nichts weht mehr Montag, 30. 11. 2009, 0:00

anderer räder rotoren drehen sich, motorlos atemlos wild (nichts weht mehr!), bei völliger windstille: nirwana für windräder, und der strom, den sie generieren ist nicht von dieser welt noch für diese.
wozu aber, das wüssten die lufthunde.



windtand Sonntag, 29. 11. 2009, 0:00

windräder, wenn sturm ist, drehen sich auch nicht schneller, dafür mit mehr reibungswiderstand, wodurch sie wohl mehr strom einspeisen. nichts aber sieht so traurig aus, als ein starres windrad, wenn der herbststurm richtig fröhlich durch seine blätter bläst, umsonst umtost, umtost umsonst.
warum bocken manche, andere nicht?
sind eben auch nur menschen.



observierend Samstag, 28. 11. 2009, 0:00

nach süden aber blickend, vom schloss ins tal, war alles so klein, eine modelleisenbahnanlagenlandschaft, mit zügen von links und zügen von rechts, hinten aber die windräderherden, die nachts rot blinkten. man könnte von hier aus den lauf des tages, des jahres nach dem zug der züge messen, und es wäre ein leichtes sich zurechtzufinden, wenn nur die züge ähnlich pünktlich und beständig wären wie der lauf der gestirne.
achja, das gosecker sonnenobservatorium, alt und erstaunlich ganggenau, genau.



nie ohne seife waschen Freitag, 27. 11. 2009, 0:00

nach dem blattab! aber, so hatte man ihm noch erzählt, wurden die frischgefällten blattlappen des gosecker riesenbonsais noch vierfach enthartzt, d.h. den sozialstaatlich unberührtesten eineurojobbern wurde aufgetragen, sie zu vier haufen zusammenzukehren, jeweils einen haufen in jeder himmelsrichtung schichteten sie daraufhin auf, sauber sauber, und wieder das zutiefste zufriedenheit verschaffende gefühl, der menschlichen gemeinschaft einen dringend notwendigen dienst erwiesen zu haben.
dann aber ab zur reinlichkeitskontrolle, herzeigt die fingernägel! hernach: in den adveeennt! – abtreten!



erscheinung (tirolisch, durchschnittlich) Donnerstag, 26. 11. 2009, 0:00

die beiden flinkfreundlichen kellnerinnen im tiroler autobussewillkommengasthaus (eine gigantische lederhosenhupfburg, mit baumeisterbotox aufgespritzt alswie jeannine schillers augenlider) haben durchschnittliches idealgewicht: die eine ist – mit bemerkenswerter elegance – ein adipöses wabbelfass, die andere scheint, erst recht, wenn man ihre schulterfreien rüscherlpuffärmelchen samt gothictatoos auf durchscheinendem pergament (frisch gepudert) betrachtet, direkt den kapuzinerkatakomben palermos (abteilung: schwindsüchtige jungfrauen) entstiegen zu sein.
wer aber wird mir nachts erscheinen?



how (2) Mittwoch, 25. 11. 2009, 0:00

dann, beim herunterkommen nach dem wissenschaftlichen gespräch, immer noch winnetou im flachen bild, aber eine szene mit den spaltzüngigen weißen, santer oder sonst ein adörflerischer kinskiklaus am limskifjord. winnteou (in echt!) aber scheint jetzt aus dem flachen geklettert, er unterhält sich (ganz ohne die feierlichen grußformeln, die ausschließlich und ausschließend den ranggleichen männern vorbehalten sind) mit den freundlichen damen in der portiersloge. und wirklich, die eine schaut tatsächlich aus alswie die uschi glas, die andere ist ohne jeden zweifel dunja rajter (empfangsdamen beim rundfunk schauen immer so aus wie uschi glas undoder dunja rajter – poco più tardi), sowas.
man darf gespannt sein, wie es diesmal ausgeht. das erfahrungswissen jedoch sagt: nicht gut; auch wenn pierre brice als christ stirbt.
klaus kinski aber ist als antichrist verschieden.



how! (1)  Dienstag, 24. 11. 2009, 0:00

im funkhaus, die vom unwichtigen radio ablenken sollenden demonstrationsflachbildschirme (hdtv!): vormittags schaut man in den (fernen, wilden) westen, wie man ihn sich einst in radebeul oder im istrischen karst vorzustellen wusste, einen breiten raum beanspruchen (völlig zu recht; heutzutage hierorts fehlen, schon der herr karl wusste das: formen, es fehlen die formen) grußformeln, männliche (ausschließlich), es sind die annähernd gleichen bei diesen indianerfilmen (winnetou) und in der völkerverständigungsseligen sciencefiction (raumschiff enterprise). selbstredend aber auch im hestonischen rom undoder im quovadischen ustinovium.



frühlingsgedanken, antipodische Montag, 23. 11. 2009, 0:00

dann blümlein alle, heraus, heraus!
november ist ‘kommen, der winter ist aus!

die schöne müllerin, alt-lüderitzer überlieferung

nein wirklich, wie haben sie diese schönsttraurigste musik in deutsch südwestafrika gesungen? bei der legendären deutschsüdwestafrikanischen gründlichkeit sei es jedenfalls anders denkunmöglich, völlig denkunmöglich gewesen, dachte er in alle richtungen.
hier aber, im antipodisch-antipodischen hatten auch die gingkos, nicht nur der gosecker riesenbonsai, schon, gründlich gründlich, mit einemmale alle blattlappen abgeworfen, als gäbs ein kommando, dass das blattentledigen, sagen wir: zehn tage vorm buß-und bettag kollektiv zu erledigen sei: drei! zwo!! eins!!!: blattab!
man würde einen betttag einlegen. zur schonung des gemüths.



ia Sonntag, 22. 11. 2009, 0:00

staff only
toilettentür, systemgastronomie

unweigerlich, und für assoziationen kann man – im augenblick jedenfalls – nichts dafür, kam ihm jedesmal ein i statt des as in den sinn. welche eingänge, passagen also könnte man nur in einem solchen zustande passieren?
einer war der in wien holzpyjama genannte, der andere, so süße, ja, der süße schooß, schloss wieder einmal den sprichwörtlichen kreis zwischen eros und thanatos, thanatos und eros.
quels rites de passage!



erwartung, zweierlei (verbergen) Samstag, 21. 11. 2009, 0:00

das doch eigentlich recht -lose buch des gesichts, zeitgeistgemäßer hort kollektiver scheinkommunikation, es bietet dir die recht praktische möglichkeit, deine freunde vor dirselbst zu verbergen, was du insbesondere dann nutzen wirst, wenn dir jemand nichts als belanglosigkeiten (gurken verdauen sich schlecht, wenn sie auch basisch wirken, was gut gegen übersäuerung sei) auf deinen bildschirm schwafelt. was aber machst du mit jemandem, aficionado, der zum einen es kaum erwarten kann, bis der neue (jawohl, der neue!) nabokov endlich erscheint (er ist uns erschienen, mittlerweile!), zum anderen mjamm mjamm, nur mehr eine stunde bis zum mittagessen! zu überbrücken hat?!



exchange of fates Freitag, 20. 11. 2009, 0:00

an schuberts todestag aber tauschte er die abgesagte mundhygiene gegen die angesagte götterdämmerung, balkon halbmitte rechts oben, erste reihe, was für eine sinnlich kluge wahl, die qual (eine lässlich notwendige!) erfolgenreich verlagert, die – empfundene – dauer ausgeglichen, der zynische genuss jedenfalls wäre zweifellos auf seiner seite, für diesmal, ganz sicherlich.
er konnte es kaum erwarten.
dann aber würde es langsam finster, die fagotte begännen mit dem vermessen der zahntaschen.



fifty-fifty Donnerstag, 19. 11. 2009, 0:00

das textile jesus lebt-brüllplakat in penzing, gut sichtbar von der eisenbahnwesteinfahrt, hat – aufmerksame leser haben es längst bemerkt – aufgrund sinnfälliger kombinationen mit temporär vergänglicheren werbefrohbotschaften längst einen fixplatz im mütterlog. mitte november 2009 lässt die anstoßend plakatierte einschaltung eines fernmündliche mobilität verheißenden unternehmens mit der hopoderdrop-botschaft halbe-halbe sämtliche grundfesten vernünftiger gläubigkeit gehörig wackeln.
obwohl, fünfzig prozent, das wäre ja allerhand!

dies zum 181. tag der verewigung franz schuberts.



zwischenfrage (zum 18.) Mittwoch, 18. 11. 2009, 0:00

wie gehen eigentlich die tricks 1 bis 16? da es die vor der lösung eines kniffligen problems jedenfalls vergeblich anzuwendenden sind (nummero siebzehn verschafft abhilfe), warum kann man sie nicht einfach ersatzlos streichen, überspringen und gleich bei siebzehn zu zählen beginnen? und müsste dann nicht dieser unweigerlich zur lösung führen müssende (er kann sprichwörtlich gar nicht anders), stets genial-einfache kniff (siehe: wickie – nasenreiben; kolumbus – ei; macgyver – schweizermesser; et al.), via regis, nicht zumindest trick I (römisch eins) heißen?
ich verstehs nicht.



kurzabstecher, dental Dienstag, 17. 11. 2009, 0:00

– fu long, das heißt ja auf chinesisch glücklicher drache …
– da muss ich sie korrigieren, fu long heißt auf chinesisch fu long
interview fu long, in: welt ahoi, ö1, sonntag, 15.11.2009

palermo, vucciria, fernando (nein, nicht der von abba). in der ganz ohne jeden zweifel keinesfalls inzestuösen familientrattoria haben alle zusammen ein gebiss. noch ist nicht einmal ganz gesichert, ob die kleinen, deren etliche zwischen den töpfen und dem kanisterwein hinundherwuseln, beim zahnwechsel was herausbekommen werden. aber nudeln zuzeln, das geht sich schon aus, und vor die wahl gestellt, für einen verheißenen täglichen genuss dieser köstlichkeiten sein lebenslanges gebiss herzugeben, wer würde nicht die pasta (eig. die sughi) wählen?



scio me nihil scire oder was? Montag, 16. 11. 2009, 0:00

musik und wein [joseph]. je weniger ahnung man davon hat, desto süßer mag man sie.
richard powers, der klang der zeit

wurde er nun gerade klüger, weil er nach einer zeit sehr trockener, säurebetonter weine (& musik. & überhaupt) es nun wieder opulenter wollte und sich dessen eben – nicht nur beim auffinden des powerszitats – bewusst geworden war?
was für eine spirale ahnungslos wissender unwissenheit!



schluss, umkehrung Sonntag, 15. 11. 2009, 0:00

die diktatur erlöst den menschen. sie hebt das individuum auf. es ist eine ganz große erleichterung, wenn einem das denken abgenommen wird. so bleibt auch die persönliche verantwortung auf der strecke. und ohne diese verantwortung ist der mensch kind. totalitarismus bedeutet eine infantilisierte gesellschaft.
imre kertész im standard-interview, 14.11.2009

… so gesehen und ohne jeden zweifel ist der umkehrschluss längst vollzogen. beim – so selten wie möglichen – boulevard-konsum, sei es ein trivialisierendes kleinformat oder öffentlich-rechtliches privateventfernsehen samt seiner ongeleinten permanentpräsenz im internet sticht dir dieses einlullen von vorgeblichen wichtigkeiten ins aug, nein, es sticht dir das aug, die sinne aus. gemäß den marktgesetzen und -umsätzen wollen offenbar eine beträchtliche mehrheit so durchs leben gehen, besser: fahren, und keiner legt eine schleife an, weder die mit den punkten schwarz, auf gelbem grund noch die ehrlichere, angebrachte, jene sattschwarze.
selbstdenker, das ist nicht recht unsre zeit. machen wir sie dazu.



lyrisch positioniert Samstag, 14. 11. 2009, 0:00

wo begänne denn nun die selbstüberhebung bei einem, der es, aus einfachen verhältnissen kommend, geschafft hatte, sich dem entsprechend mit chefetagendeutsch eingepanzert hatte (man vermeinte das zurücklehnen im ledergepolsterten drehohrensessel regelrecht durch die leitung zu hören), zuallererst auf die eigene bedürftigkeit – wir würden ja gerne, aber verstehen sie – hinzuweisen verstand, sodass man fast schon nach einem spendenkonto zu fragen versucht sein mochte, man bringe mir die vase für meine tränen, hatte peter ustinov selbstverzärtelnd befohlen, den brand roms mit seiner leier (lyra) besingend.



dringliche bitte Freitag, 13. 11. 2009, 0:00

bitte, liebe öbb, kündigt eure künderin, entlasst chris lohner aus euren nicht durch das zugspersonal leiserdrehbaren durchsageparolenlautsprechern, haltet ihr wärmende handflächen auf die stirn, damit ihr bahnhöfliches bitte! vor!sich!t! weniger sorgengewellt über den bahnsteig rollt oder sorgt für eine anhaltende verkühlung mit permanenter aphonie, auf dass sie verstumme. am besten wäre überhaupt, man schriebe sie zurück in ein kottandrehbuch, danach begänne die aufklärungsarbeit und auf eimmal läutete eine andere rundfunkmoderatorin an der kottantür, sagen wir jenny pippal oder seeger, jawohl, robert seeger, mit seinem norwegerpullover, und er käme dann konsequenterweise zur öbb, das wäre ein fest der geschwindigkeit, und bei einer verspätung wäre auch gleich die erklärung mit dabei: getriebeschaden, was weiß ich, jedenfalls der gerhard kann nichts dafür, wie immer, danke.
ns: wenn nur walter richard langer noch lebte.



huttreu Donnerstag, 12. 11. 2009, 0:00

ich glaube
daß meinem toten großvater anton
und meiner toten großmutter marie
und meiner toten mutter luise
und meinem toten vater viktor
und meinem toten bruder robert
und meinen toten vettern herbert und hans
und meinen toten onkeln und tanten
und meinem toten freund dietrich
und allen toten die ich lebendig gekannt habe
ich niemals irgendwo wieder begegnen werde

und

ich gestehe
daß irgend einem von ihnen
wie sehr ich ihn auch geliebt haben mochte
jemals irgendwo wieder zu begegnen
ich nicht den leisesten wunsch hege

ernst jandl, glauben und gestehen

vier jahre vor mozarts geburtstag hatte man also eröffnet, eine zeitlang konnte man sich halten, bis man das hutgeschäft schließlich doch schließen musste. artig bedankte man sich bei den kunden für ihre zweihundertsiebenundfünfzigjährige treue.
auch ich gestehe, keinem dieser ewigtreuen, verwandte oder nicht, begegnen müssen zu wollen.



lieber jobs Mittwoch, 11. 11. 2009, 0:00

bill gates, als steve jobs verkleidet, verkaufte einstecksessel (sessel mit stacheln, die man – praktisch – in die querritzen von polstermöbeln stecken konnte), beim cosmos, und auch er (steve jobs, der in wirklichkeit bill gates war) wusste keine antwort (wollte keine antwort wissen) auf die frage, warum diese sensation (so oder so eine sensation!) so unbemerkt vor sich ging (kein menschenauflauf vorm oder zumindest im lastafa am rand der inneren mariahilferstraße).
aber es war doch bill gates! – eben, deshalb.
die welt ist doch im grunde eine gute.



glück zuletzt Dienstag, 10. 11. 2009, 0:00

glück hatte am sonntag ein basejumper, der von der 500 meter hohen drachenlochwand bei mondsee, oö, in die tiefe sprang. im flug verhedderte sich sein fallschirm.
kurier, 2.11.2009 (montag)

das kontinuierlich-heftige abbremsen des ice bei voller fahrt, glatt, ohne grammeln bei den rädern. sehr geehrte fahrgäste, leider hat unser zug eine verspätung von zirka hundertzwanzig minuten wegen eines notarzteinsatzes im gleis. man warte auf die entscheidung des notfallmanagers, auf einen neuen lokführer und die freigabe durch die kriminalpolizei. ein freundlicher junger mann der feuerwehr neumarkt i.d.obpf. in katastropheneinsatzausrüstung geht durch den wagen, sie haben eh alle nicht mitbekommen, was passiert ist? – alle verneinen wahrheitsgemäß – besser so vielleicht. die räder der ersten vier waggons müssen noch gereinigt werden. im nächsten kleinen bahnhof entscheide der staatsanwalt, ob dieser zug geräumt werden muss.
in kürze erreichen wir regensburg hbf, ausstieg in fahrtrichtung links. steht am display. steht die ganze zeit und stehet da immerdar.
… der drachenlochspringer vom mondsee hatte glück oja. es hat sich nur der basejumpschirm verheddert. was für ein fluch aug.



nach zwanzich jahr Montag, 9. 11. 2009, 0:00

blühende landschaften hat er versprochen der kohl damals, hüben wie ddrüben, und recht hat er behalten, selbst im november. der fahlvergebliche herbstraps machts möglich.
(ich bin ja gegen ihn.)



vulkanisieren Sonntag, 8. 11. 2009, 0:00

montag aber würde er zu seinem lieblingsbohrer und -bewahrer gehen, der würde ihm seine sprech-, fress- und spielwerkzeuge wieder auf gleich richten, mit einer engelsgeduld und einem mitgefühl, die ihn stets aufs neue beschämten. einmal versiegeln, bitte, würde er ihn bitten, dann wäre der dialog wie immer ein recht einseitiger bzw. ein seinerseits sehr eindimensionaler, als wäre er aufeinmal wieder ein kleinstkind, und der gute onkel dokter, er würde seine äußerungen besser zu deuten verstehen, als er selber dächte.



au Samstag, 7. 11. 2009, 0:00

und demut (demut) kannst du ganz schnell wieder lernen, wenn aus heiterem novemberhimmel linkshintenoben beim siebener undoder achter eine vorerst klitzekleine entzündung durch die ich weiß nicht wieso aufeinmal wesentlich empfindlicheren kauflächen hervorwinkt und stetig stärker zu pumpen beginnt. gelauert hatte sie sicherlich wochen, monate, aber sie hat schönbrav gewartet, bis das winterzeitliche immunsystem die botschaft he, du hast dich übernommen die letzte zeit (die letzten zeiten)! am effektvollsten dir reinzureiben wusste.

wie wenig einen doch binnen weniger stunden völlig aus der bahn zu werfen vermag. fas-zi-nie-rend, wie mr. spock wohl gesagt hätte (vulkanier aber waren generell schmerzfrei, stelle ich mir konsequenterweise vor).



spielender reichtumserwerb, stehend freihändig (2) Freitag, 6. 11. 2009, 0:00

ich muss mir ein paar andere schuhe anziehen, das geht so nicht weiter!
weibl. abendessenszubereitungsstressäußerung, goseck, nov. 2009

ein paar andere schuhe aber ließen sich spielend mit einem zweiten standbein finanzieren, riet er ihr.
(das essen dann: ein gedicht!)



spielender reichtumserwerb, stehend freihändig (1) Donnerstag, 5. 11. 2009, 0:00

suchen sie ein zweites standbein?
ca. 500 euro mtl.
mit 10- 15 stunden die woche
datenaufnahme

geschäftsanbahnungsaushang, steyr (fr. kaindl)

spiel mit dem standbein!
harald gsaller, zack!

wie man sich das also vorzustellen habe, so jemand mit 10- 15 stunden die woche zweitem standbein, standfest bis zuletzt also undaber ganz sicher inwendig mobil als wie, was auch sonst und noch dazu für ca. 500 euro mtl., das idealtypische arbeiterdenkmal, sapperlote noch einmal aber schon auch.



kalitzkeesk! Mittwoch, 4. 11. 2009, 0:00

kalitzke mit kalitzkeglatze®, der dirigent, der auch von vorne das hält, was er von hinten verspricht (wobei: die eigentliche vorderseite des dirigenten ist ja seine rückenansicht, für den großteil der menschen im saale, wolln wir hoffen), kalitzke, zu uns kommend aus einem buschschen pandaimonion. unschlagbar der, für den nichts unschlagbar ist.
ich steh auf ihn, der mann ist gut. umfassend. und natürlich rein platonesk.



rübenziehn Dienstag, 3. 11. 2009, 0:00

die zuckerrübendünen im allerheiligen bleiwetter entlang der bahn durchs hochnebelland: komm, süßer tod, sagt das jahr zu sich, ein letzter zucker noch, aber dann
… wie oft im leben kannst du dich eigentlich neu (neu!) erfinden?!



schuhschreckvorsatz Montag, 2. 11. 2009, 0:00

dann wieder, daheim, als er sich endlich bis zu den schuhen durchgearbeitet hatte und etwa fünfundzwanzig paar vor sich auf dem boden hingeworfen hatte: winter, sommer, schlapfen, patschen, flipflops, bergundtal mittelgebirge, bergundtal alpin, schwarzelegant (die spezialsportiven: schi, langlaufen, fußball, eislaufen hatte er irgendwo anders verpackt; er würde sie schon noch finden), durchfuhr es ihn und mit einemmal fiel ihm till eulenspiegel ein. von sich selber unbeobachtet schielte er auf den boden, zuckte kurz, kniff die augen zusammen: waren da wirklich nur linke schuh?
nach einer ewigen schrecksekunde und etlicher sortierarbeit atmete er vorsichtig erleichtert auf. er hatte ihn nicht drangekriegt. ihn nicht.
fürderhin würde er wieder mehr die seite wechseln: jetzt fiel ihm ein kunststück ein, für das er die mithilfe eines neugierigen publikums brauchen würde. was ein vergnügen.



weitersteigen, aufwärts Sonntag, 1. 11. 2009, 0:00

hast du also einen weg begonnen, setze ihn fort, unter allen umständen, du kannst nur gewinnen, du läufst keine gefahr, vielleicht wirst du am ende abstürzen, hättest du aber schon nach den ersten schritten dich zurückgewendet und wärest die treppe hinuntergelaufen, wärest du gleich am anfang abgestürzt und nicht vielleicht sondern ganz gewiß. findest du also nichts hier auf den gängen, öffne die türen, findest du nichts hinter diesen türen, gibt es neue stockwerke, findest du oben nichts, es ist keine not, schwinge dich neue treppen hinauf, …
franz kafka, fürsprecher

auf dem weg nach oben nämlich kannst du gar nicht stürzen, weil wenn du stürzst, bist du ja bereits auf dem weg nach unten. so gesehen, kannst du auch nicht ganz oben stürzen, weil wenn man ruht, ist ein sturz unmöglich. vielleicht ist ja damit gemeint, dass jemand, der, wie man sagt, ganz oben stürzt, noch höher hinaus wollte, stufen in die luft geschaut hat und sie betreten wollte.
obwohl, kafka weiter, …solange du nicht zu steigen aufhörst, hören die stufen nicht auf, unter deinen steigenden füßen, wachsen sie aufwärts.

dieses kafkawort begleitet mich nun seit gut zwanzig jahren, ich habe es auch 2001 in anstehen, aufstehen, meinem klavierquintett mit obligater posaune als impuls zur klärenden verwirrung verwendet. und in einem klavierquintett spielt  ja üblicherweise ein cello mit. auch in unk. rufe, meinem letzten größeren werk, das wir am 20. august in alpbach aufführen durften. mit dabei, so ein glück, martin hornstein, als einer von fuenf optimisten.
was für eine glück, mit diesem kompromisslosen strahler befreundet zu sein. heute wäre er fünfundfünfzig geworden.
weitersteigen, aufwärts.



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