Dienstag, 9. 2. 2010

speiset den herrn!

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die wurscht als solches
hat prozentuell
um die wenigere hälfte mehr fett
als die andere

padre latrini, seitenstetten, etwa 1980 (überliefert von j. k. steiner)

was es nicht alles zum essen oder trinken gibt, das uns deshalb schmecken soll, weil es sich mit dem namen eines großen schmückt, sich auf ihn beruft. populär etwa sind mozartkugeln, bachwürfel, ja, im konfektbereich hat es sogar webern (in mittersill, woauchsonst) zu einem (in jedem fall postmortalen) webernzigarrl gebracht. weiters warten wir auf weberwaffeln, glinkagolatschen, dittersdorffdatschkerl, brucknerbuchteln und chopinschöberl, letztere als nicht mehr ganz so süße suppeneinlagen, und wo bleibt die allzulangerwartete suppésuppe eigentlich?
die compositöre verlassend kringeln sich schillerlocken, e. t. a. hofmannstropfen (schon die vornamensinitialen zu ernst, theodor und amadeus tropfen nachgerade wirklich), womit wir in königsberg angekommen wären. wie es aber der andere dem von der krone einfach gehaltenen volke nicht übermäßig geläufige herr aus dem heutigen kaliningrad zu einer derartig deftigen beliebtheit gebracht haben mag, muss dem philosophen in mir ein rätsel bleiben, und dafür aber eben sei die ancilla theologiæ gerade eben recht: dringend zu erstellen sei, als fürderhin grundsätzliches akademisches standardwerk, die umfassende monographie über die kantwurst.
und die kantwurst, wenn man sie von hinten überfällig über die rübe gezogen bekommt, ist deswegen noch lange keine gnackwurscht. knackwürste (so die korrekte schreibweise) hierzulande (nicht etwa in sachsen oder in sachsen-anhalt oder in thüringen; aber wo sei denn das, hierzulande?) kann man sich als kranz um den hals hängen, ehrenpreise für verdiente hunde etwa sehen so aus, das aber nur nebenbei und zur generellen absteckung des terrains, wie es heißt.
an die arbeit nun. halleluja.

Montag, 8. 2. 2010

gestürzt

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will you still need me?
will you still feed me?

populärmusikalische frage, 1967

23 jahre nach 1946 war das, und 1946, das war vor 64 jahren, was für eine merkwürdiger ziffernsturz, eine regelrechte zahlenjonglage, und in ihrem brennpunkt steht der jongleur, und natürlich ist jeder geburtstag ein völlig willkürlicher feier- oder gedenkanlass, tafeln werden angebracht werden, nachdem man aufs peinlichste abgewogen haben wird, ob ihm die textauswahl und das format (8 x 8?) und die schriftgröße recht gewesen wären und ob es dieser oder jener ihm einstmals nahestehenden person damit gut oder doch eher nicht so gut ginge und was der offizielle portraitbiograph noch dazu meinen könnte, eine riesige parallelaktion, wie seinem fröhlich schwirrköpfigen werk entnommen, er aber hat absurditäten dieser art stets nur gespiegelt, war selber klar, sowas von klar in seinem kopf, klarer gehts nicht, das haben viele bis heute nicht verwunden, völlig unterformatig allesamt, das aber ist keine schande, es kann ja gar nicht anders sein und es wär ihm sowas von wurscht gewesen, weil wer so ein format hat, der braucht keinen genierer, und wenn der geniebegriff auch längst als obsolet gelten muss, den jongleur umschwirrt er alswie die elektronen in einem atommodell den kern, und 64 wäre er heute geworden, er füttert uns weiterhin mit seinen zauberwelten, und dass wir ihn brauchen, was für eine frage auch.
gert jonke, du fehlst so.

Sonntag, 7. 2. 2010

verhörverstand

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der mann (79, anm.) fragte nach dem weg, der mitarbeiter (d. bank, anm.) verstand nur “pistole”. daraufhin lief eine großfahndung.
orfon, 1.2.2010

der gute, in der berufsberatung – was die action-komponente seines seins betrifft – eindeutig und beiweitem unterschätzte undalso fehlberatene bankbeamte hat den dreisten wegefrager (zu verstehen sei: wegelagerer) wohl für einen bankräuber gehalten, nicht aber gleich ihn, sondern lediglich die luft angehalten: so zirka sechzig minuten währte seine schrecksekunde, dann aber ist alles schlag auf schlag gegangen, großfahndung, das gesamte straßen-, eisenbahn-, straßenbahn-, ubahn- und luftnetz österreichs wäre bis zum ende des monats gesperrt gewesen, hätten sie den schurken nicht baldschon dingfest gemacht. ein weiterer peinlicher misserfolg für die polizei, musste sie doch durch den leiter der wiener polizeipressestelle dass sich später die unschuld des mannes herausstellte, könne “immer passieren” verlauten lassen. weil wie wir schon und spätestens seit kafka wissen: die schuld ist immer zweifellos (und im zweifel größer!).
den in seiner jobdescription zum anzugtragen verpflichteten schalterwalter möchten wir dem wiederzuerweckenden team von kommissar rex anempfehlen. oder, nagut, kottan. aufdass es endlich einen wirklichen inspekter gebe.
der 79-jährige aber, er möge dochnoch gut im bristol angekommen sein.

Samstag, 6. 2. 2010

steinheilig

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wie denn das zu verstehen ist, wenn sich der hl. stuhl sorgen macht wegen neuer englischer gleichbehandlungsgesetze, weil es gebe ja ein naturgesetzliches gesetz, das direkt vom herrn gott komnt, das müsse, zumindest was die hl. kath. kirche betrifft, vorrang haben, für uns gilt das nicht, gell?, und wie käme die kirche auch dazu, gezwungen werden zu können, auch (sic?) homosexuelle und transen anstellen zu müssen?
… der werfe den ersten stein, steht wo, wo etliches steht, auf das sich, wenns frommt, berufene sehr gerne berufen.

Freitag, 5. 2. 2010

dogwalk

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hundekot
sackerl – spender

automatenaufschrift, graz, stadtpark

bei näherer betrachtung konnte er nur den auslassschlitz zur entnahme der sackerl erkennen. wo man den – kostenlosen! – kot beziehen konnte, war nicht erkennbar, außerdem war der steiermarkfichtengrüne spenderständer merkwürdig klein, sodass er sich fragte, wo der hundekot denn nun gespeichert war, auf dass man ihn sich spenden lassen und, zum beispiel, ins profil einmassieren könne.
die taubenkotabgabe aus den bäumen funktionierte indes tadellos, konnte er sich am gestreuten asphalt beruhigt überzeugen.

Donnerstag, 4. 2. 2010

nasszellenzauberein

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bad design
heizung

fahrzeugaufschrift, wien

da war er und lauerte auf ihn, frühmorgens, der einhandmischer im bad der gastfreundlichen wohnung, und was denn das überhaupt wäre, ein einhandmischer, ähnlich schwer zu verstehen wie damals in der zweiten klasse gymnasium das wort schiefe ebene. einhand. mischen. welches kartenspiel? im bad? zilk?
der duschvorhang indes hielt, was die armaturen versprachen.

Mittwoch, 3. 2. 2010

wohnvorfühling

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völlig unvorbereitet gewahrte er den käfig mit vier spatzengroßen buntvögeln. in diesem hause aber vermisste er die zoologisch korrekte bezeichnung, links unten: name (hansi etc), art (streng nach linnæus, selbstverständlich latein), verbreitungsgebiet (in freier wildbahn). sie quakten froschartig (wie auch sonst?) daher und flatterten panisch im ihnen zugestandenen hochquader umher. etwas später redeten zwei offensichtlich artgleiche mit ihren karottenfarbenen finkenschnäbeln miteinander in großen sekunden. aber erst minuten später (er belauschte sie, heimlich interessiert) schwang einer (wohl der nur spatzenfarbene von ihnen) sich zu einem betörenden gesang auf, oja. da aber lichtmess war, hell und klar, war der frühling noch weit.
den käfigexistenzen dürfte das egal gewesen sein. waren ja keine murmeltiere oder ötscherbären.

Dienstag, 2. 2. 2010

knackig, steif, sehr spannend

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eingeknickt eingenickt auf der knautschcouch erwachte er mitten in der nacht und fühlte sich wie ein frischgehenkter, wenn sich frischgehenkte noch fühlten, drüben halt irgendwie, und lichtmess bedeutete auch mit kopfhalsnackenstarrem einknickschmerz eine stunde mehr, was man damit sinnvolles anfangen hätte können, hämmerte sein panzer aufs genick gnack.

Montag, 1. 2. 2010

zugwunder (hl. st. valentin, bittfüruns!)

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durch fahrplangemäß rechtzeitiges aufstehen noch vor dem dadurch um wesentliches verkürzten tunnel gelang es ihm doch noch, den zug zu beschleunigen, ja, regelrecht zu versetzen (keiner bemerkte es). so konnte der anschlusszug locker erreicht werden, auch von den anderen, was das wunder bekräftigte, nicht zuletzt auch ob der selbstlosigkeit seines beherzten anzieheinsatzes.

Sonntag, 31. 1. 2010

süßsauer (nicht: bittersüß)

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waidwund, sich leckend, aber nicht, dass der speichel heile, sondern rechtzeitig davor die wunde wieder aufkratzend, auf dass es mit sicherer beständigkeit weiterschwäre, lecken, den scheuen, wirren, irren blick perfektionierend bis zur unvermeidlich ausbleibenmüssenden apotheose.
was können menschen doch armsein. und mit welcher wonne erst. also bitte
neustart (mit komplettreset)!
er aber war gegenüber solchen personen mit auratischer leidensmonstranz völlig ratlos.

Samstag, 30. 1. 2010

hoppauf, hoppaus!

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dass sie nun auch ein gedenkrennen veranstalten zu seinem sechziger, könnte man, um das beliebteste kärntner selbstmitleidsvokabel zu bemühen, fast schon als pietätlos bezeichnen.
aber nein, es ist kein rallye-kriterium von velden über den stadtkrämer (einmal hinten nachtanken, bitte!) bis zum zieleinlauf in lambichl, obwohl auch der katschberg onomatopoetisch nicht schlecht gewählt ist.

Freitag, 29. 1. 2010

phaetonphantomphänomen

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zu seinem 60er legte man an der unfallstelle einige gedenkminuten ein.
hoffentlich hat man sie rexdicht mit gummi und bügel verschlossen.
die gedächtnismesse (kein gedenkgottesdienst also) werde am sonntag gelesen, heißt es noch im orfon: alle kärntner sind eingeladen. alle. kärntner. und wehe!
würde bigotterie und bestemmblödheit wehtun, die schreie aus kärnten würden den himmel verfinstern, dagegen wären krähen nicht nur zoologisch sondern auch empfundenerweise singvögel, und der sonnenwagen stürzte ein weiteres mal herab, ein fortgesetzter weltenbrand, genährt von der asche, zerstreut in alle winde, und über allen bären ist ruh.

Donnerstag, 28. 1. 2010

weisheit, vorauseilende

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und, ja, er würde aus schaden klug werden und mit seinem magnetpatentschlüssel die streusandsteinchen aus dem profil seiner kurzumseckgehschlapfen erst dann entfernen, wenn er auch die wohnungstüre aufgeschlossen hätte, stellte er sich vor, und das, obwohl es sich nur um einen gedachten, für möglich gehaltenen schaden handelte, es war garnichts schlimmes passiert, der rusel aber konnte sich schon ganz schön hartnäckig ins profil verbeißen, und das kratzte auf dem vollholzimitatlaminat recht unangenehm.

Mittwoch, 27. 1. 2010

untermalt oder so (2)

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nun war das malheur aber einmal geschehen (es konnte gar keine böse absicht dahinter stecken). also wollte er dennoch (aber ohne trotz, also nicht trotzdem) – eine professionelle einstellung ziere auch den amateur (als der er sich stets verstehen wollte, im wörtlichsten sinn) – alles andere denn eine umrahmung (gar eine entrahmung – sog. ummolkung) bieten. aber, zugleich, wollte er sich äußern, voller sympathie und ohne groll, nämlich pro futuro für seine kolleginnen und kollegen, für deren rahmenlose (entrahmte) einladungen fürderhin.
obwohl, für künstlerische salzteigpräsentationen pornographischer motive im foyer irgendeiner abgebrannten hypobank könnte es schon ganz gut passen. (ist auch eine eigene branche, die der wabermusik im untermalungshintergrund historischen filmmaterials, über deren inhalt hier mit rücksicht auf den freuzügig gestalteten inhalt nichts näheres veröffentlicht werden darf, man ist ein sauberes blatt i.e. blog –  und bliese auch ein ebensolches, spielte man ein mit einem oder zwei rohrblättern zur tonerzeugung versehenes instrument.)

Dienstag, 26. 1. 2010

untermalt oder so (1)

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diesmal aber war ihm ein entscheidender fehler passiert. er hatte sich vor der veranstaltung einen automatisierten ankündigungshinweis geben lassen und auch tatsächlich das link angeklikkt. augenblicklich verfiel er. das war ja, wie wenn in den ortsparteischaukästen die ankündigung zum bunten abend, um ihre lustigkeit zu unterstreichen, windschief an die korkwand gepinnt wurden. musikalische umrahmung hatten sie geschrieben. auweh.
das war ja wie brötchen mit lachsersatz beim seniorenfasching. sodbrennen on demand.
nun gut. wer musikalische umrahmung schreibt, kriegt, was er bestellt, und das ist in jedem fall entsetzlich, eine gefährliche drohung, günstigstenfalls einer loriotszene mit dickie hoppenstedt (pubertäre blockflöte) oder herrn müller-lüdenscheidt (herrenbadewannentchen) entnommen, mütter – äh – mutter, wir danken dir!
zu blöd, dass die veranstaltung nach dem aschermittwoch angesetzt worden war.

Montag, 25. 1. 2010

beamen ohne schienen

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kehren wir zur öbb zurück, ganz ohne rückfahrkarte: wie recherchen ergeben haben, hat man ja das problem des beamens schon längst gelöst: man braucht lediglich alle einzelatome bzw. ihre bestandteile auf ein gewisses energieniveau zu bringen (sagen wir ein paar hundert millionen grad), und schon kann man jedwedes verschickgut (verlorne brillen, rodelfäustlinge, aber auch ganze kinder und sogar ausgewachsene) bequem versenden; die erste phase ist vergleichsweise problemfrei – die wirklichen schwierigkeiten liegen beim richtigen, d.h. identischen zusammensetzen, alles wie vorher. außer im raumschiff enterprise hat sich noch niemand bei scotty in die maschine zu stellen getraut.
wie wir wissen, heißt die supermoderne fahrplanabfrage in echtzeit der österreichischen bundesbahnen scotty. was uns das wohl sagen will?

Sonntag, 24. 1. 2010

net statt nat

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papst: priester sollen internet mehr nutzen
bietet „seelsorgerisch unbegrenzte perspektiven”

orfon, 23.1.2010

die süßem kids ganz nackt im bett…
– gott segne unser internet!

manfred deix

mir gefällt besonders, dass der herr papst sein ihm per gelübde angeschwornes bodenpersonal dazu anhält, doch das internet mehr zu nützen. (oder sagt man nutzen?)
eine pragmatische entscheidung: gibt es weniger klagen undalso weniger millionenzahlungen, wie in irland oder nordamerika. also setzt sich gottlob die st. pöltner schule von küchl & krenn durch (von denen hat man so lange nichts gehört; waren also ausreichend im off um diesen coup zu landen): die neue selbstbedienungspolitik des vatikan: internet statt internat.
halleluja.

Samstag, 23. 1. 2010

philanthropischer vandalismus (handlungsanweisung)

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chris lohner mit pu-schaum das maul stopfen. natürlich nur symbolisch durch – eine zu konzertierende aktion! – flächendeckend gleichzeitiges verkleben sämtlicher (aller!) lautsprecher im erweiterten beschallungsraum der öbb. railjets, auch auf auslandsstrecken (d, fl, ch, h), ausdrücklich inklusive.
dann wär auf der erde ruh’.

Freitag, 22. 1. 2010

spitzlau

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ich hatte viel bekümmelnis
schmerzenskantate (abgewandert)

nämlich nach dem einsetzen (hineinpappen) eines sog. provisoriums vor der zirkonoxidkroneneinsetzung (strengstes zahnseideverbot!) dem guster nachgeben und kohlsprossen mit erdäpfeln unter reichlicher zugabe von kümmel (jahrelang ging das nicht!) zu genießen und dann gerade linksoben beim sechser dort kümmel sich verfangen erdulden müssend, zahnseideverbot, strengstes, wie gesagt, also fest mit der zunge herumgespielt, bis sie gefühlt durchstochen ist, autopiercing also, sowas darf man doch mit fug und recht und wortwörtlich als purste bekümmelnis bezeichnen, als was den sonst bitteschön?
montag aber ist montagetag. malzeid.

Donnerstag, 21. 1. 2010

syndromsymptom (ein traum)

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politainmentveranstaltung. vorne der bundeskanzler der republik österreich, werner faymann. es geht aber um wichtige, ja ernste angelegenheiten. aber reden tut er, als wärs eine gaudiveranstaltung und diene der unterhaltung. da platzt mir (hinten rechts, unter der galerie dieses bezirksarbeiterkammersaals aus den späten siebzigerjahren) der kragen, ich springe auf und rufe nach vorne was soll denn das, es geht hier um wichtige dinge und sie reden da, als hätte man ihnen ein lebkuchenherz geschenkt! wie überhaupt schon lange keine politik mehr gemacht wird, die sich der probleme der menschen und der gesellschaft ehrlich annimmt! sind denn hier alle blind und taub, allen voran sie als bundeskanzler, der nicht mehr zusammenbringt, als freundlich bis hilflos zu lächeln, ohne dabei und damit auch nur das geringste weiter zu bringen?! ich rede mich in rage, es überschlägt mir die stimme und mein kopf läuft an, wie wenn petzner den lebensmenschen und des lebensmenschen lebenswerk vor feixendem blaumob verteidigen muss.
irritiert und etwas betropezt lässt man mich gewähren, etliche heben und senken seufzend die schultern – faymann auch! –, aber keiner setzt ein zeichen des änderungswillens, der karren ist nun einmal im dreck und wird einbetoniert, so muss es wohl sein. man hebt, als ich den namen kreiskys beschwöre, nur raunend die augenbrauen, mehr nicht. als müsste ein krieg her!, höre ich mich noch stammeln, aber dass die menschen so in ihrem besinnungslosigkeitsbestemm verharren, will ich doch nicht glauben und erwache.
in den morgennachrichten wird faymann mit keinem wort erwähnt. dabei ist er doch nur ein symptom des syndroms. mir schwindelt.

Mittwoch, 20. 1. 2010

fokkersmoker | anjonkdenk

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triebwerk rauchte: aua-maschine evakuiert
orfon, 19.1.2010

im artikel dann schreiben sie: beim starten hat das linke triebwerk zu rauchen begonnen.
ich weiß, es ist eine billige pointe (es scheint sich um eine woche der aufgelegten pointen zu handeln), aber auf flügen herrscht längst schon striktestes rauchverbot, und so eines gilt doch wohl auch außerhalb der kabine.
dass der artikel aber am 19. jänner erscheint, ein jahr nach seinem begräbnis, erinnert mich an den liebsten und ehrlichsten aller raucher, wie wir ende märz 2008 in st. petersburg auf unseren rückflug gewartetet haben (verspätung; man erwartete eine fokker 100), und wie sie im flughafengebäude den lückenlosen nichtraucherhimmel ausgerufen hatten, nicht einmal einen rauchkarzer hat es gegeben (wenn er will ist er eben noch gründlicher und europäischer alswie der westeuropäer und noch amerikanischer alswie der amerikaner, der russ), wie er zunehmend zustandsgebunden geflucht hat, auf alle und alles, hadernd mit den irdischen kräften vor allem, und sein schwur, niemehrwieder zu fliegen, das sei ja beugehaft, ehrlich erbost.
hättest du deinen flugbannfluch doch nicht so strikt eingehalten, mein lieber gert. wie du fehlst, mehr als ein jahr nach deinem tod, um nichts weniger, was soll ich sagen.

Dienstag, 19. 1. 2010

unteilbar enteilt

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und moses, zugbegleiter bei der äbb, den zuerst im besitze seiner nachfahren stehenden, später dann verstaatlichten, mithin also postpotipharischen ägyptischen bundesbahnen, fuhr ja in wirklichkeit mit dem zug der israeliten (jericho-express) zum schilfmeer, stieg aus seinem dienstabteil, nahm seine kelle (oder wars der nothammer?), hielt ihn auf die fluten und befahl (wenig originell, aber wegen seiner originalität hatte man ihn sich ja nicht zum zugchef gewählt): dien, stab, teil!
so zogen sie weiter.
beim eintreffen des zuges dann hatten sie etwa vierzig jahre (lediglich dreihundertfünfzigtausendsechshundertvierzig stunden, immerhin aber gut einundzwanzig millionen achtunddreißigtausendvierhundert minuten) verspätung. diese vergütete man in der folge nur sehr schleppend, man gab vor, wichtigere dinge zu tun zu haben. um die reisenden trotzdem zumindest nicht weiter unnötig zu provozieren, wurde aber der name des zuges still und heimlich in einen rein numerischen umgewandelt, auch, weil sich kein namenssponsor mehr fand). später gliederten die äbb das auf der nunmehrigen nebenstrecke ins gelobte land fahrende eisenbahnervolk aus seinem sich mehr in richtung assuan, abu simbel und weiter bis ins land kusch zum dritten katarakt (der ein fernziel bleiben sollte) sich orientierenden unternehmen (ja, die hauptstrecken!) überhaupt aus.
so wars und nicht anders. und der vatikan hat den juden immer schon – vor allem im dritten reich piuszwölffach hochgradig heroisch tugendhaft – geholfen, so verborgen wie möglich halt, damit es keiner merkt, nicht einmal die juden, und wenns der papst sagt, musses ja stimmen.
er aber wollte fürderhin bei den beliebten verspätungen seines reiseunternehmens bescheidenheit und demut walten lassen, nahm er sich zumindest vor.

Montag, 18. 1. 2010

verpasst

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www.mitter-trans.at
homepageangabenaufschrift (lkw)

ja schon, ihr seid ein transportunternehmen, das ist ja alles leicht recherchierbar, wenn man eure netzadresse auf einem eurer wägen gesehen und ungläubig notiert hat, im vor brillianz nicht gerade sprühenden oberösterreichischen schotterkleinbaronderivatsgewerbe. aber muss es wirklich so sein, dass man so einen aufgelegten treffer, der wenigstens ein quantum of pfiffigkeit vermitteln könnte, links liegen lässt?
hier mein fluch: ich schwöre dass ich meinen schotter, meine kräne und meine sonstigen von schwertransportern zu transportierenden güter und gewichtigen gedanken von anderen, spontaner denkenden, auf dem landweg herumführen lassen werde. da ich aber bis auf weiteres, wie es scheint, nichts materielles zum herumführen habe, wird dies die transmitter von mittertrans nicht im geringsten kratzen und an ihnen völlig spurlos vorüberziehen.
meinetwegen, es werden ihre nervenbahnen nicht von botenstoffen über eine derartige irritation in kenntnis gesetzt, und das wird wohl auch besser sein so.
mein herze aber bleibet rein.

Sonntag, 17. 1. 2010

zu bunt!

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eisenstadt. 50.000 euro schaden verursachten unbekannte diebe am friedhof nickelsdorf. sie stahlen bei mindestens 165 gräbern vasen, engel und ziergegenstände. die gegenstände waren aus bronze, kupferblech oder anderen buntmetallen.
der standard, 15.1.2010

burgenland, schwarzmetall- (eisen ist bekanntlich eines) und buntmetallland. und da die dreisten diebe, die perfiderweise unbekannt blieben (weshalb sie verfolgt seien bis ins dritte glied; allgemeinbekannte gemeingutberauber, wie sie in kärnten als scheuchen die dörf(l)er verwesen, werden im rechtsstaat traditioneller weise nicht eingesperrt), da diese dreisten diebe, ritter vom ni!, doch irgendwie pietätvoll erscheinen wollten, haben sie den gottesacker an einem übergangsort (endroit de passage) hundertfünfundsechzigfach abgeweidet. ich meine da nicht nickelsdorf als legendärer autofahrerunterwegsnotablen grenzort zu ungarn (nickelsdorf: stau durch den ort, schleppende abfertigung, wartezeit bis zu sechs stunden, bitte nutzen sie auch die kleineren grenzübergänge), sondern nickelsdorf als ort, der ein ebensolches metall in seinem namen führt: nickel (chem: ni) ist nämlich ein: übergangsmetall.
wohl bekomms!

Samstag, 16. 1. 2010

haarnachtrag (2)

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dank der aufmerksamen jungen dame aus graz, die mich bei einer veranstaltung im schutzhaus zukunft davon in kenntnis setzte, dass man nicht nur in leoben einen (den) hairgott besuchen kann, sondern dass es in graz (klischeechinesisch: glaaz) die exklusive möglichkeit auf einen kaiserschnitt auch für den herrn gibt.
zukunft, schutz, jawohl: deshalb kein link, nein wirklich nicht.

Freitag, 15. 1. 2010

haarnachtrag (1)

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es sei doch endlich eine eigene liste der stewardessenfrisuren anzulegen, vermutlich aber gab es die längstschon bei den internationalen stewardessenrekrutierungsbureaux, weil es stets darnach zu trachten, den p.t. fluggästen einen möglichst ausgewogenen stewardessenfrisurenmix zu bieten:
pony |||
pferdeschwanz (doppelt gebunden) |||||
kurzhaar (weibl. bubikopf) |||
dutt (am hinterkopf) || (purser)
prinzessin diana (fehlt; im cockpit [vermutl.])

Donnerstag, 14. 1. 2010

zukunftskristallin

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mit den wirtschaftsnachrichten ist es ja genauso wie mit den promi-, sport-, auto- oder derberotikformaten und ihren kombinationen: solche sendungen richten sich an uns eunuchen, kenner allesamt ohne beweisantrittszwang, ausgewiesenermaßen unvermögende, die sich gerne die hoffnungslose hoffnung vorspielen lassen, und der börsenkursfernsehabglanz scheint ja ins wohnschlafzimmerchen oder nicht. um es griffig zu formulieren: wir sind grasser!
seit ehundje.

Mittwoch, 13. 1. 2010

börselbrösel

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warum nur permanent in den hotels und halböffentlichen, stets nur behaupteterweise businessafinen plätzen und loungen von verkehrseinrichtungen den ganzen tag diese wirtschaftsnachrichtensender laufen, wo dauernd wichtiche experten sagen, wie es in der zukunft weitergehen wird, ganz sicher, und aber das einzig sichere an diesen prognosen (wie, per definitionem der zukunft selbst) ist doch ihr nichteintreffen, vielleicht ist das ihr geheimer effekt; wenn es aber die absicht sein sollte, sagt uns bitte endlich den völligen zusammenbruch voraus und vertschüsst euch dann, bevor wir (wer wäre das, wir?) euch mit nassen fetzen davonjagen, per sæcula sæculorum danke (um ein vokal- und silbenanzahlsidentes wort zu verwenden).

Dienstag, 12. 1. 2010

haarimbiss, oberösterreichisch

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leberkaspepi nennt sich eine sehr beliebte linzer imbissinstitution.
pepi heißt zumindest in ostösterreich seit ehundje das haarteil, das sich bedürftige zum haareteilenkönnen (mehr als die beliebten zwei rechts, drei links aus der seinerzeitigen priorinvondoktordrallewerbung) meist eher schlecht als recht auf den kopf batzen. eben, der leberkaspepi, ihre neue frisur für die nachhaarzeit, aufs denkbar und dankbar engste verwandt der bundesdeutschen fleischmütze. malzeid.
(schmeckt übrigens vorzüglich.)

Montag, 11. 1. 2010

schmankerlimbiss, bayerisch

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münchens bahnhofsgegend war immer gut für ein spontannächtliche kulinarische dummheiten, auch abseits der kebabbuden fand er immer aufs leichteste in den bauch der stadt, wo es magenzumutungen gab, die man letztlich auch nicht missen sollte wenn man ein als komplett zu bezeichnendes leben anstrebte, und hernach fiel es ihm wieder für eine zeit nicht schwer, sich über den zustand unserer welt nicht zu wundern, ja, nicht einmal sich nicht zu empören, und er war zumindest gewillt, mit all den gestalten, daran zu glauben, dass es damals tatsächlich besser, zumindest nicht schlechter gewesen sei, sicherlich, genau, nicht viel jedenfalls. sonst war nämlich eh ollas oarsch, wie man in der alleröstlichsten deutschsprachigen metropolis sagen würde.
im radio spielten sie, nach by the rivers of babylon, dancing queen. die welt war gut.

Sonntag, 10. 1. 2010

bitte abkratzen

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diese teflonangst, die vor allem leute aufzuweisen scheinen, die sich üblicherweise eher weniger um eine praktisch funktionierende denn eine perfekt eingerichtete küche kümmern und die wiederum menschen mit dichten küchenpraktischen erfahrungen regelmäßig bei verwendung von – bei ihnen eher ausgestelltem denn verwendetem – küchengerät auf den bitteschön ordnungsgemäßen, etwa nicht die empfindliche antihaftbeschichtung (teflon) zerkratzenden pfleglichen umgang mit ihren töpfen und pfannen hinzuweisen pflegen.
neben teflonköchen gibt es bekanntlich auch gleichgeartete politiker oder banker oder expolitiker oder exbanker oder expolitiker und exbanker in personalunion, experten durchunddurch. manche von ihnen haben eine teflonfönfrisur, und jeder nochsogroße dreck (den sie in der regel selbst produzieren) perlt an ihnen ab, die anderen aber versauen.

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