pein, stufenlos Donnerstag, 30. 4. 2009, 0:00

liechtensteinstraße stadtauswärts, links: sie bauen die strudlhofstiege um, in eine rolltreppe. nicht ganz: eher eine art horizontalpaternoster. bauleitung: hulesch & quenzel ltd. & co keg.



methodikproblematik Mittwoch, 29. 4. 2009, 0:00

ergo est concilium
ut sit hominem discendum

wilhelm busch, max et moritz, dolus quartus (trivialübertragung: bm)

im ceterumcetern seiner von der moquierzielgruppe garantiert unerhörten brandrede schwoll der salon-provoquateur ob der zahllosen empörten zuschriften und emails, die pro ausgesprochener silbe einlangen würden. aber nur so würde er, dem schulstreikalter dochschon entwachsen, auf unabsehbare zeiten quotenquaiser seines mediums bleiben.
sollte er es doch direkt mit der krise aufnehmen, nicht mit ihren symptomen und opportunistisch perpetuierend pubertierenden protestierern, stellte er sich vor. die welt, sie wäre wohl endgültig heil. bloß, es leckte die methodik, und zweifellos waren seine absichten ausschießlich die allerlautersten.
und, ebenfalls stimmte stets: man darf nicht an die lösung eines problems herangehen, indem man jene wege beschreitet, die zu ihnen geführt haben; sowas geht auch nicht in die gegenrichtung.
wo waren die wurmlöcher, der bildung, der krise, der bildungskrise? (postuliert waren sie längst.)
die umfassende krisenbildung, sie ward abermals bekräftigt. zum anschwellen geil.



krisenlogistik! Dienstag, 28. 4. 2009, 0:00

allüberall werden die konjunkturpakete geschnürt & gestapelt. sie nützen vorerst allerdings bestürzend wenig, zumindest solange die exporte im keller sind. man nutze für sie also eher die ebenerdigeren lagerräume, so verlädt es sich leichter und effizienter.
aber nicht dass mir einer ein konjunkturpaket mitnimmt!



dringliche sofortmaßnahmen! Montag, 27. 4. 2009, 0:00

die krise, ein unwetter. man müsse warten, bis es sich verzogen habe und bereits jetzt in großem maßstab für die zeit danach vorbauen. also während des gewitters anstatt in blitzableiter, regenschutz, abflussgräben etc. zu investieren, palettenweise badehosen, sonnenschirme und speiseeis zu ordern. jawohl, so kommen wir durch.
journalismus kann so blöd sein.



wahre aussage Sonntag, 26. 4. 2009, 0:00

zu ostern ist jesus christus von den toten auferstanden. ein fest der freude für die menschen. so behaupten hintergrundbeleuchtet biparosa plakate, erzdiözesen-, wenn nicht sogar kirchenprovinzweit. lüge! hat jemand (ein vandale) mit schwarzem stift am glas eines citylights unweit der votivkirche drübergeschrieben; damit kann er (man geht bei vandalismus immer von einem oder mehreren männlichen urhebern aus) nur eine früher hier eingespannte andere frohe werbebotschaft (ist ihnen schon aufgefallen, dass sich das f auf der tastatur gefährlich nah beim d befindet?) gemeint haben. und das kann kein mensch sein, dem das kein fest ist oder nicht.



brodeln (4) Samstag, 25. 4. 2009, 0:00

wie gesagt, die krise, die persönliche, sie neigte sich dem ende, die bergkuppe war überschritten, die talsohle durchmessen (beides zugleich, das sparte zeit). es galt noch, eine befreiende tat zu setzen, das heilritual: auf zum ikea, heute würde ein arbeitsplatz gesichert. er würde ordentlich aufladen, viel kleinzeug, von da und dort, das größte wagerl würde überquellen. und knapp vor der kassa, ah!, beim letzten lagergang links, das wusste er schon, war der beste dauerparkplatz. beim durchgehen dann das muttertagsberühmte danke, i hob nur gschaud (kein hustinettenbär breit und weit), danach meinetwegen noch ein würschtlkombiangebot und, falls vom arzt nicht anders verordnet und je nach lust und laune und not noch ein, zwei weitere aufgüsse.
jetzt konnte die zukunft wieder kommen. jene zukunft, die es nie ganz bis zu uns schaffte. aber das war im augenblick nicht so wichtig.



brodeln (3) Freitag, 24. 4. 2009, 0:00

und wielange muss man spaghetti (meinetwegen auch: ein ei) ins kalte wasser legen, bis sie essfertig die richtige aufbissqualität haben. jetzt, wo alles krist, man zeit en gros gewinnt, ließe sich auf diese weise etlich energie sparen. oder, wie man uns kindern nonsenreimend naseweis undalso nicht wirklich lebenspraktisch riet:
host an hunga
beis in d’zunga
host an duaschd
beis’ in d’wuaschd

und trauen sie sich einmal eine durchgekochte, ausgekochte wurscht am würschtlschtand zu beanschtandln.



brodeln (2) Donnerstag, 23. 4. 2009, 0:00

es gilt stets den richtigen moment zu erkennen und dann, unvermittelt, zu handeln. auf diesen moment gilt es hinzubrodeln, und, wie wir gesehen haben, kann das ein inwendiges brodeln sein, von dem nichts an die tektonischen oberflächen dringt, und beschleunigen lässt sich überhaupt nichts, wozu also hektisch herumtun. die klassische und klischeegewordene beamtentugend also. zäh, unübertrefflich passiv, verzögernd, wartenlassend, jeden aufbruch verhaltend. inwendig aber möglicherweise kelomatgleich am siedepunkt. ein brodeln zur kalten fusion hin.
das ist vielleicht das wesen des brodelns.



brodeln (1) Mittwoch, 22. 4. 2009, 0:00

kindern (und sind wir nicht, mit jahresringen ausgestattet, unser leben lang kinder, auch – manche vor allem?), kindern, wenn sie nichtundnicht weitertun, das regenmanterl nicht anziehen, nicht in den linken socken hineinschlüpfen, sondern versonnen die gegenüberliegende wand (die eigentlich steht) anstarren, kindern, wenn sie anstatt weiter zu tun ins narrenkastl schauen, sagt man in gewissen regionen österreichs jetz tu nicht so herumbrodeln.
ich habe das oft gehört.



durch Dienstag, 21. 4. 2009, 0:00

die tage (wochen!) des brodelns, sie neigten sich dem ende, er spürte, dass er langsam mürbe wurde. es galt, ganz von vorn wieder anzufangen. bloß: womit? (die wozufrage weigerte er sich zu stellen, wozu auch?) und, ohne sich absichtlich entmutigen zu wollen: du kannst ein ei noch so lange kochen, weich wird es nie mehr. zum ei aber verhält sich der spaghett reziprok. wichtig ist, die grundlagen und die daraus anzuwendenden methoden genau zu studieren. vorher (aber das hat uns niemand gesagt, am anfang!).
nun gut, hier würde es weitergehen, ganz konkret.

(nach diesem kleinen existenzialistischen manifest ab morgen mehr darüber, was es mit dem brodeln an sich an sich hat.)



nam jun jet Montag, 20. 4. 2009, 0:00

was freut sich chris lohner, dass uns im railjet, diesem angeblichen hochgeschwindigkeitsspitzenprodukt der österreichischen bundesbahnen (es ist eine rumpelnde mogelpackung auf schienen), achtzig (in worten: achtzig) monitore aufs vielfältigste über alles, was wir gar nicht wissen wollen, informieren. welche ordnungsnummer der wagen mit der an nam jun paik gemahnenden videoskulptur hat und in welcher form sie arrangiert wurde, verrät uns chris nicht. vielleicht bei der nächsten siebenminütigen durchsage, wie sie alle fünf minuten passieren, dazwischen (ja, das geht!) musik: these boots are made for walkin’.
bahnfahren entspannt. (hier: beim aussteigen; sie glauben gar nicht, wie ruhig einem wien vorkommen kann.)



lebensmitte, binär Sonntag, 19. 4. 2009, 0:00

der völlig überraschten autorin wurde zum sehr runden geburtstag vor versammelter weltöffentlichkeit die paradoxie einer ofenfrischen (oder sagt man rohrfrischen?) sachertorte zur unvermeidlichen geburtstagsmelodie überreicht. mit 1 (einer) dünnen, wenngleich drechselung vortäuschenden gegossenen kerze in der tortenmitte; aber so jung bzw. junggeblieben war die jubilarin auch wieder nicht, das wäre dann doch eine sensation gewesen, nicht zuletzt mit blick auf ihr beeindruckendes œuvre. also musste es sich um eine (0, 1) binär kodierte schreibweise handeln, der sich der sachertortenmacher aufs geschickteste zu bedienen verstand.
allerhand.



autoritär Samstag, 18. 4. 2009, 0:00

wir alle werden eher so tun, als verstünden wir große kunstwerke, als dass wir zugeben würden, ihr sinn – so vorhanden – sei uns entgangen.
george bernard shaw

die literatur jenes autors gab sich obsessiv unübersetzbar. schön langsam überkam ihn der verdacht, dass er es liebte, pathetisch liebte, unverstanden zu bleiben. und wehe, einer gäbe das zu. das wäre doch ein trottel. seine verkaufszahlen jedoch schnellten trotzdem nicht in die höhe.



songma Freitag, 17. 4. 2009, 0:00

üch wüll spülen –
spül düch meun künd
ernst jandl

im alpinen hotel gab es neben der tennishalle und der bade- und erlebniswelt auch einen seminarraum und, gleich daneben, den kinderspielraum. er stellte sich vor, wie, mitten im mittelstandsmanagementaufputschseminar die sichselbsterfahrungsstunde am programm steht, und alle gehen nach nebenan und spielen, raumzweckgemäß, kinder. oder, auch gut, vatermutterkind.
einmal noch! o unschuldge zeit!



haustiertauschvorschlag Donnerstag, 16. 4. 2009, 0:00

föhrenzapfen, gürteltierkot. tritt- und geruchsbeliebt.
noch vor den (noch immer nicht angekündigten) neuwahlen würde vom rathaus eine große tauschaktion ausgerufen: jedem wiener sein gürteltier! und die hunde, sie hätten ausgeschissen.
was war er gespannt auf die in der geistigen unterschicht so benötigten kampfgürteltiere (welchen gürtel hat denn das ihrige?). und: innerhalb oder (eher doch?) außerhalb des gürtels? an der leine oder am gürtel?
und: wie würden sich die dachse im wolfpark darauf einstellen?



knödelreif Mittwoch, 15. 4. 2009, 0:00

die eismarillenknödel auf den platanen am donaukanal (im hugowolfpark sind sie größer – die platanen), wie sie anfang april noch hängen, in ihrem ausreifendem hängen noch sichtbar, bis die eissaison (am schwedenplatz, aber auch in ihrer erfinderregion, am reumannplatz) endgültig und unwiderruflich eröffnet ist und die schanigärten unter den blättern sprießen, wenn früh am morgen, nach allen sprayern, alle eismarillenknödel von den platanen abgeerntet werden und – ausschließlich am reumannplatz beim tichy – als eigenerfindung angeboten werden, dann gehen sie weg alswie die warmen semmeln.
(am schwedenplatz die mangocreme aber ist auch nicht ohne.)



honiglauf Dienstag, 14. 4. 2009, 0:00

heuer hatte ihn eine arge ostergrippe erwischt. am besten, er würde sich den ihm kathartischen katarrh im schlaf abschwitzen. zuerst schaute er sich den film slumming an. im traum dann kam das therapeutisch so wertvolle erschöpfend-erschöpfte zähe rennen, hinterherrennen (man wartete, dringend, auf ihn), in einem so zähen medium, als ränne er in honig. er kam nicht vom fleck.
das bett in der früh war nass, als hätte er sich aus einem beinahe zugefrorenen karpfenteich rettend aufs eis gewälzt. hartbrandwichtel schwappten hoch, knapp vor der wasseroberfläche allerdings entschwanden sie und alles andere auch: kein inländerrumgeschmack mehr, nicht in wien, nicht in znojmo, im mund nicht.
das ärgste war überstanden.



unabdingbar Montag, 13. 4. 2009, 0:00

er (hanns schimansky) sagt: für das flüchtige ist zeit nötig. am meisten nötig ist müßiggang. müßiggang in sprödem milieu.
womöglich handelt es sich jedesmal um eine idee, die einen streift, außen war gar nichts. was aber täuscht. denn das feste zerfällt in einem fort, indem es vom flüchtigen abgeschliffen wird.

angela krauß, schimansky, der großonkel und ich (1998)

angela, du seismologin des müßiggangs.



… ist gerettet! Sonntag, 12. 4. 2009, 0:00

seit ende märz etwa, rechtzeitig zum alljährlichen abendlichtrettungsprogramm, dem umstellen auf die sommerzeit, hatte die bürgerlichkatholische qualitätszeitung österreichs damit begonnen, den sonntag zu retten, so der etwas abgegriffen klingende werbeslogan, für den sein frontdressman posierte. diese sonntagsrettung gelang, zweifellos, bedeutete aber keine verbesserung der lebens- oder gar der lesensqualität in diesem land, weil mit der erfüllung dieses katholischen grundsatzwunsches wurde leider in einem aufwaschen, wie man sagt, das ganze wochenende versaut. nämlich das spectrum, diese einzige nennenswerte feuilletonartige beilage österreichs (an sich gelte: man vermeide das wort österreich im zusammenhang mit dem zeitungswesen), erschien weiterhin in der – nun eintagsfliegenden – samstagsausgabe. wollte man durch diese unnötige sonntagsrettung die brauchtumsartige bargeldlose selbstentnahme der wochenendausgabe verhindern? weil: hätte man nämlich die wochenendausgabe wie bisher (gerne ohne lifting) beibehalten und sie gar zur kostenlosen entnahme auch für grundehrliche menschen (zu denen er sich rechnen wollte) freigegeben, dafür aber auf die sonntagspresse verzichtet, der verlag hätte sich, sicherlich, etliches erspart. den lesern übrigens auch, stellte er sich – … ist gerichtet! – vor.
(seinen osterspaziergang aber wollte er sich davon nicht betrüben lassen.)



setzkasten Samstag, 11. 4. 2009, 0:00

setz verzaubert.
indem er den dingen eine wesenheit, persönlichkeit, ja, eine person gibt bzw. seine traumwandlerisch erläuternden vergleiche einer kindlichen welt entnimmt, die wir alle auf immer in uns tragen und die uns deshalb vertraut ist. und der macht (setzt) das ganz ohne selber kindlich, gar infantil daherzukommen. l’enfant et les sortilèges fällt mir ein. aber viel weiser.



schokoladelesen Freitag, 10. 4. 2009, 0:00

setz, noch einmal, d.h. immer. da hat man doch schon einige bücher gelesen, meint man, und dann das. lesen wie schokoladeessen, zum langsam auf der zunge zergehen lassen und entzückt schnalzen, in einem fort und kalorienfrei noch dazu.
das hatten wir schon.
aber, weiter, beim lesen taucht die vorstellung auf, gar kein weiteres buch mehr zu brauchen, das endgültige buch gefunden zu haben. am schluss brauchst du nur von vorne wieder anzufangen. und es ist (o-ton setz) ohnehin ein langes buch.



welt, binär Donnerstag, 9. 4. 2009, 0:00

ob bipa oder dm eine ähnliche grundsatzfrage ist, die geister scheidend wie beatles oder stones?
und: schlecker? (beachboys?)



einhalt! Mittwoch, 8. 4. 2009, 0:00

wie man aa in so â langer zeit aaah des a redens ä freien vortrags ää vortragens jaa aa wohlvorbereitet allein durch faktotumseraakennungsseidenaaaschal samt aaaahh knoten naja a schlinge und halbbrille aa geisteskulturundsozialwissenschaftlicher lesebrille nicht a zum lesen sondern aa aah zum aaaaa gelehrt über den aaaaaaaaaa rand schauen â und das aa wollte aaa darauf wollte ich aa schon immer schon hinaaaweisen aaaa wie das a geht aa dass einer in â soo langer aaaa zeit sowas von aaaahh überhaupt nichts also aaa inhaltlich nichts ausschließlich zeit in stickiger bibliotheksaaaalluft verbrauchend buchstäblich nichts aaa sagen kann sich nichts dabei aaaa zu denken in sooo langer zeit anderer aaaaaa lebenszeit mit genau nichts an aaaaa inhalt verbrauchend sagen kann das wollte aaa darauf aaaa sollte auch endlich a einmal aaa hingewiesen werden ohne umschweife und aaaa unumaaaaaawunden wenn sie sooo aaaa lange ääh zeit a haben wie gesagt um es aaaaa auf den bungt zu a bringen direkt und ah äh aah unverblümt genau mitten hinaaaaahinein zaaaaaak wie man so aaah sagt verrät ihnen wenn sie ihn aaaa fragen (der doppelvorname bürgt für â ausdauer) h.-c. e.
unter a anderem bei den in wiener anhörungen ääh umzubenennenden einleitungsworten zum aaa geleitwesen eines wartenden, zuvor noch interessierten aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa bublikums.



dopingverdacht Dienstag, 7. 4. 2009, 0:00

diese merkwürdige antrittsstärke bei der privaten eröffnung der fahrradsaison, diese lust und ausdauer, auch die direttissima zu wählen, wenn es auch zwischendurch steil und zum keuchen war, aber eben nicht sosehr alswie befürchtet. woher er nur diese kraft nahm, nach einem langen lahmen winter, jedes jahr wieder war er überrascht und hatte keine letztlich glaubwürdige erklärung. vielleicht wäre die beste trainingsmethode fürs radfahren, es einfach stehen zu lassen, das radl. man musste ja nicht gleich zu irgendwelchen spezialärzten, denn außer zahnarztbesuchen konnte er sich an keine verdächtigen medizinischen begegnungen erinnern, es sei denn, er hatte alles verdrängt.
auch er würde seine hintermänner noch preisgeben müssen.



reisig (2) Montag, 6. 4. 2009, 0:00

aus technischen gründen heiratet zum zweiten mal innerhalb kürzester zeit meryl streep pierce brosnan, luftoperettig. jahrzehntelang war sie seit der scheidung von und mit dustin hoffmann single gewesen. diese neue ehe nun wurde lautlos vollzogen bzw. geschlossen, und aufgrund der turbulenzen möchten wir sie bitten sich anzuschnallen, alles hüpft auf den klappflachbildschirmen in der kabine, oh mamma mia. die reisigen senioren nehmens gelassen und applaudieren am schluss voll begeistert über das wunder.



reisig (1) Sonntag, 5. 4. 2009, 0:00

die reisesenioren, wie sie beim willigen warten aufs einsteigen in ihren blousons sich durch lautlos lippenspitzendes pfeifen routine vorspielend gelassenheitsmut machen. wollen.
blutdruck.



nomenomen (2) Samstag, 4. 4. 2009, 0:00

durchschnittshässlich, das bedeutete allerdings eine ziemliche dichte ziemlich in der mitte der gaußschen normalverteilungungskurve. sich uff! und: autsch! beschwichtigend gelang es ihm, das zu schätzen, was einem im wintertourismus an rosa fleischgewabbel von wulstzombies erspart bliebe, führe man freiwillig in eine freizeitvergnügungszwangshandlungslandschaft wie das hannibalische undalso durchunddurch gottferne ischgl. oder so.



nomenomen (1) Freitag, 3. 4. 2009, 0:00

vorm heimfliegen ausschließlich aus logistischen gründen eine nacht im pauschalhimmel, der hier los christianos hieß, und wie der name sagt, konnte es sich hier nur um zumindest die vorhölle handeln (hätte man sie nicht unlängst abgeschafft; aber diese v.h. war ja für unschuldig ungetaufte kinderseelen – eine mehrheit hierzuweltteil ist ja ungefragt unschuldig getauft – eingerichtet; sie haben noch weitere auf vorrat, mit einrichtung nach wunsch, sandammeergleich ist ihre zahl, je nach bedarf).
richtig, sandammeer gab es hier auch, und, wie gesagt, diese eine vorhölle nannte sich los christianos. es gab tatsächlich menschen, die gezielt hierher reisten, rein zum zeitverbrauchen, so fad schauten sie alle drein. und so viele durchschnittshässliche menschen (© franz schuh) auf einmal, dass es so etwas gibt. vor allem die briten wollten ganz offensichtlich wirklich wie billiger, in viel fett herausgebratener nitritpökelsalzfrühstücksspeck aussehen, sie setzten sich der sonne in all ihren erscheinungsformen aus, auch als zeitung, und sie trugen ihre streifen, wie man anderswo gamsbärte trägt.



weit zurückgesehnt Donnerstag, 2. 4. 2009, 0:00

er war auf atlantis gewesen, und wie stets war es ihm erst im nachhinein bewusst (was für ein wort!) geworden, dass er in atlantis gewesen war, dem atlantis, jawohl (wenn wir auf atlantis waren, merken wir es immer erst im nachhinein). nämlich nachts, diese absolute stille, die nichts beängstigendes hatte, sondern ein gefühl des heimgekehrtseins, absolute stille, unvorstellbar, wenn die kröten mit ihrem gattungsgemäßen gesang (dem kröten; frösche quaken) aufgehört hatten und ehe der erste morgenhahn krähte, annähernd also acht stunden war es still, vollends, nur der allerleiseste lufthauch war an den härchen der unterarme zu spüren, sonst nichts als still!
(er musste ein ausrufezeichen machen, um sich der stille abermals inne zu werden, und es überkam ihn große dankbarkeit. kein untergang – ein übergang, wie von weither.)



hotel kafka Mittwoch, 1. 4. 2009, 0:00

no hay salida
hotelganghinweis, spanien (landesweit)

es gibt keinen ausweg. ein verdikt von kafkaischer (hier nicht: -esker!) wucht. also nehme ich den lift, wenn ich ihn auch in der brandfalle nicht benutzeln soll. vorm hotel, entkommen, muss ich feststellen: es gibt keinen ausweg. es hat nie einen gegeben. ich aber ändere nicht die richtung. mausaus. weil no hay camino, hay que caminar – es gibt keinen weg, du musst nur gehen.
weg aus atlantis, weg aus seinem nebenhöhlengomorrah. eben. abheben. salida.



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