dezent trostlos Montag, 30. 6. 2008, 0:00

zentralfriedhof, die nekropole.
rechts und links vom ausgang der verabschiedungshalle, grandiose trauerarchitektur, hochgestellte granitquader mit oben einer eingelassenen schale, in der mitte ein loch. seitlich in klaren lettern die beschriftung: kein mistkübel – nur für asche.
wo wäre, konsequenterweise, der mistkübel zu finden?
(ich kann es mir nicht vorstellen.)



vorbei. und weiter | em-bulletin (22) Sonntag, 29. 6. 2008, 0:00

doch auch wiener madln müssen sterben,
wenn der herrgott es will

georg kreisler, der tod, das muss ein wiener sein

die älteste österreicherin ist gestorben, haben sie gemeldet.
das verstehe ich nicht, weil wenn die älteste österreicherein gestorben ist, gibt es ja gleich (unmittelbar, sofort) eine neue, gewissermaßen junge älteste österreicherin, dann die nächste, noch jüngere älteste österreicherin undsoweiter, bis alle ältesten östereicherinnen gestorben sind und österreich nurmehr ganz junge östereicherinnen hat, die sind so jung, dass sie, selbst wenn sie der tod mit dem berühmten kreislerschen na kum scho holen würde, selbst dafür zu jung wären, so ist das und so ist es natürlich auch viel besser.
oder hat die so besehen alarmierende meldung doch nicht (oder nur scheinbar) der verewigten einhundertzehnjährigen greisin (im februar noch feierte sie ihren hundertzehnten geburtstag) aus graz gegolten, sondern jenem im august 1908 der lösserde zu willendorf entnommenen, bewusst also erst hundertjährigem (bitzie, das ist doch kein alter nicht heutzutag) diluvialen dornröschen, welches im gegensatz zum echten hundert jahre nicht geschlafen hat, vorher dafür aber ein zeitl, und so gesehen wäre es schon lange her, dass die älteste österreicherin gestorben ist, wenn sie das so auch gar nicht gewusst haben dürfte, nicht einmal die tieftrauernden hinterbliebenen, und man hat ja auch den partezettel bis heute nicht gefunden, wir kennen die namen nicht, vielleicht waren es amend gar keine österreicher, keine österreicherin die älteste österreicherin, und dieses land kann weiter altern, vergreisen, ohne dass ihm die ältesten österreicherinnen lawinenartig hinweggerafft werden.
mit dem ende der fußballeuropermeisterschaft werden dann auch die polizisten zu lächeln aufhören dürfen, alles wird ehrlicher, wir sind wieder unter uns, altausseher, bad ausseher.

———————————————————————————————————————

draufsichten

mit dem ende der fußballeuropermeisterschaft werden dann auch die polizisten zu lächeln aufhören dürfen, alles wird ehrlicher, wir sind wieder unter uns, altausseher, bad ausseher.
kroneleser seit em und je em und immer wieder immer wieder.



grrrrrrrû – hhn? | em-bulletin (21) Samstag, 28. 6. 2008, 0:00

die tauben wiens, würstlständige geier. füttern verboten, mahlzeit!

wie bitte?
ernst jandl

———————————————————————————————————————

draufsichten

wir sind im finale. wenn schon nicht wir altösterreichischen kroaten, die was ja von den neuösterreichischen türken hinausgeschmissen worden sind aus europa (oder sinds die iren, die was die krowotn nicht nach europa kommen lassen?), deutschland (österreichische beutehymne, irgendwas war da noch, ich habs vergessen) und vor allem aber spanien (die habsburgerlinie, man gehe ins kunsthistorische museum erster stock rechts vorne das eck und erfreue sich an den velazquez), das ist doch nix anderes wie österreich (gut, holland wärs auch gewesen, ebenso die schweiz – weil wo steht denn die habsburg alswie oberhalb brugg ag), umso mehr als noch der zukünftige altkanzler mit seinem widerlichen europäischen kronenkriechbrief sich der dichandokratie undalso der krone unterworfen hat, der kommentator hat schon schön geübt, wenn sie das spanische thronfolgerpaar gezeigt haben, königlicher jubel kann auch ausgelassen sein, dem ist sicher dabei jedesmal ein achterl ins hoserl gegangen, deshalb auch die manchmal recht langen kommentarpausen, die für nichts anderes als zum hosenwechseln gebraucht werden, nach dem royalistischen einwischerln (achten sie auch beim finale drauf, es ist mit der gesamten hl. familie zu rechnen!), einen königlichen sportkanzlersposten wird der inkontinente fernsehsprecher dafür von hans dem untoten (weshalb sich eine kennziffer, etwa dem ersten, erübrigt) als erblehen kriegen.



ehestens | em-bulletin (20) Freitag, 27. 6. 2008, 0:00

in österreich wird jede zweite ehe geschieden, hat die statistik austria herausgefunden.
selber unterverheiratet (was nichts zur sache tut), kann ich so eine rechnung nicht verstehen. das würde ja bedeuten, dass, bis es soweit kommen kann, dass eine (die zweite) ehe geschieden würde, zuerst einmal eine zeit der (statistisch erfassten!) bigamie dieser (statistisch verlangten) scheidung der zweiten ehe vorausgehen müsse, worauf wieder zur ersten ehe zurückgekehrt würde undsoweiter. was mich, denken wir an liz taylor und andere, freudig stimmt, ist, dass die ehen von numero drei bis infinit keiner weiteren scheidungen bedürfen. einen sonderfall (und damit belege ich kurz mein seitenblickendes interesse an rubriken wie leute) stellt das sparmodell der westlichen welt, die dame mit den klumfüßchen und den schönen zähnen (es müssen deren mindestens vierzig sein, so übernatürlich bezaubernd und normal, wie du und ich lächelt sie) dar, die mit ihrem ebenso unerträglich attraktiven ehegespons namens seal (engl., übersetzbar als: robbe, seehund; plombe, verschluss, dichtung und, das wird wohl gemeint sein: siegel) jedes jahr aufs neue heiratet, weil wer so glücklich ist, für den dauert die ewigkeit maximal ein jahr, sicher ist sicher, und jede zweite wird sowieso geschieden, wissen wir, und so sammeln sich, gleich den milchmännern bei monty python’s, siegel um siegel im hause klum an, klumpen sich zusammen, ein paar seehunde werden auch dabei sein, und soll sie doch froh sein, dass sie nicht mit john malkovich verheiratet ist, in erster ehe.

———————————————————————————————————————

draufsichten

em: spanien will ins finale
em: russland will ins finale
em: türkei will ins finale
em: deutsche: “jetzt werden wir europermeister!“

(teilw.) orfon

merke: du kommst höchstens so weit wie das von dir gesteckte ziel.
allerhöchstens.
(möglicherweise.)



antiorch | em-bulletin (19) Donnerstag, 26. 6. 2008, 0:00

was orchideen verunmöglicht: überdüngte wiesen, aber, umgekehrt, wenn man ihnen nicht eine regelmäßige mahd angedeihen läßt, weil sie ansonst verbushen, da kann keine hyazinthe noch frauenschuh keimen, erzählt der kundige forscher vom leben der natur.
wenn doch amerika im nationalpark gesäuse gelegen hätte die letzten acht jahre. hat doch das universum auch einmal ganzklein wo hineingepasst (schon gut, dieses wo war ortlos, jedoch: amerika gibt es nicht, bichsel hat es bewiesen!).

———————————————————————————————————————

draufsichten

beide mannschaften hatten zu lange zu gut aufgepasst. für eine derart unglaubliche verteidigungsleistung aber sieht das reglement ein strafgericht vor. in den minuten nach der verlängerung verdichteten sich also derart die torchancen aufs dramatischste: das auselfern.
und herr berluskoni kommt nicht nach wien, immerhin.



fußwarm, frequenzsteigernd | em-bulletin (18) Mittwoch, 25. 6. 2008, 0:00

im montafon werden hotelbetten knapp, textet orfon in seiner tourismusbesorgnis gewohnt platzsparend. ich schlage vor, die montafoner bettfußenden nicht mit den rustikalen begrenzern (das m. ist ja nicht der b. wald), also querbrettln zu versehen, sondern den füßen der schläfer den über das knappe bett hinausragenden luftraum zur freien verfügung zu stellen bzw. legen, es ist ohnehin sommer, juni, das blut kocht, und aber bitte keine socken nicht, das ließe nämlich das partnerliche gefrieren; im winter kann man dann eine spezielle montafoner fußsackdecke anbieten, denkbar wäre auch warmluft-on-demand für die füße, den montafön®, ein kleiner adapter beim verflachungsbildschirm genügt.

———————————————————————————————————————

draufsichten

das hollandspiel, khakifruchtfarbener elchtest für alle flachbildschirme.
verloren.



bekehrt | em-bulletin (17) Dienstag, 24. 6. 2008, 0:00

was machen eigentlich die rauchfangkehrer nach 9.00 uhr? ich meine, das jahr über, nicht wenn es mit aufgehaltener hand (wie man mit einer solchen supinationen haltung putze?) an den weihnachts- und neujahrsbrieftaschelkehraus geht: egal wo du wohnst, der gnadenlose glücksbringer kommt eher um halbsechs als um halbzehn, gnadenlos wach stapft er herein, und findet er was, das es zu tun gälte, verweist er aufs büro, da, machen sie sich einen termin aus. eh freundlich, jaja.
johannistag. der winter kann kommen.

———————————————————————————————————————

draufsichten

fanartikel der ausgeschiedenen länder
- 25%
ausgenommen österreich

ätschbätsch, wir sind noch dabei, unverwindbar.



verbunden | em-bulletin (16) Montag, 23. 6. 2008, 0:00

ernsthofen, nebenbahnnebenan, der satellitenschüsselwald in der eigenheimsiedlung. je größer der teller, umso informierter ihr förster.
oja, antennenwärter, strahlenimker leben da, das surfen ein schleudern.

———————————————————————————————————————

draufsichten

ich, ich, ich, ich,… schon nach dem viertenmal ein sinnloses wort.
lars gustafsson, der tod eines bienenzüchters – das beschädigte buch iv:4

türkiye (3x)
hrvatska (3x)
(…)

nach einem selbstversuch (einmessstufe: drei viertel) muss ich sagen: so richtig inhaltsvoll ist das mehrmalige rufen eines namens auch nicht gerade oder.
(gilt auch für andere ländernamen, ebenso für gottheiten undoder automarken.)



dominante | em-bulletin (15) Sonntag, 22. 6. 2008, 0:00

sie muss die schwester oder die cousine vom herrn spitzl gewesen sein (die frau war sie nicht, dafür roch herr spitzl mit seinem gustavgansgewellten haar etwas zu rosenholzig), die logopädin, eigentlich eine sprechdomina, alle vierzehn tage kam sie ins konferenzzimmer im ersten stock, man wurde ihr einzeln zugeführt, ihre knochigen spitzen finger schlossen sich wie schraubstöcke an deine kiefer, und mit aufgepresstem mund musstest du sätze sagen wie susi sitzt auf einem weißen sessel, das sagte immer wieder ernst und streng vor, eine brille hatte sie auch, an einer kette, wie auch sonst, ansonsten war sie geruchsneutral, immerhin, vor dir musstest du den vom papa ausgeborgten rasierspiegel halten, damit du in dein maul schauen konntest, die zunge rollen, alles umsonst, und manfred salat hatte es allerdings besonders schwer, das s im namen (wie heißt du? – çalaat), manfred war vor dir dran, sie überzog mit ihm regelmäßig, weil er, es half alles nichts, solange ich ihn gekannt habe maximal in der lage war zu çuçi çiççd auf einem weiÇn çeççl, und würdest du ihn heute treffen, es gäbe keinen anlass anzunehmen, dass sich irgendwas geändert hätte, und womöglich hat er auch das wochenendhaus in steinbach von seinen eltern übernommen, angestellte, das hatten sie davon.
später erfuhrst du, nicht von der logopäderastin, dass du beim sprechen die zunge nicht über die zähne hinausschieben durftest, und das problem löçte sich wie von selbst auf. wie das aber ohne die grundausbildung im konferenzzimmer nachm salat gegangen wäre, wir wissen es nicht.

———————————————————————————————————————

draufsichten

beide mannschaften können nicht gut verlieren, hat es über die türkei und kroatien geheißen, gemeint waren wohl die von ihnen symbolisch elffach vertretenen landsmänner und -frauen, vor allem aber auch ihre in ottakring und floridsdorf in guter nachbarschaft lebenden, hierher ausgewanderten anhänger mitsamt ihren hier aufgewachsenen und aufwachsenden angehörigen.
als österreicher in zweiter spur

© orf | herbert neubauer

(sympathisch: etliche haben zweierlei fahnderln auf ihren tiefergelegten bmws und spurverbreiterten golf gtis, doppelte patrioten; das nimmt druck vom künstlich efpeösterreichisch postulierten kelomat und auch den faulenden orangen wind aus den segeln am wörthersee) sollten sie aber bitte doch schön langsam anfangen sich zu integrieren: verlieren, wenn man es nicht kann, kann man lernen, zumindest studieren, auf österreichischem rasen kann man da zu jederzeit etlichen stillstand, rückzug studieren, österreich, beinahe weltmeister im verlieren, aber jetzt ist ja nur die europermeisterschaft, und beim segeln werden wirs euch schon noch zeigen in beijing oder war da noch etwas?, achja roboterfußball, das geht auch im winter.



yn | em-bulletin (14) Samstag, 21. 6. 2008, 0:00

wer sind die dynamischen licona-models auf den umschlägen der so dringend beliebt wie benötigten selbsterfolgs- und ich? – a geh!-management-ratgeber, sowas von erfolgreich, alle!?
wo kann ich mich mit den meinigen impulsgesten bewerben?

———————————————————————————————————————

draufsichten

why’s evrerybody always kickin’ at me?
nach: charlie brown (the coasters)

nochwas für die (=uns), gegen die immer wieder gehaxlt wird. wir zahlens euch heim, und die schwalbe wird beim schifahren (oder, besser: beim schispringen, dort, noch besser: der albatros) eingeführt, mit haltungsnotenbewertung, hundert punkte, mindestens.
und für den fußball gibts den phönix als trophäe. schmeckt am süßesten noch in der asche.



damisch | em-bulletin (13) Freitag, 20. 6. 2008, 0:00

vor den vielen damen floh
er verdutzt aufs damenklo
heroische legende

sommerfestwochenpressekonferenz. die liebenswürdige intendatin (rührig, das wäre abwertend) mit ihrer damenrunde, er war als geschäftszweck (künstler) geladen. alles komplett.
dass er sich auf der damentoilette verbarg, muss als unbelegte legende gelten. im übrigen war er, außer im freien (in den schnee etwa), überzeugter sitzbrunzer.

———————————————————————————————————————

draufsichten

die biene spricht sich durch summen mut zu.
harald gsaller

fußballfans fleissiger völker, wie mutig, wie unermesslich!
am morgen danach: heiser bis aphon, immer aber noch mächtig mutig.



obacht (2) | em-bulletin (12) Donnerstag, 19. 6. 2008, 0:00

nachfrage, und weil er in gmunden hölzern zur eröffnung fest reden wird: wem sähe franz welser-möst ähnlich? jack unterweger?
obacht!

———————————————————————————————————————

draufsichten

öfb: optimistischer blick in die zukunft.
orfon, 17.6.2008 (nachmittags)

seitenwechsel: pessimistischer blick zurück (über die schulter, s’ferscherl, rückziehernd).

undaber: im hoffen ist (bis aufs h) alles offen.

bleiben wir realistisch. (…)
äh, blei-ben?! unmöglich!
wir sind österreicher, immer wieder.



obacht (1) | em-bulletin (11) Mittwoch, 18. 6. 2008, 0:00

pressegespräch.
ob der aus amstetten sei, fragt einer feixend, wie er christoph ransmayr am titelbild der heurigen salzkammergut festwochen sieht, bru ha ha.
reflexartig fahre ich ihn an: sind sie kulturredakteur? – nein – ist auch besser so! (ende des brüsken dialogs.)
es war kein journalist, der so einen (man entschuldige die – hier notwendige – tautologie) dummen blödsinn verzapft hat. schlimmer: künstler, dirigent.
im august werde ich zu don giovanni helfen; der steinerne gast, er möge ihn vom podium mitnehmen. künstl. tiefschlaf, zumindest.

ransmayr indes stammt aus wels, und er ist nicht desolat.

———————————————————————————————————————

draufsichten

montag, ärztestreik. prominente fiebern in ganz wien mit. ob es und was es geholfen hat, wird sich mit wissenschaftlicher gewissheit letztlich nie ganz sagen lassen können, der österreichische verbmodus war und ist seit eh und oje der zweite konjunktiv, am dritten wird gearbeitet, die beta-version liegt vor, bereit zum herunterladen.



uaahhh! (3) | em-bulletin (10) Dienstag, 17. 6. 2008, 0:00

künstl. tiefschlaf.

österreich, kunstvaterland!
ernst jandl, die humanisten

———————————————————————————————————————

draufsichten

spanien dank villa vorzeitig im viertelfinale.
orfon, 15.6.2008 (mittags)

wen aber haben die iberer mit dem kauf eines (sicherlich repräsentativen) bungalow (in welcher toplage?) bestochen? und: was nützt es ihnen, vorzeitig dort zu sein, allein spielen ist fad und die warterei alles andere als bequem.



uaahhh! (2) | em-bulletin (9) Montag, 16. 6. 2008, 0:00

wie doch die medizin fortgeschritten ist, es ist zum gähnen: war früher die universelle akuttherapie der aderlass, dann das gute morphium (auch penicilin, tetanusspritze, nicht zu vergessen der gipsfuß, bei den pythons die lobotomie und, bei noch gebildeteren, globuli, als komplementärmethode: bachblüten), so ist es heute, bei jedem leid zu jederzeit, der sog. künstl. tiefschlaf.
sowas das wohl über unsere zeit aussagen mag. und: wo sind die prinzen, die sich durch die rosenhecken kämpfen?

———————————————————————————————————————

draufsichten

das ereignis im strafraum überschlägt sich.



uaahhh! (1) | em-bulletin (8) Sonntag, 15. 6. 2008, 0:00

das paar wurde im ukaha kalwang in künstlichen tiefschlaf versetzt.
ö1 nachrichten, 2.6.2008

als paar? wobei sind die bedauernswerten opfer akut verunfallt?

(zu diesem tragischen ereignis kann nicht gepostet werden.)

———————————————————————————————————————

draufsichten

jetzt wieder kontinentweit auf originellen pissoirs: das lulugoal, mit hängendem

häuslgoal, wie gesagt

ball, für den mann mit spieltrieb in der pause.

und am damenklo?



plusminus | em-bulletin (7) Samstag, 14. 6. 2008, 0:00

liebe hat zwei varianten
werbebotschaft

was sei die andere?, frug er sich und kratzte sich an seinen

haarresten am hinterkopf.

———————————————————————————————————————

draufsichten

nicht erlösung ist uns geschenkt worden, sondern das, wovon zu erlösen ist. so hält es das land in atem. erlösung (erlösung!) aber gibt es immer und nur im letzten moment, weil mit ihr kann ja nur der letzte moment gekommen sein, dieser blitzstrahl, der verklärt, was er verzehrt, zerstören muss, in der nachspielzeit zumal.
dass man aber einem einseins erlösungsmacht zuschreibt, ist auch schon wieder sehr österreichisch, letztlich ist die lage hoffnungslos, aber nicht ernst, reziprok zur deutschen lage, und auch das hatten wir schon einmal, mehrmals.
und am montag haben wir, originalzitat ausm fernsehen, ein echtes endspiel, was für ein glück durchströmt das land. es wird, letztlich und sooderso, erlösend sein.
aaaah.



zeitreisende | em-bulletin (6) Freitag, 13. 6. 2008, 0:00

gegenüber in der s-bahn, die junge dame, sie sitzt da wie eine alte ägypterin, sehr aufrecht, sehr symmetrisch hat sie ihre hände um die handtaschenecken am schoß gewinkelt, eine strenge, nicht unsympathische brille, dazu sandalen und keinerlei erkennbare mimik. verstohlen spähe ich hinüber, ob ihre körperachsen auch klassisch mehrmals um neunzig grad verdreht sind: ja.
als tuut-anch, tuut-anch das telephon geht, spricht sie feines wienerisch, aber ganz deutlich (zugleich, das geht!) geschliffenstes hieroglyphisch.

———————————————————————————————————————

draufsichten

wenn aber alle menschen so standfest wären wie manche fußballspieler, die ganze kärntnerstraße würde sich permanent am asphalt (und über die unnedichen musikererinnerungsplatten) wälzen. obwohl, fußballer heißt der kurzzeitberuf ja kurz gesagt, und probieren doch einmal sie, ihre füße zu ballen, wie das die faustballer mit ihren händen machen (österreicher, typischerweise: im hosensack), ohne, dass es sie schmeißt, ich meine, zweimal fünfundvierzig minuten, sind ja letztlich alles zerschnürte chinesinnen, und so betrachtet steht, geht und läuft es eigentlich eh einigermaßen.



umfahren | em-bulletin (5) Donnerstag, 12. 6. 2008, 0:00

der tautologische kreisverkehr in schwechat: viermal in der mitte rechtswärts weisend: umleitung.

na was denn sonst?

———————————————————————————————————————

draufsichten

statt public viewing public fewing. die österreicher, nepperfahren, wie sie sind, meiden die offiziellen anhängerreservate, bittenichtfüttern. sind ja nur für trelleborger, dubrovniks, den iwan undsoweitrige deppen.
schon klagen die neppwirtn, die ja nie nicht neppen wollten, aber von der bösen eu zum neppen gezwungen wurden: keine neppwilligen an den net billigen standln, die keiner braucht, nicht einmal in glücklichen stunden.
da haben wirs, genau, die eu! ist schuld, lässt sich trefflich agitieren in österreich, gar im südlichen jammerstädtchen, klagenfurt, so ein namensgeschenk, und denen in brüssel zeigen wirs nämlich: wie es ausschaut wird österreich zumindest im fußball den austritt aus der eu (unter protest!) vollziehen können, warte nur, balde, und jetzt erst recht verstehen wir, warum sich österreich, mit allergrößter begeisterung der freistaat kärnten, um die öro beworben hat, es handelt sich um einen protesttestballon fürs auseuropaaustreten, ich schlage vor, sich nächstens beim ozeaniencup einzutragen, dies nebenbei, insel der seeigeln hat einmal ein papst selig gesagt, wobei er missverstanden wurde.



umworben | em-bulletin (4) Mittwoch, 11. 6. 2008, 0:00

jetzt wieder flächendeckend auf stromkästen und oberleitungsmasten in wien: das plakatierenverbotenplakat, dezent in warmem grau-weiß.
plakatieren verboten, vielversprechender ensemble- oder projektname in diesen zeiten oder nicht.

———————————————————————————————————————

draufsichten

fanzonen laufen sich nur langsam warm, dichten die cheftexter von orfonline, und eines kann man schon jetzt, nach der ersten runde, mit sicherheit sagen, nämlich, dass es ein segen ist, dass, obzwar keine englischsprachige mannschaft (auch malta nicht!) mitspielt, die europermeisterschaft froh sein kann, dass zumindest den schön englitsch sprach mitmacht, um es, ernst jandl entliehen, zu verdeutlichen. nämlich in den fächergebieten würde ansonsten statt des schnittigen public viewing ernüchterndes öffentlich schauen geboten, undaber da sind wir seit eh und je sieger, wödmasta, zugeschaut wird im schönen land, wo seit jeher die sich einmischende zivilcourage schon allein deshalb nicht besonders ausgeprägt ist, weil so wenige menschen französisch gelernt haben (was wäre das auch, bürgermut?), und wegen eines unentschieden gegen rumänien (chacun joue son jeu, hat ihr trainer gesagt, eben, da hammas) werden wir unsere volkshochschulen auch nicht gerade stürmen; am rasen wird dieweil beherzt geschaut, schaun wir einmal, dann werden wir schon sehen, wer das nachsehen hat.
für die lauwarmen anhängerbereiche aber schlage ich vor, weil der wiener will ja für alles spezielle, ihm in der folge ans herz wachsende namen hergeben (ulf für die flachstraßenbahn – in den 50ern hätten sie sie wohl, nachwirkung tausendjährigen sprachgebrauchs, flastraba genannt, sackerl fürs gackerl fürs sackerl fürs gackerl, …), sie schlicht und einfach hansi zu nennen, weil nicht nur der kanari und das oachkatzl wird hier so genannt (stadtparkhansi sagt man im schönen, leider fußballfreien graz), sondern auch die neige, wie unsrere deutschen gäste zu sagen pflegen, der durch handwärme von seiner erfrischenden kühle aufgetaute lauwarme rest im bierglas, der lauwarme hansi eben, und was passte besser für sich nicht (oder nur langsam) warmlaufende fanzonen, gar wenn sie jetzt, wie in salzburg, eine glückliche stunde (sie dauert fünfmalsolang wie eine herkömmlich-unglückliche) zur hebung der stimmung und des gefahrlosen plastikbechers aufbieten, prost.

———————————————————————————————————————

achja, zweckdienliches: heute, 19.00, in der alten schmiede, wien

(zitiert:) ausgehend von der frage, wieweit das phänomen fußball für die gesellschaft als auch mittelbar für die dichtung relevant ist, unternimmt franzobel eine glossale reise durch die diversen spielfelder und spielkulturen, um alltäglichkeiten zu bedichten, große resultate kleinzureden. wenn fußball so etwas wie ein neues esperanto darstellt, dann müssten sich daraus doch auch universelle referenzen ergeben.
bertl mütter begleitet ihn dabei nicht nur kongenial auf der posaune, sondern unternimmt ähnliches mit fangesängen und hymnen.
gemeinsam performen sie sich in einen vortragsrausch, der sich mit nichts vergleichen lässt.

eintritt frei, allerhand



boschsch | em-bulletin (3) Dienstag, 10. 6. 2008, 0:00

kartoffelpuffer, die sich mit zusammengekniffenem daumen und zeigefinger freuen, wie gut sie schmecken, schweine in fleischerkluft mit umgebundener serviette, hühner, die sich und uns begeistert blinzelnd den weg zum hühnerparadies weisen: ob die das wirklich wollen?
umgekehrt: wie sähe demnach der menschenhimmel aus? – boschsch, war er sich ganz sicher.

———————————————————————————————————————

draufsichten

ich würde schon sagen, dass wir jetzt im spiel drinnen sind, bilanziert herbert prohaska bei seiner ananüse zur halbzeit, es steht 0:1, positiv. positiv auch die bilanz der weiteren sicherheitskräfte, nur 140 verhaftungen in klagenfurt, in wien ist die ganze sache überhaupst gar nicht einmal der rede wert, und vollsuper – man müsste, bei den gestürzten treibstoffpreisen sagen: diesel - ist auch, dass 750 soldaten mithelfen, im sommer haben sie ja zeit und müssen nicht den auslauf der bergiselschanze und gleich darauf die streif präparieren, warum helfen sie eigentlich nicht beim sagen wir: novarock oder beim konzert in schönbrunn oder gar in mörbisch (als operettenhusaren getarnt) mit, da könnte man doch auch mit den die sicherheit erst erzeugenden örofeitern und den black&decker hawks frieden machen oder nicht, und organisieren sie einmal eine kulturveranstaltung, und stellen sie ihre zufriedenheit über die nur 50 verhafteten zur schau, saazesdeppat heißts da, mit unserem geld, so a frecheit, sauerei, abdrehen!
schön, dass beim fußball alles so friedlich ist, wirklich wahr.

dass die deutschen gegen polen entgegen meiner logischen prognose dochnoch 2:0 gewonnen haben, verdanken sie dem beutegermanen podolski, aus italien stammt der ja eher nicht oder. also hatte ich recht.
und, österreich, weiter so, beherzt, moralisch einwandfrei, und kratzen und beißen tun nur die andern, und die sollen bittejanicht so wehleidich sein. ich echt: das beherzt verlieren© prädestiniert uns schon jetzt zum europermeista der herzen (zumindest der vorrundengruppe b), gibts etwas schöneres, ich meine: für uns.



corporate design | em-bulletin (2) Montag, 9. 6. 2008, 0:00

die kopiergefrästen länglichen holzköpfe der eineiigen feinmechaniker mit ihrer nanopräzisionsdrehmaschine, ideal für idente dämpfer aller art, was für ein eindrucksvoller nonverbaler leistungsbeleg, und nächstes jahr kämen sie mit den posaunendämpfern, hofften sie.
er war sich sicher, dass auch die muttermale an der gleichen stelle sitzen würden, und was wäre auch ein posaunendämpfer ohne muttermal? – eben.

———————————————————————————————————————

draufsichten

binnen zwei stunden sind am sonntag 400 pkws und zehn busse beim ernst-happel-stadion eingetroffen, erfahren wir im österreichischen anleinleitmedium, was immerhin, moment, ich rechne nach, bedeutet, dass exakt alle 12 minuten ein bus daherkommt (der 35a fährt öfter, selbst sonntags), dazu alle 18 sekunden ein auto, da kannst du recht gemütlich die straße überqueren wenn du brav linksrechts schaust, der eine oder andere schauer kann heute abend nicht ausgeschlossen werden, sorgt der wettersprecher vom radio bereits mittags für volle stadien, in wien alswie in klagenfurt, was letztlich auch das spielfeld bevölkert bleiben ließ, je ein volk pro seite, macht vier am abend, das genügt, danke vielmals, wir melden uns bei ihnen.
und was habe ich gesagt wer gewinnen wird? – eben.

nachfrage: wann und wo wird eigentlich die völkerball-em ausgetragen? (teilnahmeberechtigt sind ausschließlich wurschtfingrige kurzsichtige pykniker.)



adriatisch (cáorle nordnord) | em-bulletin (1) Sonntag, 8. 6. 2008, 0:00

unlängst, nordseitig südwärtsschauend, auf einem balkon vor der s-bahnstation geiselbergstraße, eine hollywoodschaukel, inbegriff luxuriösen lebensstils.
da mario, die pension in cáorle, hatte anfang der 70er-jahre keine, das giuliettaromeo, hotel!, wo die salats gewohnt haben (er hat immer tschulettaroma, betonung auf tt, gesagt) hatte für seine gäste drei!
die salat, da war halt er ein angestellter, dafür aber hatten sie, als bürde, ihr wochenendhäusl in steinbach, kalt, feucht und schattig war es da, das hatten sie nämlich davon (womit das aufgelegte da haben sie den s. erfolgreich umschifft werden konnte), mhm (m – hochziehend; hm – niedernickend, durch die nase bei leicht geschürzter oberlippe; vgl. laurel bzw. hardy, wenn der eine beim anderen erfolgreich sein revanchefoul – das abschneiden der krawatte oder den berühmten gestreckten finger ins aug – begangen hat, um seinerseits den anderen gegenwehrlos zu wort = tat kommen zu lassen)!

———————————————————————————————————————

draufsichten

da man heutzutage kein ernstzunehmender künstler sein kann, wenn man sich nicht vordringlich mit fußball beschäftigt, mir aber unheimlich viel daran liegt, als solcher zu erscheinen, will ich die nächsten paar tage, so bis zum 29. juni etwa (und möglicherweise in nachwehen ausfransend) seitenblicke, nein, das ist ein etwas zu angeschimmelter begriff, mithin also: draufsichten* am unteren rand des spielfelds (das ist nach dem jeweils regulären mütterlogeintrag), gewissermaßen also ein nachspiel meinen auslassungen anfügen, wenn es mich freut.

*mit 1,90 hatte ich in meiner aktiven zeit immer den rechten überblick, wurde jedoch aufgrund meiner unterentwickelten technisch-konditionellen fertigkeiten stets als letzter oder, wenn der herzigoliver dabei war, als vorletzter gewählt, was ich bis heute nicht verwinden konnte. gut, damals war ich noch keine einsneunzig, aber der lulatsch war jedenfalls, ist das klar?!

heute also beginnt die fußballeuropermeisterschaft. naja gestern, in der schweiz, aber, sammasieahlich, was geht uns bitte die schweiz an, die ist ja nicht einmal bei der eu, will auch nicht dazu, was hätten sie auch davon (außer einer steigerung der auflage für den blick, wenn er wie die krone brüsslbäsching betriebe), und bisher haben ja auch nur eu-mitglieder gewonnen, für die türkei schauts also nicht allzu gut aus. heute abend gewinnt also ganz sicher österreich gegen die rotweißkarierten krowotn, polen gegen deutschland geht wohl unentschieden aus, so einfach ist das, nachzulesen ist es in den noch in irland einer volksabstimmung vorzulegenden einschlägigen verträgen, eine gewisse unsicherheit bedeutet allerdings der umstand, dass diese abstimmung unpraktischerweise nächstes wochenende abgehalten wird, das könnte etwas unruhe in die europermeisterschaft bringen (die iren sind natürlich angefressen, dass sie nicht dabei sind), aber das macht ja den sport so spannend oder nicht. dass die schweiz, die türkei (ex æquo), kroatien und russland jeweils gruppenletzte werden, ist jedenfalls vorab klar, in der gruppe c schaut es wohl für den europajüngsten nicht gut aus, tut uns wirklich leid, liebe rumänier.
massiv beunruhigend, und damit sind wir eindeutig bei den österreichern, finde ich allerdings, dass herr angyan für den vormittag des ersten spieltags die philharmonika (unsarre philharmonika!) im musikverein (in unsarrm goldenen saal!) ausgerechnet ein requiem angesetzt hat müssen, immerhin nicht das mozartsche, sondern das von verdi (das mit dem so beruhigenden libera me am schluss, ein fußballerinnengebet, was auch sonst), singen tun aber zwei italienerinnen, ein mexikaner (wohl außer konkurrenz oder als repräsentant für den kontinent, wo der fußballgott wohnt) und ein deutscher, dirigiert wirds vom italiener muti, alles wird in 5.1. dolby surround übertragen (fußball, das wäre 10.1 dual core), so gesehen schauts für italien ziemlich gut aus, was werden die dafür geschmiert haben, da steht sicherlich der kavalier berluskoni dahinter, und so etwas hält allerdings um vieles mehr her alswie der eh nette swiss beach bei der strandbar herrmann, wo der wienfluss in den donaukanal rinselt und wo südosteuropäische fischer neben treibenden toten ratten ihre rute hineinhängen, zumindest die rumänen haben ja eine gewisse chance, bulgarien ist ja leider nicht dabei, sowas auch.
gut, erster von drei bereits vorweg gesicherten spieltagen für uns, und wir, das sind die österreicher, wir werden sehen, dass uns hören und sehen vergeht.
(diesen letzten satz habe ich bewusst sibyllinisch gehalten, damit man mir keine miesmacherei undoder nationalen defätismus vorwerfe. meine grundlegende einstellung zu wer gewinnen soll ist so: ich freue mich mit den siegern, die verlierer tun mir leid und die unentschiedenen sind mir wurscht; am schluss werde ich dem europermeista persönlich gratulieren und es natürlich immer schon gewusst haben, imma wieda.)



wels, innen (3) Samstag, 7. 6. 2008, 0:00

und die win win win lokale (eine branche die hier nachgerade floriert), sie werden frequentiert von den loose loose loose typen, die sichersten kreditkunden (sie geben k.), die man sich vorstellen kann und aber nicht will.



wels, innen (2) Freitag, 6. 6. 2008, 0:00

den grauen tag nur hell zu seh’n, das sind wir bereit
heinz conrads

so gesehen steht die welser altstadt für alle jene orte, die, würden sie ehrlich hinschauen, in der tat andere sorgen hätten als wellness, flucht ins wohlfühlen samt golfspielen, selbst in meinem radio macht sich diese seuche zunehmend breit, behübschende wellnessmusik für weißscheißer, nicht nur von österreich eins bis zwei.
(…)
es wird schon werden, ich werde meinen unwillen zügeln, werds zumindest versuchen versprochen.
wie sagte schon heinz conrads, pionier des sonntagvormittäglichen wochenblogs: (s.o.)



wels, innen (1) Donnerstag, 5. 6. 2008, 0:00

wels, mit seiner desolaten altstadt.
am rand stehen längst somasedierende konsumzentren, dieweil die alten, gewachsenen häuser in der innenstadt leer stehen und, selbstverständlich das, nach und nach von weniger kaufkräftigen, randständig gehaltenen bevölkerungsschichten belebt werden, das stößt den sauberen alteinheimischen sauer auf, aber unser geschäft machen wir schon mit ihnen, bieten ihnen schlechte kleidung und schlechtes essen in billigen läden an, gut, das zieht auch die zunehmend ärmer werdenden urösterreicher an, wenn man einander auch aus dem weg geht. und in den schoppingzentern sieht man sie eh nicht, ein kopftuchverbot sollte man einführen, heißts am pensionierten kautschtisch vorm fernseher, und vor nicht einmal zwanzig jahren ist man selber sicher nicht ohne kopftiachl auf den wochenmarkt, sagen wir: in der sebekstraße gegangen sind, eine gewachsene kultur das alles, man sollte sich schon anpassen und ändern wern mir uns nimma, wo kämen wir auch hin oder.
wels, symptom für eine flächendeckende versäumpolitik. seit jahrzehnten steckt dieses land den kopf in den sand, und auf einmal schreit alles integration.
die die schreien aber sind alles mehr als integer.

(und seien wir froh, dass die schweizer abstimmung vom letzten wochenende nicht bei uns abgehalten wurde. österreich hätte sich sowas von blamiert.)



verbieten! Mittwoch, 4. 6. 2008, 0:00

die plastikernen fängschuiblüten in den fensterlosen spülkastennischen der toiletten von restaurants, wie sie von beamteten hedonisten mit geheimtippenden adriareiseführern unter der achsel aufgesucht werden: verbieten! und verbitte nehmt das verbot mit in euren achten bezirk, wo die welt so heil ist, weil jeder energieplatz richtig ausgemessen wird, o wie spür ichs auch schon, es scheißt sich halt doch ganz anders, weißer irgendwie.



adriatisch (cáorle sud 2) Dienstag, 3. 6. 2008, 0:00

oja, hinausschwimmen, zumindest bis korfu, was, in eigener sache, einen elegantissime vorwand für eine sagen wir: dreiwöchige mütterlogvakanz gäbe. da es sich aber um einen rein virtuellen schwumm handelt, bleibt alles wie es ist und weiter gehts, bleiben sie dran!



adriatisch (cáorle sud 1) Montag, 2. 6. 2008, 0:00

wenn er von hier aus, immer strikt (er würde peinlich genau aufpassen) geradeaus schwömme, er käme geradewegs nach afrika, hatte er sich als kind vorgestellt, in nicht ganz korrekter, etwas zu parallelverschobener einschätzung der apenningeographie. aber die eltern ließen ihn ohnehin nur bis zum salvataggio-schild.
wodurch nichts bewiesen, aber auch nichts widerlegt war.
aber jetzt.



immerwiedersommermütter 2008 Sonntag, 1. 6. 2008, 12:00

liebe mba.

da habe ich im letzten brief von der die gedanken zersetzenden transkription geschrieben (zitat: di e g d nk zer tz d rans pt n), schon nimmt mir das der bildschirm persönlich und antwortet mit sklerotischen anwandlungen, grafikkarte, sagt der techniker aufseufzend, des kost’t. ich werde also, um nicht alle vierteljahre eines neuen geräts zu bedürfen, etwas vorsichtiger formulieren, jedenfalls was die zur produktion meiner auswürfe unerlässliche hartware betrifft. schön vorsichtich also tippe ich diesen brief, auf rohen eiern gehend, wie man sagt, ein, damit kein falsches wort aus der kombination meiner auf die tastatur (sanft, ein zugeständnis) niedergehenden fingerkuppeneindrücke dem graphikkartoffelkäfer oder sonst einem dem laptop innewohnenden demiurgengewürm sauer aufstoße, woran sich dann letztlich wieder der obsthändler in cupertino bereichert, weil, soviel ist sicher, ein neues gerät muss her, und ich muss viele konzerte und kompositionen hervorbringen, das geld dafür eintreiben, dass ich es mir leisten kann, spenden also bitte gerne und jederzeit, in euro und franken (dollar und andere drittwährungen bitte vorher umzutauschen danke).

ansich wollte ich diesmal mit einem über allem stehenden zitat beginnen, aber, wie sie gleich sehen werden, hier passt es sowieso besser:

ich selbst bin ja der überzeugung, dass jene glücklicher sind, die alles unversucht lassen, aber dazu ist es jetzt zu spät, damit muss man früher im leben beginnen.
wolfgang hildesheimer, vergebliche aufzeichnungen (1962)

eben, zu spät.

vor den toren aber das große emmerweder östarejch.
vor den toren, was das bedeuten mag, klosterneuburg, das so schön renovierte klosterneuburg wirbt ja auch damit:

wo sich himmel
und erde begegnen

glaube, wein, kultur
vor den toren wiens

und der zweiten doppelzeile dieses werbespruchs will ich mich näher betrachtend widmen, dieser dreifache imperativ (und k. ist ja unser imperatorisches stift schlechthin), vor den toren wiens zu glauben, zu weinen und (eine weniger gebräuchliche, wohl veraltete form), zu kulturen, ein auftrag (jedenfalls der kulturauftrag), dem ich mich, wie es aussieht, am dritten oktober widmen soll, was rechtzeitig hier näher ausgeführt werden wird, jetztaber ist zuersteinmal der sommer dran, damitdasklarist. und vor den toren wiens, was das wieder heißen mag, ichselbst habe noch kein tor zu wien gesehen, alle abgerissen, kein stubentor, kein schottentor, nicheniche tut uns leid. oderaber, im norwestlichen speckgürtel gelegen undalso mit überdurchschnittlicher schlafintelligenz ausgestattet, überhebt man sich gar hybrisch der wiener, die man die toren nennt, tumbe toren gar? es kann wohl nur so sein. andererseits, die weisen herren im schwarzen gewand, sie sind ja per definitionem (alle, alle!) jedweder hybris enthoben, und selig sind die arm im geiste, weshalb es dann wohl lauten müsste für die toren wiens, was allerdings gerade die toren wiens nicht verstehen würden, werbebotschaft verfehlt, danke, liebe agentur, wir melden uns, weil tor und toren, das sind veraltete begriffe, noa, drottl (stmk, etwa in vorau, augustinisch-chorherrlich wie k.burg: droutl) heißt das bei uns, depp, aber doch nicht tor! es bliebe eine erklärungsvariante, hochaktuell, weshalb ich mich dann gleich zurückzuziehen gedenke (einen rückzieher mache), um nicht während des schreibens unaktuell zu werden, das ablaufdatum zu übersehen, wo doch das einlaufdatum immer näher rückt, gnadenlos, wenn diese etwas unpassende formulierung in diesem zusammenglaubzusammenhang erlaubt ist (sie ist es nicht, glauben sies mir), nämlich, jetzt weiß ich es, man hat, pröpstlich fußballbegeistert vorausahnend, jene tore wiens gemeint, die erst geschossen werden müssen, sagen wir bei der äuro, was täten sie aber nach dem finale, nach den toren wiens? ende der durchsage, und kafka ist ja im juni in k.burg gestorben, aber in kierling, das klingt wie schierling, was für ein heidnischer philosophensapht.
derweil wächst zu wien die angst, sie greift um sich, im merkur bei uns in der krottenbachstraße steht ein blasser bub in sicherheitsunform herum und darf nicht nasenbohren, ein halbes jahr schon passt er auf als wie, wodurch man daran erinnert wird, sich fürchten zu müssen, sehen sie, so einfach kann man sicherheitsbedarf undalso arbeitsplätze erzeugen (merkwürdig, warum sind diese leute stets eindeutig ohne – aktuellen – migrationshintergrund? dabei wären, sagen wir: langbeinige negerianer oder auch sehnige tschotschonen wesentlich besser zum obachtgeben geeignet, weil sie einem bösewicht, der einer alten dame das katzenfutter oder, in seinem bezirk, dem dichand sein butterkipferl entreißen wollen würde, wesentlich schneller hinterherlaufen könnten als zumindest das milchmännchen, das uns die group 4 so einsam, mitleiderregend, ja, auf dem merkur abgesetzt hat.
diese wiener angst© aber, sie gründet wesentlich diffiziler, und sie hat natürlich mit der dräuenden, vor den toren wiens stehenden öro zu tun. zum einen wird eine begeisterung herbeigeschrieben und hysterisiert, wimpel werden in die autofenster gespreizt, alles ist ganz patriotisch (bald schon mal sechzehn, uije), und gleichzeitig wächst der gesunde unwille gegen so viel heiße luft und pappmaché (das parndorferdesigneroutletkulissendorfentrée zum prater symbolisiert es perfekt, danke frau vizebürgermeista laska!), ganz österreich klebt titelt eine für alle sprechende buntzeitung, begeisterung mischt sich mit herzlichen willkommensängsten, weil der wiener ist ja grantig, hat grantig zu sein, der ring gesperrt, kein, schön sprechen, ottakringa, kein, rechthatta, schwechatta, und wien bereitet sich darauf vor, die berühmte wiener gastfreundlichkeit in die welt hinauszuschicken, so eine gelegenheit hat es seit 1938 nicht mehr gegeben (warum hat man den heldenplatz eigentlich nicht wieder zur fanzone gemacht?), die geburtenrate im märz 2009 wird emporschnellen wie der österreichische tormann ins rechte kreuzeck (dieweil die frucht mittig über die linie kullert), wir aber, wir sind die besten gastgeber der welt, man muss schnell (schnell!) so tun, als freue man sich, spielt vor, wie es sich gehört, erklärt den grant (die wesentliche unterart des wr. charms) zum unescoschützenswerten immateriellen erbe der menschheit, nämlich wenn es so weitergeht und alles lacht wie weiland die rösslwirtin oder die christl von der post oder smariandl oder der toni mitsamt der vroni, schlecht schaut es aus um den grant, also sind wir bitte, schön sprechen, freundlich zu unseren gästen, besonders zu jenen aus kroatien und der türkei, total freundlich, kommen sie bald wieder oder bleiben sie gleich da, deutsch können sie ja schon, gelt herr platter und der mister minit kann immer neue schlüsselarbeitskräfte brauchen, alles freut sich, ich wiederhole mich, aber die freude ist halt so übergroß, kollektiv, na de wern schen schaun,

die wiener
wie diener
wie nieder! -
nie wieder,

weshalb es diesmal im textteil auch keine schönen bilder gibt.

service.

aber auch ich
wiederhole mich,
wenn auch nich
t anagrammatisch,
weise auf wesentliches hin, was ich halt außer mütterlogschreiben so tue (täglich, wirklichwahr), gleich morgen am 2. juni bin ich in wels, muetters dichters liebe, am fußball bereichern werde ich mich am 11. in der alten schmiede und am 29. (das finale im porgy & bess, franzobel und mütter, seit eh und je fix qualifiziert, kommentieren live, eine wahrhaftige fußballorgie!), dann kommt auch schon der juli, jazzfest steyr, dann der spielen!-kurs in viktring (ein paar plätze sind noch frei), zweibisdreimal gmunden undundund und besonders hinweisen möchte ich auf den 30. august am toplitzsee, was für ein ort, und näheres finden sie wie immer in der vorschau.

was unlängst untergegangen sein dürfte ist, dass ich eine neue cd herausgebracht habe, eben muetters dichters liebe, sie ist sehr schön geworden wirklich wahr, weshalb ich mich mit einem sechzehnfachen
muetters dichters liebe
von ihnen verabschiede, nicht ohne ihnen einen schönen, erholsamen sommer zu wünschen und kommen sie bald wieder, wir freuen uns schon,

stets herzlichst ihr,

bertl mütter
schlafen sie wohl
schlafen sie wohl.

täglich aber, nachwievor, das muetterlog; es hilft durch den sich verfinsternden alltag.

ps
der nächste mütterbrief kommt am 1. september.



adriatisch (mittele-uropa) , 0:00

nischenprodukt: möwenöl
neues berufsfeld: möwenöler



Powered by WordPress kostenloser Counter