hellweich Dienstag, 3. 12. 2019, 15:15

Tagungen sind Sonderzeiten höchstkonzentrierten Dösens. Wie wartende Krokodile hängt das kundige Fachpublikum in den Sesseln, des einen Satzes harrend, an dem sich die ersehnte Kontroverse entzünden könnte und endlich Leben ins Geschehen brächte.
»Pelzlicht«, sagt da der Soziologe.
Aber nein, er hat »Weltsicht« gemeint. Steht ja auf der Folie, die er in wenig nachvollziehbarem Tempo Satz für Satz, zugleich quälend sprunghaft abliest, seine fachlich fundierte Weltsicht vor sich her nuschelnd.

Wir bräuchten, generell, mehr Poesie: Weicher und wärmer werde es!



Hello Wien Mittwoch, 13. 11. 2019, 12:35

Im Wiener Musikverein dirigiert Claudio Abbado das ORF Radiosinfonieorchester Wien.
Konzertankündigung, Radio Österreich 1, 13.11.2019

Ab 16. November 2019 ist der Festivaltitel »Wien modern« neu zu betonen.



hard facts Dienstag, 12. 11. 2019, 16:01

Nachrichtenüberblick
1 Frau schnürte Chihuahua mit BH-Träger die Schnauze zu
2 Bayern: Gebrauchtes Dixi-Klo gestohlen
3 D: 120 Schoko-Nikoläuse aus Kindergarten gestohlen

kurier.at, 12.11.2019

Die Frage ist stets: Was für welche (ich formuliere hier bewusst betont umständlich!) Nachrichten sollen unterbleiben, um ein derartiges Top-Ranking der allerwichtigsten WeltNeuigkeiten zuverlässig zu gewährleisten?



In eigener Sache Donnerstag, 22. 8. 2019, 12:45

Mit dem Erwerb eines neuen Fahrrads habe ich im Jahr 2018 die Firma KTM mit einem Betrag von € 589,80 unterstützt und mir dadurch zweifellos das Anrecht auf eine unbürokratisch durchzuwinkende Förderung im 4,123-fachen Ausmaß (zumindest € 2.431,75) durch den Landeshauptmann von Oberösterreich erwirkt. Unter diesen Bedingungen wäre ich gerne bereit, das Spitzenmodell (auch mehrere) der Mattighofener Mobilisatoren zu erwerben; ich würde sie umgehend dem Kulturmuseum Motohall zur Ausstellung überlassen, so könnte man sich den Transport ersparen. Einfacherweise genügte eigentlich die Überweisung der dreifachen Summe ohne vorherigen Ankauf. Meine Kontonummer ist ihnen bekannt.

Ich bin felsenfest überzeugt: Wir werden uns einigen.



am um im Montag, 29. 7. 2019, 14:58

Schwimmer am Wörthersee vermisst
kurier.at

Da hieß es suchen. Man teilte sich auf. Die einen schauten neben dem See (gute Prognose) die andern im See (weniger gute Prognose)Gegen Abend konnte, allgemeine Erleichterung verbreitend, gemeldet werden:

Schwimmer im Wörthersee wieder aufgetaucht

Ob’s in Echt ein Schwimmer war?

Sowie: Wäre der aufgetauchte Schwimmer tatsächlich, wie von der zwischenzeitlich approbierten ballhausplätzlichen Rückeroberungs-Hofzeitung geschickt insinuiert, am See vermisst gewesen, hätte es sich einzig um den Messias handeln können. Der aber weilte in jenen Tagen kurz im Silikontal, auf dass er sich gegen den schmutzigsten Wahlkampf aller Zeiten (»Die Mutter aller Dreckkübelübel«) teflonisiere.

Da bleibt kein Spritzer picken.



no problem Samstag, 20. 7. 2019, 19:44

Tirol: Mann sichtete Bär bei Holzarbeit
kurier.at

Einen derart fleißigen Teddy wird man wohl schwerlich als Problembär bezeichnen können.



Statuswandel Donnerstag, 11. 7. 2019, 12:34

Unbekannter erklomm Wolkenkratzer in London
orfon

Jetzt ist er bekannt. Na bumm. Das nächste Mal heißt es dann vermutlich »Bekannter erklomm Wolkenkratzer in London«.

Dann haben sie ihn aber.



Messias-Message Montag, 24. 6. 2019, 16:39

Papst: Jesus vermehrte kein Brot
orfon

Ach war das auch der Kurz?



Schwarzlochregion Samstag, 8. 6. 2019, 11:03

26-Jähriger lieferte sich im Waldviertel wilde Verfolgungsjagd
kurier.at

»Der Berufsschüler raste im Wagen der Polizei mit bis zu 160 Stundenkilometern davon.«, erfahren wir weiter; gestellt, habe er sich dann noch hinterm Lenkrad verspreizt. Dass der Fluchtversuch also nicht einmal (schon gar nicht?) in einem Polizeiauto gelingen konnte, zeigt wieder einmal, wie schwer es ist, sich selbst zu entkommen: möglicherweise unmöglich; bis zuallerletzt und selbst im Waldviertel, wohin gewisse Wiener doch so gerne aussteigen.
Am ehesten führen ja kontemplativere Methoden (Nachsinnen, Nasenbohren) in die Nähe eines derart ereignishorizontalen Ziels: Nirvana, das ist, wo nichts mehr weht. Vergessen wir also zuallererst das windradgesättigte Weinviertel. Und leider auch jenes des Waldes, weil bekanntermaßen weht (waht) ja von dort der Wind.

Jetzt – blicken wir gespannt auf die Wahlen im Herbst, Drachensteigzeit. Sicher ist: solange sich jeder um sich selber dreht, entkommt keiner dieser Satelliten ihrer selbst.



zuviel! Mittwoch, 5. 6. 2019, 10:57

Eines der größeren Rätsel unserer Zeit ist die Frage, warum die Packung Interdentalbürstchen der verdienten dm-Eigenmarke dontodent ausgerechnet 32 Stück enthält: Wo bitte befindet sich bei einem erwachsenen humanen Vollgebiss in jedem Kiefer der Zahnzwischenraum 16?



Es wirkt! Dienstag, 4. 6. 2019, 18:11

Erste Hilfe durch Homöopathie
Buchtitel

Wie dürfen wir uns ein homöopathisches Pflaster oder einen Druckverband vorstellen? Wie stillt man herausschießendes Blut, streng durch Ähnliches?

Ein homöopathischer Ratgeber für Praxis, Freizeit und Reise.
Buchuntertitel

Wenn dir einer auf die rechte Backe schlägt, dann halte ihm auch die linke hin. Eh nur homöopathisch.

… vermutlich. Und: Wer’s glauben mag.



Und das im Mai! Samstag, 1. 6. 2019, 6:06

»Sankt Pölten: Leicht erregen – Sex; Bregenz: Heiter – Sex.«
Stimmungsdurchsage, 16. Mai 2019 (morgens)

Der Jugend sei’s dringend empfohlen, sich zumindest etwas aufzusparen. Und warm anzuziehen.
Merke indes: Wir brauchen wieder mehr Beziehung, davor – und zwar vom Boden- bis zum Neusiedlersee!

(Der Moralist ist sich natürlich des leichtfälligen Belächeltwerdens inne. Er will aber, wenn man ihn später befragt, gemahnt haben; was hiermit geschehen ist.)



Florian, hilf! Donnerstag, 30. 5. 2019, 11:52

Nach Notre Dame: Feuerwehren üben Kirchenbrände
nachrichten.at

Teil Eins ist ja aller Erfahrung nach recht schnell erledigt.



Einspänner Montag, 27. 5. 2019, 17:54

Alle 11 Minuten verliebt sich ein Single über Parship
Werbewahrheit (Rollplakat)

Wir leben schon inmitten einer recht selbstverliebten Zeit. Dass sich jetzt auch schon Singles (Einzelmenschen) über zeitgemäße Plattformen zur Eigenvermittlung bewerben können, ist aber nun doch ein starkes Stück.
Zu fragen wäre, was passiert, wenn beim vereinbarten Date nichts weiterführendes herauskommt.
Man überlege sich derartige Schritte also gut.



Spätes Chrom-Molybdenium? Samstag, 25. 5. 2019, 10:58

Toter E-Bike-Fahrer im Hallstättersee
orfon

Jetzt wird’s echt knifflig für die Archäologen. Soviel kann jedenfalls jetzt schon gesagt werden: Bei gewissen Datierungen dürften Korrekturen anstehen.



Logo Sonntag, 28. 4. 2019, 12:53

Mann in OÖ stanzte sich Loch in Handfläche
orfon

Wir wissen es: Im Hoamatlånd ist man dem Fortschritt stets einen Schritt voraus. Löcher in den Ohren (bei Menschen), das ist bitte sowas von Zehnerjahre. Hat man sich früher, um es, die Ärmel hochkrempelnd, so richtig anzugehen, in die Hände gespuckt, stanzt man sich in der Zukunft, der Oberösterreich so beispielgebend vorangeht, ein Loch, macht armgelenkdicke Durchblicker in die Hände. Ein angemessenes Logo, dieses O – oder ist’s ein Nuller?

Sooderso, ich sehe eine glorreiche Zukunft.



-e Donnerstag, 21. 3. 2019, 9:54

Fettleibigkeit betrifft zunehmend ältere Männer
orfon

Wieder einmal darf ich die so anonymen wie wackeren Texter unseres geschätzten Leitmediums aus tiefstem Herzen belobigen: Rein schon zaunpfahlwinkende Kürzestsprachkunstwerke wie jene wie harmlos daherkommende Überschriftzeile müssten eigentlich jede Diskussion über eine angedrohte Einstellung des als einziges jedwede politische Vereinnahmung hintanhaltenden Gebührenfinanzierungsmodells wie von selbst im Keim ersticken.
Das Problem, steht zu vermuten, dürften zunehmende ältere Männer sein, mögen sie auch jüngst erst Jüngstväter geworden sein, und kein Segen kommt direkt vom Himmel geflogen, nicht einmal im Burgenland.

Jetzt bin ich aber traurig.



gehörig ergreifend Dienstag, 19. 3. 2019, 9:52

Im Thermenhotel. Jeden Dienstag, als eingeschobener wöchentlicher Spontanhöhepunkt der Liebenswürdigkeit, ergreift Mauro der Barman das Mikrophon und macht auf Adriano, dass den deutschen Seniorinnen ganz italianità tisch wird um den Busen, und sie wippen, an lausroten Getränken nippend, ihr Titanhüftgold in die weich gepolsterten Fauteuils, aus denen sich garso schwer aufstehen lässt, noch einen!
Dabei sieht Mauro, dient er, gemächlich, hinter der Bar, aus wie wenn Zinedine Zidane Captain Picard spielen würde: Adriano Z. Picard, und es wäre nicht nur grob unhöflich, sondern schlichtweg unmöglich, seine freundlich bemühte Nichtaura zu durchqueren, um schlicht weg zu kommen, meine Ohren gehören mir!
Einmal hört sich alles auf.
So soll es sein.

(Die nächste Staffel, in einer anderen Sternzeit, sie kommt möglicherweise bestimmt.)



Traktortor Mittwoch, 13. 3. 2019, 13:13

Traktordieb ging der Sprit aus, er flüchtete zu Fuß
kurier.at

… was sonst hätte er tun sollen? Ihn hinter sich herziehen, auf, wenn auch ebenen, Feldwegen, gen Osten?
Natürlich freuen wir uns mit dem rechtmäßigen Besitzer der Zugmaschine. Indes, wir haben es hier mit dem seltenen Fall einer, noch dazu in Schlagzeilenkürze, äußerst geschickt orchestrierten doppelten Empathieerregung zu tun: Der dreiste und zugleich bedauernswerte Traktordieb.

Merke: Erfahrene Menschen in Grenznähe (von Samnaun bis Sopron) führen, für alle Fälle, stets einen gut gefüllten Kanister bei sich.



alert Montag, 11. 3. 2019, 11:31

(…), deshalb werde es mehr Aufklärung brauchen, so Köstinger. Man werde klar machen müssen, dass auf den Almen Tieren leben, dass es einen besonderen Umgang brauche und vor allem Distanz und Respekt, damit Fälle wie 2014 auf einer Tiroler Alm der Vergangenheit angehören.
Frau Minister Köstinger, via orfon

Hätten wir nicht diese beherzteste Ministerin und diese so sich um unsere uns als unmittelbare Sorgen servierten Tagesangelegenheiten kümmernde Regierung, 2014 läge ja noch immer (und weit!) in der Zukunft. Was sie allerdings sonstwie Vergangenes dortselbst zur alsbaldigen Vergegenwärtigung zusammenbraut (und wie unverfroren sie daran werkt), lässt sie recht alert hinter derartigen Kulissen verborgen.

Damit ein Morgen komme, wie es gestern war, aber mit heutigen Mitteln.



manipuliert Donnerstag, 7. 3. 2019, 18:51

Ermittler der Sonderkommission fanden in einem Carport ein professionell manipuliertes Holzscheit (…)
orfon

Bitte, auf welcher Volkshochschule lernt man sowas? Und damit ist nicht (nur) die professionelle Manipulation von Holzscheiten gemeint. Wobei, wer es mit den Scheiten (Scheitern?) kann, für den dürften die (wahlberechtigten) Menschen nur mehr eine lässige (lästige?) Fingerübung sein.

(Die Inspirationen, die die Leute von orfon einem Tag für Tag taxfrei ins Haus liefern, können schlechterdings in ihrem praktischen Wert nicht hoch genug eingeschätzt werden.)



verträglich Mittwoch, 6. 3. 2019, 13:39

Was du bist, bist du nur durch Verträge
Fafner in Das Rheingold

Vertrag, oftmals unbedachtes Wort. Sich vertragen, vertragen wir uns wieder, Laktoseunverträglichkeit, und auch mit Gluten wollen sich bekannter- oder modischermaßen manche so gar nicht vertragen im Magen.



Engführung im Totenwinkel Mittwoch, 20. 2. 2019, 10:05

In Freiburg gebe es bereits Spiegel, die alle erfassen, Inländer und Ausländer, lässt uns der schnellste Verkehrsminister aller Zeiten wissen. Und schneller geht’s wirklich nimmer, beim Generalthema zu landen.

Der tote Winkel ist rechts außen.



Hinkefinger Mittwoch, 13. 2. 2019, 9:57

ÖVP-Bildungsminister Heinz Faßmann hält nichts von der Idee von Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ), eine etwaige Benachteiligung österreichischer Autofahrer durch eine deutsche Autobahnmaut mit einer ähnlichen MaßnahmeÖsterreichs auch über Studiengebühren zu beantworten. »Nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich«, sagte Faßmann in einem Interview mit der »Kleinen Zeitung« (Mittwoch-Ausgabe).
orfon

… diesen Hinkesatz, den wollen wir uns jetzt aber gaaanz langsam auf der Zunge zergehen lassen.

Nicht jeder, der vergleicht, ist ein Hofer-Anhänger.



Raufhändel Freitag, 11. 1. 2019, 12:27

Hofer plant Warnsystem per SMS bei Katastrophen
Agenturmeldung

In etwa folgendermaßen: »Achtung! Achtung! Ihr Joghurt läuft übermorgen ab!« Oder was?!

Es gilt, durch Verunsicherungen und ihre scheinbare Behebung oder Beschwichtigung Sicherheitsgefühle zu wecken. Zu definieren wäre jedenfalls, was Katastrophenfälle seien. (Das Warnsystem, das nebenher, gibt es bereits; aber nicht von Hofer.)

Ich bin ein Hofer-Anhänger
Eigenwerbewahrspruch

Nachtrag: Der Pressesprecher von Hofer (dem Dabinichabertraurigminister mit dem Jörghaidergedenktempo) heißt übrigens, in echt, Höferl, Volker. Kann eigentlich gar nicht anders sein: Wer sich nicht unterordnet, kommt nie rauf.



schneestill Freitag, 4. 1. 2019, 23:00

So still, dass man eine Stecknadel fallen hört. Nicht aufschlagen, fallen.



vorendzeitig Montag, 24. 12. 2018, 12:24

… Halbzeitzweite!
Sportmeldung,Österreich

Wer führte, weiß niemand, im Österreich. Als kleiner, sportsmännischer Ausgleich sei hier der Name der so hoffnungsfrohen Halbzeitzweiten nicht weiter transportiert, und auch nicht, ob sie Endzeiterste wurde oder gar knapp davor ausschied.



international (5) Samstag, 22. 12. 2018, 22:12

Pico. Erinnerte stille Nacht. Schlaf im beständig an- und abschwellenden Rosa Rauschen aus Meer und Wind. Alle Wale am Land sind verstummt. Der einsame Hahnenwecker aktiviert den dialogischen Katzenwecker. Wie still erst Femto gewesen sein müsste.

Femto, das atlantische Femto, im Stillsten Ozean.



international (4) Donnerstag, 20. 12. 2018, 20:12

Auf den Azoren sind die Bänke in den Parks belegt. Paare (nicht nur die ganz jungen) kommen zu ihnen. Weil sie sich eben küssen müssen.

Die Welt ist nicht ganz verloren.



international (3) Dienstag, 18. 12. 2018, 18:12

Auf den Azoren sind die Ploteggs lila. Ein wahrlich internationalistisches Statement.



international (2) Sonntag, 16. 12. 2018, 16:12

Airport-Lounge. Warum eigentlich benehmen sich die Menschen an sämtlichen Lounges dieser Welt so gekonnt international? Außer halt in Wien, aber das sind wir ja gewöhnt. Die Russen werden’s sein. Und die Wiener.



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