spinnenfraukusssorgen Sonntag, 28. 2. 2010, 0:00

was nun aber das gemeinsame des weberknechts mit der fieberblase sei, darauf würden aus einem anderen deutschen sprachraum stammende von selber nicht kommen, ganz sicher nicht. weiters bedächten nur wenige, dass kein weberknecht (er spinnt nicht, webt nicht einmal) je für die staubübersäten spinnweben wenig bewohnten gemäuers verantwortlich sein kann. wievielweniger erst für fieberblasen.
er jedenfalls war von allen anfängen darauf konditioniert, drüberzublasen: franzbranntwein drauf und geht schon: tätärätää! und: lippenkrank, das war etwas für tachinierer und militärmusikanten.



aussetzung des allerheiligsten Samstag, 27. 2. 2010, 0:00

am klagenfurter flughafen (der tägliche flug steht bevor) haben sie derart zahlreiches (und freundliches) securitycheckpersonal, als gälte es, die urne des landeshauptmanns zur himmelauffahrt zu bringen.
(der kapitän hieß, demgemäß, frankenstein.)



wohnstatt, karmakonform Freitag, 26. 2. 2010, 0:00

woran es wohl liegen mochte, dass künstlerzimmer in den ihnen gebuchten hotels ausschließlich neben dem aufzugschacht zum taxistandplatz hin (mit ganzjährig laufengelassenen motoren bei gleichzeitig ewigem stillstand) lagen?
er würde schön langsam beginnen, sich um ein besseres karma umzuschauen. und bitte rückwirkend, also für dieses, diesseitige leben, wenns geht. aber immerhin, der lift, ein aufstieg, und alle so freundlich.



knödellager stephansplatz Donnerstag, 25. 2. 2010, 0:00

als er in die ubahn kam, stank es am bahnsteig nach pferdedreck. der einfahrende zug aber war dennoch kein fiakergespann. wo waren aber die pferde oder zumindest ihre toilette? und: womit wurde die ubahn eigentlich betrieben?



metallbeißhemmungslos Mittwoch, 24. 2. 2010, 0:00

es kommt immer besseres nach.
sinnspruch

obs ein teil des olympischen schwurs ist, dass die medaillengewinner diese in einer jämmerlichen geste anknabbern müssen, fürs foto, so ein entsetzlicher blödsinn, sie sollens vonmiraus gleich aufessen, damit auch alle überzeugt sind, dass sie sich freuen, na was denn sonst, lebenshöhepunkt und so, und von nun an gehts bergab.
was unbedingt gegen jedwede olympiateilnahme spricht. wie ja auch der herbeigerufene schönste tag des lebens als drohendes verdikt über jeder eheschließung schwebt, was ebenso unbedingt gegen jeden auch nur gedanken auf eine eheschließung spricht.
es kommen immer bessere nach (ist im plural neutral, gewissermaßen).



vor dem beben Dienstag, 23. 2. 2010, 0:00



ich habe einen stempel!
– ich nicht
– – ich habe ein stempelkissen!
– – – ich stemple gern!
– – – – reden wir darüber?
– – – – – wann ficken wir?
– – – – – – heil antifa

ferngespräch (zeitversetzt), häuslwand, café eiles, wien

eine direktere konsekutivität als dieses eindrucksvolle dokument, wie schnell es in östereich politisch werden kann (sieben stufen!) ist schlichtweg unvorstellbar. eher noch der nicht völlig unpenetrante pfirsichduft (in der warmen jahreszeit erfahrungsgemäß duftiger, in der nase cremiger).
in österreich brodelts. soistes.



big business Montag, 22. 2. 2010, 0:00

wo gehen ich
liegen spucken
wursten von hunden
saufenkotz

ich denken müssen
in mund nehmen
aufschlecken schlucken
denken müssen nicht wollen

ernst jandl, franz hochedlinger-gasse

und das sicherste mittel, z.b. in wien, nicht in die hundescheiße zu steigen, wäre, selber so ein vermaledeites vieh an der leine zu führen.
jenen soziopathen aber, die immer noch glauben, ihre scheißköter aus ihren därmen aufs erbärmlichste stinkschläuche auf den asphalt pressen lassen zu können, ohne dieses geschäft dann wegräumen zu müssen, mögen die jandlschen visionen wahr werden, hundertfach ernst.



gefriergetrocknet Sonntag, 21. 2. 2010, 0:00

zwar ging die historische heizlampe links oberhalb der klomuschel nicht, aber es machte irgendwie ein gutes gefühl, während man auf der brille anfror. ja, ein wärmendes, so absurd das klingen mochte. und, immerhin, ob der kälte blieb die ausscheidungszelle zumindest den ganzen, mittlerweile – in dieser hinsicht nicht – vielzulangen winter nahezu geruchsfrei. und das bananenbild an der wand neutralisierte – auch thermisch – zusätzlich.



naturnah Samstag, 20. 2. 2010, 0:00

die mittelsüdostasiatische ziergrotte an der nordinnenwand des vietnamesischen restaurants in der märzstraße, es tropft wenig sauerstoff einbringend ins kleine bassin, die goldfische schnappen nach luft alswie waldviertler karpfen oder die sibirischen amure vom waldschacherteich beim abfischen im herbst, nur kleiner.
vorstellung, mit einem flamingo an der leine, wie es sie bereits südlich von cagliari im brackwasser gibt (die f., ohne l.) den das bassin angrenzenden speisesitzplatz einzunehmen (flamingos stehen lieber; man wird also den sessel zur seite stellen.). der flamingo ansich ist ja bekannt für seine perfekten fischmanieren – kein vergleich zum allzuderben pelikan.



mondkalenders doppelletterdilemma Freitag, 19. 2. 2010, 0:00

aussaattermineevaluation. ohne die nämlich geht gornix, willst du für vollmündigen verzehr ernten einstmals. – was für monde hat eigentlich der merkur?, fragte sich der friend-of im off.
mondlos, voll mondlos. (auch bei vollmond, anderswo; achja: wie müssen wir uns den vollmond am jupiter vorstellen? – und: welchen?)



wider betätigung Donnerstag, 18. 2. 2010, 0:00

betätigen der schalter durch unbefugte wird als bahnfrevel bestraft!
warnung, öbb

bahnfrevel, was für ein wuchtiges wort, es ruft zu uns aus einer anderen zeit, klingt alttestamentarisch, als wärs im zug der israeliten gestanden. bahnfrevel, grabschändung, blutschande. in jedem fall droht eine standrechtliche hinrichtung nach strich und faden, womöglich in mantua, oder in banden, oder am karl marx-hof, weil wo kämen wir da hin.
österreichs nichttotalitäre oberfläche ist dünn wie die haut vom gaugau, genau.



schneeuntertreiben Mittwoch, 17. 2. 2010, 0:00

es sind uns keine stifterschen symphonien überliefert. sie hätten auch die dimensionen von hochwalddurchquerungen. gehst du also im schneetreiben auf oder über die grebenzen, wobei du bei der schönangerwirtin auf einen reindling und einen jagatee (nicht zu verwechseln mit dem abgestanden tauchgesottenen schmelzwassergesöff brüllender schihütten) einkehr halten wirst, eine kluge frau ist das, so unvermittelt mitten im schnee (sie könnte auch die frau holle sein), so stapfst du entweder schweigend mit der imaginierten stiftersymphonie bergwärts oder aber du nimmst dir die 76er aufnahme der neunten von den salzburger festspielen mit im ohrenscheuklappenhut. drei sätze. bruckner, karajan, die wiener: die möglichkeit einer vollendung. weil bruckner, das ist stifter in musik.
so ein glück, das hier nicht nur ein gefühl ist, sondern viel mehr.
viel mehr, was für eine untertreibung.



bitte zurückrufen! Dienstag, 16. 2. 2010, 0:00

zusätzlich zum rückruf aller autos werden demnächst auch alle schuhe zurück in die werkstatt gerufen: bei einigen schnürsenkeln, aber auch zippverschlüssen und schnallen können sich unter gewissen umständen unhaltbar lockere zustände ergeben, sodass nicht ausgeschlossen werden kann, dass man, wenn man etwa dem autobus hinterherläuft, unbeabsichtigt ihrer verlustig geht, sehr witzig. eben.
… aber hinter welchem autobus? sind die nicht auch dann schon alle längst eingezogen?
bliebe noch, eine cycling tour zu unternehmen. wenn sich die pumpe nur nicht beim hosenbein verfängt:



¡holla frau holle! Montag, 15. 2. 2010, 0:00

polizei stellt 200 kilo kokain in wien und nö sicher
orfon (letzte meldung), 10.2.2010

womit der bedarf für die nächste zeit gesichert wäre. die wiener szene kann beruhigt aufschnaufen und sieht sich gelassen aufgekratzt die breite weiße straße in den frühling hineinziehen. und im april, wie schon der herr prinz wußte, kann es auch noch manchmal schneien.
ach polizei, du freund und helfer!



zahngst Sonntag, 14. 2. 2010, 0:00

angst vor dem zahnarzt sinkt mit sozialem status
orfon, 9.2.2010

… aber das ist ja in schweden, für uns gilt das nicht, gell? und zum glück gibts ja bei uns keine rechte oberschicht; man würde sich hüten, dazuzugehören: dieses bangen und heulen und zähneknirschen, wenn der halbjährliche vorbeugenistbesseralsheilentermin heranrückt.
also soo gut gehts uns doch gar nicht, das hat sich doch schon längst herauskristallisiert. eine allfällig überfällige angst vorm friseur fönfrisierter altfinanzministerieller defraudanten sei jedenfalls gesondert zu untersuchen. aber haare  tun ja bekanntermaßen nicht so weh wie dentale hohlräume. zumindest nicht den sie in die szene tragenden.
soviel zum valentinstag.



untermalt (abermals) Samstag, 13. 2. 2010, 0:00

nur weil du nicht paranoid bist,
brauchst du nicht zu glauben,
dass sie nicht hinter dir her sind.

sinnspruch, poesiealbum

das würde ein harter tag werden. schon in seinen träumen (war er auch – an sich beglückend – geflogen, so war er dabei stets auf der flucht gewesen) hatte er es gewusst. da zog er sich, der ruhe und des konzentrierten arbeitens wegen, in sein kloster in den bergen zurück und wurde tagtäglich punkt sieben von pressluftunterstützten stemmarbeiten direkt unter seiner zelle ins halbbewusste gebröht, die zweite hirnhälfte wurde vom nebenan mit seiner tuba christliche hymnen desorientiert intonierenden pater stefan aufweckbetäubt, das klang, als hätte er eingespeichelten oblatenpapp im mund. um sich abzulenken, studierte er ein paar über nacht hereinkommene emails, zwei programmankündigungen schmetterten ihn, den bereits am boden liegenden, endgültig hin: ein veranstaltungshinweis mit hinausposaunt und, natürlich seine hochsensible musikalische gestaltungskunst direkt betreffend, das unvermeidliche untermalt.
man sollte weniger empfindlich sein und alles wäre einfacher.
schon gut. aber dann wärs die musik auch: bleampalad, plump, hump oder dump, für die derrischen, das wäre zudem demokratischer, weil der überwiegenden mehrheit gerecht.
da behaupte einer, die kunst solle nicht abgehoben sein!
um es klarzustellen: er liebte es kontakte herzustellen, zu verbinden, communio. und pater stefans gegenüberübungen stand (oder lag) er voll sympathie gegenüber.
viertelneun. alles still. ‘sgibt kein gebrumm. vollendetes silentium.
auf, auf!



was könnte ich werden? Freitag, 12. 2. 2010, 0:00

waffenlobbyist mit gut und unschuldsvermutung!, entfuhr es wie aus der mp geschossen seinem altklugen kindermund, so ein gescheites kerlchen aber auch. borges muss auf ihn in seiner universalgeschichte der niedertracht vergessen haben. nein, hat er nicht. die literarisierung, sie wäre einer veredlung, mithin verharmlosung gleichgekommen.
was geht in einem solchen menschen vor? – aber was haben sie denn, ist doch alles streng legal und was legal ist hat auch moral, das ist doch normal.
tüpen gibts, die sind zum speim.
soviel zum 12. februar. (es gilt, zumindest beide seiten auszurüsten, zuzurüsten, je nachdem.)



es is wos gscheng Donnerstag, 11. 2. 2010, 0:00

3.000 hühner auf dem weg zum schlachthof tödlich verunglückt.
apa

… das können nur max und moritz gewesen sein!



es muaß wos gscheng Mittwoch, 10. 2. 2010, 0:00

bäuerlichen schritts wankten die landjugendlichen in die, wenngleich inkorporierte, so doch merkwürdig extraterritoriale zeitgeistvinotheque. ihr bellstimmenbelfern schien direkt aus einem egger-lienz-gemälde herabgestiegen zu sein, hätte sich die szenerie im ost- oder im südtirolischen puschtatol begeben. so aber gab man sich grebenzensteirisch (mit diesem gewissen kärtner einhauch), und könnten sie in ihrer samstagabendlichen dumpfbackigkeit für irgendeine große idee (für die es sich lohnen würde) ins feld ziehen, sie würdens glatt und ohne mit den wimperwülsten zu zucken, mir no an weißn mid rum, ja genau, kruzifixe in alle autos, statt oder besser: zusätzlich zum gleichermaßen verpflichtenden wunderbaum.



speiset den herrn! Dienstag, 9. 2. 2010, 0:00

die wurscht als solches
hat prozentuell
um die wenigere hälfte mehr fett
als die andere

padre latrini, seitenstetten, etwa 1980 (überliefert von j. k. steiner)

was es nicht alles zum essen oder trinken gibt, das uns deshalb schmecken soll, weil es sich mit dem namen eines großen schmückt, sich auf ihn beruft. populär etwa sind mozartkugeln, bachwürfel, ja, im konfektbereich hat es sogar webern (in mittersill, woauchsonst) zu einem (in jedem fall postmortalen) webernzigarrl gebracht. weiters warten wir auf weberwaffeln, glinkagolatschen, dittersdorffdatschkerl, brucknerbuchteln und chopinschöberl, letztere als nicht mehr ganz so süße suppeneinlagen, und wo bleibt die allzulangerwartete suppésuppe eigentlich?
die compositöre verlassend kringeln sich schillerlocken, e. t. a. hofmannstropfen (schon die vornamensinitialen zu ernst, theodor und amadeus tropfen nachgerade wirklich), womit wir in königsberg angekommen wären. wie es aber der andere dem von der krone einfach gehaltenen volke nicht übermäßig geläufige herr aus dem heutigen kaliningrad zu einer derartig deftigen beliebtheit gebracht haben mag, muss dem philosophen in mir ein rätsel bleiben, und dafür aber eben sei die ancilla theologiæ gerade eben recht: dringend zu erstellen sei, als fürderhin grundsätzliches akademisches standardwerk, die umfassende monographie über die kantwurst.
und die kantwurst, wenn man sie von hinten überfällig über die rübe gezogen bekommt, ist deswegen noch lange keine gnackwurscht. knackwürste (so die korrekte schreibweise) hierzulande (nicht etwa in sachsen oder in sachsen-anhalt oder in thüringen; aber wo sei denn das, hierzulande?) kann man sich als kranz um den hals hängen, ehrenpreise für verdiente hunde etwa sehen so aus, das aber nur nebenbei und zur generellen absteckung des terrains, wie es heißt.
an die arbeit nun. halleluja.



gestürzt Montag, 8. 2. 2010, 0:00

will you still need me?
will you still feed me?

populärmusikalische frage, 1967

23 jahre nach 1946 war das, und 1946, das war vor 64 jahren, was für eine merkwürdiger ziffernsturz, eine regelrechte zahlenjonglage, und in ihrem brennpunkt steht der jongleur, und natürlich ist jeder geburtstag ein völlig willkürlicher feier- oder gedenkanlass, tafeln werden angebracht werden, nachdem man aufs peinlichste abgewogen haben wird, ob ihm die textauswahl und das format (8 x 8?) und die schriftgröße recht gewesen wären und ob es dieser oder jener ihm einstmals nahestehenden person damit gut oder doch eher nicht so gut ginge und was der offizielle portraitbiograph noch dazu meinen könnte, eine riesige parallelaktion, wie seinem fröhlich schwirrköpfigen werk entnommen, er aber hat absurditäten dieser art stets nur gespiegelt, war selber klar, sowas von klar in seinem kopf, klarer gehts nicht, das haben viele bis heute nicht verwunden, völlig unterformatig allesamt, das aber ist keine schande, es kann ja gar nicht anders sein und es wär ihm sowas von wurscht gewesen, weil wer so ein format hat, der braucht keinen genierer, und wenn der geniebegriff auch längst als obsolet gelten muss, den jongleur umschwirrt er alswie die elektronen in einem atommodell den kern, und 64 wäre er heute geworden, er füttert uns weiterhin mit seinen zauberwelten, und dass wir ihn brauchen, was für eine frage auch.
gert jonke, du fehlst so.



verhörverstand Sonntag, 7. 2. 2010, 0:00

der mann (79, anm.) fragte nach dem weg, der mitarbeiter (d. bank, anm.) verstand nur “pistole”. daraufhin lief eine großfahndung.
orfon, 1.2.2010

der gute, in der berufsberatung – was die action-komponente seines seins betrifft – eindeutig und beiweitem unterschätzte undalso fehlberatene bankbeamte hat den dreisten wegefrager (zu verstehen sei: wegelagerer) wohl für einen bankräuber gehalten, nicht aber gleich ihn, sondern lediglich die luft angehalten: so zirka sechzig minuten währte seine schrecksekunde, dann aber ist alles schlag auf schlag gegangen, großfahndung, das gesamte straßen-, eisenbahn-, straßenbahn-, ubahn- und luftnetz österreichs wäre bis zum ende des monats gesperrt gewesen, hätten sie den schurken nicht baldschon dingfest gemacht. ein weiterer peinlicher misserfolg für die polizei, musste sie doch durch den leiter der wiener polizeipressestelle dass sich später die unschuld des mannes herausstellte, könne “immer passieren” verlauten lassen. weil wie wir schon und spätestens seit kafka wissen: die schuld ist immer zweifellos (und im zweifel größer!).
den in seiner jobdescription zum anzugtragen verpflichteten schalterwalter möchten wir dem wiederzuerweckenden team von kommissar rex anempfehlen. oder, nagut, kottan. aufdass es endlich einen wirklichen inspekter gebe.
der 79-jährige aber, er möge dochnoch gut im bristol angekommen sein.



steinheilig Samstag, 6. 2. 2010, 0:00

wie denn das zu verstehen ist, wenn sich der hl. stuhl sorgen macht wegen neuer englischer gleichbehandlungsgesetze, weil es gebe ja ein naturgesetzliches gesetz, das direkt vom herrn gott komnt, das müsse, zumindest was die hl. kath. kirche betrifft, vorrang haben, für uns gilt das nicht, gell?, und wie käme die kirche auch dazu, gezwungen werden zu können, auch (sic?) homosexuelle und transen anstellen zu müssen?
… der werfe den ersten stein, steht wo, wo etliches steht, auf das sich, wenns frommt, berufene sehr gerne berufen.



dogwalk Freitag, 5. 2. 2010, 0:00

hundekot
sackerl – spender

automatenaufschrift, graz, stadtpark

bei näherer betrachtung konnte er nur den auslassschlitz zur entnahme der sackerl erkennen. wo man den – kostenlosen! – kot beziehen konnte, war nicht erkennbar, außerdem war der steiermarkfichtengrüne spenderständer merkwürdig klein, sodass er sich fragte, wo der hundekot denn nun gespeichert war, auf dass man ihn sich spenden lassen und, zum beispiel, ins profil einmassieren könne.
die taubenkotabgabe aus den bäumen funktionierte indes tadellos, konnte er sich am gestreuten asphalt beruhigt überzeugen.



nasszellenzauberein Donnerstag, 4. 2. 2010, 0:00

bad design
heizung

fahrzeugaufschrift, wien

da war er und lauerte auf ihn, frühmorgens, der einhandmischer im bad der gastfreundlichen wohnung, und was denn das überhaupt wäre, ein einhandmischer, ähnlich schwer zu verstehen wie damals in der zweiten klasse gymnasium das wort schiefe ebene. einhand. mischen. welches kartenspiel? im bad? zilk?
der duschvorhang indes hielt, was die armaturen versprachen.



wohnvorfühling Mittwoch, 3. 2. 2010, 0:00

völlig unvorbereitet gewahrte er den käfig mit vier spatzengroßen buntvögeln. in diesem hause aber vermisste er die zoologisch korrekte bezeichnung, links unten: name (hansi etc), art (streng nach linnæus, selbstverständlich latein), verbreitungsgebiet (in freier wildbahn). sie quakten froschartig (wie auch sonst?) daher und flatterten panisch im ihnen zugestandenen hochquader umher. etwas später redeten zwei offensichtlich artgleiche mit ihren karottenfarbenen finkenschnäbeln miteinander in großen sekunden. aber erst minuten später (er belauschte sie, heimlich interessiert) schwang einer (wohl der nur spatzenfarbene von ihnen) sich zu einem betörenden gesang auf, oja. da aber lichtmess war, hell und klar, war der frühling noch weit.
den käfigexistenzen dürfte das egal gewesen sein. waren ja keine murmeltiere oder ötscherbären.



knackig, steif, sehr spannend Dienstag, 2. 2. 2010, 0:00

eingeknickt eingenickt auf der knautschcouch erwachte er mitten in der nacht und fühlte sich wie ein frischgehenkter, wenn sich frischgehenkte noch fühlten, drüben halt irgendwie, und lichtmess bedeutete auch mit kopfhalsnackenstarrem einknickschmerz eine stunde mehr, was man damit sinnvolles anfangen hätte können, hämmerte sein panzer aufs genick gnack.



zugwunder (hl. st. valentin, bittfüruns!) Montag, 1. 2. 2010, 0:00

durch fahrplangemäß rechtzeitiges aufstehen noch vor dem dadurch um wesentliches verkürzten tunnel gelang es ihm doch noch, den zug zu beschleunigen, ja, regelrecht zu versetzen (keiner bemerkte es). so konnte der anschlusszug locker erreicht werden, auch von den anderen, was das wunder bekräftigte, nicht zuletzt auch ob der selbstlosigkeit seines beherzten anzieheinsatzes.



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