spielen!

  
Freie Improvisation mit Bertl Mütter

SPIELEN!, das teilt sich am besten im SPIELEN! mit. Deshalb, vor allem Drüberreden, zuallererst ein Blick in die Praxis:

Abschlusskonzert der SPIELEN!-Woche in Viktring, 23.7.2017.
Danke Werner Überbacher fürs Filmen und Maria Hoppe fürs Sichumalleskümmern.


SPIELEN! ist ein vergnügliches Musiklaboratorium. Instrumententechnisch einigermaßen voraussetzungsfrei geht es zunächst um die – scheinbaren – Selbstverständlichkeiten des Klängeerzeugens; die schauen und hören wir uns näher an:

Was heißt Hören? – Wie anfangen? Aufhören? – Was ist das eigentlich, ein Klang? – Der darauffolgende? – Und das Dazwischen? – Was für eine Energie schlummert in mir? – In meinem Instrument? – Stille, Ruhe, Schweigen: Wie klingt das? – Weite – Bewegung (…)

Es gibt aber keinen Unterricht im vertrauten Sinn: Unsere Methode ist das kollektive Erfinden von Musik. Beim Hören, Spielen, Nachdenken und in der Kaffeepause im zauberhaften Arkadenhof tauchen weitere Fragen auf. Die Antworten setzen sich (das gibt es!) SPIELEND! zusammen. Wenn wir derart zu heiterer Absichtslosigkeit gelangen, hört sich die ganze Fragenstellerei ohnehin von selbst auf. Das ist ein großes Glück, und nicht zuletzt deshalb kommen ja etliche immer wieder in so ein Exil der Heiterkeit.

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Fürs SPIELEN! reichen grundlegende Kenntnisse auf deinem Instrument und/oder der Stimme; da es ums lustvolle Ausprobieren von Möglichkeiten unmittelbaren Kommunizierens geht, richtet sich der Kurs aber ausdrücklich auch an die sogenannten Fortgeschrittenen: Wachsen Laien an der Erfahrung der Profis, so können diese von deren Frische und ungebrochenen Freude profitieren! Jedenfalls geht es um die pure, lustvolle Musik! Frei aber, damit wir das nicht vergessen, frei ist definitiv mehr als was man darf.


Vinko Globokar: Individuum <—> Collectivum

1979 begann Vinko Globokar eine Sammlung, die jede geschlossene Konstitution oder deutliche Funktionsbezeichnung eines musikalischen Werks vermeidet: eine Sammlung von entweder streng musikalischen Reaktions- oder Kommunikationsmodellen oder Modellen, die den Übergang von Musik in andere Kunstformen ermöglichen sollen. Jedes Modell beinhaltet die dialektische Haltung zwischen den Aufgaben des Individuums und denen des Kollektivs. Was nicht notiert oder suggeriert wird, kann vom Musiker erfunden werden; Vorgaben, die nicht nützlich erscheinen, können vernachlässigt werden. Es wird keinerlei ästhetische Position, keine musikalische "Sprache" vermittelt oder gar vorgeschrieben, insofern negiert diese Konzeption auch die Vorstellung vom Komponisten als Individuum. Individuum <—> Collectivum kann als pädagogisches Unterrichtsmaterial, als Arbeitsmaterial für kollektive Improvisationen, als Grundlage für das Komponieren anderer oder einfach als Lesetext dienen.
(Pfau-Verlag)

Es ist nämlich bitte so, dass ich Vinko Globokar zu meinen Mentoren rechnen darf, und nicht zuletzt meine künstlerische Doktorarbeit (2013) verdankt sich in weitem Maße seiner inspirativ-konspirativen Ermutigung. Eine mir Richtung gebende Arbeit war seinerzeit (1989) die Mitwirkung an der österreichischen Erstaufführung seines Laboratoriums im Steirischen Herbst: Unter der umsichtigen Leitung des 2014 verstorbenen Wim van Zutphen und Vinkos selber durfte ich damals den Posaunenpart spielen, was umso bedeutender für mich war, als Vinko ja selber Posaunist ist, und was für einer!

Hier finden Sie nun sein so essenzielles Werk, das gar nicht den Anspruch erhebt, Werk zu sein. Wie dem auch sei, es ist ausdrücklicher Wunsch Vinkos, dass Individuum <—> Collectivum öffentlich zur Verfügung gestellt werde.

Im .pdf-Format finden Sie es hier: http://www.muetter.at/cms/uploads/RTEmagicC_8f502c3948.jpg.jpg

Wer jedoch Individuum <—> Collectivum in gedruckter Form erwerben will (Empfehlung!), wende sich an den Pfau-Verlag: Es ist wirklich leistbar, da, Vinkos Weisung folgend, nur die Herstellungskosten verrechnet werden.

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