Kurz getroffen Sonntag, 22. 10. 2017, 20:13

Strache hat Kurz getroffen und ist »guter Hoffnung«, vermeint er zu wissen in seiner Neuen Geifergereiftheit. Es wird ein one night stand gewesen sein, an dem Österreich noch lange herumkiefeln wird müssen.



Grüne Frage Donnerstag, 19. 10. 2017, 9:38

Wird Pandan das neue Matcha?
kurier.at

Zumindest die Vokale wären ja schon da. Es sollte, Ratschlag, aber auch an den konsonanten Inhalten gearbeitet werden.



sic(k)! Dienstag, 17. 10. 2017, 11:22

Da mag noch so gefeixt werden, wem die Grünen ihr bedauernswertes Ausscheiden aus dem österreichischen Parlament bei den Nationalratswahlen zu verdanken haben, eine (die entscheidende!) Wortmeldung in der Endphase des Wahlkampfes wurde bislang völlig außer acht gelassen, nämlich die Ansage seitens der FPÖ (!), sich (neben der dringend notwendigen Aufnahme des Kärntneranzuges ins immaterielle Weltkulturerbe) fürderhin insbesondere der bedrohten Shisha-Kultur annehmen zu wollen.
Jetzt nehmen wir aber alle einmal einen tiefen Zug, bis zum Fütli hinab (wie sie in der Schweiz in diesem Zusammenhang völlig unbedarft und harmloserweise sagen würden), sagen wir: Double-Apple.
Ich scheiß mich an.



zugleich Sonntag, 15. 10. 2017, 11:55

Bitte benützen Sie alle Einstiege!
Automatisierte Durchsage, Wiener Linien

Wie einst schon Karl-Markus Gauß anhand der quasi flächendeckenden Nichtbefolgung der unsinnigen Forderung »Bitte rückwärts einsteigen« detektiere auch ich den der österreichischen Seele eingeschriebenen Geist zivilen Ungehorsams mit jeder U-Bahn-Fahrt aufs Neue.
Oder, monströser Verdacht, handelt es sich um ein strenggeheimes quantenphysikalisches Massenexperiment?



Doppelte Freude Freitag, 13. 10. 2017, 11:40

Die Frau und der Rollstuhlfahrer brachen sich einen Finger.
orfon

Geteiltes Leid ist halbes Leid.



Teufel auch! Mittwoch, 11. 10. 2017, 11:11

Du sollst dir kein Bildnis machen
Gebot

Polizei konfiszierte in Rom tausende mangelhafte Rosenkränze
derstandard.at

Des weiteren etliche fehlerhafte Heiligenbilder, erfahren wir, und schütteln ungläubig den Kopf. Und dann noch (verkehrt gepolte?) Magnete, (bartabbrechende?) Schlüsselanhänger und (selbstentzündliche?) Aschenbecher auch! Die Waren hätten weder hinreichende Angaben über Hersteller und verwendete Materialien noch Hinweise zum Gebrauch oder möglichen Gesundheitsrisiken enthalten, heißt es weiters.

Lasset uns innehalten. Was nun haben wir uns unter mangelhaften Rosenkränzen und fehlerhaften Heiligenbildern vorzustellen?

Fangen wir mit den Heiligen an. Grundsätzlich muss gesagt werden, dass jedes Bild, das wir uns von wem immer (auch und vor allem von uns selbst) machen, mängelbehaftet ist: Kein Bild entspricht der Wahrheit, kein Abbild kann je das Original ersetzen, es verzerrt, überhöht, untertreibt, je nachdem. Dies in Anschlag nehmend, sollte es für aufgeklärte Menschen nur ein geringes Problem sein, wenn etwa die Pfeile des Sebastian im falschen Schenkel stecken, das Rad der Katharina eine ungenaue Anzahl Speichen hat oder die Dornenkrone aus einer Dornbuschart geflochten ist, die es zu jener Zeit (AD 33) an jenem Ort (Jerusalem) nicht gegeben hat. Da nun eben das Wörtchen aufgeklärt dastand, ist bereits entscheidendes preisgegeben, warum die wie stets löblichen italienischen Behörden einschritten, ja: einschreiten mussten. Machen wir es also kurz und widmen wir ihnen unser inniglichst-herzlichstes Vergelt’s Gott!

Jetzt, die Rosenkränze, die mangelhaften. Da wird’s wirklich abgründig. Immerhin ist zweifellos, dass wir, wie in einschlägigen Foren eindeutig belegt, unsere heute so friedliche Zeit einzigundallein den Rosenkranzbeterinnen und -betern (organisiert etwa in der in opfervollem Sühnekreuzzug organisierten Legio Mariæ) zu verdanken haben. Hat sich da nun jemand in böswillig-trickbetrügerischer Absicht hineingeschlichen und den frommen Kohorten diabolische, schwefelbedampfte, linksdrehende, mithin – ein verharmlosender Hilfsbegriff! – fehlerhafte Rosenkränze untergejubelt, so wäre es um den Weltfrieden fürwahr schlecht bestellt gewesen, wäre nicht, wiederum, die wackere italienische Polizei in die Bresche gesprungen und hätte diesen perfiden satanischen Angriff aufs beherzteste pariert!

Quod erat demonstrandum: Auch wir hier brauchen dringend mehr Religionspolizei (und diese erweiterte Verhörbefugnisse), dann kann das Goldene Zeitalter anbrechen.

Wird aber auch Zeit.

__________________________
In eigener Sache: Sie haben eben den seit seiner Etablierung am 6. Juli 2004 viertausendsten Beitrag im muetterlog gelesen.
(Damit nachher niemand sagen kann, man hätte es nicht wissen können.)



Anti-Aging Sonntag, 8. 10. 2017, 12:21

Straftäter werden immer jünger
orfon

Scheint mehr als nur eine Mode zu sein, der Trend zum Abbremsen des Alterungsprozesses, wo doch gerade die geburtenstarken Jahrgänge nach und nach zu den Erstadressaten der entsprechenden Verjüngungsverheißer mutieren. Ob man es aber tatsächlich mit der moralisch doch zweifellos verwerflichen schiefen Bahn probieren soll, dessen bin ich mir nicht ganz sicher.

Warten wir also besser noch ab, beobachten wir die Szene und lauern wir einmal, auch wenn wir so derweil ungebremst vergreisen, oder sagt man ergreisen?

Kalt wird’s einem.



Gurkenkrümmung, weltumspannend Freitag, 6. 10. 2017, 12:31

Zeiliger telefoniert quantenverschlüsselt nach China
kurier.at

Das Pferd frisst keinen Gurkensalat
Legendäre erste Worte, Johann Philipp Reis, 26.10.1861

Setzen wir das tagesaktuell historische Quantenkryptographieereignis mit dem Namen des allerersten Telefongesprächsprechers in Beziehung, verstehen wir auch, warum unser Anton Zeilinger ausgerechnet nach China telefonieren musste.

Es wurde leise geredet, aber gut haben sie sich verstanden.

Keiner versteht, wie es wirklich geht.



Umwälzende Raumkrümmung Dienstag, 3. 10. 2017, 12:09

Du musst nur die Laufrichtung ändern.
Franz Kafka

sein aber kommen unter ein schlafwalzen
Ernst Jandl, die morgenfeier, 8. sept. 1977

Es war das vertraute kleine Zimmerchen, in dem er schon oft als Gast geschlafen hatte. Etwas verwinkelt zum Betreten, konnte man sich kaum umdrehen in ihm, gerade groß genug für ein ausgeklapptes Bett war es, und das reichte ja auch: Was wollte er mehr?

Nachts nun wollte, musste er auf.

Etwas seltsames war geschehen: Während er geschlafen hatte, hatte sich der Raum wohl gut 180° um die eigene Achse gedreht. So kam es ihm zumindest vor, als er nach der Schiebetür tappte, seine unbeholfenen Hände aber nur eine schwarz gestrichene Wand vorfanden. Wieder und wieder versuchte er, den entscheidenden Spalt aufzuspüren, vergeblich. Merkwürdig aber auch, dass er sich, dämmerte es ihm seicht, nicht an eine gestern oder je hier vorhandene Schiebetür erinnern konnte. Weiter, entdumpfend angestrengtes Denken, mehr ein Versuchen. Dann, der Kniff! – Er drehte das Zimmer um einen weiteren Halbkreis (er wälzte sich also herum), gewahrte den verwinkelten Umstieg – und war entkommen in den Korridor nächsthöherer Ordnung. Die Schiebetür zum Sanitärbereich meisterte er in traumwandlerischer Souveränität, und von der Rückkehr muss gar nicht erst erzählt werden.

Mögen andere Pflastersteine durch Fenster werfen, wenn sie sich nachts nicht auskennen: Es genügt, schlicht die Richtung zu ändern, das heißt, den Raum zu drehen.



Fingerknöchelzungenbrecher Sonntag, 1. 10. 2017, 12:06

Zuzana Růžičková (…) war eine tschechische Cembalistin.
wikipedia

Merke: Jede Nation ist der festen Überzeugung, dass einzig ihre Sprache exakt so geschrieben wird, wie sie gesprochen wird, bzw., umgekehrt, exakt so gesprochen wird, wie sie geschrieben wird.

Nachfrage: Wie schreibt man Cembalo auf Tschechisch? Und wie spricht man es aus?

Na also.



Parusieverzögerungsendzeit Donnerstag, 28. 9. 2017, 16:15

Eine Gruppe von Wildcampern hat der Polizei im deutschen Bundesland Baden-Württemberg eine ungewöhnliche Erklärung für ihr Lager auf einem Sportplatz geliefert.
Wie die Polizei in Reutlingen heute mitteilte, begründeten die 13 Franzosen ihre Anwesenheit samt Wohnwagengespannen auf dem Gelände eines Sportvereins in Wernau »mit einer zu erwartenden Erscheinung von Jesus Christus«.
Diese erwarteten sie für die kommenden Tage. Die Beamten erstatteten Meldung an die Stadtverwaltung. »Offenbar haben ähnliche Gruppen bereits früher vergeblich auf die Ankunft Jesu Christi gewartet«, hieß es im Polizeibericht.
orfon

»W-w-w-wer!?«
»Da Stoascheißa-Koarl!«

Legendärer Teufelsdialog (überliefert von Josef Hader)

Kniebereit gebannt recken wir uns reutlingenwärts.

Wobei: Dreizehn Franzosen, da ist bitte einer zuviel; der wird das seinige schon zu tun wissen, allerdings.



Oberhauptmann, Homestory Freitag, 22. 9. 2017, 11:33

Frau erpresste Vorarlberger Landeshauptmann
orfon

Warum lässt der Herr Vorarlberger Landeshauptmann, der ja nach bestbewährter konservativer Tradition zugleich das Oberhaupt seiner Familie ist, über seine Familieninterna berichten? Da er es aber zulässt, wollen wir weiteres wissen: Womit nun erpresste ihn also seine Frau, warum und zu welchem Ziele – hat sie es erreicht?
Es fallen einem historische Vorbilder ein, mythologische nachgerade: Lysistrata, sag ich nur. Dann aber nichts weiter.

Es ist ja heute alles ganz anders alswie früher, und der Tag eines Landeshauptmanns einer der härtesten, man kann sich das ja gar nicht wirklich vorstellen.



>195 Montag, 11. 9. 2017, 12:34

Feierstunde im prunkvollen Stadtsenatssitzungssaal. Der Stadtrat für Kultur gibt vor, sich mit seinen Begrüßungsworten kurz halten zu wollen. Obwohl er nicht lange redet, ist ihm das aufgund seiner Körpergröße schlechterdings unmöglich.

Wir brauchen neue Metaphern.



eher beißen (2) Freitag, 8. 9. 2017, 10:11

Zu meinem Artikel von vorgestern (Eher beißen) haben mich zahlreiche Reaktionen erreicht, weshalb es angezeigt ist, ein paar Klarstellungen vorzunehmen.

1. Ich mag gutes Essen.

2. Sehr.

3. Sehr gerne kann ich Ihnen die Adressen vorzüglicher chinesischer Restaurants (in Wien, Graz, Salzburg und Shanghai) bekanntgeben. (Sind lauter im Straßenverlauf integrierte Lokale: Keine Eckchinesen, mithin.)

4. Über das amerikanische Geschmacksempfinden bin ich zu keiner sachlichen Aussage in der Lage. Mein Neffe, gegenwärtig auf Studienaufenthalt im Mittleren Westen (der USA), wurde umgehend mit den entsprechenden Recherchen beauftragt. Man könnte also sagen (man verzeihe die in diesem Zusammenhang naheliegende sprachliche Dumpfheit): Er isst in meinem Auftrag in den USA.

5. Querverweisen über eine Weltverschwörung von langer Hand wird ebenfalls nachzugehen sein, konkret der berüchtigten sog. Neutralen Achse Schweiz (Ricola®: »Aber jetzt zerbeiß’ ich’s!«) – Österreich (backaldrin®!). … Es handelt sich hier (ein rarer Glücksfall!) um eine Verschwörung pro bono.

6. Wir wollen hoffen.

7. Weiterkäuen!



eher beißen Mittwoch, 6. 9. 2017, 9:41

In China und den USA will man nicht kauen.
Peter Augendopler, via kurier.at

I like Chinese.
I like Chinese.
Their food is guaranteed to please,
A fourteen, a seven, a nine, and lychees.
Monty Python, I like Chinese

Herr Augendopler (ein Pfau?) aus Asten, Herr von backaldrin® und über das Brotempfinden in gut 100 Ländern der Erde, gibt, wohl ohne es zu ahnen, Grundlegendes zur Lage preis. Wenn wir seit eh und je auf das schlabbrige Amibrot mit kühler Verachtung herabblicken, so wird hierzulande das Essverhalten der Chinesen in China kaum beachtet (beim Chinesen am Eck schätzen wir die praktische Mundgerechtigkeit seiner Mahlzeiten bereits seit Jahrzehnten); noch weniger wird bedacht, was das weltpolitisch bedeutet.

Der junge dicke Herr Kim (der mit der Frisur) sollte diese Kauumstände jedenfalls bitte bedenken, wenn er gefühlt jeden zweiten Tag da und dort umadumzündeln (um es oberösterreichisch zu sagen) tut: Auch China! Es handelt sich um eine heikle Angelegenheit von weltpolitischer Brisanz. Damit es nicht noch brenzliger wird, kann jetzt nur noch die mediatorische Intervention von Herrn Augendopler helfen. Mit dem Anruf der UNO ist jederzeit zu rechnen. – Hat wer die Nummer?

Aus diesen Gründen kann vorderhand leider auch hier nicht verraten werden, was denn nun wirklich in dem ominösen Packerl drin ist. Die Lösung, wollen wir hoffen, nichts weniger also als: Die Weltformel!



… nieren was!? Montag, 4. 9. 2017, 9:00

Cat Content ist der Porno der Braven. Denn auch Niedlichkeit kann süchtig machen und dazu führen, dass man stundenlang prokrastiniert.
orfon

Olala, werden Sie mir jetzt nicht frech!
scherzhafter Ausdruck empörter Rechtschaffenheit

Hat ja alles so seine Vor- und Nachteile. Wenn man sich die Videos im Internet anschaut, kommen einem die Haare und all die Umstößigkeiten nicht ins Heim. Man muss sich auch nicht um die Verarztung oder Vertuschung der Kratzer am Handrücken oder im Gesicht kümmern. Außerdem ist von geschickten Leuten alles praktisch auf das wesentliche zusammengeschnitten. Trotzdem rate ich Ihnen, nur ja schön gut aufzupassen, es geht schnell, und man hat es übersehen.

Dann soll es noch so perverse alte Uniprofessoren geben, die hemmungslos in der Aula emeritieren. Und das akademische Collegium schaut zu und akklamiert, pfui!

Man sollte sowas bitte auch melden.



Sauberland Samstag, 2. 9. 2017, 9:11

Aufräumarbeiten in der Schweiz könnten Jahre dauern
orfon

wo gehen ich
liegen spucken
wursten von hunden
saufenkotz
ich denken müssen
in mund nehmen
aufschlecken schlucken
denken müssen nicht wollen
Ernst Jandl, franz hochedlinger-gasse (1976)

So sauber, dass man davon essen kann!
Werbewahrspruch (1970er-Jahre)

Bedenken wir, wie sauber alles in der Schweiz ist, jetzt schon. Vor Jahren überkam mich in Basel der unbändige Drang, mein Trambillett auf das buchstäblich unerträglich reine Straßenpflaster zu werfen. Noch heute bin ich nervös beim Grenzübertritt, dass sie mich rausfangen aus dem Zug.

Wann ist eigentlich Rom fertig gewesen, also endgültig? Vor oder nach Nero? Die haben ja alles wieder aufgebaut damals. Und, was hat’s genützt?

Wie lange so etwas in Österreich dauern würde, wir können es uns gar nicht vorstellen. Ob’s dann aber auch sauber wäre?

denken müssen nicht wollen
Ernst Jandl (Reprise)



Petition, spätsommersatt Donnerstag, 31. 8. 2017, 8:55

Morgen um fünf vor neun: Farben, Licht und Wärme
Radioprogrammankündigung, 30. August 2017

Können Sie das bitte im November senden? Also vor Leopoldi, weil dann wird’s eh wieder warm und die Weihnachtsdörfer glühen bunt.



Schlachten Montag, 28. 8. 2017, 16:04

Sei gerecht!
Franz Kafka, In der Strafkolonie

Taucht der Name Tegetthoff auf, gehts ums Schlachten: Lissa (1866; Wilhelm von T.), Ama (2017; Folke T.). Über den einzigen Sieg der k & k Marine zu Wasser haben wir in der Schule gelernt, 2017 geht es zu den Kleineren, damit die größere Zusammenhänge verstehen lernen.

Eben hat also Herr Folke Tegetthoff im Auftrag der Agrarmarkt Austria, einer mächtigen Organisation, kindgerecht und dennoch ohne alle Tabus, die Begeisterung der von uns verzehrten Tiere, eben diesem Verzehr dienen zu können (was heißt können: dürfen!), geschildert:

Um ein gutes Stück Fleisch zu werden, müssen wir Rinder auf der Wiese stehen. Wir müssen im Stall gutes Futter fressen. Klares Wasser trinken und viel frische Luft einatmen. Und jetzt mache ich mich mit meinen Kollegen auf den Weg! Aber Du musst nicht traurig sein, denn wir werden uns sicher wieder sehen.

– Sagt da etwa die Kuh, und das Wiedersehen ist auf dem Teller, eine recht einseitige Angelegenheit.

Da er sich derart für das freisprechend-verklärende Aufbereiten unbequemer Wahrheiten als erstklassig geeignet erwiesen hat, vielleicht könnte man ihn ja auch dafür gewinnen, die Herkunft gewisser praktischer Gebrauchsartikel (Seife, Haarteile, Lampenschirme) mit der Begeisterung der sie hervorbringen dürfenden Lebewesen in einen ebenso kindergerechten Zusammenhang zu stellen, völlig tabulos, versteht sich.



Burlis Samstag, 26. 8. 2017, 10:45

Voest-Chef Eder: Stahlbranche ist Macho-Industrie
orfon

Was er hatte, war Watte
Lustiger Spruch, Schülerzeitung (hist.)

Ach!? Muss es wirklich so banal sein!? Also: Sind die wirklich so einfach gestrickt!? Die mehrmalig kombinierte Setzung von Ruf- mit Fragezeichen unterstreiche das grassierende Das-kann-doch-nicht-sein-Gefühl im Bedenken dieser billigen Erkenntnis eines Industriemanagers. Aber selbstverständlich muss als allgemein bekannt gelten, dass die großen Buben mit ihren Schaufelbaggern und Großlastern und Kriegsschiffen und Interkontinentalraketen spielen. Müssen. Und weil nicht alle Trump oder Kim (…) sein können, machen andere halt in Stahl. Und halten sich bereit, für Größeres.

Außerdem: Wollmagnat, wie klänge sowas auch.



Glückspilz Donnerstag, 24. 8. 2017, 12:40

Bei einer Audienz in Rom schenkte Leo Nagy senior im Jahr 2010 Papst Benedikt XVI. einen weißen Hut.
orfon

Er traf dabei wohl auch auf jenen bundesdeutschen Lottogewinner samt Tochter, der sich ganz fest vorgenommen hatte, nach der Heimreise von der Audienz unverzüglich – also noch im Vollbesitz der päpstlichen Segenskraft – eine Boutique in Wuppertal zu eröffnen.

Was, späterhin, aus der Tochter wurde, ist nicht bekannt.



Food-Design Dienstag, 22. 8. 2017, 11:42

Forscher lüften Geheimnis großer Tomaten
orfon

(Ferkel) »Ich dachte, Tieger wären kleiner.«
»Die großen nicht«, sagte Tieger.
Aus: E. A. Milne, Pu der Bär (übersetzt von Harry Rowohlt)

Sapperlot!, war es doch tatsächlich eine Genmutation.

Möglicherweise hat es sich bei den Wassermelonen ähnlich verhalten. Und bei den Hunden auch. Und bei den Dreizehnjährigen, mit ihren Größenunterschieden wie bei den Hunden. Oder Wassermelonen. Ja, und wie bei den Tomaten.

»It’s probably just some random mutation in the watermelon’s genetics.«

Aus: Mitchell and Webb, The Watermelon Miracle (2009)

Im Übrigen: Die Urform der Tomate war der Paradeiser.

(Das sollte zu denken geben.)

((Wem?))



worst case Sonntag, 20. 8. 2017, 13:37

Wien bekommt 700 weitere Leihräder aus China
orfon

Gespannt warten wir auf die für das nachhaltige Gelingen jeglichen StartUps unerlässlichen Statistiken und darauf, dass sie, vergleichbar täglicher ärztlicher Bulletins bei sterbenden Großpotentaten (Diktatoren, Päpste, sonstige Role Models) in angemessener Form breitest veröffentlicht werden, insbesondere aber – wir wollen hoffen, es möge ausbleiben! – wenn eines umfallen sollte, und was man zu unternehmen gedenke, es wieder aufzurichten.



Tantraregion? Freitag, 18. 8. 2017, 14:13

Einpersonenstunden gibt es nur im Osten und Süden
Unbewiesene Behauptung, Radio Österreich 1 (Wetter)

Was Zweipersonenviertelstunden sind, davon hat man ja landläufig eine gewisse Vorstellung. Man müsste also annehmen, dass einzelne Personen eher maximal siebeneinhalb Minuten beansprüchen, umgekehrt könne das Stundenformat hingegen ganz gut mit acht Personen ausgefüllt werden – die Branche der sog. Erwachsenenunterhaltung scheint sich dieser Regel jedenfalls recht geschickt zu bedienen, wobei Schlechtwetter nur in Ausnahmefällen einen guten Plot abgibt: Ein paar Sonnenstunden animieren halt doch irgendwie besser, alle, also auch die p.t. Zuschauer, egal wie lange sie sich in angeregter Betrachtung üben.



Tierschutz Mittwoch, 16. 8. 2017, 8:51

Wenn nachts die Fenster sperrangelweit aufgemacht werden müssen, gilt es, sich vor ungebetenen Tieren zu wahren. Als weiterentwickelnde Abwandlung von in diversen Ein-Euro-Shops angebotenen Plastikkrähen empfehle ich, dortselbst ausgemusterte Merchandise-Puppen (Oger, Superheros, impressive Muppets- bzw. Sesame-Street-Figuren) zu erstehen und sie in die Mitte des leeren Luftraumes zwischen den Fensterrahmen zu hängen. Das beeindruckt garantiert alle Tauben (die primäre Zielgruppe) und überhaupt sämtliches Feder- wie Fledergetier (gerät einem fabelhaft gerne in die Haare), aber es hilft insbesondere auch gegen sämtliche größeren Tiere, und das mit hundertprozentiger Effizienz: Tatsächlich ist bis heute kein Wal hereingekommen.

Insekten sind kleinere Probleme.



Umbrüche Montag, 14. 8. 2017, 8:47

AUA verdoppelt Quartalsgewinn
orfon

Wenn man bedenkt, dass heutzutage die Verfasser von Nachrichten mit einer immer verminderten Apperzeptionsfähigkeit präsumtiver Leserinnen und Leser zu rechnen haben, trauen die Leute von orfon ihrem Publikum eigentlich allerhand zu.

2 mal 4 ist 8, aber wieviel war noch einmal das Doppelte von einem Viertel?

Jetzt wird gerechnet.



nicht verloren Samstag, 12. 8. 2017, 22:53

Der für Abstinenzfragen zuständige Bischof Tadeusz Bronakowski (…). Unter 191 Staaten nimmt Polen, was Alkoholkonsum betrifft, den 21. Platz ein, (…).
kurier.at

Es kann also noch daran gearbeitet werden, und abgerechnet wird am Schluss – und im Promillebereich. Beruhigend indes ist, dass es in Polen einen eigens zuständigen Bischof für Abstinenzfragen gibt. Oder beunruhigend, wie man’s nehmen mag. Ein Platz in den Top Ten müsste allerdings bitteschön schon drin sein, und mit derartigem Gottesbeistand (ER ist Pole!) kann Polen so leichtheraus keinesfalls verloren gegeben werden.

Umpolen laute die Devise. Umungarnen, jaja, auch.



Showdown & -up (Nachtrag) Donnerstag, 10. 8. 2017, 10:16

– Endlich verstand ich (und plötzlich), was meistens der Grund davon ist, dass man nicht einschlafen kann: man hat keine Träume bereit.
Ludwig Hohl, Nuancen und Details

Das ist bitte, bei allen Kalamitäten des Aufwachens, im voraus mitzubedenken, wenn man sich zur Ruh begibt. Und Hohl meint nicht irgendwelche Träume: Richtige Träume! (Gewissermaßen welche mit Pitralon®.*)

____________________________
* Für die später dazugekommenen: In den siebziger Jahren gab es eine Fernsehwerbung für das Rasierwasser Pitralon®, die mit dem Slogan

(Männerstimme:) »Männer –«
(fordernde Frauenstimme unterbricht:) »rrrichtige Männer! –«
(wir schalten zurück zur Männerstimme:) »nehmen Pitralon® – und bleiben dabei!«

sämtliche österreichischen und deutschen Männer vor den Fernsehbildschirmen zu rrrichtigen Männern machen wollte.

Bei uns nutzte das wenig: Zum Vatertag gab’s den Trittbrettfahrer Pitrell®, deswegen konnte Papa nie zu einem pubertätstauglichen Role Model aufsteigen. Die Väter der (schneidigen) Schulkollegen hatten Pitralonväter mit Tischtennisraum und Sauna im Keller – und Mütter, die Monika hießen und »rrrichtige Männer« glaubwürdig sagen konnten. (In der Volksschule gab es wenige schneidige Schulkollegen, wenn ich es recht bedenke lediglich zwei, den Gasperlwalter und den Leitgebthomas, und dem seine Mama, die er Mutti nennen durfte, hieß wirklich Monika.)



Showdown & -up Dienstag, 8. 8. 2017, 8:34

You have to have a dream so you can get up in the morning.
Billy Wilder

Aufwachen ist Verwandeln. So ist es doch: Wir erwachen aus Träumen, donnern als Chauffeure von Autobussen mit akutem Bremsversagen (das Pedal lässt sich keinerlei Widerstand gebend und ohne alle Wirkung durchdrücken) talwärts; ziehen an Rollos, die uns, Riesenlöcher herausgefallener Aufhängungen hinterlassend, auf den Kopf donnern; rennen völlig aussichtslos und von einem zähen Äther inhibiert bis jenseits der völligen Erschöpfung einem dramatischst zu erreichenden Ziel hinterher; (…) und dürfen erschöpft aufwachen, erleichtert erst, nachdem die schwüle Schwere des Traum-Showdowns sich allzuallmählich zurückgezogen hat: Sie bleibt im Raum um uns, wartet genüsslich auf den kommenden Morgen.

Wir können nicht, wir müssen auf!

Gregor Samsa, da er sich vor Billy Wilders so gesehen garnichtsopoetischem Sinnspruch in seinem Bett zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt fand, der hätte ihm schön was geblasen. Indes, der Verdacht kommt auf, dass es mit der Rückverwandlung beim Aufwachen ein Problem gegeben hat; es ja in der Tat wie der Wiedereintritt einer Raumkapsel in die Erdatmosphäre.



Kartell, dreifaltig Sonntag, 6. 8. 2017, 7:06

Vatikan will Netzwerk gegen Korruption gründen
orfon

Das sind ja schon einmal drei vielversprechende Eyecatcher: Wir dürfen uns zu den Topoi ›Vatikan‹, ›Netzwerk‹ und ›Korruption‹ nun die allerschönsten Ausmalungen machen.

Es wird himmlisch.

PS: Man beachte auch die Uhrzeit der Freischaltung dieses Beitrags, berechne die Minuten von der Sechsten Stunde ab.



wehrloslos Freitag, 4. 8. 2017, 8:21

Peter Seisenbacher verhaftet
orfon

Er hat sich nicht gewehrt. Es gilt – nicht nur bei neunjährigen Mädchen – die verlorene Unschuldsvermutung.



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