probati Sonntag, 30. 9. 2007, 0:00

die röm.-kath. pfarre in der krim inseriert per aushang in der auslage des krottenbachstraßenkleintierhändlers eine unmittelbar bevorstehende tiersegnung. wenn, was zu erwarten zu stehen scheint, nicht genug lebendige kommen, so steht es am zetterl, ist man gerne bereit, plüschtiere mit zu besprengen.
ob diese neue legio derart katholisch gemachter plüschwesen eine verzweiflungskreative antwort der klerischen basis auf den allgemeinen mitgliederschwund (nur in unseren breiten, seien wir beruhigt) darstellen könnte? – gibt es nicht genug animalia ordinaria*, ist ja wirklich die zulassung plüschorum probatorum** ernsthaft in erwägung zu ziehen.

* gewöhnliche (herkömmlich lebendige) tiere
** gen. pl. von: plüschi probati (pluralwort): bewährte pl.



mostly nine-eleven Samstag, 29. 9. 2007, 0:00

mit einer abrupten drehung gelang es dem minkerl im letzten moment noch, direkt ins auge zu fliegen. eine halbe stunde später dann die nächste, ins zweite. der unvermeidliche zusammenbruch kam in form eines ausgewachsenen kapitalen sturzes, er rutschte beim fahren über die mostbirnen aus und weg.
warum fliegen fliegen immer mitten ins aug? was ist das für ein sog? und flieger mit hochhäusern, welche gravitation?



näher (2) – daneben Freitag, 28. 9. 2007, 0:00

dann gab es afterkünstler, tieftragische, von dumpfderbem alkoholismus gezeichnete existenzen, die sich vor allem über ihr sichdanebenstellen zu größen, literaturgroßpreisträgerinnen und -träger etwa, definierten.
körperlich angewidert musste er sich entfernen.



näher (1) – drunten Donnerstag, 27. 9. 2007, 0:00

ob der andauernde erfolg des populären sommerintendanzschaupielers auch damit zusammenhing, dass es ihm nicht wirklich schwer zu fallen schien, sich – wie gewisse autobusse, die zum aussteigenlassen auf der türenseite abgesenkt werden können – künstlich (so wollen wir hoffen) auf das niveau der straße (um im bild zu bleiben), auf dem sich auch die hohe politik so gerne volksverbunden fiakerhaft gebärdete, zu begeben?



stehzeit Mittwoch, 26. 9. 2007, 0:00

spätsommerfest in einer werbeagentur sechzehn im fünfzehnten. wie es sich gehört alle männer schwarz gekleidet, dazu waberwabermusik, genau so laut, dass man sich gerade doch nicht anstrengungslos unterhalten konnte. die schicke herumstehen auf dem in lofts unerlässlichen bitumenboden eine visitkarte an einfallslosigkeit. dazu noch lauter nieten bei den pistazien, diesen gerösteten bioglückskeks aus kalifornien oder dem iran.
wäre da nicht – pardautz! – die aparte wursterbin, die gesellschaft mit den vielen viel zu freundlichen menschen wäre sofort zu verlassen.
die 15er im 16ten würden jedenfalls keinen auftrag von ihm bekommen.
den nicht zu mageren, nicht zu üppigen pfefferbeinschinken, den würde er sich aber schon morgen besorgen.
gedacht, gemacht.



udoman. ein traum Dienstag, 25. 9. 2007, 0:00

konzert, stadthalle, heute.

udo '69

aus dem publikum nach vorn geht udo jürgens, um jahrzehnte rückgealtert, mit glatten 69er-haaren, er kann kaum das erste wort singen, – es ist merci cherie (was auch sonst, genauso wie beim songcontest 1966), das sich aber so anhört wie rock and roll music von den beatles gesungen – und schon springen alle leute, hauptsächlich männer (alle haben sie auch die gleiche frisur, mit koteletten, und durchfallbraune sakkos mit rollkragenpullovern darunter; ist es eine wienistandersrum-veranstaltung, wie damals das weiße rössl sing-a-long in der volksoper?, aber wo sind dann die geschwister pfister?), von ihren sitzen auf, ein gekreische hebt an, dass man nicht einen ton noch von udo hören kann, und so geht das mindestens eine stunde, unter seinen begleitmusikern (es muss die pepelienhardband sein, wir kennen sie auch vom songcontest 1977, swiss lady) ist ein schmächtiges, beinahe schwindsüchtiges bürschchen, das mich, bevor es, auch mitten aus der aufgeputschten masse, auf die bühne geht, bittet, nicht zu verraten, dass es in eineinhalb jahrzehnten als prince berühmt sein wird, der wirbel jetzt wäre nicht auszudenken, wir sind ja in der rückgeblendeten gegenwart undalso alle würden wissen, was später bis inkl. 18. september 2007 geschehen würde und wer etwas sein werde und wer weiterhin nicht. udo jürgens, soviel war sicher, würde es bis zuletzt schaffen.
(robespierre, von tugendhafter gesinnung aber schwächelnder stimme, hatte damals leider noch kein mikrophon zur verfügung.)



ananüse (5) Montag, 24. 9. 2007, 0:00

orfon, 16.9.2007, sonntagsmittags

was weiter auftaucht, ist die frage, wie es zu diesem ominösen sche gekommen sein mag.
haben die bei orfon direkt neben der zett-taste eine fürs esch, dass sie sich so vertippen konnten? oder wollten sie – der polischeiliche schnappschapp begab sich im ländlichen vorarlberg, dortalso, wo man es bis zur am 1. juli 2005 in kraft getretenen sicherheitkörperreform ausschließlich mit gendarmen zu tun hatte – eh gendarmerie schreiben?, das ge wäre ja auf der tastatur gleich links unterhalb vom zett.
jaschon, aber warum gleich die übertragung ins lautschriftische?



herbstlbertlmütterl 2007 Sonntag, 23. 9. 2007, 12:00

liebe mba,

das ist aber in isfahan, wo noch nie ein papst hinkam

knapp nach dem segensreichen papstbesuch macht sich eine umsichgreifende säkularisation nicht nur in mariazell durch überkleben von pontifexplakaten mit wie auf einem altar auf tischchen sich räkelnden fräuleins palmers bemerkbar (ein reizvolles zwischenstadium während der überklebmetamorphose zeigte man unlängst im kurier, wandlung vom weißgekleideten geistwesen ins fleischwesen gewissermaßen, möglicherweise ein gottesbeweis – wer will und wem es nützt – wovon ich mich natürlich distanziere – wovon?), sie macht sich auch beim mütterbriefschreiben breit, jawohl, so ist es: wie es nämlich ausschaut, kommen die mütterbriefe mittlerweile nicht mehr alle heiligen zeiten (gäbe es, gäbe es heilige, auch unheilige und welche wären das?), sondern an den kurvendiskussionsmäßig interessanten undalso naturwissenschaftlich einwandfreien punkten des sonnenlaufes (maximum, nulldurchgänge, minimum), und da ich ohnehin selbstauferlegt einen täglichen eintrag im mütterlog zu verfassen habe (eine merkwürdige zwangshandlung), ist mir diese sich derart entwickelnde entwicklung durchaus recht. hier also mein herbstlbrieferl.

beim betrachten des wortes herbstl fällt mir auf, dass es letztlich nicht allzuviele worte gibt, die sich mit einem ell schmücken können. so darf ich ihnen heute einige gegenstände anbieten, die, näher betrachtet, alle über diesen edlen buchstaben verfügen.

von privat an privat günstigst abzugeben wären:

1) ein fahrrad - verkauft am 25.9.
2) ein harmonium – binnen einer stunde vergeben
3) ein pianino [möglicherweise eine bewerberin]
4) tonträger (mehrere)

ad 1) fahrrad, fahrbereitabgefahren!
schwarz, 6 gänge, eigengewicht, superweicher sitz in der mitte, praktischer korb hinten, hochbequemes fahren, ja, cruisen. seit jahren schon garagenrad, zuvor schon nur im sommer nur bergab gefahren, d.h. zustand 1a (die reifen gehören aufgepumpt, wofür gesorgt sein wird, machen sie sich keine sorgen).
bittewo ist das ell? fragen sie, völlig zu recht.
bitteschön, da ist es: bei diesem radlll handelllt es sich um ein tadelllllloses lllegendäres falllterrad, ein kullltobjekt, wie man sagt (welllcher kulllt? – s.o.).

über den preis wurde stillschweigen vereinbart; er hat 72,67 euro nicht überstiegen.

ad 2) harmonium, harmoniebereit - abgeholt, restauriert, neu eingespielt, fliehende würmer
gernhaberstück, erzeugt vor ca. 100 jahren. weiche zungen, warmer ton, cirka 10 register, einreiher.
und hier, das ell?

unter orgellllbauern wird das schöne harmonium gerne als choralmobed bezeichnet. und wenn ihnen das nicht reicht, der etwas volkstümlichere ausdruck sei ihnen auch verraten: hallllllelllujatraktor. [in deutschland, z.b. essen oder mülheim an der ruhr: psalmenpumpe]

ad 3) pianino
schwarz, massiv, gehört gestimmt, sonst aber in ordnung.
das ähällll!?
nennen wir es halt klavier. ein kleines halt. und es ist wirklich ok. und schön und alt und massiv, also nicht aus sperrholz oder resopal.
preis: ganz sicher nicht die welt
(das schöne stück gehört mir zwar nicht selber, ich werde aber gerne und so unverzüglich wie denkbar den direkten draht zur besitzerin vermitteln.)

ad 4) tonträger
was meinen sie, wo sind sie besser aufgehoben, meine so schön gemachten versilberten opera? in massen bei mir oder vereinzelt, verstreut über die interessierte und kundige welt, z.b. bei ihnen daheim? na sehnsie. na hörnsie.
etwa, brand- bzw. brennneu: grenzkæmpfe - elll? - meine allererste solo-cd (1993) als 2., beträchtlich erweiterte, völlig überarbeitete, vielfach verbesserte und neu gestaltete auflage.
mit neuem bonus- und! malustrack! bitte sich das keinesfalls entgehen zu lassen. beim wieser-verlag oder direkt bei müttern.
die weiteren tonträger, als da sind
muetters muellerin (das album!)
parlando
timbreplus
schubert:winterreise:mütter
written images
und etliche andere und bald auch schon
muetters dichters liebe
finden sie samtundsonders auf muetter.at
und bedenken sie: bald schon kommt allerheiligen, das letzte fest mit l vor dem heiligen abend.

vorher aber kommt der oktober und davor noch ende september. angekündigt sei eine literarische wanderung mit kurt palm inundum ried im innkreis (endstation ist senftenbach, das gasthaus kollmann) am kommenden samstag. anfang oktober spielt es sich in wien ab, zuerst die eröffnung des ignm-festes, dann spielen sie auch noch zwei stückln von mir, am 6. stump-linshalm nushu und am 7. die uraufführung von born. rondo für toypiano mit innerer stimme, mit und für isabel ettenauer, am 6. werden wolfram berger, adi hirschal, sascha lackner und bertl mütter in der galerie der akademie am schillerplatz die lange nacht der museen unter dem titel eros in öl begehen. undundund. 26.10. allein unter lauter chinesischer kunst im museum der moderne, dann, noch einmal am mönchsberg über salzburg, nushu, am 6.11. nämlich.
wollent für details die rubrik bald consultîrn.
achja, am 28.10. vormittag ist es bei den kulturvermerken in gmunden mit gert jonke und bertl mütter nichts weniger als die hölle. höllenfurcht, um es genauer zu sagen.

eben. genug ge-ellt.
ein schönes herbstln. auf ein persönliches treffen freut sich ihr
bertl mütter (2.v.l.)

bertl mütterl (von ihnen gesehen lechts)

— der serviceteil — der serviceteil — der serviceteil — der serviceteil —

bald – die vorschau
über den weiteren verlauf der baldigkeit bis zur wintersonnwend werden sie hier bestens informiert.

vorbei – der rückblick
manches, das jetzt bald ist, wird bald vorbei sein. hier zum nachlesen.



ananüse (4) , 0:00

orfon, 16.9.2007, sonntagsmittags

beim unscharfen durchlesen der obigen orfonischen sonntagslyrik, eine fortschreitende alkoholisierung imagnierend, komme ich zu folgendem ergebnis:
fffariqualischpaschwammalbolischeischnabbdalolungslenkajagdiroul

übung: schreib den kurzartikel so fort! der anfang sei, da nicht verbesserungsfähig, vorgegeben: polischei schnappt …

schönsonntachnoch. und passen sie auf, dass sie kein polischischt erwischt.



ananüse (3) Samstag, 22. 9. 2007, 0:00

orfon, 16.9.2007, mittags

zum onomatopoesis jener wunderlichen anonymen spontanlyrik:

erfreuen wir uns zunächst an den stabreimen: formel eins – ferrari; polischei – schnappt. etwas verschachtelter finden wir sie auch in der zeile bergwacht kontrolliert schwammerlsucher, undzwar in der lautung -wacht bzw. -wammerl; zudem korrespondieren die doppelkonsonanten aufs entzückendste miteinander: kontrolliert schwammerlsucher, was besonders elegant durch das -erl im schwammerl vom schwammerlsucher abgerundet wird.
zugegeben, die vierte zeile fällt qualitativ etwas ab; was aber mein vollstes verständnis findet, bei drei derart posiegeballt vorangehenden versen.
im kurzartikel dann die abfolge verfolgungsjagd – verkehrskontrolle – vorarlberg und, abermals, verfolgungsjagd.
phantastisch.

morgen: fortdichtung im sinne einer fortschreitenden räude



ananüse (2) Freitag, 21. 9. 2007, 0:00

orfon, 16.9.2007, mittags

inhaltlich muss man sich einmal allein die abfolge der vier schlagzeilen auf der zunge zergehen lassen (eigentlich aber ist es mir unmittelbar eingeschossen, und die zunge hat mir unwillkürlich geschnalzt):
ferrari – bergwacht – schwammerlsucher – polischei – alkolenker – unfälle.
was das für einen volkschulaufsatz ergeben würde, stelle ich mir vor.

der kurzartikel dann stellt weitere fragen auf:
- womit ist der alkoholisierte mann (alkolenker/autolenker) davongerast? zu fuß? mit dem auto?
- wurden neben den 300 fahrzeugen auch ihre 300 lenker kontrolliert? daraus die frage: wie hat man sich ein alkoholisiertes fahrzeug vorzustellen?

morgen: die onomatopoetische ananüse



ananüse (1) Donnerstag, 20. 9. 2007, 0:00

orfon, du sprachquell.
am 16. september war so eine sternstunde, möglicherweise war es auch nur die berühmte berühmtheitsviertelstunde, wahrscheinlich gar minuten nur. jedenfalls als ich die erste österreichische informationsseite aufrief, fand ich da, in dieser reihenfolge:

• formel 1: ferrari dominiert qualifying in spa
chronik
• bergwacht kontrolliert schwammerlsucher
• polischei schnappt alkolenker nach verfolgungsjagd
• zahlreiche unfälle von alkolenkern in tirol

nach anklikken der polischeizeile lautete der zugehörige text:

bei einer verkehrskontrolle in walgau und montafon (vorarlberg) hat sich ein autolenker eine verfolgungsjagd mit der polizei geliefert. der alkoholisierte mann raste davon, konnte aber angehalten werden. insgesamt wurden 300 fahrzeuge kontrolliert.

neben meiner umfassenden begeisterung über derartiges sonntägliches sprachgefühl tauchen etliche fragen auf.

morgen: die inhaltliche ananüse © herbert prohaska (damit auch das, inständigst dankbar, gesagt ist)



stammbaum Mittwoch, 19. 9. 2007, 0:00

dank, uni graz und uni innsbruck

als er, den teller ungehörig und umso genussvoller ansetzend, den tomatensalatinessigundölsaft, sommerkindheitsgeschmack, in einem sauren zug austrank, überkam ihn dieses wohlige schauern, das ihm das rechte auge herunterzog, grad so, als wäre er ein nachfahre oswald von wolkensteins, in direkter linie.



abschweben Dienstag, 18. 9. 2007, 0:00

die fliesen in der sanitärnische (bad wäre zu viel gesagt) der billigen absteige in der altstadt von lissabon hatten etwa das gleiche, nichts weniger als psychedelisch zu bezeichnende muster, ganz so wie der fußboden der basilika von mariazell (der, wie allgemein bekannt, deswegen denkmalgeschützt ist, weil er aus einer k&k-bahnhofshalle stammt.)
da würde sich der herr pabst aber freuen, und er würde es ihm persönlich auszurichten lassen wissen, stellte er sich vor.



butzern Montag, 17. 9. 2007, 0:00

als ihnen beim verlassen des zimmers die putzfrau begegnete, verstanden sie augenblicklich den zustand ihrer unterkunft: sie hatte derart dicke augengläser (butzenscheiben, auch aschenbecherböden genannt), dass sie sich hauptsächlich nach gehör orientieren musste. was das allerdings mit dem doch recht strengen geruch zu tun haben sollte, konnte auch das nicht vollständig erklären. oder drückten die dicken undalso schweren brillen derart auf ihre nase?



koller, aquatisch Sonntag, 16. 9. 2007, 0:00

kreuch! fleuch! blubber!

gruppendynamik am beispiel des crustaceenbassins einer atlantischen marisqueira.



dauerwelle Samstag, 15. 9. 2007, 0:00

diese merkwürdige zeitlupe, in der sich die wellen aufwalzen und brechen, um dann ihre gischt im zeitraffer vor sich her zum strand zu spülen, ein dehnen und folgerichtiges zusammenziehen der zeit, und am ende (der einzelnen welle; nicht einmal aber die gibt es in wirklichkeit) ist alles wie es immer war, immer sein wird.
undaberdoch: wir steigen nie ins gleiche meer (weniger noch als in denselben fluss).



mhm Freitag, 14. 9. 2007, 0:00

… und nickte mit einem kichern, das so fein und unnatürlich klang, als hätte er eine junge ziege im hals.

robert musil, pension nimmermehr (nachlass zu lebzeiten)

danke, lieber robert, für diesen dieses thema würdig abschließenden gastsatz.

morgen: feuchtes aus portugal



oral history (4) Donnerstag, 13. 9. 2007, 0:00

jetzt gab es also mundkrebs fürs lutschen und blasen. eine formidable gelegenheit, es allen zu vermiesen. man musste alles gut überlegen und vorbereiten, warnhinweise waren anzubringen, soviel stand fest. in welchem alter sollte man mit der flächendeckenden prävention anfangen? tat sich ein riesengeschäft für die intimpiercing- und tatoobranche auf? wo sollte der text jeweils platziert werden? in wievielen sprachen? oder durfte hier französisch als unumstrittene weltsprache bestehen bleiben? wie stellte man die individuell optimale textlänge in welcher mindest- bzw. idealschriftgröße für männer fest? und wer sollte kontrollieren?
zwei – wenngleich, das muss eingeräumt werden, englischsprachige slogans waren ihm gleich gekommen: don’t lick/suck you sick. oder: if you suck my dick, you’ll get sick. dieser konsumentenschutztext für den naturgemäß, so wollen wir sinnenfreudig hoffen, sich ausdehnenden platz wäre dann noch durch allfällige füllwörter (z.b. fucking) beliebig verlängerbar.



oral history (3) Mittwoch, 12. 9. 2007, 0:00

sagen wir: das enthält sulfite, das uns wegen ein paar verblödeter amerikanischer schwefelallergiker (die das, experten in ihrem leiden, ohnehin wissen) seit ein paar jahren den weißweindurst raubt? hat es die vorher noch nicht gegeben? oder warum sprudeln, lauernd in ungutsüßen kunstgetränken, diese unsäglichen phenylalaninquellen? kann spuren von nüssen enthalten. oder weizen. oder oder und und oder und so weiter.

morgen: zur sache



oral history (2) Dienstag, 11. 9. 2007, 0:00

jetzt war es ja mittlerweile so, dass die wertegesellschaft unserer sog. westlichen welt in ihrer fortgesetzten sauertöpfischen lustfeindlichkeit auf alles, das sie einem aus sog. wissenschaftlichen gründen verleiden konnte, fleißig allerlei warnhinweise aufdrucken ließ, was das derart ausgezeichnete produkt dann auf eine unfreiwillig-subversive art noch einmal zusätzlich bewarb. und damit der konsument nicht abstumpfte, dachte man sich eine große vielfalt von texten aus, beim rauchen etwa von smoking kills bis rauchen fügt ihnen und den menschen in ihrer umgebung erheblichen schaden zu.

morgen: weitere warnungen



oral history (1) Montag, 10. 9. 2007, 0:00

die wissenschaft forscht, das muss sie, etliche probanden stellen sich in ihren dienst, ich frage mich manchmal, wie die zu ihren testpersonen kommen.
jetzt haben sie wieder eine krebsursache herausgefunden, und sofort geistern spekulationen herum, woher der gute sigmund wohl nun tatsächlich seinen herhaben mochte.



olm or aal Sonntag, 9. 9. 2007, 0:00

jaja, der olm hat eine anregende form, als aalartig wird er auch beschrieben. und aale waren zu jeder zeit eine beliebte fastendelikatesse.

ab morgen: oral history



fauna, kath. Samstag, 8. 9. 2007, 0:00

weil es so gut als anschluss zum gestrigen text wie auch, welch zufall, zum hochheiligen babsdbesuch bassd, alles wird weich, zerfließd, lösd sich auf, wo läge denn auch der evolutionäre vorteil von sagen wir: pigmenten für in ständiger finsternis wesende?, mir fällt der unselige pater k. ein (nein, nicht der lucifer mariacellensis, raiffeisenkonradgehassliebter), der, ich habe schon einmal davon geschrieben, derart zölibatzerstört war, dass er, wenn ihm eine unterachtzigährige nur in die nähe gekommen ist, beständig in eines seiner vielen in den kleidungsenden wartenden schnäuztücher schleimen musste, armer karl, oder die vielen durch haar- und bartstoppelschmalzproduktion allesanderealssublimierenden amdg geistlichen undalso körperlosen, pigmentlosen, sich duckenden lourdesgrottenolme.
achja, in mariazell haben sie auch die kerzengrotte neu gestaltet. bitte aber keine mitgebrachten kerzen anzünden.



fuß! Freitag, 7. 9. 2007, 0:00

aus der wohnung schlug ihnen ein geruch entgegen, als hätten sich dreißig milizionäre gleichzeitig die zehennägel geschnitten. die uniformierten hatten sich, gerade noch rechtzeitig, in eine umfassend allergische cousine von hund, dem hund inspektor columbos verwandelt.
aus gastgemäßer höflichkeit entschied er, sich erst später zu übergeben. es gelang.

morgen: aus der katholischen fauna



slow food (3) Donnerstag, 6. 9. 2007, 0:00

und doch erfreut sich in portugal eine veritable slowfoodspeise breitester beliebtheit, man trinkt super bock dazu, und es ist genaugenommen die slowfoodmahlzeit schlechthin:

há caracóis!

caracóis, diese kleinen schwarzweißen oder schwarzbraunen oder dunkelbraunhellbraun gestreiften – schnecken, schneckerl nachgerade (in palermo heißen sie babbaluci od. vavaluci), eine delikatesse für groß und klein, reich und arm, gerade ist saison, beeilen sie sich, sonst sind sie weg.

morgen: aus der russischen fauna



slow food (2) Mittwoch, 5. 9. 2007, 0:00

auch portugal scheint bereits von der verlangsamenden essbewegung erfasst.
jawohl, diese langsamkeit. sie muss, zumindest für europa, hier erfunden worden sein und hat überhaupt nichts passiv-destruktives dienstnachvorschriftmäßiges, wie wir das vom in wien beginnenden balkan bzw. ebenfalls hier angehängten ehem. ostblock oder aus der verstaatlichten industrie wie z.b. den steyrwerken und – erschreckend – ihren privatisierten nachfolgefirmen kennen (ja, heute noch werden ferialpraktikanten von ihrer partie in der schicht zuerst im tachinieren eingeschult).
eine langsamkeit, die jeder speise, ist sie einmal im kochtopf, ausgiebig zeit lässt, bis sie wirklich gar ist, d.h., so lange, bis (bsp: karotte) eine breiige, mehr khakirote denn orange, nunja: entität überbleibt, oder (bsp: fleisch) jegliche ahnung von geschmack den fasern entweichen musste, oder (bsp: fisch, gegrillt) eine flächendeckende schwarze schutzschicht das vorher tadellos frische meeresgetier überzieht.
meine kulturhistorische frage also: wer hat da von wem abgeschaut, die engländer von den portugiesen oder umgekehrt?

morgen: und doch



slow food (1) Dienstag, 4. 9. 2007, 0:00

wie weitgehend bekannt, breitet sich seit einigen jahren eine bewegung zur förderung, verspeisung und verdauung qualitativ hochwertiger bodenständiger ernährung über unseren alten kontinent aus, langsam und stetig, und diesmal eben nicht von amerika, sondern oft vorschnell undalso oberflächlich “hektisch” apostrophierten italien. das wappentier dieser slow food-bewegung, elite des gastrophilosophischen hedonismus, ist, sie wissen es bereits: die schnecke (jene weinbergige, mit gehäuse; die nackerten von leider mittlerweile gar nicht mehr so hungrigen indischen laufenten zu verzehrenden, kommen hingegen, caramba, aus spanien).

übermorgen: das wappentier, näher betrachtet.



low food Montag, 3. 9. 2007, 0:00

champignons
III. wahl
geschnitten

(konservenaufschrift, hofer, ca. 1983)

jawohl, es gibt sie noch auf pizzen in original portugiesischen pizzarias (sic). dazu, unerlässlich auf allen tischen, sangria bis zum abwinken respektive wegsinken.
da erwacht in einem die antiperistaltisch geprägte vormaturazeit (frz. landwein, walbolitschella, schnied, kolarod, ubod und eben: sangria!).

¡hossa!



nachtruhe Sonntag, 2. 9. 2007, 0:00

als er tief in der nacht aufgewacht war (ein horizont, tadellos schwarz wie nie), konnte er erst wieder einschlafen, nachdem die letzte welle rauschend gestrandet war.
am morgen dann toste das meer wieder wie es sollte um diese zeit.



vakant Samstag, 1. 9. 2007, 0:00

man war also dort gelandet, wo, wäre er portugiese gewesen, monsieur (senhor) hulot seine vacançes verbracht hätte. nach dem atlantischen sonnenverschwinden war es zeit, zur table d’hôte aufzubrechen. wie wohl hier die schwingtüren zur küche aneinanderschlagen würden? ob bald nach dem essen das pianola losklimpern würde? gesichert schien jedenfalls , dass aus dem grammpohon, das unter einer zimmerpalme hervorwuchs, eine heiße trompete samt klarinette den tigerrag hinaushetzen würde, solange, bis ein lärmempfindlicher gast den stecker zog.
himmlisch.



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