abgegriffen Montag, 31. 3. 2008, 0:00

unser oberster verfassungsrichter nimmt den hut, ende april wird es sein, denn der new yorker ist ihm eilig zuvorgekommen, und, wiederum, in russland hat ihn herr putin längstschon genommen, überhaupt, scheinbar jedenfalls, um endgültig im wachsfigurenkabinett zu verschwinden. bedenkt man die vielen städtischen und, mehrnoch, überländlichen sog. hutfahrer, so beginnt man sich zu fragen, wo denn wohl diese zentrale hutausgabestelle sein mag, oder ist es immer einundderselbe hut, welcher, dank ausgeklügeltster logistik, genauestens auf der hutablage abgelegt wird, von der ihn dann mit bankomatgleicher unfehlbarkeit ausschließlich der vorbestimmt rechte zu nehmen in der lage ist? und wer teilt eigentlich dieses weltumspannende hutfrisbeeballett ein?



vokalmutation Sonntag, 30. 3. 2008, 0:00

hitradio ö3
hutradio ö2

und ö1?



naturtrüb Samstag, 29. 3. 2008, 0:00

wellnessethnogeraune, wirklich authentisch, beglaubigt der hörbar um einen gescheiten gesichtausdruck ringende gefälligkeitsmoderator (zum wochenende hin um halbsechs sind die musizierenden urmenschen noch ein stück echter als wochentags von eins bis zwei, wo ja doch eher die mit airbrush arrangierten halbgezähmten ihre faserschmeichelnde urwüchsigkeit uns sittlich höchstgebildeten gegenwartsgroßstadtmenschen vorsingenundspielen dürfen) und verweist auf die goldenen plaketten der kritikindustrie, der er natürlich nicht angehört (wie ja auch, wenn die kronenzeitung vom boulevard schreibt, nie sich selber meint), diese pickerl, die so verdächtig nach den auf den etiketten schlechter biere und übersäuerter mineralwässer aus der qualitätslebensmittelperipherie abgebildeten goldmedaillen aussehen.
diese edlen wilden an den rändern!
aber geh. zeitgemäßer kolonialismus, ja rassismus mit nur vorgeblich umgekehrtem vorzeichen ist das. undaber natürlich sind wir die guten. und die welt durchunddurch heil!

lasst uns gedenken der schönen bilder, die uns leni riefenstahl von den nuba geschenkt hat.



mittendrin Freitag, 28. 3. 2008, 0:00

ahnen
nachahnen

ahmen
vorausahmen

so sei es

(danach und davor)



hase und ei Donnerstag, 27. 3. 2008, 0:00

das ei war hart. da er guter stimmung war (schönwetter in regensburg; das hotel und die bedienung waren vorzüglich, ja liebenswert), entschloss er sich, diesen umstand unverzüglich zur verzögerung der zeit zu nutzen, indem er es vorgestellt spitzfingrig achtelkleinfingernagelgroße* schalenscherben produzierend abschälte, ganz genau so wie tante hedwig (irm hermann), die mit onkel hellmuth (hans-peter korff) immer einer meinung war, und wenn sie ausnahmsweise nicht einer meinung waren, schloss sich einer der meinung des anderen an, so ein umfassendes glück auch.
vom frühstückssalon sah man auf die gasse hinaus. in der auslage gegenüber waren vier designerplastikhasen (gelb, rot, grün, orange). eher nicht von gustav peichl. so ein glück auch.

* … womit das aus geburtstäglichen rücksichten suspendierte scharfe ess wieder grammatikkonform eingesetzt ist.



pünktlich Mittwoch, 26. 3. 2008, 0:00

der wetterbericht hatte sich wie meistens nicht geirrt (wo den beistrich setzen?).

weisser spargel aus peru, beim spargelexperten spar (sich bei den körperpflegeprodukten umsehend fragte er sich, was für ein entweder preisgünstiges oder besonders ergiebiges haar- oder hautpflegemittel man sich wohl unter einem spargel vorzustellen hätte), schnellschnell, bevor alles draussen im dämmerungsfrühlingsschneetreiben noch weisser würde, und natürlich gehörte es sich nicht, ganzundgar nicht, aus peru, pfui, mitten im kalten (eigentlich schon nach-)bärlauchlenz, dort unten links auf dem globus aber herbstlte es zugleich schön langsam ins ozonloch hinein, während im vorvorgestrigen st. petersburg auch alles immer weisser geworden war, und der tourismus steuerte in seinen prospekten (den bunt auf weiss gedruckten, nicht im nevski p.) auf seinen höhepunkt zu, die berühmten weissen nächte, da müsste man dort sein, aber nein, too bad, wie der engländer sagt, und was muss sich ein engländer eigentlich denken, wenn er durch die verschiedensten österreichischen kurorte kommt, soviel böswilligkeit, bad tatzmannsdorf, gar ein besuch bei bad st. leonhard oder dieses bad goisern (good goisern, ok, aber bad, wo doch der hai von dort ausgebrochen war, an den wörthersee, im unweiten villach, die deutschen derlernens nie, sie sagen immer noch willach und welden, das leilei aber können sie, helau noch einmal – sagen die schweizer fasnachter eigentlich li li?), gedenken wir aber auch des herrn jackson, der von sich behauptet hatte, im bad (bad, bad, triple bad) zu sein, sich also in der nasszelle eingesperrt zu haben, die zahlreichen geschwister mussten draussen vor der tür bleiben, wobei – die frühkindlichen dressurerfolge! – wohl anzunehmen sein muss, dass er mit seinem haarshampoo eher geurasst hat, keine spur von spargel (urassen, was für ein schöner oberösterreichischer ausdruck auch), durch sein dreimalsolang im bad bleiben muss wohl dann auch seine identität aufs mitleiderregendste gelitten haben, immer noch weisser wurde er, bäckernazlweiss, und wer weiss, wäre er in die tassilotherme gefahren (gibts dort so nachdunklungsschlammpackungen für eine gesunde farbe?), aber nein, vor einer bad hall hätte er sicherlich angst bekommen, die amerikaner gelten ja als besonders ängstlich, fürchten sich gern vor den eigenen gelüsten, wie das halt mit der reziproken psychologik so ist, alle anderen sind im bad, keine chance auf adäquate körperpflege, schnell ein bankräuberhalstuch vors gesichterl, und ausserdem drohte, zumindest damals noch, im bad hall benachbarten mühlgrub ein sprengstofflager in form von schartner bomben hochzugehen, da ist ein molotowcocktail nichts dagegen, obwohl, als kind hatte er (er, nicht der peterpansionist jackson), wenn sie im fernsehen mit ernster miene von molotowcocktails berichten mussten, immer lieber an die wunderbare malakofftorte seiner mutter denken müssen, jetzt fielen noch ihm die stroganoffs ein, das filet, ihre prachtvolle kirche in nishni novgorod, die er erst unlängst wieder gesehen hatte und die seinem freund mit dem gang eines raben mit gestutzten flügeln so gut gefallen hatte, er kannte ja einige menschen mit diesem titanernen gang, allesamt waren sie ihm besondere, liebe, ja, dem curiosen aufgeschlossene oder es hervorbringende, undaber keine(r) dieser lieben menschen hatte es, soweit ihm bekannt war, zu einem ausweisvermerk für flughafensicherheitskontrollen gebracht, fünfsechssiebenmal hiess es dann durch den metalldetektortürrahmen treten, immer piepste es, das sensible vogerl, das das glück ja auch und zu jeder zeit ist, bevor man schliesslich doch noch in den metallenen geier mit dem bauch eines trojanischen pferdes einsteigen durfte, beugehaft statt reisen, wie gesagt, zuerst ist noch alles grau beim regenstart, dann wird es weisser, unter dir die watte, oben der blaueste himmel den du dir vorstellen kannst, wobei ihm persönlich ja ein an wärme erinnerndes provençalisches oderaberauch friulanisches (in venzone gibt es einen eigenen laden dafür, was aber auch schon zu viel ist oder nicht) lavendelblau wesentlich (sagen wir: achtmal) lieber war, ja, der frühling und dann der sommer, was war er neugierig, was sich heuer wieder tun würde, sicher aber war, dass er sich berechtigte hoffnungen machen durfte, um seinen geburtstag herum in seiner heimatstadt verweilen zu dürfen, und was für ein glück auch, mit an sicherheit grenzender wahrscheinlichkeit unta da lindn (dort sollte sich ein jazzfestival ereignen) neugierige liebe menschen zu treffen wie das geburtstagskind des heutigen tages.

dem ich mit diesen etwas verworrenen zeilen nur das allerbeste wünsche. herzlichst, siebenmal siebzigmal.
genauso soll es sein.



ironiebefreit Dienstag, 25. 3. 2008, 0:00

das ist ja nicht reisen, das ist beugehaft!
ein zu keinerlei zweckironischer betrachtung befähigter immer schwärzerseher*

der doundcoosterhase war zweifellos von gustav peichl entworfen. empört öffnete er das fenster und schleuderte ihn aus dem flugzeug. ein folgerichtiger act von selbstachtungsbehauptung, auch für seinen freund, dem er die formschokolade (wie zuvor schon die beiden schuhlöffel, österliche votivgabe der russischen eisenbahnen; dafür hatte er zwei kämme erhalten, perfekt zum musikantischen blasen) überließ, da er mitleiderregend am systembedingten nikotinmangel litt, und der ihn (den hasen; eig.: sie, die schokolade – zur betrachtung der äußeren form der arbeit fehlte es jedoch an jeglicher muße), surrogat, in seiner unnachahmlichen weise in sekundenbruchteilen verschlang, gerade so schnell, als hätte man das süße machwerk tatsächlich aus allen wolken fallen lassen, was natürlich, dies zur beruhigung, ganzundgar unmöglich gewesen wäre.
obwohl, am notausgang wären sie zumindest gesessen.

* morgen: es wird weisser



nässlich Montag, 24. 3. 2008, 0:00

franz schuh schreibt von einer nach belieben sich selbst zu definierenden wellness-theologie und dass sowas aber schon sowas von gar nicht angeht; ich stimme dem zu (selbstverständlich gibt es theologien für gottlose, und nicht nur zu ostern).
noch reizvoller aber (reizvoll im sinn von reizend, etwa die haut – baden sie dann bitte mit totemmeersalz) erscheint mir der gedanken an eine wellness-theodizee.

und alle können es gar nicht mehr erwarten, bis uns die nächste großkatastrophe wohlig-schaurig erlöst (ehklar nicht bei uns, die welt ist ja schon soo klein heutzutage).



schleifen Sonntag, 23. 3. 2008, 0:00

die schleife hatte er nach seiner schulteroperation schon abnehmen dürfen. wortreich schilderte er seine physiotherapeutischen übungen, es faszinierten ihn vor allem die geräte, etwa das mit dem seil, wo er ein garnichtsoschweres gewicht hochziehen musste, dann das, das ihm das schultergelenk ganz langsam bewegte, das spiel mit jedemmal ein winziges stück ausweitete, die handkurbelmaschine wo er so machen musste, dann war da noch eines mit einem seil, wo er ein garnichtsoschweres gewicht hochziehen musste, eine maschine, die ihm das schultergelenk ganz langsam bewegte und so das spiel mit jedemmal ein winziges stück vergrößerte, die handkurbelmaschine wo er so machen musste, dann noch ein besonders ausgeklügeltes, nämlich das mit dem seil, an dem er ein garnichtsoschweres gewicht hochziehen musste, einen apparat gab es, der ihm das schultergelenk ganz langsam hinundherbewegte, so, sodass das spiel mit jedemmal ein winziges stück weiter ausgeweidigt wurde, ganz besonders lustig aber, bevor ichs vergess, die handkurbelmaschine wo er so machen musste (…)
und maschinen gab es, extra für die übungen nach seiner schulteroperation hatten sie die gebaut, praktisch sowas, eine mit einem seil, ja, montags, mittwochs und freitags musste er ins spital kommen, demnächst, in zwei wochen aber am dienstag, da fangen wir mit den unterwasserübungen an, danach oder vorher gehe ich zu den anderen maschinen, das muss ich dir noch erzählen, weißtu.

das historische gedächtnis des vaters wurde rapide immer besser.



basauf Samstag, 22. 3. 2008, 0:00

herzblut macht verwundbar.
aber ohne bist du tot.

wastun?

weiterpumpen.



überland Freitag, 21. 3. 2008, 0:00

es gibt sie immer noch, die extensive werbung auf den alten stadeln neben den bundesstraßen und regionalverkehrsrouten. nahezu ausschließlich beworben werden bluna und afri-cola, hin und wieder siehst du auch noch die im brigittebardotalter konservierte (was sie unterscheidet) siebzigerjahrekalottenhelmträgerin, die für blanc-car plädiert.
was hätte ich darum gegeben, dieses geheimnisvolle bluna, ein name wie die geblumte frauenbluse mit den hüpfenden pflaumenbrüsten aus der jahrzehnte ausgestrahlten dauerwerbung für die bawag, einmal zu kosten, soma.
und was gäbe ich heute dafür?
ok, es gibt noch frucade.



funkloch Donnerstag, 20. 3. 2008, 0:00

die art basel ist ja die wichtigste messe und alle sammler fahren aber heutzutage nach berlin, müssen nach berlin fahren, damit sie wissen, was sie sammeln sollen.
(…)

selbst wenn sie (zwischendurch, kurz) schwieg, schrie sie. redete sie, so klagte sie, alle welt wolle sie aushören.
ganz jung war sie nicht mehr, aber am kunstmarkt kannte sie sich aus, eine ganz junge kann sich nie so auskennen, weißt du.
merkwürdig, dass das telefon nicht klingelte. was für ein origineller klingelton ihm diesmal entgangen sein mochte? selten wie kaum freute er sich, in sankt pölten aussteigen müssen zu dürfen. er atmete nachgerade auf.
(ausgerechnet in st. p. aufatmen, dachte er sich, später, er verweilte gerade im russischen st. p. und die luft war frisch und rein.)



sonority Mittwoch, 19. 3. 2008, 0:00

bleiben wir noch in amerika, von salzburg abreisend hast du allzuoft den sound of music im ohr, yeah, really?, let me tell you my personal opinion, im zug, gar im offenen waggon (den man in deutschland korrekt großraumwagen nennt, weil ein dach hat er schon, das wäre auch was, brrr), die nationalgenetisch mit selbstbewusstsein geimpften amerikaner, so ausgebildete stimmen haben sie, du verstehst sie quer durch den schienenraum, selbst und erst recht wenn sie flüstern.
um niemand mit meinem hören zu stören wechsle ich leise den wagen.



i have a dream Dienstag, 18. 3. 2008, 0:00

dann der andere. diese hoffnung, dass seine lyrik sie der prosa ihres alltags enthebe.
can we?



unverwechselt Montag, 17. 3. 2008, 0:00

namentlich ein gewisser unterer mittelstand des geistes und der seele ist dem überhebungsbedürfnis gegenüber völlig schamlos, sobald er im schutz der partei, nation, sekte oder kunstrichtung auftritt und WIR statt ICH sagen darf.
robert musil, über die dummheit (als rede gehalten am 11. märz 1937)

aus dem zum autoaffirmationskreischen wie eine sich automatisch nach jeder auslösung selbstaufziehende mausefalle bereiten wahlversammlungspublikum werden der kandidatin schilder entgegengereckt, von denen sie ihren namen ablesen kann.
an selbstvergessenheit wird sie ganz sicher nicht scheitern.

yes, we can!



helden Sonntag, 16. 3. 2008, 0:00

ein schifahrer hat sich am geburtstag verletzt, der andere am bein, das er mittlerweile gar nicht mehr hat. zeit wirds für den sommersport, fußball, formel eins. dort gibts auch, noch dazu wirklich international wahrgenommen, noch besser bezahlte gefahrenzulagen für die grauslichen schönen herbeigesehnten unfälle, und was sind wir alle entsetzt, noch einmal, replay, superzeitlupe, jetzt die andere kamera bitte, entsetzlich, gegenschuss, wunderbar, wirklich wahr.
lasst uns einen katastrophenfonds für die spekulationsfreien sportarten und künste einrichten.
(gibts leicht welche?)



angewandt Samstag, 15. 3. 2008, 0:00

zur weisheit kann man nicht erziehen, zur dummheit schon, sagt musil (kein ägyptologe).

soviel zu den weißen pyramiden am heldenplatz.
und dem seipel sei dank (auch so ein museumsdirekter).



fünfschrödig Freitag, 14. 3. 2008, 0:00

geltungsbewusst.
was für ein schönes wort für den seine ära (fünf jahre!) huldvoll feiern lassenden museumsdirekter mit diesem merkwürdig exkanzlerhaft komparativen namen, wir alle stehen in beständigem wettbewerb, das ist ja nur natürlich oder nicht.
im staube mich wälczend condolîre ich ins jubeladressbuch. anstellen darf man sich unter dem soravia wing, die rolltreppe wird extra dafür auf minimalgeschwindigkeit gedrosselt, man kann ja einmal großzügig auch zu anderen sein.
er hätte seine erfolgsgeschichte übrigens größer feiern können, lässt er uns noch ausrichten.
(feiern lassen können)



elf (11) Donnerstag, 13. 3. 2008, 0:00

genug jetzt vom fußball! weder flix noch trix und keine dummen tracks: den symbolischen, oft entscheidenden elfer hebe ich mir für später auf.
die spannung steigt.
bleiben sie dran!



numero zwo (10 – nachtrag – kreislerianum) Mittwoch, 12. 3. 2008, 0:00

dass die fußballeuropameisterschaft eine späte bestätigung (enggeführt: bespätigung) georg kreislers gestern hier zitierten liedes wien ohne wiener zeitigen würde, wer hätte sich das damals, als er es dichtete, zu denken getraut? nicht dass das riesenrad umfiele (obwohl – wer weiß, bei der vielleicht doch nicht so winddurchlässigen werbeflächenplane?), führt sie doch dazu, dass der letzte, höchste wunsch eingelöst wird (der vorletzte wohl eher nicht):

in grinzing endlich ruh’
und s’burgtheater zu!
(es wär’ herrlich, wie schön wien dann wär)

morgen: elf



numero zwo (9) Dienstag, 11. 3. 2008, 0:00

die autos ständen stumm
des riesenradl fallert’ um
georg kreisler, wien ohne wiener

bevors mit numero zwo zwostellig wird, schließen wir das bitte ab, riet mir mein endogener chefredakteur (ch: redaktor; in euro-zeiten sei stets auf korrektes a-ch-übergreifendes deutsch zu achten), wohlmeinend, weil so wichtig ist das alles nicht nein wirklich nicht.
auslöser meiner überlegungen über die mitleid erweckende entäußerung (da ist es, das wort!) unserer lieben frau vizebürgermeisterin laska war ein bild, das ich in einer gratiszeitung abgedruckt fand, ich veröffentliche es hier nicht, kann es ihnen aber nicht verheimlichen, wenn sie es sehen wollen, klikken sie das dem wort bild unterlegte link an, aber ich warne sie ausdrücklich: es zeigt die bedauernswerte zwischen zwei als kunstwesen trix und flix verkleideten undalso fußballvermummten grinsenden unbekannten (die allerdings die für diesen sport wenig geeigneten moonboots anhaben), noch dazu vorm mit zum europameisterschaftsfieber anregen sollenden bildern zugetüllten riesenrad.

ad moonboots | wer fällt ihnen ein?

die alles erhellende bildunterschrift (des hier nicht abgebildeten bildes; aus der verdrängten erinnerung zitiert): gemeinsam mit den maskottchen trix und flix freut sich sportstadträtin vizebürgermeisterin grete laska schon auf die euro.
und muss auch noch so lachen dazu. beim gemeinsamen freuen fotografiert. was für eine freude auch.
brrr.



numero zwo (8) Montag, 10. 3. 2008, 0:00

grete laska ist arm dran, aber sie macht eine gute miene dabei. oder dazu. seit mehr als einem jahr ist dieser stadt und diesem land nicht nur von der kronenzeitung das fußballfieber verordnet, unter hundert sind wir schon im countdown (wer kümmert sich danach um einen ordnungsgemäßen countup?), selbst unsere wintersportlerinnen heucheln begeisterung (sie haben gut fiebern, werden sie doch dafür bezahlt), anderswo wird der superfan (fächer, ventilator) gesucht, heiße luft, ein fönsturm, ich krieg jetzt schon (rein rhetorisch) kopfweh, was ich der frau stadtrat von herzen nicht wünsche.

morgen: geschaffen, für fußball zu werben (3)



numero zwo (7) Sonntag, 9. 3. 2008, 0:00

für die nicht ganz so wichtigen anlässe (oder die ihm zu blöden) schickt unser bürgermeister seine ressortzuständigen leute aus, für kulturelles abseits von zawinul oder hirschal seinen nicht minder uninterressierten, hauptsächlich für hochformatige bilder geeigneten kulturstadtrat, und für den ihn nicht minder wenig tangierenden sport seine vize, die stadträtin laska, ein name wie ein linzer fußballclub (ich sag nur: köglbérger), und das freut beispielsweise den peter huemer, in obersterreich sagt man ja hú(a)ma, und wie er im gespräch dereinst ernst jandl als (allerersten) gast hatte, sagte er noch sein berühmtes adieu sagt ihnen in der linzlokal korrekt ausgesprochenen variante, was sie ihm in der folge verboten haben müssen, und wer außerhalb kärntens traut sich etwa viktring richtig sagen, wobei keiner probleme mit velden oder völkermarkt hat, das versteh ich nicht, nein.

morgen: geschaffen, für fußball zu werben (2)



numero zwo (6) Samstag, 8. 3. 2008, 0:00

politiker haben wichtige symbolische arbeiten zu leisten, auf ubahnstollenanstichmaschinenknöpfe müssen sie drücken, großbaustellenspaten stechen, neuautobahnbänder mit der schere durchschneiden, klimaschutzbäumchen pflanzen, mit dem obervertreter der örtlichen wirtschaft (gemeinsam in einem boot – das dann allerdings in der tat sprichwörtlich voll ist) die elektrobootsaison auf der alten donau eröffnen, twincityliner taufen, nilpferdpatenschaften übernehmen, dazu irgendwas (ein lachendes gesicht, ein anlasstypisches artefakt) in die kamera halten, diese armen menschen leben von der bezahlten sichlächerlichmacherei, es ist kein leichtverdientes geld.

morgen: geschaffen, für fußball zu werben (1)



numero zwo (5) Freitag, 7. 3. 2008, 0:00

als reporter hast du ja auch eine bessere übersicht übers spiel, als wenn du unten am, sagen wir: rasen bist, ganz zu schweigen vom schwimmen, was haben die denn anschauungsmäßig von ihrem eiligen baden, nichts, naja, immerhin das unschön anzuschauende schwitzproblem kennen die schwimmer nicht, dafür schwitzen in ihren kabinen die aufgeregten reporter, schwitzen im trockenen, unangenehm ist das, und stinken tuts da, aber die im kammerl siehst du nicht im fernseher, und der interviewheini am feld- oder beckenrand unten wird ohnehin zuschauerwunschkonform wohlriechend adrett herausgebügelt und geföhnt, weiter aber, ich ufere noch aus zum boxen, also, da haben sies, aua, bleiben sie dran.



numero zwo (4) Donnerstag, 6. 3. 2008, 0:00

und teotihuacán, dieser ort, wo der mensch zu gott wird, also zum obersten, von welcher pyramide aus wäre das am besten zu bewerkstelligen? das nicht restlos entscheiden wollend, blieb hans im august 1997, knapp vor der dianischen apotheose, unten und ließ sich lieber einen bunten poncho aufschwatzen, obwohl er eh schon geschwitzt hat wie eine sau sagt man, heute ist er ein sportler, dem es alleachtung eindrucksvoll gelungen ist, die trapezform seiner frontansicht umzukehren, unten schmal nämlich, oben muscheln, da schaust! viel schwitzen hat er aber schon müssen dafür, poncholos, versteht sich.



numero zwo (3) Mittwoch, 5. 3. 2008, 0:00

wir trotteln sind ja damals im 97er-jahr auf beide gekraxelt, weil von der sonnenpyramide wiederum siehst du die mondpyramide viel besser, als wenn du auf ihr oben stehst. der hans ist überhaupt unten geblieben, sein wissen hat ihm genügt, wie es wäre, wenn er die sonnenpyramide, nein, die mondpyramide emporkeuchen würde, er hat sich aber lieber dieses pyramidenbesteigpotential vor seinem damals alleinig unträgen geist ausgebreitet, und nach einer heutigen bauordnung dürftest du sowas gar nicht einmal bauen, ganz abgesehen von der flächenwidmungsplanumwidmung in kultbauland oder historyland, neinnein, in österreich hätten sie beide schon längst abgerissen oder zumindest umbauen müssen, vielzusteile stufen, kein geländer, die  rollstuhlfahrerrampe fehlt, möglicherweise hätte man vom hollein einen aufzug einbauen lassen, weil im mönchsberg haben sie das auch zusammengebracht, innen vielleicht ein haus des meeres untergebracht, ein redbulloleum, wasweisich, oder das haus der geschichte, jawohl, das wärs, oder, besser noch, einen tiefspeicher für jene bilder der sammlung leopold, deren koschere herkunft nicht ganz erwiesen ist, ok, wir nehmen beide pyramiden, und sonst bauen wir halt noch ein paar dazu, lass uns stiften gehn!



numero zwo (2) Dienstag, 4. 3. 2008, 0:00

obwohl, der kleine pyhrgas ist viel schöner zum gehen und kraxeln als der große, außerdem sieht man von ihm den großen viel besser, als wenn man auf ihm oben steht, und kenner gehen in teotihuacán auch lieber auf die mondpyramide, weil du von ihr die sonnenpyramide besser siehst, soistdas.



numero zwo (1) Montag, 3. 3. 2008, 0:00

diese armen stadtlandspitzenpolitikerinnen, gar in den vor- undalso nebengipfelpositionen, so ein undankbares schattendasein, nebelgipfel, weil ja erst ganz oben der berg sich fotogen durch die wolken bricht, denn wer geht denn bitte auf den kleinglockner, wenn er den großglockner haben kann, der glockner bricht aus, hat harald gsaller geschrieben, und wasfüreiner alswie der großg. könnte damit auch sonst gemeint sein?



schlagwetter Sonntag, 2. 3. 2008, 0:00

als sie auch im anderen keller des penthouse (wo müssen wir uns diesen tieflagerraum vorstellen? im mezzanin, bel etage?) suchten, kam es zum im ersten bezirk legendären hausbankhausbooteffekt. verdammt, das hatten sie nicht bedacht. klar wurden sie nicht fündig, kein erdöl, nicht einmal wasser. nur untiefen, kistenweise.

… was würden sie sich eigentlich von der einsamen insel mitnehmen?



autsch Samstag, 1. 3. 2008, 0:00

die rotzrinne unterhalb der nase, diese zarteste haut des mannes, wo die rasierklinge, sind die barthaare etwas länger gesprossen, so unangenehm reißt und zerrt, man darf die rasur an dieser empfindlichen stelle als durchaus nahezu schmerzhaft bezeichnen. ist daraus zu schließen, dass die männer in den früheren jahren des vorangegangenen jahrhunderts, unsere (ur)großväter (geboren zwischen april 1889 und november 1918), so schlimm es klingen mag, wehleidige krewecherln waren?, urgrund letztlich, weshalb sich diese gesichtsmode derart durchsetzen konnte, ja, musste, und praktisch war sie ohne jeden zweifel, sie ist es heute noch, trotz unserer so segensreich mindestens vierfach beklingten aufs weichste gleitenden superrasierer, was bin ich gespannt, wo dereinst der klingengrenzwert erreicht sein wird, denn einmal muss ja bitte schluss sein damit, und die hundert meter werden sie auch nicht, nie! in zwei sekunden derrennen, also hören wir bitte endlich auf damit.

foto: maria ziegelböck - fz ist heute alt wie eine primzahl

(unterhalb der unterlippe reißts nicht ganz so. und dem franzobel alles gute zum geburtstag; wer weiß, rasiert er sich gar im kopfstand? ich frag ihn. wenn das allerdings, und daran habe ich keinen zweifel, tatsächlich so ist, muss eingeräumt werden, dass er sich sein haupthaar schon ganz schön tadellos toupiert, und so etwas ist auch nichts für wehleidige, allerhand.)



Powered by WordPress kostenloser Counter