Sonntag, 1. Oktober 2017
Essen (D)
, Ruhr Museum
Erdgeschichten. Geologie im Ruhr Museum

Ausstellungseröffnung
Musikalische Gestaltung: Bertl Mütter, Posaune

https://www.ruhrmuseum.de/fileadmin/_processed_/csm_75_6750a20a5de4f5a_f9a1299981.png?13

Das Ruhr Museum in der ehemaligen Kohlenwäsche auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein ist das Regionalmuseum des Ruhrgebiets.

Nach einem Showcase-Auftritt mit Erika Stucky und Jon Sass im Rahmen der WOMEX (ca. 2007) durfte ich mich nun abermals auf das faszinierende Gelände der Zeche Zollverein begeben. Eine vertiefende Begegnung, wie die Thematik verspricht.

http://oe1.orf.at/uimg/5c/cc/5ccc5279af56d8d4f8ee1f0ab1998ac56601cc88.jpg

Gekommen ist es, streng linear, so: Ein die Bestätigung seiner Pensionierung erwartender Posaune spielender Gynäkologe aus Oberösterreich, der in Innsbruck studiert und damals mit dem späteren Bundespräsidenten regelmäßig Carambol (nicht jedoch Posaune) gespielt hat und den es später nach Klagenfurt verschlug, nahm elfmal an meinem SPIELEN!-Kurs in Viktring teil (mittlerweile ist die Zwölf komplett). Rasch hat sich eine freundschaftliche Annäherung ergeben, ein Enthusiasmus, und der hat dazu geführt, dass er mich einem Freund vorgestellt hat, Harry den Installateur. Der scheint sowas wie die Inkreisfigur in einem sehr weiten Freundeskreis zu sein, ein Freundeskreis, wie man ihn sich bei einem Installateur nicht jetzt so ohne weiteres erwarten würde. Dieser Zirkel reicht weit über seine genuine Wirkungsstätte (unweit Krems, NÖ) hinaus, etwa nach Solothurn und Basel (CH), Klagenfurt, Wien (A) – und eben bis nach Essen (D): Die Leiterin der geologischen Sammlung des Ruhr Museums ist auch darunter.

https://pictures.tvinfo.net/pictures/81/d9/a4/a6/73/da/e1/69/e0/ba/a3/82/5d/df/7d/cc/large_zdi_170508_1245_234e8140_expedition_deutschland__1_.jpg

»Ulrike Stottrop vom Ruhrmuseum Essen – Zeche Zollverein. Der Industriekomplex galt einst als ›schönste Zeche der Welt‹. Heute freut sich Ulrike Stottrop über die Natur, die das Gelände langsam zurückerobert.«
Aus: Expedition Deutschland – Eine Zeitreise durch 500 Millionen Jahre (D, 2013), Folge 1, gesendet am 8.5.2017 auf ZDFinfo.

Wir lernten uns allerdings auf einer alpinen Hütte kennen, konkret der am Türnitzer Höger, Mitte Juni 2017. Dass ich mein Wunderhorn dabeihatte, war – bei aller Schlepperei – von Vorteil: Es gibt immer wieder unerwartete und so nicht erkennbare Auditions; man mag nicht glauben, wo überall sonst noch. Der Rest wird Geschichte gewesen sein (wie sich das bei einem Museum gehört).

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Kurzbericht

Was ich die drei Tage in und um Essen erfahren durfte, war eine rauherzliche Umgebung. Umgebung, das schließt sowohl Menschen als auch menschengemachte Kulturlandschaft gleichermaßen mit ein. Ich erlebte einen entspannten und wertschätzenden Umgang mit einander, echtes Interesse des zahlreichen Publikums in einer, naja, schon etwas special interest-Materie, in die es sich zu vertiefen aber bitte sowas von lohnt.

Danke, Ulli, danke liebe Leute am Museum, reich beschenkt bin ich zurückgefahren.

In Essen muss man gewesen sein.

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PS: Übers Konzert auf der Türnitzer Hütte (1.372m ü. d. adriat. Meere) wird auch noch ankündigenderweise zu berichten sein, wenn es Zeit ist: Manches läuft eben wie beim Carambol, zumindest über drei Banden.

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Donnerstag, 28. September 2017
Linz (A)
, StifterHaus
Buch- und Verlagspräsentation – Bibliothek der Provinz
mit den Autorinnen und Autoren
Hans Eichhorn
, Im Ausgehorchten. Gedichte
Franz Kabelka, Kaltviertel. Roman
Claus Dieter Schneider, Mitten in der Nacht am Tag. Erzählungen
Gerda Sengstbratl, Gelbes Rauschen Bauschen. Kurzprosa
Silvana Steinbacher, Pinguine in Griechenland. Roman

Richard Pils, Moderation (dazwischen und dazu)

Bertl Mütter, Posaune (dazu und dazwischen)

https://fcc.at/event/img1000/3915.jpeg

Die langjährige Beziehung zwischen Richard Pils und mir ist von gegenseitiger Wertschätzung und Solidarität getragen. Wann immer also die Bibliothek der Provinz ruft (und ich kann es einrichten), dann rufe ich gerne zurück, eben mit meiner Posaune.

Diesmal ging es also nach Linz, weil: In Linz müsste man sein.

Der Veranstaltungssaal im Parterre war zum Bersten voll, darf man sagen. Und die Texte haben mich zu zum Teil abenteuerlichen poetischen Ausflügen inspiriert, denen das Publikum sehr gerne gefolgt ist. Feine Stimmung.

DANKE.

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Freitag, 8. September 2017
St. Marein bei Neumarkt/Stmk (A)
, Schloss Lind
»Zur Überfuhr«
Vom römischen Jäger im Schwarzwald
seiner Luftbarke am Gardasee
und was im Feichtenbachtal war
(möglicherweise)

[Anne Bennent (voc) – Sucherin; am Grün Leidende]
[Otto Lechner (acc, voc) – Seher; vom Jäger Gracchus erzählend]
Bertl Mütter (tb, voc) – von Feichtenbach erzählend; und vom Jäger Fritz

http://www.ak-ansichtskarten.de/shop/ak/54/5401098/AK-Riva-Blick-zum-Ort-am-Gardasee-Segelboot.jpg

Es gibt soviele Jubiläen, denen runde Zahlen nicht gewachsen sind.

Am 10. April 2017 sind es 93 Jahre, dass die gerade sechzehnjährige Berta Wöhrer – sie wusste damals noch nicht, dass sie gut 41 Jahre später die Großmutter von Bertl Mütter sein würde – in einiger Entfernung aber deutlich Franz Kafka gesehen hat, wie er, trotz nachwinterlicher Kälte im offenen Wagen und nur von seiner aufrecht dastehenden Geliebten Dora Diamant vor Wind und Wetter geschützt, das Sanatorium Wienerwald in Feichtenbach talauswärts verließ – es sollte seine vorletzte Reise auf Erden sein –, ein Schauspiel ungeahnter Tragweite, welches sich da vor ihren Augen begab.

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/thumb/9/92/Sanatorium7.jpg/1280px-Sanatorium7.jpg

Nicht genug des Raunenswerten, befand sich die Welt just im einhundertundersten Jahr seit der Komposition der Schönen Müllerin, die Franz Schubert, wie allgemein bekannt, für einen 107 Jahre später geborenen Tenor ersann, nur noch gut sechs Jahre, und die Gewichter der Welt würden tauglich neu justiert werden können, »Wir haben einen Fritz!«; dazu: Hörnergebraus.

http://www.karlbauer.com/wp-content/uploads/2014/06/Schwebeschiff.jpg

Was das fernerhin mit dem Jäger Gracchus zu tun hat, der im September 1966 in seinem Kahn, der ohne Steuer fährt mit dem Wind, der in den unteren Regionen des Todes bläst, im Wunderlichen Schwarzwald vorbeigleitet, und wohin diese Reise geht, die so lang ist, dass jeder Essvorrat vergeblich wäre, kann nicht verraten werden, schlicht, weil niemand es wissen kann. Es ist ja zum Glück eine wahrhaft ungeheure Reise.

Willhelm (ahd.: »der auf Schutz bedachte«), so der Vorname des einzigen echten Einheimischen, der im (arisierten) Lebensbornheim Wienerwald geboren wurde, am 27. Mai 1939; sein Vater: Jäger. Vor 51 Jahren, am 17. September 1966, ist Fritz Wunderlich gestorben, nah beim Schwarzwald.

https://pbs.twimg.com/media/B6ceXHIIUAEMMiI.jpg

Es gibt so viele Jubiläen, denen runde Zahlen nicht gewachsen sind.

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Nachbemerkung (I)

Es gibt ein Wort im Theatervollzug, das lautet: »Neue Lage«.

So war es am Morgen des 8. September 2017, als Andreas Staudinger (Eigendefinition: »Schlossknecht zu Lind«) dezent an meine Schlafklammer klopfte: Wir hätten möglicherweise ein Problem. Die beiden anderen hätten ihr Quartier geräumt und auch ihr Auto sei weg, es gebe derzeit keine Information über ihren Verbleib.

Das bedeutete: Ich war allein. Denn, so die fernmündlich von »ganz wo anders« nachgereichte Information, eine zustandsgebundene Not bewirkte die Unmöglichkeit eines Auftretens zu Dritt an diesem Ort zur vereinbarten Zeit.

Das tat ich nun also solo, und es ist – im Rahmen der Um- und Zustände – geglückt.

Berichten darf ich, dass wir am Vorabend, beim Zusammenmontieren des Stücks im Speiseraum des Schlosses, ein großes gemeinschaftliches Glückserlebnis hatten. Wie schön sich das Stück und überhaupt alles entwickelt habe und würde. Es wurde, demgemäß, leider würdelos. Schade, aber wie heißt es am Schluss jeder Folge des Rosaroten Panthers: »Heute ist nicht aller Tage, ich komm’ wieder, keine Frage!«

Nachbemerkung (II)

Bei künstlerischen Projekten, an denen ich maßgeblich beteiligt bin, ist es mir stets ein Anliegen, ja: Bedingung, dass ein demokratischer Grundtonus integriert ist. Alle sind gefragt mitzudenken, mitzuempfinden, zu disputieren, zu widersprechen, vorzuschlagen (…), selbstverständlich stets der Sache wegen und zur geeigneten Zeit. Es gibt, wie beim Abheben eines Flugzeugs einen point of no return. Ja, und natürlich kann demokratisch auch bedeuten, dass man übereinkommt, nicht in allem einer Meinung zu sein: »Unsere Ansichten gehen als Freunde auseinander.«, bringt es Ernst Jandl auf den Punkt.

Dann trifft man sich aber schon wieder, wandert weiter, gemeinsam…

Ich bleibe gespannt.

http://austria-forum.org/attach/Wissenssammlungen/Burgen_und_Schl%C3%B6sser/Steiermark/Lind/lind%20b%20neumarkt.jpg

PS: Innig umfassender Dank Britta Sievers & Andreas Staudinger / Schloss Lind.

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Donnertag, 3. August 2017, 20.00
Heidelberg (D)
, Stift Neuburg
Ausculta et Pervenies

Neuburger Klausurklänge, erhört und zu Gehör gebracht von
Bertl Mütter
, Posaune

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Mal wieder ist Bertl Mütter, ein Ausnahmekünstler an der Posaune und am eigens für ihn kreierten ›Wunderhorn‹ zu Gast in der Abtei Stift Neuburg. Er wird im Rahmen seines Aufenthaltes ein kleines Konzert in der Stiftskirche geben.

Der Eintritt ist frei. Spenden möglich.

Schreiben sie auf der Facebook-Seite des Stifts. »Ausculta et Pervenies« sind ja die ersten und letzten Worte der Regel des Hl. Benedikt; sie gelten aber auch außerhalb kirchlichen Selbstverständnisses, habe ich mir gedacht, wie ich das Motto des Konzerts vorgeschlagen habe.

https://scontent-vie1-1.cdninstagram.com/t51.2885-15/e35/18580941_129359227619042_8645937886048288768_n.jpg

In der Abtei Stift Neuburg – man sage nicht »Kloster Neuburg«; dann wären ja Augustiner Chorherrn dort, und das Dort läge vor den Toren Wiens an der Donau anstatt vor den Toren Heidelbergs, an den Gestaden des Neckar; Toren indes gibt’s in Heidelberg wie in Wien zuhauf – ist mein Freund Winfried seit bald eineinhalb Jahren Abt (sie haben ihn von Admont abgeworben, er bringt – salopp gesagt – Schwung in die Hütte). Wir sind nun dabei, was Längerfristiges auszuhecken. Dafür ist es gut, wenn ich recherchiere, wie die Menschen und der Ort samt Umgebung sich anspüren.

Im Jänner war ich schon einmal da; nach dem Eis nun also in der Hitze. Dann werden wir sehen, was wir in den gemäßigteren Zeiten des Jahres angehen wollen. Und weil ich schon einmal da bin und die Kirche über eine sehr feine Stimmung samt Akustik verfügt, spiele ich sehr gerne für alle, die auch hören und ankommen wollen: Irgendwo wird ja jeder einmal ankommen. Wie man sich das ausmalen mag, ist – mittlerweile, in unseren Breiten – jedem selbst überlassen. Manchen erscheinen dabei die gefinkelten Ausheckungen der katholischen Kirche das tauglichste Angebot zu sein.

Wir werden sehen.

[In Freundschaft begründetes persönliches Sponsoring.]

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Mein sommerlicher Besuch darf als sehr erfreulich-aufschlussreich bezeichnet werden. Bald werde ich auf muetter.at, vermutlich in der »Schule des Staunens« die neue Rubrik »studioC*« einrichten. Inhaltliches bald also dort.

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Sonntag, 23. Juli 2017
Viktring (A)
, Kellertheater
Die dreizehnte Galanacht der Improvisation

Ihre gesamte Musik, ob sie nun auf Instrumenten gespielt oder von menschlichen Stimmen gesungen wird, ahmt die natürlichen Gefühle so nach, drückt sie so aus und passt die Töne so dem Inhalt der Gesänge an, mag es sich um ein Bittgebet handeln oder um ein fröhliches, sanftes, stürmisches, trauriges oder zorniges Thema, die Führung der Melodie gibt den Sinn der Worte so deutlich wieder, dass sie die Herzen der Zuhörer wundersam ergreift, durchdringt und begeistert.
Thomas Morus, Utopia (1516)

Die actuelle Capelle a/k/a Mütter & die Kochblumen

Mütter und die Kochblumen

   (v.l.n.r.:)
   Miriam Egger, Violoncello
   Erich Berger, E-Bass
   Evelin Woitsch, Primadonna
   Werner Sattlegger, Gitarre
   Maria Alraune Hoppe, div. Aero-, Chordo- & Idiophone
   Markus Lorber, E-Gitarre mit Äffäkkträkk, Qualle
   Johannes Schwarzgruber, Bassflöte, Posaune, Viola
   Edgar Hättich, special Guest
   Johnny Traar, Altsaxophon

   Bertl Mütter, Posaune, Wunderhorn; Spielertrainer

https://scontent-vie1-1.xx.fbcdn.net/v/t31.0-8/20248499_848350641997644_2084644049319109879_o.jpg?oh=7ba464ad826e0c00286f1a319d5af5ca&oe=59F72F47

(Dieses Bild zeigt uns während des Spielens im Konzert. Wenn man mich, bedingt durch die weiße Kleidung, nicht wirklich erkennen kann, so sei’s als Metapher zu verstehen: Auch die gefinkeltste Aufnahme – sei sie rein optisch, akustisch oder als Versuch, überhaupt alles auf Video zu bannen, kann nicht das wiedergeben, was sich in actu ereignet. – Soviel zur Unmittelbarkeit des Spielens. Jetzt aber weiter mit unseren Manifestationen:)

Wir spielen, und weil wir es seit unserer Kindheit nicht vergessen haben (oder haben wir lediglich jedes Jahr diese eine Woche einen unverstellten Zugang zu ihr?), wissen wir, dass es keine striktere Art von Verfassung geben kann als die aus dem Spiel erwachsende. Nämlich, die Regeln stellt das Spiel selbst auf, aus sich selbst heraus, und weil wir ein Kollektiv sind mit nur gelegentlichen kosmetischen Eingriffen durch den Spielertrainer, kann es vorkommen (bzw. ist ausdrücklich erwünscht!), dass sich diese Spielregeln in der individuellen Wahrnehmung unterschiedlich darstellen, mitteilen und instantissime ändern: Ein unentwegtes Wechseln jeglicher Gestalt.

Das Leben, ein Spielen: Es gibt keine Probe, ist immer JETZT.

Nennen wir es die Verwirklichung einer utopischen, libertalischen Lebensweise, und wir (mit hinein genommen unser p.t. publico!) sind die Gründungsmütter & -väter einer umfassend freien und gleichen, konsequent demokratischen Republik des Tönens. Die manchmal unerlässliche Leitungsmacht fußt einzigundallein in der beständig zu erneuernden Einwilligung sämtlicher Bürgerinnen und Bürger.

Als Bojen auf unserer Kreuzfahrt abseits aller Handelsrouten sind zwischendurch Orakel – formuliert von Herta Müller als Sibylle – zu befragen; auch deren Deutung obliegt einzig dem Kollektiv, und wer weiß, vielleicht leiten sie uns bis nach Madagaskar. Oder wir landen östlich davor, auf den Maskarenen. Sicher ist: Der Dodo lebt! (Wie das wohl wieder zu verstehen sein mag? – Wir sind jedenfalls zutiefst betroffen von dieser Metapher!)

Émile Cioran erzählt uns, dass Sokrates, während man ihm den Schierlingsbecher bereitete, Flöte übte, um eine Meoldie zu erlernen: »Was hast du davon?« – »Dass ich diese Melodie kann, bevor ich sterbe.« Für Cioran ist diese Haltung die einzig ernsthafte Rechtfertigung jedes Erkenntniswillens – einerlei, ob an der Schwelle des Todes oder in irgendeinem anderen Augenblick des Lebens.

Viktring, am 23. Juli 2017
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DISCLAIMER

Im Gegensatz zu ästhetisch fragwürdigen, zertifizierten Qualitätsprodukten geben wir niemandem vor, wann man auf welche Weise betroffen zu sein hat und wie Das Alles zu verstehen sei. 
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Literatur

Émile Cioran: Prunkvolle Nutzlosigkeit, in: Lehre vom Zerfall. Übertragen von Paul Celan. Stuttgart: Klett-Cotta, 1979.

Daniel Defoe: Libertalia. Die utopische Piratenrepublik. Übersetzt von David Meienreis und Arne Braun. Herausgegeben und eingeleitet von Helge Meves. Berlin: Matthes & Seitz, 2015.

Thomas Morus: Utopia, in: Der utopische Staat. Morus – Utopia, Campanella – Der Sonnenstaat, Bacon – Neu-Atlantis. Übersetzt und herausgegeben von Klaus J. Heinisch. Reinbek: Rowohlt, 1960.

Herta Müller: Vater telefoniert mit den Fliegen. München: Hanser, 2012.
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NACHWORT

Heuer war das SPIELEN besonders harmonisch, und die actuelle Capelle hat so subtil gespielt, dass es selbst bei den oft sich ergebenden leisen Passagen nie kitschig-pseudoesoterisch wurde. Wer fragen will, wie es kam, dass wir den Bandnamen erweitert haben auf Mütter und die Kochblumen, kann dies gerne tun. Wir geben gerne Auskunft.

Danke allen lieben Leuten vom Musikforum für den idealen Rahmen – und mehr als das!
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ACHJA (Extradank an Maria Hoppe & Werner Überbacher)

Die komplette Galanacht auf Video gibt es bereits hier und da, sowie dader.

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Montag, 17. Juli 2017
Viktring (A)
, Kellertheater
ad: ATLANTIS
<where trouble\s/melt\s/like lemon drops>

Eine utopische Verortung aus der Schule des Staunens
   von und mit
Bertl Mütter
(Trombonutopist; in einfachem Deutsch)

Wie stets ist es eine Reise ins Geahnte. 

http://oe1.orf.at/uimg/5c/cc/5ccc5279af56d8d4f8ee1f0ab1998ac56601cc88.jpg

… ob es über den Regenbogen geht? Wo weiter? (Wie weiter?)

Warten wir derweil ein Weilchen…
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Teile

1   where
2   trouble/s
3   \s/melt\s/
4   like
5   lemon (drops)

E   here <now/\here>
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Eine gewisse Ratlosigkeit unter den Fach-Kolleg*inn*en, etwa: ein Musiker sei ein Musiker sei ein Musiker … ich erinnere mich, wie der Spieß beim Militär dereinst mir als erster den Rat gegeben hat, das Denken doch besser den Pferden zu überlassen, die hätten einen größeren Kopf … bitte wer behauptet (mit welchem Recht?), ein Musiker habe immer ausschließlich Musik zu machen oder, maximal, diese (ihre/seine eigene) hölzern zu erklären?

Weiters: Zustimmung im Publikum. Man hatte sich aber schon gewünscht, ich möge mehr spielen. Nun, Somewhere Over The Rainbow, man höre es sich an, verebbt im Original auch recht schnell, und es ist ja, ehrlich gesagt, authentischer so.

Das Spielen habe ich dann aber nachgeholt, am 23. Juli im Rahmen der Galanacht der Improvisation. Allseitige Versöhnung.

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Ausführliches zum Werk hier.

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Sonntag, 16. – Sonntag, 23. Juli 2017
Viktring (A)
, Musikforum Viktring-Klagenfurt 
SPIELEN! – Freie Improvisation mit Bertl Mütter

Bereits seit 2005 treffen wir uns zum SPIELEN! – Die ACTUELLE CAPELLE der jährlich sich aufs neue konstituierenden vormaligen Viktring Konoba Bänd ist eine eingeschworene Partie, die alle Neuen aufs herzlichste willkommen heißt: Sie steigen, wie selbstverständlich, im – HUCH! – dreizehnten Jahrgang ein, während die wiederholt MitSPIELEN!den ohnehin immer ganz von vorn anfangen. Müssen. … Dürfen!

http://muetter.at/cms/fileadmin/user_upload/pix500px/bertl/nur_spielen.jpg

SPIELEN! ist ein vergnügliches Musiklaboratorium. Instrumententechnisch einigermaßen voraussetzungsfrei geht es zunächst um die – scheinbaren – Selbstverständlichkeiten des Klängeerzeugens; die schauen und hören wir uns näher an:

Was heißt Hören? – Wie anfangen? Aufhören? – Was ist das eigentlich, ein Klang? – Der darauffolgende? – Und das Dazwischen? – Was für eine Energie schlummert in mir? – In meinem Instrument? – Stille, Ruhe, Schweigen: Wie klingt das? – Weite – Bewegung (…)

Es gibt aber keinen Unterricht im vertrauten Sinn: Unsere Methode ist das kollektive Erfinden von Musik. Beim Hören, Spielen, Nachdenken und in der Kaffeepause im zauberhaften Arkadenhof tauchen weitere Fragen auf. Die Antworten setzen sich (das gibt es!) SPIELEND! zusammen. Wenn wir derart zu heiterer Absichtslosigkeit gelangen, hört sich die ganze Fragenstellerei ohnehin von selbst auf. Das ist ein großes Glück, und nicht zuletzt deshalb kommen ja etliche jedes Jahr wieder in dieses Exil der Heiterkeit.


Fürs SPIELEN! reichen grundlegende Kenntnisse auf deinem Instrument und/oder der Stimme; da es ums lustvolle Ausprobieren von Möglichkeiten unmittelbaren Kommunizierens geht, richtet sich der Kurs aber ausdrücklich auch an die sogenannten Fortgeschrittenen: Wachsen Laien an der Erfahrung der Profis, so können diese von deren Frische und ungebrochenen Freude profitieren! Jedenfalls geht es um die pure, lustvolle Musik! Frei aber, damit wir das nicht vergessen, frei ist definitiv mehr als was man darf.


AnSPIELEN: Sonntag, 16. Juli 2017, 15.00
Stift Viktring (A), Stiftshof (beim Caffè-Trinken)

Gespielt wird täglich in zwei Blöcken (10.00–13.00, 14.00–17.00; flexibel nach gemeinsamer Übereinkunft; in Summe und inkl. Soundcheck und Konzert 14 Module).

Unterrichtssprachen: Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Latein.

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