neuauflage (3) Dienstag, 31. 7. 2007, 0:00

(einführende informationen über die 2., beträchtlich erweiterte, völlig überarbeitete, vielfach verbesserte und neu gestaltete ausgabe meiner allerersten solo-cd grenzkæmpfe, 1993)

editorische notiz zur zweiten auflage

mit dieser neuen, umfassend umgearbeiteten auflage blicken die grenzkæmpfe in ihrer geschlossenheit nun auf ein dreizehnjähriges bestehen zurück. erste vorstudien datieren gar, wie sich unschwer rekonstruieren lässt, 1991, sodass wir, völlig überrascht von der, wie es scheinen musste, plötzlichen und unerwartet großen nachfrage ernsthaft zu erwägen begannen und nach einem intensiven diskussionsprozess schließlich beschlossen, die beträchtliche editorische anstrengung einer neuausgabe anzugehen, wobei man rasch gewärtigte, sich nicht allein mit einem faksimile des originals zufriedengeben zu können, sondern dasselbe einer gründlicheren bearbeitung unterziehen zu müssen, es dabei um neues erweitern und hinsichtlich der präzisierung von daten auf den allerneuesten stand zu bringen habe, so mussten etwa, da es sich mittlerweile als notwendig erwiesen hatte, bei der angabe der aufnahmedaten dieselben um die führenden ziffern zur präzisen jahrhundertangabe ergänzt werden, zudem wurde besonderes augenmerk darauf gelegt, objektiv an dem strikten, einer nachhaltigen qualitätssicherung dienenden erweiterungsprinzip festzuhalten, bei der aufnahme von neuen beziehungsweise neu aufgefundenen, in ihrer wahren bedeutung erst jetzt erkannten stücken, kleinodien, jawohl, jede invordergrundstellung einer der modernen musikalischen strömungen zu vermeiden, wodurch einzigundallein es, wie wir hoffen, zu jener angestrebten merklichen vertiefung und inhaltlichen ausweitung fern alles modischen, gar modernistischen, kommen konnte, wir mithin ein in sich geschlossenes, nicht aber, wie noch zu zeigen sein wird, abgeschlossenes oder, horribile dictu!, verschlossenes werk vorlegen können, nach welchem das kundige fachpublikum, aber auch der interessierte laie, wie sich gezeigt hat, allzu lange verlangt hat, ein mangel, dem nun abhilfe verschafft werden konnte, in stetem bewusstsein, dass eine vollendete perfektion niemals völlig erreichbar sein kann, weshalb wir es zugleich nicht verabsäumen wollen, ihnen für ihre geschätzte nachsicht zu danken, weil es so sein musste, dass, nicht zuletzt wegen des zeitdrucks, diese neuauflage zwar in einfacheren inhaltlichen fragen auf den neuesten stand gebracht werden konnte, jedoch verbesserungen, die zusätzliche eigene untersuchungen und weiterführende überlegungen erfordert hätten, ebenso wie systematische bibliographische sammlungen in vielen, nicht jedoch in allen fällen zurückgestellt werden mussten, aber, das sei versprochen, in zukunft, und dorthin sei unser blick, sei er pessimistisch, indifferent oder, und das wollen wir hoffen, hoffnungsfroh gerichtet, wird es möglicherweise möglich sein, allfällig sich als notwendig erweisende laufende verbesserungen und aktualisierungen auf elektronischem wege in kürzeren abständen zur verfügung stellen zu können, wodurch es nicht nur, da mit allerneuesten technischen mitteln erarbeitet, heutigen, sondern auch zukünftigen ansprüchen genügen wird können und zudem der forschung auch nachmaliger generationen neue möglichkeiten zu eröffnen zu versprechen verspricht.

morgen: dank (kurzfassung)



neuauflage (2) Montag, 30. 7. 2007, 0:00

(einführende informationen über die 2., beträchtlich erweiterte, völlig überarbeitete, vielfach verbesserte und neu gestaltete ausgabe meiner allerersten solo-cd grenzkæmpfe, 1993)

vorwort zur zweiten auflage

ich will mir keine bücher ausleihen, habe, in wellen, die angewohnheit, sie vollzukritzeln: was mir besonders gut gefällt (!), was mich amüsiert (☺), was mir fragwürdig erscheint (?), was ich mir merken und später auf anhieb wieder parat haben können will (strich am rand bzw. wortgenaues unterstreichen, lineallos), zudem wird das buch mit klammern vollgespickt (eselsohren sind tabu). schaue ich dann jahre später wieder in ein derart individualisiertes buch, wundere ich mich: bitte, was habe ich da markiert? heute würde ich ganz was anderes unterstreichen; vieles ist mir jetzt klar, manches aber auch unklar geworden, kontexte sind verlorengegangen, andere zusammenhänge, ja netzwerke haben sich ergeben. jedenfalls schaut mir aus dem buch ein fremder mensch entgegen, der ich selber bin.
solange wir am leben sind, kann es kein endergebnis geben. heuer werde ich zweiundvierzig, werde aber immer auch, zugleich, vier, sieben, elf, achtzehn oder neunundzwanzig sein. die frage ist, was wird sich später als jahresring oder aber als blatt erweisen?, und manche behaupten ja, immergrün zu sein.
beim nochmaligen durchsehen dieses heftleins in der ersten auflage ist es mir ähnlich ergangen: war ich das wirklich?, bin ich das wirklich? – aber ja!genau deshalb habe ich mich entschieden, die originalen texte mit meinen heutigen, ebenso vorläufigen positionen zu kombinieren. mehr dazu in der morgen folgenden editorischen notiz.
undtrotzdemaber: einmal muss schluss sein (hier: redaktionsschl.).
oderanders: jedes fragment ist eo ipso vollkommen.

morgen: die editorische notiz



neuauflage (1) Sonntag, 29. 7. 2007, 0:00

(einführende informationen über die 2., beträchtlich erweiterte, völlig überarbeitete, vielfach verbesserte und neu gestaltete ausgabe meiner allerersten solo-cd grenzkæmpfe, 1993)

vorbedingung zu einer zweiten auflage

vergriffen. ein wort, das die augen von händlern antiquarischer bücher und tonträger aufleuchten lässt. als die bestellung eines bescheidenen quantums von grenzkæmpfen seitens meines segensreichen vertriebs, dem wieser verlag, nach umfangreicher lagerrecherche von mir mit “tut mir leid, ausverkauft” quittiert werden musste, wusste ich, dass es so weit war. das nichtbedienenkönnen dieser unerwarteten nachfrage (es musste jedenfalls eine immense sein, genauer besehen dann: dreizehn; aber: was eine zahl!, was ein erfolg!) schmeckte urplötzlich nach ruhm noch zu lebzeiten, so etwas euphorisiert jeden künstler und produzenten seiner selbst. sofort war klar: die zweite auflage muss her, der markt schreit förmlich danach.

morgen: das vorwort



wohlüberlegt Samstag, 28. 7. 2007, 0:00

eine jahrzehntelang schon bewährte druckerei meines vertrauens befindet sich in ternberg im schönen ennstal, und heißen tut sie nova druck. gegenwärtig werden da die drucksorten für die 2., beträchtlich erweiterte, völlig überarbeitete, vielfach verbesserte und neu gestaltete ausgabe (2007) meiner allerersten solo-cd grenzkæmpfe aus dem jahre 1993 produziert. (in den nächsten tagen werde ich hier näheres zu dieser neuedition erzählen, deshalb vorderhand noch kein link.)
was ich besonders schätze ist die namentlich gewährleistete undalso sprichwörtliche qualität, nämlich dass die dort nichts so einfach überhaps runterbiegen sondern sich jeden auftrag gut ansehen, gut bedenken, dafür steht der name des inhabers, josef hirner. sein mitarbeiter aber scheint mir fürs controlling zuständig zu sein, undaberauch wenn es etwas gefinkeltes auszuhecken gilt (etwa das bedrucken von 60g-papier oder einen speziellen prägedruck für den fast schon kartondicken umschlag). als joachim grübler ist er hierfür jedenfalls ganz sicherlich prädestiniert, stelle ich mir vor, bin ich mir sicher.
danke im voraus.



mörbisch (6) – nachtrag (theorie) Freitag, 27. 7. 2007, 0:00

in etlichen instrumentationslehren wird das posaunenglissando mit all seinen besonderheiten stets bereits im vorwort als typischer, oftmals witziger effekt erwähnt. ich schlage vor, auch die – typischerweise tenoralen – sängerischen peilschleifer nach sog. spitzentönen dortselbst zu vermerken.
im unterschied zum angeblich so schwer zu meisternden blechblasundziehinstrument (neben seinem cousin, der tuba, ist es für den humor zuständig – oder wie hat schubert (oder war es harnoncourt?) gesagt: ich kenne keine lustige musik – und wie ließe sich ergänzen: nur lustige instrumente haha) genügte es bei einer solchen abhandlung, das glissando von unten nach oben zu erläutern; weil hinunter glissieren, wenn du einmal oben bist, das machst du nicht, nicht freiwillig.
was natürlich so auch nicht stimmt, ich weiß.



mörbisch (5) – nachtrag (praxis) Donnerstag, 26. 7. 2007, 0:00

nach ein paar sekunden und mit bestemm erreichte der beliebte tenor doch noch seinen ton, sein verdientes ziel.
oder konnte es am tieferen (jenem mörbischen) kammerton liegen, den man für dieses jahr im schilf gezüchtet hatte? … der kammersänger als kammerjäger, das wäre doch eine schlagzeile.

morgen: theorie



verspielt Mittwoch, 25. 7. 2007, 0:00

wie die kinder hätten sie gespielt, warf der sog. startrainer seiner internationalen einkaufmannschaft nach dem unbefriedigenden unentschieden vor.
mein herz ist erfreut und jedenfalls nachhaltig erfrischt, wenn ich mir vorstelle, wie die jungen und kräftigen männer unmittelbar nach dem anpfiff in selbstvergessenes sein verfallen.
oder, wir sind ja längst im endgültigen medienzeitalter, wie sie auf der ostereiernestrasengrünen wiese mit eineinhalbfachem körperumfang bei reduzierter schwerkraft teletubbygleich trapp trapp herumzuhopsen, ja, zeitlos zu schweben anheben, bis der schiedsrichter fertig hat.
es wäre der wahre sieg.



verfahren Dienstag, 24. 7. 2007, 0:00

nun aber zu einem anderen tier, das unter lebensgefahr west, und abermals ist eine singuläre beobachtung ausgangspunkt meiner betrachtung, eine zweidimensionale, wie sich gleich zeigen wird.
die lebensgefahr für kröten rührt nicht davon, dass sie, außer in ruhe gelassen zu werden, irgendetwas von uns menschen wollen würden. aber: an feuchtbiotopnahen stellen die straße überqueren zu wollen, kann mit einer gewissen wahrscheinlichkeit für das amphibientier tödlich enden (beim aufderstreckebleiben von einem ungünstigen ausgang zu sprechen fände ich pietätlos). in viktring (trau dich, mit fau! – wie velden, villach, völkermarkt; und vöcklabruck) etwa ist der weg zum stift durchaus, wie es heißt: verkehrsberuhigt, wirklich wahr. trotzdem, ledergleich trocknet da jeden tag eine kröte mehr aus, und das geht im hochsommer recht schnell.
faszinierend, wie sie in geometrisch einwandfreiem grundriss den asphalt nachgerade dekorieren. aesthet der ich zu sein vorgebe, würde mir aber auch einmal ein schrägriss oder aufriss ganzgut gefallen.
so im sprung etwa, stelle ich mir vor.



verwegen? Montag, 23. 7. 2007, 0:00

ich habe es bereits mehrmals hier erörtert, das thema ist aber so unendgültig abhandelbar wie z.b. essen oder die liebe, weil, ob du willst oder nicht, es beschäftigt dich in regelmäßigen abständen aufs neue, und eine durchgeschlafene nacht in der sog. kühleren jahreszeit nutzt dir gar nichts, wenn du im hochsommer bei offenem fenster undaber feingitterfrei in feuchter umgebung (genau: in einem schilfnahen zimmerchen) dich zur nach einem heißen tag nichts weniger als verdienten, müde lechzend ersehnten ruhe zu begeben beabsichtigst, müd und matt zum niedersinken, matt.
die marter des nächtlichen gelsenbesuchs besteht nämlich nicht im abgezapftbekommen eines vernachlässigbaren quantums frischen blutes, nicht einmal im sprichwörtlichen dippel (oö: düwi), gegen den es vortrefflich kühlende und juckreizmindernde gels sonder zahl gibt.
um von meiner znepftheit nach einer teilweise unruhigen nacht (das habe ich jetzt sehr höflich gesagt) und der damit verbundenen auzipftheit wegzukommen, stelle ich meine fragen als wissenschaftlich interessierter laie zur evolutionsgeschichte, gleichwohl aber direkt an die stech- und sauginsekten persönlich: bitte, geht das nicht auch geräuschlos? müsst ihr (jawohl, plural) uns da vor dem aufderplatznehmen noch so viele schleifen (ich bin sicher, in formation, es ist ohne zweifel eine künstlerische leistung) um unsere ohren ziehen? braucht ihr den adrenalinkick, unter lebensgefahr zu speisen? kriegt ihr prämien von der lokalen hotelzimmerausmalmafia, in frischblut? und: wisst ihr eigentlich, wieviele geprellte arme ihr schon zu verantworten habt, allein diesen sommer?
oder dürfen wir es als ausdruck eines gattungsethos annehmen, dass ihr uns eine chance geben wollt im in jedem fall ungleichen ringen?
danke vielmals. ich verzichte gerne.



unterwegs daheim Sonntag, 22. 7. 2007, 0:00

ganzjährig betriebene beherbergungsbetriebe in saisontourismusregionen verdienen unseren allergrößten respekt. während oben familien in all ihren abspaltungserscheinungsformen dreisternig residieren (zum seebad ist es nicht weit; und wer’s nicht derwarten kann, kehrt im schrulligen fkk-gelände ein, gleich nebenan und doch verborgen – schrullig, jawohl, das ist das wort, das mir vor zwei jahren gefehlt hat; es beschreibt am idealsten die eingeschrumpelte und zugleich pendelnde form des gemächts des alten silberrückens beim brunftunverdächtigen, tadellosnackigen* tennisspiel mit drei nur wenig minderschrulligen damen), während oben also die einen (siehe oben) wohnen, checken, gegen abend (oft später), die das ganzjahresbeherbergungssystem erhaltenden handelsreisenden in ihren einzelkojen im souterrain ein, gewöhnliche touristen treffen sie nur zufällig an. von frühfrühstückenden senioren aber wurden sie schon erspäht, wenn sie morgens aus ihren vertreterverliesen ans sommerhelle tageslicht kommen.
in den saisontoten zeiten dürfen sie schon oben schlafen, stelle ich mir vor, wünsche ich ihnen.

*) zur sportermöglichung sind schuhe, stirnband, socken, schweißband, sonnenbrillen erlaubt.



bewegt Samstag, 21. 7. 2007, 0:00

wie heißt eigentlich keine falsche bewegung, dieser westernbefehl schlechthin, im original?, fragte er sich unwillkürlich, als er, die hände überkreuzt, von seiner osteopathin neu ausgerichtet wurde.



still Freitag, 20. 7. 2007, 0:00

die enten in goldegg haben zu viele eier gelegt.
es ist (bzw. war) nämlich so, dass auf dem kleinen gemeindeteich, der auch als kleinbadesee beliebt ist, ihrer zu viele wurden, weil sie von den unmittelbar benachbarten senioren allzu gut gefüttert wurden, sodass das wasser, wie man sagt, gekippt war, badeverbot, scheiß viecher.
das nachgemeinderatsbeschlüssliche morgengrauen kam in gestalt etlicher jäger, kurz nur war es laut, dann stille am see (er kippte binnen weniger tage zurück).
die gesichter der pensionisten aber, die mit ihren vom frühstück abgezweigten brotresten (iss dich fit, doch nimm nichts mit!) gegen neun uhr quaquaqua am wasser auftauchten, sollen von einem ganz besonderen glanz gewesen sein.



wettern (2) Donnerstag, 19. 7. 2007, 0:00

so heiß wie nächste woche war’s noch nie, berichtet uns das gesamtösterreichische halbgratisaufregungsblatt, zurück aus der zukunft, danke vielmals.
mittlerweile ist aber möglicherweise auch das schon vorbei und dellach im drautal gefallen.
wermaseng. oder besser: wermaverseng.



wettern (1) Mittwoch, 18. 7. 2007, 0:00

die wetterfee mit den glatten langen haaren (war es rebekka bakken in einem nebenjob?) auf sky meteo 24 sprach (tonlos, es war in einer bar in italien) derart lang und eindringlich vor den unterschiedlichsten kulissen (diagramme, satellitenbilder, landschaftsbilder, regenzuspielungen, konturreliefs, schematisierte hochtiefkarten etc.), dass man nach und nach zur überzeugung gelangte, nicht sie referiere die witterung, sondern dass sie dem wetter exakte anweisungen für sein benehmen die nächsten tage gab (weltweit).



ungünstig (2) Dienstag, 17. 7. 2007, 0:00

und dann noch das aufzugsunternehmen, das sein büro im souterrain eines maximal eineinhalbgeschoßigen einfamilienhauses eingerichtet hat. wirklich wahr.
hätte ich bei der handelskammer etwas zu sagen, ich würde das nicht erlauben.



ungünstig (1) Montag, 16. 7. 2007, 0:00

in t., einem christlichen universitätsstädtchen in süddeutschland, teilen sich ein gynäkologe und ein orthopäde die beletage einer alten villa. sie heißen dörrfuß und lutsche. kreuzweise ist es besser; ich empfehle aber doch den auszug eines herren dokter kollega. rein, um allzu billige assoziationen wie die hier möglicherweise insinuierten zu vermeiden.
das bild entsteht im auge des betrachters. frühestens.
eben.
(mein kreuzweh wird übrigens langsam besser.)



mörbisch (4) Sonntag, 15. 7. 2007, 0:00

dann war da noch ein hinweis, dass hier alles auf den see und seine produkte – zander (vlg. fogosch), schilf, aale, operetten, welse, gelsen etc. – ausgerichtet war. der ortsfleischer trug den für eine innungspräsidentschaft (nicht einmal des burgenlandes) nicht gerade zwingend nominierenden namen fischl.
seinen leberkäse schätzt man weit über die grenzen; behaupte ich. probieren habe ich mich dann doch nicht getraut: lebertranangst (vom neusiedlerseeaalwal).



liberté etc. Samstag, 14. 7. 2007, 0:00

anlässlich des vierten juli droht mir amanda choi einen penis an, größer als die freiheitsstatue.

olala pariii

in paris, gegenüber von radio france, unter der brücke, steht das modell (der statue). dahinter stößt der eiffelturm in ungeahnte höhen.

soviel zum vierzehnten juli.



mörbisch (3) Freitag, 13. 7. 2007, 0:00

oder du verhältst dich gescheit und machst nur das fenster auf, wo auch ein fliegengitter montiert ist. das ist aber jedenfalls umsonst, ich weiß nämlich, dass sie – im bad oder unter einem kasten, jedenfalls unzugänglich – einen dieser heimtückischen gelsenspender montiert haben: wenn du eine hellrot derschlagen hast, beginnt – sensible (in dieser situation treffender: sensibilisierte) ohren hören selbst diesen klang – ein leises ticken, und knapp bevor du geglaubt hast, es sei endlich ruhe, du beinah friedlich eingeschlummert bist, wird die nächste auf ihre finale, blutige mission geschickt.
die tippl (oö: düwin) sind nicht annähernd so unangenehm wie der mörbische kammerton (vgl. gestern). die wunderwaffe ist also eine passive, ganzundgar friedliche.
(und schlief ein…)



mörbisch (2) Donnerstag, 12. 7. 2007, 0:00

der mörbische kammerton aber liegt heuer bei etwa 410 Hz. als wunderwaffe empfehle ich (idealerweise maßgefertigte) ohrstöpsel, die helfen mehr als jeder pracker, der zudem den nachteil hat, dass man sich vorher mit der zimmerwirtin, einer resoluten alleinstehenden frau, über allfällige retuschierkosten einigen muss. in jedem fall aber ist es ratsam, ein tegerl farbe vorweg zu reservieren. im richtigen ton, versteht sich.



mörbisch (1) Mittwoch, 11. 7. 2007, 0:00

es gibt etymologien (besser: ätiologien), die sich erst a posteriori erklären, d.h. bei der namensgebung war man sich der tragweite sich später einmal auftuender dimensionen der benennung nicht bewusst, konnte es gar noch nicht ahnen.
mörbisch. eben. was für ein adjektiv. das kann nur mit den seefestspielen und ihren in busflotten vorrückenden und den großteil der besuchermassen bildenden bevölkerungsgruppe vorgerückten alters zu tun haben.
wie die mörbischmörbischbenenner das damals gewusst haben, phantastisch.
oder, treffender: wunderbar!



duftig (2) Dienstag, 10. 7. 2007, 0:00

wenn sich der geruch von benzin mit feinem damenparfum mischt, wenn eine ganze stadt im rennfieber glüht, wenn sich die prominenten in der exquisiten paddock-lounge über atemberaubende überholmanöver und spannende rad-an rad-duelle unterhalten, dann ist monte carlo atmosphäre in villach am city cart circuit. (e. krug, kärnterwoche)

jawoll, das legendäre gokartkriterium! noch bevor aber die strohballen die route austapezieren, ist bereits ein häuslanhänger erwartungsvoll an der südseite der stadtpfarrkirche geparkt, fröhlich und freundlich mit dufti beschriftet:
duftig!

also wirklich wahr, olfaktoronomatopoetisch betrachtet: dichter gehts nimmer. ich rieche förmlich die story hinter dieser entdeckung, recherchiere und stelle tatsächlich fest, dass hinter diesem verdienstvollen anhänger (olleochdung! – man ist auch exklusivversorger des gti-treffens zu reifnitz) die vinzenz zwick gmbh & co kg in der fallegasse zu klagenfurt steht. ich breche in inwendige begeisterungsstürme aus. es gibt schier kein halten mehr. was auch sonst.



duftig (1) Montag, 9. 7. 2007, 0:00

samstag in der innenstadt. warm ist es, doch nicht heiß, also ideale olfaktorische verhältnisse: da kann der fiaker noch so mannerrosa um die ecke klappern, werden seine zwei ps doch kein nutella aufs reichlich reinigungsresistente pflaster knödeln.

manner mag man ansich eben schon
es blähen sich die nüstern.



plusminus Sonntag, 8. 7. 2007, 0:00

ein-, zweimal im jahr schaue ich meine adressdatei durch und schmeiße leute raus, mit denen es schon längere zeit keinen nennenswerten kontakt gegeben hat. tut das gut, und alles gute weiterhin.
mir ist das viel lieber, als wenn ich jemand als frischverstorbenen ausstreichen und mich dann fragen muss, warum wir uns in letzter zeit viel zu selten … (etc.).
ich kann ihnen versichern: die aktiven kontakte nehmen zu. schon schön.



spiegel im spiegel (2) Samstag, 7. 7. 2007, 0:00

und auch du bist immer wegen allem zu verdächtigen, da kannst du machen, was du willst. fest steht der verdacht.
erinnern wir uns der schnurrbärtigen frau in der ersten szene des ersten akts der letzten tage der menschheit. hätte sie sich die oberlippe depilirt (damals noch mit kurzem i, auch das verdächtig!), sie wäre im ranking (ein engländer! gott strafe england!) der gefährlichkeiten nur noch weiter aufgestiegen, ein rasierter meisterspion, das ist doch die höhe.
besser also nicht mehr verreisen; obwohl: gerade dadurch ziehst du den verdacht auf dich, völlig zu recht (das nur nebenbei).
verhalte dich also unverdächtig unverdächtig; zu unverdächtig unverdächtig aber auch wieder nicht, das wäre nämlich verdächtig verdächtig.



kommutativ Freitag, 6. 7. 2007, 0:00

soso. 6×7=42. merkwürdig, merkwürdig.
was das wohl zu bedeuten hat?
jedenfalls verdächtig verdächtig.

morgen: spiegel im spiegel (2)



spiegel im spiegel (1) Donnerstag, 5. 7. 2007, 0:00

ein ichmich
kann etwas gutes sein
ein ichmich
kann etwas schlechtes sein
ein dumich
kann auch etwas gutes sein
ein dumich
kann auch etwas schlechtes sein
ein dumich
kann ohne mein zutun sein
auch ein ichmich
kann mich plötzlich überfallen

ernst jandl, 4.3.56

ab sofort werde ich bei flügen in die muslimische welt kosheres und in den westen ausschließlich nach islamischen regeln zubereitetes essen essen. jetzt wollen die nämlich auch in europa bald schon ganz viel und noch viel mehr über dich wissen, wenn du fliegst. weil verdächtig sind wir alle, zweifellos ist alles was lebt verdächtig, manche sogar noch länger. wessen allein ichmich immer wieder zu verdächtigen habe,
saynomore
saynomore, nudgenudge.



postglazial Mittwoch, 4. 7. 2007, 0:00

ein andermal aber, als er hastig zum telephon eilend das badezimmer verlassen musste und nach dem längeren (und desto weniger dringlichen) gespräch zurückkehrte, fand er (auch männer lieben es, sich, von warmem wasser umgeben, in schwerelosem schwebesitz zu rasieren) am wannenboden ein konglomerat aus schaumresten und haaren vor.
fröstelnd, weil die tage wieder kürzer wurden, spülte er die badegrundmoräne den passiven widerstand leistenden abfluss hinunter.
soviel also zum vierten juli.



duschorakel (2) Dienstag, 3. 7. 2007, 0:00

(fortsetzung von gestern)

von der besserwisserseite, woher auch sonst

…, den er im badezimmer des nachundnach zu renovierenden hoteltrakts vorfand, war von außerordentlicher, flexibler länge, sodass er sich, da er bei der bedienung des ohne zweifel äußerst praktischen und hilfreichen duschgelspenders eine einmalige drehung um die eigene achse beschrieben hatte, dabei einmal über den schlauch gestiegen war, annähernd rettungslos sich zu verheddern drohte. ein laokoonisches angstgefühl (da haben wir es!) kroch mit einemmal seinen leib hoch; er aber, aufgeweckt von kneippisch kaltem guss, entwand sich, verzweifelnd pritschelnd, der heimtückischen gefahr, dieses bedenklichen omens.



duschorakel (1) Montag, 2. 7. 2007, 0:00

in villach aber, in villach, leute, was soll ich euch erzählen?!
der duschschlauch (so ein schönes wort, sieben aufeinanderfolgende konsonanten! man könnte, entspräche es den tatsachen, achtkonsonantisch toppend, ergänzen: …, mit dem er den angstschweiß abwusch, … jedoch, mitnichten: er betrat das badezimmer furchtlos; grundlos, wie sich erweisen sollte.),

(der rest dieses so vielversprechend begonnenen satzes folgt morgen. so lässt sich auch bei abnehmendem mond spannung aufbauen.)



dampfadvent Sonntag, 1. 7. 2007, 0:00

klagenfurt, mütterlogische fundgrube seit eh und je. in der innenstadt, wo fast ausschließlich kleidung verkauft wird, schreiben dieser tage, die fußgängerzone überspannend, transparente eine art bügelmessias herbei, der da wird kommen, die hausfrauen zu erlösen. das herabgeschworne drahtwesen hört, so will es der glaube, mag er einem außenstehenden auch immer wieder merkwürdig erscheinen, in diesem glücklichen land auf den namen ironman.
danach dampft er wieder ab und hat eine woche bügelfrei, stelle ich mir vor.



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