zeitmahl Donnerstag, 31. 5. 2007, 0:00

(wie gesagt, weiter geht’s)

tafel vor einem kleinrestaurant in der innenstadt (oder war’s im siebten?):

jetzt täglich: abendbrunch.

malzeid.



aufbrechen Mittwoch, 30. 5. 2007, 0:00

“das ist doch die einzige gewissheit unseres, des wirklichen lebens, auf die wir bauen können. aber die auflösung im umfassenden, des verschwinden des einzelnen, ist kein erzählerisches prinzip, um das individuum in die verlorenheit und ins nichts zu jagen. es geht dabei immer auch darum, dem einzelnen seine bedeutung zurückzugeben, ja, sein verschwinden wird sogar verzögert, indem ich davon erzähle. irgendwann, soviel steht fest, wird niemand mehr da sein, der auf die welt ein rationales muster projizieren könnte. irgendwann wird diese welt wieder das sein, was sie die längste zeit war: eine welt ohne uns. eine lohnenswerte frage könnte doch immerhin sein, wie man mit diesem bewusstsein leben und gleichzeitig so etwas wie freude, auch begeisterung empfinden kann.”
christoph ransmayr, geständnisse eines touristen. ein verhör (s. 129)

der entfernte freund ist begraben. ich wiederhole ein zitat des großen ryszard kapuściński, das ich, arglos, erst vor kurzem hier gebracht habe: “bei afrikanischen stämmen begegnet man dem glauben, dass ein mensch erst dann wirklich tot ist, wenn auch der letzte von denen gestorben ist, die ihn gekannt haben und sich an ihn erinnern können.”

weiter geht’s, wir haben noch etwas zeit.



lüften (2) Dienstag, 29. 5. 2007, 0:00

parla! (photo by stucky)
parla, südlich von madrid, etwa 500 tage ist es her; ich glaube, parla bedeutet, übersetzte man es, wohl so etwas ähnliches wie sprich, sprich doch!
aber wer übersetzt denn einen ortsnamen.
doch aber ist es alles andere als unnütz, fragen zu gegebenen antworten zu stellen, will ich hoffen.
lüften, eben.



tüfteln Montag, 28. 5. 2007, 0:00

1) “schwierige, kleinliche arbeit leisten; grübeln”
verb dunkler herkunft. abl.: tüftelei – “arbeit, die besondere geschicklichkeit erfordert, schwierige überlegung”
beachte auch die zusammensetzungen austüfteln – “herausfinden” (19. jh.), herumtüfteln – “an einer sache langwierig arbeiten” (20. jh.)

2) “sorgfältige kleinarbeit machen”
mhd. tüfteln gehört zu -> tupfen und bedeutet “klopfen”; von der gleichen grundlage kommt später ein studentisches wort für “necken” (vgl. sticheln; -> stichel) und schließlich die heutige bedeutung, mit der -> bohren, -> grübeln im sinne von “überlegen” zu vergleichen ist. nomen agentis: tüftler; verb: (aus-)tüfteln.

zweierlei t., natürlich.
zum einen die frage, in welcher garage (in die er niemanden hineinließ) er sich in welchen gedankenschritten sich wie versteigend das ausget. hat. und dann das t. a posteriori, also bohren, anklopfen, sticheln, dort, wo es mehr zu erfahren gibt, und das kann durchaus unangenehm werden. wenn aber nur um einen menschen weniger gegrübelt werden muss und wir das naturgemäß gar nicht erfahren werden; nicht vollzogene taten sind eben schwer statistisch zu erfassen, um die aber geht es pro futuro und vor allem pro vitæ.
alles andere wäre nämlich verklärungsarchäologie.

ad 1) duden etymologie – herkunftswörterbuch der deutschen sprache, 2., völlig neu bearbeitete und erweiterte auflage, 1989.
ad 2) kluge etymologisches wörterbuch der deutschen sprache, 24., durchges. und erw. aufl., 2002.



lüften (1) Sonntag, 27. 5. 2007, 0:00

erstickt ist er, soviel ist sicher. nicht aber, wie es scheinen mag, plötzlich, durch den sprung ins leere.
es (man?) hat ihm über jahre den hals zugeschnürt. er hat es sich, professionell und loyal wie er verdammt noch einmal war, nicht anmerken lassen. wenn er es auch auf seine, wie wir jetzt wissen müssen, allzuheimliche art kundgetan hat.
er hätte, statt dass man sie ihm wegatmete, luft gebraucht, weite pazifische etwa (man hätte sie ihm geben können). so aber hat er sich in diesen tragischen trugschluss geflüchtet. aber was weiß man denn wirklich.
es gilt, ohne verstohlene pietät, fragen zu stellen.



fühlen Samstag, 26. 5. 2007, 0:00

nach sommer 2007 – keine ahnung.
mit einemmal haben diese banalen worte eine unerträglich ungeheuerliche bedeutung bekommen, er hat sie mir in seinem letzten mail, aus m. noch (es war anfang oktober, und er dachte, solange dort in verwendung stehen zu müssen) geschrieben. der schließlich doch geglückte ausstieg, ein aufstieg wie es schien, hat das abgekürzt; allein, vom regen in die traufe, wie sich herausstellen musste, mit einem chef, der sich dann, zutiefst betroffen, als der eigentlich leidende darstellt, und recht hat er, auf seine art: hat es doch ein ende mit der siebenmalvierundzwanzigstündigen verfügbarkeit).
wer aber hat denn wirklich eine ahnung von vor sommer 2007? erzählt es mir doch, bitte. und fragt die verfüger.



türen Freitag, 25. 5. 2007, 0:00

einfach zugeknallt. unwiderruflich ins schloss gefallen. der schlüssel steckt innen. was nützt es auch, außen ist ohnehin ein knauf drauf.
im traum aber schwingen die flügel in beiden richtungen durch, wie im speisesaal von les vacances de monsieur hulot. oderaber es sind drehtüren (bei otto m. zykan zum beispiel ist das so, ganz sicher, sie drehen sich – ja, das geht! – gleichzeitig in beide richtungen), und wenn das nicht reicht, dann kannst du einfach, wie bei einem puppenhaus oben drüberschweben, wohinauchimmer du willst.



spüren Donnerstag, 24. 5. 2007, 0:00

mit ein paar nächten verzögerung kommen die träume. träume, in denen ich stets weiß, dass es umsonst ist, trotzdem aber alles versuche zu unternehmen, die zeit zurück zu drehen, an einer großen winde mit einem langen hanfstrick, wie bei dem tiefen brunnen im märchen.
wir treffen uns zufällig, freuen uns, reden miteinander. ich tue so, als wüsste ich nichts von seinen absichten. es gilt, das gespräch in labiler balance zu halten, damit ich ihn in einem moment der unachtsamkeit mit einem beherzten ruck von seiner dachrinnenkante zurückreißen kann, oderaber es so lange zu dehnen, bis die feuerwehr mit dem sprungtuch bereit ist. es scheint zu gelingen.
(im traum ist die zeit nicht linear, sondern hat eine konsistenz, vergleichbar der mengenlehre: jetzt, gestern, in dreitausend jahren, alles ist in beliebiger ordnung frei greifbar.)
dieses wissen um das geschehene, der trug, dahinter zurück gehen zu können, etwa, wie bei leukämie, einen knochenmarkspender aufzutreiben (und wir hätten mindestens drei gefunden, ganz sicher) scheitert nicht im traum.

ach! jenes Land der wonne,
das seh’ ich oft im traum,
doch kommt die morgensonne,
zerfließt’s wie eitel schaum.

(heinrich heine, dichterliebe: aus alten märchen winkt es)

leider. das aufwachen zerstiebt den dritten konjunktiv. und schon der zweite ist der irrealis.



spurten Mittwoch, 23. 5. 2007, 0:00

und wenn jemand, triffst du ihn auch selten, beim schmähführen sätze wie is eh ois wurscht sagt, widersprich, geh auf, werde laut.
und: dass unser leben beständig an diesem seidenen faden hängt, ist das schlechteste nicht. in genau dieser labilität spielen sich letztlich sämtliche vitalen prozesse ab, nicht nur künstlerisches oderaber fußball; er kann auch ganz gut mit z.b. schienbeinschützern (fußball) oder einem radlhelm (daniel, dies die gute nachricht, hat einen aufgehabt; so kann er davon erzählen) zusatzgesichert werden. der wesentlich stabilere strick aber ist der trugschluss schlechthin.
egal wie wurscht alles ist, du fehlst immer jemandem.



spuren Dienstag, 22. 5. 2007, 0:00

regelrecht gestolpert bin ich über die höchstoffiziöse parte, musste in beiden qualitätszeitungen jeweils mindestens zehnmal nachlesen, umsonst, der text (und vor allem der name) hat sich nicht verändern lassen, in welchem mit tiefer betroffenheit davon nachricht gegeben wurde, dass der freund völlig unerwartet verstorben ist. wir verlieren mit ihm (etc.)
im radio haben sie an diesem wochenende tonspuren über franz koglmanns (alles gute zum heutigen 60er!) neues werk über e. m. cioran gebracht, diesen heimlich fröhlichen skeptiker, der es ein leben lang bedauerte, dass er sich nicht umbrachte, auf diese art auf eine art zufrieden alt wurde und hochbetagt eines natürlichen todes starb.
diplomaten in ihrer verfügbarkeit sind ja so etwas wie säkulare kleriker. ch (die kehlig anzusetzende deutsche umlautung seines namens, spanisch ausgesprochen) hat immer gespurt, wurscht wohin man ihn rief. vielleicht hätte er zuletzt besser den gehorsam verweigert, denke ich mir. aber was weiß man denn und wem nützt’s.
er fehlt, und das schmerzt, viele.



der garagenmensch Montag, 21. 5. 2007, 0:00

am besten wäre, die dringend benötigten sachen und gegenstände in ständiger evidenz zu halten, was allerdings zur folge hätte, dass man sie, würde man sie brauchen, nicht freigeben könnte, da es ja so sein könnte, dass man sie jedenfalls plötzlich brauchte, sie in wirklichkeit jederzeit brauchen können musste, dann aber nicht zur verfügung hätte, weil sie bereits in einem dann minderer kategorie zuzurechnenden einsatz verplant und also verpufft wären, und wozu hielte man sich dann überhaupt etwas auf alle fälle auf lager, man kann ja nie wissen oder etwa nicht?



kafka, du wortsteinbruch Sonntag, 20. 5. 2007, 0:00

kafkas originalorthographie erst lässt seine unerhörte musik der sprache vollends erstehen. der rhythmus seiner beistrichsetzungen, die altertümliche dehnung etwa beim wort gieng (undzwar nicht durchgängig, wohl je nachdem, wie schnell die bewegung ist), und überhaupt das hineinwuchern dieser minimalen nuancen der sprechsprache, all das kommt daher wie safran oder trüffel, feinste dosierungen, spürbar, aber – was für ein glück! – nicht messbar.
besorgen sie sich das original, die zwölfbändige ausgabe im fischer taschenbuch verlag etwa, die in ihrer gesamten textgestalt der handschrift folgt. unerträglich, dass in den üblichen editionen alle sogenannten fehler corrigirt und somit gerade diese feinnervigen klänge, elfenmusik, eliminirt werden.



wetterfühlig (2) Samstag, 19. 5. 2007, 0:00

zum wochenende hin würde sich das wetter schon wieder einrenken, das angeberwetter vom april schien also endgültig vorbei, gutso.
(angeberwetter: von abseits der hauptsaison aus dem allinklusiven süden pauschal heimgereisten in der staunenden nachbarschaft mit lässigem unterton berichtetes wetter, das in dem die daheimgebliebenen ins schienbein tretenden triumphierenden satz am abend brauchst aber schon ein westerl gipfelt.)



wetterfühlig (1) Freitag, 18. 5. 2007, 0:00

zum wochenende hin würde sich das wetter wieder auf sein vom langjährigen durchschnitt vorgeschriebenes maß einrenken, kündigte die wetterdame an, die trotz ihrer jugendlichen stimme signalisierte, diese langfristigkeit persönlich erfahren haben zu können, und der geschichtslehrer war ja auch noch mit den bayloniern, jedenfalls aber mit den römern bekannt gewesen; die wettererinnerung aber ist, abgesehen von als singulär wahrgenommenen ereignissen (jahrtausendfluten und -stürme, die, wie die längjährige beobachtung zeigte, keine solchen waren) eine kurzfristige war. umgekehrt aber vermeinte er (völlig zu recht) eine authentische vorstellung von den schneereichen wintern und den herrlichen sommern der kindheit seiner eltern im krieg zu haben.
bei afrikanischen stämmen (und die kennen sich mit dem wetter aus) begegnet man dem glauben, dass ein mensch erst dann wirklich tot ist, wenn auch der letzte von denen gestorben ist, die ihn gekannt haben und sich an ihn erinnern können. seine eltern lebten zum glück noch, und da auch er sich guter gesundheit erfreute, durfte man hoffen, dass jene winter und sommer noch lange auf der welt bleiben würden. man müsste sie sich halt immer dann, wenn man sie brauchte, vergegenwärtigen können.
mit etwas gutem willen war aber auch das zu schaffen, stellte er sich vor.



korrelation (3) Donnerstag, 17. 5. 2007, 0:00

(noch einmal zurück in den norden, d.h. in den eisigen luftraum zwischen stockholm und wien an jenem zweiten, dem servatiusnachmittag.)

als die chefstewardess, zuerst auf schwedisch (vermutete er), dann auch englisch den bevorstehenden bordverkauf ankündigte, rüttelte es das flugzeug kurz durch.
er kaufte nichts, wie immer.



korrelation (2) Mittwoch, 16. 5. 2007, 0:00

die eisheiligen waren vorbei, und sie hatten den salonanteil ihres namensinhalts aufs glaubwürdigste bewettert, gelati, gelati! jetzt aber würde es kühler, mit regen, sagte der radiosprecher bei den mitternachtsnachrichten zum tag des kalten sopherls.
als er zwei tage vorher aus der birkenstadt in den polnahen regionen heimgekehrt war, musste er bemerken, dass sein kühlschrank eines dringenden klimasturzes bedurfte, also sorgte er für ein plötzliches abschmelzen seiner polkappen, wodurch der wasserstand dramatisch anstieg; der einsetzenden flut wurde er durch geschicktes placieren saugfähiger wettextücher ausreichend herr.
sein tauwerk war ihm nicht zuletzt deshalb so gut gelungen, weil der abend des enteisens jener des zweiten eisheiligen, servatius, war. und der kühlschrank war ein handelsübliches zweisterneprodukt, stellte er zufrieden fest.



korrelation (1) Dienstag, 15. 5. 2007, 0:00

nein, natürlich war er nicht abergläubisch. aber das mit der sonnenbrille gab ihm doch zu denken. sie mitnehmen bedeutete, sie nicht zu benötigen; sie zu vergessen, blinzeln müssen. zuletzt war er gar so vorgegangen, dass er sie absichtlich, ja, absichtsvoll vergaß – bei schlechtester prognose genossen sie vier sonnentage, ringsum sauwetter (übertrieb er wissentlich). diesmal brach er bei zauberhafter morgenröte auf, und es gab auch tatsächlich ein wochenende mit strahlendstem müttertagswetter, ganz so, als hätte man sämtliche sonnenbrillen außer landes verbracht, und er wusste auch, wohin: nach schweden (seine war ihm ins handgepäck hineingerutscht, auf der reise zur bottnischen küste.).
aber siehe, ausnahmen bestätigen die regel. sonne, sonne, sonne. und um drei in der früh schalteten sie in umeå die straßenbeleuchtung ab.

umeå, in nordschweden

schon gut, dass er seine sonnenbrille dabei hatte.



freigiebig Montag, 14. 5. 2007, 0:00

und wie wär’s, bei sehr gutem verdienst und überkomplettem, nicht wirklich armutsgefährdetem haushalt, mit einem im sinne der jubilare bitten wir, von kranz- und blumenspenden abzusehen und das dafür vorgesehene geld auf folgendes spendenkonto zu überweisen. bitte auf den einzahlungsschein bzw. im sonstigesfeld des elba-auftrages (jaja, raiffeisen!) den vermerk “ignaz seipel ins positive gepolt” eintragen.

bittedanke vielmals.

hoffte er, stellte er sich vor.



altersgeil Sonntag, 13. 5. 2007, 0:00

eine sachdienliche koordinationsstelle, an die man sich wenden konnte bzw. sollte, wollte man kreative einlagen einlegen, stand auch noch auf dem silbernen billett. sogleich fühlte er sich angesprochen, aber leider, am bevorstehenden jubelfest konnte er nicht, beim besten willen nicht, neinnein, schade o.
sein trost, dass er bereits gut vierzehn monate vorher eine kreative einlage beisteuern hatte können, war gering. eigentlich eine originelle idee, zweimal zu heiraten, noch dazu in einem solchen abstand. wo sie aber zuletzt ihre hochzeitsliste aufgelegt hatten, konnte er sich nicht mehr recht erinnern; er würde jedenfalls warten, bis sie im geschenkskorbalter ankommen würden, gewissermaßen vom (elektronisch beringten) saturn zum verdammtharten merkur, und darunter, der beste sein zu müssen, tat man es ohnehin nieundnimmer.
essen, hieß es ja, sei der sex des alters. es würde nicht mehr allzu lange dauern. undaberauch dieses genießen setzte eine gewisse sinnlichkeit voraus. schwierig, schwierig, stellte er sich vor.



geil Samstag, 12. 5. 2007, 0:00

(einmal noch, wenn auch am rande, zu schweden)

beim durchlesen der hochzeitsannonce kamen ihm unwillkürlich sämtliche monty-python-sketches in den sinn, in denen michael palin den idealtypischen buchhalter ein für alle mal (und unüberbietbar) kreiert hatte.
hinten am umschlag dann der verweis auf die so praktische wie unvermeidliche liste bei einem unternehmen, das über sich veröffentlichen ließ besondere aufmerksamkeit gilt vor allem den hochzeits und geschenklisten. denn was gibt es schöneres, als dem hochzeitspaar oder dem jubilar zu schenken, was sie sich wirklich von herzen wünschen. weiters erbat man sich gutscheine eines møbelherstellers und einer elektronikgroßhandelskette, geiz ist geil schien umfassend zu gelten, stellte er sich vor.



kreativ Freitag, 11. 5. 2007, 0:00

was haben wir uns unter einer kreativen einlage vorzustellen?
könnte der ausdruck aus dem bankwesen kommen? aus der orthopädie? damenhygiene?
unschlüssig flog er nach schweden, vielleicht würde ihm dort mehr dazu einfallen.



markierung, saisonal Donnerstag, 10. 5. 2007, 0:00

(passend vor der kurzen reise nach umeå; da sind sie wohl jetzt etwa so weit, hoffe ich.)
landschaftsflorist (nishni nowgorod)
14. april, wieder einmal im zug von salzburg nach wien. genau in der einflugschneise, wo knapp vor dem erreichen der landebahn des flughafens linz in absteigender höhe signallichter aufgestellt sind, blüht in sattem gelb der löwenzahn.
wie machen die das zu den anderen jahreszeiten? eine spannende aufgabe für die hörschinger floristen, stellte er sich vor.



leben und werk (3) Mittwoch, 9. 5. 2007, 0:00

was die jetzt lebenden betrifft, so nehme ich mir aber heraus, lieber mit denen zu tun haben zu wollen, die möglichst in beiden bereichen erfreuliche zeitgenossen abgeben, es gibt etliche davon, auch persönliche freunde sind darunter, ehklar.
ein gegenbeispiel: wenn du, kollegiales publikum bei einer gruppalen präsentation während ihrer lesung kollektiv angeschnauzt wirst, alles hat in bierernster kunstandacht habtacht auf der sesselkante zu verharren, atmung und herzschlag sind einzustellen, worauf ein strafendes ich weiß nicht, es ist so unruhig hier, ich darf doch um etwas konzentration bitten folgt, dann ist das zum weinen (inwendig, versteht sich, um nicht zu stören). dass die selbe person an diesem abend bei den auftritten der kollegen für plaudernde unruhe sorgte, ist eine müde müde pointe.
ich bleibe dabei: kultur, zivilisation äußern sich in leben und werk. das werk allein kann ich mir später immer noch anschauen, statistisch sollte es sich ausgehen, wenn ich will.



leben und werk (2) Dienstag, 8. 5. 2007, 0:00

und dann umgekehrt: misanthropen, die selbst bernhard für eine figurvorlage als zu überzeichnet abgelehnt hätte, schufen ein werk für die nachwelt, ein geschenk an die menschheit. natürlich stimmte das. nur tat er sich beim annehmen dieser opera leichter, wenn sie (die schaffenden) bereits abgetreten waren. wer weiß, ob ihm (eine unüberlegte undalso sehr oberflächliche aufzählung) beethoven, brahms, mahler, schubert, gar hugo wolf, stifter, nabokov oder eben bernhard himself sonderlich sympathisch gewesen wären, stellte er sich vor.



leben und werk (1) Montag, 7. 5. 2007, 0:00

es ist eine alte geschichte: ich darf künstler und werk nicht gleichsetzen. ich darf künstler und werk nicht gleichsetzen. (100 mal schreiben, setzen.)
oft schon hatte man es ihm gesagt, allein: es fiel ihm schwer. aber, bei aller gutgläubigkeit, er musste dran glauben: etliche etwa waren grundsympathische, menschenfreundliche zeitgenossen, wurden, zu recht, sammasieahlich, zeitlebens verkannt und erreichten nur volksbank- oder heimathausniveau, immerhin, aber schade, leider.



security locked Sonntag, 6. 5. 2007, 0:00

das rad, es dreht sich weiter, und ich würde zu gerne eine weitere phantastische liste hier veröffentlichen. nämlich jene der häufigsten/lustigsten/merkwürdigsten losungswörter, welche die sparbücher unserer schönen republik zu eröffnen die macht haben.
ich werde bei gelegenheit einmal mein mir etwas abhanden gekommenes nichtsalsentzückendes bankengerl befragen, völlig unverbindlich, versteht sich. denn was wäre schon dabei, losungswörter ohne das zugehörige büchl preiszugeben, die bankomatcodes (als gesamtes von 0000 bis 9999) sind ja auch allgemein bekannt, oder?



locked in (7) – erg. 0604 (2) Samstag, 5. 5. 2007, 0:00

es ist ja nicht so, dass nur ich in der welt herumkomme, und so passiert es immer wieder, dass mir gute freunde, die von ihnen vorgefundenes zwangsweise mit mütterlogeinträgen in verbindung bringen (brainjump allüberall), dies mitteilen. hier handelt es sich um april 2006. m. etwa hat schon etliche weitere gefährlich namensoriginelle haarabschneider aufgespürt, sie kann, vermute ich, keine neue ortschaft betreten, ohne auf das nächstgelegene friseursalonsportal (sie selbst markiert sich ihre haare eigenhändig, pumucklrot) einen blick zu werfen, ob er sich zur erwähnung allhier eigne, und ich komme dem dadurch nach, dass ich, in der regel kommentarlos, die am 7. april 2006 hier veröffentlichte liste entsprechend ergänze. wenn m. physisch unterwegs ist, so ist z., abgesehen von gelegentlichen humanitären einsätzen in ostadriaeuropa (link) und als fotograf (mir gefällt ja photograph besser; diese schreibweise aber bin ich seinem vornamenseff schuldig) bei jugendkulturkonzertveranstaltungen, vorwiegend virtuell auf streife, das allerdings aufs effizienteste: ich verneige mein kahles haupt vor dem friseurnamenhomepagescout z., allerdings nicht ohne zu argwöhnen, ob diese website nicht erst frucht einer mütterlogrecherche war. da aber große gedanken, einmal auf der welt, nicht mehr ausgerissen werden können (um im figarosprech zu bleiben), will ich gerne die spontanentstehung dieser löblichen internetadresse glauben. trotzdem, es sei gesagt, schätze ich ms. methode, stets nur einzelne früchte einzubringen, nicht zuletzt wegen ihrer mühe, mindestens ebenso hoch, droht dadurch ja auch keine überdosis friseurpoesie, worauf aber gar nicht genug geachtet werden kann.



locked in (6) – erg. 0604 (1) Freitag, 4. 5. 2007, 0:00

als regelmäßiger leserin wissen sie, dieses mütterlog ist ihm zu guten teilen gewidmet bzw. geschuldet: brainjump, leidernochnichtolympische disziplin für jene, die nicht anders können, weil das hirn goraso hupft, dieses unwillkürliche synapsengewitter, das entsteht, wenn die sternenstaubgleich permanent auf einen niederprasselnde information mit gespeichertem abgeglichen wird, werden muss, nach den unterschiedlichsten kriterien noch dazu.
soviel grundsätzliches also zum titel meines heutigen beitrags. bis morgen, wo der selbe titel samt ordnungszahl (7) bzw. (2) als überschrift erscheinen wird, können sie raten, wohin das hirn gesprungen ist. einstweilen mögen sie den april 2006 auf auffälliges untersuchen. ansonsten heiß es: mitternacht lüftet sich das geheimnis von selbst. aber siehe, auch das ist nur scheinbar.  



locked in (5) Donnerstag, 3. 5. 2007, 0:00

für die nächste jahreszusammenkunft der anonymen klaustrophobiker könne man das lawoghaus in der unionstraße jedenfalls wärmstens empfehlen, stellten sie sich bei ihrem verspäteten bier vor.
beim heimkommen dann nahmen sie den aufzug; man entschied sich, nicht auf die anderen zu warten.



locked in (4) Mittwoch, 2. 5. 2007, 0:00

mense maio milia
susurrunt per folia

wilhelm busch, max et moritz (dolus quintus)

melolonthae hi vulgares nobis sunt familiares

… als der bicycle repairman der firma schindler in müder routine die tür von außen aufmachte, schwirrten alle aus wie die maikäfer, es musste ausgesehen haben wie die berühmten 19 japaner im käfer.

[morgen abend: schubert:winterreise:muetter in villach]



locked in (3) Dienstag, 1. 5. 2007, 0:00

ich bin ihnen noch die pointe von vorgestern schuldig. oisdaun:
das bier, auf das man sich gefreut hatte, konnte erst gut eine dreiviertel stunde später getrunken werden. dass eine liftkabine für max. 6p (450kg), wenn sie mit etwa 1t lustigen menschen vollgestopft ist, 1/2m tiefer stehen bleibt, ist wenig originell.

(morgen: ausflug)

[morgen abend - und übermorgen abend auch: piano sonata (contextualized; for a pianist, prepared to act spontaneously) - christopher hinterhuber (p), victoria coeln (additional visuals), new york, austrian cultural forum (ua)]



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