har har Mittwoch, 30. 11. 2005, 0:00

Das KSÖ, Kuratorium sicheres Österreich, denkt auch an meine Sicherheit. Im Zug von Villach nach Wien geben sie in einem dieser praktisch zweimal hochkant gefalzten A4-Zettel-Folder die Parole Keine Chance für lange Finger! – siehe Faksimile – aus.
har har
Zur Illustration haben sie sich aber nicht, wie man erwarten könnte, für eine dieser aus den Magiershows im Fernsehen so populären Gurkenguillotinen entschieden, nein, das Signet besteht aus einem aus der Straßenverkehrsordnung bekannten Verbot Ende-Schild (roter Ring, nordwest-südöstlich durchgestrichen) mit, als derart rundgerahmtem Bild, einer aus dem Disney-Konzern vertrauten Panzerknackermaske.
Ich setze, es ist noch früh heute, meine gelgefüllte Schlafmaske auf und meditiere, die Finger fest in der Tasche zu und gut-Tasche verkrallt, über die Vielfalt der möglichen Bedeutungen dieser merkwürdigen Kombination.



Lebenslüge Dienstag, 29. 11. 2005, 0:00

Speck ist ein ehrliches Nahrungsmittel, stelle ich mir beim Frühstücksbuffet vor.
Mein Gusto (österr.: Guster) entscheidet sich unvernünftigster Weise für ein, nein (sammasieahlich), zwei Extrawurstsemmerln.
Aber ohne Butter.
Bitteschön.



briefing Montag, 28. 11. 2005, 0:00

Freitag Abend im Zug nach Baden. Telephonpolyphonie: Durchgabe von Aufenthaltsort (im Zug) und Ankunftszeit; Empfang vitaler Informationen (was gibt es zu essen?).
Schließlich wissen alle alles.



Interrail 2005 Sonntag, 27. 11. 2005, 0:00

Ich selber bin ja nie Interrail gefahren, der 21 Tage Italien-Pass hat mir gereicht. Die Nordkap-Marokko-Athen – Rekordjagd (Motto: Preis pro gefahrenen Zugkilometer minimieren; Drehscheibe: Paris) konnte mir nie das altersgemäße WOW (sprich: [wau]) entlocken, wenn es mich, zugegeben, bei meinen international zugreisenden Klassenkameraden ab 16 doch recht beeindruckt hat.
Die heurige Oktobertournee gibt mir Gelegenheit, dieses unbemerkt weiter existierende Defizit aufzuholen, ich darf, einmal gegen den Uhrzeiger, bitte! und ein bisschen zickezacke durch Europa, fast wie die beliebten See Europe in 6 Days-Reisegruppen von jenseits des nördlichen Atlantiks: Besançon – Nancy – Rom – Skopje – Moskau – Münster. Und dann, quasi zum Auspendeln, noch kurz nach Oberdiessbach am Rande des Emmentals.
Grüß Gott.



Vorsicht Samstag, 26. 11. 2005, 0:00

Besançon noch einmal (aber bei der Abreise), Gare Viotte. Unser Zug geht von Gleis 3. Ob sie einen Lift haben. – Non, (à cause du) terrorisme, ist die prägnante Antwort. Sie wird im Lauf der Tournee zum geflügelten Wort und sei hiermit allen mit Ablehnungs- und Verbietgelüsten Begabten, seien sie nun Amtsträger oder private Wichtigtuer, zur Bereicherung des persönlichen Floskelschatzes anempfohlen.
Bitte aber nicht auf die Angabe der Quelle vergessen. Danke.



Le Vivier /5 – Spiegel Freitag, 25. 11. 2005, 0:00

Nancy, Restaurant Le Vivier, die fünfte (und, es reicht, letzte). Während die eine Dame am Damentisch allein dasitzt (die Kollegin scheint sich eben die Nase zu pudern), betrachtet sie das Display ihres aufgeklappten Mobiltelephons. Dabei richtet sie sich, den Blick auf den kleinen Monitor geheftet, mit der rechten Hand ihre Haare. – Warum gibt es eigentlich noch keine Handys mit Spiegelfunktion?
Ich erinnere an einen Cartoon von Ivan Klein im Falter. Er zeigte Vincent van Gogh, wie er mit der Spachtel vor seiner Leinwand steht und sich mit der rechten Hand am stoppelbärtigen Kinn kratzt. Dazu die Gedankenblase Heute mal’ ich mir einen Spiegel – und dann wird endlich rasiert! Überschrift, lakonisch bzw. informativ: Die Wahrheit über van Goghs Ohr.
Genau so war es, stelle auch ich mir vor.



Le Vivier /4 – Abwasch Donnerstag, 24. 11. 2005, 0:00

Nancy, Restaurant Le Vivier, die vierte. Das einzige, was mich an diesem freundlichen Lokal stört, ist die Panflöte (Marcel Cellier présente Georghe Zamfir), die aus den an der niederen Decke (es gibt noch einen Salon im ersten Stock, von dort kommen die Paare, die hier doch auch verkehren) montierten, unterschwellig hohl fistelnden Lautsprechern diffundiert. Akustisches Abwaschwasser.
Orpheus muss was anderes gespielt haben, stelle ich mir vor.



Le Vivier /3 – doping Mittwoch, 23. 11. 2005, 0:00

Nancy, Restaurant Le Vivier, die dritte. An den Tischen sind ausschließlich Frauen- oder Männergruppen. Die Männer telephonieren und rauchen, die Frauen reden miteinander. Essend, scheinen sich insbesondere die maskulinen Gäste mit purem Eiweiß versorgen zu müssen, sechserlei Austern wollen (wollen sie das wirklich?) verkostet werden. Und Kräfte (Männer, richtige Männer!) aufgebaut.
Und – telephonierend – bestätigt.



Le Vivier /2 – anthropomorph Dienstag, 22. 11. 2005, 0:00

Nancy, Restaurant Le Vivier, die zweite. Die orange-weißen Rifffischerl mit dem schwarzen Tagpfauenaugenpunkt existieren, von flinken Wendemanövern abgesehen, praktisch ausschließlich im Profil.
Pinzettenfisch
Pinzettenfisch, Wien, Haus des Meeres. © Susanne Kogler. Danke.

Ob ich ihnen deshalb in unselig-anthropomorpher Tradition die Todsünde der Eitelkeit unterstellen soll? Oder liegt es daran, dass das aquaristische Vitalsystem (sauerstoffangereichertes Wasser, Futterportionen alle paar Minuten) eine selbst von Außen erkennbare Strömung erzeugt, der sich die orangen Wasserzebras entgegen stellen?



Le Vivier /1 – fruchtig Montag, 21. 11. 2005, 0:00

(Muscheln und Meeresfrüchte – siehe weiter unten – scheinen mir ein guter Ausstieg aus der eben abgeschlossenen und, wie ich bereits jetzt befriedigt berichten kann, höchst erfolgreichen Aktionswoche. Trotzdem wird weiter, in die Tiefe, evaluiert und dann entschieden, wie und in welchem Umfange weitere Aktionen (selbstredend zu anderen Themen) angeboten werden sollen.
Besonders, das sei noch gesagt, liegen mir die verehrten StammmütterlogleserInnen am Herzen; sie möchte ich keinesfalls mit derart vordergründigen Quotenjagden in ihrer wachen Intelligenz beleidigen. Ihnen allen sei hiermit mein herzliches vagödsgodunddaungschee für ihr strapaziertes Verständnis ausgedrückt.)

Nancy, Rue des Maréchaux (Rue Gourmande), Restaurant Le Vivier (Poissons et Fruits de Mer). Mein Hunger ist nicht allzu groß, also bestelle ich lediglich eine Portion Moules à la provençale, dazu einen schönen Weißen, frites sind sowieso immer dabei. Les bouchot heißt die Sorte, die sie hier, aus der Umgebung von Mont Saint-Michel, frisch aus dem Atlantik servieren, und sie schmecken köstlich, sind fein im Geschmack und – viel Arbeit, sind sie doch nur etwa halb so groß wie die an der Adria servierten cozze.
Gut hundert Stück haben für meine Sättigung ins Seegras beißen müssen, und das stimmt mich nachdenklich: Beim Fisch – und sonstiges Meeresgetier – Essen wirst du unweigerlich zum Serienmordanstifter und -beauftrager.
Umgelegt auf umgelegte Ochsen schaffen sie das am gesamten Urfahraner Markt und Welser Volksfest zusammen nicht einmal ansatzweise, stelle ich mir vor.



Nachsommer /4 Sonntag, 20. 11. 2005, 0:00

15. November 2005, halb drei in der Früh. Nachsommerende. Überwältigend, die letzten hundertfünfundzwanzig Seiten, beginnend mit Seite 666. Nie hätte ich für möglich gehalten, dass mich eine dermaßen ereignislose Bildungsgeschichte so in den Bann ziehen kann, ich zutiefst gerührt bin ob des von Anfang an andauernden glücklichen Endes, das daherkommt wie das Amen im Gebet.
Zwischendurch sind Stellen von einer kristallklaren Visionskraft, etwa die Fragestellung, wie denn alles einmal sein werde, wenn wir mit der Schnelligkeit eines Blitzes Nachrichten über die Erde werden verbreiten können.
Aus z.B. einer Posaune herausblasen kann bald wer. Klingen kann es aber nur, wenn du die Töne hinein hörst, ganz tief drinnen.
Hinein lesen, wie hinein hören. Lest Stifter.



Nachsommer /3 Samstag, 19. 11. 2005, 0:00

Wie sähe eigentlich eine Readers Digest-Ausgabe des Nachsommers aus? – Sie ist schlichtweg undenkbar, die zu erwartenden zweieinhalb Seiten wären für diese hübsch-pathetischen Schautherwaswirlesenbibliotheksbändchen doch ein bisschen zu wenig, stelle ich mir vor.



Nachsommer /2 Freitag, 18. 11. 2005, 0:00

Stifters Nachsommer, so stelle ich mir vor, müsste eigentlich in jeder Änderungsschneiderei und altertümlichen Schuster- wie auch sonstiger Handwerkerwerkstätte aufliegen. In den Schnellkaufgeschäften, den H+Ms aller Sparten dieser Welt, dürfte dieses Buch des Herrichtens, Austarierens und Reifenlassenlernens auf dem Index stehen; braucht es aber, aus aus sich selbst erklärten Gründen, gar nicht.



Nachsommer /1 Donnerstag, 17. 11. 2005, 0:00

Stifters Nachsommer erschließt sich langsam (wie auch sonst?). Ein erstes Inkubationsindiz stellt sich etwa bei Seite 300 ein, wenn man anfängt, die mögliche Reparatur von sonst weg zu werfenden Taschen und Kleidungsstücken zu erwägen. Fünfzig Seiten später gehst du mit der zerlumpten (aber heiß geliebten) Ledertasche zum Taschendoktor und lässt das zerrissene Futter der ansonsten tadellosen Lederjacke ausbessern. Wo das noch hinführt, bei den 791 Seiten meiner Ausgabe?
Bleiben Sie dran!



Aktionswochenende Mittwoch, 16. 11. 2005, 0:00

Die Aktionswoche ist also ausgestanden, und ich kann bereits jetzt befriedigt berichten, dass sie höchst erfolgreich war. In der Folge wird weiter, in die Tiefe, evaluiert und dann entschieden, wie und in welchem Umfange weitere Aktionen (selbstredend zu anderen Themen) angeboten werden sollen.
Besonders, das sei noch gesagt, liegen mir ja die verehrten StammmütterlogleserInnen am Herzen; sie möchte ich keinesfalls mit derart vordergründigen Quotenjagden in ihrer wachen Intelligenz beleidigen. Ihnen allen sei hiermit mein herzliches vagödsgodunddaungschee für ihr strapaziertes Verständnis ausgedrückt.

Nach einer einzuschiebenden, weil akuten, vierteiligen Nachsommerbetrachtung geht es dann weiter mit den Berichten von der Oktobertour, Nancy ist die nächste Station.



cumshot Dienstag, 15. 11. 2005, 0:00

Alles hat eine Ende, nur die Wurscht hat zwei, lautet ein volkstümlicher Vers. So geht auch diese Aktionswoche programmgemäß zu Ende, weitere werden folgen.
Soviel noch: Es gibt, neben James Bond, ein weiteres Filmgenre, da weiß man vorher schon und erfahrungsgemäß, wie es ausgeht. Trotzdem aber, in den Details unterscheiden sie sich doch, wird fertig geschaut, bis, showdown, selbst die höchste Spannung aufgelöst ist.



hardcore porno Montag, 14. 11. 2005, 0:00

Pornos haben mich ab einem gewissen Alter schon immer fasziniert.
Namentlich die Frage, ob die drehbuchbedingt zur Dauererektion verpflichteten Darsteller etwa auch, für besonders heikle Szenen, durch professionelle Stuntmen gedoubelt werden. Weil vortäuschen (stöhn!, oh!, stöhn!, ah!) kannst du einen Ständer nämlich nicht, stelle ich mir vor.



anal oral action Sonntag, 13. 11. 2005, 0:00

Was haben eigentlich die Aral-Tankstellen damit zu tun? Und Martha?



Huge Tits – Titten Samstag, 12. 11. 2005, 0:00

Spätestens seit Newton der Apfel auf den Kopf gefallen ist, siegt die Schwerkraft gegen jedes noch so straffe Bindegewebe. Silikon hat es damals noch keines gegeben. Aber auch dagegen wirkt sie.



Fucking … Freitag, 11. 11. 2005, 0:00

… heißt ja eine Ortschaft im Innviertel, mit [u] auszusprechen. Im Jahr 2004 haben sie abgestimmt, ob sie den Namen ändern sollen, und seither bleibt nicht nur Wien bleibt Wien.
Es wird empfohlen, ausschließlich auf legalem Weg nur offizielle Souvenirs von Fucking zu erwerben; die Ortstafeln haben sie längst schon fest einbetoniert.



Blowjob Donnerstag, 10. 11. 2005, 0:00

Streng genommen lebe ich als Blasmusiker (Gottseidank verblieb dieses heikle Ressort in der neu verhandelten Zuständigkeitsaufteilung der steiermärkischen Landesregierung bei der mit dem wirklichen Volk wesentlich verbundeneren Steierjanker-ÖVP – die Kultur als solches wandert, inklusive Rockmusik, zu den sogenannten Roten) fast ausschließlich von Konzerten, in denen ich die Posaune auf, wie unlängst im emmentalerischen Oberdiessbach in einer Programmschrift behauptet, wahnsinnliche Art blase.



Sex Mittwoch, 9. 11. 2005, 0:00

Es gibt ja so aufschlussreiche Programme, im Internet werden sie, mir gänzlich unverständlich, Maschinen genannt, die sagen einem z.B. warum jemand welche Seite angeklikkt hat. Eine solche Evaluation wurde jetzt auch beim MütterLog durchgeführt, einen Hinweis auf das Ergebnis haben Sie bereits im Titel der heutigen Kolumne gelesen. Die Hitliste jener Suchbegriffe, welche Internetbenutzer eingaben und so auf einen der hier veröffentlichten Artikel gekommen sind, wurde genau analysiert: Die weitaus meisten Treffer konnten die von mir im Sommer 2005 völlig arglos mit FKK überschriebenen Beiträge erzielen.
Der Analyse folgt die Konsequenz: Hiermit eröffne ich die Woche der neu geangelten MütterLogger!
Heute also und in den nächsten, no na, sechs Tagen werde ich hier täglich an der Überschriftsrute einen dramaturgisch feinst angeordneten Sprachköder auslegen und freue mich jetzt schon auf zahlreiche neue Leser. Zum Schauen habe ich leider nichts zu bieten; die wahren Abenteuer passieren ja bekanntermaßen im Kopf, wenn er gut durchblutet ist. Ich empfehle, nichts anzuziehen, das allzusehr zieht.



sitzt perfekt Dienstag, 8. 11. 2005, 0:00

Auf ORFON haben sie interessant formulierende Texter. Das wurde bisweilen schon hier vermerkt (1 2 3). Jetzt war es wieder so weit. Am 17. Oktober 2005 durften wir lesen: Das Kondom zieht nicht mehr.
Ich stelle mir ja vor, dass es gar nicht so einfach ist, Kondome so herzustellen, dass sie weder zu weit und also schlabbrig das mehr oder weniger stramme Mannsbild umhüllen, noch, dass sie unser bestes Stück allzusehr einengen, ja, strangulieren, Blutstau kann recht schmerzhaft sein. Wenn jetzt das Kondom nicht mehr zieht, und also beim Stehen perfekt sitzt, erscheint mir das ein der Menschheit als ganzes dienlicher Fortschritt zu sein.
Umgekehrt: Wer könnte Interesse daran haben, dass das Kondom ziehe? Der Vatikan?



Ginkgo Montag, 7. 11. 2005, 0:00

Besançon, Square Saint-Amour.
Der Geruch der abricotfarbenen, kriecherlartigen Früchte des Ginkgos erinnert an Ziegen-Weichkäse. Ich weiß schon, man pflegt olfaktorisch auch cremige Hundescheiße zu assoziieren; angesichts des wunderlichen Baumes bin ich aber staunen-wollend wohlgelaunt.
Dieser Überlebende aus Urzeiten (Kollege im Tierreich: der rätselhafte komorische Quastenflosser – ein nicht annähernd so schönes Wort wie, ich schreibe es noch einmal aus: Ginkgo.) hat nämlich meine ganze Sympathie, behält er doch seine Blattlappen weit in den späten Herbst hinein, mit fröhlichem Trotz.
Ginkgoblatt
Ginkgoblatt, Besançon (F)
Siehe auch das Bild aus Thun, aufgenommen am 29. Oktober 2005.
Ginkgo
Ginkgo, Thun (CH)

Ich muss einräumen, dass der so beliebte Baum da schon recht gelb ist, und gelb ist ein untrügliches Indiz für rapide fortschreitenden Blattlappenverfall, irreversibel und ohne Hoffnung.
Aber am Hafen in Yokohama gibt es eine regelrechte Ginkgoallee, wie überhaupt öfter wo in Japan. Und gestunken hat es dort nicht, jedenfalls nicht nach Ziegenkäse.



Parfum Sonntag, 6. 11. 2005, 0:00

Besançon. Bis zehn ist Frühstück. Um dreiviertel fangen die freundlichen Damen vom Service an, die leeren Tische ringsum zu säubern, mit so einem Fensterputzmittelsprühflascherl, pfft pfft senkt sich ein zarter Hauch von Chemie auf den Camembert.
Parfümiert halten wir die Stellung. Bis viertel nach zehn.



catering Samstag, 5. 11. 2005, 0:00

flyniki spendiert Vollkorn-Tramezzini. Das Brot besteht aus heimischem Sägeschrot. Ein zeitgemäßer Energieträger allemal, Holzpellet-Heizungen boomen gegenwärtig enorm, habe ich unlängst gelesen.



Watte /3 Freitag, 4. 11. 2005, 0:00

Dass die Wolkendecke, genauer: ihre obere Kruste aus Watte bestehe, ist falsch.
Wahr ist: sie ist aus Zuckerwatte.



Watte /2 Donnerstag, 3. 11. 2005, 0:00

Hochnebel, so kann ich von oben sehen, liegt tief unten in den Tälern. Darunter ist, so wissen wir, noch ausreichend Platz fürs klamme Wintergefühl und, ganz unten, gegen das Austrocknen der Schleimhäute, für den Trance gewährenden Bodennebel.



Watte /1 Mittwoch, 2. 11. 2005, 0:00

Wien – Zürich mit der S-Bahn: Hinein in den Tunnel (hinter Schwechat) – hinaus aus dem Tunnel (vor ZH-Oerlikon).
Dazwischen durch den Morgenhimmel. Ein Tunnel aus Watte.



Allerheiligenmütterseelen 2005 Dienstag, 1. 11. 2005, 12:00

Liebe MBA,

bald werden sie im Rathauspark wieder diese Ich-gehe-mit-meiner-Laterne-Lichter in den Bäumen auf der Seite beim Parlament einschalten, angeblich geht das, wie alles Poesie ausatmende, auf eine Idee André Hellers zurück. Im Türkenschanzpark hängen derweil schon mit Einbruch der Dämmerung (seit dem vergangene Wochenende ist das eine Stunde eher – wie die Viecher das immer wissen) in den sich entlaubenden Bäumen, schwarzen Lampions gleich, die Singvögel zur Saison.
Die Heizperiodenumstellungsverkühlung (CH: -verkältung, D: -erkältung) konnte kurz gehalten werden, ohne, Hand aufs Herz, sie zu übertauchen.
Duftölwohlbefindlichkeit zum Teelicht samt Tee halten mit der Hochnebelwetterlage Einzug, die Zentralheizung samt Luftbefeuchter ist gewartet (oder es wird auf den Installateur gewartet), Zeit jedenfalls, sich gemütlich zurück zu lehnen, gewissermaßen die Mütterseele baumeln zu lassen, man war ja auch recht viel unterwegs im Oktober, und die Basilius-Kathedrale ist wirklich aus rotem, orthodoxen Marzipan, die Turbane auf den Türmchen aus bunter Windbäckerei, wirklich wahr, ich habe es nämlich selbst gesehen:
Rotplatzlicht

Das Wetter – ich versprach in meiner letzten Botschaft, MaroniMütter, davon zu berichten – auf unserer kurzen, weiten Reise war praktisch in ganz Europa recht einheitlich und also durchaus praktisch, zu viel Gewand mithaben war besser als blöd frieren, sei es in Nancy (etwas regnerisch), Rom (regnerisch), Skopje (wolkenlos), Moskau (unbestimmt) oder Oberdiessbach (wolkenlos). In Thun schließlich, genauer im Lachen-Stadion haben sich die Fußballer gegen Zürich mit 1:6 eine kalte Dusche und also ebensolche Füße geholt, ich habe es selbst gesehen, hopp Thun!
Am besten kommt wohl der von Christian Morgensterns weisem Galgenkind erdichtete Robbenbär mit derart nasskalten Verhältnissen zurecht, erst recht im November, den ich hiermit offiziell eröffne!

Herzlich,

Bertl Mütter

Meine aktuellen Termine (inkl. Wien modern) finden Sie wie immer in meiner Terminvorschau.
Und was vorbei ist, ist vorbei, und wer zu spät kommt, der hat das Nachsehen.



standesgemäß , 0:00

On tour with The Princess. Die hübsche junge Thailänderin, die mir in wohlklingendem Wienerisch vor dem Einsteigen in den Zubringerbus Einen guten Flug wünscht, hat auf ihrem flyniki-Schild tatsächlich als Vornamen Mrs. Princess stehen, wirklich wahr. (Fürs Merken des Nachnamens hat meine Geistesgegenwart um 6.30 Uhr nicht ausgereicht.)



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