barcelona (1) – gaudí (1) Freitag, 30. 11. 2007, 0:00

die teigigen gaudis.
das wäre doch ein toller bandname, sagen wir: für den bäckergschnas.

achtung! morgen und übermorgen!
der einbruch des advents



hochnebeln (2) Donnerstag, 29. 11. 2007, 0:00

überhaupt, diese vergeblichkeit der hohen hochhäuser, je höher umso vergeblicher. erst recht in einer zugegeben nebelfreien umgebung, eine stadt am meer mit aufstrebenden erhebungen, barcelona etwa, oder sagen wir hongkong. hohe hochhäuser – als ansage vor der welt – haben nur in ebenen städten was verloren. überallanderswo sind sie nichts anderes als mickrig und vergeblich.
als würdest du am stromboli ein tischfeuerwerk zünden (roman signer hat dies und ähnliches wider die natur sich behauptendes getan; aber im vollen bewusstsein seiner kleinheit, ja, um diese zu erfahren: “ich muss ja dankbar sein, wenn er mich duldet und nicht abwirft.”) oder in die victoriafälle hineinwischerln oder, wie gert jonke in der versunkenen kathedrale, von der feuerwehr krumpendorf wasser in den wörthersee pumpen lassen.
pimpig, eben.

ab morgen wirds wieder klar und rein. (mal sehen.)



hochnebeln (1) Mittwoch, 28. 11. 2007, 0:00

hochhäuser, hohe hochhäuser (männer. richtige männer), werben ja auch damit, dass sie den nebel durchstechen. das glaub ich nicht.



nebelan (4) Dienstag, 27. 11. 2007, 0:00

und erinnern sie sich, wie karl valentin und lisl karlstadt im photoatelier den scharfrichter fürs photo hinundherrichten und das objektiv für diese ganz spezielle aufgabe scharfrichten?
aber das nur nebenbei.



nebelan (3) Montag, 26. 11. 2007, 0:00

wie ja auch ein zahnarzt nicht griesgrämig oder sadistisch veranlagt sein müsse, fiel ihm den termin nach der rückkehr von seiner reise bedenkend, rudi, sein sonniger zahnexekutivbevollmächtigter freund ein. zu seiner grundfröhlichkeit befragt hatte er gemeint: weißt du, letztlich gehen die menschen zufriedener von mir weg als sie gekommen sind. – nona, glücklich sind sie, weil es vorbei ist, sage ich, und man könne ja diese erleichterung durch noch intensivere mundbergwerkstätigkeiten weiter vergrößern (ein verdacht, der, um das klar zu stellen, auf rudi sowas von nicht zutrifft; aber es gibt ja vergeltungszahnärzte, die über jede kariesstelle persönlich beleidigt sein wollen, im wörtlichen sinn unerträgliche imnachhineinerzieher). undaber natürlich hat er recht. zumindest bis die nebelnarkose nachlässt.
und canetti nennt den henker auch einen zufriedenen menschen und hat das schlüssig begründet.



nebelan (2) Sonntag, 25. 11. 2007, 0:00

bodenpersonal, am flughafen sein (außerkirchliches also), gar am feld draußen, mit all den menschen, die sich, von hier, von dir, erdgebundnem, weg, dem nebel entheben, ob das nicht frustrierend sein müsse? – natürlich hänge es vom naturell ab (sonniges gemüt?, trüber tüp?). aber grosso modo?
er entschied sich für: nein. weil erstens, und das betraf eher die grundgrantigen (das wort – g.g. – doch ein hinweis?), erstens mussten etwa gleich viel menschen landen als wolkendurchbrechend starten durften, und , zweitens (sonniges naturell), konnte es einen ja im herzen froh machen, seinen passagieren (und ihren gepäckstücken) zum licht zu verhelfen.
ab, hinauf. nein: sein flug hatte verspätung. der nebel.

morgen: was hat das mit dem zahnarzt zu tun?



nebenan (2) Samstag, 24. 11. 2007, 0:00

wobei, bei ausfall des quicksunzentralgestirns, das schild bitte nebenan klopfen anzubringen wäre.
finster, finster, gar nichts kann man seh'n
(…) nie, nie werde ich jene zwei minuten vergessen – es war die ohnmacht eines riesenkörpers, (…)
adalbert stifter, die sonnenfinsternis am 8. juli 1842



nebenan (1) Freitag, 23. 11. 2007, 0:00

wien, gürtelnähe: quick sun. sonnenstudio.
geschäftsidee, nebenan zu übernehmen: quick sin. wonnenstudio.



nebelan (1) Donnerstag, 22. 11. 2007, 0:00

kurz zurück nach wien. wie das möglich ist, hochnebel undaber ein sturm bei der landung, dass der wackere pilot den flieger wie mit einer raubtierpranke aufsetzen muss. polen dagegen ein winterbuntes land. und die straßen mit einem kaltfeuchten filzfilm angeschwitzt. brrr.



sehen Mittwoch, 21. 11. 2007, 0:00

warszawa. wegretuschiert, der kulturpalast. nebel.
was aber alles doch da sein kann. und du siehst es nicht.
alles.
… ein glück, nach jahren wieder mit e.b. zusammenzutreffen. sie hat für diese tour alles aufs umsichtigste vorbereitet. meine freude war noch größer, als wir am flughafen auch von ihr mit abgeholt wurden und dann drei tage miteinander verbrachten. sie machte uns mit allerlei freundlichen menschen bekannt, wobei sie stets ein liebevolles detail zur jeweiligen person zu erwähnen wusste. über zehn jahre ist sie nun schon in polen, das land begeistert sie nach wie vor; was sie allerdings stört ist, dass hier bei etlichen fremdsprachigen filmen weder synchronisiert noch untertitelt wird, sondern dass von einer emotionslosen stimme (nüchterner als der dienstlich zu beständiger nüchternheit verpflichtete wienerliniensprecher – eine utopie eigentlich) die texte sämtlicher schauspieler wie eine regieanweisung eingesprochen werden; darunter kann man eine auf maximal 10% zurückgedrehte orginalsprache hören, da kann sich keiner auf nichts konzentrieren. unerträglich für eine blinde, stelle ich mir vor.
ich freue mich aufs wiedersehen.



rechtwinkelig (2) Dienstag, 20. 11. 2007, 0:00

beeindruckend in lodz der jüdische friedhof und vor allem das monument am nazimenschenverschubbahnhof radegast. das schwarze bahnhofshüttl mit dieser sprichwörtlichen verladerampe wirkt original belassen, wie ein 1:1-modell. davor steht eine jederzeit abfahrbereite schwarze dampflok mit zwei, drei originalen viehwaggons. dahinter aber, mit einem schlichten, eindeutig heutigen, vierflügeligen gitter (einer ist offen) abgeschlossen, endet das gleis in einem prellbock im beton. ein langer, gekrümmter, sich nach hinten verjüngender betontunnel schließt an, der in einen quadratischen gewölbten gedenkraum mündet, an der wand inschriften, die die herkunft der über das relais radegast in den tod administrierten naziopfer benennen; dieser raum ist nach oben offen mit einem abgebrochenen schlot. licht. im tunnel selbst hängen originale deportationslisten der gestapo, ausgegrabene originalgegenstände (scheren, gürtelschnallen), und in der betonwand kann man lesen, was hier 1939 bis 1945 geschehen ist, der text hält sich protokollarisch kurz. beim durchgehen wird die beleuchtung über lichtschranken aktiviert, sonst ist der kühle glatte tunnel finster.
was ergreift ist die schlichtheit und klarheit hier. eindeutig heutig. dann aber diese ungemeine unmittelbarkeit mit den originalen an den wänden. die banalität des bösen wird mit geringsten mitteln veranschaulicht, dass es einen ehrlich schaudert. es ist dies alles andere als eine inszenierung mit diesem kalkulierten gruseligen lustschauer, der so manches denkmal zur hollywoodhorrorfilmkulisse verkommen lässt und in seiner vorgeblich detailgetreuen naturalität (“genau so und nicht anders war es”) letztlich das ausmaß der katastrophe und damit die opfer und ihre angehörigen (die wir alle sind) beleidigt.
genau so muss eine gedenkstätte ausschauen.



rechtwinkelig (1) Montag, 19. 11. 2007, 0:00

was so germanisten und theaterwissenschaftler kudern können bei langen tönen mit rauen schwebungen. das unbehagen weglachen, streng akademisch. wie machen sie das und können sie normal auch spielen?, fragt mich der germanistenprofesser, noch lachend, und ich bitte ihn, das als berufsmäßig mit der deutschen sprache befasster doch genauer zu formulieren, schließlich wurden auf deutsch menschen verfolgt, weil sie einer festgesetzten normalität nicht entsprachen, und schräg ist etwas immer nur in bezug auf die beschaffenheit des horizonts des betrachters.
hat der geschaut, die sprache verloren, der germanist.
und normal, das wäre auch der rechte winkel, der muss mir, in diesem zusammenhang, suspekt sein.
19. november. schubert hat keine normale musik gemacht.



säkular Sonntag, 18. 11. 2007, 0:00

lodz (sprich: wwudsch). die große germanistentagung, zu der auch die theaterwissenschaft einlädt. knapp vor der ersten der eröffnungsfestreden schwirren helferlein (studentinnen, assistentinnen; die wenigen männer sitzen), das richtige laptopzubeamerkabel mit allen passenden steckern suchend durch den etwas zu dicht belegten undalso zu engen, tadellos renovierten gewölbesaal des biedermannpalasts. ihnen fehlt, das ist eindeutig, die souveränität des mit allen weihwassern gewaschenen und sich über lange jahre emporgearbeiteten (glöckerl-, haupt-, weihrauch-) ministranten.
diese entzückende akademische nervosität.



blindtest Samstag, 17. 11. 2007, 0:00

heterocephalus glaber

in ihrer form erinnert sie an den nacktmull, heterocephalus glaber. die rechte unterscheidet sich von der linken durch die größere blässe, womit sie dem halbwüstensandgräber näher kommt als die regenwurmfarbene linke frühstücksbrühwurst. geschmacklich sind sie ununterscheidbar: eine division durch null ist nicht zulässig.
tadellos.



suppe Freitag, 16. 11. 2007, 0:00

ab welcher höhe man von hochnebel zu sprechen habe, das würde er auf dieser kurzen spätherbstlichen reise noch zu ergründen suchen, fragen stellen, die den polen natürlich reichlich naiv vorkommen würden, aber das war ihm egal. beim heimfliegen dann aber, in dieser hochsensiblen startphase, würde er jedenfalls genau aufpassen. und dann die sache mit hilfe des kopiloten endgültig klären, kopiloten kennen sich nämlich aus, und oben schien ja die sonne, hieß es, den ganzen tag.
bis dahin würde bei borschtschsuppe (natürlich war die polnische die einzig richtige) die hoffnung auf ungetrübten blick (hier: bis zum suppentellerboden) genährt werden.



remake (2) Donnerstag, 15. 11. 2007, 0:00

kinski spielt palm in der wadenmesser (die szene mit dem stör im mühlbach, krumau am kamp). unverzichtbar: die palmsche originalbadehose.



remake (1) Mittwoch, 14. 11. 2007, 0:00

palm ist fitzcarraldo. phettberg, sein liebster feind, führt regie. der treck geht übers tote gebirg. showdown am elmsee. bei den mangalitzaschweinen vor der pühringerhütte.



medium Dienstag, 13. 11. 2007, 0:00

salzburg. die internationale tascaria-kette mit ihrer standardisierten höflichkeit. tipptopp, da kannst du nichts sagen. die eilfertigflinken teammembers (vermutlich heißen die in ihren job prekarisierten so; so etwas kostet den konzern nichts, und sie haben, wenngleich jederzeit abstellbare so doch stolze angestellte) beraten bei der steakauswahl beinahe empathisch (soviel, wie halt in der einschulung eintrainiert wurde). ich widerspreche nicht und nehme bereitwillig das empfohlene rindsstück, wenngleich, individualistische undalso unvorhergesene auflehnung, ohne kräuterbutter.
sympathisch? wäre anders.



ratschlag. dank Montag, 12. 11. 2007, 0:00

(auch wenn sie noch so gut riecht)

kaufen sie sich nie! in st. valentin beim warten aufs umsteigen eine bosna. das ist dochnochnicht in oberösterreich, trotz der verräterischen viererpostleitzahl. eben. undaber: danke, liebe öbb, dass an diesem abend zwischen st.v. und steyr ausnahmsweise kein schienersatzverkehr verkehrt ist. ich weiß das zu schätzen. bzw. musste es zu schätzen wissen. weil im bus gibts nämlich nicht einmal ein regionalzughäusl samt unterluft. eben.



schnupperangebot Sonntag, 11. 11. 2007, 0:00

speisewagen, die dritte. bahnwerbung.

in zürich duftet es nach weihnachten.

warum man dann in den berüchtigten adventhochnebelsmog dorthin fahren soll, muss ein rätsel bleiben. ich, ich fahre erst zum duftschnuppern hin. eben, nach weihnachten. wenn ich nur nicht verschnupft bin. die erfahrung aber lehrt uns: nach dem weihnachten ist vor dem weihnachten.
hoffen.



fixiert Samstag, 10. 11. 2007, 0:00

speisewagen, die zweite. ein platz vor den geschmacksverstärkten schwammerln. wenn auch vorhin der dünnkaffee eine kleine tischtuchkatastrophe verursacht hat, so gelingt es dem schwammigen rücksichtsvoll-ruhigen (das darf schon auch erwähnt werden) doppeltelefonisten (die kinn- wie auch telefonanzahl benennend) nicht, auf einmal aufzustehen, auch was das betrifft scheint er eine doppelexistenz zu führen. der nervige vom vordersten tisch sich selbst und mit seinem terror den gesamten waggon überlassene dreijährige hat in erfüllung einer selbstauferlegten pflicht (und welche ist das nicht?) sämtliche armlehnen heruntergeklappt, an seinem platz gegen physischen widerstand (durch den doppelten bauchumfang der doppelten schwammexistenz jenes herrn einen tisch hinter dem schwammerlgulasch). mit etwas nachdruck (dem obligaten zweiten versuch, und den sollte man jedem zugestehen) konnte er sich vorbeizwängen.
empor.



saisongericht Freitag, 9. 11. 2007, 0:00

speisewagen. im schwammerlgulasch rechts vorne stechen die geschmacksverstärker stecknadelgleich durch den waggon. in der erinnerung gerinnt red bull im vergleich damit zum aromaneutralen tschapperlwasser.



frohe botschaft! (eingeschoben) Donnerstag, 8. 11. 2007, 0:00

(eingeschoben. aus dem gedächtnis.)

bahnsteigwerbung einer freien christengemeinde, aufgeschnappt in einem deutschen eck:

wer sich zu mir im leben bekennt, den werde auch ich vor meinem vater kennen. mt 10,32
wer sich aber zu mir im leben nicht bekennt, den werde auch ich nicht kennen am gerichtstag. mt 10,33

in diesem sinn will ich mich, feig wie ich bin (man kann ja nie wissen odernicht), ingodsnaum zu mir bekennen. das urteil, wissen wir spätestens seit kafka, steht ohnehin bereits fest.

ob das allerdings jetzt eu-bedingt in österreich auch gilt, weiß ich nicht (und ich trau mich nicht zu fragen; wenauch?). sicherheitshalber aber werde ich in den nächsten monaten deutsche ecken (und das roamen in ihnen) meiden. oder zumindest die luft anhalten und keinsfalls ausm zugfenster schauen.

morgen: saisongerichtstag


XOXOXOXOXOXOXOXOXOXOXOXOXOXOXOXOXOXO



deutscheck Mittwoch, 7. 11. 2007, 0:00

mobiles internet, sehr praktisch und gar nicht so teuer mittlerweile. während der fahrt im zug von salzburg nach innsbruck (korridorstrecke durch deutschland) recherchierte er dann auf wikipedia et al. den begriff roaming.



konsolidiert (2) Dienstag, 6. 11. 2007, 0:00

ein weiterer (= hier: zusätzlicher) anzug sollte auch her. sein stil wie immer elegant aber nicht stocksteif, distingiert-anders. da er aufgrund seiner länge in so manchem großkleiderhaus bei den wenigen modellen, die ihm entsprachen, mit tut mir leid, ihre größe müssten wir bestellen abgeschasselt wurde, nahm er sich ein herz, blähte sich vorne vogelinderbalzmäßig auf und betrat das großegrößenmodehaus am unteren ende der großen einkaufsstraße. von oben herab kam ein männermodehausautorität ausstrahlender blaugestreiftelegant gekleideter herr, musterte ihn – er war ja auf der treppe – kurz von oben herab und sagte dann nur trocken: zu schlank.
er würde sich das haus merken und bei gelegenheit wieder derart aufbauen lassen, nahm er sich fest vor.



konsolidiert (1) Montag, 5. 11. 2007, 0:00

nach zwei saisonen war die jean an ihrer sollwetzstelle (dort, wo das gewebe sich am fahrradlsattl rieb) durch. eine neue, idente, musste her. und, markenprodukt: außer, dass sie nun (radlsattlpassender) in poland statt in truthahnland erzeugt worden war, hatte sie die gleichen maße. ich wiederhole: die gleichen maße. wie vor z w e i jahren!
die aufwärtsbewegung war gestoppt. jetzt galt es, die trendumkehr einzufasten.



handlungsanweisung Sonntag, 4. 11. 2007, 0:00

(ich ufere aus in die sich selbst gar nicht uneitel schlicht kunst bezeichnende sog. bildende kunst (abt. perf. (unterabt. privatperf.)))

sei aufmerksam. schreib mit.
ruf sodann am ersten werktag jedes monats alle unterwegs in telefongesprächen anderer bereitwillig preisgegebenen telefonnummern an und befrage die menschen am anderen ende der leitung zu in den mitgehörten gesprächen gehördenden details.*
sei sehr freundlich. bitte die angerufene person, dem für die herstellung des kontakts verantwortlichen informanten einen schönen gruß auszurichten. wünsche, soweit möglich, am ende des gesprächs noch einen schönen tag und alles gute. beende jedes gespräch mit dem aus der s-bahn bekannten satz von lohner: wir danken für ihre mitarbeit.

nb: deine eigene telefonnummer gib unter keinen umständen preis.

auf wiederhören!

*) beginne etwa so: guten tag (variante: s’gott). ich habe ihre telefonnummer in der u-bahn erfahren und wollte sie noch fragen, (…)



hörgrenze Samstag, 3. 11. 2007, 0:00

was ja dann noch dazu kommt: wenn drei oder mehrere gesprächspaare (-gruppen) in einem raum zusammenkommen, und jede (nennen wir sie:) stammtischrunde mit sich selbst (der schlechtigkeit der welt, der alkoholischen autokühnheit beim letzten heimfahren u.v.a.m.) beschäftigt ist, kann es, das ist bekannt, je später, desto lauter hergehen. trotzdem wird jeder tisch für sich seine kommunikation aufrecht erhalten und nicht (sie wissen, worauf ich hinauswill) die gespräche von den anderen tischen mitabsaugen, jeder, wo er sitzt, weiß genau, wo er zuhören muss und wo nicht.
fürs lautstarke telefonieren gilt das leider nicht. wenn du (bleiben wir halbwegs beim vergleich) drei telefonisten und drei schweiger in einem raum vorfindest und du kommst als vierter hinein, hast du deswegen nicht akustisch frei, wenn auch vermeintlich zu jedem sprecher bereits ein hörer anwesend wäre, wie man denken könnte. nein, alle vier (ausgenommen die tauben) hören alles von allen dreien.
also alle jederzeit voll informiert.
soistas.

morgen: handlungsanweisung (ein versuch)



surround-sound (2) Freitag, 2. 11. 2007, 0:00

(dem zuhörenmüssen auf der spur)

als einigermaßen empathisch begabter (in ermangelung einer in solchen situationen herbeigesehnten frei zuschaltbaren autismus-automatik – rollo runter!) bleibt einem nichts anderes übrig, als einem gespräch das hierorts nur einseitig, ohne physisch anwesenden dialogpartner geführt wird, zu folgen, so sind wir erzogen, immer schönbrav folgen, jawohl. als mithörer (mithörenmüsser) komplettierst du die ansonsten nicht bestehende sender-empfänger-integrität, grundbedingung jedes gesprächs. da wir – evolutionär betrachtet kommunikationstechnisch gewissermaßen noch steinzeitlich (siehe gestern) – nicht auf integrierte fernfünkliche komplettierantennen zurückgreifen können, müssen wir einander zuhören. später dann wird es das alles geben, sie werden die heutigen (nein: gestrigen, völlig veralteten), die raum-zeit-einheit voraussetzenden sinne ersatzlos verdrängt haben, soviel ist sicher und es ist auch gutso, sichert es doch arbeitsplätze, zumindest im äther odernicht?

morgen: schallmauer



surround-sound (1) Donnerstag, 1. 11. 2007, 0:00

das mit dem telefonieren. mit dem mobilen. mit dem mobilen mithörenmüssen. und gar nicht anders können.
(sie sehen, ich verfalle in einen sonst bei mir nicht üblichen streeruwitzton; den letzten satz – und. - habe ich mir verkniffen.)
warum verfolgt man den verlauf des gesprächs zweier menschen am nebentisch links nicht, während man beim telephonat (ein wunderbar altmodisches wort, weshalb ich es ausschließlich mit dem mir wesentlich sympathischeren peha zu schreiben in der lage bin; obwohl: wir reden hier vom zeitgemäßen mobiltelefon, nirgendwo mehr ein bakelitapparat an der wand. ich korregiere also:) während man beim telefonat rechts alles (alles! – auch das gebrüll des anrufers am anderen ende der funkverbindung, es muss sich wohl um ein ferngespräch handeln und hat sich genetisch noch nicht durchgesprochen, dass mit den evolutionshistorisch gesehen brandneuen kommunikationsmedien durchaus auch leise gesprochen werden kann, auch wenn es ins nächste tal oder über den ozean klingen soll), alles alles mitbekommt, mitbekommen muss?!
die vorgefundene (und keineswegs angestrebte) versuchsanordnung: beide ohren hören überprüfterweise gleich gut, es wurde rechts und links gleich laut geredet (ja, das gespräch links war heftig) – gesagt wurde leider auf keiner seite nirgendwo irgendwas, das man sich merken wollen hätte sollen. aber darum geht es nicht. ich bleibe wissenschaftlich.

morgen: die hörvermutung



Powered by WordPress kostenloser Counter