jojo (als ja, ja) Mittwoch, 31. 3. 2010, 0:00

und philemon und baucis sind nämlich gar nicht so alt. man kann sie, mitten im leben stehend, antreffen, in paaren etwa, wo er, wenn sie fragt, ob er wisse, wie spät es sei, dies nicht nur bejaht, sondern auch, ungefragt, mit der korrekten zeitangabe antwortet; oder wo beide die gleiche (gleichfarbige) zahnbürste verwenden.
und so weiter.



ausblick, dental Dienstag, 30. 3. 2010, 0:00

unvermittelt war er wieder da, und wieder in der nähe des unzugänglichkeitspols, sein zahnschmerz (es war ein sehr persönlicher), linksoben sechs oder sieben, und, vor allem: dumpf darüber, bei und um die wurzelspitzen. dabei hatten sie (er als schweigender hinhalter, der zahnarzt seines nachwievor uneingeschränkten zutrauens als drinnenherummacher und redner) alles so schön gerichtet, wie es aussah. so schnell aber würde er nicht aufgeben, jetzt noch nicht, es würde noch lange dauern, bis er von mentadent auf rent-a-dent (samt kukident) umsteigen würde, übte er sich in zweckmäßigem optimismus und trainierte im geiste sein schönstes zahnlückriges lächeln und dachte dabei an die ferne geliebte, das half.



ohne worte / senza parole Montag, 29. 3. 2010, 0:00

non parlate all’autista
hinweis für reisende, italien

der einigermaßen psychologisch gebildete weiß es ohnehin: es wäre zwecklos. undaber gerade im dochmitihmreden, immerwiederreden bestünde die heilungschance.
sein fahrstil zwischen den beiden nichtorten piombino und campiglia mma. macht seiner berufsbezeichnung alle ehre. grün und grußlos steigen die passagiere aus und um zum zug, plaudern mit dem conduttore, buongiorno.



viel zu hoch Sonntag, 28. 3. 2010, 0:00

beim wiederaufnehmen seiner studien und dem damit verbundenen eindringen in die elektronischen innereien seiner universität, musste er feststellen, dass er ende der 80er-jahre für drei jahre auch das konzertfach trompete (!) studiert haben musste, ganz ohne es selber bemerkt zu haben.
die einzige nähe zu einem professor der klassischen trompete war die zu einem kleinwüchsig kurznamigen (inkl. spitzname) mit sehr langem titel am zimmer vor seinen audienzräumen, der sich selbst der – musikalischen – sm-szene zurechnete (swing & musical), mit fug & recht allerdings, denn bei ihm wurde mittwochs gnadenlos um punct acht in der früh zum morgendlichen dixielandgetröte vlg. interpretation von werken des historischen jazz eingezählt. welche interessen (so es welche geben könnte) könnten mit so einer anmeldung (noch dazu ohne aufnahmsprüfung) verbunden gewesen sein? – seltsam, sehr seltsam.
jedenfalls war er bereit, ohne alle scham zu bekennen, nicht annähernd trompete studiert zu haben (viel zu schwer und laut und hoch für ihn tumben tromboniste).



bumsti! Samstag, 27. 3. 2010, 0:00

bumsti!
karl kraus, die letzten tage der menschheit

der italiener hat, und damit ist er dem österreicher nicht unähnlich, einen hang zu spezifischen diminuativa, also verkleinerungs-, ist gleich verniedlichungsformen. die gaskartusche für den ofen oder (wahlweise; wenn du eine in reserve hältst, gehen beide gleichzeitig aus, samstagabends, versteht sich) den kühlschrank, wird, ihrer form und wohl auch ihres potenzials wegen, sehr familiär la bombola genannt, also bömbchen (dt.) bzw (austr.) bomberl.
ins assoziative zwangsbild tritt das urnderl, also ürnchen, was bei vergnügungslotterien bekannterweise eine tombola genannt wird, nämlich das zur zweifels- und betrugsfreien siegerermittlung unabdingbare behältnis.
(das sonntägliche leichenbegängnis indes war eine dem katholischen gemäße reguläre erdbestattung, die siegerin stand tage voraus bereits fest.)



suum cuique Freitag, 26. 3. 2010, 0:00

natürlich, man würde dem aus dem mittmärzlichen bestemmwinter in den elbischen vorfrühling enteilten bei seiner rückkehr die frage aller fragen an heimgekehrte stellen (heim? was war denn das? wer machte die vorgabe, was das zu sein habe, wonach – um es latinisiert auszudrücken – es ein sich zu sehnendes sei, sein müsse? – schollenpathos, überkommenes!), die frage also nach dem wetter. eingedenk (bleiben wir im so entsetzlichen altaltphilologendeutsch) des tageweisen heizenmüssens würde er es sich jedoch nicht verkneifen können noch wollen, die antwort der antworten an die zurückgebliebenen abzuliefern, die da zu lauten hatte: naja, am abend dann hat man schon ein westerl brauchen können.
so bekam jeder, wonach ihm verlangte und alle waren glücklich insgeheim unzufrieden. man war also wieder daheim.



existenzen, raschelnde Donnerstag, 25. 3. 2010, 0:00

in der übung, es war eine nachgerade zenische, wer es länger (besser eigentlich: als ganzes – vermutlich inkl. puls und atmung) in völliger reglosigkeit aushalten könne, musste er feststellen, dass er den eidechsen nicht im entferntesten ein tauglicher wettkampfpartner sein könne. obwohl, auch in seinem erweiterten bekanntenkreis gab es lebende arbeiterdenkmäler, die, so betrachtet, den reptilien zuzurechnen wären; auch sie raschelten bei ihren einem wie plötzlich erscheinenden bewegungen: das jausensackerl (früher einmal: butterbrotpapier) verriet ihre vitalität und die bereitschaft, aktiv etwas zu tun, damit ihr leib am leben blieb, malzeid.



beuget die knie (und was recht ist)! Mittwoch, 24. 3. 2010, 0:00

padre pio, der patron der abergläubigen (deshalb ist er garso populär) und der bigotterie, zugleich immerwährender pate der transport- und betonmafia, mit seinem kindchenschematisch vom eigenen herzigsein (zum knuddeln und irgendwie wie aus lebkuchen) verklärtem antlitz (deshalb ist er garso populär). herr berluskoni spendet ihm täglich eine kerze; er wird noch lange regieren.



nur falls Dienstag, 23. 3. 2010, 0:00

… quando fa caldo sotto la sotana
kompositionstitel, johann karl steiner (ehem. stiftszögling, seitenstetten)

wenn er den buben schmerzen und traumata zugefügt habe, dann tue ihm das leid, so sehr konditional der pater, kuttenvater. jedenfalls aber, so fügt das (eines der) kremsmonster hinzu, er möchte ihnen schon allen ausrichten, dass er sie alle schon sehr gern gehabt habe.
danke auch und gern geschehen, denken sich die derart hingehaltenen vormaligen hinhalter.
gehts eh noch?! (wo bleibt bitte der bewährte terrygilliamfuß bzw. die fünf tonnen von oben?)



hinterglas, andersrum Montag, 22. 3. 2010, 0:00

die vertreibung in das paradies. man betrachte nur die diversen himmelundhölleszenarien, um sicher (ganz sicher) zu wissen, wie unendlich (ewig) fad, dröge und eindimensional abwechslungslos es zu seiner rechten zugeht. im vergleich dazu die äkschn im höllenreiche, heißa und juchei.
und z.b. böse hochgeistliche kindafazara können ohnehin eoipso nichts dafür für was für sauereien sie qua system an wehrlosen verbrechen. zur strafe aber müssen sie dann auf ewig im himmel lauwarm dahinschmoren, alswie ein hansi oder kalter bauer, brrrr und äčbäč.



freispiel Sonntag, 21. 3. 2010, 0:00

das ist der teu
fel si cher lich

emanuel schikaneder, die zauberflöte

also der vatikaninisch-exorzistische aufruf an alle schweinsbeidln, wenn sie ihre organisierten schweinereien an den ihnen anvertrauten wehrlosen schutzbefohlnen begehen, dass sie zuvor turnusmäßig nicht dem teufel entsagen, sondern dass sie bei gelegenheit irgendwo vor zeugen festhalten, achwas garnicht an ihn zu glauben, neinnein, den gibts doch nicht, altes pfaffengeschwätz sowas, und schon haben sie das freispiel der freispiele, lasset die kinder zu mir kommen, ich kann eh nix dafür, das war nicht ich, das war der teufel sicherlich, dens nicht gibt, har har.
preiset den herrn.



menschenfischer Samstag, 20. 3. 2010, 0:00

wir müssen hier von etwas reden, das den aufs lustvollste selbstverwalteten bereich der (in der tradition hl. selbstbeurteilung lässlichen) sünde übersteigt, wir befinden uns im bereich der organisierten kriminalität, gegen deren weltumspannungsmacht, die die nicht erst seit herrn berluskonis gesetzesbeugeübungen einigermaßen ordentlich verbreiteten cose nostre recht klein ausschauen lassen, minimundial nachgerade.
und es gilt, unter allen umständen, weitere potenzielle opfer zu vermeiden. wer etwa als junger unfertiger mensch von seinem katholischen jugendleiter mit, sagen wir: vier vierterln cappy-rum (halb orangensaft, halb achtzigprozentiger strohrum – die deutschen beneiden uns seit ehundje drum) alkoholisiert und handwurschtig behandelt wurde, der trete, auch wenn sich seine verwundungen durch einen baldigen abbruch des kontakts nach erfolgter ausnüchterung in grenzen gehalten haben dürften, vor. zumal es vor etwa neunundzwanzig jahren auch noch andere lieblingsfreunde dieses – bereits erwachsenen – feingeistes und dilettierenden hobbysängers gegeben hat. und zumal er, aus dem einzelhandel spätberufen, den priesterberuf ergriffen hat, und berufungen sind ja heutzutage so selten. damit aber sind ihm menschen anvertraut, auch junge mädchen, sowie etliche zur hoffnung (zu hoffnungen?) anlass gebende gefirmte und ungefirmte knaben.



dranglaubenmüssen (um himmelreichs willen) Freitag, 19. 3. 2010, 0:00

der feuerreiter aber war zentraler und selbstgenerierter bestandteil des systems selbst, das auf dem glauben (hier: abschaffung des sexuellen durch negation, zölibatären triebverzicht und freiwillige zwangssublimation) beruhte, aber auch dieser glauben war allzu durchschaubar einem wunschbeschwörungsdenken entsprungen, wie ja all diese sog. glaubensgewissheiten induktiver (vom menschen zum wunsche, wie es sein möge) widernatur waren.
feuerreiter, in genügender anzahl, würden, was zu hoffen war, flächenbrände, möglicherweise die – ohnehin in zungenredlicher angstlust herbeigesehnte – apokalyptische ekpyrosis hervorbringen, wallendes kardinalstugendrot flächendeckend.
und auch der bet-reuer seiner knospbaren jugend (hätte er einen gehabt), wäre er später pfarrer oder dechant oder dem domspatzerlerregens sein bruder geworden, sollte sich schön langsam von selber melden, haha, selbstanzeige für steuersünder, das war doch modern, und gab es tausende datenträger, in denen eingebrannt war, dass so ein armes katholisch verklemmtes handwürschtl triebgesteuert danebengefahren war, mitten hinein nämlich und etliche anvertraute existenzen nachhaltig (lebenslänglich und, werdranglaubte, weiter) zernichtend per sæcula sæculorum himmökruzifixnuamoi.
(zwischen niederschrift und erscheinen vermutlich bereits triebhaft zu tag gekommenes untertreibend, von kremsmünster, wilhering – ostwärts, linzzu etwa – ists nicht weit, zudem nähern sich diese fronten dezentral, inseln aber wachsen zu kontinenten zusammen. und gilt es stets, weiterem schaden vorzubeugen.)



paululum post (forts.) Donnerstag, 18. 3. 2010, 0:00

schon damals, als er noch regulär studierte (zwanzig jahr wars heuer her), hatte p. diese typischen studienabbrecherbrillen, fiel ihm jetzt auf, und studienabbrecher zeichneten sich ja bekanntermaßen dadurch aus, dass sie jahrzehnte durchinskribierten, ohne unterlass und prüfungs- wie vorlesungsfrei: bruchlos eben.



schneeelba Mittwoch, 17. 3. 2010, 0:00

morgenlich, nein, leider leuchtend nicht, mehr missmutig eher lugte er durch den feigenbaum vorm fenster, der ein essigbaum war, und erst der erregende schneeregen erklärte ihm mittäglich, dass er nicht chopin in valldemossa war, und ein schneeregentropfenpræludium für posaune, was wäre das denn auch, wie rotzglocken am wasserlassventil des posaunenzuges, schneeelbahn zum winterende und vor der küste treibende eisbären oder brecher, und so weit wärs mit den schlittschuhen auch wieder nicht.



elbawärts Dienstag, 16. 3. 2010, 0:00

dann überquerten sie die elsa. an der brücke der mann im lodenjanker wollte nicht und nicht seinen namen preisgeben. der abend ergraute vom blau, von grün aber keine spur.



gleichmut, toskanisch Montag, 15. 3. 2010, 0:00

durch den schneegebirgsstau über den apennin: entschleunigung als wärs die einstimmung zum eso-seminar. bei der mautschlange dann gibts slowfood, nomenomen a posteriori.



erregenstag Sonntag, 14. 3. 2010, 0:00

zabtbitter
erzabend
steck am drecken
drücken duck duck
im regen zabt ein abt
penitenzpenetriert
ein abtstab mit gazellenbart t.b.a. nie

hygienischer bussvers, kath.

vision: die ganze katholische, achwas, die ganze, alle kirchen und sonstigen religionsvereine treten geschlossen zurück, weltweit.
dann ist auf der erde ruh. und frieden.
wer keine visionen hat, braucht einen arbzt, sagt derregens.



paralleel Samstag, 13. 3. 2010, 0:00

graz, herrengasse. in streng paralleler symmetrie zu den vierfachen straßenbahnschienen werben wehend an holzmasten angebundene rote fahnen für die diagonale.
(thema verfehlt.)



auseinanderdividiert Freitag, 12. 3. 2010, 0:00

kettensägenmassaker am praterstern. orfon berichtet, dass die vier involvierten, von denen im übrigen alle locker überlebt haben, in verschiedenen wiener spitälern gelandet sind. trotzdem, die frage drängt sich auf: in welcher aufteilung?
wenn sie dann wieder heimkommen, werden sie sich aber hoffentlich schon zusammensetzen und wieder vertragen, samma wieda guad? so wird es sein. denn der österreicher (im besonderen der wiener) war immer schon ein gutmütiger kampel.



castering Donnerstag, 11. 3. 2010, 0:00

topfterrorist in pakistan gefasst
orfon, 8.3.2010

verlesen, uije.
dabei kann man die eh so leicht fangen, am ausgang der diversen fernsehstudios mit ihren dauerkochwerberbesendungen. oder in ministerien, wo durch schützend die hand über sie haltende landesfürsten überförderte abhauser (die mit ihrem blauäugigblondscheitligem gfries gut für gewisse filme castbar wären) staatsverträge mit deren neffen zu deren ernährung bzw. gesunden mästung abschließen.



same seitz but different Mittwoch, 10. 3. 2010, 0:00

die indertat annähernd identen zwillingsschwestern an harfe und hackbrett bedienten sich konsequenterweise des gleichen stimmgeräts: auch dieses unterschied lediglich um die fabrikationsnummer.



speibbs Dienstag, 9. 3. 2010, 0:00

selbst um halbdrei nicken sie freundlich und devot, wenn du reinkommst und fragst: beim chineser kriegst du immer noch was zu essen. und ist es grad da besonders schön, weil sie sich, nachdem sie dich als letzten gast bedient haben (ein kurzer blick aufs buffet bekräftigt deine alacarteentscheidung), so nett und asiatisch familienintakt zum eigenen mittagsmahl versammeln. diesmal aber (in scheibbs wars): pizza ausm karton. die werden schon wissen. fluchtartig und über den umweg zur dringlichen toilette verlassen wir die stätte. die glückskekse mit ihrem gewaltigen potenzial bleiben ungeöffnet.



nüchtern betrachtet Montag, 8. 3. 2010, 0:00

das geheimnis der liebe endlich und endgültig entschlüsselt hat ein für seine sachlichen recherchen bekanntes austropatriotisches blatt. so läuft auch die ehe unverheirateter wieder wie am ersten tag.
notieren wir doch das datum, als alle romantik fahren gelassen wurde: 1. märz 2010, faktisch frühling.
soviel zum frauentag. aus partnerschaftlicher sicht.



rosenumkränzt, ungebeten Sonntag, 7. 3. 2010, 0:00

schönborn: rosenkranz „nicht wählbar”
orfon, 5.3.2010

aber lieber herr kardinal, der ihr selbst für ernst fuchs, diesen fürst unter den malern, unmalbar seid (den kann ich nicht, der hat mir ein zu gütiges gesicht – nicht aufgrund von du sollst dir kein bildnis machen), wir wissen das doch schon längst (zumindest seit ihrem so marienverliebt knabenfreundlichen vorgänger im erzbischofsamte), nämlich, dass es gar keine wahl bezüglich rosenkranz ja oder nein gibt, weil den rosenkranz muss man beten, da gibts gar nichts zum herumfackeln.
reihen wir uns also ein mit allen legionärinnen dieser welt zum großen sühnekreuzzug, und entweder der siegreiche oder der schmerzreiche wird gebetet werden 25. april, und könnte man das wahldatum fürs gebet nicht vorverlegen auf den, sagen wir: 20. april?



aushelfen, dringlich! Samstag, 6. 3. 2010, 0:00

arbeitslose sollen beim heer aushelfen
orfon, 4.3.2010

da haben wirs, und staatlicherseits geben sie es schon zu: das heer der arbeitslosen. auch diesem begriff werden nunmehr völlig neue, bislang ungeahnte bedeutungen zugewiesen (vgl. webgasse, austria email u. dergl.). die frage ist: rückt dieses heer aus oder ein? und, wer dabei war, weiß es: es gibt derart wenig zu tun, dass arbeitslose mit sicherheit beim bundesheer perfekt aufgehoben sind. und wer lust auf eine spritztour hat, der kommt sowieso.

österreich ist sicher.
(anmerkung/fragen: warum schaut der bebrillte panzerkommandenat aus wie der herr verteidigungsminister? und was will es bedeuten, dass das kettenungetüm beim nach rechts wegfahren abkotet, ja, sagen wir es so: gackt?)
jedenfalls aber, wiederholt seis: österreich, sicher.



wie am schnürrchen Freitag, 5. 3. 2010, 0:00

reizende kätzchen abzugeben!
nur wohnungsplätze!

kundmachung, geschäftsauslagenfenster, wieserfeldplatz

… und gerade im sich verschiebend heraufdräuenden frühling gilt es vermehrt darauf hinzuweisen, dass unsere immer herzlosere gesellschaft allzuwenig für (bitte einsetzen und nichtzutreffendes streichen; zur auswahl stehen: die armen tiere / unsere senioren / sich alleinerziehende mütter / obdachlose / asylwerber / allergiker) tut.
und naht ja schon der palmkätzchentag, miaooo.



rangierrevier Donnerstag, 4. 3. 2010, 0:00

stationsaufsicht
passionsfrucht
stationsfrucht
passionsaufsicht

ubahn, kalvarienberggasse (noch zu errichten)

verschieben aber tut man züge oder valuten (die tut man schieben, worauf schon der große georg kreisler im ausgesprochen schönen heinrich hinweist: sie verbluten für dich, schieben valuten für dich…)
wer aber weder ausgesprochen schön ist noch, zugleich, heinrich sich heißt, soll, umgekehrt, auf der hut sein, auf dass er nicht verschoben werde alswie ein tankwaggon auf ebener erde, der zuvor leergepumpt worden ist. oder versetzt, wie altes zahngold.
auf sei der hut, und es ist keine gefahr.



wirbelfest Mittwoch, 3. 3. 2010, 0:00

das herabstufen tropischer wirbelstürme geht nach und nach, sie verlieren auf ihrem wuselweg an kleinen unbewohnten inseln oder durch ansich unbedeutende abkühlungen des meeres unter ihnen unerwartet stark an zerstörungskraft, während sie zuvor in amerikanischer angstlust sehr schnell ganz oben angesetzt wurden, es könnte ja aaah! einen rekordwirbel geben, lawinenwarnstufe 6 von 5 für stürme, und dann würden alle umso stolzer vergehen, im dienste der patriotischen sache gewissermaßen, und wer papierener wollte denn bitteschön von einem lüfterl nur erfasst und niedergeschmettert werden, das es nicht auch zu einem hollywütigen blockbuster brächte?
selber aber, wie könnte man sich davor schützen, vollends durcheinandergewirbelt zu werden?
festzurren und – ja, das geht! – selber die sache herabstufen, ihr ihre wichtigkeit nehmen, das hemmt seiner kraft die nahrungszufuhr. und allemal besser sind mehrere kleine, ja, belebende lüfterl, als ein völlig devastierender, eo ipso rücksichsloser orkan (die natur hat nun einmal keine moral u. dergl.), so reizvoll sein spiel auch sein mag – streng ästhetisch betrachtet, versteht sich.
und sind wir ja nicht, keinesfalls, in den subtropen, so ein glück. bei uns weichen allemal noch die winterstürme, möglicherweise sogar dem wonnemond.



interessante frage Dienstag, 2. 3. 2010, 0:00

wenn er musik höre, so als ganzes, ob das etwa so sei, wie wenn andere ein buch läsen?
er jedenfalls würde nicht müde werden daran zu arbeiten, beim stummen lesen von musik, diese besser zum erklingen zu bringen, innen. und, in der folge, nach außen auch, oja.



frühlingsmütter 2010 Montag, 1. 3. 2010, 12:00

liebe mba,

erster märz, mit einemmal ist alles olympische von uns abgefallen, vor allem von uns österreichern, etliche andere sind nämlich um etliches weiter geflogen aber kürzer gefahren, haben uns die ansich uns zustehenden ersten treppenplätze, die ja die letzten treppenplätze sind – ganz hinauf müssen die klettern, nachdem sie sich eh schon beim sporteln selber am schwersten und immerhin effizientesten geplagt haben – wegeschnappt, vorenthalten, ja, gestohlen, wir können unsere sportlichkeit, den sog. olympischen geist, vor allem im sog. alpinen nicht durch gönnerhaftes schulterklopfen und staunen über die doch schon beträchtlichen leistungen der anderen, genetisch nicht so fürs schifahren ausgestatten nationen (schweiz, deutschland, italien, slowenien, kroatien, norwegen, finnland, schweden, usa, canada, marokko, jordanien) ausdrücken, verdammt, schafft doch all diese wettbewerbe ab oder unterdrückt hinkünftig informationen zur herkunft der gladiatoren, die sollen einfach für sich selber fahren, springen, schlifitzen oder geschliffene granitgewichter mit griff aufs eis schlenzen dürfen und uns bliebe das chauvinistische dummsprech in den massenzeitungen und fernsehkanälen erspart, oder, besser, weil erstens durchführbarer und zweitens und vor allem lustiger: engagiert doch bitte harry rowohlt als sportreporter, der kann von sich – glaubwürdig – behaupten, dass sein ausländerhass durch seinen inländerhass bei weitem aufgewogen wird, wenden wir uns nun aber wichtigeren, der warmen jahreszeit zugewandteren informationen zu, tiger woods nämlich, ein verwandter der tigerente, manche meinen, er sei gar die tigerente selber, und hölzern steht er ja auch da, wenn er mit seinem durch meine schuld, durch meine schuld, durch meine große schuld vor den medien abbitte leistet, dass er seine verfehlungen nicht vor ebendiesen auch begangen hat, so schönes bildundtonmaterial hat er uns vorenthalten, wofür er deeply um entschuldigung bitten möchte, er aber verliert einen weiteren sponsor, wir müssen uns sorgen machen um sein durchkommen, über die runden kommen, lasst uns also sammeln für die golfspielende tigerente, verbunden mit einem generellen aufruf zur ruhe verdammt noch einmal!

tut das gut. endlich ruhig.

das wird aber nix. draußen nämlich, wenn ich nicht in der seltener besuchten, ein gutes schwaches halbes jahr schon nimmer bewohnten großstadt weile, das ist ein gezwitscher und getschilpe, ein pfeifen undaber kein singen, weil auch sogenannte singvögel (wie alle rabenviecher; zu denen, wieder einmal, später) singen nicht, und wenn, dann mit schlechtester textverständlichkeit, nicht einmal messiæn hat das ganz zu transkribieren vermocht, allerhöchstens als vokalisen könnte man das bei bestem willen korrekt bezeichnen, und gilt es doch die wirklichkeit korrektest möglich abbildende worte zu finden, dazu selbstredend die entsprechenden fußangeln, pardon, -noten, ich gelobe mich zu bessern, abermals. draußen nämlich also schreien die vögel die krokusse herbei, brüllen die knospen an den zweigen in lauerstellung, der gosecker ginkgo etwa, ein riesenbonsai, den schon goethe gesehen haben soll (wenn er ihn nicht gar gepflanzt hat, was hat goethe nicht alles gesehen und gepflanzt mit seinem holden belebenden blick?), ist von präprotuberant-pubertären pickeln übersät, er kann es gar nimmer erwarten, bis dass er seine zweilappigen blätter an die luft lassen kann, ahh wird er sagen (auf ginkgisch) und über naahhcht ergrünen, so ist das nämlich, wenn auch noch nicht gleich und dann erst noch eine stunde später, wie das halt ab ende märz so ist sommerzeitbedingt.

großstädtisch aber haben längstschon die krähen alles andere getier vertrieben, sie bleiben das ganze jahr über vor ihren fleischtöpfen ägyptens, welche bei ihnen die müllhalden der zentraleuropäischen peripherie sind, nachts kehren sie von ihrer arbeit heim in die bis dahin stillen hinterhöfe und auf die platanen der parkanlagen, hugo wolf ist vor 150 jahren geboren worden, mahler auch, dem aber hat man in wien keinen park gewidmet, dafür durfte er (wolf) nicht hofoperndirektor werden, er wärs aber gerne geworden und hat dem mahler einen bösen bösen brief geschrieben, irr und wirr vor krankheit. in den kanariknasten bürgerlicher wie auch proletarischer haushalte aber werden in absehbarer zeit auch krähenvögel einziehen, rälfe und hanshuckebeins allesamt, die hansis und bubis werden letztlich selbst aus den wiener kleingartenanlagen verschwinden, keine zukunft auf der schmelz, und jetzt ists dann aber wirklich zeit für den frühling, in dem ich sie und uns alle vorfrühlend willkommen heißen mag.

wird schon werden. und nicht lang wirds dauern, da werden wir jammern, zweng derana hitz.

drinnen aber ists angenehm temperiert. kommen sie also zu meinen – wenigen, dafür feinst abgestimmten – konzerten und klangpräsentationsereignissen, nach salzburg in die franziskanerkirche, die max gandolph-bibliothek oder ins museum der moderne, nach klagenfurt in den dom zu pergolesi, nach wien in die alte schmiede oder nach fels am wagram zum wimmer czerny. und sonstnochdaunddorthin. steht ja alles rechtzeitg auf muetter.at in der vorschau.

und aufläufe und fleischtöpfische ruhekissen aber sind zu meiden, ja, fliehen, wenns auch unbequem sein mag. ist aber besser so.

ihnen aber jetzt viel ruhe und einen angenehmen frühling, ganz ohne aufmärsche u. dergl.,

herzlichst, ihr

bertl mütter, steyr und sonstwo, ende februar 2010


service

vorbei ist vorbei.

mütterlog (täglich, seit 1.12.2004)

– kaufen sie tonträger.

– konzerte, workshops, symposien: finden sie alles rechtzeitig auf muetter.at.

– der nächste mütterbrief kommt zirka am 1. juni 2010 zu mittag.



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