knigg, knagg Dienstag, 30. 6. 2009, 0:00

mit stöckelschuhen takkert man nicht durch kirchen, konzertsäle, museen o.ä.. rote teppiche, kopfsteinpflaster, lüftungsgitter: oja, gerne.
ob er langsam zum stöcklnörgler wurde?, fragte er sich, und so revidierte er selbstgerecht wie eh und je sein strenges verdikt: gerne sei mit stöckelschuhen (aber auch mit männlich hartsohligem schuhwerk) in kirchen, konzertsälen, museen und ähnlichen akustisch sensiblen orten völlig unmotiviert herum zu takkern, solange dies mokassinsamtpfotig schmeichelschleichend geschehe.
wie ja auch für gewisse soziale schichten (medizinisches personal, gewisse heranwachsende & geistliche) und bei gewissen anlässen (begräbnisse, nuits blanches) auch jede farbe erlaubt sei, solange sie schwarz bzw. weiß sei.



ausschlecker Montag, 29. 6. 2009, 0:00

wir suchen SIE als aushilfe/urlaubsvertretung
SCHLECKER

vorsommeraushang einer für ihre personalausbeutungsstandards bekannten diskontdrogeriewarenfachhandelskette.
encore: was für eine drohung.



ausbürsten Sonntag, 28. 6. 2009, 0:00

als er die klobürste aus ihrem für dieses nichtdiskonthotel allzu billigen untersatz nahm, bellte dieser, kurz und vergeblich, auf den fliesen.
was für eine drohung.



comeback, endgültig Samstag, 27. 6. 2009, 0:00

(morgens, im bad – wo sonst? – notiert)

rechtzeitig vor seinem endgültigen comeback hat es peter pan geschafft, endgültig nicht erwachsen werden zu müssen, sondern völlig endgültig ins längst schon von ihm belegte zombiefach hinüberzuwechseln, eine weitere idealbesetzung: binnen eines jahres leuchtet eine weitere vom himmel gefallene sonne (alles peter pans) nun als unvergänglicher nächtlicher wiedergänger am aufgemalten nachthimmel der kinderzimmer von menschen aufblickenwollenden gemüts, fürchtet euch nicht, ich bleibe bei euch alle tage bis ans ende der welt.
was für eine drohung.



erschöpfung (4) Freitag, 26. 6. 2009, 0:00

jede noch so als abstrus offenbare darstellung von lehren sog. heidnischer gottheiten und ihrer baalspriester ist mir tausendmal lieber als dieses zurückwärts gewandte jubelgebell der schöpfung, das uns ja heute noch zur erbauung (was bitte soll da erbaut werden?!) dargebracht wird. das ist eine gefahr (ich wiederhole mich), und wehret den fortgesetzten anfängen, weil das ganze ist nichts anderes als absolutistische wiederbetätigungspropaganda, rokokogips in schmelzkäsezubereitung. niedlichkeitsjihadismus.



erschöpfung (3) Donnerstag, 25. 6. 2009, 0:00

auf jede komplizierte frage gibt es eine einfache antwort – und die ist falsch
umberto eco oder g.b.shaw

zur friedenssicherung und gegen die verdummung sei, für alle zeiten, ein aufführungsverbot für die schöpfung verfügt. blöd und wider alle evidenz dummheiten und inszenierte harmlosigkeiten zu verbreiten, mit bestemm, und dann noch dümmlich grinsend stolz drauf zu sein, mirdochwurscht, das ist das schlimmste. (es greift zu kurz und verharmlost den tatbestand der verhetzung, dass es sich halt um eine kindliche staunerei handle.)
gäbe es eine eindimensionale scheibe, van swieten und haydn hätten sie auf den punkt gebracht. hätte er doch beim (musikalisch auch einigermaßen spannenden) chaos aufgehört, meinetwegen auf eineinhalb stunden und länger ausgewälzt, es ist und bleibt ja in der tat unermesslich, per sæcula sæculorum, esto! (kein amen)



erschöpfung (2) Mittwoch, 24. 6. 2009, 0:00

schon auch irgendwie bezeichnend, dass haydns abgangs- und darwins auftrittsjahr dasselbe war; wie das zwischen februar und mai 1809 dann genau abgehandelt wurde, sei noch genauer zu untersuchen.



erschöpfung (1) Dienstag, 23. 6. 2009, 0:00

design ist kunst, die sich nützlich macht
design ist kunst, die an fakten scheitert

m.a., da, wahlspruch

… und wer bei den gschmackigkeimfreien und beschwichtigungsverlogenen dur!dur!!dur!!!orgien der schöpfung nicht mürbe oder aggressiv wird, an dessem gesunden instinkte sei aufs heftigste zu zweifeln. sie seien allein ausreichender grund, aufgeklärter darwinist zu werden, wenn man das nicht schon vorher gewesen sei.



fernsehdirigent, tv-los Montag, 22. 6. 2009, 0:00

der zärtelnde dirigent schwelgte trunken von der von ihm zumindest ausgelösten musik. hätte sich, sagen wir: ben hur bei seinem wagenrennen ebenso an seinen schimmeln berauscht, er wäre nicht einmal um die erste säule herumgekommen, weil nämlich ein dirigent muss die zügel in seinen händen halten, allerhöchstens ein paar takte beim neujahrskonzert ists ihm erlaubt sich tändelnd zu wiegen, dem erschöpfungsdirigenten aber hätte eine tonusförderliche gurke im arsch gut getan, mit chili, das hätte bis nach adam und eva angehalten.
aber ausgeschaut hat er schon schön, den zusehern hat es sehr gut gefallen.



präferenz Sonntag, 21. 6. 2009, 0:00

je mehr er sich mit der schöpfung und, parallel, mit dem ring beschäftigte, umso plausibler wurde ihm das – logische – konzept einer götterdämmerung. (und auch sympathischer.)



anima(l) triste sed felix Samstag, 20. 6. 2009, 0:00

mime muss wohl sein gebräu im saal versprüht haben. da ging er, kurz entschlossen, ins opernhaus und war dann für zumindest vierundzwanzig stunden unfähig, einen anderen (irgend einen) gedanken zu fassen, zu lesen, selbst radio zu hören, nicht einmal beim geschirrabwaschen.
diese merkwürdige lähmung allein spräche bereits gegen die zyklische aufführung des rings in rekordzeit. obwohl, es wäre innerhalb einer ästhetik geborgen – dann aber sei geistesquarantäne zu halten, im strengsten wörtlichen sinn!
(es ist eine beglückende erschöpfung.)



fibonacci air Freitag, 19. 6. 2009, 0:00

sein mittagsflug mit der nummer 145 boardete um 1235, schon seine sitzreihe konnte er sich leicht ausrechnen (8, was sonst), und exakt 13 minuten danach (wann sonst) startete der bus vom ebenerdigen wartezimmer zu flugzeug.
selbstredend war er für verschwörungstheorien, die sich aus der kombination vorgefundener informationen errechneten, völlig unempfänglich.



wahlomatod Donnerstag, 18. 6. 2009, 0:00

als sie heimkamen, lag die erwartete post vor der tür. man trauerte nicht so sehr um die verstorbene (die fortgegangene, die heimgekehrt war), sondern mehr um die, an die man sich, weiter zurück, doch noch (und nun wieder leichter) erinnern konnte.
das begräbnis fand bei jedem wetter statt.



futur, exakt (postproceßual) Mittwoch, 17. 6. 2009, 0:00

vielleicht sind es tenöre
franz kafka, der proceß

am 22. april 2013, seinem 31. geburtstag, bekam der berühmte brasilianische fußballspieler ricardo izecson dos santos leite, genannt kaká, von zwei tenören, in gehröcken, bleich und fett, mit scheinbar unverrückbaren cylinderhüten, ein f geschenkt.
es musste wohl eins übrig sein.



stellungswechsel Dienstag, 16. 6. 2009, 0:00

ich habe immer beste erfahrungen mit frauen gemacht.
gerhard d., postsolarer landeshauptmann
orfon, 13.6.2009

so zieht er denn hin, des lebensmenschen lebensmensch, und eine frau nimmt seine stellung beim herrscher des südreichs ein.



haltbar Montag, 15. 6. 2009, 0:00

unken sind optimisten. wer nimmer ruft, hofft nimmermehr.



unhaltbar / bombenfest Sonntag, 14. 6. 2009, 0:00

was gott nicht hält – das hält nicht.
erbaulicher aushang (luther zugeschrieben), ev. st. marienkirche (wiederaufgebaut nach dem kriege), dortmund.

(g., ein superkleber?!)



weidmanns dank! Samstag, 13. 6. 2009, 0:00

der südwärtige blick aus der s-bahn beim bahnhof penzing, nah beim viadukt, schweift immer wieder gern über das beliebte an die wand gebrüllte JESUS LEBT!, daneben wechselnd weitere werbebotschaften, diesmal: danke unseren milchbauern für ihr engagement!
in seiner leichten kurve neigt sich der zug.



reinst Freitag, 12. 6. 2009, 0:00

wie man sich das vorzustellen habe, wenn jemand die goldene st. georgs-ehrennadel beurkundet bekommt, in würdigung der verdienste um die pferdezucht in österreich, samt ehrenmitgliedschaft, 1989, fünfzig jahre rassenpflege, sauber, allerhand.



mario-nett Donnerstag, 11. 6. 2009, 0:00

dieser nichtgeradegeistesmensch, den man als bundeskanzler verkleidet hat und dessen namen nicht haften will, jetzt weiß ich, woher einzigundallein sein erfolg gründet (ja, auch die erwählung durch onkel hans), die ursache ist nämlich, dass er die inkarnation des auch in der kronenzeitung beliebten liebe-ist-mandls ist, und ähnlich personslos, bravfrisiert, hüftsteif und marionettenbewegt kommt er ja, nicht nur beim nachwahluntertauchen, daher, wohin ihn wohl sein fadenkreuz, den pendelgesetzen und der schwerkraft gehorchend noch wankeln lassen mag?



tatüü Mittwoch, 10. 6. 2009, 0:00

das wahlauseinandersetzungsniveau (wie überhaupt das des öffentlichen politdiskurses) im eventland österreich funktioniert in schauerlicher regelmäßigkeit so, als würden automarken um die gunst des käufers nicht mit speziellen features (einzelverstellbare und beheizte scheibenwischer, bunte seitenairbags, feinstaubpartikelfilterbeutelentleerungsautomatik, …) oder dem jeweils als grandios empfundenen design werben, sondern sich freiwillig einzigundallein damit messen, wer die lauteste hupe hat, wobei dann völlig darauf vergessen wird, dass der, der dieses spiel anleiert, erstens hupenfabrikant ist und zweitens das von ihm als das ideale zum vorwärtskommen angepriesene modell gar kein auto ist, sondern ein schäbiges seifenkistl, mit kotbraun verdreckten traktorreifen, das nur rollt, wenn es schon etwas steiler bergab geht.
und jedesmal wieder taucht die frage auf, ob es noch tiefer geht. für das nächste rennen zwischen illmitz und apetlon werden schon die rampen gebaut.



gartenzwergland Dienstag, 9. 6. 2009, 0:00

die gekrönte groteskpartei (eine einpersonengruppe), deren europawahlerfolg einzigundallein einen sieg der wählerinnen und wähler markiert, der noch größer gewesen wäre, wenn ihre kleingeistig weißmehlige madigmacherei auch von anderen zeitungen, etwa den salzburger oder oberösterreichischen nachrichten aufgegriffen worden wäre, neinnein, die querulanz, die so wunderbar mit dem leidernicht erwählten volksanwalt in brüssel harmonieren würde, zieht als vertretung einer schlumpfrepublik überzeugend konsequent ins legoland ein, weil europa ist das nicht, worüber hierlands abgestimmt wurde, tendenz weiter fallend, hirntot bald schon.
mir graut es.



vor dem gesetz Montag, 8. 6. 2009, 0:00

seit kurzem nun hatte er einen exclusivvertrag bei einem mobilität verheißenden orangen fernkommunikationsunternehmen abgeschlossen. bald schon erwies es sich jedoch als dringend nötig, um eine, für ihn günstigere, geringfügige änderung einzukommen. er kontaktierte also die einzige zum direkten verkehr mit dem kunden vorgesehene allerunterste behörde, die ihm freundlich aber bestimmt beschied, dass sich die verfügungsgewalt über dieses ansinnen (es war ein einfaches, jedem verständnis sich augenblicklich öffnendes) weit über ihren befugnissen lag, sie selbst würden diese beamten niemals selber zu gesicht bekommen, wenngleich es allgemein als erwiesen angesehen werde, dass es diese richter tatsächlich gebe, daran bestünde keinerlei zweifel, und auch nur der geringste zweifel an dieser zugegeben unbewiesenen tatsache werde von den ihnen nächsthöhern vorgesetzten, deren stimme und blick sie schon nicht mehr ertragen könnten, mit exemplarischer härte bestraft, eine vorgangsweise, die sie, wollen sie einmal aufsteigen, billigen, wenn es auch schmerze, so sei es doch jedenfalls gerecht, daran bestünde kein zweifel. also riet man ihm nach einigem abwägen, ob er so seiner sache eine günstige wendung geben könne, eine eingabe zu machen (es war unsicher, ob es vorteilhaft war, bereits in diesem allerfrühesten stadium des verfahrens einen beschwerdebogen auszufüllen), dann würde man sich mit ihm schon in verbindung zu setzen wissen, eines aber solle er sich gewärtigen, stets bereit zu sein für das orange gesetz, es galt keine ruhe zu halten, du weißt nicht, wann die tür sich auftut, wenngleich von solchen äußerst raren vorkommnissen zwar in legenden berichtet wird, beweise dafür aber strenggenommen völlig fehlen. nun, es verlief günstig, wenn auch nicht ganz, näher betrachtet handelte es sich um eine scheinbare freisprechung, der tarif konnte gewechselt werden, natürlich nur unter zudrücken aller augen und hühneraugen, wie man ihn wissen ließ, und gegen eine nicht näher benannte zuwendung an eine stelle, die man ihm beizeiten nennen würde (er möge sich weiter bereit halten, um die zeichen erkennen zu können), nicht zuletzt auch aufgrund von versäumnissen seitens der behörde, wie man einräumen musste, und für die der allerunterste beamte, dessen schuld erwiesen war, heute noch ausgepeitscht würde, das versprach man ihm, wobei es nichts änderte, dass er das keinesfalls forderte, sogar dagegen protestieren wollte, nur so aber würde der es sich merken, versicherte man ihm, und es nutze nichts, wenn er sich für diesen noch sehr jungen kanzleidiener verwenden wollte, da konnte das gesetz keine milde kennen, musste er schließlich einsehen, und seitdem wartete er auf ein neues zeichen, er würde bereit sein. der schutz der behörde sei oberstes prinzip, ließ man ihn noch wissen, darum weißt du nie, mit wem du es zu tun hast, es kann ein mandarin oder gar der orang selbst sein, mit dem du es zu tun bekommst, du aber wirst es nicht merken können, die tore und vorhänge sind dicht gewoben in unserm labyrinth.
schließlich hob er ab.



hadisch Sonntag, 7. 6. 2009, 0:00

zu vermeiden sei, sich dem stoßzeitverkehrsuntergrund (stoßverkehrszeituntergrund?) anzuvertrauen, es ereignet sich stets ein systemhalt (halt ein! – das system hält!), zumeist in der vorsommerhitze, und dabei kafka (der bau, der proceß, …) zu lesen. der untertreibt, in allem.



doppelgänger Samstag, 6. 6. 2009, 0:00

mir graut es
wenn ich sein antlitz sehe

heinrich heine

vielleicht liegt ja ein teil dieses widerlichen österreichischen osthasses daran, dass bis ins jahr 1989, dem heuer hierlands so heuchelnd gehuldigt wird (samt obligatorischer nachspiel- und latenz- = übernaserungszeit), an den östernord- und ostgrenzen der deutsche sprachraum nicht aus war, sondern überhaupt die welt, keine slawischen und ungarischen zumutungen, nichts mehr bis china und die mongolei. so war man sich nicht der prekären begrenztheit des deutschen bewusst (und wollte es keinesfalls wahrhaben), pflegte mit seinen volksschauspielern und operettengrafbobbys gefahrlose nostalgie mit ungarischem oder böhmackelndem akzent, das wars. dann aber plötzlich: sollen doch die deutsch lernen (wir könnens ja schon).
auch für mich war am moldaublick die welt aus, die tschechei, das war ein irreales land, so wahrhaftig erfunden wie das märchenland etwa pan taus oder des conducator-lookalikes; der graue, der für die hetzpartei weitweitweg fliehen wird, nach brüssel! für uns in die höhle des löwen, dieser heldenhafte ritter, wenn er nur nicht aufgefressen wird, und jetzt putz ich mir aber die fingerkuppen.



geschäftsidee Freitag, 5. 6. 2009, 0:00

der weißgeschminkte statuenmann in seiner ritterrüstung mit plastikhelm steht derart schlecht auf seinem schamerl im schmucken steyrer innenstädtchen (es will ein ritterstädtchen sein), als bäte er direkt ums wegschauen, eine aufforderung, der man nur zu gerne nachkommt. würde der kreativwegelagerer, der zu allem überfluss blöde grinst und peinlich unbeholfen winkt, so, als wollte er seine völlige unprofessionalität komplettieren, seinen obulus dafür einheben, er würde binnen eines nachmittags ein reich erben.



read my lips Donnerstag, 4. 6. 2009, 0:00

sie wissen, dass die eu gestattet, lobbying zu machen für bestimmte unternehmungen, wenn man das meldet; ich werde das nicht tun. (strasser, lobbyist & kandidat, im journal zu gast, 2.6.2009)

… so lässt sich schonungslos beim wort genommen werden: hab ich ja eh gesagt, wird er sagen, selber nichtzuhörer von eigenen gnaden.



leckortung Mittwoch, 3. 6. 2009, 0:00

was für ein wort.
stammt mit sicherheit aus der zoologie: das kängurujunge, auf dem weg zur zitze im kängurumutterbeutel, vielleicht ja auch der kleine panda. womit wir unmittelbar in der autowerkstatt sind. und so weiter.
was für ein wort. leckortung. da ist alles drin (bzw. gewesen).



bucke bucke kuchen Dienstag, 2. 6. 2009, 0:00

dumpfbäckerei, steht in ulten lettern auf dem schmucken rokokohäuschen, und feinkosthandlung und espresso; natürlich gibt es meinl-kaffee, wasauchsonst.
aufgabe: hol dir ein mohnflesserl, mit reichlich salz. aber stell dich gescheit an.



sommermütter 2009 Montag, 1. 6. 2009, 12:00

liebe mba.

pfingstn dunnerts, so der unvermeidlich-pawlowsche kurzkommentar meines vaters zum reizwort pfingsten (reis is xinda wia eis ist ein anderer), den auch ich nimmer aus dem kopf bekommen mag, zu oft habe ich ihn gehört, und darum fällt mir pfingstn dunnerts zuallererst ein, wenn ich weiß, dass der sommermütterbrief ansteht und das festgelegte versanddatum auf pfingstmontag fällt, pfingsten, dieses lange wochenende mit lehrergewerkschaftsbonustag, wo alljährlich im vorfeld über die bevorstehende aktion scharf der verkehrsüberwachung berichtet wird, dieses jahr wird wohl die straßenverkehrstodesstatistik positiv (immer in relation zu jahren mit durchgehendem schönwetter undalso verstärktem motorradaufkommen im kurvenreich österreich) ausfallen, ein erfolg, den sich der jeweilige verkehrsminister (gegenwärtig ist das ja eine dame) als persönliche leistung anzurechnen pflegt, wohingegen die erwischten verkehrssünder der habenseite der innenministerin zugerechnet zu werden pflegen, keiner war für diesen ressortteilbereich allein vom namen her besser geeignet, nein: prädestiniert, als der europawahlspitzenkandidat niederösterreichs undalso der österreichsichen volkspartei, strasser, eben, auch aber, dass er aus dem land mit den idealtypischen kurven stammt, gemeint sind nicht die kehren am annaberg und josefsberg zum politikerdank-, bitt- und umkehrwallfahrtsorte, sondern die unendliche ideale kurve schlechthin, niederösterreich, kreisverkehrsland, eine einzige regionaltypisch (mostviertelmostbirn, industrieviertelschrauben, eisenwurzeneisenwurzen, waldviertelwackelsteine, weinviertelweintrauben, gartenschaukunstwerke, gymnasialkunsterzieherkunstziehbrunnen, semperitreifenstapel,…) behübschte kreisverkehrsinsel, dieses möbiusschleifenland, und die insel inmitten aber ist wien, von wo ich ihnen diesmal (wie auch sonst fast immer) schreibe, womit wir mitten und ohne die geringsten umschweife bei der sache wären, die aber habe ich vergessen, was nichts zur sache tut, gilt es doch, in zeiten wie diesen, vollste geschäftigkeit (vollbeschäftigung) zu repräsentieren, was mir nachhaltigst gelungen zu sein scheint, weil waidwundes vieh wird zuerst gerissen, vom bär, vom luchs oder von der krise.

natürlich, früher wärs noch gegangen, aber heutzutage, neinnein.

nungut, geschäftigkeit, beschäftigtsein, was einen so beschäftigt halt. das gibt einem halt, und wir haltlosen, die wir so frei sind und auch, wie mein breinletternder freund in seinem letzten circular trefflich zu formulieren wusste (sollte er unlängst, als mir ein adressenverdeckmalheur passierte, in der folge irgendjemandem von ihnen einen nichtbestellten brief zugestellt haben, so lässt er die besten grüße ausrichten, verbunden mit empfehlungen auch an die frau gemahlin), über keinen nennenswerten werbeetat verfügen – den wortlaut, den ich vollundganz unterstütze, finden sie hier (punct 8; aber, weil wir schon dabei sind, lesen sie doch auch punct 7 und unterzeichnen sie bitte die petition) –, wir werbeetatlosen müssen stets den eindruck stetiger gefragtheit vermitteln (die direktesten fragen stellt das leben selbst), die gefragtheit aber, um die es hier geht, ist die, die sich in angeboten für auftritte, kompositionen und großartige projekte äußert, und wenn du nicht gefragt bist, kräht kein hahn nach dir, kikeri-no gewissermaßen, soistdas. und da lauert eine etwas merkwürdige gefahr, die fragegefahr (ein fast perfektes anagramm, das nebenbei) nämlich, dass in frage kommende nachfrager gar nicht erst nachfragen, weil sie arglos annehmen, dass man sowieso vielzuviel gefragt sei, es sich gar nicht lohne, unsereins zu fragen, weil wir ohnehin nicht zusagen können würden, da wir garso gefragt seien, ungefragt fragen die einen gar nicht erst, wodurch fraglos manches unterbleiben muss, sapperlote aber auch.
selbstverständlich, um keine missverständnisse aufkommen zu lassen, wir sind gefragt, die nachfrage ist eine stetig steigende, sonochnichtdagewesene. aber trauen sie sich trotzdem, uns zu fragen, meist findet sich doch noch ein loch im kalender, treffer, versenkt.

zu berichten sei auch von meinem neuen posauneninstrument, das ich unlängst beim schagerl abholen durfte, d.h. ich habe es gar nicht abholen können, weil ich es schon ein paar wochen hatte, aber severin distelberger, der schagerlposaunenbauer meines vertrauens, hat es mir noch einmal für einen halben tag wegnehmen müssen, zum finnischen, wie man sagt, was nicht bedeutet, dass es vorher, sagen wir: schwedisch gewesen sei oder gar ungarisch (weil dafür hat er ja die kissbone gebaut). wir haben es jedenfalls das muthorn! genannt, es ist gewissermaßen ein jaguar kombi, jawohl, sowas gehörte endlich einmal erfunden, ich brauch sowas nämlich: von ganz unten bis ganz nach oben in beachtenswerter geschwindigkeit bei höchster geschmeidigkeit. das muthorn!, meine klingende raffinerie mit den zwei ventilen und ihren nach meinen anregungen von severin aufs kunstvollste gebogenen röhrln, die in der nacht manchmal beleuchtet sind und blinken, wenn ich halt auf der bühne stehe, sowas auch und danke!

und mit diesem neuen muthorn! hatte ich schon das vergnügen, ein paarmal öffentlich zu konzertieren, stellen sie sich vor.

und kommen da auch etliche schöne anlässe, das wunderding zum klingen zu bringen. somit sind wir beim

service

1) tagesaktuell, die vorschau. ich darf besonders auf den 5. juni (nachmittags: kremsmünster; nachts: weyer – nicht nur aus mank und steyr gut erreichbar) hinweisen; leider musste die veranstaltung am 9. juni (wein hören im radiocafé) abgesagt werden.
alle weiteren termine seien ihnen auch aufs herzlichste anempfohlen, aber wer kann sich denn das alles merken, bei der gefragtheit des protagonisten? – genau dafür gibts ja die vorschau. tagesaktuell.

2) vorbei ist vorbei.

3) verfolgen sie noch öfter das mütterlog (täglich, zumindest).

4) spielen! restplätze (so wie jedes jahr auch für z.b. daniel p.) gibt es noch, und hier haben sie den flyer-on-demand. achja, 19.-25. juli, im umundum entzückenden viktring.

5) das tonspuren-radioportrait der spaziertänzer – portrait des posaunisten bertl mütter von renate burtscher können sie kostenfrei auf muetter.at anhören bzw. herunterladen.

6) tonträger, entgeltliche, aber letztlich unbezahlbare, bitte jedes quantum hier bestellen.
herzlichst ihr,

bertl mütter



gegengegenwärtig , 0:00

und wenn sie ins spital oder zum zahnarzt müssen, werden sie auch nicht verlangen, dass man ihnen bitte nur ja keine behandlung angedeihen lasse, die auf nach 1900 errungenen forschungserkenntnissen basiert. und auch das rettungsauto wird, wenn es sie von ihrem weiträumigen landsitz abholt, dank allerneuester navigationshilfen zu ihnen gefunden haben.
soviel, wieder einmal, zur unbedingten notwendigkeit heutiger kunst für menschen von heute.



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