sparen Mittwoch, 31. 10. 2007, 0:00

31. oktober. zeitspartag. wieder also so ein verhörer.
mich interessiert, dringlich, in welches sparbüchl ich meine mir vom mund abgesparten momente, stunden, …, äonen! einlegen kann. und: einlagesicherung?

ab morgen: übers zuhören (weiteres)



trost (quasi korinthisch) Dienstag, 30. 10. 2007, 0:00

… und hätte der mitarbeit nicht …
nach paulus

nochwas, zum trost: da kannst du einser haben soviel du willst, ohne mitarbeit* gibts kein sehr gut. nie und nimmer.

* sie entspricht, ins alltags-schulische übersetzt – dem topos der liebe aus dem dreizehnten kapitel des ersten briefs des apostels paulus an die korinther.



kontrolliert Montag, 29. 10. 2007, 0:00

noch eine frage taucht auf: wer kontrolliert die (zweifellos gemachten) hausaufgaben? und: verbesserung?



geschummelt Sonntag, 28. 10. 2007, 0:00

den strapazierern dieser so altbackenen metaphorik (hausaufgaben machen…) ist entgangen, dass wir uns alle erst durch mehr oder weniger gewitztes schummeln an unsere posten geputscht haben. sie vergessen es, weil es sie selber am allermeisten betrifft.
[wahrscheinlich haben sie nur in den usa und in nordkorea noch eine höhere parolenpenetration, wie man sich im leben korrekt (gott-/kimgefällig) zu verhalten habe, und all diesen ländern, bruderstaaten (oder sagt man: brüderstaaten?) nachgerade, ist die freiheit als permanent beschworenes grundheuchelgut gemein.]
ich, ich verhalte mich selbstredend im übrigen aufs strengste neutral, ich habe ja meine hausaufgaben als österreicher gemacht oder nicht?



hausaufgaben Samstag, 27. 10. 2007, 0:00

wir danken für ihre mitarbeit, dieser so harmlose und umso symptomatischere satz am ende von chris lohners reinlichkeitsaufforderung in der s-bahn, in österreich geht der rein, ohne dass es irgendwen reißt, ohne einen zucker, hier funktioniert die omnipräsente schulpädagogik besser als irgendwo anders auf der welt, bin ich sicher.
regierungen und verantwortliche politiker müssen hier zuallererst ihre hausaufgaben machen, bzw. wird ihnen vorgeworfen, diese nicht gemacht zu haben, taferl werden in die kamera gehalten von eingewanderten kärntner volkstribunen bzw. von dessen wiener publizistischem uraltdouble auf die seite eins geknallt, der dichandismus ist letztlich (eigentlich: zuallererst) nichts anderes als die hausaufgabenaufgebe- und einforderungsvariante des journaillismus.
hausaufgaben machen müssen, gegenüber den wählern, deren tribunen, der zeitung, aber auch gegenüber – oje – brüssel!, diesem großen, unsichtbaren und so gut hassbaren überlandesschulrat.



durchtrieben Freitag, 26. 10. 2007, 0:00

wir danken für ihre mitarbeit, und keiner merkt auf und arbeitet also erst recht nicht mit, so ist das mit der österreichischen widerständigkeit, durchtrieben, diese österreicher. karl-markus gauß hat sie (die widerständigkeit, schreiben wir dieses so grundösterreichische epitheton doch ruhig noch einmal nieder) auch aufgespürt, sie sei daran festzumachen, dass kein österreicher auch nur daran denkt, dem öffentlichen verkehrsmittelbefehl rückwärts einsteigen nachzukommen. subversiv und antiautoritär durch und durch.
soviel also zum österreichischen nationalfeiertag.
auch ich bin stolz, österreicher zu sein.

morgen: hausaufgaben



schulpflicht Donnerstag, 25. 10. 2007, 0:00

wir danken für ihre mitarbeit sagt wie gesagt chris lohner, und keiner merkt auf, ganz abgesehen von den weiterhin auf den sitzplätzen herumliegen gelassenen zeitungen und zeitschriften, keiner merkt auf, dass damit alle sehr geehrte fahrgäste zurückgeworfen werden in die schule, interessant wäre, wieviele menschen nach der zwangsbeschallung mit dieser in österreich so funktionierenden wiedereinschulung nachts aus unruhigen träumen hochfahren, sie müssen die letzte klasse ihrer schule, gar die matura, noch einmal machen, ihr leben seit mit einemmal nichtig, und all das wegen des pädagogischen hinweises von frau professer lohner auf die (eben nicht) geleistete mitarbeit, passivität und wurschtigkeit in allen zügen, vor allem in der s 45.

morgen: subversiv



zugehört Mittwoch, 24. 10. 2007, 0:00

s 45. chris lohner ohne kottan ist unerträglich. ich bin ja brav. ich sehr geehrte fahrgäste lasse bitte nicht meine zeitungen und zeitschriften nicht auf den sitzplätzen liegen und entsorge meine abfälle nicht nicht in den dafür vorgesehenen behältnissen, wir danken für ihre mitarbeit, nach jeder zweiten haltestelle, wenn sie halt gerade kann und nicht liebe fahrgäste die frohe botschaft verkündet, dass ab 9. dezember die s 45 an werktagen (außer samstag) von 7 bis 9 und von 15 bis 19 uhr jetzt noch öfter, im zehnminutentakt fährt, beachten sie das unterschiedliche niveau zwischen wagen und bahnsteig und wehe sie lassen mich nicht ausreden bevor sie aussteigen wir danken für ihre aufmerksamkeit.

morgen: mitarbeiten



verhört Dienstag, 23. 10. 2007, 0:00

linie 49, stadtauswärts. die unsinnlichste stimme (ganz sicher nicht nur) wiens verkündet durch die straßenbahninnenraumlautsprecher die nächste station, an der auch ich aussteigen werde, und weil ich recht oft hier fahre und zudem meinen weg zweifellos kenne (in mein café; das würde der bedienstete der wiener linien aber sooderso nicht ansagen, und das ist auch gut so), höre ich hier normalerweise nicht einmal nicht zu. heute aber, ich weiß nicht warum, bin ich aufmerksam, das heißt nicht ganz, oder habe ich eben gehört:
urban loritz-platz. durststreckengrenze. umsteigen zu den linien (…)?
die vorfreude auf den guten kaffee stellt sich jedenfalls augenblicklich ein. man muss die kleinen wohltaten des lebens viel bewusster genießen. eben. ich habe mich nicht verhört.

ab morgen: zuhörenmüssen



verzetteln Montag, 22. 10. 2007, 0:00

dringlichkeit (das notwendige) und gründlichkeit (das genaue, pitzelige) zu unterscheiden, ob es dafür eines neuen baums der erkenntnis bedürfe?
und wo der bitte stehe!



royal Sonntag, 21. 10. 2007, 0:00

massa marittima. der graue königspudel döst im schatten und wartet auf seine versteinerung zum portallöwen.
etlichen ist es schon geglückt.



volterra — massa marittima (2) Samstag, 20. 10. 2007, 0:00

nach mehr als etlichen hügelüberquerungen in massa ankommend fragte er sich, ob wohl brunelleschi, wenn er schon nicht aus der umgebung stammte, sich hier die endgültigen anregungen für die kuppel von florenz geholt haben mochte. als diesbezüglich dauerhaft mutmachend durfte man diese sisyphoslandschaft jedenfalls getrost bezeichnen.
aber nein, mutmachend, das wäre ja ein widerspruch! oder doch vielleicht gerade das gegenteil?
hm.



volterra — massa marittima (1) Freitag, 19. 10. 2007, 0:00

durch die toscana in erwartung der bzw. (je länger umso eher) in der hoffnung auf die endgültige, allerletzte, die oberste kuppe. aber nein, es geht wieder runter.
dann aber wirklich hinauf.
eine weltumrundung.



guten morgen Donnerstag, 18. 10. 2007, 0:00

das vorsingen beginnt um elf. punkt neun (vorher, heißt es, braucht der mæstro absolute ruhe) erschallt das bergkloster vom vornervösen einsingen der stimmschmetterlinge. ein cremiger terzmezzo vibriert durch den innenhof, während, ihn umreigend, ein sopranschwarm fast leise in der, in die vormittagssonne unisoniert.



jedermann Mittwoch, 17. 10. 2007, 0:00

gusseisern polterte der maestro herein. mit einemmal waren da selbst die künstlichen wachstropfen an den gedrechselten matten elektrokerzen in den ebenfalls gusseisernen elektrokerzenhaltern nicht mehr zu dick aufgetragen, nachgerade angemessen, jawohl, angegossen.
der hofstaat indes übte sich in hintergründiger zurückhaltung, um auf ein schnippen aus sich auftuenden spalten in den soliden wänden ungesäumt zu fragen, wes das begehr des meisters sei.
später wurden sie auch der buhlschaft und manch gutes gesellen ansichtig. ein barockes fest schien sich abzuzeichnen. allesinallem eine gesegnete vitalität, welche er auch in aller stattlichkeit und mit einer prise bärbeißigen bestemms vor sich her trug.



luftig (etwas atemlos) Dienstag, 16. 10. 2007, 0:00

als er nach dem sport, bei dem er gewohnheitsmäßig und völlig zu recht verloren hatte, was aber keinen einfluss auf die beidseitige spielfreude hatte und noch weniger rückschlüsse auf die individuellen spielanteile erlaubte, wie ihm sein gegner, wenn er es hören wollte, stets gerne versicherte, zur pflege seines derart geschundenen körpers den schweiß von oben sich abwaschen zu lassen sich anschickte, gewahrte er, dass er sein zweckmäßig kleinstmögliches handtüchlein vergessen haben musste, fand er es doch nicht bei seinen ertüchtigungsutensilien, und so wankte er vorerst einmal in richtung brause, auch im club danube wurde man zentral, d.h. von oben duschentmündigt, dazu musste man, noch so ein zeigen wo gott wohnt (im kloyberschen klotz), mindestens alle fünf sekunden, um warmwasser nachgerade bettelnd, den wasserzufuhrknopf drücken, war jedoch auf kaltwasser gedreht, rann es mindestens eine minute auf einen herab, wobei er sich – was sein duschethos betraf, war er da ganz indianer oder zumindest lex barker am marterpfahl – nicht einen millimeter wegrührte und derart das hirn tauglich abzukühlen pflegte, die eigentliche erholung beim sport, während des wiegesagt entmündigten duschens und kaltwasserbedingten wiederzusichselbstfindens wuchs der dringlichkeit der trockenfrage doch eine gewisse, sich steigernde bedeutung zu, und als er die eigentliche nasszelle verließ, trottete er also vorderhand einmal zum bittenichtöffnenfenster, wo er sich einer ganzundgarnicht unabhärtenden lufttrocknungsprozedur unterziehen wollte, dort aber, vor sich hin frierend und seinen weg rekapitulierend, erinnerte er sich der spiegelwand, vor der zur haupthaartrockung zweckmäßige handföns an versiegelten steckdosen angekabelt bereitlagen, es ging ihm, beinah wickiegleich, ein licht auf (bzw. sprudelten von seiner nase sterne weg), und sogleich setzte er sich, immer noch feuchtspuren am garderobeboden hinterlassend, dorthin in bewegung und nahm, am spiegelziel angekommen, je ein warmwindgerät in seine hände und bewehte damit so lange seinen körper, bis auch an den entlegensten, gerne vergessenen zonen jeglicher wassertropfen durch die forcierte heißluftbehandlung verdunstet war, mehrmals hatte er sich vor dem spiegel, der in diesem zusammenhang keinerlei eitelkeiten sondern lediglich der reinen information zu dienen hatte, mitsamt seinen angeleinten trockengeräten gedreht, sodass er sich, hätte er nicht wie ein haftelmacher aufgepasst, rettungslos verheddert hätte, keiner hätte ihn freischneiden können ohne selbst gestromt zu werden, sodass ihm unweigerlich und nicht das erstmal in sanitärem zusammenhang der unselige laokoon und seine söhne in den sinn kam, welches menetekel wohl diesmal mit diesem omen verbunden sein mochte?, er wollte es gar nicht recht wissen.
die tun sich nicht fönen

trocken verließ er den raum.



zentral (wieder einmal) Montag, 15. 10. 2007, 0:00

oh i hate ‘em i hate ‘em
– aaaaaaaaaaaaaaaaaaaa

(john cleese)

und wieder, auch in der nördlichen toscana. die streng oben montierte tröpferlverteilende brausenrosette, diese verdammte italienische duschentmündigung. wahrscheinlich eine als zentralstaatsgesetz ausgegebene verordnung gegen die allzu autonom los von rom strebenden regionen.
einer der wenigen einzigen gründe, nicht nach italien zu wollen. aber so leicht kriegt ihr mich nicht an!

morgen (eingeschoben): laokoon im fitnesscenter



slow food (toscana) <2> Sonntag, 14. 10. 2007, 0:00

dressierte krabben, die sich selber grillen, am offenen kamin, langsam und schonend.



slow food (toscana) <1> Samstag, 13. 10. 2007, 0:00

in das dezente steinmauerzimmer diffundierte jungweiblich halbafroamerikanische grammymusik. very stylish und also eine ohrspülung mit abwaschwasser, die das sicherlich recht gute essen unmittelbar mit einem grauen (besser: gräulichen) schleier überzog.
abermals: malzeid.



spiegelkabinett Freitag, 12. 10. 2007, 0:00

die kuppel von florenz, außen die allereleganteste, innen. das weltgericht, so gerichtet, dass vor allem der hohe klerus, wenn er seinen blick erhebt (etwa beim hochhalten des kelches) haargenau die verdammten in der hölle vors aug gesetzt bekommt.
passt. malzeid.



graugansprägung?* Donnerstag, 11. 10. 2007, 0:00

in mein erstgeborenes land,
in den süden zog ich

ingeborg bachmann

mein erstbesuchtes land, das war nun einmal italien. was soll ich also machen?, ich kann nichts dafür.

*

nicht alles was hinkt ist ein vergleich



night & day Mittwoch, 10. 10. 2007, 0:00

nach italien. schlafwagentoilette, alte garnitur (so ein glück auch!), das waschbecken: sanitärbereichsjourgebäck, gewissermaßen. entzückend.



kinderuni (2) Dienstag, 9. 10. 2007, 0:00

und vor dem vortrag noch einmal die hände gewaschen. da haben wir es. mobbing. nur weil du nicht paranoid bist, brauchst du nicht zu glauben, dass sie nicht hinter dir her sind.
mobbing am beispiel schlitzoben in den spender eingelegter papierhandtücher. hohe trefferquote, geringe zielgenauigkeit.
in jedem fall aber: ein kündigungsgrund, so meine dringliche forderung.



kinderuni (1) Montag, 8. 10. 2007, 0:00

noch vom inkognito geschützt warte ich im foyer vor meinem hörsaal. da kommt auch schon meine horde neunbiszwölfjähriger die treppe herauf.
größenunterschiede wie bei hunden.



ablass Sonntag, 7. 10. 2007, 0:00

es funktioniert auch posthum: ein katholischer gläubiger, der für jemand anderen (besonders löblich!) die möglicherweise apokalyptischen folgen und unerwünschten nebenwirkungen seiner lebensführung versichern will, geht zur mesnerin oder, in wichtigeren kirchen, zum herrn mesner und zahlt eine messe, die wird dann in dieser meinung gelesen und alles wird gut.
dieser tage findet in frankfurt die buchmesse statt. wo ist der mesner?, er dürfte in diesem größten herbst der österreichischen literatur (aller zeiten) viel zu tun bekommen. und: was kostets?



apokalyptisch (2) Samstag, 6. 10. 2007, 0:00

die blätter fallen
rainer maria rilke

wie geht es eigentlich einem autor, dem bei erscheinen seines neuen werkes als alles andere als nüchterner kritikervorschuss bescheinigt wird, es sei das beste buch des 21. jahrhunderts. was will so jemand noch schreiben?
chilirotehoffnung keimt am horizont.
oder war es köhlmeier? und wie geht es glavinic damit?
jaja, ein frühes spätherbstln.



apokalyptisch (1) Freitag, 5. 10. 2007, 0:00

als sebastian seine achseln zeigt, weicht der pfeil zurück.
harald gsaller, zack! (1995)

robert schneider, vater schlafes bruders, erfindet sich, es muss wohl sein, alt neu und versucht, an seinen alten erfolg anzuknüpfen: abermals, nach fünfzehn jahren, hat er ein orgelbüchlein geschrieben und liefert bereits auf den ersten seiten munition für seine p.t. recensenten:
dürftige analysen. historisch fragwürdig. selbstverliebt ohne ende. eine stilblüte nach der anderen. schwülstig. adjektiv um adjektiv. stilistisch überhaupt das letzte! – so schneider in seinem neuen roman die offenbarung. und ich vermute (gewollt) schelmisches: das klingt, als handle es sich um wortwörtliche zitate früherer verrisse. also eine retourkutsche.
wolln wir hoffn, dass diese zeilen nicht oft re-zitiert werden müssen. die erfahrung aber lehrt uns: fürchtet euch nicht nicht.
der große herbst der österreichischen literatur, er geht weiter, kommt erst so richtig in schwung.
maranatha!



täuschung (zum welttierschutztag) Donnerstag, 4. 10. 2007, 0:00

herbst ist immer wenn du sterbst
h.c. artmann, punch and judy

es herbstlte, und ein klein wenig zu mild.
aber nein, das waren doch tauben und keine geier, die um die oberen etagen der türme vom allgemeinen krankenhaus kreisten. und auch saatkrähen waren keine dabei, schien es.
auf den ersten blick



speisekarte Mittwoch, 3. 10. 2007, 0:00

(von abenteurer h.c. artmann ist’s nicht weit zu den kannibalen)

erinnern wir uns, vor einem monat dichtete die bild-zeitung: DEUTSCHER ISST ÖSTERREICHER (warum nicht: wir sind österreicherfresser?)

so etwas hat er sich nicht verdient,
sagen bekannte aus dem schockstarren heimatdorf über das opfer des kannibalen. meine monströse frage an den ortsobmann des österreichischen kameradschaftsbundes: einer, der euch nicht regelmäßig hilft (wobei? beim kameradln?), möglicherweise schon?
da haben die menschenfresser aber einiges zu verspeisen.



fragen zur evolution (2) Dienstag, 2. 10. 2007, 0:00

was berichtet uns das alte testament über die skifahrerei? – nichts, herr sportsfreund.
h.c. artmann, 1975-1977

danke, lieber h.c., für diesen gastsatz, frucht ausgedehnter studien.



fragen zur evolution (1) Montag, 1. 10. 2007, 0:00

doch an den fensterscheiben
wer malte die blätter da?

wilhelm müller, frühlingstraum

seit doktor faustus (eigentlich zumindest seit müller), wo das phänomen näher erörtert wird, wusste er, dass es der natur, sei sie belebt oder tot, immer wieder gefällt, in völlig unterschiedlichen zusammenhängen ähnliche gestalten hervorzubringen.
in der nasszelle des gästezimmers des großen freundes perlten auf einmal spermien, wie er sie aus populärwissenschaftlichen kurzberichten im fernsehen kannte, es konnten aber auch kaulquappen (eines der schönsten wörter der welt) gewesen sein, das echtglas der gediegenen duschkabine hinab, immer von oben nach unten, wie es die schwerkraft vorschrieb.
solange es keine schaffte, sich von unten nach oben zu geißeln, wie sollte er sich das mit der urgenese des lebens vorstellen?, stellte er sich vor. es musste noch einen anderen weg geben. dem nachsinnend duschte er so lange, bis ihm schwimmhäute zwischen den fingern zu wachsen begannen.
nach gründlicherer maniküre zog er sich an und begann einen völlig neuen tag.



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