aktuell

Donnerstag, 22. Februar 2018, 19.00
Wien (A)
, 16., Ganglbauergasse 36/1 (KLUB IRRKO c/o Glettler)
SONGMA:
Über Imagination

Eine pantopische Verortung aus der Schule des Staunens

Von und mit Bertl Mütter, Trombonaut

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… eine Reihe von (unbeschwerten) Vorträgen und Gesprächen, bei denen KünstlerInnen, WissenschaftlerInnen und FreundInnen ihre privaten Forschungsgebiete vorstellen. Die Klub Irrko Space Night versteht sich als Schnittstelle zwischen Kunst, Wissenschaft und Soziologie und hat das Ziel, auf vielleicht versteckte Themen und Leidenschaften von KünstlerInnen, WissenschaftlerInnen und FreundInnen aufmerksam zu machen. Es soll somit eine soziologisch kulturelle Vernetzung von verschiedenen Perspektiven in Kunst, Wissenschaft und Forschung ermöglichen.
(Schreiben sie auf ihrem Blog.)

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SPACE NIGHT, das lässt einen sogleich schwerelos werden. Dabei blenden wir aus, wie kalt, finster und sauerstofflos, alles in allem: lebensfeindlich es in aller Regel selbst an den erdnächsten Stellen des Weltalls ist. Und vielleicht ist unser Schwebegefühl ja eher mit einer Erinnerung ans Suhlen in warmem Thermalwasser verbunden. ICH verbinde mit SPACE NIGHT den Sender Bayern (heute: ARD) Alpha, bei dem ich gerne im Hotel beim Durchzappen verweile: Entweder läuft dort Bob Ross’ The Joy of Painting oder eben SPACE NIGHT. Sehr kalmierend, wie sich im warmen Wasser treiben zu lassen, eben. Und: Was man sich da alles vorstellen kann!

SONGMA: Ist der oberösterreichischen Mundart entlehnt. Es bedeutet soviel wie »Sagen wir…:« Vor dem gemeinsamen Rollenspiel stellen Kinder den Konsens über das soziologische Setting ihres Spiels her, wer wer ist, wo es handelt…. In diesem Einvernehmen läuft dann alles ab, wobei beide Realitäten (die des Spiels und die des ›wirklichen‹ Lebens) gleichzeitig gelebt werden: Allen ist (fast immer) klar, dass sie ›nur‹ spielen (es tut nicht weh), zugleich gehen sie aber voll darin auf: 200 Prozent Leben.

Als Spieler, der oftmals solo auftritt, bedarf ich der Fähigkeit des Imaginierens. Glücklicherweise verfüge ich (nicht zuletzt, weil ich als Kind ausgiebig gespielt habe) über ein entsprechendes Repertoire, in der Vorstellung Welten erstehen zu lassen, und zwar nicht nur mir selber, sondern vor allem auch (als Dienst) dem Publikum.

»Wer allein in der Badewanne singt, hört innerlich das ganze Orchester, kein Instrument geht ihm ab; meine Badewanne steht auf der Bühne, ein sehr intimer Vorgang.«

Darum also geht’s bei meinen paar Weltumkreisungen in der KLUB IRRKO SPACE NIGHT.

… und danke für die Einladung!

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Des weiteren warat bitte Folgendes zu anzumerken: 

1) Ich habe mir die Ganglbauergasse mnemotechnisch erlaufen. Nach der Liebhartsgasse bis zu den Paniken ist nämlich alles strengst alphabetisch organisiert: Haberl, Habicher, Haymerle, Hyrtl, Ganglbauer. Als zehnte Hasnerstraßenquergasse liegt die Ganglbauer sowohl im ersten als auch im letzten Viertel meiner sich erst ab der Hettenkofer zu einer Runde öffnenden Winterjoggingstrecke, deren Scheitelregion Ameisbachzeile, Reizenpfenninggasse, Pönningerweg, Woborilweg, Gallitzinstraße und Wanriglgasse markieren, alles in allem gut achteinhalbtausend Schritte.

2) Ganglbauer: Bim 46, Feßtgasse, eine Straße stadteinwärts, rechts hinauf, linke Seite.

3) Soweit ich mich erinnern kann, dürfte die KLUB IRRKO SPACE NIGHT der erste Auftritt in meinem Wohnbezirk Ottakring werden.

4) In der Kindheit haben wir oft vornehm sein wollen, wie das ja auch die Erwachsenen taten. Und vornehm, das hat bedeutet, dass man nach der Schrift redet: Alpendudler, Tundel, Löbe, Möbe. Das mündet in die uroberösterreichische Disziplin, nach der Schrift zu reden (zu versuchen), als deren ausgeprägtester Verkörperer der geschätzte Altlandeshauptmann Dokter Josef Pühringer gelten darf; sein Kulturverständnis fehlt seit seinem Abgang aufs bitterste:

Die Frage ist nicht, ob wir uns die Kultur leisten können, sondern ob wir uns die Unkultur leisten wollen.
Josef Pühringer

5) Wie sich Stefan Glettler und ich kennengelernt haben, ist eine eigene Geschichte. Im Visier hatten wir einander schon länger. Als sein Bruder nach einem Besuch bei mir ankündigte, gleich zu ihm weiterzuziehen, meinte dieser, es sei an der Zeit, uns demnächst miteinander bekannt zu machen; was bald darauf und unerwartet rasch in der Olympiahalle Innsbruck erledigt werden konnte.

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Freitag, 4. Mai 2018, 18.00
Fels am Wagram (A)
, Weingut Wimmer-Czerny
WeinKult 17

Elias Hirschl, Autor
Tomáš Novák, Violine
Melissa Coleman
, Violoncello
Ewald Oberleitner, Kontrabass
Christoph Cech, Wurlitzer, Kleinzeug
Bertl Mütter, Posaune & Wunderhorn; Intendanz

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Wie jedes Jahr wird auch heuer alles ganz anders werden! (Was denn sonst: Ist ja auch der Wein bei vordergründig gleicher Ausgangslage jedes Jahr grundverschieden, und so soll das bitteschön auch sein, jawohl.)

Heuer steht eine regelrechte Begegnung der Generationen auf dem Programm, die sich unter anderem in der Streich-Section der heurigen Combo abbildet, wahrlich »Strong Strings«. Dass dazu heftig geblasen und in die Tasten gehaut wird, dafür sorgen in bewährter Weise Christoph Cech am historischen Wurlitzer und Bertl Mütter mit seinem runderneuerten Schagerl Mut!horn-s.

Zunächst aber zu den Strings.

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Der faszinierend vielseitig alerte Geiger Tomáš Novák hat sich unserer Wahrnehmung schon einige Zeit nachgerade aufgedrängt (etwa durch seine Zusammenarbeit mit seinem hierhofs bekannten Akkordeonpartner Paul Schuberth): allein was seine künstlerische Potenz betrifft, dürfen wir uns auf Feinstes freuen.

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Da reden wir jetzt noch gar nicht von der Verkörperung positiver Energie schlechthin, in Person der umfassend charmanten Melissa Coleman an ihrem Violoncello. Unser Hofintendant gibt sich beschämt, sie erst 2018 erstmals zum WeinKult eingeladen zu haben.

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Was Ewald Oberleitner am Kontrabass betrifft, so verhält es sich erfreulicherweise gewissermaßen umgekehrt, er ist heuer bereits zum fünften Mal dabei. Es ehrt unser Haus besonders, dass er immer wieder gerne kommt und seine immense Erfahrung derart fruchtbar ins spontane Musizieren einbringt.

http://www.christoph-cech.com/media/cechsmiles_b.jpg

Im Verein mit Christoph Cech sorgt er für das solide Fundament, auf dem alles weitere Spiel aufbauen kann, ein vielfaches Schwirren und Spinnen.

Den literarisch-performativen Beitrag gestaltet heuer der überaus erstaunliche Elias Hirschl. Mit seinen gerade vierundzwanzig Lenzen ist er noch jung genug, dass man ihn Ausnahmetalent nennen darf, und bei dem, was er bisher vorgelegt hat, kommt eine solche Bezeichnung fast schon einer Geringschätzung gleich. Nicht nur begnadeter Poetry-Slammer (etliche gibt es, mit bescheidener Halbwertszeit), vermag er auch in der großen Form zu überzeugen, zuletzt mit dem Roman »Hundert schwarze Nähmaschinen«, der es auf die Longlist des Deutschen Buchpreises schaffte. Freuen Sie sich auf seine abgründigen Betrachtungen!

Alles zusammen also wie immer vom Feinsten, ab Hof! Da es der 17. WeinKult ist, genießen wir – mitsamt den anderen vom Hause Wimmer-Czerny hervorgebrachten Bio-Köstlichkeiten – den 17er-Jahrgang aus den Weingärten am Wagram. Größte Vorfreude!

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Sonntag, 15. – Sonntag, 22. Juli 2018
Viktring (A)
, Musikforum Viktring-Klagenfurt 
SPIELEN! – Freie Improvisation mit Bertl Mütter

Bereits seit 2005 treffen wir uns zum SPIELEN! – Die jährlich sich aufs neue konstituierende ACTUELLE CAPELLE ist eine eingeschworene Partie, die alle Neuen aufs herzlichste willkommen heißt: Sie steigen, wie selbstverständlich, im bereits vierzehnten Jahrgang ein, während die wiederholt MitSPIELEN!den ohnehin immer ganz von vorn anfangen müssen dürfen.

2018 gibt sich das Musikforum (strengintern) das sinnige Motto DURCHATMEN.

Dem wollen wir uns mit einem tief empfundenen Ahhhhh…! anschließen.

http://muetter.at/cms/fileadmin/user_upload/pix500px/bertl/nur_spielen.jpg

SPIELEN! ist ein vergnügliches Musiklaboratorium. Instrumententechnisch einigermaßen voraussetzungsfrei geht es zunächst um die – scheinbaren – Selbstverständlichkeiten des Klängeerzeugens; die schauen und hören wir uns näher an:

Was heißt Hören? – Wie anfangen? Aufhören? – Was ist das eigentlich, ein Klang? – Der darauffolgende? – Und das Dazwischen? – Was für eine Energie schlummert in mir? – In meinem Instrument? – Stille, Ruhe, Schweigen: Wie klingt das? – Weite – Bewegung (…)

Es gibt aber keinen Unterricht im vertrauten Sinn: Unsere Methode ist das kollektive Erfinden von Musik. Beim Hören, Spielen, Nachdenken und in der Kaffeepause im zauberhaften Arkadenhof tauchen weitere Fragen auf. Die Antworten setzen sich (das gibt es!) SPIELEND! zusammen. Wenn wir derart zu heiterer Absichtslosigkeit gelangen, hört sich die ganze Fragenstellerei ohnehin von selbst auf. Das ist ein großes Glück, und nicht zuletzt deshalb kommen ja etliche jedes Jahr wieder in dieses Exil der Heiterkeit.


Fürs SPIELEN! reichen grundlegende Kenntnisse auf deinem Instrument und/oder der Stimme; da es ums lustvolle Ausprobieren von Möglichkeiten unmittelbaren Kommunizierens geht, richtet sich der Kurs aber ausdrücklich auch an die sogenannten Fortgeschrittenen: Wachsen Laien an der Erfahrung der Profis, so können diese von deren Frische und ungebrochenen Freude profitieren! Jedenfalls geht es um die pure, lustvolle Musik! Frei aber, damit wir das nicht vergessen, frei ist definitiv mehr als was man darf.


AnSPIELEN: Sonntag, 15. Juli 2018, 15.00
Stift Viktring (A), Stiftshof (beim Caffè-Trinken)

Gespielt wird täglich in zwei Blöcken (10.00–13.00, 14.00–17.00; flexibel nach gemeinsamer Übereinkunft; in Summe und inkl. Soundcheck und Konzert 14 Module).

Unterrichtssprachen: Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Latein.

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