lottokönig Samstag, 31. 5. 2008, 0:00

millionen österreicher können nicht irren oder so ähnlich sagt das größte kleinformat des landes regelmäßig, weil warum würde es dann gelesen oder von den in bemerkenswerter häufung in ihrem käuferkreis vorhandenen funktionalen analphabeten (man erinnere sich an die alphabetisierungskampagnen, die ihre karikatur in späteren kottan-folgen unternahm: österreich ist beim a!) angeschaut, mich intressiert ja nur der sport unds gricht, und aufregen wollen wir uns müssen können, oja, der neid auf die, die sichs richten, die sich fette abfertigungen genehmigen und um vier zudrehen oder mit dem klima champagnisieren, und, das ärgste, die gratistickets kriegen, wie gut, dass es das lotto gibt, und auch hier, (zuletzt beim fünffachjackpot etwa vier) millionen österreicher können nicht irren, und da beginnt der irrtum, weil das wesen des lottospiels ist ja der irrtum, sonst würde ja der, der gewinnt schön blöd schauen, vier millionen sechser, so ein betrug auch, gerade jetzt, bald würde man fürs lottospielen bezahlt, damit das volk nicht murre, stellte er sich vor, und er hatte ja auch die richtigen lottozahlen geträumt, samt zusatzzahl, ganz ohne zweifel, aber als er in die trafik gegangen war, war er so eingeschüchtert von den vielen grimmigen profispielern, dass er einen tautologisch schnellen quicktipp (zehnmal sechs zahlen, dazu der sog. joker) abgab, hinter ihm wurde zwar geraunt, aber er war rasch wieder draußen aus der halbwöchentlichen wahlzelle, fiel es ihm auf, österreich, kronzeitungsland, wäre da nicht ein kurzsschluss zu ziehen und das regierungssystem umzustellen, in dem sinn, dass der bundeskanzler stets der aktuelle lottogewinner sei, das kabinett von den fünfern mit zusatzzahl gebildet würde, der joker würde bundespräsident, jawohl, das wäre doch plausibel, außerdem keine korruption, keine intrigen, alle halben wochen eine regierungserklärung, österreichtum flächendeckend, ein paar kleinere justierungen noch und geht schon, millionen österreicher können irren.

nachfrage: was unterschiede einen lotto- vom mythenumrankten rattenkönig?



dumm wie ein held Freitag, 30. 5. 2008, 0:00

soweit ein erster vorbericht auf die fußballeuropameisterschaft. oder ists ein nachbericht zu obelix und seine idefix?
jedenfalls, soviel ist sicher: österreich, wir sind ein heldenland, durchunddurch.
und in schladming, sagt die schröcksnadel, könnten sie schon morgen (also heute) mit der schiweltmeisterschaft beginnen.
eine einzige talfahrt, in bestzeit.

i wer narrisch!
(s.o.)



de bello gallico Donnerstag, 29. 5. 2008, 0:00

da kennt man es seit, sagen wir: 35 jahren, davon etwa 28 jahre im besitz gewisser französischkenntnisse, fährt eines milden maiabends völlig erwartungsfrei undalso mit gewissermaßen knochenweißer seele auf seinem fahrrad durch die stadt (was, wie sich schnell zeigen wird, in keinerlei kausalem zusammenhang steht), absichtsfrei wie gesagt, völlig unverkrampft, ganzundgarnicht auf irgendwas (als aufs überleben im stadtverkehr zwischen blinden autos mit wie amerikanische footballgladiatoren hochgezogenen künstlichen schultern) fixiert, da, wie der blitz, trifft sie einen, fast fällt man damaskusgleich vom rad, die erkenntnis, dass man zumindest vier (wenn nicht fünf) mal sieben jahre gelebt hat und nicht darauf gekommen ist, dass das hündchen von obelix (sprachlich wertvoller: obelix’, möglicherweise auch: obelixens hündchen) nicht nur die manchmal recht sture einbildung seines gewichtigen herrls ist, sondern auch noch, nomen est omen, genau so heißt: idefix, idée fixe.

wuff!



verflogen Mittwoch, 28. 5. 2008, 0:00

eine hummel (66) im eiles (2).

- das muss man berichten! (g.j., 62)

vor nachahmern wird gewarnt.



unauffällig (2) Dienstag, 27. 5. 2008, 0:00

wie sich herausgestellt hat, stellt – verdächtige, wie wir nun wissen – unauffälligkeit ein großes bedrohungspotential dar. gewarnt wird vor bewohnern von wüstenroten und siedlervereinserrichteten eigenheimen, das allerhöchste risiko besteht beim modell: fällerhaus, maßstab fünfnull.

jedenfalls aber: vaters christbäume wird heuer und die nächsten jahre wer anderer schlägern müssen. der sohn ist mittlerweile etwas zu sehr aufgefallen.

was immer aber du im schilde führen wollen mögest: bitte auffallen!



unauffällig (1) Montag, 26. 5. 2008, 0:00

wie sich herausgestellt hat, stellt – gefährliche, wie wir nun wissen – unauffälligkeit ein großes bedrohungspotential dar. gewarnt werden bewohner von wüstenroten und siedlervereinserrichteten eigenheimen, das allerhöchste risiko besteht beim modell: fallerhaus, maßstab hanull.

der gefällte vater (v., was für ein gefährliches wort) war ein fleißiger, tüchtiger briefträger und, seit seiner pensionierung, begeisterter christbaumverkäufer. wer mag wohl jetzt seine heurigen christbäume, mit welchem werkzeug, schlägern?
jedenfalls aber also aufgepasst: nua ned ned auffoin.



p2p Sonntag, 25. 5. 2008, 0:00

kleingeschäftslokalauslagenaushang, wien ottakring:

flohmarkt des katzenhilfswerks

… tauschhhandel, von privat zu privat; wen juckte es nicht, da hinzugehen?



headline (2) Samstag, 24. 5. 2008, 0:00

die garage im garten wird zu einem kiosk mit toiletten umgebaut.

neinnein, das schreiben sie nicht über amstetten, sondern über die ehemalige trappvilla in salzburg, dem himmel (oder sagt man himmler?) sei dank.

(ich weiß, das war jetzt platt; wo aber doch die erde immer scheibenförmiger wird odernicht.)



headline (1) Freitag, 23. 5. 2008, 0:00

bekannt sensibel textet orfon (auf ein link wird verzichtet) am 14. mai 2008 zur amstettner journaillengoldgrube, diesem sensationsfund des jahrzehnts:

inzestfall: familie lernt sich langsam näher kennen

wie bitte dürfen wir das verstehen müssen?
anders gefragt: haben die das noch not?



immer platter Donnerstag, 22. 5. 2008, 0:00

die welt verscheibt zusehends. österreich ist musterschüler und wird – trotz mächtiger konkurrenz – vermutlich klassenbester.

(brandredenbeginn)

unsere regierung sorgt sich um uns undalso für brot und spiele. besser, man lässt die bürger, die es (neben kampfhunden) offenbar brauchen, ihr in – zu fußballzeiten ohnehin gefährlich dünnwandiges – nationalgefühl genährtes ego mittels fahnderl ans auto zu hängen (bittebitte aber ohne adler, sonst glauben alle, der herr bundespräsident oder der herr landeshauptmann von kärnten kommt im tiefergelegten dreierbeemweh mit spordausbuff daher, erklärt uns die nun doch recht erleichterte und wieder einmal erfolgreich für unser leser gestritten habende kronenzeitung), anstatt ihnen die ausbildung zu einer selbständigen, selbstbewussten lebensführung zu ermöglichen. und 300 polizisten mehr bei einem fußballspiel? – ich bitt’ sie! sind doch kinder, und wenn sie blöd bleiben, werden sie keine pragmatischeren politiker wählen.

(brandredenende)

das ende will glücklich enden. also schlage ich den beitritt zu italien vor (gültig, solange es herr berluskoni unter den fingern hat). zumindest aber zu padanien.
oja, padania, scheibenland!



…ist gerettet! Mittwoch, 21. 5. 2008, 0:00

bei seinem finalen lebenstrailer (würde der in schnellem vor- oder in schnellem rücklauf gespielt?) würde dem dritten akt des tannhäuser ein prominenter rang zukommen, war er sich vormittags stets gewiss, wenn er, abends sanft entschlafen, abermals den startknopf der verschlafenen cd betätigte, was die geschlossenheit der handlung zu bewahren versprach, und waechter als wolfram war wahrlich wunderbar, griff er dem w-lastigen stabreim des – späteren – rings vor.



federn (2) Dienstag, 20. 5. 2008, 0:00

dann gibt es noch die an echsen des jura erinnernden üppigst spitziggelierten (keine spargelspitzen) kämme, weiterer beleg für die evolutioniäre engstverwandtschaft der vögel mit den sauriern. haare?! – ich bitt’ sie! und ein kamm ist ja aus horn oder? eben.



federn (1) Montag, 19. 5. 2008, 0:00

können vögel frisuren haben?
oder, umgekehrt, warum nennt man eine auffällige präkariatistische haartracht (nein, nicht -pracht), vor allem den typ, der in manchen ländern schlicht bundesliga (gemeint sein kann nur die deutsche) genannt wird, federn?



enthalten Sonntag, 18. 5. 2008, 0:00

(nachtrag zum 1. mai)

ein politisch schmerzhaft korrekter gesangsverein hat sich einen tonträger produziert. der chor definiert sich durch seine namenswahl ex negativo, und so klingt es auch: akustische batik, mit henna eingefärbt. und es klingt aber schon wirklich eingagiert, ich sehe den innenminister bereits erzittern, strache und der hai überlegen bereits ihre auswanderung ins westental, soviel ist sicher.
früher, da gab es arbeiterabstinenzlerbünde. könnte das ein vorbild sein? tauft euch, bitteschön, um. sagen wir: die schweigende mehrheit? das wäre noch selbstaffirmativer. und haltet euch dran. der (zweifellos löbliche) zweck heiligt die mittel nicht.



kajütisches (2) Samstag, 17. 5. 2008, 0:00

ka jü te, welch fast schon japanisches wort auch! (oder ist es, das ü könnte darauf hindeuten, gar chinesisch?)



kajütisches (1) Freitag, 16. 5. 2008, 0:00

donautankschifffahrtsgesellschaft.
wirklich wahr, die gibts. ehrlich!



verdient Donnerstag, 15. 5. 2008, 0:00

natürlich, man durfte nur in den urlaub dürfen, wenn man ihn sich verdient hatte, was bedeutete, dass die nächte davor ausfielen, durchgearbeitet musste werden, mit viereckigen augen (obwohl: bildschirme haben keine bleilider), und irgendwo musste man sich die erholungsbedürftigkeit ja schließlich herholen.
urlaub, ausgelebte erschöpfung.



zu wenig Mittwoch, 14. 5. 2008, 0:00

üblicherweise hält man sich ja professionell dezent im hintergrund, jetzt reicht es aber: die zuvor weitgehend privatisierten undalso zum positiven bilanzieren gezwungenen bestattungsunternehmer bereiten sich auf eine großdemonstration (in form einer mahnwache, was auch sonst) beim ressortmäßig zuständigen innenministerium vor. weil: vier verkehrstote zu pfingsten, hochsaison, das ist wirklich zu viel.
noch dazu bei schönwetter.



kontrazept Dienstag, 13. 5. 2008, 0:00

veni creator spiritus
hrabanus maurus (urheberschaft nicht endgültig geklärt)

sie war eine konzeptkünstlerin wie sie im buche steht; natürlich stehen konzeptkünstler nicht im buche, in keinem (manche stehen beim verrichten ihrer konzeptkunst auf keiner oder auch auf einer) buche, aber so sagt man eben, es ist eine worthülse, ebenso wie das wort konzeptkünstler, ein begriff, der in ihrem fall (in ihren fällen – oder sagt man: fallen?) stets auf einem großartig in konzeptpapieren (die so papieren waren wie ihre ausführungen) ausgebreiteten konzeptkunstkonzepten beruhte (die ihr andere, üblicherweise nicht genannte, der sprache mächtigere, fertig formulierten, ebenso, wie andere ihr, der seit jahrzehnten zeitgemäßen medienkünstlerin, die systeme hochfahren mussten – sie steuerte dann, politikergleich, den einen knopf, der dann z.b. eine neue u-bahn zum angeblich ersten male in bewegung versetzte), die sie durch stets absehbare (man hatte sich einen gewissen ruf erarbeitet) umstände dann doch nicht so umsetzen konnte, sowas auch. aber den auftraggebern würde es schon nicht auffallen, sind ja alles trottel. und ihr lächeln war ja in der tat gold wert.
dann hatte sie noch ein ausrederegister für die stückerlweise absage und vertröstung mit- bzw. zuarbeitender kolleginnen und kollegen, an dem sie millionenradgleich kurbelte, was eine gewisse abwechslung der immergleichen fadenscheinigkeit zu gewährleisten sicherte. die anwendung dieser kartei (automarder, gegenwind, stromausfall, kaputter stecker, holzwurm, sms irrtümlich gelöscht, weltweiter internetzusammenbruch nur bei ihr, wasserschaden, haarschmerzen; unzuverlässigkeit eines lieferanten – die finale chuzpe) war das mit abstand kreativste und zugleich zuverlässigste ihrer konzeptarbeit.
die desavouierung für den künstlerstand durch eine solche konzeptsperson gleicht jenem berühmten tropfen erdöl, der eine million liter trinkwasser verseucht. zuverlässig.



vertraut Montag, 12. 5. 2008, 0:00

agillabil durchunddurch

ein prinzip des handels- und dienstleistungsgewerbes ist, sich bestmöglich auf seine zielgruppe einzustellen. beim ikea wirst du geduzt (wenn auch nicht persönlich), die demelianerinnen fragen haben schon gewählt, ein elektronikkonzern wirbt mit geilheit, eine lebensmittelkette mit dem hausverstand (er sieht aus wie nicolas sarkozy, aber sympathischer, also ein bisschen auch wie samy molcho, als er noch schwarze haare hatte), und friseure, deren zielgruppe bestemmschöne hennagetunkte frauen professer, mittelschullehrerinnen aus der josefstadt (es gibt sie – die j.; die frauen p. – in ganz österreich), sind, geben sich ebenso originelle, minimal esoterisch angehauchte namen wie frohlocke, krehaartiv oder haarmonie.
der frisiersalon gleich neben der seniorensresidenz am weinberg (wo heulen und zahnprothesenknirschen herrschen?) will seine kunden nicht verschrecken und macht keine derartigen spompanadln. hat er auch nicht nötig. er nennt sich schlicht frisiersalon. und, vertrautes bietend, hat er den schriftzug in schönstem schulschriftlatein groß neben der eingangstür anbringen lassen, auf feinst poliertem melierten marmor gülden geprägt, wie man ihn von besonders eleganten grabsteinen kennt.



in voller blüte Sonntag, 11. 5. 2008, 0:00

blumen, überall blumen, schnittblumen (aber das ist doch verschwendung!), stöcke, ein allzeit blühendes blumenmeer, erstarrter blumencorso, das ausseeer narzissenfest, ganzjährig in den fenstern der bescheidenen mietwohnung gegenüber der apotheke, derart überfüllt ist das wohnzimmer (und nicht nur das), sodass kaum mehr die kleinformatige tagesstimmungszeitung platz hatte (aufgeschlagen schon gar nicht), das ersparte aufregungen (wegen derer man sich allerdings die zeitung jeden tag um halbfünf vor die tür legen ließ, und wehe, der ausländische bursch würde sich einmal verspäten), der amorphe eichenrustikale wohnzimmerkautschtisch (möbelhiendlpassau – wir liefern freihaus in ganz oberösterreich!), ein hölzerner grabstein als anzahlung, aber die mutter hatte so eine freude damit, und schenk mir nichts anderes, weil was neues zahlt sich für uns ja nimmer aus.
das hörte er jetzt schon seit mehr als zwanzig jahren. fürs grab kam, soviel war jetzt schon klar, ausschließlich kiesel oder, besser noch, eine steinplatte in frage, pflegeleicht in alle ewigkeit.
soviel also zum muttertag.



aufspüren (2) Samstag, 10. 5. 2008, 0:00

es konnte sich nur um einen lottogewinner handeln, der die große alte villa in der cottagegasse erworben hatte und nun renovierte, zuvor noch eine parzelle vom – bis dahin – park abgesondert und verkauft hatte (mittlerweile war dort ein modernes mehrparteienwohnhaus der ortsüblich gehobenen kategorie errichtet worden), sich eine einfuhrbucht für das in diesen breiten dringend nötige allradautomobil und – horribile dictu! – thujen!, inbegriff sämtlicher kleinabermeinsiedlervereinssiedlungen, um das restgrundstück pflanzen ließ.
die hundstage, sie würden nun auch hierher kommen können. währing war wüstenrot.



aufspüren (1) Freitag, 9. 5. 2008, 0:00

findend
ein stück

personen:

suchend
findend

ernst jandl, idyllen

das glück auf dem wege der wunschlosen erkenntnis suchen.
das glück auf dem wege der wunschlosen erkenntnis finden.

eben. und: danke, wolfgang hildesheimer, für deine lieblosen legenden.



immobil (2) Donnerstag, 8. 5. 2008, 0:00

was für eine frage auch

gibts eigentlich auch von, sagen wir: mitsubishi eigens designte windräder?



immobil (1) Mittwoch, 7. 5. 2008, 0:00

und dann, zwischen breitenlee und leopoldau, im kalten siebteraprilsturm, steht da, knapp vorm rinterzelt, einzig unbeweglich, ein windstromgenerierrad, überlebensgroß (wenn man so sagen kann; wie groß wäre denn, bei einem windrad dieses zwecks, lebensgroß?). nicht einmal der mast biegt sich, was den umstehenden pappeln ein leichtes (und wohl auch notwendiges) ist, unumgerührt, durch und durch. der endgültige beweis, dass mercedes von der internationalen ölmafia geschmiert wird, jawohl.



pneumatiker Dienstag, 6. 5. 2008, 0:00

er war so einer, dem sich das ruderleiberl von hinten durchs sakko abzeichnete, auch wenn er keines anhatte (weder sakko noch ruderleiberl, streng betrachtet), ein gehirnakrobat allerfeinstnerviger ausprägung. luftkünstler.



land am strom Montag, 5. 5. 2008, 0:00

zwischen moskau und st. petersburg, wenn es langsam hell wird, findest du, abseits der die bahn kreuzenden hochspannungsleitungen, in kleinen gruppen neben dem bahndamm, ausrangierte geteerte holzmasten im kreis beisammenstehen, man könnte, etwas keck (wenn es die elektropietät nicht verböte), von einem stromkreis, dem urstromkreis schlechthin (das urmeter, das wissen wir, verdanken wir der französischen revolution, und es ist bei paris ausgestellt, genauer, eig.: gelegt), sprechen, und die erinnerung an den legendären tarzanschen (tarzanischen?) elefantenfriedhof (elephantenphriedhoph, in historisch korrekter schreibweise) scheint mit einemmal nicht allzuweit hergeholt, ein, wir sind im norden, paläoelektrischer mammutfriedhof, und selbstredend, wie es sich für einen friedhof gehört, wurde er längst geplündert, kein russentarzan war chaaa-u-a-u-a-u-aach in der lage, den ruchlosen räubern des wertvollen elfenbeins – der keramischen isolatoren – physischen oder elektrischen widerstand entgegenzusetzen, jetzt aber höre ich doch die lokomotive ein zur sammlung aufrufendes signal geben, ein ruck geht durch die konzentrischen mastenkreise, wird das ein morgen, ein großer tag bricht an.
eine umdrehung der eigenen schlafspule noch, dann sind wir auch schon da. gespannt betreten wir den bahnsteig.



hommage Sonntag, 4. 5. 2008, 0:00

häupl am 1. mai im kurier.
so muss peppone, gealtert, ausgesehen haben.
was für eine verbeugung vor guareschi, der, stimmiger ists undenkbar, just an diesem rotschwarzen hochfest (hoch die 1. mai-himmelfahrt!) seinen hunderter feiern durfte (einigermaßen passiv, versteht sich).
die frage geht aber (wir sind wieder in wien) dahin, wer denn in wien der con camillo sei. der logik nach müsste es unser herr erzbischof sein, und cardinale camillo, das würde schon passen, allerdings nur dem namen nach, camillo, oja, und welch freundlich-unverbindlich wendig weiche stimme auch (hildesheimer nennt ihren klang dieses bekannte seelenhirtenhafte lyrisch-tenorale tremolo.)! prof. ernst fuchs bringt die unmöglichkeit seiner doncamilloadäquaten fleischwerdung (fleischwerdung, was für ein unterschied zum häupl!) mit folgendem eingeständnis auf den punkt: so ein gütiges gesicht bring i nicht zsamm.
denn: könnte der, wenn es nötig ist (das ist es täglich!), auch die ärmel so voll (profanem? heiligem!?) ingrimm hochkrempeln? glaubwürdig?
eben.
abermals ein hoch auf giovanni guareschi, gino cervi und natürlich auf den unschlagbaren fernandel!



angepasst Samstag, 3. 5. 2008, 0:00

das ist derart monströs, diese kinderenkelverliesgeschichte in der unterwelt von amstetten. als wäre es im auftrag gewisser medien geschehen und, samt entdeckung, von ihnen inszeniert; weil: nach dem kampuschtamtam musste, wie bei jeder sucht, aber bitte wirklich die dosis nachjustiert werden.

bitte, entzug!



wiedergänger (2) Freitag, 2. 5. 2008, 0:00

am verweilen mangelts, und wenn du den fernseher aufdrehst im hotel, spielen sie zwischen der werbung, einer werbung für einen russisch eingesprochenen film morgen, fünf minuten russisch eingesprochenen hollywoodäkschnfilm, anderntags aber, wenn du den zwischen der werbung beworbenen russisch eingesprochenen film sehen willst, siehst du ebenso nahezu ausschließlich die ankündigung für den von heute (also morgen) aus gesehen (eigentlich: nicht gesehen) übermorgen (also morgen) usw., eine sich perpetuierende gigantische fernsehfuge.
genauso war es auch bei jener führung durch die eremitage, der schnellvorlaufführer verwies immerzu auf den raum nach dem raum, metaphysisch eigentlich, sodass du nie zu sehen bekommen hast was du gesehen hast, und allein stutzig hätte schon machen sollen, dass er tatsächlich rotweiß (das gesicht – die haare) wie jelzin ausgesehen hatte (ein wiedergänger gar?), nicht wie das wachsfigurengesicht putin, obwohl der ja aus st. petersburg stammte, was so auch nicht stimmte, leningrad hat das damals geheißen, wurscht, undaber so einer kennt sich ja doch viel besser aus, aber umgekehrt, so ein sichnochbesserauskenner hätte dann wahrscheinlich das über- oder gar das überübernächste zimmer (zimmer? – wie groß kann ein sich beim betreten selbstaufblasender raum werden? – ich sage ihnen: unermesslich!) beschrieben, dafür aber allerdings langsam und unüberhitzt kühl.



wiedergänger (1) Donnerstag, 1. 5. 2008, 0:00

sie habens gut gemeint und uns einen führer gegeben, der aber ist, eine konstituierende vorbedingung zur ergreifung dieses hinweisenden berufes, professioneller autist also schaut er durch dich glasigen blicks durch redet durch dich durch die wände durch kommen sie und dort und da aber kommen sie und am schluss ist nicht einmal zeit zu sagen: es hat uns so garnicht interessiert so nicht nicht so er aber fleisch gewordene schnellevorlauftaste im reden im gehen durchlaufend und nach der treppe (welche von den mindestens zwölfhundert in der eremitage?) schnauft er wird überhaupt zunehmend zusehends zu boris jelzin damals als ihn in seinem spingedokterten wahlkampf (gedenken wir auch sinowatzens in frack & zylinder hilflos mit dem bein der marlène charell am arm) fast der herzkasperl aus der tanzenden wodkaflasche mit cowboyhut geholt hat was für eine erlösung das jetzt wäre wenn dem durchlauferhitzer ganzkurznur zumindest die sicherung rausfiele schnellschnell weghumpeln hättest du können mein lieber freund es ist aber kein entkommen uff.

in der nacht dann laufträume gegen rolltreppen rollbänder beschallt von einer hämischen jelzinfratze cha cha cha (sprich: ch, nicht tsch) im tonfall (und im hallraum) von töötet coodo.



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