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»es ist bedauerlich, dass administratives man selbst erledigen muss. doch ist dies leider notwendig.
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györgy ligeti, 1965

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»wenn mein denken in ordnung ist, bin ich erreichbar.«
frank stronach, 2016

  
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ich freue mich, wenn sie mir wertschätzend begegnen, und das will ich umgekehrt jedenfalls auch. wie heißt es so schön: ohne göd kaa musi. (bis zur einführung des euro sagte man auf österrenglisch: no schilling – no feeling. das dürfte man auch heute noch verstehen.) 
  

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ad: umsatzsteuer

immer wieder kommt es vor, dass es heißt: »tut uns leid, wir zahlen keine umsatzsteuer aus, ihr bekommt eh alle gleich viel.« dazu folgendes:

seit jahrzehnten verfüge ich über eine persönliche UID-Nr. (umsatzsteueridentifikationsnummer), bin also verpflichtet, von all meinen einnahmen in österreich die umsatzsteuer (13% für künstlerische tätigkeit; 20% für pädagogisches bzw. dienstleistungen) ans zuständige finanzamt abzuführen. danke also für ihr verständnis, wenn ich beim aushandeln des honorars auf gleichbehandlung zu meinen davon befreiten kolleg*inn*en bestehen muss.

zum nachrechnen (basis: 1.000,-)
ust-befreit: brutto = netto (1.000,– = 1.000,–)
ust-pflichtig: brutto = netto + 13% ust (1.130,– = 1.000,– + 130,–)
damit ust-pflichtige real (netto) gleich viel verdienen (1.000,–) müssen sie also 1.130,– (bzw. – pädagogisches od. dienstleistung – 1.200,–) bekommen. erhält so jemand gleichermaßen 1.000,– auf die hand, bleiben netto lediglich 884,96. weil die auf diesen betrag draufzuschlagenden 13% ust (115,04) gehen ans finanzamt (bei 20%: 833,33 + 166,67). eine solche ungleichbehandlung wäre grob unfair.

ust-befreit sind üblicherweise kolleg*inn*en, die nur wenig aus ihrer künstlerischen tätigkeit lukrieren, oftmals sog. hobbykünstler*innen, und es ist ja auch was schönes, durchaus ehrbares kunsthandwerk hobbymäßig zu betreiben. es sind aber zweierlei paar schuhe, ob man im nebenerwerb bissl was dazuverdient, oder ob man ausschließlich und in klarer unbedingtheit seine kunst betreibt, ohne absicherung durch einen mehr oder minder gut dotierten sog. lehr- od. brotberuf. es wird dann wohl aber auch eine andere, tiefer wurzelnde, ja, auch unbequemere, jedenfalls existenziellere kunst herauskommen.

zur güte: das wurschtsemmerl beim fleischhauer (oder beim billa; oder beim spar; mit oder ohne gurkerl tut nichts zur sache) gibt es auch nur mit umsatzsteuer. schaut zwar auf den ersten blick nicht so aus, ist aber so. und der wurstfachverkäuferin reicht es ihnen auch nur über die budl, wenn sie die umsatzsteuer im gesamtpreis mitbezahlen, selbst wenn sie glaubhaft versichern können, diese nicht weiterverrechnen zu können.

alsdann, guten appetit!

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/a/ae/Wiener-Schnitzel02.jpg/800px-Wiener-Schnitzel02.jpg

ad: honorar

ich lebe zu 100% freiberuflich. das bedeutet, dass ich vom (netto-)honorar (das mit der ust haben wir oben abgehandelt) meine sämtlichen ausgaben bezahlen muss. also büro, proberaum, sozialversicherung, steuern, fachliteratur, computer etc. (meine meisterlichen instrumente stellt dankenswerterweise das musikhaus schagerl zur verfügung; sowas würden sie bei einem hobbyartisten eher nicht machen.). vom rest bestreite ich meine private lebensführung in saus und hin und wieder sogar in braus.

natürlich können sie auch zum schnitzihansi® gehen und sich dort ein von einer anlernkraft in veraltetem kokosfett schwimmend herausfrittiertes sog. wiener schnitzl geben lassen. oder sie gehen, sagen wir: in den gmoakeller, zum engländer (oder ins schutzhaus zukunft; meinetwegen auch in d’schwechater oder zum schoiber) auf ein echtes wiener schnitzl, vom kalb (wobei auch ein gutes schweinernes nicht zu verachten ist; reden wir aber nicht vom unsäglichen putenschn.), zubereitet (und serviert) von profis. sie werden einräumen, das ist ein unterschied, und ihre freunde und gäste werden sie wohl eher nicht zum schnitzihansi® ausführen. noch eine empfehlung, mit der sie sich eine irritierte (möglicherweise als arrogant empfundene) replik ersparen können: beschweren sie sich nicht im gmoakeller (…), dass das schnitzl bei ihm nicht 2,99 euro kostet – es ist seinen preis wert.

noch was (ad: »umrahmung«)

als weitere notwendige, gewissermaßen hygienische abgrenzung zu kunsthandwerklicher beliebigkeit bitte ich, präventiv, meinen beitrag zur gestaltung ihrer veranstaltung (feierstunde, ausstellungseröffnung, begräbnis,…) nicht (keinesfalls!) als musikalische umrahmung oder gar untermalung u. dergl. ähnl. anzukündigen. sie setzen ja, so will ich annehmen, meine kunst als sinnliche erweiterung, hinführende vertiefung und ins musikalische übersetzte interpretation ein und jedenfalls nicht als dekorativen aufputz – sonst hätten sie ja auch nicht zu mir gefunden. man behübscht, was nicht ausreichend authentisch für sich selber stehen kann: sowas geht immer schief, wie eine schönheitsoperation mit botox, wohin immer unterspritzt. für so etwas aber stünde ich nicht zur verfügung. ich kann nur spiegeln, was da ist. darin aber bin ich kompetent. und, hässliche modeworthülse: nachhaltig.
es genüge also eine so neutrale formulierung wie:

musikalische gestaltung: bertl mütter, posaune

da ist alles drin. und meine lippen sind echt.

http://www.muetter.at/cms/fileadmin/user_upload/pix500px/bertl/121014_CZ21650_zac.jpg

… schön, dass wir endlich einmal so offen miteinander geredet haben!
loriot

ein der vertieften auseinandersetzung mit dieser für unsereins (über-)lebenswichtigen thematik dienliches dokument (es handelt sich um ein periuniversitäres vortragsmanuskript) findet sich hier zum http://muetter.at/cms/fileadmin/user_upload/pix72dpi/download_pdf_button.jpg.

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ihr bertl mütter

wien, im jänner* 2017 (dann wolln wir weiterhin weiterschaun)

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* anderstwo: januar (bei gleichem jahr)

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