schubert:winterreise:mütter

cd arbe 9 (2001) | isbn 978-3-85129-642-6

Bertl Mütter
Posaune, Stimme, Euphonium, Muschelhorn, NachKomposition
(AKM | austro mechana)

 

01 GUTENACHT S:W:M   Posaune multiphon [live]   4’30

Mäßig.

02 WETTERFAHNE S:W:M   Posaune, Stimme, Tonband   2’08
Ziemlich geschwind. Wild & zerfahren, übermalend (wie das erste Mal durchspielend.)

03 GEFRORNETRAENEN S:W:M    Posaune multiphon, Stimme   2’40

Nicht zu langsam. Durchaus verloren. Dann aber sehr warm.

04 ERSTARRUNG S:W:M   Euphonium   2’27
Ziemlich schnell. Improvisation in der Form. Das Triolenmotiv erinnert an Nr.13. Keine Stimme. Und erst recht kein Text. Der melodische Verlauf wird im Triolenwirbel eingewoben, das klingt sehr virtuos, bei aller Wildheit.

05 LINDENBAUM S:W:M   Euphonium, Gesang, Tonband [live]   5’02
Mäßig. Lauschen! Kindheitserinnerungen (Heinz Conrads): Was gibt es Neues? ...den grauen Tag nur hell zu sehn‘ ...wosunsremenschnintressiad(inunsarazeid) ... Dir, liebes österrrreich ... Majorantee ... Dallapozz ... Kammersänger
... Adolf ... wenochumordenerzenad ...

06 WASSERFLUT S:W:M   Posaune multiphon (Dämpfer), Tonband   4’55
Langsam. Hohe Posaune immer ölig. Am Schluß dem Rauschen nachlauschen.

07 AUFDEMFLUSSE S:W:M   Euphonium, Stimme/Gesang, Tonband   4’17
Langsam. Im letzten Teil Text durchs Euphonium stammeln / brüllen!

08 RUECKBLICK S:W:M   Gesang/Performance (poco spastico) [live]   1’46
<Nicht> zu geschwind, aufgebracht. Klavierstimme immer mit imaginieren. Wie ein nach Außen dringender innerer Monolog, unverständlich nuscheln, schreien. Beim Umblättern Zettel nach hinten werfen. Am Schluß unrund, wankend, immer langsamer.

09 IRRLICHT S:W:M   Muschel (in F), Stimme/Gesang [live]   3’10

Langsam. Sehr frei im Tempo. Lange an der Muschel lauschen. Im 2. Teil errr extrrrem rrrollen! Stimme unten gepresst.

10 RAST S:W:M   Euphonium [live]   3’59
Mäßig. Im Sitzen, wie beim üben – inkl. (inkonsequentem) „Ausbessern” von Fehlern. Bei der Wiederholung das Ganze schneller durchspielen (es wurde ja schon 1x „geübt”).

11 FRUEHLINGSTRAUM S:W:M   Euphonium multiphon [live]   4’17
Etwas bewegt. Sehr frei. Spiel mit der Hand im Euphonium. Träumend - aufwachend.

12 EINSAMKEIT S:W:M   Stimme, Stimmgabel [live]   3’51
Langsam. Sitzend, schaukeln (in hospitalisiertem Zustand). Zeitlupenglissando. Am Schluß aufschauen, klar singen, dann wieder Rückfall in die autistische Wüste.

13 POST S:W:M   Euphonium [live]   3’54
Etwas geschwind. Recht frei, zwischen den Motivteilen Brüche, überlappungen. Im Mollteil einfrieren, langsamer, ernüchtert. Schlußtöne sehr knapp.

14 DERGREISEKOPF S:W:M   Posaune multiphon, Dämpfer (durchaus!)   2’54
Etwas langsam.

15 KRAEHE S:W:M   Posaune (Dämpfer), Stimme (Vogellaute) [live]   2’05
Etwas langsam. Sehr frei. Vogellaute (knarren, nach Innen singen - Möwe!). Skurril [etrusk.-lat.] - grotesk [gr.-lat.-vulgärlat.-it.-fr.], nicht tragisch.
Kopf schief halten (wie eine Krähe).

16 LETZTEHOFFNUNG S:W:M   Euphonium [live]   1’45
Nicht zu geschwind. äußerst frei. Wild! Abgehackt. Immer wieder verharren und jäh losbrechen.

17 IMDORFE S:W:M   Posaune multiphon, Bucket-Mute   3’06
Etwas langsam. Sempre trrrrr, rauh! (Der Bucket entspricht einem Maulkorb für die bellenden Hunde, sicher ist sicher – knurren werden sie erst bei Nr.24.)

18 DERSTUERMISCHEMORGEN S:W:M   Stimme, Händereiben   0’40
Ziemlich geschwind, doch kräftig. Durchaus fröstelnd, Händereiben zum Wärmen am Feuer. Gesang immer undeutlich, rau und ungenau.

19 TAEUSCHUNG S:W:M   Stimme/Gesang, Bucket-Mute [live]   1’32
Etwas geschwind. Sempre falsetto, geschlechtslos, künstliches Dauerlächeln. Im Mollteil in den mit Watte gepolsterten Bucket singen, bei der Modulation zurück langsam den Dämpfer wegziehen. Letzter Ton gebrochen multiphon (wie später
die ganze Nr.23).

20 WEGWEISER S:W:M   Posaune multiphon [live]   5’43
Mäßig. Durteil zurücklehnend, wie eine Marschkapelle beim Kondukt, breit. Beim multiphonen Schlußteil Text durchs Instrument andeuten.

21 WIRTSHAUS S:W:M   Posaune multiphon   4’35

Sehr langsam. Bin matt. Das ist ein Choral am offenen Grab.

22 MUT S:W:M   Knatterposaune   0’45
<Ziemlich geschwind, kräftig; aber nein:> So schnell & wild wie möglich,
durchaus schlampigst. Noch wilder, hetzen! Wenn der letzte Ton sauber gespielt werden konnte, wurde zuvor zu wenig gerotzt!

23 NEBENSONNEN S:W:M   Stimme (gebrochen/klar) [live]   2’33
Nicht zu langsam. Lamentoso. Poco rubato. Gebrochene Kopfstimme. Der Text kann durchaus unverständlich (quasi nach Innen gesagt) sein. Die textlosen Phrasen sollen dargebracht werden, als wolle man das Klavier (sich selbst oder dem Publikum) imaginieren. Intonationsschwankungen („Sinken”) sind erlaubt bzw. erwünscht.

24 LEIERMANN S:W:M   Euphonium multiphon [live]   7’21

Etwas langsam. Text durchs Instrument singen, immer regelmäßig, Klavierphrasen beiläufig. Am Schluß ausatmen, ins weiße Rauschen.

Nach oben


(nachspann)

1 – 24 Komponiert, improvisiert und gespielt nach Franz Schubert (*1797†1828) von Bertl Mütter (*1965). Live-Mitschnitt der Uraufführung im Wiener Konzerthaus, Schubert-Saal (Festival Hörgänge), 10. März 2001. Nachaufnahmen im Schubert-Saal, 21. Mai 2001.

aufnahme und studiotechnik    christian mühlbacher
grafik design    michael atteneder
portraits    dorothea wimmer
korrektur    monika atteneder

Nach oben


näheres zu schubert:winterreise:mütter finden sie in der rubrik solo.

Nach oben


danke

logo
… für die (auch nach 2001 anhaltende) Unterstützung, insbesondere Thomas Schäfer, Berno Odo Polzer und Nikolaus Pont.

http://www.ske-fonds.at/images/page/ske_logo_top.jpg

Nach oben

muetter.at
muetter.at
muetter.at