süßsauer (nicht: bittersüß) Sonntag, 31. 1. 2010, 0:00

waidwund, sich leckend, aber nicht, dass der speichel heile, sondern rechtzeitig davor die wunde wieder aufkratzend, auf dass es mit sicherer beständigkeit weiterschwäre, lecken, den scheuen, wirren, irren blick perfektionierend bis zur unvermeidlich ausbleibenmüssenden apotheose.
was können menschen doch armsein. und mit welcher wonne erst. also bitte
neustart (mit komplettreset)!
er aber war gegenüber solchen personen mit auratischer leidensmonstranz völlig ratlos.



hoppauf, hoppaus! Samstag, 30. 1. 2010, 0:00

dass sie nun auch ein gedenkrennen veranstalten zu seinem sechziger, könnte man, um das beliebteste kärntner selbstmitleidsvokabel zu bemühen, fast schon als pietätlos bezeichnen.
aber nein, es ist kein rallye-kriterium von velden über den stadtkrämer (einmal hinten nachtanken, bitte!) bis zum zieleinlauf in lambichl, obwohl auch der katschberg onomatopoetisch nicht schlecht gewählt ist.



phaetonphantomphänomen Freitag, 29. 1. 2010, 0:00

zu seinem 60er legte man an der unfallstelle einige gedenkminuten ein.
hoffentlich hat man sie rexdicht mit gummi und bügel verschlossen.
die gedächtnismesse (kein gedenkgottesdienst also) werde am sonntag gelesen, heißt es noch im orfon: alle kärntner sind eingeladen. alle. kärntner. und wehe!
würde bigotterie und bestemmblödheit wehtun, die schreie aus kärnten würden den himmel verfinstern, dagegen wären krähen nicht nur zoologisch sondern auch empfundenerweise singvögel, und der sonnenwagen stürzte ein weiteres mal herab, ein fortgesetzter weltenbrand, genährt von der asche, zerstreut in alle winde, und über allen bären ist ruh.



weisheit, vorauseilende Donnerstag, 28. 1. 2010, 0:00

und, ja, er würde aus schaden klug werden und mit seinem magnetpatentschlüssel die streusandsteinchen aus dem profil seiner kurzumseckgehschlapfen erst dann entfernen, wenn er auch die wohnungstüre aufgeschlossen hätte, stellte er sich vor, und das, obwohl es sich nur um einen gedachten, für möglich gehaltenen schaden handelte, es war garnichts schlimmes passiert, der rusel aber konnte sich schon ganz schön hartnäckig ins profil verbeißen, und das kratzte auf dem vollholzimitatlaminat recht unangenehm.



untermalt oder so (2) Mittwoch, 27. 1. 2010, 0:00

nun war das malheur aber einmal geschehen (es konnte gar keine böse absicht dahinter stecken). also wollte er dennoch (aber ohne trotz, also nicht trotzdem) – eine professionelle einstellung ziere auch den amateur (als der er sich stets verstehen wollte, im wörtlichsten sinn) – alles andere denn eine umrahmung (gar eine entrahmung – sog. ummolkung) bieten. aber, zugleich, wollte er sich äußern, voller sympathie und ohne groll, nämlich pro futuro für seine kolleginnen und kollegen, für deren rahmenlose (entrahmte) einladungen fürderhin.
obwohl, für künstlerische salzteigpräsentationen pornographischer motive im foyer irgendeiner abgebrannten hypobank könnte es schon ganz gut passen. (ist auch eine eigene branche, die der wabermusik im untermalungshintergrund historischen filmmaterials, über deren inhalt hier mit rücksicht auf den freuzügig gestalteten inhalt nichts näheres veröffentlicht werden darf, man ist ein sauberes blatt i.e. blog –  und bliese auch ein ebensolches, spielte man ein mit einem oder zwei rohrblättern zur tonerzeugung versehenes instrument.)



untermalt oder so (1) Dienstag, 26. 1. 2010, 0:00

diesmal aber war ihm ein entscheidender fehler passiert. er hatte sich vor der veranstaltung einen automatisierten ankündigungshinweis geben lassen und auch tatsächlich das link angeklikkt. augenblicklich verfiel er. das war ja, wie wenn in den ortsparteischaukästen die ankündigung zum bunten abend, um ihre lustigkeit zu unterstreichen, windschief an die korkwand gepinnt wurden. musikalische umrahmung hatten sie geschrieben. auweh.
das war ja wie brötchen mit lachsersatz beim seniorenfasching. sodbrennen on demand.
nun gut. wer musikalische umrahmung schreibt, kriegt, was er bestellt, und das ist in jedem fall entsetzlich, eine gefährliche drohung, günstigstenfalls einer loriotszene mit dickie hoppenstedt (pubertäre blockflöte) oder herrn müller-lüdenscheidt (herrenbadewannentchen) entnommen, mütter – äh – mutter, wir danken dir!
zu blöd, dass die veranstaltung nach dem aschermittwoch angesetzt worden war.



beamen ohne schienen Montag, 25. 1. 2010, 0:00

kehren wir zur öbb zurück, ganz ohne rückfahrkarte: wie recherchen ergeben haben, hat man ja das problem des beamens schon längst gelöst: man braucht lediglich alle einzelatome bzw. ihre bestandteile auf ein gewisses energieniveau zu bringen (sagen wir ein paar hundert millionen grad), und schon kann man jedwedes verschickgut (verlorne brillen, rodelfäustlinge, aber auch ganze kinder und sogar ausgewachsene) bequem versenden; die erste phase ist vergleichsweise problemfrei – die wirklichen schwierigkeiten liegen beim richtigen, d.h. identischen zusammensetzen, alles wie vorher. außer im raumschiff enterprise hat sich noch niemand bei scotty in die maschine zu stellen getraut.
wie wir wissen, heißt die supermoderne fahrplanabfrage in echtzeit der österreichischen bundesbahnen scotty. was uns das wohl sagen will?



net statt nat Sonntag, 24. 1. 2010, 0:00

papst: priester sollen internet mehr nutzen
bietet „seelsorgerisch unbegrenzte perspektiven”

orfon, 23.1.2010

die süßem kids ganz nackt im bett…
– gott segne unser internet!

manfred deix

mir gefällt besonders, dass der herr papst sein ihm per gelübde angeschwornes bodenpersonal dazu anhält, doch das internet mehr zu nützen. (oder sagt man nutzen?)
eine pragmatische entscheidung: gibt es weniger klagen undalso weniger millionenzahlungen, wie in irland oder nordamerika. also setzt sich gottlob die st. pöltner schule von küchl & krenn durch (von denen hat man so lange nichts gehört; waren also ausreichend im off um diesen coup zu landen): die neue selbstbedienungspolitik des vatikan: internet statt internat.
halleluja.



philanthropischer vandalismus (handlungsanweisung) Samstag, 23. 1. 2010, 0:00

chris lohner mit pu-schaum das maul stopfen. natürlich nur symbolisch durch – eine zu konzertierende aktion! – flächendeckend gleichzeitiges verkleben sämtlicher (aller!) lautsprecher im erweiterten beschallungsraum der öbb. railjets, auch auf auslandsstrecken (d, fl, ch, h), ausdrücklich inklusive.
dann wär auf der erde ruh’.



spitzlau Freitag, 22. 1. 2010, 0:00

ich hatte viel bekümmelnis
schmerzenskantate (abgewandert)

nämlich nach dem einsetzen (hineinpappen) eines sog. provisoriums vor der zirkonoxidkroneneinsetzung (strengstes zahnseideverbot!) dem guster nachgeben und kohlsprossen mit erdäpfeln unter reichlicher zugabe von kümmel (jahrelang ging das nicht!) zu genießen und dann gerade linksoben beim sechser dort kümmel sich verfangen erdulden müssend, zahnseideverbot, strengstes, wie gesagt, also fest mit der zunge herumgespielt, bis sie gefühlt durchstochen ist, autopiercing also, sowas darf man doch mit fug und recht und wortwörtlich als purste bekümmelnis bezeichnen, als was den sonst bitteschön?
montag aber ist montagetag. malzeid.



syndromsymptom (ein traum) Donnerstag, 21. 1. 2010, 0:00

politainmentveranstaltung. vorne der bundeskanzler der republik österreich, werner faymann. es geht aber um wichtige, ja ernste angelegenheiten. aber reden tut er, als wärs eine gaudiveranstaltung und diene der unterhaltung. da platzt mir (hinten rechts, unter der galerie dieses bezirksarbeiterkammersaals aus den späten siebzigerjahren) der kragen, ich springe auf und rufe nach vorne was soll denn das, es geht hier um wichtige dinge und sie reden da, als hätte man ihnen ein lebkuchenherz geschenkt! wie überhaupt schon lange keine politik mehr gemacht wird, die sich der probleme der menschen und der gesellschaft ehrlich annimmt! sind denn hier alle blind und taub, allen voran sie als bundeskanzler, der nicht mehr zusammenbringt, als freundlich bis hilflos zu lächeln, ohne dabei und damit auch nur das geringste weiter zu bringen?! ich rede mich in rage, es überschlägt mir die stimme und mein kopf läuft an, wie wenn petzner den lebensmenschen und des lebensmenschen lebenswerk vor feixendem blaumob verteidigen muss.
irritiert und etwas betropezt lässt man mich gewähren, etliche heben und senken seufzend die schultern – faymann auch! –, aber keiner setzt ein zeichen des änderungswillens, der karren ist nun einmal im dreck und wird einbetoniert, so muss es wohl sein. man hebt, als ich den namen kreiskys beschwöre, nur raunend die augenbrauen, mehr nicht. als müsste ein krieg her!, höre ich mich noch stammeln, aber dass die menschen so in ihrem besinnungslosigkeitsbestemm verharren, will ich doch nicht glauben und erwache.
in den morgennachrichten wird faymann mit keinem wort erwähnt. dabei ist er doch nur ein symptom des syndroms. mir schwindelt.



fokkersmoker | anjonkdenk Mittwoch, 20. 1. 2010, 0:00

triebwerk rauchte: aua-maschine evakuiert
orfon, 19.1.2010

im artikel dann schreiben sie: beim starten hat das linke triebwerk zu rauchen begonnen.
ich weiß, es ist eine billige pointe (es scheint sich um eine woche der aufgelegten pointen zu handeln), aber auf flügen herrscht längst schon striktestes rauchverbot, und so eines gilt doch wohl auch außerhalb der kabine.
dass der artikel aber am 19. jänner erscheint, ein jahr nach seinem begräbnis, erinnert mich an den liebsten und ehrlichsten aller raucher, wie wir ende märz 2008 in st. petersburg auf unseren rückflug gewartetet haben (verspätung; man erwartete eine fokker 100), und wie sie im flughafengebäude den lückenlosen nichtraucherhimmel ausgerufen hatten, nicht einmal einen rauchkarzer hat es gegeben (wenn er will ist er eben noch gründlicher und europäischer alswie der westeuropäer und noch amerikanischer alswie der amerikaner, der russ), wie er zunehmend zustandsgebunden geflucht hat, auf alle und alles, hadernd mit den irdischen kräften vor allem, und sein schwur, niemehrwieder zu fliegen, das sei ja beugehaft, ehrlich erbost.
hättest du deinen flugbannfluch doch nicht so strikt eingehalten, mein lieber gert. wie du fehlst, mehr als ein jahr nach deinem tod, um nichts weniger, was soll ich sagen.



unteilbar enteilt Dienstag, 19. 1. 2010, 0:00

und moses, zugbegleiter bei der äbb, den zuerst im besitze seiner nachfahren stehenden, später dann verstaatlichten, mithin also postpotipharischen ägyptischen bundesbahnen, fuhr ja in wirklichkeit mit dem zug der israeliten (jericho-express) zum schilfmeer, stieg aus seinem dienstabteil, nahm seine kelle (oder wars der nothammer?), hielt ihn auf die fluten und befahl (wenig originell, aber wegen seiner originalität hatte man ihn sich ja nicht zum zugchef gewählt): dien, stab, teil!
so zogen sie weiter.
beim eintreffen des zuges dann hatten sie etwa vierzig jahre (lediglich dreihundertfünfzigtausendsechshundertvierzig stunden, immerhin aber gut einundzwanzig millionen achtunddreißigtausendvierhundert minuten) verspätung. diese vergütete man in der folge nur sehr schleppend, man gab vor, wichtigere dinge zu tun zu haben. um die reisenden trotzdem zumindest nicht weiter unnötig zu provozieren, wurde aber der name des zuges still und heimlich in einen rein numerischen umgewandelt, auch, weil sich kein namenssponsor mehr fand). später gliederten die äbb das auf der nunmehrigen nebenstrecke ins gelobte land fahrende eisenbahnervolk aus seinem sich mehr in richtung assuan, abu simbel und weiter bis ins land kusch zum dritten katarakt (der ein fernziel bleiben sollte) sich orientierenden unternehmen (ja, die hauptstrecken!) überhaupt aus.
so wars und nicht anders. und der vatikan hat den juden immer schon – vor allem im dritten reich piuszwölffach hochgradig heroisch tugendhaft – geholfen, so verborgen wie möglich halt, damit es keiner merkt, nicht einmal die juden, und wenns der papst sagt, musses ja stimmen.
er aber wollte fürderhin bei den beliebten verspätungen seines reiseunternehmens bescheidenheit und demut walten lassen, nahm er sich zumindest vor.



verpasst Montag, 18. 1. 2010, 0:00

www.mitter-trans.at
homepageangabenaufschrift (lkw)

ja schon, ihr seid ein transportunternehmen, das ist ja alles leicht recherchierbar, wenn man eure netzadresse auf einem eurer wägen gesehen und ungläubig notiert hat, im vor brillianz nicht gerade sprühenden oberösterreichischen schotterkleinbaronderivatsgewerbe. aber muss es wirklich so sein, dass man so einen aufgelegten treffer, der wenigstens ein quantum of pfiffigkeit vermitteln könnte, links liegen lässt?
hier mein fluch: ich schwöre dass ich meinen schotter, meine kräne und meine sonstigen von schwertransportern zu transportierenden güter und gewichtigen gedanken von anderen, spontaner denkenden, auf dem landweg herumführen lassen werde. da ich aber bis auf weiteres, wie es scheint, nichts materielles zum herumführen habe, wird dies die transmitter von mittertrans nicht im geringsten kratzen und an ihnen völlig spurlos vorüberziehen.
meinetwegen, es werden ihre nervenbahnen nicht von botenstoffen über eine derartige irritation in kenntnis gesetzt, und das wird wohl auch besser sein so.
mein herze aber bleibet rein.



zu bunt! Sonntag, 17. 1. 2010, 0:00

eisenstadt. 50.000 euro schaden verursachten unbekannte diebe am friedhof nickelsdorf. sie stahlen bei mindestens 165 gräbern vasen, engel und ziergegenstände. die gegenstände waren aus bronze, kupferblech oder anderen buntmetallen.
der standard, 15.1.2010

burgenland, schwarzmetall- (eisen ist bekanntlich eines) und buntmetallland. und da die dreisten diebe, die perfiderweise unbekannt blieben (weshalb sie verfolgt seien bis ins dritte glied; allgemeinbekannte gemeingutberauber, wie sie in kärnten als scheuchen die dörf(l)er verwesen, werden im rechtsstaat traditioneller weise nicht eingesperrt), da diese dreisten diebe, ritter vom ni!, doch irgendwie pietätvoll erscheinen wollten, haben sie den gottesacker an einem übergangsort (endroit de passage) hundertfünfundsechzigfach abgeweidet. ich meine da nicht nickelsdorf als legendärer autofahrerunterwegsnotablen grenzort zu ungarn (nickelsdorf: stau durch den ort, schleppende abfertigung, wartezeit bis zu sechs stunden, bitte nutzen sie auch die kleineren grenzübergänge), sondern nickelsdorf als ort, der ein ebensolches metall in seinem namen führt: nickel (chem: ni) ist nämlich ein: übergangsmetall.
wohl bekomms!



haarnachtrag (2) Samstag, 16. 1. 2010, 0:00

dank der aufmerksamen jungen dame aus graz, die mich bei einer veranstaltung im schutzhaus zukunft davon in kenntnis setzte, dass man nicht nur in leoben einen (den) hairgott besuchen kann, sondern dass es in graz (klischeechinesisch: glaaz) die exklusive möglichkeit auf einen kaiserschnitt auch für den herrn gibt.
zukunft, schutz, jawohl: deshalb kein link, nein wirklich nicht.



haarnachtrag (1) Freitag, 15. 1. 2010, 0:00

es sei doch endlich eine eigene liste der stewardessenfrisuren anzulegen, vermutlich aber gab es die längstschon bei den internationalen stewardessenrekrutierungsbureaux, weil es stets darnach zu trachten, den p.t. fluggästen einen möglichst ausgewogenen stewardessenfrisurenmix zu bieten:
pony |||
pferdeschwanz (doppelt gebunden) |||||
kurzhaar (weibl. bubikopf) |||
dutt (am hinterkopf) || (purser)
prinzessin diana (fehlt; im cockpit [vermutl.])



zukunftskristallin Donnerstag, 14. 1. 2010, 0:00

mit den wirtschaftsnachrichten ist es ja genauso wie mit den promi-, sport-, auto- oder derberotikformaten und ihren kombinationen: solche sendungen richten sich an uns eunuchen, kenner allesamt ohne beweisantrittszwang, ausgewiesenermaßen unvermögende, die sich gerne die hoffnungslose hoffnung vorspielen lassen, und der börsenkursfernsehabglanz scheint ja ins wohnschlafzimmerchen oder nicht. um es griffig zu formulieren: wir sind grasser!
seit ehundje.



börselbrösel Mittwoch, 13. 1. 2010, 0:00

warum nur permanent in den hotels und halböffentlichen, stets nur behaupteterweise businessafinen plätzen und loungen von verkehrseinrichtungen den ganzen tag diese wirtschaftsnachrichtensender laufen, wo dauernd wichtiche experten sagen, wie es in der zukunft weitergehen wird, ganz sicher, und aber das einzig sichere an diesen prognosen (wie, per definitionem der zukunft selbst) ist doch ihr nichteintreffen, vielleicht ist das ihr geheimer effekt; wenn es aber die absicht sein sollte, sagt uns bitte endlich den völligen zusammenbruch voraus und vertschüsst euch dann, bevor wir (wer wäre das, wir?) euch mit nassen fetzen davonjagen, per sæcula sæculorum danke (um ein vokal- und silbenanzahlsidentes wort zu verwenden).



haarimbiss, oberösterreichisch Dienstag, 12. 1. 2010, 0:00

leberkaspepi nennt sich eine sehr beliebte linzer imbissinstitution.
pepi heißt zumindest in ostösterreich seit ehundje das haarteil, das sich bedürftige zum haareteilenkönnen (mehr als die beliebten zwei rechts, drei links aus der seinerzeitigen priorinvondoktordrallewerbung) meist eher schlecht als recht auf den kopf batzen. eben, der leberkaspepi, ihre neue frisur für die nachhaarzeit, aufs denkbar und dankbar engste verwandt der bundesdeutschen fleischmütze. malzeid.
(schmeckt übrigens vorzüglich.)



schmankerlimbiss, bayerisch Montag, 11. 1. 2010, 0:00

münchens bahnhofsgegend war immer gut für ein spontannächtliche kulinarische dummheiten, auch abseits der kebabbuden fand er immer aufs leichteste in den bauch der stadt, wo es magenzumutungen gab, die man letztlich auch nicht missen sollte wenn man ein als komplett zu bezeichnendes leben anstrebte, und hernach fiel es ihm wieder für eine zeit nicht schwer, sich über den zustand unserer welt nicht zu wundern, ja, nicht einmal sich nicht zu empören, und er war zumindest gewillt, mit all den gestalten, daran zu glauben, dass es damals tatsächlich besser, zumindest nicht schlechter gewesen sei, sicherlich, genau, nicht viel jedenfalls. sonst war nämlich eh ollas oarsch, wie man in der alleröstlichsten deutschsprachigen metropolis sagen würde.
im radio spielten sie, nach by the rivers of babylon, dancing queen. die welt war gut.



bitte abkratzen Sonntag, 10. 1. 2010, 0:00

diese teflonangst, die vor allem leute aufzuweisen scheinen, die sich üblicherweise eher weniger um eine praktisch funktionierende denn eine perfekt eingerichtete küche kümmern und die wiederum menschen mit dichten küchenpraktischen erfahrungen regelmäßig bei verwendung von – bei ihnen eher ausgestelltem denn verwendetem – küchengerät auf den bitteschön ordnungsgemäßen, etwa nicht die empfindliche antihaftbeschichtung (teflon) zerkratzenden pfleglichen umgang mit ihren töpfen und pfannen hinzuweisen pflegen.
neben teflonköchen gibt es bekanntlich auch gleichgeartete politiker oder banker oder expolitiker oder exbanker oder expolitiker und exbanker in personalunion, experten durchunddurch. manche von ihnen haben eine teflonfönfrisur, und jeder nochsogroße dreck (den sie in der regel selbst produzieren) perlt an ihnen ab, die anderen aber versauen.



unerwartet erwartet Samstag, 9. 1. 2010, 0:00

der allerunterste raum des oceandampfers, der das ganze schiff durchgeht, ist völlig leer, allerdings ist er kaum ein meter hoch. die konstruktion des schiffes verlangt diesen leeren raum. ganz leer ist er nicht, er gehört den ratten
franz kafka, 1922

völlig leer war es im riesigen loft. wo es während des arbeitsjahres so geschäftig zugehen musste, wie es in einem medienkontor, sollte der nicht bankerotte gehen, zugehen musste, herrschte eine stille, die ihn sein unaufgeregtes herz pochen hören ließ. auch alle einrichtung schien für die zeit ihres nichtgebrauchtwerdens abtransportiert, nach den betriebsferien (oder war es nur ein wochenende?) würden sicherlich und völlig unhinterfragensnotwendig alle geräte wieder an ihrem platz sein. so aber waren nur die arbeitsflächen, schlichte, an den wänden montierte klapptische, erkennbar, dazu ein paar sessel, die man hier stühle nannte. um seine dringlichen arbeiten zu erledigen (er wusste beim besten willen nicht, welcher natur die waren; gleichzeitig war klar, dass er sich nur hinzusetzen brauchte, und er würde rasch vorwärts kommen), setzte er sich in den ersten raum gleich links bei der eingangstür, es musste das zimmer der empfangsdame sein. auch hier gab es nirgendwo irgendwelche persönlichen bureauutensilien, keinen hinweis auf die hier arbeitenden menschen oder ihre lieben, wie sie gerade empfangsdamen gerne vor sich auf dem schreibtisch placierten. die arbeit (selbst bei ihrer verrichtung hätte er, gefragt, nicht sagen können, worin nun genau sie bestand) ging erwartungsgemäß rasch vonstatten. bevor er aufbrechen wollte, konnte er es, von neugierde, die keinerlei spionageabsicht entsprang, getrieben, doch nicht unterlassen, noch die riesenhaften räume abzuschreiten. im allerhintersten raum, der sich erst beim betreten zu seiner tatsächlichen größe aufblies, saß endlich kayk, schwenkte auf seinem sessel linksherum und erhob sich freundlich lächelnd bis zu einer wahrhaftigen samsongröße. du bist also derbehrtel, sagte er, als habe er ihn längst erwartet oder auf einem überwachungsmonitor sich nähern gesehen. kayk aber sah gar nicht aus wie der kayk auf den bildern, mehr onkelhaft, mit grauer stanislausfrisur und klobrillenbärtchen auf einem mondrunden kopf, und war es doch, ohne jeden zweifel, kayk, mindestens zwei meter siebzig hoch noch dazu. zu befürchten hatte er allerdings nichts. als er jedoch zu einer sein hiersein rechtfertigenden antwort ansetzte,



capodanno cagliarese Freitag, 8. 1. 2010, 0:00

zeigefinger, explosionszeichnung
harald gsaller, zack

ob es ein besonderes gütemerkmal darstellte, dass der pyrotechnikaverkäufer am largo felice zwischen der via roma und der piazza yenne zwischen daumen und kleinem finger nur stummel vorweisen konnte – sauber weggeknallt, mit bester ware? sein geschäft jedenfalls ging blendend, der umsatz im vergleich zum restjahr schien förmlich zu explodieren.
und auch der volle blaue mond war ja partiell verfinstert.



gilt nicht für innenarchitekten Donnerstag, 7. 1. 2010, 0:00

bitte verlassen sie den raum so, wie sie ihn vorzufinden möchten. danke!
bordtoiletteninschrift, ice

… zum glück hatten sie diese anweisung nicht auch beim öbb-etikettschwindelprodukt, dem zum railjet euphemisierten rumpeljet angebracht, es fielen ihm allzuviele vorfindungswünsche ein, in dessen zentrum einer emporragte: eine klomuschel, auf die auch menschen mit einer mehr als dreijährigen entsprechenden arschgröße passen würden ohne die permanente angst, im zuggerumple herunter zu fallen.
so ein scheißzug; nunja, dafür hatte er mehr als achtzig monitore.
und sie bauten prachtbahnhöfe, mit denen man – schon merkwürdig – trotzdem nicht wirklich schneller (pünktlich gar) vorwärts kam.
(irgendetwas verstand er noch nicht ausreichend; er würde noch üben müssen im österreichersein, oja und oije.



grips Mittwoch, 6. 1. 2010, 0:00

sowas von intelligent (klug und weise, dazu denkoriginell) und sowas von das leben nicht im griff. aber was würde denn das auch bedeuten, das leben im griff haben und wo wäre denn dieser griff, und überhaupt, könnte ein leben überhaupts griffig sein? – obwohl, beim mehl gab es als anderen mahlgrad glatt, und das war es dann ganz sicher nicht.
in italien sagen sie zu vollkornsachen intero. genau, das war es. und da gab es gar nichts zu begreifen, ein paar raue stellen vielleicht. immerhin, etwas halt, mit großer entschluss- und fingerkraft. diese galt es zu trainieren, möglicherweise könnten sich auch entsprechend adaptierte greifwerkzeuge (krallen, nanostrukturen wie beim gecko) ausbilden.
dann aber nichts wie hinauf, seillos und ohne netz, weil sonst stürzest du immer wieder ab. heillos das.



erretter der welten Dienstag, 5. 1. 2010, 0:00

ich kann mir nicht vorstellen, wieviele tonnen handtücher tagfürtag in den hotels dieser (und jeder anderen) welt unnötig gewaschen werden und wieviele tonnen von waschmitteln dabei unser wasser (oder das wasser bzw. wasseräquivalent anderer welten) belasten. könnte ich das (und manches andere dazu), es würde mich folgerichtigerweise zerfetzen.
da ich aber in eineinhalb wochen wieder in diesem hotel nächtigen werde, bitte ich den verdutzten nachtportier nur freundlich, meine handtücher (ich hänge sie wieder auf, das ist das vereinbarte zeichen) und, ja, auch meine bettwäsche für mich aufzuheben. (die wc-spülung habe ich schon betätigt, ganz am schluss erst.)



angenommen Montag, 4. 1. 2010, 0:00

den andern sein lassen, nämlich unmanipulativ (auch nicht so manipulieren, dass es der andere gar nicht merkt) sein lassen. unsphingisch.
ob das ein modell fürs lieben sein könnte?
ja.



verschenkt Sonntag, 3. 1. 2010, 0:00

entschuldigen sie bitte,
ich bräuchte
dringend ein geschenk.
… können sie mir bitte
ihren hut verkaufen?

weihnachtsabendansprache, münchen hauptbahnhof

der nicht unsaubere junge mensch mit dem kasparhauserblick erwischte ihn eindeutig auf dem falschen fuß. natürlich, was hätte er, barhäuptige und überhaupt außerhalb der wohnung hutlos undenkbare existenz solcherart hutlos geworden, machen sollen? dennoch aber war er fassungslos, baff. was für eine tiefgehende frage, was für eine verschenkte gelegenheit.
für die nächsten weihnachten am münchner hauptbahnhof nahm er sich fest vor, mit einem ersatzhut anzureisen.



willkommen Samstag, 2. 1. 2010, 0:00

das nicht ganz geladene (strenggenommen: ungeladene) mail konnte leider nicht beantwortet werden. wenn er ehrlich war, was er sich vornahm, jährlich, war ihm das gar nicht so unwillkommen.
… ein weiterer schritt von web 2.0 zurück ins leben 1.0.
vorwärts!



flechtendeckend Freitag, 1. 1. 2010, 0:00

ahnenfangen! ahnenfangen!
ernst jandl, die humanisten

chrislohner, du öbb-myzel. bitte, stellt die dame mit der matadororangen siebzigerjahrstimme zumindest jenseits der grenzen ab, dreht sie aus dem railjetvielzulautsprecher!
das wäre doch ein angemessener neujahrswunsch und für die öbb ein geeigneter vorsatz; weiteres chrislohnererklingenlassen kann in diesem sinn nurmehr als grob vorsätzlich bezeichnet werden.



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