Badewannenmusik

  

In meiner Musik beziehe ich mich gerne auf die Tradition im Spannungsfeld zwischen Komposition und Improvisation. Damit wir uns verstehen: Die einzige Tradition, bei der ich überhaupt die Chance habe, sie annähernd authentisch zu verstehen, ist jene, in die ich hineingeboren wurde. Ich lasse mich jedoch auch gerne von Außen beeinflussen und baue in diesem Sinn fremde Elemente (siehe: Einflüsse) in meine Kunst ein. Meine Vorfahren waren aber weder Baumwollpflücker in den Südstaaten der USA noch sibirische Schamanen; ich kann daher nur Betrachter solcher Traditionen sein.

Mein Hauptinstrument, die Posaune, besitzt ein kaum ernstzunehmendes klassisch-romantisches Solorepertoire, ein Vorteil, denn ausbildungsbedingtes Erschaudern(müssen) vor ihr gewidmeten Meisterwerken kann ich demgemäß gar nicht kennen. Somit kann ich mich beschäftigende Werke – improvisierend und mit eigenem Material angereichert – recht unvorbelastet an mir vorbeiziehen lassen.

Wer allein in der Badewanne singt, hört innerlich das ganze Orchester, kein Instrument geht ihm ab; meine Badewanne steht auf der Bühne, ein sehr intimer Vorgang.

Anders gesagt: In meiner Badewanne bin ich Kapitän.

Bertl Mütter – Posaune, Komposition, Text, Stimme
geboren 1965 in Steyr, Oberösterreich

Ministrant, Blasmusikant, Dixielanddilettant, Theologiestudent, Militärmusiker, Musikstudent (Posaune-Jazz, etwas Stimme; Diplom als Dissident 1990), Preise, Förderbeiträge, Stipendien, Aufträge – alles, wie es sich halt gehört. Als Zugabe 2013 Doctor artium.

Ich lebe freischaffend in Wien und bin beständig unterwegs, auch wenn ich daheim bin.

Aus einer Posaune herausblasen kann bald jemand; klingen, ich meine: klingen wird es aber nur, wenn du die Töne hinein hörst, ganz tief drinnen. Dazu spiele ich mit meinem Muthorn vom Schagerl (links im Bild); des weiteren beatme ich das Wunderhorn (rechts), die vom Schagerl für mich und Leonhard Paul entwickelte Basstrompete. 

http://www.muetter.at/cms/fileadmin/user_upload/pix300dpi/140822_CZ29000.jpg

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Einflüsse (teilweise vollständige Auswahl)

Louis Armstrong, Arleen Augér, Johann Sebastian Bach, Francis Bacon, Luciano Berio, Thomas Bernhard, Jorge Luis Borges, Anton Bruckner, Georg Büchner, Elias Canetti, Charles Darwin, Morton Feldman, Federico Fellini, Ella Fitzgerald, Egon Friedell, Karl-Markus Gauß, Vinko Globokar, Lars Gustafsson, Nina Hagen, Nikolaus Harnoncourt, Ludwig Hohl, Ernst Jandl, Jean Paul, Gert Jonke, Franz Kafka, Ryszard Kapuściński, Angela Krauß, Laurel & Hardy, Guillaume de Machaut, Gustav Mahler, Herta Müller, Vladimir Nabokov, Julius Patzak, Allan Pettersson, Luigi Pirandello, Monty Python, Helmut Qualtinger, Thomas Quasthoff, Joseph Roth, José Saramago, Franz Schubert, Johann Gottfried Seume, Adalbert Stifter, Italo Svevo, Jacques Tati, Karl Valentin, Fritz Wunderlich, Otto M. Zykan.
(links: erübrigen sich
)

Merke jedoch: »Das sind nur die Namen – nun lernt sie singen!«
Richard Wagner, Die Meistersinger von Nürnberg (1. Aufzug, 2. Szene)

Weitere Informationen

… finden Sie in den einschlägigen Rubriken dieser Internetrepräsentanz, wie das halt so üblich ist auf einer Website. Außerdem verfasse ich im mütterlog die eine und die andere Glosse, wirklich wahre Vorstellungen (wenn mir halt was auf- und/oder einfällt).

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