Mittwoch, 10. 3. 2010

same seitz but different

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die indertat annähernd identen zwillingsschwestern an harfe und hackbrett bedienten sich konsequenterweise des gleichen stimmgeräts: auch dieses unterschied lediglich um die fabrikationsnummer.

Dienstag, 9. 3. 2010

speibbs

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selbst um halbdrei nicken sie freundlich und devot, wenn du reinkommst und fragst: beim chineser kriegst du immer noch was zu essen. und ist es grad da besonders schön, weil sie sich, nachdem sie dich als letzten gast bedient haben (ein kurzer blick aufs buffet bekräftigt deine alacarteentscheidung), so nett und asiatisch familienintakt zum eigenen mittagsmahl versammeln. diesmal aber (in scheibbs wars): pizza ausm karton. die werden schon wissen. fluchtartig und über den umweg zur dringlichen toilette verlassen wir die stätte. die glückskekse mit ihrem gewaltigen potenzial bleiben ungeöffnet.

Montag, 8. 3. 2010

nüchtern betrachtet

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das geheimnis der liebe endlich und endgültig entschlüsselt hat ein für seine sachlichen recherchen bekanntes austropatriotisches blatt. so läuft auch die ehe unverheirateter wieder wie am ersten tag.
notieren wir doch das datum, als alle romantik fahren gelassen wurde: 1. märz 2010, faktisch frühling.
soviel zum frauentag. aus partnerschaftlicher sicht.

Sonntag, 7. 3. 2010

rosenumkränzt, ungebeten

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schönborn: rosenkranz „nicht wählbar”
orfon, 5.3.2010

aber lieber herr kardinal, der ihr selbst für ernst fuchs, diesen fürst unter den malern, unmalbar seid (den kann ich nicht, der hat mir ein zu gütiges gesicht – nicht aufgrund von du sollst dir kein bildnis machen), wir wissen das doch schon längst (zumindest seit ihrem so marienverliebt knabenfreundlichen vorgänger im erzbischofsamte), nämlich, dass es gar keine wahl bezüglich rosenkranz ja oder nein gibt, weil den rosenkranz muss man beten, da gibts gar nichts zum herumfackeln.
reihen wir uns also ein mit allen legionärinnen dieser welt zum großen sühnekreuzzug, und entweder der siegreiche oder der schmerzreiche wird gebetet werden 25. april, und könnte man das wahldatum fürs gebet nicht vorverlegen auf den, sagen wir: 20. april?

Samstag, 6. 3. 2010

aushelfen, dringlich!

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arbeitslose sollen beim heer aushelfen
orfon, 4.3.2010

da haben wirs, und staatlicherseits geben sie es schon zu: das heer der arbeitslosen. auch diesem begriff werden nunmehr völlig neue, bislang ungeahnte bedeutungen zugewiesen (vgl. webgasse, austria email u. dergl.). die frage ist: rückt dieses heer aus oder ein? und, wer dabei war, weiß es: es gibt derart wenig zu tun, dass arbeitslose mit sicherheit beim bundesheer perfekt aufgehoben sind. und wer lust auf eine spritztour hat, der kommt sowieso.

österreich ist sicher.
(anmerkung/fragen: warum schaut der bebrillte panzerkommandenat aus wie der herr verteidigungsminister? und was will es bedeuten, dass das kettenungetüm beim nach rechts wegfahren abkotet, ja, sagen wir es so: gackt?)
jedenfalls aber, wiederholt seis: österreich, sicher.

Freitag, 5. 3. 2010

wie am schnürrchen

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reizende kätzchen abzugeben!
nur wohnungsplätze!

kundmachung, geschäftsauslagenfenster, wieserfeldplatz

… und gerade im sich verschiebend heraufdräuenden frühling gilt es vermehrt darauf hinzuweisen, dass unsere immer herzlosere gesellschaft allzuwenig für (bitte einsetzen und nichtzutreffendes streichen; zur auswahl stehen: die armen tiere / unsere senioren / sich alleinerziehende mütter / obdachlose / asylwerber / allergiker) tut.
und naht ja schon der palmkätzchentag, miaooo.

Donnerstag, 4. 3. 2010

rangierrevier

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stationsaufsicht
passionsfrucht
stationsfrucht
passionsaufsicht

ubahn, kalvarienberggasse (noch zu errichten)

verschieben aber tut man züge oder valuten (die tut man schieben, worauf schon der große georg kreisler im ausgesprochen schönen heinrich hinweist: sie verbluten für dich, schieben valuten für dich…)
wer aber weder ausgesprochen schön ist noch, zugleich, heinrich sich heißt, soll, umgekehrt, auf der hut sein, auf dass er nicht verschoben werde alswie ein tankwaggon auf ebener erde, der zuvor leergepumpt worden ist. oder versetzt, wie altes zahngold.
auf sei der hut, und es ist keine gefahr.

Mittwoch, 3. 3. 2010

wirbelfest

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das herabstufen tropischer wirbelstürme geht nach und nach, sie verlieren auf ihrem wuselweg an kleinen unbewohnten inseln oder durch ansich unbedeutende abkühlungen des meeres unter ihnen unerwartet stark an zerstörungskraft, während sie zuvor in amerikanischer angstlust sehr schnell ganz oben angesetzt wurden, es könnte ja aaah! einen rekordwirbel geben, lawinenwarnstufe 6 von 5 für stürme, und dann würden alle umso stolzer vergehen, im dienste der patriotischen sache gewissermaßen, und wer papierener wollte denn bitteschön von einem lüfterl nur erfasst und niedergeschmettert werden, das es nicht auch zu einem hollywütigen blockbuster brächte?
selber aber, wie könnte man sich davor schützen, vollends durcheinandergewirbelt zu werden?
festzurren und – ja, das geht! – selber die sache herabstufen, ihr ihre wichtigkeit nehmen, das hemmt seiner kraft die nahrungszufuhr. und allemal besser sind mehrere kleine, ja, belebende lüfterl, als ein völlig devastierender, eo ipso rücksichsloser orkan (die natur hat nun einmal keine moral u. dergl.), so reizvoll sein spiel auch sein mag – streng ästhetisch betrachtet, versteht sich.
und sind wir ja nicht, keinesfalls, in den subtropen, so ein glück. bei uns weichen allemal noch die winterstürme, möglicherweise sogar dem wonnemond.

Dienstag, 2. 3. 2010

interessante frage

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wenn er musik höre, so als ganzes, ob das etwa so sei, wie wenn andere ein buch läsen?
er jedenfalls würde nicht müde werden daran zu arbeiten, beim stummen lesen von musik, diese besser zum erklingen zu bringen, innen. und, in der folge, nach außen auch, oja.

Montag, 1. 3. 2010

frühlingsmütter 2010

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liebe mba,

erster märz, mit einemmal ist alles olympische von uns abgefallen, vor allem von uns österreichern, etliche andere sind nämlich um etliches weiter geflogen aber kürzer gefahren, haben uns die ansich uns zustehenden ersten treppenplätze, die ja die letzten treppenplätze sind – ganz hinauf müssen die klettern, nachdem sie sich eh schon beim sporteln selber am schwersten und immerhin effizientesten geplagt haben – wegeschnappt, vorenthalten, ja, gestohlen, wir können unsere sportlichkeit, den sog. olympischen geist, vor allem im sog. alpinen nicht durch gönnerhaftes schulterklopfen und staunen über die doch schon beträchtlichen leistungen der anderen, genetisch nicht so fürs schifahren ausgestatten nationen (schweiz, deutschland, italien, slowenien, kroatien, norwegen, finnland, schweden, usa, canada, marokko, jordanien) ausdrücken, verdammt, schafft doch all diese wettbewerbe ab oder unterdrückt hinkünftig informationen zur herkunft der gladiatoren, die sollen einfach für sich selber fahren, springen, schlifitzen oder geschliffene granitgewichter mit griff aufs eis schlenzen dürfen und uns bliebe das chauvinistische dummsprech in den massenzeitungen und fernsehkanälen erspart, oder, besser, weil erstens durchführbarer und zweitens und vor allem lustiger: engagiert doch bitte harry rowohlt als sportreporter, der kann von sich – glaubwürdig – behaupten, dass sein ausländerhass durch seinen inländerhass bei weitem aufgewogen wird, wenden wir uns nun aber wichtigeren, der warmen jahreszeit zugewandteren informationen zu, tiger woods nämlich, ein verwandter der tigerente, manche meinen, er sei gar die tigerente selber, und hölzern steht er ja auch da, wenn er mit seinem durch meine schuld, durch meine schuld, durch meine große schuld vor den medien abbitte leistet, dass er seine verfehlungen nicht vor ebendiesen auch begangen hat, so schönes bildundtonmaterial hat er uns vorenthalten, wofür er deeply um entschuldigung bitten möchte, er aber verliert einen weiteren sponsor, wir müssen uns sorgen machen um sein durchkommen, über die runden kommen, lasst uns also sammeln für die golfspielende tigerente, verbunden mit einem generellen aufruf zur ruhe verdammt noch einmal!

tut das gut. endlich ruhig.

das wird aber nix. draußen nämlich, wenn ich nicht in der seltener besuchten, ein gutes schwaches halbes jahr schon nimmer bewohnten großstadt weile, das ist ein gezwitscher und getschilpe, ein pfeifen undaber kein singen, weil auch sogenannte singvögel (wie alle rabenviecher; zu denen, wieder einmal, später) singen nicht, und wenn, dann mit schlechtester textverständlichkeit, nicht einmal messiæn hat das ganz zu transkribieren vermocht, allerhöchstens als vokalisen könnte man das bei bestem willen korrekt bezeichnen, und gilt es doch die wirklichkeit korrektest möglich abbildende worte zu finden, dazu selbstredend die entsprechenden fußangeln, pardon, -noten, ich gelobe mich zu bessern, abermals. draußen nämlich also schreien die vögel die krokusse herbei, brüllen die knospen an den zweigen in lauerstellung, der gosecker ginkgo etwa, ein riesenbonsai, den schon goethe gesehen haben soll (wenn er ihn nicht gar gepflanzt hat, was hat goethe nicht alles gesehen und gepflanzt mit seinem holden belebenden blick?), ist von präprotuberant-pubertären pickeln übersät, er kann es gar nimmer erwarten, bis dass er seine zweilappigen blätter an die luft lassen kann, ahh wird er sagen (auf ginkgisch) und über naahhcht ergrünen, so ist das nämlich, wenn auch noch nicht gleich und dann erst noch eine stunde später, wie das halt ab ende märz so ist sommerzeitbedingt.

großstädtisch aber haben längstschon die krähen alles andere getier vertrieben, sie bleiben das ganze jahr über vor ihren fleischtöpfen ägyptens, welche bei ihnen die müllhalden der zentraleuropäischen peripherie sind, nachts kehren sie von ihrer arbeit heim in die bis dahin stillen hinterhöfe und auf die platanen der parkanlagen, hugo wolf ist vor 150 jahren geboren worden, mahler auch, dem aber hat man in wien keinen park gewidmet, dafür durfte er (wolf) nicht hofoperndirektor werden, er wärs aber gerne geworden und hat dem mahler einen bösen bösen brief geschrieben, irr und wirr vor krankheit. in den kanariknasten bürgerlicher wie auch proletarischer haushalte aber werden in absehbarer zeit auch krähenvögel einziehen, rälfe und hanshuckebeins allesamt, die hansis und bubis werden letztlich selbst aus den wiener kleingartenanlagen verschwinden, keine zukunft auf der schmelz, und jetzt ists dann aber wirklich zeit für den frühling, in dem ich sie und uns alle vorfrühlend willkommen heißen mag.

wird schon werden. und nicht lang wirds dauern, da werden wir jammern, zweng derana hitz.

drinnen aber ists angenehm temperiert. kommen sie also zu meinen – wenigen, dafür feinst abgestimmten – konzerten und klangpräsentationsereignissen, nach salzburg in die franziskanerkirche, die max gandolph-bibliothek oder ins museum der moderne, nach klagenfurt in den dom zu pergolesi, nach wien in die alte schmiede oder nach fels am wagram zum wimmer czerny. und sonstnochdaunddorthin. steht ja alles rechtzeitg auf muetter.at in der vorschau.

und aufläufe und fleischtöpfische ruhekissen aber sind zu meiden, ja, fliehen, wenns auch unbequem sein mag. ist aber besser so.

ihnen aber jetzt viel ruhe und einen angenehmen frühling, ganz ohne aufmärsche u. dergl.,

herzlichst, ihr

bertl mütter, steyr und sonstwo, ende februar 2010


service

vorbei ist vorbei.

mütterlog (täglich, seit 1.12.2004)

– kaufen sie tonträger.

– konzerte, workshops, symposien: finden sie alles rechtzeitig auf muetter.at.

– der nächste mütterbrief kommt zirka am 1. juni 2010 zu mittag.

haschemithilfe

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es war längst schon finster, gegen ende februar, der opernballabend war es, im ersten drittel der prater hauptallee, wo man ein weißes partyfeldherrnzelt aufgestellt hatte, um für den sommer-opernball zu werben, der ab diesmal genau ein halbes jahr vor dem jeweils zum faschingsende stattfindenden abgehalten würde, eben hier in der prater hauptallee, noch mehr society-event, bis zur f-prominenz hinab wollte man seinem grußtuerisch sich gebenden publikum einen ort zur selbstbetäubung des esgeschaffthabens geben. etwas seitlich abseits, es muss in der halle des – alten – bahnhofs wien nord am praterstern gewesen sein, war ein fleischer, und direkt neben einer vitrine mit halbfesten würsten sollte ein rind geschlachtet werden. das gelang nicht, und das tier (vermutlich schon ein stier, aber im körperbau nicht so vor energie berstend) machte sich los und rannte allen (allen!) hinterher. ganz egal wo man sich in sicherheit bringen wollte, das laufen nutzte nichts, immer war das tier hinter dir, die waden schmerzten schon vom vergeblichen davonlaufen, und eine panik ergriff alle, sie griff über auf die hauptallee und, wie die flämmchen beim anzünden eines gasherdes, aufs ganze land: ganz österreich flüchtete vor dem zum angriff übergegangenen rindsvieh, es wurde der gesamtstaatliche notstand ausgerufen und bis zum ende des folgemonats wurde österreich kommissarisch von jordanien regiert, menschenmassen gingen in steter flucht auf hügeligen vorfrühlingslandstraßen, ein trek wie ein großer fitmachmitwandertag, aber in angst, und warum es jordanien, ausgerechnet jordanien war, das die lage wieder beruhigen sollte, muss ein rätsel bleiben. das tier, dessen aufgabe es gewesen sein musste, die einsetzung der haschemiten in wien durchzusetzen, indes verschwand ins nirgendwo. es gab auch keine verletzten.
wie es im april weitergehen wird, weiß keiner.

Sonntag, 28. 2. 2010

spinnenfraukusssorgen

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was nun aber das gemeinsame des weberknechts mit der fieberblase sei, darauf würden aus einem anderen deutschen sprachraum stammende von selber nicht kommen, ganz sicher nicht. weiters bedächten nur wenige, dass kein weberknecht (er spinnt nicht, webt nicht einmal) je für die staubübersäten spinnweben wenig bewohnten gemäuers verantwortlich sein kann. wievielweniger erst für fieberblasen.
er jedenfalls war von allen anfängen darauf konditioniert, drüberzublasen: franzbranntwein drauf und geht schon: tätärätää! und: lippenkrank, das war etwas für tachinierer und militärmusikanten.

Samstag, 27. 2. 2010

aussetzung des allerheiligsten

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am klagenfurter flughafen (der tägliche flug steht bevor) haben sie derart zahlreiches (und freundliches) securitycheckpersonal, als gälte es, die urne des landeshauptmanns zur himmelauffahrt zu bringen.
(der kapitän hieß, demgemäß, frankenstein.)

Freitag, 26. 2. 2010

wohnstatt, karmakonform

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woran es wohl liegen mochte, dass künstlerzimmer in den ihnen gebuchten hotels ausschließlich neben dem aufzugschacht zum taxistandplatz hin (mit ganzjährig laufengelassenen motoren bei gleichzeitig ewigem stillstand) lagen?
er würde schön langsam beginnen, sich um ein besseres karma umzuschauen. und bitte rückwirkend, also für dieses, diesseitige leben, wenns geht. aber immerhin, der lift, ein aufstieg, und alle so freundlich.

Donnerstag, 25. 2. 2010

knödellager stephansplatz

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als er in die ubahn kam, stank es am bahnsteig nach pferdedreck. der einfahrende zug aber war dennoch kein fiakergespann. wo waren aber die pferde oder zumindest ihre toilette? und: womit wurde die ubahn eigentlich betrieben?

Mittwoch, 24. 2. 2010

metallbeißhemmungslos

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es kommt immer besseres nach.
sinnspruch

obs ein teil des olympischen schwurs ist, dass die medaillengewinner diese in einer jämmerlichen geste anknabbern müssen, fürs foto, so ein entsetzlicher blödsinn, sie sollens vonmiraus gleich aufessen, damit auch alle überzeugt sind, dass sie sich freuen, na was denn sonst, lebenshöhepunkt und so, und von nun an gehts bergab.
was unbedingt gegen jedwede olympiateilnahme spricht. wie ja auch der herbeigerufene schönste tag des lebens als drohendes verdikt über jeder eheschließung schwebt, was ebenso unbedingt gegen jeden auch nur gedanken auf eine eheschließung spricht.
es kommen immer bessere nach (ist im plural neutral, gewissermaßen).

Dienstag, 23. 2. 2010

vor dem beben

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ich habe einen stempel!
– ich nicht
– – ich habe ein stempelkissen!
– – – ich stemple gern!
– – – – reden wir darüber?
– – – – – wann ficken wir?
– – – – – – heil antifa

ferngespräch (zeitversetzt), häuslwand, café eiles, wien

eine direktere konsekutivität als dieses eindrucksvolle dokument, wie schnell es in östereich politisch werden kann (sieben stufen!) ist schlichtweg unvorstellbar. eher noch der nicht völlig unpenetrante pfirsichduft (in der warmen jahreszeit erfahrungsgemäß duftiger, in der nase cremiger).
in österreich brodelts. soistes.

Montag, 22. 2. 2010

big business

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wo gehen ich
liegen spucken
wursten von hunden
saufenkotz

ich denken müssen
in mund nehmen
aufschlecken schlucken
denken müssen nicht wollen

ernst jandl, franz hochedlinger-gasse

und das sicherste mittel, z.b. in wien, nicht in die hundescheiße zu steigen, wäre, selber so ein vermaledeites vieh an der leine zu führen.
jenen soziopathen aber, die immer noch glauben, ihre scheißköter aus ihren därmen aufs erbärmlichste stinkschläuche auf den asphalt pressen lassen zu können, ohne dieses geschäft dann wegräumen zu müssen, mögen die jandlschen visionen wahr werden, hundertfach ernst.

Sonntag, 21. 2. 2010

gefriergetrocknet

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zwar ging die historische heizlampe links oberhalb der klomuschel nicht, aber es machte irgendwie ein gutes gefühl, während man auf der brille anfror. ja, ein wärmendes, so absurd das klingen mochte. und, immerhin, ob der kälte blieb die ausscheidungszelle zumindest den ganzen, mittlerweile – in dieser hinsicht nicht – vielzulangen winter nahezu geruchsfrei. und das bananenbild an der wand neutralisierte – auch thermisch – zusätzlich.

Samstag, 20. 2. 2010

naturnah

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die mittelsüdostasiatische ziergrotte an der nordinnenwand des vietnamesischen restaurants in der märzstraße, es tropft wenig sauerstoff einbringend ins kleine bassin, die goldfische schnappen nach luft alswie waldviertler karpfen oder die sibirischen amure vom waldschacherteich beim abfischen im herbst, nur kleiner.
vorstellung, mit einem flamingo an der leine, wie es sie bereits südlich von cagliari im brackwasser gibt (die f., ohne l.) den das bassin angrenzenden speisesitzplatz einzunehmen (flamingos stehen lieber; man wird also den sessel zur seite stellen.). der flamingo ansich ist ja bekannt für seine perfekten fischmanieren – kein vergleich zum allzuderben pelikan.

Freitag, 19. 2. 2010

mondkalenders doppelletterdilemma

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aussaattermineevaluation. ohne die nämlich geht gornix, willst du für vollmündigen verzehr ernten einstmals. – was für monde hat eigentlich der merkur?, fragte sich der friend-of im off.
mondlos, voll mondlos. (auch bei vollmond, anderswo; achja: wie müssen wir uns den vollmond am jupiter vorstellen? – und: welchen?)

Donnerstag, 18. 2. 2010

wider betätigung

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betätigen der schalter durch unbefugte wird als bahnfrevel bestraft!
warnung, öbb

bahnfrevel, was für ein wuchtiges wort, es ruft zu uns aus einer anderen zeit, klingt alttestamentarisch, als wärs im zug der israeliten gestanden. bahnfrevel, grabschändung, blutschande. in jedem fall droht eine standrechtliche hinrichtung nach strich und faden, womöglich in mantua, oder in banden, oder am karl marx-hof, weil wo kämen wir da hin.
österreichs nichttotalitäre oberfläche ist dünn wie die haut vom gaugau, genau.

Mittwoch, 17. 2. 2010

schneeuntertreiben

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es sind uns keine stifterschen symphonien überliefert. sie hätten auch die dimensionen von hochwalddurchquerungen. gehst du also im schneetreiben auf oder über die grebenzen, wobei du bei der schönangerwirtin auf einen reindling und einen jagatee (nicht zu verwechseln mit dem abgestanden tauchgesottenen schmelzwassergesöff brüllender schihütten) einkehr halten wirst, eine kluge frau ist das, so unvermittelt mitten im schnee (sie könnte auch die frau holle sein), so stapfst du entweder schweigend mit der imaginierten stiftersymphonie bergwärts oder aber du nimmst dir die 76er aufnahme der neunten von den salzburger festspielen mit im ohrenscheuklappenhut. drei sätze. bruckner, karajan, die wiener: die möglichkeit einer vollendung. weil bruckner, das ist stifter in musik.
so ein glück, das hier nicht nur ein gefühl ist, sondern viel mehr.
viel mehr, was für eine untertreibung.

Dienstag, 16. 2. 2010

bitte zurückrufen!

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zusätzlich zum rückruf aller autos werden demnächst auch alle schuhe zurück in die werkstatt gerufen: bei einigen schnürsenkeln, aber auch zippverschlüssen und schnallen können sich unter gewissen umständen unhaltbar lockere zustände ergeben, sodass nicht ausgeschlossen werden kann, dass man, wenn man etwa dem autobus hinterherläuft, unbeabsichtigt ihrer verlustig geht, sehr witzig. eben.
… aber hinter welchem autobus? sind die nicht auch dann schon alle längst eingezogen?
bliebe noch, eine cycling tour zu unternehmen. wenn sich die pumpe nur nicht beim hosenbein verfängt:

Montag, 15. 2. 2010

¡holla frau holle!

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polizei stellt 200 kilo kokain in wien und nö sicher
orfon (letzte meldung), 10.2.2010

womit der bedarf für die nächste zeit gesichert wäre. die wiener szene kann beruhigt aufschnaufen und sieht sich gelassen aufgekratzt die breite weiße straße in den frühling hineinziehen. und im april, wie schon der herr prinz wußte, kann es auch noch manchmal schneien.
ach polizei, du freund und helfer!

Sonntag, 14. 2. 2010

zahngst

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angst vor dem zahnarzt sinkt mit sozialem status
orfon, 9.2.2010

… aber das ist ja in schweden, für uns gilt das nicht, gell? und zum glück gibts ja bei uns keine rechte oberschicht; man würde sich hüten, dazuzugehören: dieses bangen und heulen und zähneknirschen, wenn der halbjährliche vorbeugenistbesseralsheilentermin heranrückt.
also soo gut gehts uns doch gar nicht, das hat sich doch schon längst herauskristallisiert. eine allfällig überfällige angst vorm friseur fönfrisierter altfinanzministerieller defraudanten sei jedenfalls gesondert zu untersuchen. aber haare  tun ja bekanntermaßen nicht so weh wie dentale hohlräume. zumindest nicht den sie in die szene tragenden.
soviel zum valentinstag.

Samstag, 13. 2. 2010

untermalt (abermals)

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nur weil du nicht paranoid bist,
brauchst du nicht zu glauben,
dass sie nicht hinter dir her sind.

sinnspruch, poesiealbum

das würde ein harter tag werden. schon in seinen träumen (war er auch – an sich beglückend – geflogen, so war er dabei stets auf der flucht gewesen) hatte er es gewusst. da zog er sich, der ruhe und des konzentrierten arbeitens wegen, in sein kloster in den bergen zurück und wurde tagtäglich punkt sieben von pressluftunterstützten stemmarbeiten direkt unter seiner zelle ins halbbewusste gebröht, die zweite hirnhälfte wurde vom nebenan mit seiner tuba christliche hymnen desorientiert intonierenden pater stefan aufweckbetäubt, das klang, als hätte er eingespeichelten oblatenpapp im mund. um sich abzulenken, studierte er ein paar über nacht hereinkommene emails, zwei programmankündigungen schmetterten ihn, den bereits am boden liegenden, endgültig hin: ein veranstaltungshinweis mit hinausposaunt und, natürlich seine hochsensible musikalische gestaltungskunst direkt betreffend, das unvermeidliche untermalt.
man sollte weniger empfindlich sein und alles wäre einfacher.
schon gut. aber dann wärs die musik auch: bleampalad, plump, hump oder dump, für die derrischen, das wäre zudem demokratischer, weil der überwiegenden mehrheit gerecht.
da behaupte einer, die kunst solle nicht abgehoben sein!
um es klarzustellen: er liebte es kontakte herzustellen, zu verbinden, communio. und pater stefans gegenüberübungen stand (oder lag) er voll sympathie gegenüber.
viertelneun. alles still. ’sgibt kein gebrumm. vollendetes silentium.
auf, auf!

Freitag, 12. 2. 2010

was könnte ich werden?

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waffenlobbyist mit gut und unschuldsvermutung!, entfuhr es wie aus der mp geschossen seinem altklugen kindermund, so ein gescheites kerlchen aber auch. borges muss auf ihn in seiner universalgeschichte der niedertracht vergessen haben. nein, hat er nicht. die literarisierung, sie wäre einer veredlung, mithin verharmlosung gleichgekommen.
was geht in einem solchen menschen vor? – aber was haben sie denn, ist doch alles streng legal und was legal ist hat auch moral, das ist doch normal.
tüpen gibts, die sind zum speim.
soviel zum 12. februar. (es gilt, zumindest beide seiten auszurüsten, zuzurüsten, je nachdem.)

Donnerstag, 11. 2. 2010

es is wos gscheng

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3.000 hühner auf dem weg zum schlachthof tödlich verunglückt.
apa

… das können nur max und moritz gewesen sein!

Mittwoch, 10. 2. 2010

es muaß wos gscheng

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bäuerlichen schritts wankten die landjugendlichen in die, wenngleich inkorporierte, so doch merkwürdig extraterritoriale zeitgeistvinotheque. ihr bellstimmenbelfern schien direkt aus einem egger-lienz-gemälde herabgestiegen zu sein, hätte sich die szenerie im ost- oder im südtirolischen puschtatol begeben. so aber gab man sich grebenzensteirisch (mit diesem gewissen kärtner einhauch), und könnten sie in ihrer samstagabendlichen dumpfbackigkeit für irgendeine große idee (für die es sich lohnen würde) ins feld ziehen, sie würdens glatt und ohne mit den wimperwülsten zu zucken, mir no an weißn mid rum, ja genau, kruzifixe in alle autos, statt oder besser: zusätzlich zum gleichermaßen verpflichtenden wunderbaum.

Dienstag, 9. 2. 2010

speiset den herrn!

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die wurscht als solches
hat prozentuell
um die wenigere hälfte mehr fett
als die andere

padre latrini, seitenstetten, etwa 1980 (überliefert von j. k. steiner)

was es nicht alles zum essen oder trinken gibt, das uns deshalb schmecken soll, weil es sich mit dem namen eines großen schmückt, sich auf ihn beruft. populär etwa sind mozartkugeln, bachwürfel, ja, im konfektbereich hat es sogar webern (in mittersill, woauchsonst) zu einem (in jedem fall postmortalen) webernzigarrl gebracht. weiters warten wir auf weberwaffeln, glinkagolatschen, dittersdorffdatschkerl, brucknerbuchteln und chopinschöberl, letztere als nicht mehr ganz so süße suppeneinlagen, und wo bleibt die allzulangerwartete suppésuppe eigentlich?
die compositöre verlassend kringeln sich schillerlocken, e. t. a. hofmannstropfen (schon die vornamensinitialen zu ernst, theodor und amadeus tropfen nachgerade wirklich), womit wir in königsberg angekommen wären. wie es aber der andere dem von der krone einfach gehaltenen volke nicht übermäßig geläufige herr aus dem heutigen kaliningrad zu einer derartig deftigen beliebtheit gebracht haben mag, muss dem philosophen in mir ein rätsel bleiben, und dafür aber eben sei die ancilla theologiæ gerade eben recht: dringend zu erstellen sei, als fürderhin grundsätzliches akademisches standardwerk, die umfassende monographie über die kantwurst.
und die kantwurst, wenn man sie von hinten überfällig über die rübe gezogen bekommt, ist deswegen noch lange keine gnackwurscht. knackwürste (so die korrekte schreibweise) hierzulande (nicht etwa in sachsen oder in sachsen-anhalt oder in thüringen; aber wo sei denn das, hierzulande?) kann man sich als kranz um den hals hängen, ehrenpreise für verdiente hunde etwa sehen so aus, das aber nur nebenbei und zur generellen absteckung des terrains, wie es heißt.
an die arbeit nun. halleluja.

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