 18.57 stille nacht, heilige nacht auf meiner schönen posaune. ahh.

der nächste mütterbrief kommt am karfreitag. zumindest im mütterlog, weil ich mich da nämlich möglicherweise im reich des winters aufhalten werde. es kann also sein, dass ich ihn erst zu ostern verschicken kann. jedenfalls aber um den frühlingsbeginn. eben.

— der serviceteil — der serviceteil — der serviceteil — der serviceteil —

bald – die vorschau
da steht auch schon was über den juli drinnen. obacht nämlich: mein spielen!-kurs beim musikforum viktring-klagenfurt wurde um eine woche nach hinten verschoben und findet nun von samstag, 19. bis freitag, 25. juli 2008 statt, wird am 26. stattgefunden haben (um konsequent zu bleiben).
achja, wir suchen einen (oder mehrere) konzertpaten (-onkeln und -tanten!) für mein viktringer solokonzert am mittwoch, 23. juli 2008. die haben nämlich echte geldsorgen da unten, und ich mit ihnen, deshalb dieser aufruf. bitte sich bei mir (zahlreich; zahlend) zu melden. danke.

vorbei – der rückblick
manches, das jetzt bald ist, wird bald vorbei sein. hier zum nachlesen.

*) – die sternderlrubrik
nicht direkt im text untergebrachte links (von denen ich mich samtundsonders von fast allen distanziere):

* auf die verfallsidee hat mich, das darf ich verraten, am 8. november der blick ins molkeregal gebracht, mangogeschmack bis 1.1.2008 stand da drauf, lattellaende am neujahrstag, was für ein schicksal, *schluck*.

*mütterlog (unglaublich, wirklich täglich neu!)



herbstlbertlmütterl 2007 Sonntag, 23. 9. 2007, 12:00

liebe mba,

das ist aber in isfahan, wo noch nie ein papst hinkam

knapp nach dem segensreichen papstbesuch macht sich eine umsichgreifende säkularisation nicht nur in mariazell durch überkleben von pontifexplakaten mit wie auf einem altar auf tischchen sich räkelnden fräuleins palmers bemerkbar (ein reizvolles zwischenstadium während der überklebmetamorphose zeigte man unlängst im kurier, wandlung vom weißgekleideten geistwesen ins fleischwesen gewissermaßen, möglicherweise ein gottesbeweis – wer will und wem es nützt – wovon ich mich natürlich distanziere – wovon?), sie macht sich auch beim mütterbriefschreiben breit, jawohl, so ist es: wie es nämlich ausschaut, kommen die mütterbriefe mittlerweile nicht mehr alle heiligen zeiten (gäbe es, gäbe es heilige, auch unheilige und welche wären das?), sondern an den kurvendiskussionsmäßig interessanten undalso naturwissenschaftlich einwandfreien punkten des sonnenlaufes (maximum, nulldurchgänge, minimum), und da ich ohnehin selbstauferlegt einen täglichen eintrag im mütterlog zu verfassen habe (eine merkwürdige zwangshandlung), ist mir diese sich derart entwickelnde entwicklung durchaus recht. hier also mein herbstlbrieferl.

beim betrachten des wortes herbstl fällt mir auf, dass es letztlich nicht allzuviele worte gibt, die sich mit einem ell schmücken können. so darf ich ihnen heute einige gegenstände anbieten, die, näher betrachtet, alle über diesen edlen buchstaben verfügen.

von privat an privat günstigst abzugeben wären:

1) ein fahrrad – verkauft am 25.9.
2) ein harmonium – binnen einer stunde vergeben
3) ein pianino [möglicherweise eine bewerberin]
4) tonträger (mehrere)

ad 1) fahrrad, fahrbereitabgefahren!
schwarz, 6 gänge, eigengewicht, superweicher sitz in der mitte, praktischer korb hinten, hochbequemes fahren, ja, cruisen. seit jahren schon garagenrad, zuvor schon nur im sommer nur bergab gefahren, d.h. zustand 1a (die reifen gehören aufgepumpt, wofür gesorgt sein wird, machen sie sich keine sorgen).
bittewo ist das ell? fragen sie, völlig zu recht.
bitteschön, da ist es: bei diesem radlll handelllt es sich um ein tadelllllloses lllegendäres falllterrad, ein kullltobjekt, wie man sagt (welllcher kulllt? – s.o.).

über den preis wurde stillschweigen vereinbart; er hat 72,67 euro nicht überstiegen.

ad 2) harmonium, harmoniebereit – abgeholt, restauriert, neu eingespielt, fliehende würmer
gernhaberstück, erzeugt vor ca. 100 jahren. weiche zungen, warmer ton, cirka 10 register, einreiher.
und hier, das ell?

unter orgellllbauern wird das schöne harmonium gerne als choralmobed bezeichnet. und wenn ihnen das nicht reicht, der etwas volkstümlichere ausdruck sei ihnen auch verraten: hallllllelllujatraktor. [in deutschland, z.b. essen oder mülheim an der ruhr: psalmenpumpe]

ad 3) pianino
schwarz, massiv, gehört gestimmt, sonst aber in ordnung.
das ähällll!?
nennen wir es halt klavier. ein kleines halt. und es ist wirklich ok. und schön und alt und massiv, also nicht aus sperrholz oder resopal.
preis: ganz sicher nicht die welt
(das schöne stück gehört mir zwar nicht selber, ich werde aber gerne und so unverzüglich wie denkbar den direkten draht zur besitzerin vermitteln.)

ad 4) tonträger
was meinen sie, wo sind sie besser aufgehoben, meine so schön gemachten versilberten opera? in massen bei mir oder vereinzelt, verstreut über die interessierte und kundige welt, z.b. bei ihnen daheim? na sehnsie. na hörnsie.
etwa, brand- bzw. brennneu: grenzkæmpfe – elll? – meine allererste solo-cd (1993) als 2., beträchtlich erweiterte, völlig überarbeitete, vielfach verbesserte und neu gestaltete auflage.
mit neuem bonus- und! malustrack! bitte sich das keinesfalls entgehen zu lassen. beim wieser-verlag oder direkt bei müttern.
die weiteren tonträger, als da sind
muetters muellerin (das album!)
parlando
timbreplus
schubert:winterreise:mütter
written images
und etliche andere und bald auch schon
muetters dichters liebe
finden sie samtundsonders auf muetter.at
und bedenken sie: bald schon kommt allerheiligen, das letzte fest mit l vor dem heiligen abend.

vorher aber kommt der oktober und davor noch ende september. angekündigt sei eine literarische wanderung mit kurt palm inundum ried im innkreis (endstation ist senftenbach, das gasthaus kollmann) am kommenden samstag. anfang oktober spielt es sich in wien ab, zuerst die eröffnung des ignm-festes, dann spielen sie auch noch zwei stückln von mir, am 6. stump-linshalm nushu und am 7. die uraufführung von born. rondo für toypiano mit innerer stimme, mit und für isabel ettenauer, am 6. werden wolfram berger, adi hirschal, sascha lackner und bertl mütter in der galerie der akademie am schillerplatz die lange nacht der museen unter dem titel eros in öl begehen. undundund. 26.10. allein unter lauter chinesischer kunst im museum der moderne, dann, noch einmal am mönchsberg über salzburg, nushu, am 6.11. nämlich.
wollent für details die rubrik bald consultîrn.
achja, am 28.10. vormittag ist es bei den kulturvermerken in gmunden mit gert jonke und bertl mütter nichts weniger als die hölle. höllenfurcht, um es genauer zu sagen.

eben. genug ge-ellt.
ein schönes herbstln. auf ein persönliches treffen freut sich ihr
bertl mütter (2.v.l.)

bertl mütterl (von ihnen gesehen lechts)

— der serviceteil — der serviceteil — der serviceteil — der serviceteil —

bald – die vorschau
über den weiteren verlauf der baldigkeit bis zur wintersonnwend werden sie hier bestens informiert.

vorbei – der rückblick
manches, das jetzt bald ist, wird bald vorbei sein. hier zum nachlesen.



heißundsowasvonaktivmütter 2007 Donnerstag, 21. 6. 2007, 12:00

liebe mba,

ich sitze im turmzimmer von schloss weinberg und schaue über kefermarkt ins weite tal der feldaist, aber das stimmt ja gar nicht, weil ich schaue ja auf meinen laptopbildschirm, was täte ich da auch für einen blödsinn zusammenschreiben, wenn ich beim tippen anstatt auf den bildschirm zum fenster hinausschauen täte, wirklich wahr. obwojl, so schlecjhz gejt es gse nichr, und da sind wir schon bei einem phänomen, das es näher zu betrachten lohnt: du kannst etwas leidlich gut, aber wenn du es bewusst machen willst oder gar sollst, kommst du ins stocken: hundertmal blind die schuhe gebunden – kein problem, einmal dabei daran denken – ritscha.

juni ist, dieser halbzeitadvent, wo alle noch irrsinnig viel zu erledigen haben, aber wir schaffen es schon, dass wir uns vorher noch sehen, der countdown zum stillstand hin, zeugnis (könnte man weihnachten nicht auch nach bundesländern staffeln? – das wäre doch praktisch!), studienjahr, arbeitsjahr, wimbledon, alles endet dieser tage, gleitet in die sommeragonie, geistiges kofferpacken allüberall (auch die daheimbleiber), wir legen uns saure gurken ins gehirn ein, damit wir all das aushalten und ihn wirklich lesen und in künstlicher aufregung nachreden, diesen blösinn, den uns die neuigkeitsbuntblätter mit ihren schreienden fernseh- und radioäquivalenzen längst schon ganzjährig zu servieren sich nicht entblöden: welches tier wird heuer die beste bestie der saison, der haifisch im wörthersee, ein bärli oder doch wieder eine neue spinnenart?, dürfen wir auf ein taugliches hochsommerhochwasser hoffen, wann bricht der vesuv endlich aus (er wird uns nicht entkommen!)?

weit weg von allem, hier, im schloss als landesbildungsheim sind sie meiner vollen sympathie sicher. ich liebe nämlich diese fürunseregäste!zettel. sie sind in erster linie dazu da, alle, kollektiv, (zumindest der absicht) des vandalismus zu bezichtigen (jede verunreinigung ist nicht erlaubt – ich wüsste zu gern, welche genau), und augenblicklich fühlst du dich wie ein pflichtschüler, der beim spielen im pausenhof ein fenster eingeschossen hat und vom schulwart ertappt wurde, ab zum direkter. der vom land zu bildende wird natürlich völlig zu recht angeherrscht, mit drei rufzeichen pro zeile, damit das klar ist! einmal so zusammengestaucht, suchst du in den informationen von a-z vergeblich, wieviele zentimeter (mit inventarisierungszeichen versehenem) klopapier dir pro sitzung zustehen, tschuldigndasileb.

und natürlich hat sich der betrieb hier nach den hier angestellten beamten zu richten (selbst in der küche tragen sie ärmelschoner), die sind ja immer da, unsereins aber nur zwei, drei tage, versteht denn das keiner?
und damit alle wissen, wem persönlich wir das alles hier (es ist wunderbar, daran besteht kein zweifel, selbst die lasagne mit eternitabdeckung; auf ihre art halt) verdanken, thront über allem gütiglich schmalzlächelnd und bitzlfest wohlfrisiert der allhierheilige josef, dieweil sich, daneben, sein falscher bub in kreuzschmerzen windet; es ließe sich zusätzlich geld sparen, würde man das bild des landeshauptmanns in einer noch zu bestimmenden weise mit dem kruzifix verschmelzen, nicht zuletzt in kefermarkt gibt es ja reichlich holzschnitztradition, oder nicht?, stelle ich mir vor.

verstreutes

eine cd kommt wieder daher, hat sich vor muetters dichters liebe gedrängt: in kürze erscheint auf vielfachen wunsch meine allererste solo-cd grenzkæmpfe (1993) als 2., beträchtlich erweiterte, völlig überarbeitete, vielfach verbesserte und neu gestaltete auflage.
mit bonus- und! malustrack! bitte sich das keinesfalls entgehen zu lassen. beim wieser-verlag oder direkt bei müttern.

zwei termine möchte ich extra ankündigen, bevor ich sie mit dem allgemeinen serviceteil in den sommer entlasse:

1) am kommenden samstag, 23. juni 2007, 19.30 gebe ich mütters posaunenvarieté beim verein für kunst und kultur in eichgraben; ist äußerst bequem mit der öbb erreichbar: das alte wienerwaldwirtshaus steht direkt neben dem bahnhof, der garten ist schlichtweg eine sensation, wirklich wahr.
ich zitiere, was ich denen von musik aktuell (die das ganze franzhautzingerkuratiert unterstützen) über mpv gesagt habe:

mütters posaunenvarieté ist eine verschmelzung meiner statements und glossen mit meiner musik. vorgefasstes (texte, kompositionen) und spontanes (improvisation, freie rede). in welchem verhältnis das zueinander steht, davon lasse ich mich selbst überraschen, wie auch von jenem berühmten roten faden, von dem ich noch überhaupt gar nichts weiß …
(und mehr weiß ich jetzt auch nicht; gusto? – gutso!)

2) einmalnoch: spielen!, mein sommerworkshop zur improvisation: vom 15. bis 21.7.2007 wird in viktring (musikforum viktring/klagenfurt) wieder gespielt! wollent ganzganzschnell sich der wenigen restplätze zu versichern…

abermals verweise ich auf den (da zum dritten mal in dieser form präsentiert, nicht nur längst traditionellen, sondern bereits wieder zu evaluierenden) serviceteil (vorschau, rückblick), und darf mich von ihnen verabschieden. kommen sie gut überall hin und zurück und schauen sich dabei doch auch bei mir vorbei, virtuell und, lieber noch, alser ganzer.

ihr

sommeraktiv!

bertl mütter

— der serviceteil — der serviceteil — der serviceteil — der serviceteil —

bald – die vorschau
wie lange dauert bald?

vorbei – der rückblick
jedes fragment ist eo ipso vollkommen.



weinundwerbemütter 2007 Montag, 9. 4. 2007, 12:00

liebe mba,

ein herzliches guten tag!

viel werbung diesmal, man hat mich darum ersucht, danke für ihr verständnis (wenn sie welches haben).

an diesem sonnigen ostersonntagmittag sitze ich an meinem schreibtisch und lausche in meinem persönlichen radioprogramm zwei bachschen magnificaten (js, cpe). etwas vorher haben sie eine öeinsclubermäßigte veranstaltung angekündigt, die ich etwas nachher auch mit der bitte um zahlreichen besuch bewerben soll, hat man mich gebeten, und das mach ich auch gern (siehe weiter unten), und, jaja, der neue mütterbrief steht längst an, wie so vieles andere auch, dauernd neues wird von einem erwartet und am schluss etwas unvollendetes, damit die sog. nachwelt was zum speculîrn hat, es ist eine alte geschichte, doch bleibt sie immer neu, achja, muetters dichters liebe ist aufgenommen und bereits akustisch fertiggestellt, gegenwärtig ruht sie zur albumumwandlung, es gilt, fruchtfleisch anzusetzen, alchimie, eben.

ein nachtrag zum letzten mütterbrief: es gingen zahlreiche (selbstredend unmartialischen) durchhalteparolen gleichende ermunterungsadressen ein; von den programmmaschinisten, in deren programmkonzepten meine musik seit eh und je fix drinnen ist, hat sich natürlich keiner gemeldet, nicht einmal eine halbherzige vertröstung (die ich mir auch nimmer abzuholen gewillt bin), noch weniger der mut, eine absage ins angesicht zu placieren, so eine feige selbstzufriedene partie, wirklich wahr. aber, glauben sie mir, ich grolle nicht.

definitely not afraid of the trombonist sind demnächst die literarischen salzburger (13.4.), die langenloiser jazzzeitweintrinker (14.4.), die felsamwagramer weinkultaffinen (27.4.), etliche oberösterreichisch-kaleidophone kurzzeitulrichsberger (29.4.) und die kammermusikabonnierten villacher (3.5.).

zum wein jetzt näheres. in ihm liegt wahrheit (unter anderem; anm. d. v.), weiß schon (historien 1, 133) herodot (ohne diesen spruch zu zitieren), wenn er von den persern erzählt, dass sie einen beschluss nur dann umsetzen, wenn er der überprüfung in beiden aggregatzuständen standhält. damit es aber zu einer gedeihlichen erwägung kommen kann, muss das medium der entscheidungsfindung seinerseits wohl geprüft und erwogen werden, am korken wird hundegleich die witterung aufgenommen, das nicht zu üppig befüllte glas sodann im gegenuhrzeigersinn beschnuppert, ein vorsichtiger erster nippschluck wird durch die schneidezähne schlürfbelüftend eingesogen (manche – wer, wird hier nicht verraten – machen das auch mit kolaleit), dann wird der saft im mund links und rechts, oben und unten und diagonal hin und wieder her gespült, dabei weiter nach hinten und, kopfstandlos, zum gaumen verfrachtet, gurgelgeräusche, vorsichtige partialschlucke, nasenaufziehen, am end wir das alles möglicherweise doch noch ganz hinunter geschluckt, sodass der wein einen ordentlichen abgang hat, wollen wir zumindest hoffen.

die haben nichts verschüttet
merke: was ich getrunken habe, kann ich nicht mehr verschütten

sehen sie, und dazu trifft man sich am kommenden samstag (14.4.2007, 19.00, busabfahrt 18.00 vom schwedenplatz) in jenem loisium genannten bescheidenen betonklotz oberhalb langenlois. sechs ausgewählte weine aus der region (weißburgunder, riesling, grüner veltliner, traminer, zweigelt, rieslingsekt) werden von dazu berufenen menschen erläutert, dazu bringt die sehr charmante angela maria reisinger literarisches und, nach einem kräftigen schluck, folgt meine posaunistische, völlig objektive persönliche deutung. von den sechs jazzzeitweinen kann ich übrigens fünf tatsächlich persönlich empfehlen, das ist doch allerhand, oder? (sie selbst sollen natürlich alle sechs probieren, und vielleicht schmecken ihnen ja fünf andere als mir.)

die zweite weinveranstaltung ist die sechste dieser art bei meinem freund hans czerny in fels am wagram (27.4.2007, 18.00), weinkult (intendanz: bertl mütter – so heißt das in niederösterreich; obwohl, so eine formulierung mag eher zu felix dworak, elfriede ott oder harald serafin passen): unter dem vorwand musikalisch-literarischen interesses (gäste diesmal: gert jonke, agnes heginger, peter herbert, christoph cech, das ist ein flöten und geigen) wird alljährlich die warme jahreszeit unter zuhilfenahme besten (mittlerweile biologischen) weins und exquisiter speisen begrüßt. vom weingut wimmer-czerny kann ich keine weine empfehlen, denn erstens bin ich befangen (und muss mich also der aussage entschlagen) und zweitens bleibt nämlich sonst zu wenig für mich übrig (und sie, die zwischen den zeilen zu lesen in der lage sind, dechiffrieren das als empfehlung, habe ich recht?, uijegerle!)

weil wir schon am werben sind und aus dem ganzen brief nichts anderes als eine ganze werbeverkaufsveranstaltung (mit weinkost) geworden ist, noch zwei workshopankündigungen.

mein sommerworkshop zur improvisation: vom 15. bis 21.7.2007 wird in viktring (musikforum viktring/klagenfurt) wieder gespielt. restplätze … (etc.)

und wer ins spielen! reinschnuppern will, wir (christoph cech und ich) hätten da auch einen am 19. und 20.6.2007 im schloss weinberg bei kefermarkt, veranstaltet von der bruckneruni linz und offen für alle.

abermals verweise ich auf den (da zum zweiten mal in dieser form präsentierten bereits traditionellen) serviceteil (vorschau, rückblick, *-rubrik), und darf mich von ihnen verabschieden.
kommen sie zur literatur, zum wein und, meinetwegen, zur musik. wenn wir uns daundoderdort sehen, freue ich mich aber sowas von.

beim wein ists fein

ihr bertl mütter


(der aber doch auch noch heftig zu componîren hat und am 6. april, karfreitag, memento mori, erstmals die anrede herr professor zu gewärtigen hatte)

— der serviceteil — der serviceteil — der serviceteil — der serviceteil —

bald – die vorschau
was nach anfang mai kommt, wird später eingetragen.

vorbei – der rückblick
inkl. russland (faschiertes land – begriffsklärung demnächst hier im mütterlog), jerusalem, paris, amsterdam

immer weiter, jedenfalls. und am schluss irgendwas, hauptsache unvollendet.



EtwasWinterMütter 2007 Donnerstag, 25. 1. 2007, 12:00

Liebe MBA,

(sämtliche Drittpersonsformen inkludieren Femininum und Maskulinum – zumindest wo es sinnvoll ist; und, nun gut, Neutrum auch)

stift st. lambrecht, clausura

Sie ahnen es, und ich darf Ihre Ahnungen bestätigen: Dieser MütterBrief hätte wesentlich früher verfasst und abgeschickt werden sollen, allein, es war nicht möglich, das Wetter wollte nicht und nicht mitspielen, wofür ich mich hier, als wäre ich Alpintourismusverantwortlicher, in aller Form entschuldigen möchte, aber, D’oh, selber entschuldigen geht ja gar nicht (das können nur gewisse Politiker, manche sogar meinetwegen), also bitte ich um Ihre Nachsicht und hoffe, Sie mit diesem umständlichen und vielzulangen Ersten Satz nicht noch zusätzlich gegen mich aufgebracht zu haben.
Immerhin, ein Anfang ist gemacht.
Nach meinem letzten Brief wurden mir etliche Bananenwahrnehmungen zugespielt, ich darf zusammenfassen: Lediglich fast nur ein (um nichts weniger bemitleidenswerter) Freund musste von einem Bananenschalenfall berichten, welcher sich allerdings unter speziellen Umständen ereignete, nämlich in Costa Rica, der Bananenrepublik schlechthin, wo es, das konnte mir auch der glücklicherweise unverletzt Verunfallte bestätigen, unwahrscheinlicher zu sein scheint, nicht auf einer Bananenschale auszurutschen. (Ob er deshalb zum Trotz in die Atacamawüste aufgebrochen ist, ich werde ihn fragen.)
Soviel dazu, wenden wir uns jetzt dem Eise zu, das zumindest nicht mehr gänzlich unwahrscheinlich scheint in diesen frühwinterlichen Tagen, wenngleich unsere Abfahrer, die, ganz im Gegensatz zu allen anderen seit eh und je eine harte, eisige Piste bevorzugen (auf Gleitstrecken kann ein jeder gewinnen, das interessiert unsereins ja nicht einmal nicht), heuer auf Kitz verzichten müssen, ihre Eisüberlegenheit also nicht unter Beweis stellen dürfen (oder müssen, je nachdem), so hart im Nehmen sie auch immer sein mögen.
Die Frage ist also: Was nützt so einem Schifahrer der beste Werbevertrag, wenn er wenig bis keine Gelegenheit hat, seiner eigentlichen Tätigkeit nachzukommen, dem, was er am besten kann, der Kunst also, einen vorzugsweise brutalharten Eishang als halbwegs Schnellster, jedenfalls aber am spektakulärsten hinabzurutschen (sodass die Komantschen pfeifen).

grün, immerhin
Sehen Sie, genauso verhält es sich mit mir und meiner Kunst (die Posaune die Brettln, das Podium der Eishang). Nicht zuletzt dank meiner virtuellen Präsenz und auch mancher wohlwollend besprochener Tonträger wegen halten mich viele für einigermaßen erfolgreich, und das mag auch zutreffen. Auf der anderen Seite hat sich aus verschiedenen künstlerischen Gründen in den letzten Jahren eine zunehmende Konzentration auf die Soloarbeit ergeben, das engt die Auftrittsmöglichkeiten ein (ich spiele im übrigen keineswegs ausschließlich allein, habe große Freude, immer wieder mit wunderbaren Kollegen zusammen zu arbeiten, und eben befindet sich ein Ensemble in seiner Gründungsphase – mehr dazu, wenn es Spruchreifes zu veröffentlichen gilt).
Also: Who’s afraid of the trombonist? (Empfehlungsschreiben aufliegend)
– Ich kann garantieren: es ist keine Angst notwendig (warum darf man das unhinterfragt als Pianist, allein spielen?). Genug gesudert (Näheres gerne persönlich); naja, was immer noch verletzend ist, sind gewisse Veranstalter, die dir ob deines eigenständigen Wegs permanent auf die Schultern klopfen, Du bist in meiner Programmkonzeption fix drinnen, sich auf Nachhaken aber abwimmelnd gebärden: D’oh, habt doch den Mut, nein zu sagen, anstatt halbherzig zu vertrösten, ja?! – Bitte aber ins Angesicht.
schöne aussichten
(TschuldignS‘, dass ich Sie mit derart Banal-Alltäglichem konfrontiert habe; es ist aber so, dass auch unsereins epiphytische Orchideenexistenz Austausch braucht. Wir – es betrifft auch viele Kollegen! – haben so viel zu geben.)

Indem ich auf den neu gestalteten Serviceteil verweise (bitte lesen und Vorschau- und aber auch Rückblick-Link anklikken), darf ich mich von Ihnen verabschieden. Ich freue mich, wenn wir uns daundoderdort sehen, hören, lesen und überhaupst, dankeschneu.

Nichtsdestotrotz auf zumindest die Slalomergebnisse vom Ganslernhang gespannt zu sein vorgebend,

Ihr

Bertl Mütter

nach den MDL-Aufnahmen

Bald – die Vorschau
weihnachtsorgiastisch!

Besonders hinweisen möchte ich auf den 2. Februar im Porgy & Bess, Wien, letzte Weihnachtsorgie in diesem vielzukurzen Winter.
Und, hinaus aus dieser Enge, am 8. Februar werde ich als Gast und EmCee mit dem Axyz-Ensemble im Bimhuis, Amsterdam musizieren.

Vorbei – der Rückblick
das ominöse chorzimmer (stuckdecke)

Eben habe ich MDL, muetters dichters liebe (nach Schumann nach Heine), im Chorzimmer der Clausura des Stifts St. Lambrecht aufgenommen, und am 26. Jänner zu Mittag wird der akustische Teil meines nächsten Albums (Aufnahme, Schnitt, Klangbild, Master-CD) fertig sein. Ein paar (genau: 268) Photos von einem bei mir paarweise vorhandenen Körperteil (hat nichts mit den weiter oben erwähnten Orchideen zu tun) hat Dorothea Wimmer auch schon gemacht; das wird spannend.

Weiter, jedenfalls.



BananenMütter 2006 Sonntag, 26. 11. 2006, 12:00

Liebe MBA,

(sämtliche Drittpersonsformen inkludieren Femininum und Maskulinum)

unlängst (ein ähnlich hässliches Wort, wie wenn jemand in (un)freier Rede statt des ebenso unguten aa/aah/ah/äh/ähm oder so nach jedem zweiten Wort die Bedeutung dessen, was er sagen will oder zumindest vorgibt, sagen zu wollen, durch Einfügen dieses fortgeschleppt pubertären, zubodenschauenden irgendwie zu heben, unterstreichen oder abzuwiegeln versucht), unlängst also sind wir zusammengesessen und haben uns bei apulischem Rotwein bzw. Coca Cola Light so unsere Gedanken gemacht, und dabei ist es gewissermaßen (auch so ein Wort!) äußerst schlüpfrig (strenggenommen rutschig, möglicherweise glitschig) zugegangen, in unseren Gedanken, was glauben Sie, wo denken Sie hin? In unseren Überlegungen, ich muss es zugeben, sind wir zu keiner umfassend befriedigenden Lösung gekommen, schließlich mussten wir die Diskussion mit der letztlich doch rundum konsensfähigen Erkenntnis beenden, dass keiner am Tisch diese so berüchtigte Erfahrung gemacht hat und wir es strenggenommen auch bezweifeln mussten, irgendjemanden zu kennen, der Eigenwahrnehmungsberichte weiterzugeben in der Lage wäre, denn: Keiner konnte sich erinnern je auf einer Bananenschale ausgerutscht zu sein. Diese Version des Verunfallens scheint, so unsere Überzeugung, ausschließlich in billigen Witzen vorzukommen. Und so konnten wir auch, wie gesagt, keine Antwort auf die uns zunehmend quälende Frage finden, wie denn die so gefährliche Frucht(schale) liegen müsse, damit die höchstmögliche Rutschgefahr (auf der einen Seite ein Haften, auf der anderen urplötzliches Wegrutschen; in der Folge Sturz aufs Steißbein bei gleichzeitiger Unterarmprellung reschpeckchtive Handwurzelauweh, in höherem Alter: Oberschenkelhalsbruchundaus) gegeben sei.
Sie merken schon, wir manövrierten uns in unserem Salon zunehmend in eine durchunddurch heikle Situation, und mehrmals, ich muss es zugeben, standen die Gespräche am Rande des Abbruchs, zu dem es nur deshalb nicht gekommen sein mag, weil die Runde klein war (ein sog. künstlerisches Abendessen, Gipfeltreffen der Künste im kleinsten Kreis: ein Poeta Laureatus; eine Lichtgestalt unter den Bildenden Künstlerinnen; ein Klaviermagier; der im Weingartner Compositör genannte Verfasser dieser Zeilen – verspeist wurde keine Wildente) und zudem jeglicher medialen Aufmerksamkeit und also externen Aufheizung entbehren musste, diese Kapazitäten der Hinterbringung, was der andere gerade für Gemeinheiten gesagt hat (Haben Sie’s schon gehört? Na, was sagen Sie da dazu?), diese ungeniert Haltet den Dieb! schreienden Aufhusser waren (und sind!), scheint es, gegenwärtig anderswo ausgelastet, und das ist gut so. (Irgendwie, das nebenbei, muss ich immer an die Lemuren aus der Schlussszene von Faust II denken, wenn ich im Weingartner die vorletzte Seite jener grauen Zeitung aufschlage, die nur samstags über ein breiteres Spektrum verfügt, sie aufschlage und schnell weiter blättere, bevor mir, ich sage es ganz offen, die Magensäfte hochkommen wollen.)

obacht!
Also: schön aufpassen! (Das ist keine Warnung, anwenauch?)

Mein Fragenkonvolut an Sie also:
– Kennen Sie jemanden, der schon einmal auf einer Bananenschale ausgerutscht ist?
– Hat es Sie selbst gar einmal vermittelst einer Banane aufgebirnt?
– Wenn Sie ausgerutscht sind, ist Ihr Fuß durch direktes Auftreten auf die Innen- oder Außenseite der Bananenschale ins Rutschen gekommen?
– Haben Sie sich eh nicht wehgetan?

Danke für Ihren individuellen Wahrnehmungsbericht. Somit kann ich Ihnen einen schönen Spätestherbst wünschen, sollte es noch eisig werden, tun Sie bitte aufpassen, ob etwelche exotischen Fruchtreste am Boden liegen, ja? (Nicht draufsteigen! Oderaber: Selbstversuch.)

Die Vorschau (Details: bitte beim Wort Vorschau anklikken)

Besonders am Herzen liegt mir der kommende Mittwoch, 29. November um 19.00 im Theatermuseum, da werden Gert Jonke und ich den Lieutenant Gustl von Schnitzler geben, im, wie es sich gehört, Eroicasaal.

1.-7. Dezember, Franzobel & Mütter, Die Weihnachtsorgie: St. Johann – Innsbruck – Winterthur – Kiel – Karlsruhe – Graz – Stainach-Irdning (heim dann über Attnang-Puchheim oder über Selzthalselzthal, gekürzter Aufenthalt)

10. Dezember, 15.00 – 20.00 Uhr
Offenes Atelier bei Victoria Coeln und Bertl Mütter, 19., Krottenbachstraße 66
17.00 Hauskonzert

Und kommen Sie zuguterletzt am 21. Dezember in den Loos-Salon. Da gibt’s die offiziöse Präsentation von muetters muellerin, dem Album.

so schauts aus
Sie sollten sich wirklich drei, vier davon zulegen. Ich sage nur: Irgendwer hat auch im Dezember Geburtstag. Oder vielleicht gibt es sonst einen von außen diktierten Anlassfall zum Geschenkschenkenmüssen.

(Aus Komplettitätsgründen: Der Rückblick)

Jetzt aber nur das Beste, wie immer und weiter so (gilt nicht für alle; der Nikolaus und sein Vizekanzler, die werden’s schon herausbekommen)!

Ihr

Bertl Mütter



HerbstlMütter 2006 Donnerstag, 21. 9. 2006, 12:00

Liebe MBA,

Herbstzeit, Wanderzeit. Österreich ist schön. (Franzobel, Österreich ist schön.) – Darf ich Sie zu einer kleinen Rundreise einladen?

Vorarlberg
In Bregenz regnet’s, es herbstlt.

Burgenland

Mörbisch morscht. – Aber nein, das ist ein Witz. – Wenn’s aber regnet. – In Bregenz. Und Serafin hat längst schon betoniert.

Salzburg
Eine wahlwerbende Splittergruppe sammelt sich ein letztes Mal, ausgerechnet am Irrsee. – Der ist aber in Oberösterreich. – Na eben. – Außerdem ist der vollkommen unter Naturschutz gestellt und hat so gut wie keinen Zu-, wohl aber einen Abfluss. – Na eben.

Tirol
Ein prominenter Lienzer Rauchfangkehrermeister mit altaussehendem Dreitagesbart besitzt neben beträchtlicher Leibesfülle eine feiste Moto Guzzi mit Stereoanlage; sein Auf- und Abstieg bleibt ein Rätsel.

Steiermark
Ich habe ein grünes Herz. Dieser Tage erst habe ich es am Rande einer offiziellen Zeremonie vom Bürgermeister der Marktgemeinde St. Lambrecht auf mein leinenes Sommerjopperl gepierct bekommen.

(Exkursion: Herbstzeit, Wanderzeit – international)
Finninnen in Madeira sind kein Gourmetrezept für Menschenfresser.
Finninnen in Madeira
(Finninnen in Madeira)

Niederösterreich
Warnung vor Wanderungen in die Ötschergräben. Dem Autor ist es nur durch Flucht in eine Höhle gelungen, sich vor dem äußerst gefährlichen Großen Trauermantel (nymphalis antiopa plusquammammutum gigantissima oetscherensis), einem eiszeitlichen Relikt, in Sicherheit zu bringen.
Der Trauermantel, ein Gigant
(nymphalis antiopa plusquammammutum gigantissima oetscherensis)

Oberösterreich
Niederösterreich sei unpatriotisch, was man über Oberösterreich so nicht behaupten könne, wie man umgekehrt mit einem ebenso naheliegenden Wortspiel behaupten könne, das Personal in Kaffeehäusern und besseren Restaurantbetrieben sei in Oberösterreich a priori besser, als etwa in Niederösterreich. Beide Behauptungen sind oberflächlich, irreführend, ja, diffamierend, und das ist etwas, was wir in Zeiten wie diesen sicher nicht auch noch brauchen können. Wenden wir uns also Erfreulicherem zu.

Kärnten

Wie schreibt man Ortsende von Klagenfurt?

Wien
Anfang Oktober lösen Luftwäscher die zur Zerstreuung der heißen Luft benötigten Ventilatoren ab, nachdem sich alle versprochen haben; es war nicht so gemein gemeint, ganz sicherlich sicher nicht.

Österreich, alle Neune
Der Wahnsinn bildet Cluster. (Paulus Hochgatterer, Die Süße des Lebens, S. 252)

Schlussklauseln
Ich hoffe, Sie hatten eine angenehme Reise, vor allem aber einen schönen Sommer. Jetzt aber voll positiven Elans ins neue Arbeitsjahr! Was es uns wohl bringen mag?

Was mich betrifft: Vorschau

Was mich betroffen hat: Rückblick

Was Sie besonders betreffen sollte: muetters muellerin, das Album. Ganz neu.

Herbstlich herzlich grüßt
Österreich, im/am/ums Eck
Bertl Mütter



SommerSonnwendMütter 2006 Mittwoch, 21. 6. 2006, 12:00

Liebe MBA,

so. Sommer. Die Kühlschrankkälte zu Pfingsten scheint vergessen. (Nicht von mir.) Jedenfalls endlich den Luftbefeuchter (mittlerweile ein Luftwäscher) gegen die Windmaschine ausgetauscht, Papiersturm im Musiksalon.
Ein schräger Blick in meine Compositörwerkstat. © Victoria Coeln

Viel, so viel zu tun, deshalb nur ein kurzer Brief.

(OK, ich werde inkonsequent und gönne mir, wieder Verben verwenden zu dürfen. Soviel Zeit ist dann doch noch.)

Was soll ich bei dera Hitz sagen, als einen schönen Sommer zu wünschen, vielleicht sehen wir uns daoderdort, schauen Sie sich doch auf meiner Homepage um, nächste Woche bin ich in Graz, ganz viel, bei der styriarte lassen sie mich dreimal ganz allein spielen, es wird mein Großer Grazer Triathlon, Mütters Müllerin (Schwimmen), Schubert:Winterreise:Mütter (Radlfahren) und, als Uraufführung, Mütters Dichters Liebe (Laufen), für den ich ebenjetztgleich wieder trainieren muss.

Die ersten Endorphine stellen sich ein, darf ich noch berichten.

Herzlich willkommen,

Bertl Mütter mit Sonnenmasern © Victoria Coeln

Bertl Mütter

Drei Postscripta:

1. Die heutzutage so unerhört und unverzichtbar wichtige sog. Medienpräsenz:
Heute, 21.6.2006, in der Nacht, im Radio Ö1, 23.05, und im Fernsehen ORF 1 am Dienstag, 27.6.2006 in Treffpunkt Kultur, und ein paar Radiotermine kommen noch, aber was soll das eigentlich, steht ja eh auf der Homepage, FASSE DICH KURZ! ist in den Telefonzellen früher gestanden.

2. muetters muellerin
muetters muellerin © Dorothea Wimmer
Die CD selbst ist bereits fertig daheim, schön schaut sie aus; das Album (es wird, wenn ich mir das recht überlege, eine Art Buch, und ich warte noch auf einen Text, auf den es sich zu warten lohnt) kommt bald, wirklich wahr.

3. Spielen!
Wirklich nur mehr Restplätze gibt es für meinen Sommerkurs im Rahmen des Musikforum Viktring, vom 16. bis 22. Juli 2006 am schönen Wörthersee.



MütterMaiMeteorologisches 2006 Montag, 1. 5. 2006, 12:00

Fredi-Keks (originalverpackt)
Fredikeks (originalverpackt)

Liebe MBA,

Alles erwartet den Mai. Die märzliche Thomasbernhardkulisse des Volksgartens hat schließlich doch noch grün ausgetrieben, und der lila Flieder parfümiert den Heldenplatz mit seinem Kindheitserinnerungsduft. Alles ist also bereit, und in Wien bedeutet das zuerst fürs ÖVP-Stadtfest und wenige Tage darauf für den Maiaufmarsch. Weil aber hier die Roten doch letztlich das Sagen haben, meldet sich für das beliebte Innenstadtfest gerne noch einmal der sprichwörtliche April, und das geht schon in Ordnung, beruhigen uns die Wetterkommentatoren, wie überhaupt das Wetter bei uns nie ungewöhnlich ist, höchstens vielleicht zu kalt für diese Jahreszeit, das wiederum gemessen an einem praxisfernen langjährigen Durchschnitt, vergleichbar der durchschnittlichen Kinderanzahl von, sagen wir, 1,34 Kindern pro Mutter (1999).

Die von mir überaus geschätzten Radio- und Fernsehmeteorologen (bei denen ich mir vorstelle, wenn sie vom Wetter der nächsten Tage erzählen, dass sie deshalb so genau bescheid wissen, weil sie für uns schon dort waren) verfügen über eine merkwürdig sprachprägende Macht, denken wir nur an den Terminus Starkregen für den guten alten Wolkenbruch.

Fredi-Keks (Detail)
Fredikeks (Detail)

Rechtzeitig für den Rüsttag des schwarzen Innenstadtfestes wird, wie es sich gehört, Schlechtwetter prophezeit, der Wettermacher im Radio kündigt allerdings für den Osten des Österreichs schon auch Regenpausen an. Zu Mittag bin ich im Zweiten verabredet, und da bis dreiviertel zwölf kein Tropfen gefallen ist, schwinge ich mich, eine Pause ist eine Pause ist eine Pause, auf mein Fahrrad. Noch im Neunzehnten erwischt mich eine ausgedehnte Regenpausenpause, und bis in die Leopoldstadt habe ich eine Vorstellung, wie sich zu Brei zerkaute Fredikeks fühlen mögen, keine Regenpause, weder zeitlich noch räumlich (abgesehen von den sehr flüchtigen, wenig Trockenheit spendenden Tropfenzwischenräumen) wird mir gewährt.

Bei meinem bevorzugten Cembalisten nehmen wir dann (Vorarbeit für Mütters Dichters Liebe) das Nachspiel von Die alten, bösen Lieder, den Epilog zu Schumanns Dichterliebe, auf, in zwei Varianten, mit durchaus opulent zu nennendem, vollem Cembaloklang, zuerst aber, molto secco, mit dem abgedämpften Lautenzug; als würde ich mit feinen Frotteehandtüchern abgetupft.

Danke, Giovanni, geht schon wieder.

Fredikeks (Serviervorschlag)
Fredikeks (Serviervorschlag)

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Weiter aber geht’s dieser Tage in St. Pölten, cinema paradiso, und am Freitag beim WeinKult 2006 in Fels am Wagram, Weingut Wimmer-Czerny, alles sog. Exklusivereignisse. Dies und alles weitere finden Sie ja in der bald-Rubrik auf muetter.at.

Jetzt einen schönen Mai, mit (Typ: Max, Moritz etc.) oder ohne (Typ: Onkel Fritz u. dergl.) Käfergetier,

Bertl Mütter

Bertl Mütter, das Ei
(hier als nachösterliches Ei; © Christof Zachl)

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Zwei Postscripta:

1) Bei meinem Sommerkurs im Rahmen des Musikforum Viktring sind noch ein paar Plätze frei, vom 16. bis 22. Juli 2006.

2) Mütters Müllerin, die CD, wird schon noch fertig, man schreibt noch an Texten, darf ich berichten.



WinterFluchtMütter 2006 Samstag, 25. 3. 2006, 12:00

Liebe MBA,

so ein Blödsinn, wirklich wahr.

Da bin ich, um dem Winter zu entkommen (und, um von meiner, wie ich hoffe, recht fruchtbaren Klausur berichten zu können), nach Gomera geflohen, und dann habe ich ihn mir dadurch um gut eine Stunde verlängert. Zwar handelt es sich lediglich um den astronomischen, aber: Winter ist Winter; ja, das kratzt mich jetzt schon, ziemlich einigermaßen sogar, wenn man sich das näher überlegt, das kann ich Ihnen schon sagen, ich ringe seither um das Wiedererlangen der Synchronizität von Zeit und Raum. Immerhin bin ich noch rechtzeitig vor der Sommerzeitumstellung zurückgekommen; gar nicht auszudenken, was da erst mit mir passiert wäre.
Die neue Kamera geht damit übrigens völlig unbeschwert um, hat sie sich doch einfach unbemerkt ganz von selbst umgestellt, schon irgendwie gespenstisch, finden Sie nicht auch?

§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§

Wir unterbrechen diesen MütterBrief für eine wichtige Durchsage an alle AbonnentInnen.

Weil auch Sie, so wie ich, in den letzten Tagen und Wochen seit jenem 1. März (Inkrafttreten des geänderten Hundertsiebenerparagraphen vom Telekommunikationsgesetz) etliche pseudojuristisch ausgeheckte, in Wirklichkeit aber suamseitlerte sog. Disclaimer-Texte erhalten haben werden, erlaube ich mir, denselben winkeladvokatischen Zug und schreibe genauso windigen Inhalts wie alle anderen sich windenden, gesetzverbiegenden, sich selbst natürlich nie als Spam-Verursacher sehenden (das sind immer die anderen; wie bei den Touristen – mehr dazu weiter unten), dass Sie sich

jederzeit, und zwar problemlos und gratis und unverzüglich und überhaupt

Entmütterbriefen können. Einfach ein Mail mit Dankebittenichtmehr oder ähnlich unzweideutigen, meinetwegen auch beleidigenden Betreffformulierungen retourschicken und – wiedaschaun. Ehrenwort.
Umgekehrt: Wer schweigt bekennt, heißt es, und so bin ich devotest ergeben über Ihre durch keine Aktivität zu bekundende, durchunddurch passive Nichtablehnung, und das ist letztendlich doch das höchste vorstellbare Glück, eben nicht abgelehnt zu werden, von Anerkennung oder Nochhöherem wollen wir da gar nicht schwelgen, ich beliebe am (virtuellen) Boden zu bleiben, bittedanke.

Sie lasen einen Absatz kreativer Gesetzesauslegung durch einen Bürger der Republik Österreich.

§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§

Ich darf fortsetzen.

Agulo, ich war zum zweiten Mal dort, ist ein durchunddurch uninteressanter Ort, die Sonne geht wegen des nach Westen hin ausgerichteten Kessels, ein gigantisches Amphitheater, früher unter als daheim (drüben, im Walle müsste man sein, jedoch – siehe weiter unten), der Wind kann recht ungut sein, und viel zu Früh jagt dich die Sonne aus den Federn, wenn sie, nachdem sie sich hinter dem Teide angeschlichen hat, plötzlich recht kräftig hervorknallt, ungut, wirklich wahr.

Das Baden kann man in Agulo sowieso vergessen. Viel zu rau!

Wenn ich fortfahre, fahre ich fort, um fort zu sein, will, streng genommen, hier bitte nicht auf meinesgleichen treffen, will sicher sein vor meinem touristischem Spiegelbild und also vor mir selbst: Schon im Nachbarort, keine fünf Kilometer entfernt gibt es ein Lokal, in dem man auch Spanisch spricht. Warum müssen eigentlich speziell deutschsprachige Touristen immer so unwürdig daherkommen? Jene runderneuerten Permanentaussteiger, Trapper und Squaws, mit Henna- und Birkenstockzwang bis ins Grab, ein Freizeithütchen drauf, das allein schon hinreichender Klagsgrund wäre, schauderlich, wirklich wahr.
Als am gefürchtetsten gilt, wenn sich zwei Individualpärchen unbestimmten Alters im offenen Gelände (also nicht in Kreativbars oder überhaupt in jenem längst exterritorialen Bewusstlebental, dem Walle) begegnen: Noch stolzgeschwellt-heiter ob des ganz offensichtlich ohne jeglichen Akzent mit den Eingebornen leutselig ausgetauschten ¡HOLLA! (bei einer mexikanischen Fiesta sagt man, bekanntermaßen, ebenso akzentlos, ¡HOSSA!) schleichen sie blicklos an ihren eigenen Landsleuten vorbei, nur ja kein Wort reden jetzt, sonst merken die noch (ganz offensichtlich Deutsche oder so), dass man selber auch von dort kommt.
Wir reden hier von den so genannten Individualreisenden. Die tagesausflugsinselrundreisenden Seniorenfuhren werden von echten Gomerianern nicht einmal ignoriert; eigentlich sollte man dafür kassieren, wenn man sich als temporärer Aussteigerparadiesbewohner vom Autobus aus begaffen lässt.
Wie aber unterscheidet man sich selber von all den bunt bis abenteuersandbraun oder khaki uniformierten Individuellen? Wer ist sensibler Aufspürer von Verborgenem, wer bloßer Tourist?Ist es die mitgebrachte Posaune statt des günstigen Leih-Didgeridoos? Das wäre doch zu billig, oder?

Um zum Anfang zurück zu kommen: Sollten Sie also doch einmal nach Gomera kommen, meiden Sie Agulo; dort ist es komplett uninteressant, wirklich wahr.

Nicht meiden mögen Sie meine nächsten öffentlichen Aktivitäten, es sind ja nicht so viele (aber was für welche, rede ich mir immer ein, wenn – äußerlich – nicht so viel los ist).
Gegenwärtig ist etwa die beste Zeit, sich für meinen Sommerkurs beim Musikforum Viktring anzumelden, vom 16. bis 22. Juli 2006, mehr auch hier.
Verwiesen sei vor allem schon jetzt auf den 5. Mai, der alljährliche (und bereits 5.) WeinKult beim Wimmer-Czerny in Fels am Wagram, ein angemessenes Fest zur Eröffnung der warmen Jahreszeit, der Mai ist kommen der Winter ist aus!
Eben: Mütters Müllerin. Die ist CD am Fertigwerden. Muss nur noch zusammengebastelt werden.
Dann gibts auch den nächsten MütterBrief.

Herzlich,

Onkel Tuca

Bertl Mütter

(hier noch als Onkel Tuca, mittlerweile wieder zurück im Bärlauchland; und der B. hat doch, wie die Banane auch, parallelnervige bzw. zumindest unverästeltnervige Blätter)



KometenMütter 2006 Sonntag, 29. 1. 2006, 12:00

Liebe MBA,

ich veröffentliche mein (Un)periodikum nicht am musikhistorisch allzu aufgeladenen Freitag, sondern habe mir erlaubt, ein bisschen zuzuwarten, naja, ansich wollte ich diesen MütterBrief bereits letzten Montag loswerden, aber, wassollichsagen, es ist halt garsoviel losgewesen, und noch mehr wird passieren, wie es ausschaut.).

Wir schalten ins Paddlerparadies Steyr, Ende Jänner, exakt ein Vierteljahrtausend nach der Erscheinung des Kometen, und der, das weiß man in der Christkindlstadt, verfügt über einen Schweif aus purem Eiskristall (für mich als Kind hat man das -christall geschrieben), Obacht! heißt es, vor allem auf der zähflüssigen Enns, wenn du nämlich paddeln willst, pass auf, denk an den April 1912 und diesen den titanischen Schiffsverkehr umsonst warnenden Funkspruch, leicht abgewandelt geht der Vorsicht, treibende Eisschollen! – Zur selben Zeit ist das Schuberthaus, Stadtplatz 16, neu zu vermieten, dem dm ist es nämlich zu klein geworden.

Tags darauf…
Elfi Marinellei presents: The Legendary Original Gardenschlauch Jazzband
Elfi Marinelli (9.v.l.) presents …

… haben es acht Exjugendliche geschafft, schließlich doch noch ins regionale Epizentrum der Jugendkultur vorzudringen …

Gardenschlauch 1983
(was damals, Anfang der Achtziger, nicht und nicht gelingen wollte)

… und in streng konservativer, fast möchte ich sagen: Altherren- und also Dixielandweise das durchunddurch rückwärtsgewandte und desto bejubeltere, alle zehn Jahre abzuhaltende The Legendary Original Gardenschlauch Jazzband Reanimation Concert vor einem durchaus enthusiasmierten, aus allen demographischen und alterspyramidalen Schichten bestehenden Publikum zu begehen.

Gardenschlauch baba
Über die Anzahl der Jahre, die bis zum Recycle Concert vergehen soll, scheint noch eine gewisse Uneinigkeit zu bestehen. Mein Tipp: 1. Halten Sie sich an denn Herrn mit der grünen Krawatte. – 2. Karten sichern.

Aber, was vorbei ist, ist vorbei, es liegt, und so ist es auch gut so, wie letzthin schon gesagt, verbraucht und wesenlos da, nachzulesen und -schauen genau, wenn Sie da herklikken. Wenn Sie aber Exekutivorgan einer jahresberichtverlangthabenen, öffentliche Subventionen vergeben habenden Stelle sind, können Sie Alles aber sowas von nachprüfen hier, bittesschneu (um es wieder einmal mit dem Hl. Ernst zu sagen)!

Vorwärts, nicht zu weit, einen Tag vor die Lichtmess, genau genommen in die Vorlichtmessdunkelheit, nämlich Mittwoch, den Abend des 1. Februar, um 19.30 werden in der Sammlung Essl, Klosterneuburg, Farben aufkommen, farbige Schatten, die mein die Posaune Spielen im Licht Victoria Coelns ebenso flüchtig wie die Musik in der Luft über die Wände huschen lassen, chroma, das ist ein Sog, dem Sie sich nicht entziehen sollten.

chroma
Ich darf Ihnen empfehlen, zur näheren Information die Vorschau auf meiner Homepage aufzusuchen, und da finden Sie auch, wie Sie das gewohnt sind, meine nächsten Aktivitäten dauunddort, zum Lesen, Hingehen, Nachfahren; Überprüfen können Sie, wie gesagt, bei der Rückschau, weil: überprüfen kann man nur das Vergangene (gewählt wird für die Zukunft, so einfach ist das).

Zum Abschluss noch ein Vorschlag, ein Guter Rat und, finalmente, der Optimistische Blick in die Zukunft.

Vorschlag: Damit uns in den nun dräuenden Verfahren keine weiteren Bilder weggenommen werden können, empfehle ich, Robert Seeger als unseren Anwalt zu engagieren; die Art und Weise, wie darüber nämlich daunddort berichtet wird, erinnert in ihrer Unparteiischheit und, wenn es das Schicksal wieder einmal nicht gut mit uns meint, Patzigkeitslosigkeit und Wehleidigkeitslosigkeit an selbige, im Augenblick veröffentlichten und uns also Sprachrohr gebenden Tugenden dieses Herrn im Norwegerpullover bei internationalen Schirennen.

Der Gute Rat: Wenn er sich bei ihm ehrlich entschuldigt hätte für die Hetz damals, im 38er-Jahr, hätte er nicht sagen müssen Jetzt ist er bös, der Tennenbaum.
Anzunehmen ist allerdings, dass es ihm so eh lieber war. Wer bliebe sonst als das bedauernswerte Opfer übrig? Und vom Herrn Karl zur Frau Elisabeth ist nun einmal in puncto Larmoyanz reschpecktive Durchblick alles andere als Entwicklung festzustellen.
Österreich, was wärest du ohne deine herrliche Tradition, zumal in Zeiten wie diesen!

Wer aber herrscht mittlerweile in Österreich? – Freude und Erleichterung, wir dürfen uns eine Prise Salz genehmigen. Und mit Salz hat ja aller Reichtum angefangen, Österreich, jetzt atmest du auf; besser wäre: durch.

Jetzt aber ab in den Fasching!

Bertl Mütter

P.S.: Von meiner Weihnachtsaktion zugunsten der Allianz für Kinder (vorm. Friedensdorf International) darf ich berichten, dass ich in Einlösung meines allzu leichtsinnig gemachten Verdopplungsversprechens das Zehnfache meiner monatlichen Spende überweisen musste.
Gut so. Und: Danke. Vor allem aber: Weiter so.



WinterMütter 2005 Donnerstag, 1. 12. 2005, 12:00

Liebe MBA,

Winterdienst
(Koblenz Hauptbahnhof, 10. Juni 2005)

… still wird es also dieser Tage, das tut auch einmal ganz gut, 2005 war nämlich schon viel los, äußerlich (Meilen in der Luft, Kilometer am Boden) wie innerlich (MenschenMusik). Im Dezember nehme ich nur noch die CD zu Mütters Müllerin auf (ich räume ein: das ist auch nicht gerade nichts). So sei dieser MütterBrief genutzte Gelegenheit, einmal nicht von meinen künstlerischen Aktivitäten zu erzählen, auf meiner Homepage erfahren Sie ohnehin genug darüber).

————————————————————

Ich komme ja, das ist bekannt, aus der schönen alten Eisen- und Christkindlrührseligkeitsstadt Steyr. Am Tabor war, so lange man glaubte, sie zu brauchen, die Trollmann-Kaserne (Asylsuchende lassen sie dort jetzt nicht hin; obwohl, es wäre schon schön eingezäunt; diese Menschen mit dem dunklen Blick aus Augen, die Unbequemes sehen mussten – wovon wir bitte jetzt nicht reden wollen -, passen nämlich sowas von nicht in die Lichtinsdunkelpropaganda unserer Spendenweltmeisternation, wir haben ja auch arme Leute, zweifellos). Gegenüber gibt es das Altersheim, ganz in der Nähe (und durchaus praktisch) den Friedhof; und dahinter, an der Geländekante, mit herrlichem Blick auf die Stadt, das Taborresti (so hat es immer geheißen, und nach jeder ministrierten Leich durfte ich dort hin; neuerdings trägt es, neu übernommen, für die noch Diesseitigen sehr genussreich, ein zweites Hauberl). Freitag Nachmittag kauft ganz Steyr im Tabor-Einkaufscenter ein und möbelt sich samstags beim Leiner auf.
Allianz für Kinder, Logo Logo Spendengütesiegel
Mittendrin aber steht das Friedensdorf. Von ihm will ich diesmal erzählen. Und kann es aber nicht. Es ist nämlich ein Dorf ohne Ortstafel, ja ohne Häuser, besteht es doch nur aus einem Türschild samt Büro. Trotzdem aber ist es keineswegs virtuell: Es wird überall dort errichtet, wo Kinder aus Kriegs- und Krisengebieten medizinische Behandlung (sofort, langfristig und mit Nachbetreuung) brauchen. Die Schwerpunktländer sind Afghanistan, Albanien und Angola. Mit Unterstützung zahlreicher Naturaldienstleister (Fluglinien, Konsulate, Krankenhäuser, Gastfamilien, …) werden vor Ort untersuchte Kinder zur oft lebensrettenden Behandlung nach Österreich geflogen, hier operiert und nachbetreut und wieder nach Hause zu ihren Familien gebracht. Eine, und das ist auch (nicht zuletzt wegen der Lokalisationsmissverständnisse, Stichwort: SOS) der ab 1. Jänner 2006 geänderte Name, umfassende Allianz für Kinder. Selbstverständlich schon längst mit dem österreichischen Spendegütesiegel, und das kriegt nicht ein jeder; die 262 peinlichen Fragen haben bei Licht ins Dunkel für das Jahr 2005 etwa bis knapp vor Weihnachten auf ihre – dann doch (selbstverständlich problemlose) Beantwortung warten müssen.
Nicht verkneifen will ich mir einen Seitenhieb auf die beliebten Society-Charity-Veranstaltungen, wo man sich gerne zu (fraglos hochlöblichen) Wohltätigkeitszwecken sehen lassen kann. Wenn die Durchführung eines Fun-Events das gut Zwanzigfache (wodurch wird das bitte finanziert?) von dem kostet, was dann auf dem, bitte lieb in die Kamera lächeln, Spendenscheck oben steht (und das Geld monatelang nicht überwiesen wird), stellt sich die Frage nach der Verhältnismäßigkeit, bzw. wer ist wem Mittel zu welchem Zweck? Würde eine NPO (non profit organisation) eine derartige Relation zwischen Verwaltungsaufwand und tatsächlich dem Spendenzweck zuführbaren Mitteln aufweisen, jeder Geschäftsführer säße sofort im Häfm. In Steyr arbeiten sie jedenfalls sehr direkt; dass Michael Schodermayr und Thomas Wöhrer samt kleinem Team kaum Zeit zum, damit verglichen, unaufwändigen Wunschpunschtrinken bis zum Wohltätigkeitsrausch haben, müsste ich eigentlich gar nicht mehr anmerken.
Bitte informieren Sie sich auf der einschlägigen Homepage der Allianz für Kinder, rufen Sie an (07252-80263) und vor allem: Spenden Sie.

Ich schließe meinen Kreis zur oben geschilderten Umgebung in Steyr-Tabor: Im Sinne der Lebenden bitte ich, von weihnachtlichen Kranz- und Blumenspenden abzusehen, sondern die dafür vorgesehenen Beträge der Allianz für Kinder, Konto 27.300, Raika St. Ulrich, BLZ 34543 zu spenden.

Nachsatz: Jeder Euro, der bis 31. Dezember mit dem Vermerk WinterMütterBrief (oder kurz: WMB) eingeht, wird von mir (bis zum – hoffentlich überschrittenen – Zehnfachen meiner monatlichen Spende) verdoppelt. Versprochen.

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Ehe ich mich Mit den besten Wünschen für heuer verabschiede, will ich versuchen, wieder leichter (keinesfalls aber unernst) zu werden. Adalbert Stifter soll mir dabei helfen:
Wir müssen hier bemerken: welch ein rätselhaftes, unbeschreibliches, geheimnisreiches, lockendes Ding ist die Zukunft, wenn wir noch nicht in ihr sind – wie schnell und unbegriffen rauscht sie als Gegenwart davon – und wie klar, verbraucht und wesenlos liegt sie dann als Vergangenheit da!
(A. S., Der Hagestolz, 1844)
In diesem Sinn: Meine bald gegenwärtigen (etc.) Termine (viele sind das momentan nicht, ich erinnere an die Illustration ganz oben) finden Sie wie immer in meiner Terminvorschau.
Und was vorbei ist, ist vorbei, es liegt, wir haben es eben gelernt, verbraucht und wesenlos da, nachzulesen genau da.

In der Zwischenzeit (= sog. Gegenwart) ein schönes Leben, vor, während und nach Weihnachten. Und im Neuen Jahr. Und so weiter.

Mit den besten Wünschen,

Bertl, 40.

Bertl Mütter



Allerheiligenmütterseelen 2005 Dienstag, 1. 11. 2005, 12:00

Liebe MBA,

bald werden sie im Rathauspark wieder diese Ich-gehe-mit-meiner-Laterne-Lichter in den Bäumen auf der Seite beim Parlament einschalten, angeblich geht das, wie alles Poesie ausatmende, auf eine Idee André Hellers zurück. Im Türkenschanzpark hängen derweil schon mit Einbruch der Dämmerung (seit dem vergangene Wochenende ist das eine Stunde eher – wie die Viecher das immer wissen) in den sich entlaubenden Bäumen, schwarzen Lampions gleich, die Singvögel zur Saison.
Die Heizperiodenumstellungsverkühlung (CH: -verkältung, D: -erkältung) konnte kurz gehalten werden, ohne, Hand aufs Herz, sie zu übertauchen.
Duftölwohlbefindlichkeit zum Teelicht samt Tee halten mit der Hochnebelwetterlage Einzug, die Zentralheizung samt Luftbefeuchter ist gewartet (oder es wird auf den Installateur gewartet), Zeit jedenfalls, sich gemütlich zurück zu lehnen, gewissermaßen die Mütterseele baumeln zu lassen, man war ja auch recht viel unterwegs im Oktober, und die Basilius-Kathedrale ist wirklich aus rotem, orthodoxen Marzipan, die Turbane auf den Türmchen aus bunter Windbäckerei, wirklich wahr, ich habe es nämlich selbst gesehen:
Rotplatzlicht

Das Wetter – ich versprach in meiner letzten Botschaft, MaroniMütter, davon zu berichten – auf unserer kurzen, weiten Reise war praktisch in ganz Europa recht einheitlich und also durchaus praktisch, zu viel Gewand mithaben war besser als blöd frieren, sei es in Nancy (etwas regnerisch), Rom (regnerisch), Skopje (wolkenlos), Moskau (unbestimmt) oder Oberdiessbach (wolkenlos). In Thun schließlich, genauer im Lachen-Stadion haben sich die Fußballer gegen Zürich mit 1:6 eine kalte Dusche und also ebensolche Füße geholt, ich habe es selbst gesehen, hopp Thun!
Am besten kommt wohl der von Christian Morgensterns weisem Galgenkind erdichtete Robbenbär mit derart nasskalten Verhältnissen zurecht, erst recht im November, den ich hiermit offiziell eröffne!

Herzlich,

Bertl Mütter

Meine aktuellen Termine (inkl. Wien modern) finden Sie wie immer in meiner Terminvorschau.
Und was vorbei ist, ist vorbei, und wer zu spät kommt, der hat das Nachsehen.



MaroniMütter 2005 Freitag, 30. 9. 2005, 12:00

Eigentlich wollte ich erst Mitte Oktober schreiben. Aber die Ereignisse überstürzen sich (wie überstürzt sich denn etwas?), zumindest ätherisch. Weil morgen, am 1. Oktober ist bitteschön von 22.05 bis 23.00 im Radio ein Österreich 1 extra von meinen parlando. posaunenplaudereien vom 16. September im Radiokulturhaus. Ich hab’s nur beiläufig beim Durchblättern der Programmzeitschrift gehö1t aufgeschnappt, so ein Glück, dass ich das noch derlesen habe und Ihnen somit sagen kann. Für Außerösterreichische gibt es hier das Webradio. Bevor es mit dem regulären MütterBrief losgeht, noch drei dokumentarische Photos (©Victoria Coeln) von jenem 16. September 2005, die im Radio aus bekannten Gründen nicht übertragen werden können, sie zeigen mich vor (Abb. 1), während (Abb. 2) und nach (Abb. 3) dem Umknöpfeln.
Bertl Mütter im Radiokulturhaus
Abb. 1

Bertl Mütter im Radiokulturhaus
Abb. 2

Bertl Mütter im Radiokulturhaus
Abb. 3 – das schaut doch gleich viel eleganter aus, zudem in voller Breite!

Also noch einmal: den unteren Knopf nicht einmal nicht angreifen! So ist es am sichersten.

Jetzt aber! Liebe MBA,

der Nachsommer, er scheint vorbei (nach welchem Sommer, bitte?), und der Oktober, von Christian Morgensterns weisem Galgenkind mnemotechnisch als Locktauber gespeichert, zieht ins Land. Allüberall wird die Ernte eingebracht, und auch ich denke mit regem Interesse an die Reben daunddort, vor allem aber am Wagram.
Locktauber, das erinnert daran, dass auch politisch geerntet werden will: Die Grüne Steiermark, das Sonnige Burgenland und Meine Goldene Wienerherzstadt kämpfen zur Wahl. Besonders anregend finde ich dabei eine Plakatreihe einer gemeinhin als schwarz bezeichneten wahlwerbenden Gruppe. Sie wirbt mit dem abschließenden Satz: weil in wien rot regiert. Davor, so ist es üblich, steht ein anschaulicher Impulssatz. Am besten gefällt mir der: stundenlang im stau. Ich stelle mir vor, dass der Reporter eines Privatradiosenders, von Radio Wien oder vom Hitradio Ö3 mitten aus dem Geschehen berichtet, wie es sich eben gehört. Der live aufgedrehte Radioagitator stellt sich also, sagen wir, auf die berühmte Südosttangente und befragt herumstehende Autopassanten, warum sie hier stundenlang herumstehen. Die freundlichen Wiener Autofahrer lächeln verklärt ins Mikrophon und sagen in charmantestem Ton Na ja, weil in Wien rot regiert. Ich stelle mir weiters vor, dass ein in meinem Wohnbezirk befindliches Wetterobservatorium (im Nebenberuf Fußballplatz), die Hohe Warte, von so einem Reporter besucht wird und der dortige Universitätsprofessor für Meteorologie und Geodynamik um eine Erklärung für den verregneten Sommer gefragt wird. Auch er wird um eine Antwort nicht verlegen sein.
Was mich betrifft, ich frage mich, was ich denn anziehen soll im Oktober. Weil physisch bin ich ganz schön unterwegs, und wenn es am 20. in Rom oder am 21. in Skopje noch recht warm sein kann, ist es möglicherweise bereits am 22. in Moskau bitterkalt. Ich werde berichten, hier im MütterLog oder beim AllerheiligenMütter.

Herzlich, Bertl Mütter

Meine aktuellen Termine finden Sie wie immer in meiner Terminvorschau. Und was vorbei ist, ist vorbei, und wer zu spät kommt, der hat das Nachsehen.



KastanienMütter 2005 Donnerstag, 1. 9. 2005, 12:00

Als hätte er es mit einem Blick herabgeholt, wirbelte leicht und langsam ein breites Kastanienblatt aus dürrem Gold nieder und blieb auf dem breiten Hutrand der Matzner liegen.
(Josef Roth, Die Geschichte von der 1002. Nacht, 1939)

Liebe MBA,

die gemeinhin Sommer bezeichneten Monate neigen sich ihrem Ende entgegen. Ich hoffe, Sie haben Ihre Zeit zum Ausrasten so genießen können wie ich.
Bertl Mütter erholt sich, Husarenschlaf

Ich will hier gar nicht meine diesjährigen Verweile noch, du bist so schön-Orte aufzählen.

Bertl Mütter im Pantheon (zu früh!)
(Zum Verweilen im römischen Pantheon o. Ä. wäre es, wenn je angebracht, ohnehin ein bissl früh, und das sollen dann auch andere entscheiden – idealerweise aber bitte nicht der Herr Berluskoni.)

Sicher haben Sie wesentlich interessantere Ziele aufgesucht und – Wo bist Du, wo bist Du, mein geliebtes Land? – hoffentlich gefunden und vor allem erkannt.
Schon ein sonderbares Wort, aufsuchen; dazu dann noch absuchen, durchsuchen, untersuchen, versuchen, und sehen Sie, damit sind wir beim einzigen, somit Hauptthema: Ich versuche es wieder, diesmal ganz allein, Ihnen neue und alte Gschichtln einizdrucken. Sie wissen es bereits, es handelt sich um den
Freitag, 16. September 2005, 20.00 Uhr, Wien, Radiokulturhaus,
und da ist auch schon das zugehörige Link zu
ppp – parlando. posaunenplaudereien.
Schwelgen werde ich halt, von den familiären Fahrten an die Adria in den späten Sechziger und frühen Siebzigerjahren etwa; selbstredend mit Livestream im Internet.
Bertl Mütter in Caorle
(Man beachte: Bereits zu Zeiten der Mondlandung pflegte ich im Sommer Weiß zu tragen.)

Und von sonst noch allerlei werde ich erzählen, was mir halt so unterkommt; sicher auch Einiges aus dem (von Ihnen hier aufgesuchten und täglich erneuerten) MütterLog. Wie es halt so ist: Worüber ich nicht sprechen kann, darüber muss ich spielen – und umgekehrt halt. Es möge Halt sein im Alltag.

Und da war es schon wieder, das Stichwort, ich darf mich verabschieden, hoffentlich bis zur Mitte des Monats. Sooderso wünsche ich einen gelingenden Wiedereinstieg ins praktische Erwerbsleben; beeilen Sie sich, Weihnachten kommt heuer recht bald.

Herzlich,

Bertl Mütter

Meine aktuellen Termine finden Sie wie immer in meiner Terminvorschau, im September ist das nach außen hin wenig, dafür wird im Oktober fest und umso heftiger herumstrawanzt.



SommerMütter 2005 Samstag, 9. 7. 2005, 12:00

Liebe MBA,

zuerst einmal Tschuldigung, dass ich (Zutr. ankr.) mich so lange nicht gemeldet habe / Sie schon wieder belästige mit meinen Auslassungen.*)
Überraschung!
Dieser Tage waren wir in Rennes, im Restaurant Les Amandines, extra wegen uns und nur für uns haben sie nach zehn noch offen gehalten und uns sehr persönlich betreut, inkl. einem für mich sehr persönlichen, (international üblicherweise, so auch an jenem Abend in der Bretagne) in englischer Sprache gesungenen Ständchen (für das mancher gerne die Tantièmen kassieren wollen würde) mit dem perlmütternen, diatonischen Knopfakkordeon. Der Patron, siebzig wird er im Dezember, war früher Elektriker, Beleuchter und Florist, hobbyweise ist er bis vor fünf Jahren noch Fallschirm gesprungen, und immer noch fliegt er mit seinem Motorflieger, letzte Woche erst war er in Marokko. Und die Madame hat noch gerner geredet, jeder Wunsch wurde mit dem schönen Satz pas d’problème bzw., ausführlicher, il n’y a pas de problèmes, que de solutions, was so viel bedeutet wie es gibt keine Probleme, nur Lösungen erfüllt, da fällt mir ein, Tex Rubinowitz hat einmal einen Kopf gezeichnet und darunter geschrieben, Der Mann hatte so einen spitzen Mund, dass er nur Lösung sagen konnte, der Gedanke, es gäbe überhaupt Probleme war also in ihr recht tief verankert.

Ein Problem, das es, wie oben bewiesen, nicht wirklich geben kann, sollte (und wird!) auch einer, ja, Lösung zugeführt werden. Es haben sich noch nicht wirklich viele angemeldet, das darf man aber so nicht sagen, alsdann:

ACHTUNG! SCHNELL BUCHEN! NUR NOCH WENIGE RESTPLÄTZE!

Montag, 18. Juli – Samstag, 23. Juli 2005
Spielen!

Imagination, Invention, Improvisation, Komposition
Kreatives Musizieren mit Bertl Mütter
Ausführliche Informationen dazu gibts direkt beim Musikforum Viktring (trauen Sie sich ruhig, den ersten Laut wie bei Vogel auszusprechen, dieser Ortsname stellt ganz sicher keinen pluralen Imperativ, gerichtet an eine näher zu definierende Gruppe, dar), wenn Sie einen schönen Gruß von mir ausrichten, wird sicher trotz der kleinen Gruppengröße (besser eigentlich: großen Gruppenkleinheit) noch ein Platz für Sie zum vergnüglichen Mitspielen gefunden werden.

Mittendrin, am 21. Juli gibts das Solokonzert in der Stiftskirche, der Kursabschluss wird am Samstag im Arkadenhof hörbar gefeiert.
All meine aktuellen Termine finden Sie wie immer in meiner Terminvorschau, schöne Sachen kommen da daher, wirklich wahr.

Besonders ankündigen möchte ich jetzt schon meinen nächsten Soloabend, ppp – parlando. Posaunenplaudereien, im Wiener Radiokulturhaus am Freitag, 16. September um 20.00 Uhr. Serious fun, das gefällt mir. Eine Möglichkeit, was das Label Kabarett indirekt, unter dem ppp veranstaltet wird (ich lege besonderen Wert auf das zweite Wort in diesem Titel), gemeint sein könnte. Und weil gerade alle aus dem Urlaub daheim sind, werde ich von den familiären Fahrten an die Adria in den frühen Siebzigerjahren vorlesen. Und was mir halt sonst noch so unterkommt; siehe dazu auch dieses (täglich neue) MütterLog.

Jetzt wünsche ich einen schönen Sommer samt Urlaub, von dem am 16. September alle wieder gesund und zufrieden daheim sein mögen!

Herzlich,
Siesta!
Bertl Mütter

*) Im Sinne einer umfassenden Zielgruppenoptimierung meines Unperiodikums bitte ich alle, die unwillig meine Nachrichten erhalten und sich möglicherweise beim Öffnen ihres elektronischen Postfaches alle ein bis zwei Monate darüber ärgern müssen, mir ein kurzes, mit dem Betreff Dankebittenichtsmehrschicken versehenes, sogenanntes e-Mail zu schicken. Dies bewirkt eine völlig problemlose und jederzeit widerrufbare Streichung aus meinem anonymen Adressverzeichnis. Danke.



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